Danhostel
Dänemark ist kein günstiges Reiseland. Die Preise für Hotels, Restaurants und Lebensmittel liegen deutlich über dem europäischen Durchschnitt, und ein einwöchiger Urlaub kann das Budget spürbar belasten. Wer das Land trotzdem bereisen möchte, ohne dafür ein Vermögen auszugeben, findet in den Danhostels eine Lösung, die in Dänemark seit über 90 Jahren funktioniert. Danhostel ist das Netzwerk der dänischen Jugendherbergen, und der Name ist etwas irreführend, denn die Häuser richten sich längst nicht mehr nur an junge Rucksackreisende. Familien, Paare, Radfahrer und Senioren übernachten dort genauso selbstverständlich wie Studenten und Interrail-Reisende.
Was die dänischen Jugendherbergen von ihren deutschen Pendants unterscheidet, ist der Qualitätsstandard. Viele Danhostels wurden in den letzten Jahren renoviert und bieten Zimmer, die sich von einem Mittelklasse-Hotel kaum unterscheiden. Es gibt Privatzimmer mit eigenem Bad, Familienzimmer mit Etagenbetten und Gemeinschaftsräume, in denen man andere Reisende trifft. Die Lage der Häuser ist oft sehr gut: am Strand, im Stadtzentrum, am Waldrand oder auf einer der dänischen Inseln.
Mehr als nur Jugendherberge
Das Bild der Jugendherberge, das viele aus Kindertagen kennen, hat mit der Realität der heutigen Danhostels wenig zu tun. In den 1970er und 1980er Jahren waren dänische Jugendherbergen tatsächlich einfache Unterkünfte mit Mehrbettzimmern, Gemeinschaftsduschen und einem Frühstücksraum mit Plastiktischdecken. Seitdem hat sich vieles verändert. Die Danhostel-Vereinigung hat in den letzten zwei Jahrzehnten konsequent in die Modernisierung der Häuser investiert, und das Ergebnis sind Unterkünfte, die mit kleinen Hotels konkurrieren können.
Tipp: Berechne dein persönliches Reisebudget mit unserem Dänemark-Reisekostenrechner.
Ein modernes Danhostel bietet in der Regel Privatzimmer für zwei bis sechs Personen, oft mit eigenem Bad und WC. Daneben gibt es weiterhin Mehrbettzimmer (Dorms) für Alleinreisende und Gruppen, in denen man sich den Raum mit anderen Gästen teilt. Die Zimmer sind saüber und funktional eingerichtet, mit robusten Möbeln, gutem Bettzeug und ausreichend Stauraum. WLAN ist in allen Häusern kostenlos verfügbar.
Was Danhostels von Hotels unterscheidet, ist die Gemeinschaftsküche. In jedem Danhostel gibt es eine Küche, die allen Gästen offensteht und in der man seine Mahlzeiten selbst zubereiten kann. Das allein spart erhebliche Kosten, denn wer in Dänemark dreimal am Tag im Restaurant isst, gibt schnell 400 bis 600 DKK (ca. 54 bis 81 EUR) pro Person aus. Wer hingegen im Supermarkt einkauft und in der Hostelküche kocht, kommt mit einem Bruchteil davon aus.
Geschichte und Netzwerk
Die erste dänische Jugendherberge wurde 1929 eröffnet, inspiriert von der deutschen Jugendherbergsbewegung, die Richard Schirrmann Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet hatte. Die Idee war, jungen Menschen günstiges Reisen zu ermöglichen und ihnen einen Ort zu bieten, an dem sie übernachten konnten, ohne auf teure Hotels angewiesen zu sein. In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Netzwerk stetig, und heute gibt es rund 60 Danhostels in ganz Dänemark.
Die Häuser sind über das ganze Land verteilt und decken alle Regionen ab. Es gibt Danhostels in den großen Städten Kopenhagen, Aarhus und Odense, an der Nordsee und Ostseeküste, in den Wäldern Mitteljütlands und auf den Inseln Bornholm, Ærø und Fanø. Viele der Häuser liegen an Orten, die für Radfahrer und Wanderer besonders interessant sind, und einige sind direkt an Fernradwegen wie dem Nordseeradweg gelegen.
Die Danhostel-Vereinigung ist Mitglied bei Hostelling International (HI), dem weltweiten Dachverband der Jugendherbergen. Das bedeutet, dass Inhaber einer HI-Mitgliedskarte in allen Danhostels übernachten können und Rabatte auf den Übernachtungspreis erhalten. Auch ohne Mitgliedskarte ist eine Übernachtung möglich, allerdings fällt dann eine Zusatzgebühr an. Die Details dazu stehen im Abschnitt zu Preisen und Mitgliedschaft.
Zimmertypen und Ausstattung
Die Zimmertypen in Danhostels lassen sich in drei Kategorien einteilen. Privatzimmer sind Zimmer für zwei bis vier Personen, die man als Familie, Paar oder kleine Gruppe allein nutzt. Die meisten haben ein eigenes Bad. Sie sind die komfortabelste Option und preislich die teuerste, aber immer noch deutlich günstiger als ein Hotelzimmer. Ein Doppelzimmer mit eigenem Bad kostet in der Hochsaison zwischen 500 und 900 DKK (ca. 67 bis 121 EUR) pro Nacht.
Familienzimmer bieten Platz für vier bis sechs Personen und haben in der Regel ein Doppelbett und Etagenbetten. Sie sind ideal für Familien mit Kindern und kosten zwischen 600 und 1.200 DKK (ca. 81 bis 162 EUR) pro Nacht, je nach Haus und Saison. Auf die Person gerechnet ist das Familienzimmer die günstigste Privatoption: Eine vierköpfige Familie zahlt pro Person und Nacht etwa 150 bis 300 DKK (ca. 20 bis 40 EUR).
Mehrbettzimmer (Dorms) sind die günstigste Möglichkeit und richten sich an Alleinreisende und Kleingruppen. Man teilt sich den Raum mit anderen Gästen und hat ein eigenes Bett in einem Zimmer mit vier bis acht Betten. Das Bad wird gemeinschaftlich genutzt. Ein Bett im Dorm kostet zwischen 180 und 350 DKK (ca. 24 bis 47 EUR) pro Nacht. In Kopenhagen sind die Preise am oberen Ende dieser Spanne, auf dem Land am unteren.
Die Ausstattung variiert von Haus zu Haus, aber es gibt einige Konstanten. WLAN ist überall kostenlos. Bettwäsche kann in den meisten Häusern gegen eine Gebühr von 50 bis 70 DKK (ca. 7 bis 9 EUR) geliehen oder vorab gebucht werden. Manche Gäste bringen eigene Bettwäsche mit, was die Kosten senkt. Handtücher können ebenfalls geliehen werden, kosten aber zusätzlich. Ein Frühstücksbuffet wird in den meisten Häusern angeboten und kostet zwischen 70 und 95 DKK (ca. 9 bis 13 EUR) pro Person.
Die schönsten Danhostels
Danhostel Copenhagen City ist das bekannteste Haus des Netzwerks und liegt am Kopenhagener Hafen, nur wenige Gehminuten vom Tivoli und dem Hauptbahnhof entfernt. Das 2005 eröffnete Gebäude hat 1.020 Betten und ist damit eines der größten Hostels Europas. Die oberen Stockwerke bieten einen Blick über den Hafen und die Skyline der Stadt. Privatzimmer kosten ab 650 DKK (ca. 88 EUR) pro Nacht, Dorm-Betten ab 280 DKK (ca. 38 EUR).
Danhostel Ribe liegt in Dänemarks ältester Stadt und ist in einem historischen Gebäude untergebracht. Die Kombination aus mittelalterlichem Stadtbild und der Nähe zum Nationalpark Vadehavet macht dieses Haus zu einem besonderen Ziel. Vom Hostel aus kann man den Dom sehen, und bis zum Wattenmeer sind es nur wenige Kilometer.
Danhostel Svendborg auf Fünen liegt am Hafen und ist der Ausgangspunkt für Ausflüge in die dänische Südsee. Von hier fahren Fähren zu den kleinen Inseln Ærø, Skarø und Drejø. Das Haus wurde kürzlich renoviert und bietet moderne Zimmer mit Blick auf den Sund. Danhostel Sandvig auf Bornholm liegt an einem der schönsten Strände der Insel und ist der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen zur Burgruine Hammershus.
Danhostel Ebeltoft an der Ostküste Jütlands liegt in einem der hübschesten Kleinstädte Dänemarks und eignet sich als Ausgangspunkt für Ausflüge in den Nationalpark Mols Bjerge. Die Umgebung ist hügelig und waldreich, was für Dänemark ungewöhnlich ist, und die Strände an der Bucht von Ebeltoft gehören zu den ruhigsten des Landes.
Preise und Mitgliedschaft
Die Preise in Danhostels variieren je nach Haus, Zimmertyp und Saison. Als Orientierung gelten folgende Richtwerte: Ein Bett im Mehrbettzimmer kostet 180 bis 350 DKK (ca. 24 bis 47 EUR) pro Nacht. Ein Privatzimmer für zwei Personen kostet 500 bis 900 DKK (ca. 67 bis 121 EUR) pro Nacht. Ein Familienzimmer für vier Personen kostet 600 bis 1.200 DKK (ca. 81 bis 162 EUR) pro Nacht. Die Preise in Kopenhagen und anderen Großstädten liegen am oberen Ende, auf dem Land und auf den Inseln am unteren.
Um in einem Danhostel übernachten zu können, braucht man grundsätzlich eine HI-Mitgliedskarte (Hostelling International). Die Mitgliedschaft kostet in Deutschland 12,50 EUR pro Jahr für Erwachsene und kann beim DJH (Deutsches Jugendherbergswerk) erworben werden. Wer keine Mitgliedskarte hat, kann trotzdem übernachten, zahlt aber eine Zusatzgebühr von 45 DKK (ca. 6 EUR) pro Person und Nacht. Bei einem längeren Aufenthalt lohnt sich die Mitgliedskarte schnell.
Die Buchung erfolgt am einfachsten über die Website danhostel.dk, die alle verfügbaren Häuser und Zimmer anzeigt. Dort kann man direkt buchen und per Kreditkarte bezahlen. Alternativ sind viele Danhostels auch auf Plattformen wie Booking.com und Hostelworld gelistet, allerdings können die Preise dort geringfügig höher sein, weil die Plattformen eine Provision berechnen. In der Hochsaison (Juli und August) sollte man mehrere Wochen im Voraus buchen, besonders für beliebte Häuser wie Kopenhagen, Ribe und Skagen.
Küche, Gemeinschaft und Atmosphäre
Die Gemeinschaftsküche ist das Kern eines jeden Danhostels. Sie ist in der Regel mit Herden, Backöfen, Kühlschränken, Geschirr und Besteck ausgestattet, und die Nutzung ist im Übernachtungspreis enthalten. Morgens brühen hier Backpacker ihren Kaffee auf, mittags kochen Familien Nudeln mit Tomatensoße, und abends bereiten Radfahrer ihr Abendessen vor. Die Küche ist der Ort, an dem sich die Gäste treffen und ins Gespräch kommen, und manch eine Reisefreundschaft hat am Herd einer Hostelküche begonnen.
Der nächste Supermarkt ist von den meisten Danhostels aus fußläufig erreichbar. Einkaufen in Dänemark ist zwar teurer als in Deutschland, aber wer selbst kocht, spart im Vergleich zum Restaurantbesuch erheblich. Ein einfaches Abendessen für zwei Personen mit Zutaten aus dem Supermarkt kostet zwischen 50 und 100 DKK (ca. 7 bis 14 EUR). Im Restaurant zahlt man für dasselbe Gericht schnell das Dreifache.
Neben der Küche haben die meisten Danhostels einen Gemeinschaftsraum (lounge), in dem man lesen, Spiele spielen oder sich mit anderen Gästen unterhalten kann. Viele Häuser haben auch einen Garten oder eine Terrasse, auf der man an warmen Abenden sitzt. Einige bieten Grillplätze an, die von den Gästen genutzt werden können. Die Atmosphäre ist ungezwungen und freundlich, und die Rezeptionsmitarbeiter sind in der Regel gut informiert über die Umgebung und geben gern Tipps für Ausflüge und Sehenswürdigkeiten.
Was Danhostels nicht bieten, ist der Luxus eines Hotels. Es gibt keinen Zimmerservice, keinen Concierge und kein Restaurant mit à-la-carte-Menü. Die Zimmer sind funktional, nicht luxuriös. Und in den Mehrbettzimmern muss man damit rechnen, dass ein Mitbewohner schnarcht oder früh aufsteht. Dafür bekommt man etwas, das kein Hotel bieten kann: eine unkomplizierte Gemeinschaft von Reisenden, die den gleichen pragmatischen Ansatz zum Übernachten teilen.
Danhostel für Familien
Rund die Hälfte aller Danhostel-Gäste sind Familien, und das hat gute Gründe. Ein Familienzimmer für vier Personen kostet in der Hochsaison zwischen 600 und 1.200 DKK (ca. 81 bis 162 EUR) pro Nacht. In einem Hotel würde man für vier Personen mindestens das Doppelte zahlen, plus die Kosten für ein Restaurant, weil Hotels selten eine Küche für Gäste haben. Im Danhostel kocht man selbst, und die Kinder können im Garten oder im Gemeinschaftsraum spielen.
Viele Danhostels haben Spielplätze auf dem Gelände, und einige verfügen über Spielzimmer mit Tischtennis, Tischfußball und Brettspielen. In den Küstenorten liegen die Hostels oft in Strandnähe, sodass der Weg zum Wasser kurz ist. Für Familien mit kleinen Kindern ist die Kombination aus eigenem Zimmer, Küche und Spielmöglichkeiten schwer zu schlagen, und die Tatsache, dass andere Familien im gleichen Haus übernachten, sorgt dafür, dass die Kinder schnell Spielkameraden finden.
Ein Spartipp für Familien: Wer mit dem Auto durch Dänemark reist und verschiedene Regionen besuchen möchte, kann die Route so planen, dass man jeden Abend in einem anderen Danhostel übernachtet. Die Häuser sind über das ganze Land verteilt, und die Entfernungen in Dänemark sind überschaubar. Von der Nordsee bis zur Ostsee sind es selten mehr als zwei Stunden Fahrt. So lernt man verschiedene Teile des Landes kennen, ohne sich auf einen Ort festlegen zu müssen.
Für Radfahrer sind Danhostels eine Kategorie für sich. Viele Häuser liegen direkt an den nationalen Radrouten und bieten sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Trockenräume für nasse Kleidung und Werkzeug für kleine Reparaturen. Wer Dänemark mit dem Rad erkundet, findet in den Danhostels die perfekte Infrastruktur, um von Etappe zu Etappe zu reisen, ohne schweres Zeltgepäck mitschleppen zu müssen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Übernachtung im Danhostel?
Ein Bett im Mehrbettzimmer kostet 180 bis 350 DKK (ca. 24 bis 47 EUR) pro Nacht. Ein Privatzimmer für zwei Personen liegt bei 500 bis 900 DKK (ca. 67 bis 121 EUR). Familienzimmer kosten 600 bis 1.200 DKK (ca. 81 bis 162 EUR). Die Preise variieren je nach Standort und Saison.
Braucht man eine Mitgliedskarte für Danhostels?
Eine HI-Mitgliedskarte wird empfohlen, ist aber nicht zwingend. Ohne Karte fällt eine Zusatzgebühr von 45 DKK (ca. 6 EUR) pro Person und Nacht an. Die Mitgliedschaft beim DJH kostet 12,50 EUR pro Jahr und lohnt sich ab etwa zwei bis drei Übernachtungen.
Gibt es in Danhostels eine Küche?
Ja, alle Danhostels haben eine Gemeinschaftsküche, die von den Gästen kostenlos genutzt werden kann. Die Küchen sind mit Herden, Kühlschränken, Geschirr und Besteck ausgestattet. Selbst kochen ist die beste Möglichkeit, in Dänemark Geld zu sparen.
Gibt es eine Altersgrenze für Danhostels?
Nein, Danhostels haben keine Altersgrenze. Sie stehen allen offen: Familien, Paaren, Alleinreisenden, Senioren und Gruppen. Rund die Hälfte der Gäste sind Familien. Die Bezeichnung Jugendherberge ist historisch bedingt und bezieht sich nicht auf die tatsächliche Zielgruppe.
Wie bucht man ein Danhostel?
Am besten über die Website danhostel.dk, die alle Häuser und verfügbaren Zimmer anzeigt. Dort kann man direkt buchen und per Kreditkarte bezahlen. Viele Häuser sind auch auf Booking.com und Hostelworld gelistet. In der Hochsaison ist eine frühzeitige Buchung empfehlenswert.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026