Fjorde Norwegen

Die schönsten Fjorde in Norwegen

Norwegen hat weltweit die höchste Dichte an Fjorden. Bekannt als das Land der Fjorde begeistert Norwegen alljährlich zahlreiche Naturfreunde, Individualisten und Aktivliebhaber. Zu Recht gehört es zu den populärsten Ländern Skandinaviens.

Fjorde Norwegen - der Hardangerfjord
Fjorde Norwegen – der Hardangerfjord

Die norwegische Küste wird von zahlreichen Fjorden geprägt, die sich zu Wahrzeichen und zugleich zu Synonymen des Landes entwickelt haben. Viele sind international bekannt, andere gehören zu den Perlen des Landes, die Ruhe und Einsamkeit suggerieren. Die meisten norwegischen Fjorde befinden sich entlang der Westküste, darum auch der Name “Fjord Norwegen”.

Seit jeher gehören die Fjorde zu den spektakulärsten geologischen Formationen der Welt. Typisch für die norwegischen Fjorde sind die langen und zugleich sehr schmalen Buchten, die sich tief in die Berge der Küste einschneiden. Ihre Ausläufer reichen weit in das Landesinnere und sind teilweise so tief wie die angrenzenden Klippen hoch sind. Erst an der Küste werden sie seichter und gewinnen eine gewisse Zurückhaltung.

Willkommen in Fjord Norwegen, eine Landschaft, die an Schönheit und Dramatik kaum zu überbieten ist.

Die Fjorde in Norwegen entstanden während der letzten Eiszeit und wurden durch die Gletschererosion geschaffen, die sich um 110.000 bis 13.000 vor Christus ereignete. Zu dieser Zeit schlichen gigantische Gletscher durch die Täler. Durch ihre natürlichen Kräfte haben sie steile Spalten in die Landschaft geschnitten, die häufig weit unter die eigentliche Meeresoberfläche reichen. Erst als die Gletscher begannen zu schmelzen, drang Wasser in die tiefen Einschnitte. Schritt für Schritt füllten sich die gigantischen Hohlräume. 

Heute gelten Teile der norwegischen Fjordlandschaften als UNESCO-Weltnaturerbe. Laut National Geographic erfreuen sich die Fjorde im Norden Skandinaviens sogar größerer Beliebtheit als alle anderen Weltnaturerben, darunter zum Beispiel der Grand Canyon oder die Pyramiden von Gizeh.

Sognefjord Norwegen
Quelle: Nkabliuk / bigstockphoto.com

Besonderheiten der norwegischen Fjorde

Es sind die zahlreichen kleinen Details, die die norwegischen Fjorde zu einer einzigartigen Augenweide machen. Gerade an der Westküste des Landes werden sie von Fichten und Birken gesäumt, die die zahlreichen Berge zieren. In Hordaland präsentiert sich mit dem Hardangerfjord beispielsweise ein beeindruckendes Naturbild, das individueller kaum sein könnte. Einzeln Fjorde in Norwegen erreichen Tiefen von mehr als 1.200 m. 

Aurlandsfjord Norwegen
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An den inneren Ausläufern der südlichen Fjorde in Norwegen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten der Obst- und Gemüseanbau etablieren können. Er gehört heute zu den gewinnbringendsten Erwerbsfeldern der Region. Im Vergleich zur Küste ist das Klima vergleichsweise angenehm und mild. Direkt hinter der Küste erreichen einzelne Berge der Fjorde beeindruckende Höhen, die ein außergewöhnliches Bild zeichnen. Im inneren Sognefjord erreichen die Gipfel Höhen von bis zu 2000 Metern. Sie gehören zu den Ausnahmen, denn meist sind sie nicht höher als 1500 m.

Atemberaubende Landschaften, natürliche Ursprünge und beeindruckende historische Reminiszenzen machen den Trondheimsfjord zu einem der schönsten Fjorde Norwegens.

In den geschützten Buchten der Fjorde entstanden im Laufe der Jahre kleine Dörfer, die typischer für Norwegen kaum sein könnten. Der Boden am Rande der Buchten eignet sich hervorragend für den Ackerbau und die Viehzucht und gilt deswegen schon vergleichsweise lang als begehrter Lebensraum der Einheimischen. Oft teilen sich die romantischen Buchten der norwegischen Fjorde in zahlreiche Seitenarme.

Geiranger fjord Norwegen
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Charakteristisch für sie ist die grandiose Länge, die eine außergewöhnliche landschaftliche Kulisse zeichnet. Einst schnitten sich die Gletscher an den Stellen durch das Gestein, an denen die Oberfläche nachgegeben hat. Aus diesem Grund folgen die Seitenarme oft überraschenden Wegen, die alles andere als typisch sind. Immer wieder trifft man in der Nähe der Fjorde auf eindrucksvolle Wasserfälle, die sich in die Tiefe stürzen. Sie entstanden an den Orten, an denen die Gletscher und Sturzbäche einst vertikale Abgründe in die Berge schnitten.

Die Top 5 Fjorde in Norwegen

Entlang der über 20.000 Kilometer langen Küste Norwegens sorgen mehr als 1.000 U-förmigen Täler, die sich in Millionen von Jahren in die Landschaft gearbeitet haben, für die höchste Dichte an Fjorden weltweit. Entstanden ist ein Labyrinth aus unzähligen eisgrünen Fjorden, welches sich in tief ins Festland Norwegens verzweigt.

Nicht selten sind dabei Nebenarme oder Abzweigungen bekannter als der Hauptfjord.

Sognefjord – „König der Fjorde“

Mit einer Länge von über 200 Kilometern sowie einer Tiefe von rund 1.300 Metern stellt der Sognefjord den längsten und zugleich tiefsten Fjord Norwegens dar. Als längster eisfreier Fjord weltweit gilt er zu Recht als „König der Fjorde“.

Vor etwa 12.000 Jahren zog sich ein wenig nördlich der Stadt Bergen das Eis zurück und legte den Sognefjord frei: Vom Europäischen Nordmeer bis ins tiefe norwegische Hinterland reicht der Fjord bis zum Nationalpark Jotunheimen.

Umrandet von majestätischer Natur aus über 1.500 Meter hohen Berggipfeln, tiefen Wäldern und beeindruckenden Wasserfällen entfaltet sich ein Gewirr aus zahlreichen Fjordarmen.

Dort, wo der Sognefjord endet, liegen zum Teil eisige Gletscher. Mit dem Jostedalsbreen liegt gar der größte Gletscher Norwegens an Ausläufern des Fjærlandsfjords, einem Arm des Sognefjords.

Dank des mineralienhaltigen Schmelzwassers färbt sich das Wasser hier ins unverwechselbare smaragdgrün – ein unvergesslicher Anblick.

Naeroyfjord Norwegen
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Nærøyfjord – rekordverdächtig und preisgekrönt

Größer könnte der Kontrast zum Sognefjord kaum sein: der Nærøyfjord besticht durch seine außergewöhnliche Breite von gerade einmal 250 Metern. Damit gilt der Nebenarm des Sognefjord als schmalster Fjord Europas.

Von eindrucksvollen Hochgebirgen über dichte Laubwälder bis zu idyllischen Dörfern am Hang – bekannt ist der Nærøyfjord vor allem für die außergewöhnliche Vielfalt.

Übersät mit senkrechten Berghängen, von denen tosende Wasserfälle in die Tiefe stürzen, eröffnet sich rund um den Fjord eine imposante Landschaft, die atemberaubende Anblicke liefert.

Ein wahres Naturschauspiel, welches als eines der schönsten Reiseziele weltweit gilt. Neben der Auszeichnung zum UNESCO-Weltnaturerbe krönte das National Geographic-Magazin den Nærøyfjord zum „besten unberührten Reiseziel der Welt“.

Zu jeder Jahreszeit wartet der wohl bekannteste Nebenarm des Sognefjords auf Entdeckung.

Aussicht vom Geirangerfjord, Dalsnibba
Quelle: Voy / bigstockphoto.com

Geirangerfjord – das „Juwel der Fjorde“

Als einer der meist besuchten Fjorde Norwegens treffen sich am Geirangerfjord einheimische Besucher sowie Gäste aus aller Welt. Rund 15 Kilometer schlängelt sich der blaugrüne Fjord durch eine beeindruckende Kulisse: Berghänge, die ganzjährig mit Schnee bedeckt sind, wechseln sich mit auf grünen Wiesen gelegenen Bauernhöfen und herabfallenden Wasserfällen ab.

Seit dem Jahr 2005 nimmt der Geirangerfjord einen Platz auf der UNESCO-Liste der Weltnaturerben ein.

Neben den fantastischen Perspektiven vom Aussichtspunkt Skagflå oder dem „Geiranger Skywalk“ am Dalsnibba sorgt der Wasserfall „De syv søstrene“ (deut. Die sieben Schwestern) für einen weiteren Höhepunkt des Geirangerfjords.

Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem eigenen Auto kann hier mit Blick auf den Fjord außerdem die wohl spektakulärste Bergstraße Norwegens, die Trollstigen, erkundet werden.

Ein besonders schillernder Fjord inmitten von Fjordnorwegen.

Lysefjord – der „helle Fjord“

Als südlichster Fjord im Westen Norwegens liegt der 40 Kilometer lange Lysefjord in einem mächtigen Bergmassiv.

Als charakteristisch gelten die über 1.000 Meter hohen, steilen Felswände, die nahezu senkrecht in den Fjord stürzen. Sie geben dem Fjord auch den Beinamen der „helle Fjord“.

Das entstandene durchaus dramatische Naturspektakel kann sowohl vom Wasser als auch von einem der bekannten Bergplateaus bewundert werden: der Preikestolen (deut. Felskanzel) oder der Kjerag sind für traumhafte Ausblicke besonders beliebt.

Neben der mit 4.444 Stufen längsten Holztreppe der Welt liegt hier außerdem die wohl meistfotografierte norwegische Sehenswürdigkeit, der Kjeragbolten. Zwischen Felswänden eingeklemmt kann der riesige Felsbrocken von wagemutigen Besuchern sogar eigenständig erklommen werden.

Wer furiose Fjordlandschaften aus eindrucksvoller Vogelperspektive zu Gesicht bekommen möchte, der ist am Lysefjord genau richtig.

Hjørundfjord – ein Geheimtipp unter den norwegischen Fjorden

Unberührte Natur und reizende Dörfer vor einer Kulisse der rauen Sunnmøre-Alpen – der Hjørundfjord gilt als weniger touristisch, weniger beeindruckend ist der Fjord südlich von Ålesund aber bei weitem nicht.

Mehr als 30 Kilometer bahnt sich der Fjord durch das Bergmassiv mit über 1.700 Meter hohen Gipfeln. Gespickt mit mehreren Gletschern sowie grün bewachsene Felsen und malerischen Almen eröffnet sich entlang des Hjørundfjord ein einzigartiges Bergpanorama.

Hier zeigt sich Norwegen von seiner ursprünglichsten Seite – ein Paradies für Naturerlebnisse. Von Wanderungen in extremer Höhe, abenteuerlichen Kajakfahrten oder spektakulären Ski-Abfahrten mit Blick auf den Fjord und dessen Umland – vielfältige Aktivitäten ermöglichen das Entdecken des Hjørundfjord nach jedem Geschmack.

Reisen entlang der Fjorde in Norwegen

Zu Recht gehören die Fjorde zu den beliebtesten Zielen Norwegens. Landschaftlich gleichen sie einem Idyll besonderer Art, geologisch werden sie gern als Faszination außergewöhnliche Größe beschrieben. Vielerorts werden die Fjorde von Autofähren überquert, die als beliebte Transportmittel von Touristen gelten. Obwohl es mittlerweile zahlreiche Straßen und Tunnel gibt, die sich entlang der Fjorde präsentieren, gehören die Fähren zu den populärsten Alternativen. Vor allem landschaftlich werden sie durch besondere Reize geprägt, die außergewöhnlicher kaum sein könnten.

Wir stellen Ihnen einige der schönsten Fjorde in Norwegen vor:

Wer bietet Reisen zu den Fjorden Norwegens an?

Es gibt viele gute Reiseveranstalter, die die Fjordregionen in ihrem Programm haben und interessante Reisepakete anbieten. Sie finden diese Norwegen Reiseveranstalter in unserer Übersicht: Reiseveranstalter Norwegen

Fazit: norwegische Fjorde – ein einmaliges Naturspektakel

Smaragdgrüne Fjorde eingebettet in dramatische Klippen, die an den Ufern emporragen – die norwegischen Fjorde beeindrucken bis heute Besucher aus aller Welt. Eine spektakuläre Landschaft, die seinesgleichen sucht und zum Entdecken über den Wasser- oder Landweg einlädt.

Interessante Norwegen Reportagen:

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Was bedeutet das Wort Fjord?

Als uralter Begriff der Wikinger steht der Begriff „Fjord“ für einen Ort, der zur Überfahrt genutzt wird – eine Zusammensetzung aus dem altnordischen „der man ferder over“ (deut. wo Sie überqueren) und „ferje“ (deut. Fähre). Lange Zeit galten die Wasserwege der Fjorde als einzige Möglichkeit durch Fjordnorwegen zu reisen.

Wo finden sich Fjorde?

Besonders bekannt sind die Fjorde Norwegens. Dort findet sich auch die höchste Fjorddichte. Darüber hinaus sind auch die Küsten von Schottland, Island, Grönland, Neuseeland oder Alaska reich an Fjorden.