Kosten in Norwegen
Inhaltsverzeichnis
- 1 Ist Norwegen wirklich so teuer?
- 2 Lebensmittel und Supermarkt
- 3 Restaurants und Essen gehen
- 4 Unterkünfte: Was kostet eine Nacht?
- 5 Benzin, Diesel und Elektroauto
- 6 Maut und Fähren
- 7 Aktivitäten und Eintritte
- 8 Budget-Beispiele für verschiedene Reisetypen
- 9 Die besten Spartipps
- 10 Bezahlen in Norwegen
- 11 Häufig gestellte Fragen
Norwegen ist teuer. Das stimmt. Aber es ist nicht so schlimm, wie viele befürchten. Ja, ein Bier in Oslo kostet locker 10 Euro. Und ja, der Norwegen-Urlaub wird teurer als Mallorca. Trotzdem gibt es Wege, die Kosten im Rahmen zu halten. Mit der richtigen Planung kann man Norwegen auch mit normalem Budget genießen.
In diesem Ratgeber findest du aktuelle Preise für 2026, aufgeschlüsselt nach Kategorien. Dazu bekommst du echte Spartipps, die funktionieren, nicht nur theoretische Empfehlungen.
Ist Norwegen wirklich so teuer?
Norwegen gehört zu den teuersten Ländern Europas. Das liegt vor allem am hohen Lohnniveau und der norwegischen Krone. Ein durchschnittliches Jahresgehalt in Norwegen liegt bei umgerechnet rund 55.000 Euro. Die Preise für Waren und Dienstleistungen spiegeln das wider.
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Der Wechselkurs spielt eine große Rolle. 1 Euro entspricht aktuell etwa 11,5 norwegischen Kronen (NOK). Wenn die Krone schwach ist (wie in den letzten Jahren oft der Fall), wird Norwegen für Europäer etwas erschwinglicher. Es lohnt sich, den Kurs vor der Reise im Auge zu behalten.
Teuer sind vor allem Alkohol und Restaurantbesuche. Günstig sind dagegen die Natur und Outdoor-Aktivitäten. Wandern kostet nichts. Wildcampen ist dank des Allemannsretten erlaubt. Und die schönsten Aussichtspunkte haben keinen Eintritt.
Lebensmittel und Supermarkt
Selbstversorgung im Supermarkt ist der einfachste Weg, in Norwegen Geld zu sparen. Die Preise liegen etwa 50 bis 80 Prozent über dem deutschen Niveau, je nach Produkt. Trotzdem: Wer in der Ferienwohnung oder auf dem Campingplatz selbst kocht, kommt deutlich günstiger weg als im Restaurant.
Typische Supermarktpreise (Stand 2026)
- Brot (Vollkorn, 750g): 30 bis 45 NOK (2,60 bis 3,90 EUR)
- Milch (1 Liter): 22 bis 28 NOK (1,90 bis 2,40 EUR)
- Käse (1 kg, Norvegia): 100 bis 130 NOK (8,70 bis 11,30 EUR)
- Hühnerbrust (1 kg): 120 bis 160 NOK (10,40 bis 13,90 EUR)
- Lachsfilet (400g): 80 bis 110 NOK (6,90 bis 9,60 EUR)
- Kartoffeln (1 kg): 20 bis 30 NOK (1,70 bis 2,60 EUR)
- Tomaten (500g): 30 bis 40 NOK (2,60 bis 3,50 EUR)
- 6er-Pack Bier (0,5l): 180 bis 240 NOK (15,60 bis 20,90 EUR)
- Flasche Wein (Vinmonopolet): ab 130 NOK (ab 11,30 EUR)
- Wasser (1,5l): 20 bis 25 NOK (1,70 bis 2,20 EUR)
Die günstigsten Supermarktketten sind Rema 1000, Kiwi und Extra. Meny und Spar sind etwas teurer, haben aber eine größere Auswahl. Grundnahrungsmittel wie Brot, Nudeln und Reis sind relativ erschwinglich. Obst und Gemüse kosten dagegen deutlich mehr als in Deutschland, besonders im Winter, wenn fast alles importiert werden muss.
Alkohol ist in Norwegen stark besteuert. Bier gibt es im Supermarkt nur mit maximal 4,7 Prozent Alkohol. Stärkeres Bier, Wein und Spirituosen gibt es nur beim staatlichen Monopol Vinmonopolet. Die Filialen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und sind samstags nur bis 15 Uhr offen. Sonntags ist geschlossen.
Restaurants und Essen gehen
Hier wird es richtig teuer. Ein Restaurantbesuch in Norwegen kostet locker das Doppelte bis Dreifache von Deutschland. Das liegt an den hohen Personalkosten. Trinkgeld ist nicht üblich, da die Löhne fair sind. Wenn du zufrieden bist, kannst du trotzdem aufrunden.
Typische Restaurantpreise
- Burger oder Pizza: 180 bis 250 NOK (15,60 bis 21,70 EUR)
- Hauptgericht (mittleres Restaurant): 250 bis 400 NOK (21,70 bis 34,80 EUR)
- Fish & Chips: 180 bis 220 NOK (15,60 bis 19,10 EUR)
- Drei-Gänge-Menü: 600 bis 1.000 NOK (52 bis 87 EUR)
- Bier (0,5l, Gastronomie): 90 bis 130 NOK (7,80 bis 11,30 EUR)
- Cappuccino: 50 bis 70 NOK (4,30 bis 6,10 EUR)
- Coca-Cola (0,5l): 40 bis 55 NOK (3,50 bis 4,80 EUR)
- Mittagsmenü (dagens): 150 bis 200 NOK (13 bis 17,40 EUR)
Tipp: Viele Restaurants bieten ein Tagesmenü (dagens rett oder dagens) zur Mittagszeit an. Das kostet oft nur 150 bis 200 NOK inklusive Getränk und ist die günstigste Art, auswärts zu essen. Tankstellen und Imbissbuden haben Hotdogs und Waffeln für 30 bis 50 NOK.
In den Städten gibt es zunehmend Food Halls und Street Food Märkte, die bessere Preise bieten als klassische Restaurants. Der Mathallen in Oslo und der Fisketorget in Bergen lohnen sich.
Unterkünfte: Was kostet eine Nacht?
Die Unterkunftspreise variieren stark nach Saison, Region und Art. Im Juli zahlt man fast überall Spitzenpreise. In der Nebensaison (Oktober bis April, außer Weihnachten und Nordlichtsaison) sind die Preise deutlich niedriger.
Unterkunftspreise pro Nacht (Hochsaison)
- Campingplatz (Zelt): 200 bis 350 NOK (17 bis 30 EUR)
- Campingplatz (Hütte, einfach): 500 bis 900 NOK (43 bis 78 EUR)
- Hostel/Jugendherberge: 350 bis 600 NOK (30 bis 52 EUR)
- Budget-Hotel (Doppelzimmer): 800 bis 1.200 NOK (70 bis 104 EUR)
- Mittelklasse-Hotel: 1.200 bis 2.000 NOK (104 bis 174 EUR)
- Ferienhaus (pro Woche): 5.000 bis 15.000 NOK (435 bis 1.300 EUR)
- Rorbu (Lofoten): 1.500 bis 3.000 NOK (130 bis 261 EUR)
Wildcampen ist in Norwegen dank des Jedermannsrechts (Allemannsretten) erlaubt, solange man mindestens 150 Meter Abstand zu bewohnten Häusern hält und maximal zwei Nächte am selben Ort bleibt. Das ist die kostenloseste Art zu übernachten und in Norwegen gesellschaftlich völlig akzeptiert.
Benzin, Diesel und Elektroauto
Die Spritpreise in Norwegen liegen etwas über dem deutschen Niveau. Das ist überraschend, wenn man bedenkt, dass Norwegen einer der größten Ölproduzenten Europas ist. Der Grund: hohe Besteuerung.
Kraftstoffpreise (Stand 2026)
- Benzin (95 Oktan): 19 bis 22 NOK/Liter (1,65 bis 1,91 EUR)
- Diesel: 18 bis 21 NOK/Liter (1,57 bis 1,83 EUR)
- Ladestrom (Schnelllader): 5 bis 8 NOK/kWh (0,43 bis 0,70 EUR)
Norwegen ist ein Elektroauto-Land. Über 80 Prozent der Neuzulassungen sind elektrisch. Das Ladenetz ist entsprechend gut ausgebaut. Selbst auf den Lofoten und in Nordnorwegen findet man Schnellladestationen. Wer ein E-Auto mietet oder mitbringt, spart bei Maut und Fähren (E-Autos zahlen oft reduzierte Tarife).
Maut und Fähren
Ein oft unterschätzter Kostenfaktor. In Norwegen gibt es über 200 Mautstationen (Bomstasjoner). Die meisten funktionieren automatisch per Kennzeichenerkennung oder AutoPASS-Chip. Die Kosten summieren sich schnell, besonders auf einer Rundreise.
Pro Mautstation zahlt man zwischen 20 und 80 NOK (1,70 bis 6,95 EUR). Auf einer zweiwöchigen Rundreise kommen leicht 500 bis 1.500 NOK (43 bis 130 EUR) zusammen. Dazu kommen Fähren, die je nach Strecke zwischen 100 und 500 NOK pro Überfahrt kosten (mit Auto).
Wer einen AutoPASS-Chip hat, bekommt 20 Prozent Rabatt auf die Maut. Elektroautos zahlen an vielen Stationen nur den halben Preis. Fähren werden zunehmend durch Brücken und Tunnel ersetzt, aber auf den populären Routen (Geiranger, Lofoten) sind sie noch unverzichtbar.
Aktivitäten und Eintritte
Die gute Nachricht: Norwegens größte Attraktion ist kostenlos. Die Natur. Wandern und Angeln im Meer kosten nichts. Wildcampen ist dank des Jedermannsrechts erlaubt. Und die schönsten Aussichtspunkte haben keinen Eintritt. Selbst die Trolltunga, der Preikestolen und der Kjeragbolten kosten keinen Eintritt (nur die Parkgebühr).
Typische Kosten für Aktivitäten
- Museumseintritt: 100 bis 200 NOK (8,70 bis 17,40 EUR)
- Fjordcruise (2 Std.): 400 bis 700 NOK (35 bis 61 EUR)
- Whale Watching Tour: 1.200 bis 1.800 NOK (104 bis 157 EUR)
- Hundeschlittentour (halber Tag): 2.000 bis 3.500 NOK (174 bis 304 EUR)
- Nordlicht-Tour: 1.000 bis 1.500 NOK (87 bis 130 EUR)
- Kajaktour (halber Tag): 800 bis 1.200 NOK (70 bis 104 EUR)
- Parkgebühr Trolltunga: 300 bis 500 NOK (26 bis 43 EUR)
- Flåmsbahn (Hin und zurück): 620 NOK (54 EUR)
Budget-Beispiele für verschiedene Reisetypen
Hier drei realistische Tagesbudgets pro Person, basierend auf meinen eigenen Erfahrungen und aktuellen Preisen. Ohne An- und Abreise.
Budget-Reise (Camping/Hostel, Selbstverpflegung)
- Camping/Hostel: 250 bis 400 NOK
- Essen (Supermarkt): 200 bis 300 NOK
- Benzin/Maut: 200 bis 300 NOK
- Aktivitäten: 0 bis 200 NOK
- Gesamt: ca. 650 bis 1.200 NOK (56 bis 104 EUR) pro Tag
Mittelklasse-Reise (Hotel, Mix aus Selbstversorgung und Restaurant)
- Hotel: 1.000 bis 1.500 NOK
- Essen (1x Restaurant, 1x Supermarkt): 400 bis 600 NOK
- Benzin/Maut: 200 bis 400 NOK
- Aktivitäten: 200 bis 500 NOK
- Gesamt: ca. 1.800 bis 3.000 NOK (157 bis 261 EUR) pro Tag
Komfort-Reise (gutes Hotel, Restaurant, geführte Touren)
- Hotel: 2.000 bis 3.500 NOK
- Essen (2x Restaurant): 700 bis 1.200 NOK
- Benzin/Maut: 300 bis 500 NOK
- Aktivitäten/Touren: 500 bis 2.000 NOK
- Gesamt: ca. 3.500 bis 7.200 NOK (304 bis 626 EUR) pro Tag
Die besten Spartipps
Nach vielen Norwegen-Reisen habe ich einige Strategien entwickelt, die wirklich funktionieren.
1. Selbst kochen. Der größte Hebel. Wer im Supermarkt einkauft und in der Ferienwohnung oder am Campingplatz kocht, spart pro Tag locker 300 bis 500 NOK gegenüber Restaurantbesuchen.
2. Lebensmittel von zu Hause mitbringen. Die Einfuhr von Lebensmitteln aus der EU ist erlaubt (mit Einschränkungen bei Alkohol, Tabak und Fleisch). Nudeln, Reis, Konserven, Kaffee und Gewürze von zu Hause mitnehmen und in Norwegen nur frische Sachen kaufen.
3. Wildcampen nutzen. Das Jedermannsrecht erlaubt das Übernachten in der Natur. Kein Campingplatz, keine Kosten. Nur die Regeln beachten: 150 Meter Abstand zu Häusern, keinen Müll hinterlassen, maximal zwei Nächte am selben Ort.
4. In der Nebensaison reisen. Mai und September bieten gutes Wetter und deutlich niedrigere Preise als Juli und August. Hotels kosten oft nur die Hälfte.
5. Kostenlose Aktivitäten bevorzugen. Norwegens Natur ist gratis. Wandern kostet nichts, Angeln im Meer ebenso. Beeren pflücken und Aussichtspunkte besuchen auch nicht.
6. Wasser aus dem Hahn trinken. Das Leitungswasser in Norwegen hat sehr gute Qualität. Eine Trinkflasche mitnehmen und überall auffüllen. Wasserflaschen kaufen ist rausgeworfenes Geld.
7. AutoPASS anmelden. Wer mit dem Auto unterwegs ist, spart mit dem AutoPASS-Chip 20 Prozent auf alle Mautstationen.
Bezahlen in Norwegen
Norwegen ist so gut wie bargeldlos. Kreditkarte (Visa oder Mastercard) wird überall akzeptiert, vom Supermarkt über den Campingplatz bis zum Straßenkiosk. Viele Norweger haben seit Jahren kein Bargeld mehr in der Tasche.
EC-Karten (Girocard) funktionieren in Norwegen oft nicht. Wer keine Kreditkarte hat, sollte vor der Reise eine besorgen. Am besten eine ohne Auslandsgebühren, die gibt es bei verschiedenen Online-Banken. Die Gebühren für Kartenzahlung in Fremdwährung liegen sonst bei 1,5 bis 2 Prozent.
Bargeld ist nicht nötig, kann aber für Notsituationen nützlich sein. An Bankautomaten (Minibank) kann man mit der Kreditkarte Kronen abheben. Die Gebühr liegt bei 30 bis 50 NOK pro Abhebung plus eventuelle Bankgebühren.
Vipps ist die norwegische Bezahl-App und wird von fast jedem Norweger genutzt. Als Tourist kann man sie leider nicht nutzen, da sie an eine norwegische Bankverbindung gekoppelt ist.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Geld brauche ich pro Tag in Norwegen?
Rechne mit 60 bis 100 Euro pro Tag für eine Budget-Reise mit Camping und Selbstverpflegung. Für eine Mittelklasse-Reise mit Hotel und Restaurant sind 150 bis 250 Euro pro Tag realistisch.
Brauche ich Bargeld in Norwegen?
Nein. Kreditkarte (Visa oder Mastercard) reicht völlig. Norwegen ist praktisch bargeldlos. Selbst kleine Beträge werden überall mit Karte bezahlt. Ein kleiner Bargeldvorrat (500 bis 1.000 NOK) kann trotzdem sinnvoll sein.
Ist Norwegen teurer als Island?
Norwegen und Island liegen preislich ähnlich. Island ist bei Unterkünften oft etwas teurer, Norwegen bei Alkohol und Restaurants. Insgesamt nehmen sich die beiden Länder nicht viel.
Kann ich Lebensmittel nach Norwegen mitbringen?
Ja, aus der EU darfst du Lebensmittel für den Eigenbedarf mitnehmen. Einschränkungen gelten für Fleisch (max. 10 kg), Alkohol (1 Liter Spirituosen, 1,5 Liter Wein, 2 Liter Bier) und Tabak. Kartoffeln sind verboten.
Gibt es Trinkgeld in Norwegen?
Trinkgeld ist in Norwegen nicht üblich und wird nicht erwartet. Die Löhne sind hoch genug. Wenn du besonders zufrieden bist, kannst du den Betrag aufrunden oder 5 bis 10 Prozent geben. Niemand wird dir böse sein, wenn du kein Trinkgeld gibst.
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Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026