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Reiten in Schweden
Islandpferde, Waldausritte und Reiterhöfe im Norden

Reiten in Schweden

15 Min. Lesezeit

Schweden gehört zu den besten Reiterländern Europas. Weite Wälder, menschenleere Fjälllandschaften, endlose Strände und ein Allemansrätten, das den Zugang zur Natur garantiert. Dazu kommt eine tief verwurzelte Pferdekultur: Nach Island hat Schweden die höchste Dichte an Islandpferden weltweit. Über 300.000 Pferde leben im Land, und Reiten ist nach Fußball der zweitbeliebteste Sport.

Mein erster Reitausflug in Schweden war in Dalarna. Ein dreistündiger Ritt durch Birkenwälder, über Heidelandschaften und an einem See entlang, an dem wir die Pferde trinken ließen. Die Stille war das, was mich am meisten beeindruckt hat. Kein Verkehr, keine anderen Menschen, nur das Schnauben der Pferde und der Wind in den Bäumen. Seitdem bin ich jedes Jahr mindestens einmal zum Reiten in Schweden, und jedes Mal entdecke ich neue Wege und Landschaften.

Dieser Artikel ist für alle, die einen Reiturlaub in Schweden planen. Egal ob Anfänger oder erfahrener Reiter, ob Tagesausritt oder mehrtägige Fjälltour: Hier findet ihr die besten Regionen, Reiterhöfe und praktische Tipps.

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Islandpferd mit dichter Mähne auf einer schwedischen Weide im Morgenlicht
Islandpferde sind in Schweden allgegenwärtig. Ihre Robustheit und ihr ruhiges Temperament machen sie zu idealen Reitpferden für Ausritte in der Wildnis. (KI-generiert)

Warum Schweden ein Reiterland ist

In Schweden gibt es über 300.000 Pferde, das sind etwa 30 pro 1.000 Einwohner. In Deutschland liegt die Quote bei 13. Reiten ist in Schweden kein Elitesport, sondern breit verankert in der Gesellschaft. Die schwedische Reitföderation (Svenska Ridsportförbundet) hat über 500.000 Mitglieder, was sie zur drittgrößten Sportorganisation des Landes macht.

Die Gründe liegen in der Geografie und der Kultur. Schweden hat enorme Flächen mit wenig Besiedlung, besonders in Norrland. Wälder, Fjäll, Seen und Küsten bieten ein Terrain, das wie geschaffen ist für mehrtägige Ritte. Das Jedermannsrecht (Allemansrätten) erlaubt es, überall in der Natur zu reiten, solange man keine Schäden anrichtet und kultiviertes Land meidet. Man braucht keine Genehmigung, keine markierten Reitwege, keine Vereinsmitgliedschaft. Man sattelt auf und reitet los.

Dazu kommt die lange Tradition der Pferdezucht. Schweden züchtet seit Jahrhunderten eigene Pferderassen. Das Schwedische Warmblut (Svenskt Halvblod) ist international als Sportpferd anerkannt. Der Gotlandsruss, eine kleine, robuste Rasse von der Insel Gotland, gilt als eine der ältesten Pferderassen Europas. Und seit den 1960er Jahren haben die Schweden das Islandpferd für sich entdeckt und eine eigene Zuchtlinie aufgebaut.

Das Klima ist ein weiterer Faktor. Die kühlen Sommer sind ideal für lange Ausritte, weil weder Pferd noch Reiter unter Hitze leiden. Im Winter bieten manche Höfe Ritte durch verschneite Wälder an, was ein ganz besonderes Erlebnis ist. Und die langen Sommerabende bedeuten, dass man bis 22 Uhr im Sattel sitzen kann, ohne eine Taschenlampe zu brauchen.

Islandpferde in Schweden

Schweden hat die zweitgrößte Islandpferde-Population der Welt, nach Island selbst. Über 60.000 Islandpferde leben im Land, und es gibt Hunderte spezialisierte Zuchtbetriebe und Reitschulen. Die Rasse ist so beliebt, dass Schweden regelmäßig bei internationalen Islandpferde-Meisterschaften vorne mitreitet.

Was Islandpferde so besonders macht: Sie beherrschen neben Schritt, Trab und Galopp zwei zusätzliche Gangarten. Der Tölt ist ein Viertakt-Gang, bei dem immer ein Fuß am Boden bleibt, was ihn unglaublich bequem macht. Man sitzt im Sattel wie auf einem Sessel und gleitet über den Boden. Der Pass (oder Rennpass) ist ein schneller Zweitakt-Gang, der bei Rennen eingesetzt wird. Für Freizeitreiter ist vor allem der Tölt relevant, und wer ihn einmal erlebt hat, will nichts anderes mehr reiten.

Islandpferde sind kleiner als die meisten anderen Reitpferde, mit einem Stockmaß von 130 bis 145 Zentimetern. Trotzdem tragen sie problemlos erwachsene Reiter bis 100 Kilogramm. Sie sind robust, trittsicher, ausdauernd und haben ein ruhiges Temperament, das auch Anfängern Sicherheit gibt. In der schwedischen Wildnis sind diese Eigenschaften unbezahlbar: Auf schmalen Waldwegen, in sumpfigem Gelände oder auf steinigen Fjällpfaden gehen Islandpferde sicher und gelassen.

Die meisten Reiterhöfe in Schweden, die Ausritte in die Natur anbieten, arbeiten mit Islandpferden. Das liegt nicht nur an deren Eignung für das Gelände, sondern auch daran, dass der Tölt über viele Stunden ermüdungsfrei geritten werden kann. Bei einem vierstündigen Waldritt macht das einen gewaltigen Unterschied zum Traben auf einem Warmblut.

Reitergruppe auf einem schmalen Waldweg zwischen hohen Kiefern in Schweden
Waldausritte gehören zu den schönsten Erlebnissen in Schweden. Die Wege führen durch Kiefernwälder, über Lichtungen und an Seen vorbei. (KI-generiert)

Die besten Regionen für Reitausflüge

Dalarna

Dalarna ist das Herz der schwedischen Reitkultur. Die hügelige Landschaft mit ihren roten Holzhäusern, Birkenwäldern und glitzernden Seen ist wie aus einem Bilderbuch. Rund um den Siljansee gibt es mehrere Reiterhöfe, die Tagesausritte und Mehrtagestouren anbieten. Die Gegend um Sälen und das Transtrandsfjällen ist besonders schön für längere Ritte, mit weiten Aussichten über das Fjäll und Übernachtungen in einfachen Berghütten. Dalarna ist gut erreichbar (3 Stunden von Stockholm) und eignet sich auch für ein verlängertes Wochenende.

Jämtland und Härjedalen

Für Reiter, die echte Wildnis suchen, sind Jämtland und Härjedalen die erste Wahl. Die Region rund um Åre und das Vålådalen bietet Fjälllandschaften, die man sich mit Rentieren und Lemmingen teilt. Mehrtägige Reittouren führen über baumlose Hochebenen, durch Flusstäler und an Bergseen vorbei. Die Unterkünfte sind Fjällstationen oder Zelte, und das Essen wird am Lagerfeuer gekocht. Das ist Abenteuer pur, nichts für Komfortreiter, aber ein Erlebnis, das man nie vergisst.

Gotland

Die Insel Gotland hat eine ganz eigene Reitkultur. Der Gotlandsruss, die einheimische Pferderasse, ist klein, zäh und stammt von den Wildpferden ab, die seit der Steinzeit auf der Insel leben. Auf Gotland kann man am Strand entlangreiten, durch mittelalterliche Landschaften traben und die flache, windgepeitschte Küste erkunden. Mehrere Höfe auf der Insel bieten Ausritte an, und die Kombination aus Kultur (Visby, die Hansestadt) und Natur macht Gotland zu einem besonderen Reitziel.

Skåne und Halland

Der Süden Schwedens ist flacher und sanfter als der Norden. Skåne hat weite Felder, Buchenwälder und lange Sandstrände, auf denen man galoppieren kann. Die Region hat die höchste Dichte an Reiterhöfen in Schweden, viele davon mit hohem Standard und Angeboten für Anfänger. Für Reiter, die es gemütlich mögen und nicht weit fahren wollen (Malmö ist per Brücke mit Kopenhagen verbunden), ist Skåne ideal.

Schwedisch-Lappland

Schwedisch-Lappland ist die Königsklasse für Abenteuerreiter. Reittouren nördlich des Polarkreises führen durch eine Landschaft, die sich seit der letzten Eiszeit kaum verändert hat. Birkenurwälder, Geröllfelder, Gletscherbäche und die Mitternachtssonne. Die Pferde sind hier besonders trittsicher, weil das Gelände es erfordert. Einige Anbieter in der Gegend um Gällivare und Jokkmokk haben sich auf mehrtägige Wildnisritte spezialisiert, bei denen man vier bis sieben Tage unterwegs ist und in Zelten oder Samenhütten übernachtet.

Reiterhöfe und Anbieter

Schweden hat Hunderte Reiterhöfe, die Ausritte für Touristen anbieten. Die Qualität variiert, aber das Niveau ist insgesamt hoch, weil die schwedische Reitföderation strenge Standards für Sicherheit und Tierwohl durchsetzt. Hier eine Auswahl bewährter Höfe.

Schwedischer Reiterhof mit roten Holzgebäuden und Pferden auf der Koppel
Typischer schwedischer Reiterhof: rote Holzställe, grüne Wiesen und Pferde, die den Sommer draußen verbringen. Die meisten Höfe bieten auch Unterkunft und Verpflegung an. (KI-generiert)

Islandshästcenter Dalarna

Einer der größten Islandpferde-Höfe in Schweden, gelegen am Siljansee. Das Angebot reicht vom zweistündigen Schnupperritt bis zur siebentägigen Fjälltour. Die Pferde sind sehr gut ausgebildet, die Guides sprechen Deutsch und die Unterkunft auf dem Hof ist gemütlich. Preise beginnen bei etwa 800 SEK (ca. 70 Euro) für einen dreistündigen Ausritt.

Strömsholm (Hallstahammar)

Strömsholm ist das nationale Reitzentrum Schwedens, mit einer über 400 Jahre alten Geschichte. Hier werden die besten Reiter des Landes ausgebildet. Für Touristen gibt es Kurse und geführte Ausritte in der Umgebung, die durch historische Parklandschaften und an Seen entlang führen. Besonders schön im Herbst, wenn das Laub sich färbt.

Bruksvallarna Ridcenter (Härjedalen)

Spezialisiert auf Fjällritte im Sommer und Winterritte durch verschneite Landschaften. Die Mehrtagestouren (3 bis 7 Tage) durch das Härjedalen-Fjäll gehören zu den schönsten Reiterlebnissen, die man in Skandinavien haben kann. Man übernachtet in Fjällstationen und isst gemeinsam am Abend. Die Gruppen sind klein (maximal 8 Reiter), und die Guides kennen jedes Tal und jeden Bach.

Gotlands Islandshästförening

Auf Gotland gibt es mehrere kleine Höfe, die Strandausritte und Halbtagestouren anbieten. Die Gotlands Islandshästförening vermittelt Kontakte zu zertifizierten Anbietern auf der Insel. Die Kombination aus Strandritt, Besichtigung von Visby und einem Abendessen mit lokalen Spezialitäten ergibt ein perfektes Gotland-Wochenende.

Ripan Ridskola (Kiruna)

Für alle, die das Reiten in Lappland erleben wollen. Ripan bietet Sommerritte unter der Mitternachtssonne und Winterritte durch die verschneite Tundra. Die Pferde sind an das arktische Klima gewöhnt und die Guides sind erfahrene Wildnisführer. Im Winter kann man Reiten mit Nordlichtbeobachtung kombinieren.

Strandausritte und Küstenritte

Wer einmal im Galopp über einen schwedischen Strand geritten ist, vergisst dieses Gefühl nicht. Die schwedische Küste hat endlose Sandstrände, besonders in Halland und Skåne, und das Reiten am Strand ist an den meisten Stellen erlaubt, solange man nicht über Naturschutzgebiete oder bepflanzte Dünen reitet.

Reiter im Galopp über einen breiten schwedischen Sandstrand bei Sonnenuntergang
Im Galopp über einen schwedischen Strand reiten: Die Westküste Hallands bietet kilometerlange Sandstrände, auf denen man die Pferde laufen lassen kann. (KI-generiert)

Die Westküste Hallands zwischen Falkenberg und Varberg ist besonders beliebt für Strandausritte. Hier gibt es breite Strände mit festem Sand, auf dem die Pferde sicher galoppieren können. Mehrere Reiterhöfe in der Region bieten geführte Strandritte an, meistens am frühen Morgen oder am Abend, wenn die Strände leer sind.

Auf Gotland gibt es Strandausritte entlang der Ostküste, wo die Kalksteinfelsen ins Meer fallen und die Raukar (Kalksteinsäulen) eine surreale Kulisse bilden. In Skåne sind die Strände bei Löderup und Kåseberga beliebt, mit Blick auf die Ostsee und die berühmte Steinschiffsetzung Ales Stenar im Hintergrund.

Die Schärenküste bei Stockholm ist kein klassisches Strandreitgebiet, aber einige Inseln im Schärengarten haben kleine Sandstrände, an denen geführte Ausritte möglich sind. Das erfordert etwas Organisation (Fähre für die Pferde), aber das Erlebnis ist einzigartig.

Fjällreiten in Nordschweden

Das Fjäll (Skandinavisches Gebirge) ist die Wildnis, die Schweden von Norwegen trennt. Baumlose Hochebenen, Gletscherseen, Rentierherden und eine Weite, die in Europa ihresgleichen sucht. Reiten im Fjäll ist das intensive Naturerlebnis, das Schweden zu bieten hat.

Mehrtägige Fjällritte sind die Königsdisziplin. Man ist drei bis sieben Tage unterwegs, reitet täglich vier bis sechs Stunden und übernachtet in Fjällstationen, Hütten oder Zelten. Das Gepäck tragen Packpferde oder wird per Fahrzeug zur nächsten Station gebracht. Die Landschaft wechselt zwischen Birkenwäldern, Hochmooren, Geröllfeldern und alpinen Wiesen. Man überquert Bäche, reitet an Wasserfällen vorbei und hat manchmal stundenlang keinen anderen Menschen in Sicht.

Die beliebtesten Gebiete für Fjällritte sind das Härjedalen (um Funäsdalen und Bruksvallarna), Jämtland (um Åre und Vålådalen), das Padjelanta-Gebiet in Lappland und die Gegend um Abisko und Kebnekaise. Die Saison ist kurz: Mitte Juni bis Mitte September, je nach Schneelage. Im Juli ist die beste Zeit, weil die Mitternachtssonne scheint und die Temperaturen tagsüber bei 15 bis 20 Grad liegen.

Fjällreiten erfordert eine gewisse Reiterfahrung. Man muss sicher im Sattel sitzen, weil das Gelände uneben ist und die Pferde manchmal über Steine oder durch Wasser gehen müssen. Die meisten Anbieter verlangen mindestens 50 Reitstunden Erfahrung für Mehrtagestouren. Tagesausritte im Fjäll sind auch für weniger erfahrene Reiter möglich, wenn die Route entsprechend gewählt wird.

Reiten mit Kindern

Schweden ist ein sehr gutes Ziel für den Reiturlaub mit Kindern. Die schwedische Reitkultur legt großen Wert auf Sicherheit und kindgerechte Ausbildung. Fast alle Reiterhöfe haben spezielle Angebote für Kinder ab 6 Jahren, mit kleinen Ponys oder ruhigen Islandpferden und geschulten Kinderbetreuerinnen.

Besonders beliebt sind die „Islandshäst-Camps" im Sommer. Kinder verbringen eine Woche auf einem Reiterhof, lernen reiten, pflegen die Pferde, helfen beim Füttern und machen Ausritte in die Natur. Die Camps sind auf Schwedisch, aber die Betreuer sprechen oft Englisch und manchmal Deutsch. Kinder zwischen 8 und 15 Jahren kommen hier voll auf ihre Kosten.

Für Familien mit kleineren Kindern (3 bis 6 Jahre) gibt es an vielen Höfen Ponyreiten und kurze geführte Spaziergänge mit dem Pferd. Die Kinder sitzen im Sattel, ein Betreuer führt das Pferd am Strick, und nach 30 Minuten gibt es Fika (schwedische Kaffeepause) mit Zimtschnecken. Das klingt unwild, aber für kleine Kinder ist es ein Riesenerlebnis.

Einige Reiterhöfe bieten Familienausritte an, bei denen Eltern und Kinder gemeinsam reiten. Die Touren sind dann kürzer (2 bis 3 Stunden) und die Route wird so gewählt, dass sie auch für Anfänger machbar ist. In Dalarna und Småland gibt es Höfe, die sich auf Familienurlaub spezialisiert haben und neben dem Reiten auch Kanufahren, Angeln und Beeren sammeln anbieten.

Praktische Tipps für den Reiturlaub

Reiter auf Islandpferden in der weiten Fjälllandschaft Nordschwedens mit Bergen im Hintergrund
Im schwedischen Fjäll reiten: Weite, Stille und eine Landschaft, die sich seit der Eiszeit kaum verändert hat. Mehrtägige Ritte sind das intensivste Naturerlebnis. (KI-generiert)

Beste Reisezeit

Die Hauptsaison für Reitausflüge in Schweden ist Juni bis September. Im Süden (Skåne, Halland) kann man schon ab Mai und bis Oktober reiten. Im Fjäll ist die Saison kürzer: Mitte Juni bis Mitte September. Winterreiten ist in Lappland und Dalarna möglich, aber nur bei spezialisierten Anbietern. Juli und August sind die wärmsten Monate und bieten die besten Bedingungen, aber auch die meisten Mücken in Nordschweden. Wer Mücken hasst, sollte den September wählen.

Ausrüstung und Kleidung

Die meisten Reiterhöfe stellen Helme und bei Bedarf Sicherheitswesten. Eigene Reitstiefel oder feste Schuhe mit Absatz sollte man mitbringen. Eine Regenjacke ist Pflicht, auch im Sommer, weil das Wetter in Schweden schnell umschlagen kann. Für Mehrtagestouren im Fjäll braucht man Funktionskleidung, die auch nass noch wärmt, und eine warme Schicht für die Abende. Jeans sind zum Reiten nicht ideal, weil sie scheuern. Reithosen oder eng anliegende Outdoorhosen sind besser.

Kosten

Schweden ist kein Billigland, und das gilt auch für den Reiturlaub. Ein zweistündiger geführter Ausritt kostet zwischen 600 und 1.000 SEK (50 bis 85 Euro). Ein ganzer Tag im Sattel liegt bei 1.200 bis 2.000 SEK (100 bis 170 Euro), oft inklusive Mittagessen. Mehrtägige Fjälltouren mit Unterkunft und Verpflegung kosten 8.000 bis 15.000 SEK (680 bis 1.280 Euro) für eine Woche. Das klingt nach viel, aber dafür bekommt man ein Komplettpaket mit erfahrenen Guides, gesattelten Pferden und Vollpension in der Wildnis.

Buchung und Sprache

Die meisten Reiterhöfe kann man über ihre eigenen Websites buchen. Einige sind auch auf Plattformen wie Visit Sweden oder Naturupplevelser.se gelistet. Die Websites sind meistens auf Schwedisch und Englisch, manche auch auf Deutsch. Die Guides sprechen fast immer Englisch, Deutsch ist seltener, aber in touristischen Regionen wie Dalarna oder Gotland kommt man auch auf Deutsch zurecht. Frühzeitig buchen lohnt sich, besonders für Mehrtagestouren im Fjäll, die oft Monate im Voraus ausgebucht sind.

Gewichtslimit und Anforderungen

Die meisten Höfe haben ein Gewichtslimit von 90 bis 100 Kilogramm für ihre Pferde. Islandpferde tragen trotz ihrer geringen Größe erstaunlich viel Gewicht, aber es gibt Grenzen. Bei der Buchung wird oft nach Gewicht und Reiterfahrung gefragt, damit der Hof das passende Pferd zuteilen kann. Ehrlich antworten! Es geht um die Sicherheit von Reiter und Pferd.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich Reiterfahrung für einen Ausritt in Schweden?

Für kurze geführte Ausritte (1 bis 2 Stunden) braucht man keine Vorkenntnisse. Die Guides erklären die Grundlagen vor dem Losreiten. Für Halbtages- und Ganztagestouren sollte man mindestens ein paar Reitstunden absolviert haben. Mehrtägige Fjälltouren erfordern sicheres Reiten in allen Gangarten, die meisten Anbieter verlangen mindestens 50 Reitstunden.

Welche Pferderasse ist in Schweden am häufigsten?

Für Touristenausritte dominieren Islandpferde, weil sie trittsicher, ausdauernd und bequem zu reiten sind. Das Schwedische Warmblut ist im Reitsport (Dressur, Springen) weit verbreitet, wird aber seltener für Wanderritte eingesetzt. Auf Gotland trifft man den Gotlandsruss, eine kleine, zähe einheimische Rasse.

Kann man in Schweden auch im Winter reiten?

Ja, einige Höfe bieten Winterreiten an, besonders in Dalarna und Lappland. Man reitet durch verschneite Wälder und über zugefrorene Seen. Die Pferde bekommen Spikes unter die Hufe und die Reiter werden warm eingepackt. In Lappland kann man Winterreiten mit Nordlichtbeobachtung verbinden. Die Temperaturen liegen bei minus 10 bis minus 25 Grad, also nur für Hartgesottene.

Was kostet ein Reiturlaub in Schweden?

Ein einzelner zweistündiger Ausritt kostet 600 bis 1.000 SEK (50 bis 85 Euro). Mehrtägige Fjälltouren mit Vollpension liegen bei 8.000 bis 15.000 SEK (680 bis 1.280 Euro) pro Woche. Dazu kommen Anreise und eventuelle Zusatzübernachtungen. Insgesamt sollte man für eine Woche Reiturlaub mit Anreise etwa 1.500 bis 2.500 Euro einplanen.

Sind Reiterhöfe in Schweden sicher?

Ja. Die schwedische Reitföderation hat strenge Sicherheitsstandards, und die meisten Höfe sind zertifiziert. Helme werden gestellt, die Pferde sind gut ausgebildet und die Guides sind qualifiziert. Unfälle passieren selten. Trotzdem ist Reiten ein Natursport mit einem Restrisiko, das man akzeptieren muss. Eine Auslandskrankenversicherung ist empfehlenswert.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026