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Campervan in Island
Freiheit auf der Ringstraße erleben

Campervan in Island

17 Min. Lesezeit

Morgens aufwachen, die Tür des Campervans öffnen und direkt auf einen Gletscher blicken. Abends an einem einsamen Wasserfall parken und beim Einschlafen das Rauschen hören. Wer mit dem Campervan durch Island fährt, erlebt die Insel auf eine Weise, die kein Hotel und keine geführte Tour bieten kann.

Die Ringstraße (Hringvegur, Straße Nr. 1) führt auf etwa 1.320 Kilometern einmal rund um die gesamte Insel, und entlang dieser Route reihen sich Gletscher, Vulkane, Geysire, Wasserfälle und heiße Quellen wie Perlen an einer Schnur. Ein Campervan gibt dir die Freiheit, dort anzuhalten, wo es dich hinzieht, so lange zu bleiben, wie du willst, und am nächsten Morgen weiterzufahren, ohne Koffer packen und auschecken zu müssen.

Warum ein Campervan in Island die richtige Wahl ist

Island ist wie geschaffen für Campervan-Reisen. Die Entfernungen zwischen den Highlights sind überschaubar, die Campingplätze gut verteilt und das Land so dünn besiedelt, dass man abseits der Hochsaison oft der einzige Gast auf einem Platz ist. Dazu kommt der finanzielle Aspekt: Hotels und Gästehäuser in Island sind teuer, besonders im Sommer. Ein Campervan kombiniert Unterkunft und Transport in einem und kann die Gesamtkosten einer Islandreise deutlich senken.

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Campervan auf der isländischen Ringstraße mit Bergen und grüner Landschaft
Die Ringstraße führt durch die vielfältigsten Landschaften Islands (KI-generiert)

Der größte Vorteil ist jedoch die Flexibilität. Wenn der Himmel über Vík plötzlich aufreißt und die Sonne die schwarzen Strände in goldenes Licht taucht, kannst du spontan bleiben, statt wie geplant weiterzufahren. Wenn ein Campingplatz voll ist, fährst du einfach zum nächsten. Wenn du morgens um vier aufwachst, weil die Sonne scheint (was im isländischen Sommer passiert), kannst du losfahren und hast die Straße und die Sehenswürdigkeiten für dich allein.

Island hat in den letzten Jahren die Infrastruktur für Campervans deutlich ausgebaut. Es gibt mittlerweile über 170 Campingplätze im ganzen Land, die meisten mit Strom, Wasser und Entsorgungsstationen für Grauwasser und Toiletten. Die Camping Card, die man vorab kaufen kann, ermöglicht 28 Nächte auf teilnehmenden Campingplätzen zu einem Festpreis, was die Planung erheblich vereinfacht.

Campervan mieten: Anbieter und Kosten

In Island gibt es Dutzende von Campervan-Vermietern, von großen internationalen Unternehmen bis hin zu kleinen lokalen Anbietern. Die Auswahl reicht vom einfachen umgebauten Kastenwagen mit Matratze und Gaskocher bis zum voll ausgestatteten Wohnmobil mit Dusche, Toilette und Heizung.

Die Preisspanne ist entsprechend groß. Ein kleiner Campervan (2 Personen, ohne eigene Toilette) kostet in der Hochsaison (Juni bis August) zwischen 15.000 und 25.000 ISK (100 bis 165 EUR) pro Tag. Ein größerer, besser ausgestatteter Camper für 3 bis 4 Personen mit Heizung und Kochausstattung liegt bei 25.000 bis 45.000 ISK (165 bis 300 EUR) pro Tag. In der Nebensaison (September bis Mai) sind die Preise deutlich niedriger, oft um 30 bis 50 Prozent.

Zu den bekanntesten Anbietern gehören Kuku Campers, Happy Campers, Go Campers und Campervan Iceland. Alle bieten Abholung und Rückgabe am Flughafen Keflavík oder in Reykjavík an. Bei der Buchung solltest du auf folgende Punkte achten:

Versicherung: Die Basismiete enthält in der Regel eine CDW-Versicherung (Collision Damage Waiver), die aber eine hohe Selbstbeteiligung haben kann (oft 300.000 bis 500.000 ISK / 2.000 bis 3.300 EUR). Gegen Aufpreis kannst du die Selbstbeteiligung reduzieren oder eine Vollkasko ohne Selbstbeteiligung buchen. Besonders wichtig in Island: die Sand- und Ascheversicherung (SAAP), die Schäden durch Sandstürme abdeckt, die im Süden und an der Küste häufig vorkommen und Lack und Windschutzscheibe ruinieren können.

Ausstattung: Prüfe, ob Bettwäsche, Kochgeschirr, Campingstühle und Tisch im Mietpreis enthalten sind oder extra gebucht werden müssen. Manche Anbieter berechnen für Extras wie Campingtisch, zusätzliche Gaskartusche oder Wifi-Hotspot Aufpreise, die sich summieren können.

Allrad vs. Zweirad: Für die Ringstraße reicht ein Zweiradantrieb-Campervan völlig aus. Hochlandstraßen (F-Straßen) dürfen nur mit Allradfahrzeugen befahren werden, und viele Vermieter verbieten die Nutzung von F-Straßen in ihren Mietbedingungen generell. Wenn du ins Hochland willst (Landmannalaugar, Askja, Sprengisandur), brauchst du einen Allrad-Camper, der für Furten zugelassen ist.

Die Ringstraße: Route und Etappen

Die Ringstraße lässt sich in beide Richtungen befahren. Die meisten Reisenden fahren gegen den Uhrzeigersinn, also von Reykjavík aus zunächst nach Süden. Das hat den Vorteil, dass man die wilde Südküste gleich zu Beginn erlebt, wenn die Begeisterung am größten ist. Für die gesamte Ringstraße sollte man mindestens 8 bis 10 Tage einplanen, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ohne Hetze genießen zu können. 14 Tage sind ideal.

Tage 1 bis 3: Südküste. Von Reykjavík aus geht es entlang der Südküste zu einigen der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands. Der Seljalandsfoss, hinter dem man hindurchgehen kann, und der mächtige Skógafoss liegen direkt an der Ringstraße. Weiter geht es zum schwarzen Strand Reynisfjara bei Vík, zur Gletscherlagune Jökulsárlón, wo Eisberge im See treiben, und zum benachbarten Diamond Beach, wo Eisstücke am schwarzen Sandstrand liegen und im Sonnenlicht funkeln.

Campervan auf einem isländischen Campingplatz mit Bergpanorama im Hintergrund
Isländische Campingplätze bieten oft wilde Ausblicke auf Berge und Gletscher (KI-generiert)

Tage 4 bis 5: Ostfjorde. Die Ostfjorde sind der am wenigsten besuchte Teil der Ringstraße, und gerade das macht ihren Reiz aus. Schmale Straßen schlängeln sich durch tiefe Fjorde, vorbei an verlassenen Fischerdörfern und einsamen Buchten. Seydisfjörður, ein buntes Hafenstädtchen am Ende eines langen Fjords, ist ein lohnender Abstecher. Die Fahrt durch die Ostfjorde dauert länger als die Kilometerzahl vermuten lässt, da die Straße kurvenreich ist.

Tage 6 bis 8: Nordisland. Im Norden wartet das Mývatn-Gebiet mit seinen Vulkankratern, Lavaformationen (Dimmuborgir), dampfenden Schlammtöpfen (Hverir) und den Mývatn Nature Baths. Ein Abstecher zum Dettifoss, dem mächtigsten Wasserfall Europas, lohnt sich unbedingt. In Húsavík kann man Wale beobachten, und die Stadt Akureyri, die „Hauptstadt des Nordens", bietet Supermärkte und kulturelle Angebote zum Auftanken.

Tage 9 bis 10: Westisland und Rückkehr. Über den Hvalfjörður (Walfjord) oder den Tunnel unter dem Fjord geht es zurück nach Reykjavík. Wer Zeit hat, sollte einen Abstecher auf die Halbinsel Snæfellsnes machen, die oft als „Island im Miniaturformat" bezeichnet wird: Gletscher, Vulkane, schwarze Strände und Lavafelder Fischerdörfer auf engstem Raum.

Campingplätze in Island

Island verfügt über ein dichtes Netz an Campingplätzen, die sich in Qualität und Ausstattung deutlich unterscheiden. Die meisten sind von Mitte Mai oder Anfang Juni bis Mitte September geöffnet. In der Hochsaison ist auf den beliebtesten Plätzen (Vík, Skógar, Mývatn, Skaftafell) eine frühe Ankunft ratsam, da sie sich am späten Nachmittag füllen können. Reservierungen sind auf den meisten Campingplätzen nicht möglich, es gilt das Prinzip: wer zuerst kommt, bekommt einen Platz.

Die Preise liegen bei 1.500 bis 2.500 ISK (10 bis 17 EUR) pro Person und Nacht. Strom für den Campervan (zum Laden von Geräten und Betreiben der Heizung) kostet oft 500 bis 1.000 ISK (3,50 bis 7 EUR) extra. Die Camping Card ist eine lohnende Investition: Für 24.900 ISK (165 EUR) bekommt man 28 Nächte auf über 40 teilnehmenden Campingplätzen im ganzen Land. Für Paare und Familien rechnet sich die Karte bereits nach wenigen Nächten.

Die Ausstattung variiert stark. Grundlegende Plätze bieten Toiletten und manchmal kaltes Wasser. Gut ausgestattete Plätze haben heiße Duschen (oft gegen Münzeinwurf von 200 bis 500 ISK), Waschmaschinen, Kochhütten mit Gas- oder Elektroherd und Entsorgungsstationen für Grauwasser und Chemietoiletten. Einige der besten Campingplätze sind in Skaftafell (direkt am Vatnajökull), in Þórsmörk (nur mit Allrad erreichbar) und in Grindavík auf der Halbinsel Reykjanes.

Kochen und Selbstversorgung im Camper

Selbst kochen ist der effektivste Weg, die hohen Lebensmittelkosten in Island zu kontrollieren. Die meisten Campervans sind mit einem Gaskocher (oft ein zweiflammiger Campingkocher) und grundlegendem Kochgeschirr ausgestattet. Damit lassen sich einfache, aber sättigende Mahlzeiten zubereiten: Pasta, Reis und Suppen mit Brot und Eiern.

Kochen am Campervan in der isländischen Natur mit Blick auf Berge
Kochen mit Aussicht gehört zu den Freuden einer Campervan-Reise in Island (KI-generiert)

Die günstigsten Supermärkte sind Bónus (gelbes Schwein als Logo), Krónan und Nettó. In Reykjavík und den größeren Orten entlang der Ringstraße findest du mindestens einen dieser Märkte. In kleineren Dörfern gibt es oft nur einen 10-11-Shop, der zwar gut sortiert, aber deutlich teurer ist. Es empfiehlt sich, in den größeren Orten für mehrere Tage auf Vorrat einzukaufen.

Ein paar Ideen für camperfreundliche Mahlzeiten: Zum Frühstück Haferflocken mit Skyr und Blaubeeren (günstig und sättigend). Mittags belegte Brote mit isländischem Harðfiskur (Trockenfisch) und Butter. Abends Pasta mit Tomatensoße oder Lammkoteletts vom Grill. In den Kochhütten auf den Campingplätzen kann man bei schlechtem Wetter drinnen kochen und lernt dabei oft andere Reisende kennen.

Wasser: Islands Leitungswasser ist sehr gut und kann überall bedenkenlos getrunken werden. Fülle deine Wasserflaschen an den Campingplätzen, Tankstellen oder öffentlichen Wasserhähnen auf. Flaschenwasser zu kaufen wäre reine Geldverschwendung. Aus Bächen und Flüssen sollte man allerdings nur trinken, wenn man sicher ist, dass keine Weidetiere weiter oben im Einzugsgebiet stehen.

Regeln und Gesetze für Campervans

Das Wichtigste zuerst: Wildes Campen ist in Island seit 2015 verboten und wird mit Bußgeldern geahndet. Man darf nur auf offiziellen Campingplätzen oder auf privatem Land mit ausdrücklicher Genehmigung des Eigentümers übernachten. Dieses Gesetz wurde eingeführt, nachdem die zunehmende Zahl von Campern, die überall in der Natur parkten, zu Umweltschäden und Konflikten mit Landbesitzern geführt hatte.

Campervan auf einem Parkplatz mit Blick auf einen isländischen Wasserfall und grüne Landschaft
Island bietet unzählige Stellplätze mit Ausblicken, die man nie vergisst (KI-generiert)

Es gibt eine Ausnahme: Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist (also kein motorisiertes Fahrzeug hat), darf außerhalb bewohnter Gebiete eine Nacht auf nicht eingezäuntem Land zelten, sofern es keinen Campingplatz in der Nähe gibt und man das Land nicht beschädigt. Diese Regelung gilt ausdrücklich nicht für Campervans und Wohnmobile.

Toiletten und Umweltschutz: Wenn dein Campervan über eine eigene Chemietoilette verfügt, musst du diese an den Entsorgungsstationen (Dump Stations) auf den Campingplätzen leeren. Das Entsorgen von Abwasser in der Natur ist verboten und wird bestraft. Grauwasser (Spül- und Waschwasser) darf ebenfalls nur an den dafür vorgesehenen Stellen abgelassen werden.

Offroad-Fahren: Das Fahren abseits befestigter Straßen und Pisten ist in Island streng verboten. Die isländische Vegetation, insbesondere die Mooslandschaften, braucht Jahrzehnte bis Jahrhunderte, um sich von Reifenspuren zu erholen. Verstöße werden mit hohen Geldbußen geahndet (bis zu 500.000 ISK / 3.300 EUR). Bleibe immer auf den markierten Straßen und Pisten.

Geschwindigkeit: Auf der Ringstraße gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h auf asphaltierten Strecken und 80 km/h auf Schotterabschnitten. In Ortschaften liegt das Tempolimit bei 50 km/h, manchmal auch 30 km/h. Blitzer und Polizeikontrollen sind häufig, und die Bußgelder in Island sind empfindlich hoch (ab 30.000 ISK / 200 EUR aufwärts).

Wetter, Fahrbedingungen und Sicherheit

Das Wetter in Island ist berüchtigt für seine Unberechenbarkeit. Selbst im Hochsommer können innerhalb weniger Stunden Sonne und Wind aufeinanderfolgen. Für Campervan-Reisende bedeutet das: Plane flexibel, hab immer warme Kleidung griffbereit und lass dich von einem Regentag nicht entmutigen, denn der nächste Sonnenstrahl kommt bestimmt.

Wind ist die größte Herausforderung für Campervan-Fahrer in Island. Sturmböen von 80 bis 100 km/h sind keine Seltenheit, und bei einem hohen Fahrzeug mit viel Seitenfläche wie einem Campervan kann das gefährlich werden. Bei Starkwind sollte man die Geschwindigkeit deutlich reduzieren, das Lenkrad fest halten und besonders beim Überholen von LKW und beim Passieren von Brücken aufpassen. In extremen Fällen ist es besser, auf einem Campingplatz oder Parkplatz abzuwarten, bis der Wind nachlässt.

Die Website vedur.is (das isländische Wetteramt) ist deine wichtigste Informationsquelle für aktuelle Wetterbedingungen und Warnungen. Die Seite road.is (Vegagerðin) zeigt den aktuellen Zustand aller Straßen in Island an, einschließlich gesperrter Abschnitte und Straßenarbeiten. Beide Seiten solltest du morgens vor der Abfahrt prüfen.

Einspurbrücken: Auf der Ringstraße gibt es zahlreiche einspurige Brücken (Einbreið brú). Wer zuerst an der Brücke ankommt, hat Vorfahrt. Wenn du ein entgegenkommendes Fahrzeug siehst, halte vor der Brücke an und lass es passieren. Das ist kein Zeichen von Langsamkeit, sondern von isländischer Verkehrsetikette.

Schotterstrecken: Einige Abschnitte der Ringstraße und viele Nebenstraßen sind noch nicht asphaltiert. Auf Schotter sollte man die Geschwindigkeit auf 60 bis 70 km/h reduzieren, insbesondere an Übergängen von Asphalt zu Schotter (Malbik endar), wo der plötzliche Wechsel des Untergrunds den Camper ins Rutschen bringen kann. Loser Schotter kann wie Gegenverkehrsgeschosse wirken und die Windschutzscheibe beschädigen, daher immer Abstand zum Vordermann halten.

Nordlichter vom Campervan aus

Wer in der Nebensaison (September bis März) mit dem Campervan durch Island fährt, hat die Chance auf eines der stärksten Naturschauspiele der Welt: die Nordlichter (Aurora Borealis). Und ein Campervan ist die perfekte Basis dafür, denn du kannst dorthin fahren, wo der Himmel am klarsten ist, fern von Lichtverschmutzung, und die ganze Nacht lang auf die Aurora warten.

Nordlichter über einem geparkten Campervan in Islands nächtlicher Landschaft
Nordlichter vom eigenen Campervan aus zu beobachten ist ein bleibendes Erlebnis (KI-generiert)

Die besten Bedingungen für Nordlichter sind klarer Himmel und Dunkelheit, was bedeutet, dass die Monate September und März die besten Chancen bieten. Im November bis Januar ist es zwar dunkel genug, aber das Wetter ist oft bewölkt und die Straßenverhältnisse schwieriger. Die Aurora-Vorhersage auf vedur.is zeigt dir, wo in Island die besten Chancen für die kommenden Stunden bestehen.

Eine Campervan-Reise in der Nebensaison erfordert allerdings mehr Vorbereitung. Du brauchst einen Camper mit zuverlässiger Standheizung, denn die Nächte werden bitterkalt (bis minus 10 Grad und darunter). Einige Abschnitte der Ringstraße können bei Schnee und Eis unpassierbar sein, und manche Campingplätze sind geschlossen. Es gibt jedoch auch im Winter einige Plätze, die ganzjährig geöffnet sind, und Tankstellen, die Übernachtungsmöglichkeiten auf ihren Parkplätzen anbieten.

Ein Tipp für die Nordlichtjagd: Stell dir einen Wecker auf Mitternacht und check vor dem Einschlafen die Aurora-Vorhersage. Wenn die Bedingungen gut sind, brauchst du nur die Campervantür zu öffnen und hinauszuschauen. Kein Anziehen, kein Autofahren, kein Warten in der Kälte, nur du und der tanzende Himmel über dir.

Häufige Fragen zum Campervan in Island

Wie viele Tage brauche ich für die Ringstraße im Campervan?

Mindestens 8 bis 10 Tage, um die Hauptsehenswürdigkeiten zu sehen, ohne zu hetzen. Ideal sind 14 Tage, dann hast du Zeit für Abstecher (Snæfellsnes, Westfjorde), spontane Stopps und Ruhetage. Weniger als 7 Tage sind möglich, aber dann wird die Fahrt zum Stressfaktor statt zum Genuss.

Darf man im Campervan am Straßenrand übernachten?

Nein, wildes Campen ist in Island verboten. Du darfst nur auf offiziellen Campingplätzen oder auf privatem Land mit ausdrücklicher Erlaubnis des Eigentümers übernachten. Rastplätze und Parkplätze an Sehenswürdigkeiten sind keine Campingplätze und dürfen nicht zum Übernachten genutzt werden.

Was kostet eine Campervan-Reise in Island insgesamt?

Für 10 Tage im Sommer mit einem mittelgroßen Campervan (2 Personen) rechne mit etwa 200.000 bis 350.000 ISK (1.300 bis 2.300 EUR) für die Miete, 30.000 bis 50.000 ISK (200 bis 330 EUR) für Benzin, 15.000 bis 25.000 ISK (100 bis 165 EUR) für Campingplätze (oder eine Camping Card für 24.900 ISK) und 40.000 bis 60.000 ISK (265 bis 400 EUR) für Lebensmittel. Dazu kommen Flüge und Aktivitäten.

Brauche ich einen besonderen Führerschein?

Ein normaler PKW-Führerschein (Klasse B) reicht für alle gängigen Campervans in Island. Nur für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht bräuchtest du einen LKW-Führerschein. Die meisten Miet-Campervans liegen deutlich unter dieser Grenze. Ein internationaler Führerschein wird in Island nicht verlangt, kann aber im Schadensfall hilfreich sein.

Kann man im Winter mit dem Campervan durch Island fahren?

Ja, aber es erfordert mehr Erfahrung und Vorbereitung. Du brauchst einen Camper mit Standheizung und Allradantrieb. Die Tage sind sehr kurz (4 bis 6 Stunden Tageslicht), manche Straßen können gesperrt sein, und die Campingplatzauswahl ist eingeschränkt. Dafür wirst du mit menschenleeren Landschaften, heißen Quellen im Schnee und der Chance auf Nordlichter belohnt.

Eine Campervan-Reise durch Island ist eine der intensivsten Reiseerfahrungen, die Europa zu bieten hat. Kein anderes Land auf diesem Kontinent lässt sich so unmittelbar erleben wie Island, wenn man morgens die Tür öffnet und direkt in eine Landschaft blickt, die aussieht, als wäre die Erde gerade erst erschaffen worden. Die Freiheit, den eigenen Rhythmus zu bestimmen, dort zu halten, wo es einen hinzieht, und abends unter dem weiten isländischen Himmel einzuschlafen, macht aus einer Reise ein Erlebnis, das weit über einen normalen Urlaub hinausgeht.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026