Glamping in Dänemark
Dänemark hat über 400 Campingplätze, und das Campen gehört seit Jahrzehnten zum festen Bestandteil des dänischen Sommerurlaubs. Doch nicht jeder möchte auf einer Isomatte schlafen, bei Regen das Zelt abdichten und morgens in der Gemeinschaftsdusche anstehen. Für alle, die die Nähe zur Natur schätzen, aber auf ein bequemes Bett, eine eigene Dusche und vielleicht einen Holzofen nicht verzichten wollen, hat sich in den letzten Jahren eine Alternative etabliert: Glamping. Das Wort, eine Zusammensetzung aus glamorous und camping, beschreibt eine Übernachtungsform, die das Naturerlebnis des Campens mit dem Komfort einer Ferienwohnung verbindet.
In Dänemark ist Glamping in kurzer Zeit von einer Nische zu einem festen Bestandteil des Übernachtungsangebots geworden. Überall im Land stehen mittlerweile Safari-Zelte, Baumhäuser, Jurten, Tiny Houses, umgebaute Schäferwagen und Hobbit-Hütten, die ein Naturerlebnis bieten, ohne dass man auf fließendes Wasser oder eine richtige Matratze verzichten muss. Die Unterkünfte stehen in Wäldern, an Seen, auf Feldern und an der Küste, oft an Orten, die mit einem normalen Ferienhaus nicht erreichbar wären.
Glamping statt Campingplatz
Der Unterschied zwischen Glamping und herkömmlichem Camping liegt im Detail. Auf einem klassischen Campingplatz bringt man sein eigenes Zelt oder seinen Wohnwagen mit, kocht auf einem Gaskocher und nutzt die Gemeinschaftseinrichtungen. Beim Glamping ist die Unterkunft bereits vorhanden und eingerichtet. Man kommt an, die Betten sind bezogen, es gibt Strom und oft auch fließendes Wasser. Manche Glamping-Unterkünfte haben eine eigene Küche, andere bieten Frühstückskörbe an, die morgens vor die Tür gestellt werden.
Tipp: Berechne dein persönliches Reisebudget mit unserem Dänemark-Reisekostenrechner.
Was Glamping in Dänemark besonders reizvoll macht, ist die dänische Landschaft selbst. Das Land ist zwar flach und hat keine Berge, aber es hat eine Vielfalt an Naturräumen, die sich für diese Art des Übernachtens geradezu anbieten. An der Nordseeküste steht man in den Dünen und hört nachts das Rauschen der Brandung. In den Wäldern Mitteljütlands schläft man zwischen Buchen und Eichen und wird morgens vom Gesang der Amseln geweckt. Auf den kleinen Inseln der dänischen Südsee hat man manchmal das Gefühl, der einzige Mensch weit und breit zu sein.
Ein weiterer Vorteil des Glamping gegenüber dem klassischen Ferienhaus ist die Flexibilität. Viele Glamping-Unterkünfte lassen sich für einzelne Nächte buchen, während Ferienhäuser in der Hochsaison meist nur wochenweise vermietet werden. Das macht Glamping interessant für Kurztrips und Wochenendausflüge, bei denen man nicht gleich eine ganze Woche bleiben möchte.
Safari-Zelte und Luxuszelte
Die häufigste Form des Glamping in Dänemark ist das Safari-Zelt. Diese großen Leinwandzelte stehen auf Holzplattformen und sind im Inneren wie eine kleine Ferienwohnung eingerichtet: mit richtigen Betten, einem Esstisch, einer Küchenzeile und manchmal sogar einem eigenen Bad. Die Zeltwände aus Baumwollcanvas lassen das Licht durch und schaffen eine warme Atmosphäre, und das Geräusch des Regens auf der Zeltplane gehört zu den Erlebnissen, die man aus einem Glamping-Urlaub mitnimmt.
Safari-Zelte finden sich auf vielen der größeren dänischen Campingplätze als Ergänzung zu den traditionellen Stellplätzen. Sie bieten Platz für vier bis sechs Personen und sind in der Regel von Mai bis September buchbar. Die Preise variieren stark je nach Lage, Ausstattung und Saison. In der Nebensaison zahlt man für ein Safari-Zelt ab etwa 600 DKK (ca. 81 EUR) pro Nacht, in der Hochsaison im Juli und August zwischen 900 und 1.500 DKK (ca. 121 bis 202 EUR) pro Nacht.
Neben Safari-Zelten gibt es Jurten, die runden Zelte der mongolischen Nomaden, die auf einigen Glamping-Plätzen aufgebaut sind. Sie sind kleiner als Safari-Zelte, haben aber einen besonderen Charme: Das runde Raumgefühl, die Kuppel mit dem Rauchloch in der Mitte und die dicken Filzwände schaffen eine Atmosphäre, die sich von jedem anderen Übernachtungsformat unterscheidet. Jurten kosten in der Regel etwas weniger als Safari-Zelte, zwischen 500 und 1.000 DKK (ca. 67 bis 135 EUR) pro Nacht.
Baumhäuser und Shelter
Baumhäuser gehören zu den Glamping-Unterkünften, die am meisten Begeisterung auslösen, vor allem bei Kindern. In Dänemark gibt es mehrere Anbieter, die Baumhäuser in verschiedenen Höhen und Ausstattungen vermieten. Die Unterkünfte stehen auf Stelzen oder sind tatsächlich in die Kronen großer Bäume gebaut und über Treppen oder Leitern erreichbar. Die Ausstattung reicht von einfach (ein Bett, eine Kerze, ein Buch) bis komfortabel (eigenes Bad, Heizung, Terrasse mit Blick in die Baumkronen).
Am anderen Ende des Komfortspektrums stehen die Shelter, offene Holzhütten, die man in dänischen Wäldern und an Küsten findet. Sie bieten ein Dach über dem Kopf und eine Holzplattform zum Schlafen, aber keinen Strom, kein Wasser und keine Wände auf der offenen Seite. Shelter sind die purste Form des Naturerlebnisses und kosten wenig oder gar nichts, wenn man sie über das dänische Naturstyrelsen (Naturamt) bucht. Im Sommer sind sie ein Abenteuer, das sich besonders für Paare und Gruppen eignet, die das Einfache suchen.
Zwischen diesen Extremen gibt es eine Vielzahl weiterer Formate. Tiny Houses sind kleine, vollausgestattete Häuser auf Rädern, die auf Glamping-Plätzen stehen und alles bieten, was man braucht: Küche, Bad, Heizung und einen Schlafbereich im Dachgeschoss. Hobbit-Hütten sind in die Erde eingegrabene Unterkünfte mit runden Türen und grasbedeckten Dächern, inspiriert von Tolkiens Mittelerde. Und umgebaute Schäferwagen bieten ein romantisches Erlebnis für Paare, die einen Abend am Lagerfeuer verbringen und unter Sternenhimmel einschlafen möchten.
Die besten Glamping-Plätze
Gæstgiveren ved Abildgaard auf Bornholm bietet Safari-Zelte und Baumhäuser in einem alten Obstgarten, mit Blick auf die Ostsee. Die Anlage ist klein und persönlich, mit nur acht Unterkünften, und die Betreiber legen Wert auf Nachhaltigkeit. Morgens wird ein Frühstückskorb mit lokalen Produkten geliefert. Die Preise liegen in der Hochsaison bei etwa 1.200 DKK (ca. 161 EUR) pro Nacht.
Camp Adventure bei Haslev auf Seeland ist für sein architektonisches Wahrzeichen bekannt, den spiralförmigen Aussichtsturm, der 45 Meter in die Höhe ragt. Auf dem Gelände stehen mehrere Glamping-Unterkünfte, darunter Safari-Zelte und Tiny Houses, die mitten im Wald liegen. Die Kombination aus Naturerlebnis und dem Besuch des Turms macht Camp Adventure zu einem Ziel, das sich für Familien und Paare gleichermaßen eignet.
Hovborg Kro og Glamping in Südjütland verbindet einen historischen Gasthof mit modernen Glamping-Unterkünften. Die Safari-Zelte stehen in einem Waldstück hinter dem Gasthof und bieten Ruhe und Abgeschiedenheit. Wer nicht selbst kochen möchte, kann im Restaurant des Gasthofs essen, das traditionelle dänische Küche serviert. Die Preise beginnen bei 750 DKK (ca. 101 EUR) pro Nacht.
Skærbæk Fritidscenter an der Westküste Jütlands, unweit des Nationalparks Vadehavet, bietet Glamping-Zelte mit direktem Zugang zur Marsch- und Wattenmeerlandschaft. Abends kann man dem Sonnenuntergang über dem Wattenmeer zusehen, und bei Ebbe die Salzwiesen erkunden. Es ist einer der wenigen Glamping-Plätze, die auch im Winter geöffnet haben.
Im Nationalpark Thy an der nordjütländischen Küste gibt es mehrere Möglichkeiten, naturnah zu übernachten. Die Shelter im Nationalpark sind kostenlos, aber einfach. Wer etwas mehr Komfort möchte, findet in der Umgebung Glamping-Anbieter, die Zelte und Hütten in der Dünenlandschaft aufgestellt haben. Der Nationalpark Thy ist einer der wildesten Orte Dänemarks und bietet ein Naturerlebnis, das in einem Land, das weitgehend landwirtschaftlich genutzt wird, selten geworden ist.
Glamping am Strand und am Meer
Dänemark hat über 7.300 Kilometer Küstenlinie, und an vielen Abschnitten finden sich Glamping-Unterkünfte in unmittelbarer Nähe zum Strand. An der Nordseeküste Jütlands, wo die Strände breit und der Himmel weit ist, stehen Safari-Zelte in den Dünen, nur wenige Hundert Meter vom Wasser entfernt. Abends sitzt man vor dem Zelt, blickt über das Meer und hört nichts außer dem Wind und den Wellen.
An der Ostseeküste ist die Landschaft anders: geschützter, wärmer und weniger wild. Auf den Inseln Seeland, Fünen und Bornholm gibt es Glamping-Plätze in bewaldeten Buchten, an Sandstränden und auf Klippen mit Meerblick. Die Wassertemperaturen an der Ostsee sind im Sommer angenehmer als an der Nordsee, und die Strände sind oft ruhiger, weil weniger Touristen kommen.
Wer das Meer in seiner ganzen Kraft erleben möchte, sollte nach Klitmøller im Nordwesten Jütlands fahren. Der Ort trägt den Beinamen Cold Hawaii und ist das Surfparadies Dänemarks. In der Umgebung gibt es Glamping-Unterkünfte, die sich an Surfer und Outdoorsportler richten. Nach einem Tag auf dem Wasser zieht man sich ins beheizte Zelt zurück, kocht eine warme Suppe und lässt den Tag am Lagerfeuer ausklingen.
Kosten und Buchung
Die Preise für Glamping in Dänemark hängen von der Art der Unterkunft, der Lage und der Saison ab. Als Orientierung gelten folgende Richtwerte: Shelter kosten 0 bis 100 DKK (0 bis 14 EUR) pro Nacht, wobei die Shelter der Naturstyrelsen oft kostenlos sind. Jurten kosten 500 bis 1.000 DKK (67 bis 135 EUR) pro Nacht. Safari-Zelte liegen bei 600 bis 1.500 DKK (81 bis 202 EUR) pro Nacht. Baumhäuser kosten 800 bis 2.000 DKK (108 bis 269 EUR) pro Nacht. Und Luxus-Unterkünfte mit eigenem Bad, Sauna oder Whirlpool können bis zu 3.000 DKK (ca. 404 EUR) pro Nacht kosten.
Die meisten Glamping-Unterkünfte lassen sich direkt über die Website des Anbieters buchen. Plattformen wie Pitchup.com, Glampings.com und BookOutdoors.dk bieten eine Übersicht über das Angebot in Dänemark. In der Hochsaison (Juli und erste August-Hälfte) sind die beliebtesten Unterkünfte früh ausgebucht, und eine Buchung mehrere Monate im Voraus ist ratsam. In der Nebensaison (Mai, Juni, September) findet man leichter Verfügbarkeiten und zahlt niedrigere Preise.
Einige Anbieter verlangen einen Mindestaufenthalt von zwei oder drei Nächten, besonders in der Hochsaison. Andere vermieten auch für einzelne Nächte, was Glamping zu einer Option für spontane Kurztrips macht. Die Buchung und Bezahlung erfolgen in der Regel online, per Kreditkarte oder über dänische Zahlungsdienste wie MobilePay. Stornierungsbedingungen variieren, aber die meisten Anbieter erlauben eine kostenlose Stornierung bis zwei Wochen vor Anreise.
Was man mitbringen sollte
Im Gegensatz zum herkömmlichen Camping muss man beim Glamping nur wenig mitbringen. Die Unterkunft ist eingerichtet, die Betten sind bezogen, und in den meisten Fällen gibt es Strom und Licht. Was man dennoch dabeihaben sollte: Warme Kleidung für die Abende, denn selbst im Sommer kann es in Dänemark nachts kühl werden. Regenjacke und feste Schuhe, denn das dänische Wetter ist wechselhaft. Und eine Taschenlampe, weil die Wege zwischen Unterkunft und Sanitärgebäude nicht immer beleuchtet sind.
Die meisten Glamping-Unterkünfte haben eine Kochmöglichkeit, sei es eine einfache Kochplatte, ein Gaskocher oder eine vollständige Küche. Geschirr und Besteck sind in der Regel vorhanden. Handtücher und Bettwäsche sind bei den meisten Anbietern im Preis enthalten, bei einigen muss man sie gegen einen Aufpreis dazubuchen oder mitbringen. Es lohnt sich, vor der Buchung die genaue Ausstattung auf der Website des Anbieters zu prüfen.
Für den Einkauf gibt es in den meisten Regionen Dänemarks Supermärkte in erreichbarer Entfernung. SuperBrugsen, Netto und Rema 1000 sind die gängigsten Ketten. Wer auf dem Land oder auf einer kleinen Insel glampt, sollte vorab einkaufen, da die nächste Einkaufsmöglichkeit weiter entfernt sein kann. Ein Grillabend vor der Unterkunft mit Würstchen, Kartoffelsalat und einem dänischen Bier gehört zu den Erlebnissen, die einen Glamping-Urlaub in Dänemark abrunden.
Wer Glamping in Dänemark zum ersten Mal ausprobieren möchte, dem sei ein Wochenende in der Nebensaison empfohlen. Die Unterkünfte sind leichter verfügbar, die Preise niedriger, und die Natur hat im Frühling oder Herbst ihren eigenen Reiz. Und wer dann am Morgen aus dem Zelt tritt, das nasse Gras unter den Füßen spürt und über eine neblige dänische Wiese blickt, versteht, warum Glamping mehr ist als eine Marketingidee.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet Glamping in Dänemark?
Die Preise reichen von 500 DKK (ca. 67 EUR) pro Nacht für eine einfache Jurte bis zu 3.000 DKK (ca. 404 EUR) für eine Luxus-Unterkunft mit eigenem Bad und Sauna. Safari-Zelte liegen in der Hochsaison bei 900 bis 1.500 DKK (ca. 121 bis 202 EUR) pro Nacht. In der Nebensaison sind die Preise deutlich niedriger.
Wann ist die beste Zeit für Glamping in Dänemark?
Die meisten Glamping-Unterkünfte sind von Mai bis September buchbar. Die Hochsaison mit den wärmsten Temperaturen ist Juli und August. Für ruhigere Erlebnisse und niedrigere Preise eignen sich Juni und September. Einige Anbieter haben auch im Winter geöffnet und bieten beheizte Unterkünfte an.
Ist Glamping für Familien mit Kindern geeignet?
Ja, viele Glamping-Plätze sind auf Familien ausgerichtet und bieten Spielplätze, Naturaktivitäten und kinderfreundliche Unterkünfte. Safari-Zelte und Baumhäuser sind bei Kindern besonders beliebt. Einige Anbieter haben spezielle Familienzelte mit getrennten Schlafbereichen für Eltern und Kinder.
Muss man Bettwäsche mitbringen?
Bei den meisten Glamping-Anbietern sind Bettwäsche und Handtücher im Preis enthalten oder gegen einen geringen Aufpreis buchbar. Es gibt Ausnahmen, bei denen man eigene Bettwäsche mitbringen muss. Die genaue Ausstattung wird bei der Buchung angegeben.
Kann man beim Glamping Hunde mitbringen?
Viele Glamping-Anbieter in Dänemark erlauben Hunde, manchmal gegen eine zusätzliche Reinigungsgebühr von 100 bis 200 DKK (ca. 14 bis 27 EUR). Es empfiehlt sich, dies bei der Buchung abzuklären. Shelter und einfache Hütten sind in der Regel hundefreundlich.
Ähnliche Artikel
Weiterführende Informationen
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026