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Lappland Rundreise
Routenvorschläge für 1 und 2 Wochen

Lappland Rundreise

14 Min. Lesezeit

Lappland ist kein Ort, an den man fliegt, drei Tage bleibt und wieder abreist. Zumindest nicht, wenn man mehr als das Santa Claus Village und ein Hotel sehen will. Wer Lappland wirklich kennenlernen will, braucht ein Auto, eine grobe Route und die Bereitschaft, auch mal Umwege zu fahren. Ich habe zwei Rundreisen durch Lappland gemacht, eine Woche durch Finnisch-Lappland und zwei Wochen durch alle drei Länder. Beide haben sich gelohnt, aus unterschiedlichen Gründen.

Lappland erstreckt sich über vier Länder: Norwegen, Schweden, Finnland und einen kleinen Zipfel Russlands. Die Grenzen zwischen den skandinavischen Teilen sind offen, die Landschaft wechselt trotzdem deutlich. Norwegens Lappland ist wild und fjordgeprägt, Schwedisch-Lappland zeigt sich mit weiten Wäldern und einsamen Seen, Finnisch-Lappland rollt die Fjälls in sanften Hügeln aus. Eine Rundreise verbindet das alles.

Lappland auf eigene Faust erkunden

Organisierte Gruppenreisen nach Lappland gibt es zuhauf. Sie haben den Vorteil, dass alles durchgeplant ist. Den Nachteil, dass man im Bus sitzt und an Sehenswürdigkeiten hält, die für Gruppen funktionieren. Wer Lappland auf eigene Faust erkundet, verpasst zwar den Guide, gewinnt aber Freiheit. Die Freiheit, an einem zugefrorenen See anzuhalten, weil das Licht so gut ist. Oder eine Nacht länger in einem Ort zu bleiben, weil man abends in einer Kota am Feuer sitzt und die Polarlichter aufziehen.

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Verschneite Landstraße durch die weite Winterlandschaft Lapplands
Lapplands Winterstraßen sind gut geräumt, aber die Entfernungen sind groß (KI-generiert)

Die Anreise nach Lappland erfolgt am praktischsten per Flugzeug. Von Deutschland aus fliegt man nach Rovaniemi, Kittilä oder Ivalo in Finnland, nach Kiruna in Schweden oder nach Tromsø in Norwegen. Am Flughafen übernimmt man den Mietwagen und startet. Wer die lange Fahrt nicht scheut, kann auch mit dem Auto über Schweden anreisen. Von Hamburg nach Rovaniemi sind es rund 2.400 Kilometer, verteilt auf zwei bis drei Fahrtage. Fähren von Helsinki oder Stockholm verkürzen die Strecke etwas.

Rundreise 1 Woche: Finnisch-Lappland kompakt

Diese Route startet und endet in Rovaniemi. In sieben Tagen fährt man eine Schleife durch den Norden Finnlands und legt insgesamt rund 1.200 Kilometer zurück. Das klingt viel, verteilt sich aber auf sechs Fahrtage mit durchschnittlich 200 Kilometern.

Tag 1: Rovaniemi. Ankunft am Flughafen, Mietwagen übernehmen. Nachmittags das Santa Claus Village besuchen, abends im Stadtzentrum essen. Übernachtung in Rovaniemi. Empfehlung: Arctic City Hotel (ab 90 Euro/Nacht) oder Santasport Hotel (ab 110 Euro).

Tag 2: Rovaniemi nach Sodankylä (130 km). Fahrt nach Norden durch die Tundralandschaft. Unterwegs Halt am Sámi-Freilichtmuseum Siida in der Nähe von Sodankylä. Nachmittags Schneeschuhwanderung oder Langlauf im Luosto-Gebiet. Übernachtung in Luosto (z.B. Lapland Hotel Luostotunturi, ab 130 Euro).

Tag 3: Sodankylä nach Saariselkä (120 km). Weiterfahrt nach Saariselkä. Dort Goldwäschermuseum Tankavaara besuchen. Nachmittags Hundeschlittenfahrt (ab 110 Euro/Person). Abends mit etwas Glück Polarlichter sehen. Übernachtung: Star Arctic Hotel mit Glasiglus (ab 280 Euro) oder Holiday Club Saariselkä (ab 100 Euro).

Verschneite Fjälllandschaft bei Saariselkä mit Birken und Kiefern
Die Fjälllandschaft bei Saariselkä bietet endlose Weite (KI-generiert)

Tag 4: Saariselkä nach Inari (40 km) und zurück. Tagesausflug nach Inari, dem kulturellen Zentrum der finnischen Samen. Besuch im Siida-Museum (Eintritt 15 Euro). Der Inarijärvi, Finnlands drittgrößter See, liegt im Winter unter einer dicken Eisschicht. Eisfischen möglich (geführte Tour ab 70 Euro). Rückfahrt nach Saariselkä.

Tag 5: Saariselkä nach Levi (260 km). Längere Etappe Richtung Westen. Levi ist Finnlands größtes Skigebiet mit 43 Pisten und 28 Liften. Auch für Nicht-Skifahrer gibt es genug: Rentierfarm, Eisbar und das Levi Spirit Spa. Übernachtung: Levi Hotel Spa (ab 130 Euro) oder eine Hütte bei Levi Chalets (ab 150 Euro).

Tag 6: Levi nach Muonio (80 km). Weiterfahrt nach Muonio, nahe der schwedischen Grenze. Nachmittags Schneemobiltour durch die Wildnis (ab 120 Euro/Person für 3 Stunden). Abends Sauna am zugefrorenen Jeris-See. Übernachtung: Harriniva Hotels & Safaris (ab 140 Euro).

Tag 7: Muonio nach Rovaniemi (300 km). Rückfahrt nach Rovaniemi. Unterwegs Halt in Enontekiö, einem kleinen Ort mit samischer Kirche. Ankunft in Rovaniemi, Mietwagen abgeben, Rückflug.

Rundreise 2 Wochen: Drei Länder, ein Lappland

Diese Route verbindet Finnisch-Lappland, Schwedisch-Lappland und Norwegisch-Lappland zu einer großen Schleife. Start und Ende in Rovaniemi, Gesamtstrecke rund 2.800 Kilometer. Klingt nach viel Fahrerei, aber die Strecken verteilen sich gleichmäßig. An den meisten Tagen fährt man zwei bis drei Stunden und verbringt den Rest mit Aktivitäten.

Tage 1-4: Wie in der Einwochenroute, von Rovaniemi über Sodankylä und Saariselkä bis Inari.

Tag 5: Inari nach Kautokeino, Norwegen (220 km). Grenzübertritt nach Norwegen. Kautokeino ist das kulturelle Zentrum der norwegischen Samen. Das RiddoDuottarMuseat Sámiid Vuorká-Dávvirat zeigt samische Kultur und Geschichte (Eintritt 80 NOK). Am Ostersonntag findet hier das große samische Festival statt, mit Rentierrennen und Joik-Gesang.

Tag 6: Kautokeino nach Alta (130 km). Alta liegt am Altafjord und ist bekannt für das Alta Museum mit den UNESCO-Felsritzungen (Eintritt 130 NOK). Die Ritzungen sind 2.000 bis 7.000 Jahre alt und zeigen Jagdszenen mit Rentieren und Elchen. Im Winter bietet Alta gute Chancen auf Nordlichter, weil die Stadt auf 70 Grad nördlicher Breite liegt, aber trotzdem relativ milde Winter hat.

Fjordlandschaft in Nordnorwegen mit verschneiten Bergen und klarem Wasser
Nordnorwegens Fjorde sind im Winter ruhig und menschenleer (KI-generiert)

Tag 7-8: Alta nach Tromsø (390 km). Fahrt entlang der norwegischen Küste nach Tromsø, dem "Tor zur Arktis". Zwei Nächte in Tromsø, um die Stadt zu erkunden: Eismeerkathedrale, Polaria-Erlebniscenter, Mack-Brauerei. Abends Walbeobachtungstour (November bis Januar, ab 1.200 NOK) oder Nordlicht-Safari (ab 1.000 NOK).

Tag 9: Tromsø nach Narvik (250 km). Fahrt südwärts nach Narvik. Unterwegs wilde Küstenlandschaft. In Narvik das Krigsminnemuseet besuchen, das an die Schlachten des Zweiten Weltkriegs erinnert. Im Winter ist Narvik auch ein gutes Skigebiet, mit Pisten, die bis zum Fjord hinunterführen.

Tag 10: Narvik nach Abisko, Schweden (90 km). Grenzübertritt nach Schweden. Abisko liegt am Torneträsk und ist einer der besten Orte der Welt für Nordlichtbeobachtung. Die Aurora Sky Station auf dem Nuolja-Berg (Seilbahn 495 SEK hin und zurück) bietet freie Sicht in alle Richtungen. Im Sommer ist Abisko der Endpunkt des Kungsleden.

Tag 11: Abisko nach Kiruna (100 km). Weiterfahrt nach Kiruna, Schwedens nördlichster Stadt. Die Eisenerzmine LKAB kann besichtigt werden (Tour ab 420 SEK). Kiruna wird derzeit umgesiedelt, weil die Mine sich unter die Stadt gräbt. Ein ganzes Stadtzentrum auf Rädern, das kann man nur in Schweden erleben. Am Nachmittag Besuch des Icehotels in Jukkasjärvi, 17 Kilometer östlich von Kiruna.

Tag 12: Kiruna nach Jokkmokk (340 km). Fahrt durch das Herz von Schwedisch-Lappland. Jokkmokk ist bekannt für seinen Wintermarkt (jeweils erstes Wochenende im Februar, seit 1605). Das Ájtte-Museum zeigt samische und schwedische Geschichte. Übernachtung: Hotell Jokkmokk (ab 1.000 SEK).

Tag 13: Jokkmokk nach Haparanda/Tornio (380 km). Fahrt zur schwedisch-finnischen Grenze. Haparanda (Schweden) und Tornio (Finnland) bilden eine Zwillingsstadt an der Grenze. Man kann buchstäblich über die Straße von einem Land ins andere gehen. Abends in der Sauna, wie es sich in Finnland gehört.

Tag 14: Tornio nach Rovaniemi (130 km). Letzte Etappe zurück nach Rovaniemi. Auf dem Weg lohnt sich ein Halt in Kemi, wo das SnowCastle steht, eine riesige Schneeburg, die jeden Winter neu gebaut wird (Eintritt 18 Euro). In Kemi startet auch der Eisbrecher Sampo, der Touristen durch das zugefrorene Meer fährt (ab 350 Euro/Person, inklusive Schwimmen im Eiswasser in Trockenanzügen).

Fortbewegung und Mietwagen

Für eine Rundreise durch Lappland braucht man ein Auto. Busse fahren zwar auf den Hauptstrecken, aber der Fahrplan ist dünn, und zu den interessanten Orten abseits der Hauptstraßen kommt man nicht. Ein Mietwagen mit Winterreifen (Spikes im Winter Pflicht in Finnland) kostet ab 50 Euro pro Tag bei Hertz, Avis oder Sixt. Lokale Anbieter wie Nordic Car Rental bieten manchmal günstigere Tarife. Im Winter unbedingt ein Auto mit Allradantrieb buchen. Reicht der Standard-Frontantrieb für Hauptstraßen, wird es auf Nebenstraßen und Hotelparkplätzen ohne 4x4 manchmal eng.

Die Straßenverhältnisse in Lappland sind besser als man denkt. Die Hauptstraßen werden regelmäßig geräumt und gestreut. Nebenstraßen können verschneit sein, sind aber in der Regel befahrbar. Wichtig: In der Dämmerung und nachts auf Rentiere achten. Die Tiere stehen gerne auf der Straße, weil der geräumte Asphalt wärmer ist als der Schnee daneben. Tempo 80 auf Landstraßen ist die Regel, im Winter eher 60 bis 70.

Tanken ist in Lappland teurer als in Mitteleuropa. Ein Liter Benzin kostet in Finnland rund 1,85 Euro, in Norwegen über 2 Euro, in Schweden etwa 1,75 Euro. Tankstellen gibt es in jedem größeren Ort, aber die Abstände können 100 Kilometer betragen. Nie mit weniger als halbvollem Tank losfahren.

Kosten und Budget

Lappland ist kein günstiges Reiseziel. Wer ehrlich kalkuliert, kommt pro Person auf folgende Kosten:

  • Flüge: Ab 200 Euro hin und zurück (bei früher Buchung)
  • Mietwagen: 50-80 Euro pro Tag, für 7 Tage also 350-560 Euro
  • Unterkünfte: 80-150 Euro pro Nacht für Mittelklasse, 200-400 Euro für Glasiglus
  • Essen: 30-50 Euro pro Tag (Selbstversorgung günstiger)
  • Aktivitäten: 80-180 Euro pro Tour (Hundeschlitten, Schneemobil, Rentierfarm)
  • Benzin: 150-250 Euro für die gesamte Rundreise

Für eine Woche zu zweit sollte man 2.500 bis 4.000 Euro einplanen, je nach Komfortniveau. Für zwei Wochen 4.500 bis 7.000 Euro. Sparen kann man bei den Unterkünften (Hütten statt Hotels) und beim Essen (finnische Supermärkte wie K-Market und S-Market haben gute Auswahl). An den Aktivitäten sollte man nicht sparen, sie machen den Lappland-Urlaub aus.

Beste Reisezeit für eine Rundreise

Mitternachtssonne über einem See in Lappland im Sommer
Im Sommer taucht die Mitternachtssonne Lappland in goldenes Licht (KI-generiert)

Die Reisezeit hängt davon ab, was man sehen will. Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz:

September bis Oktober: Herbst in Lappland, die Ruska-Saison. Die Birkenwälder färben sich orange und rot. Die Temperaturen liegen bei 0 bis 10 Grad. Erste Chancen auf Nordlichter. Wenig Touristen. Perfekt für Wanderer.

November bis Januar: Polarnacht. Die Sonne geht nicht auf, aber der Himmel zeigt trotzdem Farben. Beste Zeit für Nordlichter und Winter-Aktivitäten. Im Dezember Weihnachtsstimmung in Rovaniemi. Kalt, aber trocken. Temperaturen zwischen minus 10 und minus 30 Grad.

Februar bis April: Die beste Zeit für Winterrundreisen. Die Tage werden länger (im März bereits 12 Stunden Licht), der Schnee liegt noch hoch, die Temperaturen sind milder als im Tiefwinter. Perfekte Bedingungen für Schneemobil, Langlauf und Schlittenhundtouren.

Juni bis August: Mitternachtssonne, angenehme Temperaturen (15-25 Grad), Mückenzeit (Juli). Ideal für Kanu, Wandern und Angeln. Die günstigste Reisezeit, weil die Unterkünfte deutlich billiger sind.

Praktische Tipps für unterwegs

Navigation: Google Maps funktioniert in Lappland zuverlässig, auch auf Nebenstraßen. Offline-Karten herunterladen, denn in manchen Gebieten gibt es kein Mobilfunknetz. Die App maps.me ist eine gute Alternative.

Unterkünfte buchen: In der Hochsaison (Weihnachten, Neujahr, Osterferien) unbedingt Monate im Voraus reservieren. Im Sommer und im Spätherbst findet man fast immer spontan etwas. Booking.com zeigt die meisten Unterkünfte an, aber einige kleine Hütten sind nur über lokale Portale oder direkt beim Anbieter buchbar.

Bezahlen: Bargeld braucht man in Finnland und Schweden praktisch nie. Kartenzahlung funktioniert überall, auch am Kiosk und an Tankstellen. In Norwegen das Gleiche. Eine Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr ist empfehlenswert, weil man in drei verschiedenen Währungen zahlt: Euro (Finnland), schwedische Kronen und norwegische Kronen.

Gepäck: Weniger ist mehr. Die meisten Unterkünfte haben Waschmaschinen. Für den Winter: Thermounterwäsche (2 Sets), Fleecejacke, winddichte Außenjacke, gefütterte Stiefel, Mütze, Sturmhaube, Handschuhe. Viele Aktivitätsanbieter verleihen Thermoanzüge kostenlos.

Häufige Fragen

Kann man Lappland auch ohne Auto bereisen?

Ja, aber mit Einschränkungen. Busse verbinden die größeren Orte wie Rovaniemi, Levi, Saariselkä und Inari. Die Frequenz ist jedoch gering, oft nur ein bis zwei Busse am Tag. Wer auf den Bus angewiesen ist, muss die Route um den Busfahrplan herum planen und verliert Flexibilität. Für die Dreiländer-Rundreise ist ein Auto fast unverzichtbar.

Ist Autofahren im Winter in Lappland gefährlich?

Die Hauptstraßen werden regelmäßig geräumt und sind in gutem Zustand. Spikereifen sind in Finnland im Winter Pflicht und bieten sehr guten Grip. Wer vorsichtig fährt, Geschwindigkeit anpasst und auf Rentiere achtet, hat kein höheres Risiko als in den Alpen. Wichtig: Bei Schneesturm oder Blitzeis nicht weiterfahren, sondern anhalten und abwarten. Die Einheimischen machen es genauso.

Reicht eine Woche für Lappland?

Für einen guten Überblick über Finnisch-Lappland reicht eine Woche. Man sieht Rovaniemi, die Fjälls, einen Teil der samischen Kultur und kann zwei bis drei Aktivitäten machen. Für die Dreiländer-Route braucht man mindestens zehn Tage, besser zwei Wochen. Wer nur drei oder vier Tage hat, sollte sich auf eine Region konzentrieren, zum Beispiel Rovaniemi und Umgebung oder Levi.

Welche Länder braucht man für eine Lappland-Rundreise kein Visum?

Finnland, Schweden und Norwegen gehören zum Schengen-Raum. Deutsche Staatsbürger brauchen für keines der drei Länder ein Visum. Ein gültiger Personalausweis oder Reisepass genügt. An den Grenzen gibt es in der Regel keine Kontrollen. Der Grenzübertritt ist so unkompliziert wie das Fahren von einem Bundesland ins nächste.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.