Reine
Inhaltsverzeichnis
- 1 Reine: Geschichte und Lage
- 2 Wo liegt Reine?
- 3 Die roten Rorbuer: Schlafen wie die Fischer
- 4 Der Reinebringen: Die legendäre Wanderung
- 5 Strände auf den Lofoten: Haukland und Umgebung
- 6 Aktivitäten rund um Reine
- 7 Nordlichter über Reine
- 8 Essen und Trinken in Reine
- 9 Anreise nach Reine
- 10 Beste Reisezeit
- 11 Fazit
- 12 Häufig gestellte Fragen
Es gibt Bilder von Norwegen, die kennt jeder. Rote Holzhütten am Wasser, dahinter spitze Berge, die in den Himmel ragen, und darüber ein Himmel, der in allen Farben leuchtet. Diese Bilder stammen fast immer aus Reine. Das winzige Fischerdorf auf den Lofoten ist so fotogen, dass es regelmäßig auf Buchcovern und Reisemagazinen landet.
Aber Reine ist mehr als nur ein hübsches Motiv. Es ist ein Ort, der dich mit seiner Ruhe und seiner wilden Natur einfängt. Ich war dreimal dort, im Sommer und im Winter, und jedes Mal hat mich die Inselgruppe aufs Neue gepackt. Hier erfährst du alles, was du für deinen Besuch wissen musst.
Reine: Geschichte und Lage
Reine wurde 1743 als Handelsposten gegründet und war lange Zeit ein wichtiger Stützpunkt für die Lofoten-Fischerei. Hier drehte sich alles um den Kabeljau, den Skrei, der jeden Winter in riesigen Schwärmen aus der Barentssee in die Gewässer um die Lofoten zieht.
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Die Lage ist ganz eigen. Reine verteilt sich auf mehrere kleine Inseln und Halbinseln, die durch Brücken verbunden sind. Rundherum ragen die typischen Lofoten-Berge steil aus dem Meer, spitz und schroff wie die Zähne eines Kamms. Der Kontrast zwischen dem türkisblauen Wasser, den roten Holzhütten und dem dunklen Granit der Berge ist so intensiv, dass man ihn fast nicht glauben kann.
Im Jahr 1979 wurde Reine in einer Abstimmung zum schönsten Ort Norwegens gewählt. Seitdem hat sich an der Schönheit nichts geändert. Nur die Besucherzahlen sind gestiegen. In der Hauptsaison kann es eng werden, besonders wenn Kreuzfahrtschiffe in der Nähe ankern. Aber auch dann lassen sich ruhige Ecken finden, wenn man weiß, wo man suchen muss.
Wo liegt Reine?
Reine liegt auf der Insel Moskenesøy, der südwestlichsten der großen Lofoten-Inseln. Die Inselgruppe befindet sich im Norden Norwegens, nördlich des Polarkreises, vor der Küste der Provinz Nordland.
Von Leknes, dem nächstgrößeren Ort mit Flughafen, sind es etwa 50 Kilometer über die E10. Die Fahrt dauert gut eine Stunde und ist dabei selbst schon ein Erlebnis, denn die Straße führt über Brücken, durch Tunnel und an kleinen Buchten entlang.
Vom Festland aus erreichst du die Lofoten entweder über die Brücke bei Raftsundet im Norden oder per Fähre von Bodø nach Moskenes, was nur wenige Kilometer von Reine entfernt liegt.
Die roten Rorbuer: Schlafen wie die Fischer
Die Rorbuer sind das Wahrzeichen von Reine und den gesamten Lofoten. Diese kleinen roten Holzhütten auf Stelzen am Wasser dienten den Fischern früher als Unterkunft während der Kabeljau-Saison. Heute sind viele von ihnen zu gemütlichen Ferienwohnungen umgebaut.
Eine Übernachtung in einer Rorbu ist für mich das beste Unterkunftserlebnis auf den Lofoten. Du wachst morgens auf, öffnest die Tür und stehst direkt am Wasser. Unter dir plätschern die Wellen, vor dir liegen die Berge, und oft siehst du Seeadler über dem Fjord kreisen.
Die bekannteste Rorbu-Vermietung in Reine ist Reine Rorbuer, die direkt am Hafen liegt. Die Hütten sind renoviert, haben eine kleine Küche und bieten Platz für zwei bis sechs Personen. In der Hochsaison solltest du allerdings Monate im Voraus buchen, denn die Nachfrage ist riesig.
Günstiger sind die Rorbuer in den Nachbarorten Sakrisøy und Hamnøy, die jeweils nur wenige Autominuten von Reine entfernt liegen. Hamnøy bietet sogar den berühmten Blick, der auf fast jedem Lofoten-Poster zu sehen ist: rote Hütten mit der Brücke und den Bergen im Hintergrund.
Was kostet eine Rorbu?
Rechne mit Preisen zwischen 1.500 und 3.500 NOK pro Nacht, je nach Größe und Saison. Im Winter sind die Preise deutlich niedriger als im Sommer. Viele Rorbuer bieten auch Wochenpreise an, die günstiger sind als Einzelnächte.
Der Reinebringen: Die legendäre Wanderung
Der Reinebringen ist die bekannteste Wanderung auf den Lofoten, und das aus gutem Grund. Vom 448 Meter hohen Gipfel hast du einen Blick, der regelmäßig auf den Listen der schönsten Aussichtspunkte der Welt auftaucht. Unter dir liegt Reine wie auf einer Postkarte, mit den Rorbuer, dem Hafen und den umliegenden Inseln.
Die Wanderung startet wenige Kilometer außerhalb von Reine an einem markierten Parkplatz. Seit 2019 gibt es eine Sherpa-Treppe, die von nepalesischen Steinbauern aus Naturstein angelegt wurde. Der alte Weg war extrem steil und bei Nässe gefährlich, die neue Treppe macht den Aufstieg deutlich sicherer.
Trotzdem ist die Wanderung anstrengend. Du überwindest rund 450 Höhenmeter auf nur 1,5 Kilometern. Das sind viele Stufen. Plane etwa 1,5 Stunden für den Aufstieg ein und eine Stunde für den Abstieg. Nimm genug Wasser mit und zieh feste Wanderschuhe an.
Mein Tipp: Geh am späten Abend hoch, wenn du im Sommer da bist. Die Mitternachtssonne taucht die Landschaft in ein goldenes Licht, das du nicht vergessen wirst. Und: Die meisten Tagestouristen sind dann schon zurück im Hotel.
Strände auf den Lofoten: Haukland und Umgebung
Ja, auf den Lofoten gibt es Strände. Und zwar welche, die du eher in der Karibik erwarten würdest als nördlich des Polarkreises. Weißer Sand, türkisblaues Wasser und umrahmt von imposanten Bergen. Baden traut sich hier allerdings nur, wer kein Problem mit Wassertemperaturen um die 12 Grad hat.
Der Haukland Beach liegt etwa 25 Kilometer nördlich von Reine und zählt zu den schönsten Stränden Europas. Im Sommer ist er ein beliebter Spot für Surfer und Fotografen. Auch wenn das Wasser kalt ist: an einem sonnigen Tag ist die Atmosphäre hier unschlagbar.
Direkt daneben liegt der Uttakleiv Beach, der etwas rauer und wilder ist. Hier liegen große Steine im Sand, die bei Sonnenuntergang fantastische Fotomotive bieten. Im Winter kommen Fotografen hierher, um die Nordlichter über dem Strand einzufangen.
Näher an Reine liegt der Bunes Beach, den du nur per Boot oder über eine anspruchsvolle Wanderung erreichst. Genau das macht ihn so besonders: Hier bist du oft fast allein, umgeben von steilen Klippen und mit Blick auf den offenen Nordatlantik.
Aktivitäten rund um Reine
Kajakfahren auf dem Reinefjord
Eine der schönsten Aktivitäten in Reine ist eine Kajaktour auf dem Reinefjord. Du paddelst zwischen den Inseln hindurch, siehst die Rorbuer vom Wasser aus und hast die Berge als ständige Kulisse. Geführte Touren gibt es von mehreren Anbietern, und Vorkenntnisse brauchst du nicht.
Angeln auf den Lofoten
Die Fischerei prägt die Lofoten-Kultur bis heute. Viele Rorbu-Vermieter bieten Angelboote an, die du für einen halben oder ganzen Tag mieten kannst. Im Winter, wenn der Skrei kommt, sind die Chancen auf einen großen Fang besonders gut. Aber auch im Sommer beißen Dorsch, Seelachs und Heilbutt.
Stockfisch und die Trockengestelle
Zwischen Februar und Juni hängt der Kabeljau an großen Holzgestellen zum Trocknen, den sogenannten Hjeller. Dieses Bild gehört zu den Lofoten wie die roten Hütten. Der Stockfisch wird seit der Wikingerzeit produziert und ist heute ein wichtiges Exportgut, vor allem nach Italien und Portugal.
Das Reine Kulturzentrum
Im ehemaligen Handelshaus von Reine befindet sich heute ein kleines Kulturzentrum mit wechselnden Ausstellungen lokaler Künstler. Die Lofoten haben eine erstaunlich lebendige Kunstszene, und in Reine findest du auch einige Galerien und Ateliers, die einen Besuch wert sind.
Nordlichter über Reine
Reine gehört zu den besten Orten in Norwegen, um Nordlichter zu sehen. Die Lofoten liegen genau im Nordlichtoval, und die relativ milde Meeresluft sorgt für häufig klaren Himmel. Die Saison für Nordlichter geht von September bis März.
Das Besondere an Reine ist, dass du die Nordlichter nicht nur am Himmel siehst, sondern sie sich auch im stillen Wasser des Fjords spiegeln. Zusammen mit den beleuchteten Rorbuer und den dunklen Bergsilhouetten entstehen Bilder, die jeden Fotografen in Verzückung versetzen.
Mein Tipp: Installiere dir die App Norway Lights oder My Aurora Forecast. Diese Apps zeigen dir die aktuelle Nordlicht-Vorhersage und die Wolkendecke. Wenn die Vorhersage gut ist, geh raus an den Hafen oder fahr zu einem der Strände, wo es weniger Lichtverschmutzung gibt.
Essen und Trinken in Reine
Die Auswahl an Restaurants in Reine ist überschaubar, aber die Qualität stimmt. Das Gammelbua direkt am Hafen serviert frischen Fisch und ist für seine Fischsuppe bekannt. Das Bringen Sjømat in der Nähe bietet ebenfalls exzellente Meeresfrüchte.
In Sakrisøy, dem Nachbarort, gibt es das kleine Café Anitas Sjømat, wo du unbedingt den Fiskeburger probieren solltest. Es ist ein einfacher Imbiss, aber der Fisch ist so frisch, dass er morgens noch im Meer geschwommen ist.
Da die Restaurantauswahl begrenzt ist, empfehle ich dir, eine Rorbu mit Küche zu buchen und selbst zu kochen. Fisch kannst du direkt bei den Fischern kaufen, und in Leknes gibt es einen großen Supermarkt für alles andere.
Anreise nach Reine
Die Anreise nach Reine erfordert etwas Planung, aber sie ist weniger kompliziert, als man denken würde.
- Flugzeug: Der nächste Flughafen ist Leknes (LKN), etwa 50 Kilometer entfernt. Von dort geht es mit dem Mietwagen weiter. Alternativ fliegst du nach Bodø und nimmst die Fähre nach Moskenes, das nur 5 Kilometer von Reine liegt.
- Fähre: Die Fähre von Bodø nach Moskenes dauert etwa 3,5 Stunden und fährt mehrmals täglich. Im Sommer solltest du einen Platz für dein Auto reservieren, denn die Fähre ist oft ausgebucht.
- Auto: Von Narvik aus erreichst du Reine über die E10 in etwa 4,5 Stunden. Die Strecke führt über die Lofoten und ist eine der schönsten Autofahrten Norwegens.
- Hurtigruten: Die Hurtigruten halten in Svolvær und Stamsund auf den Lofoten. Von dort kannst du mit dem Mietwagen nach Reine weiterfahren.
Beste Reisezeit
Jede Jahreszeit auf den Lofoten hat ihren Reiz, und die beste Reisezeit hängt davon ab, was du erleben willst.
Sommer (Juni bis August): Mitternachtssonne, lange Wandertage, grüne Wiesen und warme Temperaturen bis 15 Grad. Die Hauptsaison ist am belebtesten, aber auch am vielseitigsten.
Herbst (September bis Oktober): Weniger Touristen, erste Nordlichter, bunte Farben. Mein persönlicher Favorit für einen Lofoten-Besuch.
Winter (November bis Februar): Nordlichter, Polarnacht, Stockfisch-Saison und eine ganz besondere Stimmung. Die Tage sind kurz, aber die blaue Stunde dauert stundenlang und taucht die Landschaft in ein besonderses Licht.
Frühling (März bis Mai): Der Frühling kommt spät auf die Lofoten. Im März hängt noch der Stockfisch, im April schmilzt langsam der Schnee. Die Tage werden schnell länger und die Wandersaison beginnt.
Fazit
Reine ist mehr als nur das hübscheste Fischerdorf der Lofoten. Es ist ein Ort, der dich mit seiner Natur und seiner Geschichte einfängt. Ob du den Reinebringen besteigst, in einer Rorbu übernachtest oder einfach nur am Hafen sitzt und die Stille genießt: Reine bleibt im Kopf. Plane mindestens drei Nächte ein, damit du den Ort und seine Umgebung wirklich entdecken kannst. Und buche früh, denn die besten Rorbuer sind schnell vergriffen.
Häufig gestellte Fragen
Wie komme ich am besten nach Reine?
Am einfachsten fliegst du nach Leknes und fährst mit dem Mietwagen die 50 Kilometer nach Reine. Alternativ nimmst du die Fähre von Bodø nach Moskenes, das nur 5 Kilometer entfernt liegt.
Was kostet eine Rorbu in Reine?
Eine Rorbu kostet je nach Größe und Saison zwischen 1.500 und 3.500 NOK pro Nacht. Im Winter sind die Preise niedriger. Früh buchen lohnt sich, besonders für die Sommermonate.
Wie schwer ist die Wanderung auf den Reinebringen?
Die Wanderung ist anstrengend, aber nicht technisch schwierig. Du überwindest 450 Höhenmeter auf 1,5 Kilometern über eine Sherpa-Treppe. Plane 1,5 Stunden für den Aufstieg ein. Gute Wanderschuhe sind Pflicht.
Wann ist die beste Zeit für Nordlichter in Reine?
Die Nordlicht-Saison auf den Lofoten geht von September bis März. Die besten Chancen hast du bei klarem Himmel und hoher Sonnenaktivität. Nutze eine Nordlicht-App für die aktuelle Vorhersage.
Kann man in Reine auch im Winter wandern?
Ja, auch im Winter sind einige Wanderungen möglich, allerdings solltest du erfahren sein und die richtigen Ausrüstung haben. Der Reinebringen ist im Winter wegen Schnee und Eis oft gesperrt. Leichtere Küstenwanderungen sind aber gut machbar.
Insider-Tipps Reine
Lokale Tipps
Reinebringen um 5 Uhr morgens: Ab 9 Uhr Ameisenstraße. Starte gegen 5 für Panorama allein und bestes Morgenlicht. 1.900 Steinstufen.
Gammelbua: Restaurant im 200 Jahre alten Krämerladen. Heilbutt und Rentierfleisch, ca. 100 EUR für zwei mit Hauptgericht und Bier.
Spartipp: SPAR/Bunnpris haben warme Theke mit Fischburger für 100-200 NOK. Rorbu mit Küche buchen und selber kochen spart enorm.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026