Das Bauwerk des Jahrhunderts – die norwegische Atlantikstraße

Die Atlantikstraße in Norwegen kombiniert moderne Baukunst und eine einzigartige Natur. Die Brücken, die sich zwischen den Inseln schlängeln, lösen bei jedem Besucher Begeisterung aus – unabhängig von strahlender Sonne oder tosendem Sturm. Denn sie trotzen standhaft den Naturgewalten.

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Zwischen Felsen und Meer – die Atlantikstraße in Norwegen 

Als Atlantikstraße (norwegisch Atlanterhavsvegen) ist hauptsächlich der spektakuläre Streckenabschnitt der 36 Kilometer langen Route bekannt. Auf den rund 8,3 Kilometern zwischen den Küstenorten Vevang und Kårvåg verbinden acht Brücken unzählige kleine Inseln, Holme und Schären.

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Die Atlantikstraße bietet bezaubernde Fahrten bei glatter, ruhiger See, während auf dem Wasser die Sonne glitzert. An anderen Tagen zeigt die Natur sich von ihrer mächtigen Seite und imponiert mit Sturm und tosenden Wellen.

Es ist kein Wunder, dass die Atlantikstraße 2005 zum „norwegischen Bauwerk des Jahrhunderts“ und 2007 vom Guardian zur schönsten Autostrecke der Welt gekürt wurde!

Das technische Meisterwerk wurde 1989 eröffnet und ermöglicht den Weg über die Inseln nun mit dem Auto. Vorher war dies nur mit einer Fährverbindung möglich. Die Atlantikstraße ist ganzjährig geöffnet und nur bei extremem Wetter gesperrt.

Die Brückenverbindung liegt nämlich genau am Ausgang eines Fjords. Dies bedeutet, dass bei Tidenwechsel starke Strömungen zwischen den Inseln entstehen können. Alle Angelplätze und Aussichtsplattformen sind aber natürlich extra gesichert. 

Norwegische Atlantikstraße
Quelle: Martin Valigursky / bigstockphoto.com

Die Atlantikstraße gehört zu den offiziellen Norwegischen Landschaftsrouten. Sie ist aufgrund ihrer spektakulären Atmosphäre eine beliebte Touristenattraktion und auch besonders bei einheimischen Anglern populär. 

James Bond-Kulisse in der norwegischen Fjordlandschaft – die Brücke Storseisund 

Ein Highlight der Atlantikstraße ist die Storseisundbrua, auf Deutsch die Storseisund-Brücke. Nicht nur Porsche und Alfa Romeo haben das Potenzial des markanten Bauwerks erkannt und als Szenerie für Fotoshootings und Werbespots benutzt. Auch in dem neuesten James Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ fungiert die Brücke als Kulisse. Was für eine Ansage!

Storseisundet-Brücke in Norwegen

Die Storseisundbrua ist 260 Meter lang, 23 Meter hoch und besteht aus drei Bögen. Sie gilt als eine Art Wahrzeichen der Atlantikstraße

Sie ist nicht nur die größte der acht Brücken, vor allem bleibt die Storseisundbrua aufgrund ihrer imposanten Krümmung in Erinnerung. Es erweckt fast den Anschein, als würden die beiden Inseln, die sie verbindet, die Brücke mit ihrer Naturgewalt dramatisch verbiegen. 

Wo die einheimischen Angler sich treffen – die Brücken der Atlantikstraße

Die Atlantikstraße schafft es aufgrund der atemberaubenden Aussicht, einer der schönsten Angelorte der Welt zu sein. Die Brücken und einige extra angefertigte Stege können nämlich perfekt zum Uferangeln benutzt werden. Und nebenbei gibt es eine atemberaubende Aussicht!

Norwegische Atlantikstraße Angler
Quelle: Anetlanda / bigstockphoto.com

Besonders die Brücke Myrbærholmbrua bietet einen idealen Ausgangspunkt, um in die fischreichen Gewässer der norwegischen Fjordlandschaft vorzustoßen.

Und auch das wichtigste Qualitätsmerkmal ist hier gegeben: Viele einheimische norwegische Angler lieben diese Stelle!

In Grundnähe ist der Dorsch der am häufigsten gefangene Fisch, ansonsten sind Pollack, Köhler und Makrele zu genügen anzutreffen. Bei ruhiger See und ein bisschen Geduld kann man in der Ferne sogar Robben und Wale beobachten. 

Übrigens: An den Brücken gibt es sogar extra Angelplätze für Angler, die auf Mobilitätshilfen angewiesen sind! Diese Stellen sind aufgrund der Schilder leicht zu finden. 

Wer an der Atlantikstraße angelt, kommt nicht nur aufgrund der Fische her. Es ist das ganze Erlebnis, die Atmosphäre, die den Ort so besonders macht – und vielleicht noch mit einem großen Fang belohnt wird.

Insel Eldhusøya: ein schwebender Aussichtspfad an der „Straße im Meer“

Mit einem magischen Ausblick auf Meer und Berge wird ein Stopp auf der Insel Eldhusøya belohnt. Das Highlight ist aber wohl die perfekte Sicht auf die Größte der acht Brücken – die Storseisundbrua. Wer also einen guten Winkel für ein Foto von der imposanten Brücke sucht, ist hier genau richtig.

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Auf der Insel wurde ein leicht erhobener Wanderweg auf einem Stahlgerüst errichtet. So kommt etwas Ablenkung in die Strecke, die normalerweise nur mit dem Auto befahren wird. Der geebnete Gitterweg bietet den Vorteil, dass er barrierefrei und somit wirklich für jeden zugänglich ist. Ein Geländer schützt zusätzlich vor starken Winden. 

Ob bei Sonnenschein oder stürmischem Wetter, der Aussichtsweg liefert sowohl traumhafte als auch imposante Bilder. Enttäuscht wird hier sicherlich niemand! 

“Übrigens”: Auf der Insel befinden sich ein Café, dass allerdings nur im Sommer geöffnet ist, sowie eine ganzjährig zugängliche Toilette.

Aussichtspunkt Askevågen – wo man eins mit dem Atlantik wird 

Ganz besonders nah kommt man dem Atlantik auf der Aussichtsplattform Askevågen. Die drei Glasscheiben, die die Plattform umgeben, schützen vor starkem Wind und spritzender Gischt. Ein 360 Grad-Panorama ohne störendes Geländer ist so aber garantiert und gibt das Gefühl, eins mit dem Meer zu werden. 

Die Aussichtsplattform befindet sich nur etwas zehn Minuten vom Fischerdorf Bud entfernt am Ende einer Mole. 

Von mystischen Trollkirchen bis zu idyllischen Fischerdörfern – die Highlights der Atlantikstraße 

Die Atlantikstraße hat neben den zahlreichen Aussichtspunkten und garantiert spektakulären Ausblicken viel zu bieten, was man das ganze Jahr über erleben kann. 

Die Strände von Farstad 

Die Sandstrände laden im Sommer zum Baden ein. Ansonsten besteht auch die Möglichkeit, einen 2,5 Kilometer langen Weg bis zum Leuchtfeuer Nordneset und weiter bis Julshamna zu wandern. Die Strecke ist leicht begehbar und ohne besondere Ausrüstung zu schaffen. 

Das Fischerdorf Bud 

Das Dorf diente im Zweiten Weltkrieg als Teil des Atlantikwalls der Deutschen. Heute kann man die Bunkeranlagen und ein Museum zur Befestigung besichtigen. Am Parkplatz des Ortes gibt es außerdem ein Restaurant (Restaurant Bryggjen i Bud), wo man an einem Mittagsbuffet norwegische Spezialitäten genießen kann. 

Atlantikstraße in Norwegen Fischerdorf Bud
Quelle: JStuij / bigstockphoto.com

Wanderungen an der Atlantikstraße 

Außerdem gibt es viele markierte Routen entlang der Route. Die Tour auf den Melen bietet einen fantastischen Ausblick auf die Atlantikstraße und die Küste aus 768 Metern Höhe. Die Strecke ist ungefähr 8,6 Kilometer lang und fällt unter die norwegische Einstufung „Blau“, also ein mittlerer Schwierigkeitsgrad.

Für Familien mit Kindern bietet sich eine Tour zu der Trollkirka (Trollkirche), ein Höhlensystem im Tverrfjell, an. Um die Grotten erkunden zu können, sind unbedingt eine Taschen- oder Stirnlampe sowie wasserdichte Schuhe mitzubringen! Auch diese Route fällt in die mittlere Kategorie „Blau“ (mittel).

Wasserfall in der Grotte Trollkirka

Die norwegische Atlantikstraße mit dem Wohnmobil: Was ist zu beachten? 

Norwegen ist eines der beliebtesten Länder Europas für Urlaube im Wohnmobil. Für viele ist dies auch einfach die flexibelste Möglichkeit zu reisen, da sie Fahrzeug und Unterkunft verbindet. 

Die Brücken der Atlantikstraße können ohne Gefahr befahren werden, denn sie sind offiziell für Fahrzeuge aller Art und Größe geeignet. Es gibt auch viele große Parkplätze, die für Wohnmobile geeignet sind. So kann problemlos eine Pause gemacht werden, um den Ausblick auf die Landschaft zu genießen. 

Eine offizielle Übernachtungsstelle mit dem Camper in direkter Nähe zu den Brücken gibt es leider nicht. Wer die gesamte Strecke fährt, findet aber in Bud eine Wohnmobil-Entsorgungsstation.

Die Anreise zur spektakulären Atlantikstraße – der Weg ist das Ziel 

Die Anreise mit dem Auto oder Camper zur Atlantikstraße ist von Trondheim aus mit drei bis vier Stunden Fahrt die kürzeste Möglichkeit.

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Ansonsten ist die Straße sowohl von Bergen als auch von Oslo in höchstens zwei Tagesetappen erreichbar. Die Anfahrt von Bergen enthält drei Fährstrecken, die Route von Oslo nur eine Fährstrecke. Die Fahrten mit den Fähren dauert jeweils ungefähr 30-40 Minuten und können als Pausen dienen. 

Es besteht auch die Möglichkeit, einen kleinen Umweg über den spektakulären Atlantiktunnel zu nehmen, der bis zu 250 Meter unter der Meeresoberfläche verläuft. 

Wer nicht mit dem eigenen Auto anreisen möchte, kann entweder nach Molde oder Kristiansund fliegen und dann mit einem Mietwagen die weitere Reise Richtung Atlantikstraße antreten. 

Mautgebühren abgeschafft! Die Atlantikstraße in Norwegen 

Nach der Eröffnung der Brücken war der Streckenabschnitt zwischen Vevang und Kårvåg der Atlantikstraße einige Jahre mautpflichtig, damit die Baukosten refinanziert werden konnten. Das ist aber mittlerweile nicht mehr der Fall. Seit Mitte 2020 werden auch keine Gebühren für mehr für den anschließenden Atlantiktunnel erhoben. 

Das macht die aufregende Reise doch direkt noch attraktiver!

Fazit

Die Atlantikstraße an der norwegischen Westküste gilt nicht umsonst als eine der schönsten Autostrecken der Welt. Das Wunderwerk moderner Ingenieurskunst verläuft direkt über dem tosenden Atlantik und schafft es, sich harmonisch in die unberührte Landschaft einzufügen. 

Die Route ist ein beliebtes Ziel für Angler, Wanderer und Camper, die ein weiteres Highlight für ihren Norwegenurlaub suchen. 

FAQs

Wo beginnt die Atlantikstraße in Norwegen?

Die komplette Atlantikstraße zieht sich zwischen Bud und Kårvåg über 36 Kilometer. Der bekannteste Streckenabschnitt sind die ungefähr 8,3 Kilometer zwischen Vevang und Kårvåg.

Wie hoch sind die Mautgebühren für die Atlantikstraße?

Die Mautgebühren für die Atlantikstraße waren nur einige Jahre nach dem Bau fällig. Heute wird keine Maut für die Strecke erhoben.

Wann ist die beste Reisezeit für die Atlantikstraße?

Die beste Reisezeit für die Atlantikstraße ist zwischen Mai und Mitte September.