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Norwegen Rundreise: 2 Wochen mit dem Auto
Die Route, die alles abdeckt, was Norwegen ausmacht

Norwegen Rundreise: 2 Wochen mit dem Auto

16 Min. Lesezeit

Zwei Wochen Norwegen mit dem Auto. Das ist genug Zeit, um die wichtigsten Highlights zu sehen, ohne durchzuhetzen. Die Route, die ich hier vorstelle, führt von Oslo durch das Gebirge an die Fjorde, weiter nach Bergen und zurück. Rund 2.200 Kilometer, aufgeteilt in angenehme Tagesetappen.

Ich habe die Route selbst gefahren und sie so optimiert, dass die Fahrzeiten pro Tag selten über 4 Stunden liegen. Genug Zeit für Stopps, Wanderungen und spontane Abstecher.

Warum 2 Wochen?

Norwegen ist lang. Sehr lang. Von Oslo bis zum Nordkap sind es 1.800 Kilometer, nur in eine Richtung. Wer alles sehen will, braucht Monate. Zwei Wochen sind ein guter Kompromiss: genug für die Fjordregion, das Gebirge und die Küstenstädte, ohne jeden Tag nur im Auto zu sitzen.

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Eine Woche ist zu kurz für eine Rundreise. Man verbringt dann die Hälfte der Zeit auf der Straße und sieht Norwegen nur durch die Windschutzscheibe. Drei Wochen wären noch besser, denn dann könnte man die Lofoten oder Nordnorwegen einbauen. Aber zwei Wochen reichen für Südnorwegen und die Fjorde.

Karte mit Routenverlauf einer Norwegen-Rundreise durch Südnorwegen
Die Route führt von Oslo durch das Gebirge an die Fjorde und zurück (KI-generiert)

Die Route im Überblick

Eckdaten der Rundreise

  • Start und Ziel: Oslo
  • Gesamtstrecke: ca. 2.200 km
  • Dauer: 14 Tage
  • Beste Reisezeit: Mitte Juni bis Mitte September
  • Fahrzeug: normaler PKW reicht, kein Allrad nötig
  • Fähren: 2 bis 3 Fährüberfahrten einplanen
  • Mautstationen: ca. 15 bis 20 auf der Route

Die Route verläuft im Uhrzeigersinn: Oslo, Lillehammer, Geiranger, Ålesund, Sognefjord, Bergen, Hardangerfjord und über die Telemark zurück nach Oslo. So fährst du die schönsten Strecken bei Tageslicht und hast die Sonne im Rücken.

Tag 1 bis 3: Oslo und der Osten

Tag 1: Ankunft in Oslo

Ankunft in Oslo. Wenn du mit der Fähre aus Kiel oder Kopenhagen kommst, bist du morgens in Norwegen. Auto mieten oder eigenes Auto von der Fähre fahren, dann ab in die Stadt. Oslo braucht mindestens einen vollen Tag.

Was lohnt sich? Die Oper mit dem begehbaren Dach (kostenlos) und das Munch-Museum. Der Vigeland-Park mit seinen 200 Skulpturen ist frei zugänglich. Abends das Viertel Aker Brygge am Hafen erkunden. Abends gut essen im Mathallen Food Court, da bekommt man ordentliche Portionen zu einigermaßen vertretbaren Preisen.

Tag 2: Oslo nach Lillehammer (180 km)

Gemütliche Fahrt über die E6 nach Norden. Unterwegs lohnt sich ein Stopp am Mjøsa, dem größten See Norwegens. In Hamar steht das Wikingerschiffsmuseum (Hedmarksmuseet) mit einer Glasüberdachung über den Ruinen einer mittelalterlichen Kathedrale.

Lillehammer selbst kennt man von den Olympischen Winterspielen 1994. Die Ski-Sprungschanze ist begehbar, und das Freilichtmuseum Maihaugen zeigt 200 historische Gebäude. Abends durch die Fußgängerzone Storgata schlendern, in der es einige gute Restaurants gibt.

Tag 3: Lillehammer nach Lom (220 km)

Heute geht es ins Gebirge. Die Strecke führt durch das Gudbrandsdal, eines der längsten Täler Norwegens. In Lom steht eine der schönsten Stabkirchen des Landes aus dem 12. Jahrhundert. Wer Brot mag: Die Bäckerei Bakeriet i Lom ist bekannt für ihr Sauerteigbrot, das es regelmäßig unter die besten Bäckereien Skandinaviens schafft.

Von Lom aus hat man Zugang zum Jotunheimen-Nationalpark, dem „Heim der Riesen". Wer einen zusätzlichen Tag einplanen kann, sollte die Besseggen-Gratweg-Wanderung machen. Etwa 6 Stunden, mittelschwer, mit dem Blick auf zwei Bergseen in verschiedenen Blautönen. Eine der besten Wanderungen in ganz Skandinavien.

Kurvige Straße entlang eines norwegischen Fjords mit steilen Bergen
Die Straßen entlang der Fjorde gehören zu den schönsten in Europa (KI-generiert)

Tag 4 bis 6: Über die Berge an die Fjorde

Tag 4: Lom nach Geiranger (120 km)

Eine kurze Strecke, aber sie hat es in sich. Du fährst über den Sognefjellsvegen, die höchste Passstraße Nordeuropas (1.434 m). Oben liegt selbst im Juli oft noch Schnee neben der Straße. Die Landschaft ist karg und weit, wie eine andere Welt.

Dann runter zum Geirangerfjord, einem der bekanntesten Fjorde Norwegens und UNESCO-Welterbe. Die Serpentinen der Ørnesvingen (Adlerstraße) bieten einen gewaltigen Blick auf den Fjord, 600 Meter tiefer. Geiranger selbst ist ein kleines Dorf, das im Sommer von Kreuzfahrtschiffen überrollt wird. Trotzdem lohnt sich der Halt, besonders am Morgen oder Abend, wenn die Schiffe weg sind.

Tag 5: Geiranger nach Ålesund (110 km + Fähre)

Morgens eine Fjordtour auf dem Geirangerfjord buchen (ca. 1 Stunde, ab 300 NOK). Die Wasserfälle „Die sieben Schwestern" und „Der Freier" sieht man nur vom Wasser aus richtig. Dann über die Trollstigen nach Ålesund. Die Trollstigen ist eine der berühmtesten Bergstraßen der Welt: 11 Haarnadelkurven, 850 Höhenmeter, ein Wasserfall direkt neben der Straße. Oben gibt es einen Aussichtspunkt mit Café.

Ålesund wurde nach einem Brand 1904 komplett im Jugendstil wiederaufgebaut. Die Stadt sieht aus wie ein Freilichtmuseum für Architektur. Abends auf den Hausberg Aksla steigen (418 Stufen) und den Sonnenuntergang über den Inseln anschauen. Einer der schönsten Stadtblicke, die ich in Norwegen erlebt habe.

Tag 6: Ålesund, Ruhetag

Nach den vielen Fahrstunden lohnt sich ein Pausentag in Ålesund. Das Jugendstilzentrum besuchen, frischen Fisch auf dem Fischmarkt essen, oder einen Ausflug zur Vogelinsel Runde machen (45 Minuten mit dem Auto + Fähre). Auf Runde brüten von Mai bis August Tausende Papageientaucher. Der Anblick lohnt den Umweg.

Tag 7 bis 9: Die Fjordregion

Tag 7: Ålesund nach Sogndal (280 km + Fähren)

Eine lange Fahrt durch die Fjordlandschaft mit zwei Fährüberfahrten. Die Strecke führt am Nordfjord vorbei, wo man einen Abstecher zum Briksdalsbreen-Gletscher machen kann (ca. 45 Minuten Wanderung vom Parkplatz). Der Gletscher hat sich in den letzten Jahren stark zurückgezogen, ist aber immer noch lohnend.

In Sogndal übernachten. Von hier aus lassen sich am nächsten Tag die Highlights am Sognefjord erkunden, dem längsten und tiefsten Fjord Norwegens (204 km lang, bis zu 1.308 m tief).

Kleines norwegisches Fischerdorf am Fjord mit bunten Holzhäusern
Kleine Fischerdörfer am Fjord sind typisch für Westnorwegen (KI-generiert)

Tag 8: Sognefjord und Flåm

Tagesausflug nach Flåm. Die Flåmsbahn ist eine der steilsten Eisenbahnstrecken der Welt und fährt durch 20 Kilometer Berglandschaft mit Wasserfällen und engen Tälern. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde pro Richtung. Hin und zurück kostet 620 NOK, und ja, das ist viel Geld. Aber es ist ein Erlebnis, das man so nirgendwo anders bekommt.

Alternativ oder zusätzlich: Eine Fjordtour auf dem Nærøyfjord, dem engsten Arm des Sognefjords (250 m breit). Der Nærøyfjord ist UNESCO-Welterbe und die Wände steigen fast senkrecht aus dem Wasser.

Tag 9: Sogndal nach Voss (170 km)

Über die Landschaftsroute Aurlandsfjellet nach Voss. Die Strecke geht über ein Hochplateau mit weiten Ausblicken. In Voss kann man Rafting, Kajak oder Fallschirmspringen machen. Oder einfach durchatmen und sich auf Bergen am nächsten Tag vorbereiten.

Tag 10 bis 12: Bergen und die Westküste

Tag 10: Voss nach Bergen (100 km)

Kurze Fahrt nach Bergen, der zweitgrößten Stadt Norwegens. Bergen hat im Schnitt 240 Regentage pro Jahr, also Regenjacke einpacken. Falls die Sonne scheint, sofort auf den Fløyen mit der Standseilbahn (100 NOK retour). Der Blick über die Stadt, den Hafen und die umliegenden sieben Berge ist großartig.

Bryggen, das alte Hanseviertel mit seinen schiefen Holzhäusern, ist UNESCO-Welterbe und das Wahrzeichen der Stadt. Dahinter liegen verwinkelte Gassen mit kleinen Läden und Werkstätten. Am Fischmarkt frische Garnelen kaufen, die kommen direkt vom Boot und sind überraschend erschwinglich (um die 100 NOK für eine ordentliche Portion).

Tag 11: Bergen, freier Tag

Bergen verdient zwei Tage. Am zweiten Tag das KODE-Kunstmuseum besuchen (Edvard Griegs Villa liegt nebenan), durch das Viertel Nordnes spazieren oder eine Fjordtour nach Mostraumen machen. Wer Regen erwischt, hat mit dem Bergener Aquarium oder dem Hanseatischen Museum genug Indoor-Optionen.

Auto auf einem norwegischen Bergpass mit Schneeresten und weiter Sicht
Bergpässe wie der Sognefjellsvegen gehören zu den Höhepunkten der Route (KI-generiert)

Tag 12: Bergen nach Odda/Hardangerfjord (150 km)

Fahrt entlang des Hardangerfjords, dem „Obstgarten Norwegens". Im Mai und Juni blühen hier Kirschen und Äpfel. In Odda übernachten und am nächsten Morgen früh los zur Trolltunga, wenn du die Wanderung machen willst.

Die Trolltunga-Wanderung ist anspruchsvoll: 28 Kilometer Hin- und Rückweg, 800 Höhenmeter, 10 bis 12 Stunden. Nicht für Anfänger. Aber der Felsvorsprung über dem Ringedalsvatnet gehört zu den meistfotografierten Orten Norwegens. Wer es kürzer mag, kann stattdessen den Buarbreen-Gletscher bei Odda besuchen (2 Stunden Wanderung).

Tag 13 bis 14: Zurück nach Oslo

Tag 13: Odda nach Rjukan (280 km)

Fahrt durch die Telemark. Die Landschaft wird sanfter, Wälder und Seen bestimmen das Bild. In Rjukan kann man das Norsk Industriarbeidermuseum besuchen, das die Geschichte der Schwerwasserproduktion im Zweiten Weltkrieg erzählt. Die Hängebrücke über den Rjukanfossen ist nichts für Menschen mit Höhenangst.

Tag 14: Rjukan nach Oslo (190 km)

Letzte Etappe zurück nach Oslo. Unterwegs kann man in Kongsberg stoppen, einer alten Silberbergwerksstadt. Die Silbermine (Sølvverket) bietet Führungen unter Tage an. In Oslo angekommen, je nach Abfahrtszeit noch einen letzten Spaziergang durch Grünerlokka oder die Karl Johans gate machen, bevor es auf die Fähre oder zum Flughafen geht.

Was die Rundreise kostet

Eine realistische Kostenaufstellung für zwei Personen, 14 Tage, mit eigenem Auto (oder Mietwagen). Alle Beträge in Euro.

Budget-Variante (Camping/Hütten, Selbstversorgung)

  • Unterkünfte: 600 bis 900 EUR
  • Essen: 400 bis 600 EUR
  • Benzin: 350 bis 500 EUR
  • Maut + Fähren: 100 bis 200 EUR
  • Aktivitäten: 100 bis 300 EUR
  • Gesamt: ca. 1.550 bis 2.500 EUR

Komfort-Variante (Hotels, Restaurants)

  • Unterkünfte: 1.500 bis 2.500 EUR
  • Essen: 800 bis 1.400 EUR
  • Benzin: 350 bis 500 EUR
  • Maut + Fähren: 100 bis 200 EUR
  • Aktivitäten: 300 bis 600 EUR
  • Gesamt: ca. 3.050 bis 5.200 EUR

Dazu kommt die Anreise. Fähre Kiel-Oslo ab ca. 400 EUR retour (Auto + Kabine). Flug nach Oslo ab ca. 150 EUR retour, plus Mietwagen ab ca. 800 EUR für 2 Wochen.

Unterkünfte auf der Route

An der Route gibt es verschiedene Optionen. Hier meine Empfehlungen nach Typ:

Campingplätze: Es gibt entlang der gesamten Route gut ausgestattete Campingplätze mit Hütten (Hytter). Die Hütten kosten 500 bis 900 NOK pro Nacht und haben meistens Kochmöglichkeit, Betten und fließend Wasser. Dusche und WC sind oft im Hauptgebäude. Für zwei Personen eine gute Option.

Hotels: In den Städten (Oslo, Bergen, Ålesund) gibt es eine große Auswahl. Skandic und Thon sind die großen Ketten, die regelmäßig Angebote haben. In kleineren Orten sind Pensionen und B&Bs oft die charmantere Wahl. Frühstück ist in norwegischen Hotels fast immer inklusive und üppig.

Ferienhäuser: Auf Plattformen wie Airbnb, NOVASOL und Booking.com findet man Ferienhäuser an Fjorden und an der Küste. Für Familien und Gruppen oft die wirtschaftlichste Option.

Praktische Tipps für die Planung

Bergstraßen prüfen. Trollstigen und Sognefjellsvegen öffnen je nach Schneelage zwischen Mitte Mai und Anfang Juni. Vor der Reise auf vegvesen.no den aktuellen Status checken.

Fähren: nicht reservieren. Die meisten Fähren auf der Route sind Autofähren ohne Reservierung. Man fährt zur Anlegestelle und wartet auf die nächste Fähre. Die fahren alle 20 bis 60 Minuten. Nur auf der Strecke Geiranger-Hellesylt sollte man in der Hochsaison früh da sein.

Tanken. In abgelegenen Gebieten liegen die Tankstellen manchmal 80 bis 100 Kilometer auseinander. Nicht mit leerem Tank in die Berge fahren. Viele Tankstellen sind unbemannt (Automat) und akzeptieren nur Kreditkarten.

Unterkünfte vorbuchen. In der Hochsaison (Mitte Juni bis Mitte August) sind gute Unterkünfte in populären Orten wie Geiranger, Flåm und Lofoten schnell ausgebucht. Hotels und Hütten mindestens 2 bis 3 Monate vorher buchen. Campingplätze sind flexibler.

Geschwindigkeit. Die Tempolimits in Norwegen sind niedrig: 80 km/h auf Landstraßen, 90 bis 110 km/h auf wenigen Autobahnen, 30 bis 50 km/h in Ortschaften. Blitzer sind häufig, und die Bußgelder saftig (ab 750 NOK für 6 km/h zu schnell). Halte dich ans Limit.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich die Route auch mit dem Wohnmobil fahren?

Ja. Alle Straßen auf der Route sind für Wohnmobile geeignet. Die Trollstigen kann eng werden, ist aber offiziell für Fahrzeuge bis 12 Meter freigegeben. Auf Bergstraßen und Serpentinen ist mit einem großen Wohnmobil Konzentration gefragt.

Wann ist die beste Zeit für diese Rundreise?

Mitte Juni bis Mitte September. Dann sind alle Bergstraßen offen, die Fähren fahren nach vollem Fahrplan und das Wetter ist am besten. Juli ist am wärmsten, aber auch am vollsten. Für weniger Touristen und niedrigere Preise: September.

Brauche ich ein Allradfahrzeug?

Nein. Im Sommer sind alle Straßen auf der Route mit einem normalen PKW befahrbar. Die Straßen sind gut asphaltiert und in gutem Zustand. Nur im Winter oder auf ungepflegten Forstwegen wäre Allrad sinnvoll.

Kann ich die Route verlängern?

Ja. Wer eine dritte Woche hat, kann ab Ålesund weiter nach Norden fahren: Atlantikstraße, Trondheim und eventuell die Lofoten. Oder ab Bergen nach Süden: Stavanger, Preikestolen, Kjeragbolten.

Wie finde ich unterwegs WLAN?

Die meisten Hotels, Campingplätze und Cafés haben WLAN. Das Mobilfunknetz deckt die Hauptstraßen gut ab, aber in entlegenen Tälern und auf Bergpässen gibt es Funklöcher. Eine norwegische Prepaid-SIM (z.B. Telia oder Telenor) gibt es an Tankstellen für ca. 200 NOK mit gutem Datenvolumen.

Weiterführende Informationen

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026