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Nachhaltiges Reisen auf Island
Wie du Island erlebst, ohne es zu zerstören: Energie, Unterkünfte, Verhalten und Verantwortung

Nachhaltiges Reisen auf Island

12 Min. Lesezeit

Island wirbt gerne mit seiner sauberen Energie, seinen unberührten Landschaften und seiner Nähe zur Natur. Und vieles davon stimmt. Aber die Wahrheit ist komplizierter. Seit dem Tourismusboom nach der Finanzkrise 2008 und dem Eyjafjallajökull-Ausbruch 2010 hat sich die Besucherzahl vervierfacht: von 488.000 im Jahr 2010 auf über 2,2 Millionen im Jahr 2023. Das sind sechs Touristen pro Einwohner. Diese Zahlen haben Spuren hinterlassen, buchstäblich. Trampelpfade durch Mooslandschaften, die Jahrhunderte zum Wachsen brauchen. Überlastete Infrastruktur an beliebten Spots. Wildcamper, die ihre Hinterlassenschaften in der Landschaft zurücklassen.

Ich war selbst Teil des Problems, bevor ich angefangen habe, mir Gedanken zu machen. Auf meiner ersten Island-Reise bin ich abseits markierter Wege durch Moos gelaufen, habe an verbotenen Stellen geparkt und mich nicht um die lokalen Regeln gekümmert. Heute weiß ich es besser. Hier ist, was ich gelernt habe, und was du wissen solltest, wenn du Island bereist, ohne ihm zu schaden.

Islands Energie: Ein Land ohne fossile Heizung

Geothermalkraftwerk auf Island mit Dampfsäulen vor Berglandschaft
Geothermalkraftwerk Hellisheiði: Islands Energieversorgung stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen (KI-generiert)

Island ist in Sachen Energieversorgung tatsächlich ein Vorreiter. 100 Prozent des Stroms stammen aus erneuerbaren Quellen: etwa 70 Prozent aus Wasserkraft und 30 Prozent aus Geothermie. Dazu wird 90 Prozent aller Gebäude mit geothermalem Heißwasser beheizt, das direkt aus dem Erdinneren kommt. Es gibt auf Island praktisch keine Gas- oder Ölheizungen in Wohnhäusern. Das heiße Wasser, das aus der Dusche kommt, riecht manchmal leicht nach Schwefel, weil es direkt aus geothermalen Quellen stammt. Das ist kein Defekt, das ist Nachhaltigkeit.

Tipp: Berechne dein persönliches Reisebudget mit unserem Island-Reisekostenrechner.

Die heißen Quellen und Schwimmbäder, die Touristen so lieben, werden ebenfalls mit geothermaler Energie betrieben. Die Blaue Lagune, die Sky Lagoon und die zahlreichen öffentlichen Pools nutzen alle natürlich erhitztes Wasser. Die Energiekosten für den Betrieb sind minimal, was erklärt, warum die Eintrittspreise in öffentliche Schwimmbäder (800 bis 1.100 ISK / 5 bis 7 EUR) so niedrig sind.

Aber das Bild hat Risse. Islands CO2-Bilanz pro Kopf ist wegen der Aluminiumindustrie (die billigen Strom nutzt) und des Fischfangs eine der höchsten Europas. Der Tourismus selbst verursacht erhebliche Emissionen, hauptsächlich durch die Fluganreise. Ein Hin- und Rückflug von Frankfurt nach Reykjavík erzeugt etwa 0,7 Tonnen CO2 pro Person. Die meisten Touristen fahren zudem mit Mietwagen über die Insel, und obwohl der Anteil an Elektrofahrzeugen in der Mietwagenflotte wächst, sind es noch überwiegend Verbrenner.

Das Problem mit dem Massentourismus

Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten Islands leiden unter Überlastung. Der Goldene Kreis (Thingvellir, Geysir, Gullfoss) empfängt im Sommer täglich bis zu 10.000 Besucher. Die Reynisfjara bei Vík, die Gletscherlagune Jökulsárlón und die Blaue Lagune sind ähnlich stark frequentiert. Die Infrastruktur an diesen Orten, Parkplätze, Toiletten, Wanderwege, wurde in den letzten Jahren massiv ausgebaut, hält aber mit dem Besucherwachstum kaum Schritt.

Das Moos ist das beste Beispiel für die Verwundbarkeit der isländischen Natur. Das dicke, grüne Moos, das die Lavafelder bedeckt und auf Fotos so schön aussieht, wächst extrem langsam: etwa 1 Zentimeter pro Jahr. Wenn jemand darüber läuft, hinterlässt er Fußspuren, die 10 bis 20 Jahre sichtbar bleiben. Wenn viele Menschen darüber laufen, stirbt das Moos ab, und die Regeneration dauert 50 bis 100 Jahre. Die braunen Trampelpfade durch grüne Moosfelder, die man an vielen Orten sieht, sind direkte Folgen von Touristen, die abseits der Wege gelaufen sind.

Die isländische Regierung hat auf verschiedene Weisen reagiert. Seit 2019 gibt es an einigen Orten Eintrittsgebühren (z.B. am Seljalandsfoss: kostenlos, aber Parkgebühr von 800 ISK / 5 EUR). Manche Gebiete wurden für den Zugang beschränkt oder mit Holzstegen versehen, um die Vegetation zu schützen. Der Fjaðrárgljúfur-Canyon im Süden wurde 2019 vorübergehend gesperrt, weil die Schäden durch Touristenfüße zu groß geworden waren, nachdem ein Justin-Bieber-Musikvideo den Ort berühmt gemacht hatte.

Umweltfreundlich unterwegs auf Island

Elektroauto an einer Ladestation auf Island mit Bergpanorama
Ladestationen für Elektroautos gibt es mittlerweile an der gesamten Ringstraße (KI-generiert)

Elektro-Mietwagen: Der Anteil an Elektrofahrzeugen in den isländischen Mietwagenflotten wächst schnell. Anbieter wie Blue Car Rental und Lotus Car Rental haben inzwischen Tesla Model Y, Hyundai Ioniq 5 und Kia EV6 im Angebot. Die Preise liegen 10 bis 20 Prozent über denen von Verbrennern, aber man spart die Benzinkosten (und die sind auf Island hoch: etwa 340 ISK / 2,25 EUR pro Liter). Das Ladenetz an der Ringstraße ist mittlerweile gut ausgebaut: ON Power und Ísorka betreiben Schnellladestationen an allen größeren Orten, mit Abständen von 50 bis 100 Kilometern. Für die Westfjorde und das Hochland reicht die Abdeckung noch nicht, hier braucht man weiterhin einen Verbrenner oder einen E-Wagen mit großer Reichweite.

Öffentlicher Nahverkehr: Das Bussystem Strætó verbindet Reykjavík mit den größeren Orten an der Ringstraße, aber die Fahrpläne sind dünn (oft nur 1 bis 2 Busse pro Tag) und die Fahrzeiten lang. Für eine flexible Reise ist der Bus als Haupttransportmittel schwierig, aber als Ergänzung brauchbar. Eine Fahrt von Reykjavík nach Akureyri kostet etwa 10.400 ISK (69 EUR) und dauert 6 Stunden. Innerhalb von Reykjavík funktioniert das Bussystem gut, ein Einzelfahrschein kostet 550 ISK (3,60 EUR).

Campervan: Campervans sind beliebt, aber nur nachhaltig, wenn man sich an die Regeln hält. Wildes Campen ist auf Island seit 2015 verboten. Man muss auf ausgewiesenen Campingplätzen übernachten (ca. 2.000 bis 3.000 ISK / 13 bis 20 EUR pro Nacht pro Person). Die Camping Card (Kosten: 22.900 ISK / 150 EUR) gilt für 28 Nächte auf 40 Campingplätzen und rechnet sich ab 8 Nächten. Chemietoiletten müssen an den dafür vorgesehenen Stationen entleert werden, nie in der Natur.

Kompensation: Wer seinen Flug kompensieren möchte, kann das über Kolviður (kolvidur.is) tun, ein isländisches Aufforstungsprojekt, das jährlich Millionen Bäume pflanzt, um die Bodenerosion zu bekämpfen. Die Kompensation eines Hin- und Rückflugs von Deutschland kostet etwa 2.500 ISK (17 EUR). Es ist kein perfektes System, aber ein sinnvoller Beitrag.

Nachhaltige Unterkünfte und Ökozertifizierungen

Island hat ein eigenes Umweltzertifikat für Tourismusbetriebe: das Vakinn-Gütesiegel, vergeben von der isländischen Tourismusbehörde. Betriebe mit dem grünen Vakinn-Siegel erfüllen Standards in Energieverbrauch, Abfallmanagement, Wassernutzung und lokalem Einkauf. Etwa 180 Hotels, Gästehäuser und Touranbieter tragen das Siegel. Auf vakinn.is kann man nach zertifizierten Betrieben suchen.

Einige Hotels und Gästehäuser gehen über das Vakinn-Siegel hinaus. Das Hotel Búðir auf der Snæfellsnes-Halbinsel verwendet ausschließlich lokale Lebensmittel, betreibt eine eigene Kompostanlage und hat Einwegplastik komplett aus dem Betrieb verbannt. Das ION Adventure Hotel nahe dem Thingvellir-Nationalpark wurde als nachhaltiges Design-Hotel konzipiert und nutzt Geothermie für Heizung und Warmwasser, während die Architektur die Landschaft minimal stört. Übernachtungen dort kosten ab 45.000 ISK (300 EUR) pro Nacht, also im oberen Segment.

Für Budgetreisende sind die HI-Hostels (Hostelling International) eine gute nachhaltige Option. Es gibt 35 HI-Hostels über ganz Island verteilt, viele davon in umgebauten Schulen oder Bauernhöfen. Ein Bett im Mehrbettzimmer kostet 5.500 bis 9.000 ISK (36 bis 60 EUR) pro Nacht. Die meisten HI-Hostels haben Küchen zur Selbstversorgung, was den Lebensmittelabfall reduziert, und kaufen Reinigungsmittel und Verbrauchsmaterial bei lokalen Lieferanten.

Ferienhäuser sind ebenfalls eine nachhaltige Wahl, besonders für Gruppen. Man kocht selbst, produziert weniger Abfall als im Restaurant und nutzt die geothermale Heizung, die in fast jedem isländischen Haus Standard ist. Auf Plattformen wie Bungalo.com (isländisches Portal für Ferienhäuser) findet man Häuser ab 15.000 ISK (100 EUR) pro Nacht.

Verhaltensregeln in der Natur

Grünes Moos auf Lavafeld auf Island mit Warnschildern
Isländisches Moos wächst nur 1 cm pro Jahr - ein einziger Fußtritt kann Jahrzehnte der Regeneration kosten (KI-generiert)

Die wichtigste Regel auf Island lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Auf dem Weg bleiben. Das gilt überall, aber besonders in Mooslandschaften, an geothermalen Gebieten (wo der Boden dünn sein kann und kochendes Wasser darunter liegt) und an Klippen entlang der Küste. An den meisten Sehenswürdigkeiten sind Wege markiert, entweder mit Seilen, Holzstegen oder Steinhaufen. Diese Markierungen sind keine Vorschläge, sie sind Grenzen.

Weitere Verhaltensregeln, die man kennen sollte:

  • Kein Wildcampen. Nur auf ausgewiesenen Campingplätzen übernachten.
  • Müll mitnehmen. Es gibt an vielen Naturorten keine Mülleimer. Alles, was du mitbringst, nimmst du auch wieder mit.
  • Keine Steine stapeln. Die sogenannten Cairns (Steinhaufen), die Touristen überall aufbauen, sind kein Kunstwerk, sondern eine Störung der Landschaft. Traditionelle Cairns, die als Wegmarkierung dienen, darf man nicht verändern.
  • Drohnen nur dort fliegen, wo es erlaubt ist. In Nationalparks, Naturschutzgebieten und an Vogelbrutstätten ist Drohnenflug verboten.
  • Abstand zu Tieren halten: Robben (mindestens 50 Meter), Vögel (mindestens 30 Meter), Wale werden nur von lizenzierten Booten aus beobachtet.
  • Heiße Quellen nicht verunreinigen. Keine Seife, kein Shampoo, keine Sonnencreme in natürliche heiße Quellen. Im Reykjadalur und anderen natürlichen Badeplätzen wird das zunehmend zum Problem.

Die Kampagne „Inspired by Iceland" hat den „Iceland Pledge" eingeführt, eine Online-Selbstverpflichtung, in der Touristen versprechen, verantwortungsvoll zu reisen. Es ist nur eine symbolische Geste, aber sie macht auf die Probleme aufmerksam.

Essen und Einkaufen mit Bewusstsein

Geothermisches Gewächshaus auf Island mit Tomaten und Gemüse
Geothermische Gewächshäuser in Hveragerði: Tomaten, Gurken und sogar Bananen wachsen hier dank Erdwärme (KI-generiert)

Island importiert etwa 60 Prozent seiner Lebensmittel, was lange Transportwege und entsprechende Emissionen bedeutet. Wer nachhaltig essen möchte, sollte auf lokale Produkte setzen. Isländisches Lamm (grasgefüttert, frei laufend), Fisch aus nachhaltigem Fang (Island hat strenge Fischfangquoten), Skyr (isländischer Joghurt), Kartoffeln und Rhabarber sind lokale Produkte mit kurzen Lieferketten.

Ein überraschender Fakt: Island hat dank der Geothermie eine wachsende Gewächshausproduktion. In Hveragerði, dem „Gewächshausdorf" etwa 45 Kilometer südlich von Reykjavík, werden Tomaten, Gurken, Paprika und sogar Bananen in geothermisch beheizten Gewächshäusern angebaut. Die Fridheimar-Farm in der Nähe ist ein Tourismusziel für sich, wo man in einem Tomatengewächshaus sitzen und Tomatensuppe essen kann (2.500 ISK / 17 EUR). Diese lokalen Produkte haben einen minimalen CO2-Fußabdruck, weil die Energie für die Beheizung aus der Erde kommt.

Beim Einkaufen im Supermarkt (Bónus, Krónan, Hagkaup) lohnt es sich, auf isländische Marken zu achten: MS-Milchprodukte, Vífilfell-Wasser (Leitungswasser ist auf Island allerdings ausgezeichnet, eine wiederverwendbare Flasche reicht), Víkingur-Brot. Plastiktüten kosten seit 2019 extra (ca. 50 ISK / 0,33 EUR), eigene Taschen mitbringen ist Standard. Island hat ein gut funktionierendes Pfandsystem für Dosen und Flaschen (Endurvinnslan), die Rückgabeautomaten stehen in den Supermärkten.

Das isländische Leitungswasser ist eines der besten der Welt. Es kommt direkt aus Gletscherquellen und wird ohne Chlor oder andere Zusätze geliefert. Eine wiederverwendbare Trinkflasche gehört auf jede Island-Reise, damit man keine Einweg-Plastikflaschen kaufen muss. In Reykjavík gibt es an mehreren Stellen öffentliche Trinkwasserbrunnen.

Initiativen und Projekte

Aufforstungsprojekt auf Island mit jungen Birken in Lavalandschaft
Aufforstung auf Island: Millionen junger Bäume sollen die Bodenerosion stoppen (KI-generiert)

Kolviður (Aufforstung): Island war bei der Besiedlung durch die Wikinger im 9. Jahrhundert zu etwa 30 Prozent bewaldet. Heute sind es weniger als 2 Prozent. Die Abholzung durch die Siedler und die darauffolgende Bodenerosion haben die Landschaft nachhaltig verändert. Kolviður ist ein staatlich unterstütztes Aufforstungsprogramm, das jährlich 3 bis 4 Millionen Bäume pflanzt, hauptsächlich Birken und Kiefern. Touristen können über die Website kolvidur.is Bäume pflanzen lassen (ab 500 ISK / 3,30 EUR pro Baum).

Carbfix: Am Hellisheiði-Geothermalkraftwerk nahe Reykjavík wird CO2 aus den geothermalen Emissionen abgeschieden und in Basaltgestein injiziert, wo es innerhalb von zwei Jahren zu Stein mineralisiert. Das Carbfix-Projekt ist weltweit führend in der CO2-Speicherung und hat bisher über 80.000 Tonnen CO2 dauerhaft gespeichert. Es ist kein Tourismusprojekt, aber man kann das Kraftwerk im Rahmen einer Führung besichtigen (kostenlos, Anmeldung erforderlich).

Ocean Cleanup: Mehrere lokale Organisationen organisieren regelmäßig Strandreinigungsaktionen an Islands Küsten, wo Plastikmüll aus dem Nordatlantik angespült wird. Touristen können sich über die Plattform Trash Talk (trashisland.is) für ehrenamtliche Cleanup-Tage anmelden. Die meisten Aktionen finden zwischen Mai und September statt und dauern 2 bis 4 Stunden.

Besucherlenkung: Die isländische Tourismusbehörde hat die App „Leiðarljós" (Leitlicht) entwickelt, die Echtzeit-Informationen über die Besucherauslastung an beliebten Orten anzeigt. Wenn Gullfoss überfüllt ist, schlägt die App alternative Wasserfälle in der Nähe vor. Das System steckt noch in den Anfängen, aber der Ansatz ist richtig: die Besucherströme auf mehr Orte verteilen, statt alle an dieselben 10 Hotspots zu schicken.

Häufige Fragen zum nachhaltigen Reisen auf Island

Ist es wirklich besser, im Winter statt im Sommer zu reisen?

Aus Nachhaltigkeitssicht ja. Im Winter sind die Sehenswürdigkeiten weniger besucht, die Natur hat mehr Ruhe, und die Preise für Unterkünfte und Mietwagen liegen 20 bis 40 Prozent unter dem Sommerniveau. Der Winter bietet zudem Nordlichter und Eishöhlen, die es im Sommer nicht gibt. Der Nachteil: kürzere Tage, schwierigere Straßenverhältnisse und einige Gebiete (Hochland, Westfjorde) sind nicht erreichbar.

Kann man auf Island Leitungswasser trinken?

Ja, und man sollte es. Das isländische Kaltwasser kommt aus Gletscherquellen und ist ohne jede Aufbereitung trinkbar. Es gehört zu den saubersten Trinkwassern der Welt. Eine wiederverwendbare Flasche mitzubringen spart Geld (Flaschenwasser im Supermarkt kostet 300 bis 500 ISK / 2 bis 3,30 EUR) und Plastik. Achtung: Das Warmwasser aus dem Hahn riecht manchmal nach Schwefel (geothermaler Ursprung), ist aber ebenfalls unbedenklich.

Was passiert, wenn man auf Moos tritt oder einen Weg verlässt?

Es gibt keine formelle Strafe für das Betreten von Mooslandschaften, aber die sozialen Konsequenzen sind real: Isländer nehmen den Schutz ihres Mooses ernst, und man wird angesprochen, wenn man erwischt wird. In Nationalparks können Ranger Verwarnungen aussprechen. Wichtiger als die Regel ist das Verständnis: Das Moos braucht Jahrzehnte zur Regeneration. Ein Foto, für das man fünf Schritte durchs Moos gelaufen ist, hat einen Fußabdruck hinterlassen, der länger bleibt als jedes Instagram-Posting.

Gibt es CO2-Kompensation direkt in Island?

Ja. Kolviður (kolvidur.is) bietet CO2-Kompensation durch Aufforstung an. Man kann entweder einen festen Betrag spenden oder die geschätzten CO2-Emissionen seines Fluges kompensieren. Die Kosten liegen bei etwa 500 ISK (3,30 EUR) pro Baum oder 2.500 ISK (17 EUR) für die Kompensation eines europäischen Hin- und Rückflugs. Einige Hotels und Touranbieter bieten die Kompensation als optionalen Aufpreis bei der Buchung an.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026