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Island im Winter
Nordlichter, Eishöhlen und Schnee erleben

Island im Winter

16 Min. Lesezeit

Es gibt ein Island, das die meisten Touristen nie sehen: das winterliche. Wenn die Sonne sich kaum über den Horizont erhebt, der Schnee die Lavafelder in Weiß hüllt und die Nordlichter über den dunklen Himmel tanzen, zeigt die Insel eine Seite, die noch wilder, noch stiller und noch starker ist als im Sommer.

Lange galt Island als reines Sommerziel. Die Monate Juni, Juli und August zogen den Großteil der Besucher an, angelockt von der Mitternachtssonne und den langen Tagen. Doch in den letzten Jahren hat sich das verändert. Immer mehr Reisende entdecken den isländischen Winter für sich, und das hat gute Gründe: Die Nordlichter, die es nur zwischen September und März zu sehen gibt. Die Eishöhlen im Vatnajökull, die nur im Winter zugänglich sind. Die verschneiten Wasserfälle, die gefrorenen Küstenlandschaften und die besondere Atmosphäre eines Landes, das sich in der Dunkelheit völlig verwandelt.

Dieser Artikel gibt dir alles, was du für eine Winterreise nach Island wissen musst: von der besten Zeit für Nordlichter über die Logistik des Autofahrens im Schnee bis hin zu Kosten, Packliste und den Erlebnissen, die du nur in der kalten Jahreszeit haben kannst.

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Warum Island im Winter eine Reise wert ist

Der offensichtlichste Grund sind die Nordlichter, aber es gibt weit mehr. Im Winter hat Island eine Qualität, die im Sommer fehlt: Stille. Während in der Hochsaison Hunderte von Bussen und Mietwagen die Ringstraße verstopfen und die Sehenswürdigkeiten überlaufen, ist Island im Winter deutlich leerer. An manchen Orten bist du der einzige Besucher. Der Gullfoss-Wasserfall, im Sommer von Touristen umlagert, gehört dir im Januar manchmal ganz allein.

Die Landschaft verändert sich grundlegend. Die schwarzen Lavafelder werden zu weißen Schneefeldern. Die Wasserfälle frieren teilweise zu, und Eiszapfen hängen von den Klippen. Die Strände bei Vík, im Sommer schwarz und dramatisch, bekommen unter einer Schneedecke einen ganz anderen Charakter. Das Licht ist anders als alles andere: In den wenigen Stunden, in denen die Sonne über dem Horizont steht, taucht sie die Landschaft in goldene und rosa Töne, die Fotografen in Verzückung versetzen.

Die Preise sind ein weiterer Vorteil. Flüge nach Island sind im Winter oft deutlich günstiger als im Sommer. Auch Mietwagen und Unterkünfte kosten in der Nebensaison weniger. Wer flexibel ist und außerhalb der Weihnachtszeit reist, kann erheblich sparen. Die Monate Januar und Februar bieten oft das beste Verhältnis aus niedrigen Preisen und guten Nordlichtchancen.

Nordlichter: Wann und wo du sie siehst

Die Nordlichter (Aurora Borealis) sind für viele das Hauptmotiv einer Winterreise nach Island. Die Insel liegt zwischen dem 63. und 66. Breitengrad und damit ideal im sogenannten Nordlichtgürtel, dem Bereich, in dem die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter am höchsten ist.

Leuchtend grüne Nordlichter über einer verschneiten isländischen Landschaft
Die Nordlichter über Island gehören zu den intensivsten Naturerlebnissen, die Europa zu bieten hat (KI-generiert)

Die Nordlichtsaison dauert von September bis März, wobei die dunkelsten Monate (November bis Februar) die besten Chancen bieten. Nordlichter brauchen Dunkelheit, um sichtbar zu sein, und je länger die Nächte, desto größer das Zeitfenster für eine Sichtung. Allerdings sind Nordlichter kein garantiertes Erlebnis: Sie hängen von der Sonnenaktivität ab, und auch bei starker Aktivität können Wolken die Sicht versperren.

Um die Chancen zu maximieren, solltest du folgende Faktoren beachten: Dunkelheit (kein Mondlicht, keine Straßenbeleuchtung), klarer Himmel (wolkenfreie Nächte) und hohe Sonnenaktivität (KP-Index von 3 oder höher). Die Isländische Meteorologische Behörde veröffentlicht eine Nordlichtvorhersage auf vedur.is, die sowohl die Bewölkung als auch die Sonnenaktivität berücksichtigt. Diese Vorhersage solltest du jeden Abend prüfen.

Die besten Orte für Nordlichter sind Gebiete mit wenig Lichtverschmutzung. Das bedeutet: weg von Reykjavík. Schon eine Fahrt von 20 bis 30 Minuten aus der Stadt hinaus verbessert die Sichtbarkeit erheblich. Besonders gute Spots sind das Þingvellir-Gebiet, die Snæfellsnes-Halbinsel, die Region um Vík und das Gebiet rund um den Mývatn-See im Norden. Viele Unterkünfte auf dem Land bieten einen Nordlicht-Weckservice an: Wenn die Lichter erscheinen, klopft der Gastgeber an die Tür.

Geführte Nordlichttouren ab Reykjavík sind eine gute Option für alle, die keinen Mietwagen haben oder die Jagd nach den Lichtern lieber erfahrenen Guides überlassen möchten. Die Touren kosten zwischen 50 und 80 Euro (ca. 7.500 bis 12.000 ISK) pro Person und dauern etwa drei bis vier Stunden. Die meisten Anbieter garantieren eine kostenlose Wiederholung, wenn bei der ersten Tour keine Nordlichter gesichtet werden.

Eishöhlen im Vatnajökull

Die Eishöhlen im Vatnajökull, Europas größtem Gletscher, gehören zu den wildesten Wintererlebnissen Islands und sind nur zwischen November und März zugänglich. Im Sommer schmelzen die Höhlen durch die wärmeren Temperaturen und das Schmelzwasser, das durch den Gletscher fließt. Jeden Winter entstehen neue Höhlen an anderen Stellen, und die Guides müssen sie jede Saison aufs Neue suchen und auf Sicherheit prüfen.

Das Innere einer leuchtend blauen Eishöhle im Vatnajökull-Gletscher
Die Eishöhlen im Vatnajökull bestechen durch ihr unwirklich blaues Licht und ihre packenden Eisformationen (KI-generiert)

Das Innere der Höhlen ist überwältigend. Das Eis leuchtet in verschiedenen Blautönen, von zartem Hellblau bis zu tiefem Kobalt, je nachdem, wie stark das Licht durch das Eis dringt. Die Wände und Decken sind geformt von fließendem Wasser und weisen Rillen, Wellen und Lufteinschlüsse auf, die wie eingefroren wirken. In manchen Höhlen kann man schwarze Ascheschichten im Eis erkennen, Überreste vergangener Vulkanausbrüche, die vom Gletscher konserviert wurden.

Eishöhlentouren starten in der Regel von der Gletscherlagune Jökulsárlón oder dem nahegelegenen Diamond Beach. Die Anfahrt zum Höhleneingang erfolgt im Geländewagen, gefolgt von einem kurzen Fußmarsch über den Gletscher. Die Tour dauert insgesamt etwa drei bis vier Stunden, davon verbringt man rund eine Stunde in der Höhle selbst. Die Guides stellen Steigeisen, Helme und bei Bedarf Stirnlampen zur Verfügung.

Die Kosten liegen bei 150 bis 200 Euro (ca. 22.000 bis 30.000 ISK) pro Person. Frühzeitige Buchung ist dringend empfohlen, da die Touren stark nachgefragt sind und die Plätze begrenzt. Die Guides achten darauf, dass die Gruppen klein bleiben, um Sicherheit und Erlebnisqualität zu gewährleisten. Wer zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar kommt, hat die besten Chancen auf stabile Höhlen, da die Kälte das Eis verfestigt.

Wichtig: Eishöhlen können gefährlich sein, und ein Besuch ohne erfahrenen Guide ist ausdrücklich nicht empfohlen. Die Eisdecke kann brechen, Schmelzwasser kann unvermittelt einströmen, und die Orientierung im Inneren eines Gletschers ist ohne Erfahrung nahezu unmöglich. Die lizenzierten Guides kennen die Verhältnisse und überwachen die Stabilität der Höhlen täglich.

Winterlandschaften und Fotomotive

Island im Winter bietet Fotografen eine Fülle von Motiven, die es im Sommer schlicht nicht gibt. Das tiefstehende Licht, das nur wenige Stunden am Tag verfügbar ist, taucht die Landschaft in warme Goldtöne und lange Schatten. Die sogenannte goldene Stunde, die Fotografen normalerweise kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang nutzen, erstreckt sich im isländischen Winter über den gesamten hellen Teil des Tages.

Besonders fotogen sind die Wasserfälle. Der Seljalandsfoss, normalerweise von einer Gischt aus Wassertropfen umgeben, verwandelt sich im Winter in ein Kunstwerk aus Eiszapfen. Der Skógafoss bekommt einen Rahmen aus gefrorenem Sprühwasser, und der Gullfoss wirkt unter einer Eisschicht noch mächtiger als im Sommer. Auch der Dettifoss im Norden, Europas mächtigster Wasserfall, ist im Winter erreichbar, allerdings nur bei guten Straßenverhältnissen.

Eine verschneite Straße in Island führt durch eine weite weiße Winterlandschaft mit Bergen
Verschneite Straßen und endlose weiße Weiten prägen das Bild einer Winterreise durch Island (KI-generiert)

Der Diamond Beach bei Jökulsárlón ist im Winter besonders eindrucksvoll. Die Eisblöcke, die aus der Gletscherlagune an den schwarzen Strand gespült werden, glitzern im flachen Winterlicht wie riesige Edelsteine. Die Kontraste zwischen dem schwarzen Sand, dem transparenten Eis und dem grauen Winterhimmel sind von einer Intensität, die selbst Smartphone-Fotos wild aussehen lässt.

Die Snæfellsnes-Halbinsel im Westen verwandelt sich im Winter in eine Märchenlandschaft. Der Berg Kirkjufell, ohnehin eines der meistfotografierten Motive Islands, bekommt unter einer Schneedecke eine ganz neue Dimension. Die Kirche von Búðir, eine kleine schwarze Holzkirche auf einem Lavafeld, wirkt vor verschneitem Hintergrund wie aus einem nordischen Märchen. Und die Felssäulen von Londrangar an der Küste ragen aus der Winterlandschaft hervor wie die Finger einer vergessenen Riesenhand.

Autofahren im isländischen Winter

Das Autofahren im isländischen Winter ist die größte Herausforderung einer Winterreise und sollte nicht unterschätzt werden. Die Straßenverhältnisse können sich innerhalb von Minuten ändern, und was morgens eine trockene, schneefrei Fahrbahn war, kann nachmittags unter einer Eisschicht verborgen sein. Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, muss auf alles vorbereitet sein.

Ein Allradfahrzeug ist im Winter dringend empfohlen, auch wenn die Ringstraße (Route 1) in der Regel geräumt wird. Abseits der Hauptstraße, und manchmal auch auf der Ringstraße selbst, können Schnee, Eis und Wind die Fahrt erheblich erschweren. Die Mietwagenfirmen bieten Winterreifen (Spikes) an, die bei Buchung ausdrücklich verlangt werden sollten. Ohne Spikes auf Eis zu fahren ist nicht nur gefährlich, sondern in Island auch gegen die Vorschriften.

Die Website road.is zeigt in Echtzeit die Straßenzustände auf allen Straßen Islands. Grüne Markierungen bedeuten gute Verhältnisse, gelbe schwierige, rote geschlossene Straßen. Prüfe diese Seite jeden Morgen, bevor du losfährst, und passe deine Route entsprechend an. Die Hochlandstraßen (F-Straßen) sind im Winter grundsätzlich geschlossen. Die Ringstraße ist größtenteils ganzjährig befahrbar, aber Abschnitte im Norden und Osten können bei starkem Schneefall tagelang gesperrt sein.

Plane großzügig mit der Fahrzeit. Geschwindigkeiten von 50 bis 70 km/h auf der Ringstraße sind im Winter normal, auch wenn das Tempolimit bei 90 km/h liegt. Fahre bei Schnee und Eis besonders vorsichtig, nutze das Abblendlicht auch tagsüber (in Island Pflicht) und halte genügend Abstand zum Vorausfahrenden. Bei Sturm oder Schneeverwehungen ist es besser, an einem sicheren Ort zu warten, als weiterzufahren.

Reykjavík im Winter

Reykjavík ist im Winter gemütlicher als im Sommer. Die Stadt wird weihnachtlich geschmückt, die Cafés sind warm und einladend, und die kulturelle Szene blüht, weil die langen Nächte Zeit für Konzerte und Ausstellungen lassen. Die Weihnachtssaison in Reykjavík beginnt Ende November und ist geprägt von den 13 Yule Lads (Jólasveinar), den isländischen Weihnachtsmännern, die zwischen dem 12. und 24. Dezember nacheinander in die Stadt kommen.

Die beleuchtete Hallgrímskirkja in Reykjavík an einem verschneiten Winterabend
Reykjavík im Winter: Gemütliche Cafés, kulturelle Veranstaltungen und eine festliche Atmosphäre (KI-generiert)

Silvester in Reykjavík ist ein Erlebnis für sich. Die Isländer feiern mit einem massiven Feuerwerk, das nicht zentral organisiert wird, sondern von den Bewohnern selbst gezündet wird. Von der Hallgrímskirkja oder dem Perlan aus hat man den besten Blick auf das Spektakel, das den gesamten Himmel über der Stadt erhellt. Dazu gehört die Tradition, am Silvesterabend die sogenannten Áramótaskaup zu schauen, eine satirische Jahresrückblickshow im isländischen Fernsehen, die praktisch jeder Isländer sieht.

Die Schwimmbäder der Stadt sind im Winter besonders reizvoll. In den geothermisch beheizten Freibecken zu schwimmen, während Schneeflocken auf das warme Wasser fallen, ist ein Erlebnis, das man in keinem anderen europäischen Land in dieser Form haben kann. Das Laugardalslaug, Reykjavíks größtes Schwimmbad, hat mehrere Hot Pots, ein Dampfbad und ein Sportbecken. Der Eintritt kostet nur etwa 8 Euro (ca. 1.200 ISK) und ist damit eines der günstigsten Freizeitvergnügen der Stadt.

Für die kulinarische Seite empfiehlt sich ein Besuch in den Restaurants rund um die Laugavegur, Reykjavíks Haupteinkaufsstraße. Die isländische Winterküche ist herzhaft und wärmend: Lammsuppe (kjötsúpa), geräuchertes Lamm (hangikjöt) und das traditionelle Þorrablót-Essen im Januar und Februar, bei dem fermentierter Hai, getrockneter Fisch und Schafskopf serviert werden. Letzteres ist nichts für empfindliche Mägen, gehört aber zur isländischen Kultur und sollte zumindest probiert werden.

Kosten und Budget für eine Winterreise

Island ist generell kein günstiges Reiseland, aber im Winter liegen die Kosten deutlich unter dem Sommerniveau. Flüge von Deutschland nach Keflavík sind im Januar und Februar oft ab 100 bis 150 Euro pro Strecke zu finden, während sie im Sommer das Doppelte oder mehr kosten. Direktflüge gibt es ab Frankfurt und Hamburg.

Mietwagen kosten im Winter je nach Fahrzeugklasse zwischen 50 und 120 Euro pro Tag. Ein Allradfahrzeug ist die sichere Wahl und liegt am oberen Ende dieser Spanne. Dazu kommen Versicherungen, die in Island besonders wichtig sind: Die Kfz-Versicherung (CDW) ist im Mietpreis enthalten, aber eine Zusatzversicherung gegen Sand- und Ascheschäden (SAAP) sowie eine Kies-/Steinschlagversicherung (GP) werden empfohlen. Die Gesamtkosten für Versicherungen liegen bei etwa 15 bis 30 Euro pro Tag zusätzlich.

Unterkünfte variieren stark. Ein Doppelzimmer in einem Gästehaus oder Budget-Hotel kostet zwischen 80 und 150 Euro pro Nacht. Hotels in Reykjavík liegen bei 120 bis 250 Euro. Auf dem Land gibt es gemütliche Farmunterkünfte ab 70 Euro. Wer sparen möchte, kann in Hostels ab 30 bis 40 Euro pro Nacht im Schlafsaal unterkommen. Ferienwohnungen sind eine gute Option für längere Aufenthalte und ermöglichen Selbstverpflegung, was bei den hohen Restaurantpreisen in Island erheblich Geld spart.

Ein realistisches Tagesbudget für eine Winterreise nach Island liegt bei 150 bis 250 Euro pro Person, einschließlich Mietwagen und Unterkunft Aktivität. Wer günstig reist, kann mit 100 Euro pro Tag auskommen; wer es komfortabel mag und jeden Tag eine Tour bucht, sollte mit 300 bis 400 Euro rechnen.

Packliste für den isländischen Winter

Die richtige Kleidung entscheidet über den Spaß einer Winterreise nach Island. Das Wetter ist unberechenbar: Ein sonniger Morgen kann sich innerhalb einer Stunde in einen Schneesturm verwandeln. Das Prinzip heißt Schichten, und zwar so, dass jede Schicht eine Funktion erfüllt.

Die unterste Schicht (Baselayer) besteht aus Merinowolle oder synthetischem Funktionsmaterial, das den Schweiß vom Körper wegtransportiert. Baumwolle ist ungeeignet, weil sie Feuchtigkeit aufsaugt und langsam trocknet. Darüber kommt eine isolierende Schicht aus Fleece oder Daunen, die die Körperwärme hält. Die äußerste Schicht (Shell) muss wind- und wasserdicht sein, idealerweise eine Gore-Tex-Jacke und eine entsprechende Hose.

Der schwarze Strand von Vík mit Schnee auf den umliegenden Klippen und stürmischer Brandung
Der schwarze Strand bei Vík im Winter: Eine dramatische Kulisse aus Schnee und Brandung (KI-generiert)

An den Füßen sind wasserdichte, isolierte Winterstiefel mit rutschfester Sohle wichtig. Wanderschuhe allein reichen im isländischen Winter nicht aus, wenn Eis und Schnee die Wege bedecken. Grödel (leichte Spikes zum Überziehen) sind eine sinnvolle Ergänzung und kosten nur wenige Euro. An den Händen empfehlen sich wasserdichte Handschuhe mit guter Isolierung, und für den Kopf eine Mütze, die auch bei Wind sitzt.

Zusätzlich zur Kleidung gehören folgende Dinge ins Gepäck: Stirnlampe (die Dunkelheit kommt früh), Sonnenschutz (ja, auch im Winter, das reflektierte Licht auf Schnee kann die Haut verbrennen), wiederverwendbare Wärmepads für die Hände und eine gute Thermoskanne für unterwegs. Wer fotografieren möchte, sollte Ersatzakkus mitbringen, da Kamera-Akkus in der Kälte schnell an Leistung verlieren.

Häufige Fragen zu Island im Winter

Wie kalt wird es im isländischen Winter wirklich?

Überraschenderweise ist es in Island weniger kalt, als viele denken. Dank des Golfstroms liegen die Durchschnittstemperaturen in Reykjavík im Januar bei etwa minus ein bis plus drei Grad Celsius. Im Norden und im Hochland kann es deutlich kälter werden, bis minus 15 Grad oder tiefer. Der Wind ist oft das größere Problem als die Temperatur: Windchill-Effekte lassen die gefühlte Temperatur weit unter den tatsächlichen Wert sinken.

Kann man im Winter die Ringstraße umfahren?

Technisch ja, aber es ist deutlich anspruchsvoller als im Sommer. Die Ringstraße (Route 1) wird regelmäßig geräumt, kann aber bei starkem Schneefall oder Sturm zeitweise gesperrt sein, besonders die Abschnitte im Norden und Osten. Plane mehr Zeit ein als im Sommer (mindestens zehn bis zwölf Tage statt der üblichen sieben) und sei bereit, deine Route kurzfristig anzupassen. Für eine kürzere Winterreise ist die Südküste bis Jökulsárlón die sicherste und lohnendste Strecke.

Wann sind die Nordlichter am besten zu sehen?

Die dunkelsten Monate Dezember und Januar bieten die längsten Zeitfenster, aber auch September und März sind gute Nordlichtmonate. Statistisch gesehen sind die Chancen am besten zwischen 22 und 2 Uhr nachts. Die Sonnenaktivität folgt einem elfjährigen Zyklus, und hohe Aktivitätsjahre bieten häufigere und intensivere Nordlichter. Plane mindestens drei bis vier Nächte ein, um die Wahrscheinlichkeit einer Sichtung zu erhöhen.

Sind geführte Touren im Winter besser als Selbstfahren?

Beide Optionen haben Vor- und Nachteile. Geführte Touren nehmen dir das Risiko des Winterfahrens ab und werden von erfahrenen Guides geleitet, die die Straßen und Wetterbedingungen kennen. Sie sind ideal für Reisende ohne Winterfahrerfahrung. Selbstfahren bietet mehr Flexibilität, erfordert aber Erfahrung mit winterlichen Straßenverhältnissen und die Bereitschaft, Pläne kurzfristig zu ändern. Ein Kompromiss: Reykjavík als Basis nutzen und von dort geführte Tagestouren unternehmen.

Gibt es im Winter genug Tageslicht für Sightseeing?

Im Dezember hat Island nur vier bis fünf Stunden Tageslicht, im Januar und Februar sechs bis acht Stunden. Das klingt wenig, aber das besondere Licht dieser Stunden ist unvergleichlich schön. Plane deine Fahrten und Besichtigungen um die hellen Stunden herum und nutze die dunklen Stunden für Nordlichtjagd und Restaurantbesuche. Im März nimmt das Tageslicht schnell zu, und Ende März sind es bereits zwölf Stunden.

Island im Winter ist nichts für Menschen, die Sonnenschein und Wärme brauchen, um sich wohlzufühlen. Es ist etwas für alle, die das Besondere suchen, die sich von Nordlichtern verzaubern lassen, die in Eishöhlen staunend stehen und die sich beim Fahren durch eine weiße Winterlandschaft lebendig fühlen. Der isländische Winter verlangt Respekt und Vorbereitung. Dafür schenkt er Erlebnisse, die man auf keiner Sommerreise der Welt haben kann.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026