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Copenhagen Card
Lohnt sich der Citypass für deinen Kopenhagen-Besuch?

Copenhagen Card

10 Min. Lesezeit

Wer Kopenhagen besucht, stößt schnell auf die Copenhagen Card. Der Citypass verspricht freien Eintritt in über 80 Museen und Attraktionen plus kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Klingt nach einem guten Angebot, besonders in einer Stadt, in der einzelne Eintrittskarten selten unter 100 DKK (ca. 14 EUR) kosten.

Aber lohnt sich die Karte wirklich? Das hängt davon ab, wie viel man vorhat und wie man sich durch die Stadt bewegt. In diesem Guide rechne ich konkret vor, in welchen Fällen sich die Copenhagen Card bezahlt macht und wann man sein Geld besser spart.

Copenhagen Card auf einem Stadtplan von Kopenhagen
Die Copenhagen Card gibt es als physische Karte oder digital in der App (KI-generiert)

Was ist die Copenhagen Card?

Die Copenhagen Card ist ein Citypass, den die Stadt Kopenhagen über die Organisation Wonderful Copenhagen herausgibt. Sie funktioniert als Kombikarte: freier Eintritt in Museen und Attraktionen plus unbegrenzte Fahrten im öffentlichen Nahverkehr in der gesamten Hauptstadtregion (Zonen 1 bis 99).

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Die Karte wird stundenbasiert aktiviert. Das bedeutet: Eine 48-Stunden-Karte gilt ab dem Moment der ersten Nutzung genau 48 Stunden lang, nicht etwa zwei Kalendertage. Wer also um 14 Uhr aktiviert, kann bis zum übernächsten Tag 14 Uhr alles nutzen.

Es gibt die Karte in vier Varianten: 24, 48, 72 und 120 Stunden. Dazu existiert eine separate Version für Kinder (10 bis 15 Jahre). Kinder unter 10 Jahren haben in vielen Kopenhagener Museen ohnehin freien Eintritt.

Preise und Varianten

Die Preise werden regelmäßig angepasst. Stand 2026 gelten folgende Preise (gerundete EUR-Werte):

Variante Erwachsene Kinder (10-15)
24 Stunden 489 DKK (ca. 69 EUR) 259 DKK (ca. 37 EUR)
48 Stunden 689 DKK (ca. 97 EUR) 369 DKK (ca. 52 EUR)
72 Stunden 839 DKK (ca. 118 EUR) 449 DKK (ca. 63 EUR)
120 Stunden 989 DKK (ca. 139 EUR) 519 DKK (ca. 73 EUR)

Die 72-Stunden-Variante bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man drei volle Tage in Kopenhagen verbringt. Die 24-Stunden-Karte rechnet sich nur, wenn man an einem Tag mindestens drei bis vier kostenpflichtige Attraktionen besucht und den Nahverkehr intensiv nutzt.

Enthaltene Attraktionen

Die Liste der enthaltenen Attraktionen ist lang. Über 80 Museen, Schlösser und Erlebnisse sind abgedeckt. Hier die wichtigsten, die für die meisten Besucher relevant sind:

Tivoli Freizeitpark in Kopenhagen bei Nacht
Der Tivoli ist eine der beliebtesten Attraktionen, die in der Copenhagen Card enthalten sind (KI-generiert)

Die großen Attraktionen

  • Tivoli: Eintritt enthalten (Einzelticket ca. 155 DKK / 22 EUR). Fahrten kosten extra
  • Kanalrundfahrt (Strømma): Eine Fahrt enthalten (Einzelticket ca. 110 DKK / 15 EUR)
  • Schloss Rosenborg: Eintritt enthalten (Einzelticket ca. 130 DKK / 18 EUR)
  • Nationalmuseum: Eintritt enthalten (Einzelticket ca. 100 DKK / 14 EUR)
  • Ny Carlsberg Glyptotek: Eintritt enthalten (Einzelticket ca. 125 DKK / 18 EUR)
  • Kopenhagener Zoo: Eintritt enthalten (Einzelticket ca. 205 DKK / 29 EUR)
  • Experimentarium: Eintritt enthalten (Einzelticket ca. 200 DKK / 28 EUR)

Weitere enthaltene Museen und Sehenswürdigkeiten

  • Designmuseum Danmark (ca. 125 DKK / 18 EUR)
  • Schloss Amalienborg Museum (ca. 120 DKK / 17 EUR)
  • Vor Frelsers Kirke Turmbesteigung (ca. 60 DKK / 8,50 EUR)
  • Rundetårn (ca. 40 DKK / 6 EUR)
  • Schloss Christiansborg (ca. 175 DKK / 25 EUR für alle Bereiche)
  • ARKEN Museum für moderne Kunst (ca. 130 DKK / 18 EUR)
  • Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk (ca. 145 DKK / 20 EUR, erreichbar mit dem Zug)

Die Copenhagen Card enthält den Eintritt in den Tivoli, aber keine Fahrten auf den Attraktionen im Park. Wer Achterbahnen und Karussells nutzen will, muss ein separates Ride-Ticket kaufen (ca. 250 DKK / 35 EUR) oder einzelne Fahrten bezahlen.

Öffentlicher Nahverkehr inklusive

Metro und S-Bahn in Kopenhagen
Die Copenhagen Card gilt in Metro, S-Bahn, Bussen und Regionalbahnen der gesamten Hauptstadtregion (KI-generiert)

Die Copenhagen Card deckt den gesamten öffentlichen Nahverkehr in der Hauptstadtregion ab. Das umfasst Metro, S-Bahn (S-tog), Busse und Regionalbahnen in den Zonen 1 bis 99. Konkret bedeutet das:

  • Alle Metrolinien (M1, M2, M3, M4), inklusive der Fahrt vom Flughafen Kastrup in die Stadt
  • Alle S-Bahn-Linien innerhalb der Region Kopenhagen
  • Alle Stadtbusse und Nachtbusse
  • Regionalbahnen bis Helsingør, Roskilde und Hillerød

Gerade die Fahrt vom Flughafen in die Stadt (Einzelfahrschein ca. 38 DKK / 5,40 EUR) und zurück spart schon fast 80 DKK. Wer dann noch die Metro und Busse innerhalb der Stadt nutzt, kommt leicht auf 100 bis 150 DKK Ersparnis allein durch den Transport.

Für Ausflüge außerhalb Kopenhagens ist die Karte besonders wertvoll. Das Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk liegt 35 Kilometer nördlich und ist mit dem Zug erreichbar. Schloss Frederiksborg in Hillerød liegt ebenfalls in der Zone. Ohne Copenhagen Card kostet allein die Zugfahrt nach Humlebæk hin und zurück etwa 120 DKK (ca. 17 EUR).

Rechenbeispiel: Lohnt sich die Karte?

Hier ein konkretes Beispiel für einen dreitägigen Kopenhagen-Besuch mit der 72-Stunden-Card (839 DKK / ca. 118 EUR pro Erwachsenem):

Tag 1

  • Metro vom Flughafen: 38 DKK
  • Tivoli Eintritt: 155 DKK
  • Ny Carlsberg Glyptotek: 125 DKK
  • Kanalrundfahrt: 110 DKK

Tag 2

  • Metro und Bus (geschätzt 4 Fahrten): 76 DKK
  • Schloss Rosenborg: 130 DKK
  • Designmuseum Danmark: 125 DKK
  • Rundetårn: 40 DKK

Tag 3

  • Zug nach Humlebæk (hin und zurück): 120 DKK
  • Louisiana Museum: 145 DKK
  • Metro zum Flughafen: 38 DKK

Gesamtkosten ohne Card: ca. 1.102 DKK (ca. 155 EUR)

Kosten der 72-Stunden-Card: 839 DKK (ca. 118 EUR)

Ersparnis: ca. 263 DKK (ca. 37 EUR)

In diesem Szenario spart man deutlich. Wer dagegen hauptsächlich kostenlose Aktivitäten plant (Nyhavn anschauen, durch die Stadtteile spazieren, Kleine Meerjungfrau besuchen), lohnt sich die Karte nicht.

Besucher in einem Kopenhagener Museum
Über 80 Museen und Attraktionen sind in der Copenhagen Card enthalten (KI-generiert)

Die Copenhagen Card per App

Copenhagen Card App auf einem Smartphone
Die Copenhagen Card lässt sich bequem über die App kaufen und verwalten (KI-generiert)

Seit einigen Jahren gibt es die Copenhagen Card auch als reine App-Version. Man kauft die Karte online, lädt die App auf sein Smartphone (verfügbar für iOS und Android) und aktiviert die Karte, wenn man sie braucht. An den Attraktionen zeigt man den QR-Code auf dem Handy vor.

Im Nahverkehr funktioniert die App ebenfalls: Man zeigt den QR-Code bei Kontrollen vor. In der Metro gibt es keine Schranken, man steigt einfach ein. Bei einer Kontrolle muss man den aktiven Pass in der App vorzeigen können.

Die App hat den Vorteil, dass man die Karte nicht verlieren kann. Außerdem zeigt sie an, welche Attraktionen in der Nähe liegen und wie viel Zeit noch auf der Karte übrig ist. Man kann die Karte auch vorab kaufen und erst vor Ort aktivieren. Die Aktivierung erfolgt beim ersten Scan, also zum Beispiel am Flughafen Kastrup bei der ersten Metrofahrt.

Copenhagen Card für Familien

Für Familien mit Kindern rechnet sich die Copenhagen Card oft besonders gut, weil viele der enthaltenen Attraktionen teuer sind. Der Kopenhagener Zoo (205 DKK), das Experimentarium (200 DKK) und der Tivoli (155 DKK) sind bei Familien mit Kindern beliebt und kosten zusammen schon über 500 DKK pro Person.

Kinder unter 10 Jahren haben in vielen Kopenhagener Museen freien Eintritt und fahren im Nahverkehr kostenlos, wenn sie von einem Erwachsenen begleitet werden. Für diese Altersgruppe braucht man keine separate Karte. Für Kinder zwischen 10 und 15 Jahren gibt es die vergünstigte Kinderversion.

Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern über 10, die drei Tage in Kopenhagen verbringt, spart mit der 72-Stunden-Card schnell 500 bis 800 DKK (ca. 70 bis 112 EUR) gegenüber Einzeleintritten. Vorausgesetzt, man besucht pro Tag mindestens zwei bis drei kostenpflichtige Attraktionen.

Tipps für die optimale Nutzung

Aktivierung am Morgen: Die Karte läuft stundenweise. Wer sie morgens um 9 Uhr aktiviert, hat den ganzen Tag. Wer erst nachmittags anfängt, verschenkt halbe Tage.

Teure Attraktionen zuerst: Wenn die Zeit knapp wird, besucht man am letzten Tag die teureren Attraktionen. So holt man das Maximum aus der Karte heraus.

Transport einplanen: Die Karte deckt Fahrten bis nach Helsingør (Hamlet-Schloss Kronborg) und Roskilde (Wikingermuseum) ab. Wer einen Tagesausflug außerhalb Kopenhagens macht, spart durch die enthaltenen Zugtickets erheblich.

Nicht alles reinquetschen: Es ist verlockend, möglichst viele Attraktionen abzuarbeiten, um die Karte „auszureizen". Aber Kopenhagen genießt man auch dadurch, dass man sich in einem Café an den Kanal setzt oder durch die Stadtteile schlendert. Drei bis vier Attraktionen pro Tag reichen völlig.

Wer nur ein Wochenende in Kopenhagen verbringt und vor allem die Atmosphäre genießen will, braucht die Card eher nicht. Wer aber gezielt Museen und Schlösser besichtigen will, spart damit echtes Geld.

Häufige Fragen zur Copenhagen Card

Wo kaufe ich die Copenhagen Card?

Online über copenhagencard.com oder in der App. Vor Ort gibt es physische Karten am Flughafen Kastrup, im Tivoli-Besucherzentrum und in einigen Hotels. Der Online-Kauf ist meist einfacher, weil man die Karte dann sofort in der App hat.

Kann ich die Karte vor der Aktivierung stornieren?

Ja, solange die Karte noch nicht aktiviert wurde, kann man sie stornieren und erhält den vollen Kaufpreis zurück. Nach der Aktivierung ist keine Erstattung mehr möglich.

Gilt die Karte auch für den Flughafentransfer?

Ja. Die Metro vom Flughafen Kastrup in die Innenstadt ist in der Card enthalten. Auch die Rückfahrt zum Flughafen, solange die Karte noch gültig ist. Das spart pro Strecke ca. 38 DKK (ca. 5,40 EUR).

Brauche ich noch ein Nahverkehrsticket?

Nein, solange die Card aktiv ist, braucht man kein separates Ticket für Metro, Bus, S-Bahn oder Regionalbahnen in der Hauptstadtregion. Die Card ist gleichzeitig das Ticket.

Kann ich eine Attraktion zweimal besuchen?

Nein. Pro Attraktion ist nur ein Besuch enthalten. Die Kanalrundfahrt kann man ebenfalls nur einmal nutzen. Der Nahverkehr ist dagegen unbegrenzt nutzbar.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026