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Island im Sommer
Mitternachtssonne und Hochland erleben

Island im Sommer

15 Min. Lesezeit

Wenn im Juni die Sonne kaum noch untergeht und das Tageslicht kein Ende nehmen will, verwandelt sich Island in ein Reiseziel, das selten zu finden ist. Das Hochland öffnet seine Pfade, die Papageientaucher kehren an die Klippen zurück, und die Lupinen tauchen ganze Täler in ein leuchtendes Violett. Der isländische Sommer ist kurz, intensiv und von einer Schönheit, die einen nicht mehr loslässt.

Rund 80 Prozent aller Islandbesucher kommen zwischen Juni und August, und das hat handfeste Gründe. Im Sommer sind alle Straßen befahrbar, das Wetter ist am mildesten (was in Island relativ zu verstehen ist), und die Tage sind so lang, dass man abends um elf noch am Strand sitzen und dem Sonnenuntergang zusehen kann, der sich nahtlos in den nächsten Sonnenaufgang verwandelt. Es ist die Zeit, in der Island alles zeigt, was es zu bieten hat.

Doch der Sommer in Island hat auch seine Schattenseiten: volle Straßen, ausgebuchte Unterkünfte und Preise, die selbst skandinavische Verhältnisse in den Schatten stellen. Wer seine Reise klug plant, kann diese Nachteile minimieren und das Beste aus der kurzen Saison herausholen. Dieser Artikel hilft dabei.

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Warum der Sommer Islands beste Reisezeit ist

Der isländische Sommer beginnt spät und endet früh. Mai und September gelten als Randsaison, die eigentliche Hochsaison erstreckt sich über die Monate Juni, Juli und August. In dieser Zeit liegen die Durchschnittstemperaturen in Reykjavík bei 10 bis 15 Grad Celsius, im Landesinneren etwas darunter. Das klingt nicht nach Badewetter, und das ist es auch nicht. Aber es ist warm genug, um komfortabel wandern, fahren und die Landschaft genießen zu können.

Der wichtigste Vorteil des Sommers ist die Zugänglichkeit. Die Hochlandstraßen (F-Straßen) öffnen in der Regel zwischen Mitte Juni und Anfang Juli und schließen im September oder Oktober wieder. Nur in diesen Monaten sind Orte wie Landmannalaugar, das Kerlingarfjöll-Gebirge oder die Sprengisandur-Route erreichbar. Wer diese abgelegenen Regionen sehen möchte, muss im Sommer kommen.

Auch die Tierwelt zeigt sich im Sommer von ihrer besten Seite. Die Papageientaucher brüten zwischen Mai und August an den Küstenklippen, Wale sind in den Gewässern vor Húsavík und Reykjavík häufig zu sehen, und die Schafe grasen auf den Sommerwiesen, nachdem sie im Juni in die Berge getrieben wurden. Die Natur erwacht nach dem langen Winter mit einer Intensität, die selbst erfahrene Islandreisende überrascht.

Mitternachtssonne: Wenn die Nacht nicht kommt

Die Mitternachtssonne ist eines der packendsten Phänomene des isländischen Sommers. Um die Sommersonnenwende am 21. Juni herum geht die Sonne auf dem Festland Islands praktisch nicht unter. Technisch gesehen verschwindet sie für kurze Zeit unter dem Horizont, aber die Dämmerung ist so hell, dass es nie wirklich dunkel wird. Auf der kleinen Insel Grímsey, die genau auf dem nördlichen Polarkreis liegt, steht die Sonne zur Sonnenwende tatsächlich die ganze Nacht über dem Horizont.

Die Mitternachtssonne taucht eine isländische Küstenlandschaft in goldenes Licht
Die Mitternachtssonne taucht Islands Landschaft in endlose goldene Stunden (KI-generiert)

Für Reisende hat die Mitternachtssonne praktische Konsequenzen. Die offensichtlichste: Man kann wandern, fahren und fotografieren, wann immer man will. Es gibt keine Eile, weil es nicht dunkel wird. Viele Reisende berichten, dass sie ihr Zeitgefühl verlieren und plötzlich um zwei Uhr nachts an einem Wasserfall stehen, ohne zu merken, wie spät es ist. Das kann wunderbar sein, aber auch anstrengend, denn der Körper braucht Schlaf, auch wenn das Licht etwas anderes suggeriert.

Eine Schlafmaske gehört im Sommer ins Gepäck, wenn du in Unterkünften ohne Verdunkelungsvorhänge übernachtest. Viele Gästehäuser und Hotels auf dem Land haben keine perfekte Verdunkelung, und das ständige Licht kann den Schlaf empfindlich stören. Alternativ funktioniert auch ein dunkles T-Shirt über den Augen, aber eine richtige Schlafmaske ist komfortabler.

Die schönsten Momente der Mitternachtssonne erlebt man an der Küste. Wenn die Sonne um Mitternacht tief über dem Atlantik steht und das Wasser golden färbt, entstehen Lichtbedingungen, die Fotografen in Ekstase versetzen. Besonders empfehlenswert sind die Westfjorde, die Snæfellsnes-Halbinsel und die Küste bei Vík. Auch der Blick vom Berg Esja über Reykjavík ist zur Mitternachtssonnenzeit so, dass man es nicht vergisst.

Das Hochland: Islands verborgenes Herz

Das isländische Hochland ist die letzte große Wildnis Europas. Es umfasst das gesamte Landesinnere der Insel und ist größer als die meisten europäischen Länder, aber komplett unbewohnt. Keine Dörfer, keine Tankstellen, keine Handynetze. Nur Vulkane, Gletscher, Flüsse und eine Weite, die den Atem stocken lässt.

Die bunten Rhyolithberge von Landmannalaugar im isländischen Hochland unter blauem Himmel
Die Rhyolithberge von Landmannalaugar leuchten in Farben, die man kaum für real hält (KI-generiert)

Landmannalaugar ist der bekannteste Ort im Hochland und wird oft als das schönste Naturgebiet Islands bezeichnet. Die bunten Rhyolithberge, die in Gelb, Orange, Rot, Grün und Blau leuchten, wirken wie von einem Maler auf die Landschaft gemalt. Heiße Quellen sprudeln mitten in der Wildnis, und man kann nach einer Wanderung in einem natürlichen warmen Fluss baden. Die Anfahrt erfolgt über die F-Straße 208 und erfordert einen Allradwagen mit Hochlandzulassung. Alternativ fahren Busse ab Reykjavík.

Kerlingarfjöll liegt westlich der Sprengisandur-Route und gehört zu den am besten gehüteten Geheimnissen des Hochlands. Dampfende Fumarolen, bunte Geothermalfelder und schneebedeckte Gipfel bilden eine surreale Landschaft, die an außerirdische Welten erinnert. Es gibt eine Berghütte und einen Campingplatz, und mehrere markierte Wanderwege führen durch die Geothermalgebiete. Die Anfahrt über die F-35 (Kjölur-Route) ist eine der zugänglicheren Hochlandstrecken.

Askja ist ein Vulkankrater im östlichen Hochland, in dessen Caldera sich der See Öskjuvatn gebildet hat, der tiefste See Islands. Daneben liegt der Víti-Krater, ein kleiner Explosionskrater mit milchig-blauem, warmem Wasser, in dem man (auf eigene Gefahr) baden kann. Die Fahrt nach Askja ist lang und anspruchsvoll und erfordert Flussdurchquerungen. Geführte Tagestouren ab Mývatn sind die sicherste Option.

Wer das Hochland auf eigene Faust erkunden möchte, braucht ein zugelassenes Allradfahrzeug (kein normaler SUV), Erfahrung mit Flussdurchquerungen und eine sorgfältige Planung. Tankstellen gibt es im Hochland nicht, und Mobilfunkempfang ist nur an wenigen Stellen verfügbar. Informiere die Rettungsdienste über deine Route (über safetravel.is) und fahre nie allein.

Wandern im Sommer

Island ist ein Wanderparadies, und der Sommer ist die einzige Jahreszeit, in der die meisten Wanderwege zugänglich sind. Von kurzen Spaziergängen zu Wasserfällen bis zu mehrtägigen Trekkingtouren durch das Hochland bietet die Insel Routen für jeden Anspruch.

Der berühmteste Trekkingweg Islands ist der Laugavegur, eine 55 Kilometer lange Route von Landmannalaugar nach Þórsmörk, die in vier bis fünf Tagen gewandert wird. Die Strecke führt durch eine überwältigende Abfolge von Landschaften: bunte Rhyolithberge, schwarze Obsidianfelder, grüne Täler, Gletscherflüsse und nebelverhangene Bergpässe. Übernachtet wird in Berghütten des Isländischen Wandervereins (Ferðafélag Íslands) oder in Zelten. Die Hütten sollten Monate im Voraus reserviert werden, da sie in der Saison schnell ausgebucht sind.

Für weniger ambitionierte Wanderer gibt es zahlreiche Tageswanderungen. Der Fimmvörðuháls-Pass zwischen Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull führt zwischen zwei Gletschern hindurch und über die Krater, die beim Ausbruch des Eyjafjallajökull 2010 entstanden. Die Wanderung im Skaftafell-Nationalpark zum Svartifoss, einem Wasserfall, der von hexagonalen Basaltsäulen eingerahmt wird, ist kürzer und auch für Familien geeignet. Und die Wanderung zum Glymur, dem zweithöchsten Wasserfall Islands, bietet Abenteuer inklusive Höhlenquerung und Flussübergang.

Wanderer auf einem Pfad durch die grüne isländische Sommerlandschaft mit Bergen im Hintergrund
Islands Wanderwege führen durch einige der wildesten Landschaften Europas (KI-generiert)

Wichtig beim Wandern in Island: Das Wetter kann sich schnell ändern, auch im Sommer. Regen und Wind können innerhalb von Minuten aufziehen. Wasserdichte Kleidung, warme Schichten und ein geladenes Handy gehören in jeden Rucksack. Markierte Wege sollten nicht verlassen werden, da die isländische Vegetation (insbesondere Moos) extrem empfindlich ist und Jahrzehnte braucht, um sich von Trittschäden zu erholen.

Papageientaucher und Vogelwelt

Zwischen Mai und August kehren die Papageientaucher (Puffins) an Islands Küsten zurück, um zu brüten. Rund 60 Prozent der weltweiten Papageientaucher-Population brütet auf Island, und die Chancen, die charismatischen Vögel mit ihren bunten Schnäbeln aus nächster Nähe zu sehen, sind sehr gut.

Papageientaucher auf einer Klippe an der isländischen Küste mit Meer im Hintergrund
Papageientaucher brüten jeden Sommer zu Millionen an Islands Küstenklippen (KI-generiert)

Die besten Orte für Papageientaucher-Beobachtung sind die Klippen von Látrabjarg in den Westfjorden, die Insel Lundey vor Reykjavík (per Boot erreichbar), die Westmännerinseln (Vestmannaeyjar) und die Klippen bei Borgarfjörður eystri im Osten. An all diesen Orten kann man sich den Vögeln auf wenige Meter nähern, ohne sie zu stören. Die Papageientaucher sind erstaunlich zutraulich und lassen sich von ruhigen Beobachtern kaum aus der Ruhe bringen.

Neben den Papageientauchern bietet Island eine reiche Vogelwelt. Der Mývatn-See ist eines der wichtigsten Brutgebiete Europas für Enten und beherbergt mehr Entenarten als jeder andere See des Kontinents. Küstenseeschwalben (Kría) sind allgegenwärtig und verteidigen ihre Nester aggressiv gegen jeden Eindringling, einschließlich Touristen, denen sie gelegentlich auf den Kopf hacken. Eiderenten, Skuas und Austernfischer Watvogelarten runden das Bild ab.

Für Vogelbeobachter ist der Juni der beste Monat: Die meisten Zugvögel sind zurückgekehrt, die Brut hat begonnen, und die Aktivität an den Brutkolonien ist am höchsten. Ein Fernglas und ein einfacher Vogelführer für Island reichen aus, um die wichtigsten Arten zu bestimmen.

Die Ringstraße im Sommer

Die Ringstraße (Route 1) ist die Lebensader Islands und die beliebteste Reiseroute im Sommer. Die 1.322 Kilometer lange Straße umrundet die gesamte Insel und verbindet alle wichtigen Regionen und Sehenswürdigkeiten miteinander. Im Sommer ist sie vollständig asphaltiert und auch mit einem normalen Mietwagen befahrbar.

Für eine komplette Umrundung der Ringstraße solltest du mindestens sieben bis zehn Tage einplanen, besser zwei Wochen, wenn du Zeit für Wanderungen und spontane Stopps haben möchtest. Die klassische Route im Uhrzeigersinn führt von Reykjavík zunächst an der Südküste entlang (Seljalandsfoss, Skógafoss, Vík, Jökulsárlón), dann in den Osten (Egilsstaðir, Seyðisfjörður), den Norden (Mývatn, Akureyri, Húsavík) und schließlich über den Westen zurück nach Reykjavík.

Im Sommer kann es auf beliebten Abschnitten der Ringstraße voll werden, besonders an der Südküste zwischen Seljalandsfoss und Jökulsárlón. Die Parkplätze an den großen Wasserfällen füllen sich ab dem späten Vormittag, und an Orten wie dem Diamond Beach oder dem Skógafoss tummeln sich zu Spitzenzeiten Hunderte von Besuchern. Ein Trick: Nutze die langen Tage und besuche die beliebten Sehenswürdigkeiten früh am Morgen oder spät am Abend, wenn die meisten Touristen in ihren Unterkünften sind.

Violett blühende Lupinen in einem isländischen Tal mit Bergen und blauem Himmel
Im Juni verwandeln blühende Lupinen ganze Landstriche in leuchtend violette Teppiche (KI-generiert)

Tanken ist auf der Ringstraße im Sommer kein Problem, da alle Tankstellen geöffnet sind. Dennoch solltest du nie unter die halbe Tankfüllung kommen, da die Abstände zwischen den Tankstellen im Osten und Norden über hundert Kilometer betragen können. Bezahlt wird in Island fast ausschließlich mit Kreditkarte (Visa oder Mastercard), auch an Tankautomaten. Bargeld wird kaum benötigt.

Camping und Zelten

Camping ist eine der besten Möglichkeiten, Island im Sommer zu erleben, und zugleich die günstigste Übernachtungsform. Die Insel hat über 170 organisierte Campingplätze, die sich entlang der Ringstraße und in den touristisch erschlossenen Gebieten verteilen. Die Saison läuft von Anfang Juni bis Ende August, einige Plätze öffnen bereits Mitte Mai oder bleiben bis Mitte September geöffnet.

Die Campingplätze in Island sind in der Regel einfach ausgestattet: Rasenflächen zum Zelten, Toiletten, manchmal Duschen (die oft extra kosten) und gelegentlich ein Gemeinschaftsraum mit Kochmöglichkeit. Luxus darf man nicht erwarten, aber die Lagen sind oft wild: direkt am Meer, neben einem Wasserfall oder am Fuß eines Gletschers. Die Kosten liegen bei 1.500 bis 2.500 ISK (ca. 10 bis 17 Euro) pro Person und Nacht.

Die isländische Campingcard (Camping Card) ist eine lohnende Investition für alle, die mehr als zehn Nächte campen. Für rund 22.000 ISK (ca. 150 Euro) ist sie auf 28 Nächte auf teilnehmenden Campingplätzen gültig und deckt bis zu zwei Erwachsene und vier Kinder ab. Die Karte kann online oder in Buchhandlungen und Tankstellen in Island gekauft werden.

Wildcampen ist in Island seit 2015 strenger reguliert. Im bewirtschafteten Land (also nahezu überall entlang der Ringstraße und in der Nähe von Bauernhöfen) ist es nur mit Erlaubnis des Grundbesitzers gestattet. Im unbewohnten Hochland ist Wildcampen mit einem kleinen Zelt für eine Nacht erlaubt, solange man keinen sichtbaren Müll hinterlässt und die Natur nicht beschädigt. Campingfahrzeuge und Wohnmobile dürfen grundsätzlich nur auf ausgewiesenen Campingplätzen übernachten.

Was die Ausrüstung betrifft: Ein windstabiles Zelt ist in Island lebenswichtig. Die Winde können selbst im Sommer mit Sturmstärke blasen, und billige Festival-Zelte haben keine Chance. Ein Drei-Jahreszeiten-Zelt mit Sturmabspannung, ein warmer Schlafsack (Komfortbereich minus 5 bis 0 Grad) und eine isolierende Isomatte sind die Mindestausstattung. Ein Kocher zum Selbstkochen spart bei den hohen isländischen Lebensmittelpreisen erheblich Geld.

Kosten und praktische Tipps

Der Sommer ist die teuerste Reisezeit für Island. Flüge von Deutschland nach Keflavík kosten in der Hochsaison zwischen 200 und 400 Euro pro Strecke, je nach Buchungszeitpunkt und Airline. Icelandair und PLAY sind die beiden wichtigsten Fluggesellschaften. Frühbucher (drei bis sechs Monate im Voraus) zahlen deutlich weniger.

Mietwagen kosten im Sommer zwischen 70 und 200 Euro pro Tag, je nach Fahrzeugklasse. Ein normaler Kleinwagen reicht für die Ringstraße, aber für Hochlandstraßen und Schotterstraßen ist ein Allradfahrzeug erforderlich. Buche den Mietwagen so früh wie möglich, da die Verfügbarkeit im Hochsommer begrenzt ist und die Preise mit steigender Nachfrage klettern. Die Tankkosten liegen bei etwa 2,00 bis 2,50 Euro pro Liter Benzin (ca. 350 ISK).

Unterkünfte sind im Sommer die größte Kostenstelle. Ein Doppelzimmer in einem Gästehaus kostet zwischen 120 und 250 Euro pro Nacht, Hotels in Reykjavík beginnen bei 180 Euro. Auf dem Land sind Farmunterkünfte und Gästehäuser oft günstiger und persönlicher. Buche Unterkünfte an der Südküste und am Mývatn mindestens drei Monate im Voraus, da beliebte Orte schnell ausgebucht sind. Camping ist die günstigste Option und kostet nur einen Bruchteil der Hotelpreise.

Essen gehen ist teuer: Ein Hauptgericht im Restaurant kostet zwischen 25 und 45 Euro (3.500 bis 7.000 ISK), ein Bier rund 10 bis 12 Euro (1.500 bis 1.800 ISK). Wer sparen will, kocht selbst. Die Supermärkte Bónus (gelbes Schwein als Logo), Krónan und Nettó bieten die günstigsten Lebensmittelpreise. Ein Hot Dog beim berühmten Bæjarins Beztu in Reykjavík ist mit etwa 5 Euro (750 ISK) eines der wenigen echten Schnäppchen.

Häufige Fragen zu Island im Sommer

Wann genau ist die beste Zeit für eine Sommerreise nach Island?

Die Monate Mitte Juni bis Mitte August bieten die besten Bedingungen: Alle Straßen sind offen, die Mitternachtssonne scheint, die Papageientaucher sind da und das Wetter ist am mildesten. Wer weniger Trubel möchte, sollte den frühen Juni oder den September in Betracht ziehen. Die Hochlandstraßen öffnen je nach Schneelage zwischen Mitte Juni und Anfang Juli.

Brauche ich einen Allradwagen für die Ringstraße?

Für die asphaltierte Ringstraße (Route 1) reicht im Sommer ein normaler Mietwagen. Sobald du jedoch Hochlandstraßen (F-Straßen), Schotterstraßen oder Strecken wie die Zufahrt nach Landmannalaugar befahren möchtest, ist ein Allradwagen mit Hochlandzulassung Pflicht. Das Fahren mit einem normalen Auto auf F-Straßen ist gefährlich, und auch versicherungstechnisch nicht abgedeckt.

Wie warm wird es im isländischen Sommer?

Die Durchschnittstemperaturen liegen im Juli in Reykjavík bei 11 bis 14 Grad Celsius, an guten Tagen können es bis zu 20 Grad werden. Im Landesinneren und in höheren Lagen ist es kühler. Wind und Regen können die gefühlte Temperatur deutlich senken. Packe warme Kleidung ein, auch im Sommer, und rechne mit allem von Sonnenschein bis Graupelschauer, oft am selben Tag.

Muss ich Unterkünfte im Sommer vorbuchen?

Ja, dringend empfohlen. Beliebte Unterkünfte an der Südküste, am Mývatn und in Reykjavík sind im Juli und August oft Monate im Voraus ausgebucht. Wer spontan reist, hat am ehesten im Norden und Osten Islands Glück, wo die Touristendichte geringer ist. Für Campingplätze ist meist keine Vorausreservierung nötig, aber es gibt Ausnahmen (z.B. Þórsmörk und Landmannalaugar).

Gibt es Mücken oder andere Insekten im Sommer?

Island hat keine Stechmücken, was für ein subarktisches Land bemerkenswert ist. Allerdings gibt es am Mývatn-See (der Name bedeutet wörtlich Mückensee) Schwärme kleiner, nicht stechender Mücken, die im Sommer lästig werden können. Ein Mückennetz für den Kopf (im Mývatn-Gebiet in Shops erhältlich) ist hilfreich. Ansonsten ist Island weitgehend insektenfrei, was das Camping besonders angenehm macht.

Der isländische Sommer ist eine Jahreszeit, die man nicht einfach bereist, sondern erlebt. Die Tage, die kein Ende nehmen. Die Landschaften, die in keinen Rahmen passen. Die Stille des Hochlands, die so laut ist, dass man sie hören kann. Das Gefühl, wenn man um Mitternacht im goldenen Licht am Rand eines Gletschers steht und versteht, warum die Isländer ihre Insel so lieben, wie sie es tun. Der Sommer in Island ist kurz. Aber er ist lang genug, um alles zu verändern.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026