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Hostels auf Island
Günstig übernachten auf der teuersten Insel Europas

Hostels auf Island

13 Min. Lesezeit

Island und günstig reisen: Das klingt erst mal wie ein Widerspruch. Hotels in Reykjavík kosten im Sommer locker 200 bis 350 EUR pro Nacht, und selbst einfache Gästehäuser auf dem Land verlangen 120 EUR aufwärts. Wer mit einem Backpacker-Budget nach Island will, kommt an Hostels nicht vorbei. Die gute Nachricht: Die Hostel-Szene auf Island hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt, und es gibt mittlerweile richtig gute Unterkünfte, die weit über das klassische „schmales Bett in einem Zimmer mit acht Fremden" hinausgehen.

Auf meinen Island-Reisen habe ich in insgesamt zwölf verschiedenen Hostels übernachtet, von der Großstadt bis zum abgelegenen Fjord. Die Bandbreite ist groß: von der modernen Design-Unterkunft mit Bar und Rooftop-Terrasse in Reykjavík bis zur umgebauten Schule am Ende einer Schotterstraße, wo der Betreiber abends selbst kocht. Hier teile ich meine Erfahrungen und konkreten Tipps.

Hostels als Lösung für Islands Preise

Gemütlicher Gemeinschaftsraum in einem isländischen Hostel mit Sofas und Bücherregal
Gemeinschaftsräume in isländischen Hostels: oft gemütlicher als erwartet (KI-generiert)

Die Kosten auf Island sind für viele Reisende der größte Schock. Selbst wer aus der Schweiz oder aus Norwegen kommt, schluckt bei den Preisen. Ein Bett im Mehrbettzimmer eines Hostels kostet zwischen 5.000 und 9.000 ISK (33 bis 60 EUR) pro Nacht. Ein Privatzimmer im Hostel liegt bei 12.000 bis 22.000 ISK (80 bis 145 EUR). Das ist immer noch nicht billig, aber deutlich weniger als in Hotels, wo man für ein Doppelzimmer im Sommer selten unter 35.000 ISK (230 EUR) wegkommt.

Tipp: Berechne dein persönliches Reisebudget mit unserem Island-Reisekostenrechner.

Der größte Spartrick in Hostels ist die Gemeinschaftsküche. Essen gehen in Island kostet 3.000 bis 6.000 ISK (20 bis 40 EUR) pro Mahlzeit. Wer stattdessen im Supermarkt einkauft und in der Hostelküche kocht, spart pro Tag leicht 40 bis 60 EUR pro Person. Die Küchen in isländischen Hostels sind in der Regel gut ausgestattet: Herd, Backofen, Kühlschrank, Töpfe und Geschirr sind vorhanden. Manche Hostels stellen sogar Grundzutaten wie Öl, Salz und Gewürze bereit.

Ein weiterer Vorteil der Hostels: Man trifft andere Reisende. Island zieht ein internationales Publikum an, und die Gemeinschaftsräume der Hostels sind Orte, an denen Tipps ausgetauscht, Fahrgemeinschaften gebildet und spontane Freundschaften geschlossen werden. Auf einer Reise, bei der man viel Zeit allein im Auto verbringt, sind diese sozialen Kontakte Gold wert.

Die besten Hostels in Reykjavík

Reykjavík hat die größte Auswahl an Hostels, und einige davon gehören zu den besten in ganz Europa. Hier meine drei Favoriten:

KEX Hostel: Das KEX liegt in einer ehemaligen Keksfabrik an der Skúlagata, wenige Gehminuten von der Haupteinkaufsstraße Laugavegur entfernt. Es ist seit 2012 eine Institution in Reykjavíks Hostel-Szene. Die Zimmer reichen von 6-Bett-Dorms (ab 6.500 ISK / 43 EUR) über 4-Bett-Dorms bis zu Privatzimmern (ab 18.000 ISK / 120 EUR). Die Bar im Erdgeschoss ist auch bei Einheimischen beliebt und hat abends oft Live-Musik. Die Gemeinschaftsküche ist riesig und gut organisiert. Tipp: Die Dorms im oberen Stockwerk sind ruhiger als die unteren.

Loft HI Hostel: Das Loft gehört zur Hostelling International Kette und liegt direkt an der Bankastræti, mitten im Zentrum. Es ist moderner und ruhiger als das KEX, mit sauberen Dorms (ab 7.000 ISK / 46 EUR) und einem gemütlichen Aufenthaltsraum mit Panoramafenstern. Die Lage ist unschlagbar: Hallgrímskirkja, Harpa und die besten Restaurants sind in fünf Minuten zu Fuß erreichbar. Frühstück gibt es für 2.800 ISK (18 EUR) dazu.

Modernes Hostel-Zimmer in Reykjavík mit Blick auf die Stadt
Hostel-Zimmer in Reykjavík: modern, saüber und mit Blick über die Dächer der Stadt (KI-generiert)

Bus Hostel: Etwas außerhalb des Zentrums gelegen (15 Minuten zu Fuß oder zwei Busstationen), aber dafür günstiger und mit einem eigenen Charakter. Das Hostel ist in einem ehemaligen Busbahnhof untergebracht, und echte alte Busse stehen im Garten. 6-Bett-Dorms ab 5.500 ISK (36 EUR), Privatzimmer ab 14.000 ISK (92 EUR). Die Küche ist gut, und es gibt einen Grillplatz im Innenhof. Das Bus Hostel eignet sich besonders für Reisende mit Auto, da es kostenlose Parkplätze hat, was in Reykjavíks Zentrum eine Rarität ist.

Weitere empfehlenswerte Optionen in Reykjavík: Das Oddsson in der Nähe des alten Hafens (stylisch, aber etwas teurer), das Hlemmur Square (Mix aus Hostel und Hotel) und das Galaxy Pod Hostel mit seinen futuristischen Schlafkapseln, die Privatsphäre in einem Mehrbettzimmer bieten.

Hostels entlang der Ringstraße

Wer die Ringstraße fährt, braucht Unterkünfte an strategisch günstigen Punkten. Hostels gibt es an fast allen wichtigen Stationen, allerdings nicht überall mit der gleichen Qualität und Verfügbarkeit.

Südisland: Das HI Hostel in Vík ist eine verlässliche Wahl an der Südküste (Dorms ab 6.500 ISK / 43 EUR). In Selfoss gibt es das Bella Hostel, einfach aber sauber. In der Nähe von Jökulsárlón sind die Unterkunftsmöglichkeiten begrenzt; das nächste Hostel befindet sich in Höfn (HI Hostel Höfn, Dorms ab 7.000 ISK / 46 EUR).

Ostfjorde: In Seyðisfjörður gibt es das Hafaldan HI Hostel, untergebracht in einem alten Krankenhaus mit Charakter. Die Ostfjorde sind insgesamt dünn besiedelt, und Hostels sind hier rar. Flexibilität bei den Tagesetappen hilft.

Kleines Hostel in ländlicher Umgebung Islands mit Bergen im Hintergrund
Hostels auf dem Land: einfach, aber oft an Orten, die man nie vergisst (KI-generiert)

Nordisland: Akureyri, die „Hauptstadt des Nordens", hat mit dem Akureyri Backpackers ein gemütliches Hostel in einem alten Wohnhaus (Dorms ab 6.000 ISK / 40 EUR, Privatzimmer ab 15.000 ISK / 99 EUR). In Húsavík, dem Ausgangspunkt für Walbeobachtungstouren, gibt es das Húsavík Hostel in der Nähe des Hafens.

Westfjorde: Ísafjörður hat das Gamla Guesthouse, das auch Dorm-Betten anbietet. Die Westfjorde sind die am dünnsten besiedelte Region Islands, und die Hostel-Dichte ist entsprechend gering. Hier lohnt es sich, frühzeitig zu buchen.

Snæfellsnes: Auf der Snæfellsnes-Halbinsel gibt es in Stykkishólmur das HI Hostel, das in einem renovierten alten Gebäude mit Blick auf den Hafen liegt. Eines der schönsten Hostels außerhalb von Reykjavík.

HI Hostels: Das isländische Netzwerk

Hostelling International (HI) betreibt auf Island 33 Hostels, verteilt über die gesamte Insel. Das Netzwerk heißt auf Isländisch „Farfuglar" und ist die mit Abstand zuverlässigste Hostel-Kette des Landes. Die Häuser reichen von modernen Stadtunterkünften in Reykjavík bis zu einfachen Landhäusern in den Fjorden.

Die HI-Mitgliedschaft kostet 35 EUR pro Jahr und gewährt einen Rabatt von etwa 750 ISK (5 EUR) pro Nacht in jedem HI Hostel. Bei einer zweiwöchigen Reise mit zehn Übernachtungen spart man also rund 50 EUR, die Mitgliedschaft rechnet sich ab der siebten Nacht. Die Mitgliedskarte kann man online über die HI-Website oder vor Ort im ersten Hostel kaufen.

Was die HI Hostels auszeichnet: ein einheitlicher Mindeststandard. Alle Häuser haben saubere Küchen, Aufenthaltsräume und ordentliche Betten. Die Qualität schwankt natürlich, ein umgebautes Schulgebäude auf dem Land bietet nicht denselben Komfort wie das Loft Hostel in Reykjavík, aber man weiß, worauf man sich einlässt. Buchungen laufen über hostel.is, die Website des isländischen HI-Verbands, oder über die internationale HI-Website.

Die Schlafsack-Option ist eine isländische Besonderheit, die in fast allen HI Hostels (und vielen privaten Hostels) angeboten wird. Statt Bettwäsche zu benutzen, bringt man seinen eigenen Schlafsack mit und zahlt einen reduzierten Preis. Die Ersparnis liegt bei etwa 1.000 bis 2.000 ISK (7 bis 13 EUR) pro Nacht. Einen guten Hüttenschlafsack bekommt man ab 25 EUR, der sich auf einer Island-Reise also schnell bezahlt macht.

Was Hostels auf Island kosten

Hier eine realistische Kostenübersicht für Hostel-Übernachtungen auf Island (Preise pro Person und Nacht, Stand Sommer 2026):

Mehrbettzimmer (Dorm) in Reykjavík: 5.500 bis 9.000 ISK (36 bis 60 EUR). Die Preisspanne hängt vom Hostel und der Zimmergröße ab. 4-Bett-Dorms sind teurer als 8-Bett-Dorms. Im Sommer (Juni bis August) liegen die Preise am oberen Ende, im Winter 20 bis 30 Prozent darunter.

Mehrbettzimmer (Dorm) auf dem Land: 5.000 bis 7.500 ISK (33 bis 50 EUR). Auf dem Land sind die Hostels tendenziell günstiger als in Reykjavík, aber die Auswahl ist kleiner. In der Hochsaison sind viele Hostels ausgebucht.

Privatzimmer im Hostel (Reykjavík): 14.000 bis 25.000 ISK (92 bis 165 EUR) für ein Doppelzimmer. Die Privatzimmer in Hostels sind deutlich günstiger als Hotelzimmer, bieten aber weniger Service (kein Zimmerservice, geteiltes Bad in vielen Fällen).

Privatzimmer im Hostel (Land): 12.000 bis 20.000 ISK (80 bis 132 EUR). Privatzimmer auf dem Land sind oft eine gute Alternative zu Gästehäusern, besonders wenn eine Küche vorhanden ist.

Gut ausgestattete Gemeinschaftsküche in einem isländischen Hostel
Die Gemeinschaftsküche: der wichtigste Raum im Hostel, wenn man auf Island Geld sparen will (KI-generiert)

Eine zweiwöchige Island-Reise mit 13 Hostel-Nächten im Dorm kostet also etwa 500 bis 700 EUR pro Person nur für die Übernachtung. Zum Vergleich: In Hotels wären es 1.500 bis 3.000 EUR. Die Ersparnis durch Hostels liegt bei einer Rundreise realistisch bei 1.000 bis 2.000 EUR pro Person, je nach Reisestil.

Ausstattung und was man erwarten kann

Isländische Hostels unterscheiden sich in einigen Punkten von dem, was man vielleicht aus Südostasien oder Südamerika kennt. Die Standards sind generell höher, die Preise allerdings auch.

Betten: Die meisten Dorms haben Etagenbetten mit Vorhang oder zumindest einer Leselampe und einer Steckdose pro Bett. Matratzen sind in der Regel gut, deutlich besser als in vielen Hostels in Südeuropa. In den neueren Hostels gibt es oft Kapsel-Betten mit mehr Privatsphäre.

Bäder: Geteilte Bäder sind Standard, mit separaten Kabinen für Duschen und WCs. In HI Hostels gibt es in der Regel eine Dusche pro sechs bis acht Betten. Heißes Wasser ist auf Island dank Geothermie kein Problem, man kann so lange duschen, wie man will. Allerdings riecht das Wasser leicht nach Schwefel, woran man sich schnell gewöhnt.

WLAN: Kostenlos und in der Regel zuverlässig. Auf dem Land kann die Geschwindigkeit schwanken, aber für Nachrichten und E-Mails reicht es überall. Für Videostreaming ist die Bandbreite in ländlichen Hostels manchmal zu gering.

Wäsche: Viele Hostels bieten Waschmaschinen gegen Gebühr an (500 bis 1.000 ISK / 3 bis 7 EUR pro Waschgang). Bei einer längeren Reise spart das Gepäckgewicht, weil man weniger Kleidung mitnehmen muss.

Gepäckaufbewahrung: Schließfächer sind in Reykjavíker Hostels vorhanden, auf dem Land seltener. In den meisten ländlichen Hostels kann man Wertsachen an der Rezeption abgeben. Island hat so gut wie keine Kriminalität, aber ein gesundes Maß an Vorsicht schadet nie.

Tipps für Hostel-Reisende

Reiseschlafsack und Packliste für Hostel-Übernachtungen auf Island
Ein Hüttenschlafsack spart pro Nacht 7 bis 13 EUR: bei zwei Wochen ein echter Unterschied (KI-generiert)

Früh buchen: Die Hostel-Kapazitäten auf Island sind begrenzt, besonders auf dem Land. Im Sommer sind beliebte Hostels wie das KEX oder das HI Hostel Vík oft Wochen im Voraus ausgebucht. Wer im Juni bis August reist, sollte spätestens drei Monate vorher buchen. Im Winter ist die Lage entspannter.

Schlafsack mitnehmen: Ein Hüttenschlafsack (Innenschlafsack aus Seide oder Baumwolle, ab 25 EUR) spart in jedem Hostel mit Schlafsack-Option Geld. Außerdem nützlich als Backup, falls die Bettwäsche nicht den eigenen Standards entspricht.

Selber kochen: Die Küche ist der wichtigste Raum im Hostel. Grundnahrungsmittel im Bonus-Supermarkt (der günstigste Supermarkt auf Island, erkennbar am rosa Schwein als Logo) kaufen. Nudeln, Reis, Dosenfisch, Skyr und Brot sind die Basis für günstige Mahlzeiten. Ein Tag Selbstverpflegung kostet etwa 2.000 bis 3.000 ISK (13 bis 20 EUR), ein Tag im Restaurant mindestens 8.000 ISK (53 EUR).

Ohrstöpsel und Schlafmaske: Pflicht im Dorm, besonders im isländischen Sommer, wenn es nachts nie dunkel wird. Die Mitternachtssonne ist draußen wunderbar, aber im Schlafzimmer ohne Verdunklung eine Herausforderung.

Flexible Route planen: Wenn ein Hostel ausgebucht ist, gibt es auf Island oft eine Alternative in 30 bis 60 Minuten Entfernung. Die App der HI Hostels (hostel.is) zeigt Verfügbarkeiten in Echtzeit an. Zur Not kann man auf einen Campervan ausweichen, der für flexible Reisende ohnehin eine Überlegung wert ist.

Häufige Fragen

Gibt es eine Altersbeschränkung in isländischen Hostels?

Nein, isländische Hostels haben keine Altersobergrenze. Das Publikum reicht von 18-jährigen Backpackern bis zu Rentnern. Familien mit Kindern sind in Privatzimmern willkommen, in Dorms gelten teilweise Mindestalter von 16 oder 18 Jahren. Die HI Hostels auf Island sind ausdrücklich für alle Altersgruppen gedacht.

Lohnt sich ein Hostel auch für Paare?

Ja, wenn man ein Privatzimmer im Hostel bucht. Ein Doppelzimmer im Hostel kostet 12.000 bis 22.000 ISK (80 bis 145 EUR) pro Nacht und ist damit 30 bis 50 Prozent günstiger als ein vergleichbares Hotelzimmer. Die Gemeinschaftsküche spart zusätzlich Geld beim Essen. Für Paare, die Wert auf Privatsphäre legen, aber sparen wollen, sind Hostel-Privatzimmer die beste Option.

Kann man Hostels auf Island ohne Voranmeldung besuchen?

Im Winter ja, da sind die meisten Hostels nicht ausgebucht. Im Sommer (Juni bis August) ist eine Buchung im Voraus fast immer nötig, besonders auf dem Land und an den beliebten Stationen der Ringstraße. In Reykjavík findet man auch spontan fast immer noch ein Bett, aber die Preise steigen kurzfristig. Am besten mindestens zwei bis drei Wochen vorher buchen.

Wie viel Geld spart man insgesamt mit Hostels gegenüber Hotels?

Bei einer zweiwöchigen Rundreise (13 Nächte) spart man mit Dorm-Betten und Selbstverpflegung in der Hostelküche etwa 1.500 bis 2.500 EUR pro Person gegenüber Hotels mit Restaurant-Besuchen. Mit Hostel-Privatzimmern und teilweiser Selbstverpflegung liegt die Ersparnis bei 800 bis 1.500 EUR. Die Hostel-Route macht Island also für ein deutlich breiteres Budget zugänglich.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026