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Seen in Schweden
100.000 Seen zwischen Wildnis und Ferienidylle

Seen in Schweden

14 Min. Lesezeit

Schweden zählt rund 100.000 Seen, die zusammen etwa neun Prozent der gesamten Landesfläche bedecken. Vom Vänern, dem grössten See der EU mit einer Fläche so gross wie das Saarland, bis zu namenlosen Waldseen, an denen man tagelang keinen Menschen trifft, hat kein anderes Land in Europa eine vergleichbare Seenvielfalt.

Meine schönsten Schweden-Erinnerungen sind mit Seen verbunden. Frühmorgens auf dem eigenen Steg in den spiegelglatten See gleiten, wenn der Nebel noch über dem Wasser hängt und ein Fischreiher lautlos über die Bucht fliegt. Abends am Lagerfeuer sitzen, während die Sonne hinter den Kiefern versinkt und die Wasseroberfläche kupferrot leuchtet. Die schwedischen Seen verkörpern das, was die Schweden "friluftsliv" nennen: ein Leben unter freiem Himmel.

Die meisten Seen Schwedens entstanden während der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren, als gewaltige Gletscher tiefe Becken in die Landschaft schliffen. Die Wasserqualität ist durchweg sehr gut. Viele schwedische Seen haben Trinkwasserqualität, und das Baden ist dank des Jedermannsrechts fast überall erlaubt. In diesem Artikel stelle ich die schönsten und bekanntesten Seen vor und gebe Tipps für Bade-, Kanu- und Angelurlaub am Wasser.

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Schwedens Seenlandschaft

Die schwedischen Seen verteilen sich über das gesamte Land, mit unterschiedlichem Charakter je nach Region. Im Süden, in Småland und Blekinge, liegen Hunderte kleiner bis mittelgrößer Seen inmitten dichter Nadelwälder. Die Landschaft erinnert an ein Mosaik aus Wald und Wasser, und zwischen vielen Seen gibt es Verbindungskanäle, die sich für mehrtägige Kanutouren eignen. In Småland allein gibt es über 5.000 Seen.

Mittelschweden beheimatet die großen Seen Vänern, Vättern, Mälaren und Hjälmaren, die zusammen eine Fläche von über 10.000 Quadratkilometern einnehmen. Diese Seen sind so gross, dass sie eigene Wetterzonen bilden und bei Sturm Wellen wie an einer Meeresküste aufweisen. Der Göta-Kanal verbindet Vänern über den Vättern mit der Ostsee und ermöglicht eine Durchquerung Schwedens per Boot. Wer direkt am klaren Wasser wohnen möchte, findet das passende Ferienhaus am Vättern.

In Dalarna und Norrland werden die Seen grösser und wilder. Der Siljan, der Storsjön in Jämtland und die zahlreichen Stauseen an den großen Flüssen prägen die Landschaft. Ganz im Norden, in Lappland, liegen Gebirgsseen mit kristallklarem, eiskaltem Wasser, umgeben von Fjälllandschaft und Birkenwald. Viele dieser Seen sind nur zu Fuss oder per Boot erreichbar.

Panoramablick über den Vänern, den grössten See der EU, bei Sonnenuntergang
Der Vänern ist mit 5.655 Quadratkilometern der grösste See der EU und der drittgrösste Europas (KI-generiert)

Die großen Seen: Vänern und Vättern

Der Vänern in Västergötland und Värmland ist mit 5.655 Quadratkilometern der grösste See der Europäischen Union und der drittgrösste Europas (nach dem Ladogasee und dem Onegasee in Russland). Der See ist bis zu 106 Meter tief und enthält so viel Wasser, dass es theoretisch reichen würde, ganz Schweden 30 Zentimeter hoch zu überfluten. An klaren Tagen sieht man vom Südufer kein Nordufer, der Eindruck ist der eines Binnenmeeres. Die Schärenküste im Norden bei Lurö erinnert mit ihren zerklüfteten Felseninseln an die Westküste. Der Vänern ist ein wichtiger Wasserweg: Über den Trollhätte-Kanal ist er mit der Nordsee verbunden, und Frachtschiffe fahren regelmässig von Göteborg nach Karlstad.

Die besten Badestrände am Vänern liegen bei Lidköping (Läckö Strand), auf der Halbinsel Kållandsö und bei Mariestad. Das Wasser erwärmt sich im Sommer auf 18 bis 22 Grad, an den flachen Sandstränden im Süden manchmal sogar auf 24 Grad. Läckö Slott, ein weisses Barockschloss auf Kållandsö, ist der architektonische Höhepunkt am Vänern. Der Eintritt zum Schloss kostet 160 SEK. Für Angler ist der Vänern wegen seines Bestands an Lachsen, Zandern und Hechten bekannt. Angelkarten kosten zwischen 100 und 300 SEK pro Tag.

Der Vättern ist mit 1.893 Quadratkilometern der zweitgrösste See Schwedens und für seine aussergewöhnliche Wasserklarheit bekannt. Bei ruhigem Wetter kann man bis zu 15 Meter tief sehen, das Wasser hat eine fast tropische Türkisfarbe. Der See ist bis zu 128 Meter tief und damit tiefer als grosse Teile der Ostsee. Die Wassertemperatur bleibt allerdings selbst im Hochsommer kühl, selten über 17 Grad im offenen Wasser. An den flachen Stränden bei Hjo und Gränna wird es im Juli aber durchaus 20 Grad warm.

Gränna am Ostufer des Vättern ist bekannt für seine Polkagrisar (rot-weiss gestreifte Zuckerstangen) und als Ausgangspunkt für Fahrten zur Insel Visingsö. Die Fähre kostet 100 SEK hin und zurück und fährt alle 30 Minuten. Visingsö bietet Eichenwälder, Ruinen und eine autofreie Atmosphäre. Am Westufer liegt Hjo, eine der besterhaltenen Holzstädte Schwedens mit einem hübschen Hafen und einem Stadtkern aus dem 19. Jahrhundert.

Mälaren und Hjälmaren

Der Mälaren erstreckt sich über 1.140 Quadratkilometer westlich von Stockholm und ist mit über 1.000 Inseln ein Archipel für sich. Historisch ist der Mälaren von enormer Bedeutung: An seinen Ufern lagen die Wikingerstadt Birka, die Krönungsstadt Strängnäs und das Schloss Drottningholm. Die Schleusen bei Södertälje und Hammarby verbinden den See mit der Ostsee. Bis ins Mittelalter war der Mälaren ein Arm der Ostsee, erst durch die Landhebung wurde er zum Süsswassersee.

Für Stockholmer ist der Mälaren das wichtigste Naherholungsgebiet. Auf den grösseren Inseln wie Ekerö, Munsö und Selaön gibt es Badestellen, Campingplätze und Ferienhäuser. Wer noch näher am Wasser wohnen will, mietet ein schwimmendes Ferienhaus direkt auf dem See. Die Wasserqualität ist gut, obwohl der See in der Nähe von Stockholm durch Zuflüsse belastet sein kann. Am besten badet man an den Stränden weiter westlich, bei Strängnäs oder auf der Insel Ängsö. Bootsfahrten auf dem Mälaren gehören zum Stockholmer Sommerritual; die Strömma-Reederei bietet Tagestouren nach Birka, Drottningholm und Mariefred ab 250 SEK an.

Der Hjälmaren, Schwedens viertgrösster See mit 484 Quadratkilometern, liegt südöstlich des Mälaren bei Örebro. Er ist der flachste der großen Seen mit einer Maximaltiefe von nur 22 Metern, was bedeutet, dass sich das Wasser im Sommer schnell erwärmt. Badtemperaturen von 22 bis 24 Grad sind im Juli die Regel. Der Hjälmaren steht weniger im Rampenlicht als Vänern oder Vättern, aber gerade das macht ihn für ruhesuchende Familien attraktiv. Die Strände bei Vinön und Hampetorp sind gut zugänglich und selten überlaufen. Wer länger bleiben möchte, findet rund um den See ein Ferienhaus in Örebro.

Blick über den Siljan-See in Dalarna mit traditionellen roten Holzhäusern am Ufer
Der Siljan in Dalarna ist von traditionellen roten Holzhäusern umgeben und gilt als einer der schönsten Seen Schwedens (KI-generiert)

Siljan und die Seen Dalarnas

Der Siljan in der Provinz Dalarna steht für viele Schweden wie kein anderer See für den schwedischen Sommer. Mit 354 Quadratkilometern ist er nicht der grösste See, aber vielleicht der schönste. Die sanft geschwungenen Ufer sind gesäumt von roten Holzhäusern, Birkenhainen und Blumenwiesen. Die Orte Rättvik, Leksand, Mora und Orsa bilden einen Ring um den See und sind die Zentren der dalarnischen Volkskultur.

Der Siljan entstand vor etwa 360 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag, einen der grössten in der Erdgeschichte. Der Krater hatte ursprünglich einen Durchmesser von 75 Kilometern, der heutige See füllt nur einen Teil davon. Geologisch ist die Siljan-Region daher von besonderem Interesse, und das Dalarnas Museum in Falun widmet dem Einschlag eine eigene Ausstellung.

Im Sommer zieht der Siljan Badegäste aus ganz Schweden an. Die Wassertemperatur erreicht im Juli und August 20 bis 23 Grad, und an den Sandstränden bei Rättvik und Leksand ist die Wassertiefe ideal für Familien mit kleinen Kindern. Passende Unterkünfte findest du unter Ferienhaus für die Familie. Der lange Holzsteg von Rättvik, der 628 Meter in den See ragt, ist ein Wahrzeichen und beliebter Badeplatz. Zu Mittsommer (Midsommar) versammeln sich hier Tausende von Menschen zum grössten Mittsommerfest des Landes. Volksmusik, Tanz um den Maibaum und das endlose Sommerlicht lassen sich schwer in Worte fassen.

Die Seen Dalarnas insgesamt, der benachbarte Orsasjön, der Runn bei Falun und die zahlreichen kleineren Gewässer in den Wäldern, machen die Region zu einem der besten Ziele für Seeurlaub in Schweden. Dazu kommt ein kulturelles Angebot, das von Dalapferd-Werkstätten über Volksmusik bis zu traditionellem Handwerk reicht, und das alles direkt am Wasser.

Baden und Schwimmen in Schwedens Seen

Dank des Jedermannsrechts (Allemansrätten) darf man in Schweden an praktisch jedem See baden, solange man nicht zu nahe an bewohnten Häusern ist und keine Schäden anrichtet. Offiziell überwachte Badestrände (badplats) gibt es an den meisten grösseren Seen und in der Nähe von Ortschaften. Diese haben oft Stege, Umkleidekabinen, Toiletten und manchmal auch Sprungbretter oder Wasserrutschen.

Die Badesaison in Südschweden dauert von Juni bis August, wobei die besten Wassertemperaturen Mitte Juli bis Mitte August erreicht werden. In Mittelschweden ist die Saison kürzer (Anfang Juli bis Mitte August), und in Nordschweden kann man sich im Hochsommer zwar auch erfrischen, die Wassertemperaturen bleiben aber oft unter 18 Grad. Ausnahmen sind flache Seen in geschützten Lagen, die sich stärker erwärmen.

Meine persönlichen Favoriten unter den Badeseen sind der Åsnen-Nationalpark in Småland (kristallklares Wasser, Felseninseln zum Sonnenbaden), der Bolmen in Halland (grösster See Smålands mit kilometerlangen Sandstränden), der Siljan in Dalarna (warmes Wasser, kulturelles Ambiente) und der Hornborgasjön in Västergötland (flach, warm, gut für Kinder). Im Norden empfehle ich den Storsjön bei Östersund, der trotz seiner nördlichen Lage im Sommer angenehme Badetemperaturen erreicht und eine Uferpromenade mit Restaurants und Cafés bietet.

Holzsteg an einem schwedischen Badesee mit klarem Wasser und Wald im Hintergrund
Ein eigener Steg am See gehört für viele Schweden zum perfekten Sommerurlaub dazu (KI-generiert)

Kanufahren und Kajaktouren

Schweden gehört zu den besten Kanuländern Europas. Tausende Seen, verbindende Flüsse und das Jedermannsrecht, das das Zelten am Ufer erlaubt -- das macht mehrtägige Kajaktouren und Kanutrips zu einem der beliebtesten Outdoor-Erlebnisse. Besonders Småland mit seinen verzweigten Seensystemen ist für Kanutourismus bekannt.

Die beliebtesten Kanurouten führen durch das Seensystem Dalsland-Nordmarken an der norwegischen Grenze (über 250 km markierte Wasserwege mit Umtragestellen), durch den Glaskogen in Värmland (300 Seen und 80 km Kanutrails) und durch Tiveden in Västergötland (wilde Seen im Nationalpark). Ein Kanu kann man vor Ort bei zahlreichen Anbietern mieten, die Preise liegen bei 300-500 SEK pro Tag oder 1.500-2.500 SEK pro Woche. Die meisten Verleiher bieten auch Pauschalangebote mit Kanu, Karte, Schwimmweste und Transport an.

Für Anfänger empfehle ich die Seensysteme in Småland, wo die Seen klein und windgeschützt sind und die Entfernungen zwischen den Campingplätzen überschaubar. Für erfahrene Paddler bieten die großen Seen wie Vänern und Vättern eine Herausforderung, da Wind und Wellen dort schnell zunehmen können. Der Stora Le in Dalsland ist ein guter Kompromiss: gross genug für mehrtägige Touren, aber geschützt genug durch seine vielen Inseln und Buchten.

Wild campen am Seeufer ist dank des Jedermannsrechts erlaubt, solange man sich mindestens 150 Meter von bewohnten Häusern entfernt hält und keine Spuren hinterlässt. An vielen Kanugewässern gibt es markierte Windschutzhütten (vindskydd) und Feuerplätze, die kostenlos genutzt werden dürfen. Paddeln, Zelten und Lagerfeuer am See -- näher kommt man der schwedischen Natur nicht.

Angeln an schwedischen Seen

Angler kommen in Schweden voll auf ihre Kosten. Die fünf grössten Seen (Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und Storsjön) sind vom Jedermannsrecht für das Angeln mit Handgerät abgedeckt, das heisst, man braucht dort keine Angelkarte. An allen anderen Gewässern ist in der Regel ein Fiskekort (Angelkarte) erforderlich, das zwischen 50 und 300 SEK pro Tag kostet und lokal in Touristenbüros, Tankstellen oder online bei iFiske.se erhältlich ist.

Die Fischarten variieren je nach Region und See. Im Vänern sind Lachs und Öring (Seeforelle) die begehrten Fänge, der See hält den schwedischen Rekord für Binnensee-Lachs. Im Vättern gibt es die endemische Saiblingsart Vätterröding, die nur hier vorkommt. Die Seen Smålands sind für Hecht, Barsch und Zander bekannt, und in den nördlichen Gebirgsseen finden sich Forelle, Saibling und Äsche in größer Zahl.

Das klare türkisfarbene Wasser des Vättern mit felsigem Ufer bei Hjo
Der Vättern besticht durch sein klares, türkisfarbenes Wasser mit Sichtweiten von bis zu 15 Metern (KI-generiert)

Catch-and-Release ist in Schweden weniger verbreitet als in anderen Ländern, die meisten Angler entnehmen ihren Fang. Es gibt allerdings Mindestmasse und Schonzeiten, die je nach Gewässer variieren. Die aktuellen Bestimmungen findet man auf der Website der Havs- och vattenmyndigheten (Meeres- und Wasserbehörde). Für die besten Chancen auf grosse Fische empfehle ich einen lokalen Guide, der die Gewässer kennt. Geführte Angeltouren kosten zwischen 2.000 und 4.000 SEK pro Tag und beinhalten Boot, Ausrüstung und fachkundige Führung.

Im Winter ist Eisangeln (pimpelfiske) eine beliebte Aktivität an den gefrorenen Seen Mittel- und Nordschwedens. Man bohrt mit einem Eisbohrer ein Loch ins Eis und fischt mit einer kurzen Rute und kleinen Ködern nach Barsch und Plötze. Das Erlebnis, auf einem zugefrorenen See zu sitzen, eine Thermoskanne Kaffee neben sich und die weisse Landschaft ringsum, hat seinen ganz eigenen Reiz.

Ferienhaus am See

Ein Ferienhaus am See (stuga vid sjön) wünschen sich viele Schweden-Urlauber. Eigener Steg, Ruderboot, Sauna, Wald vor der Tür -- so sieht der schwedische Sommerurlaub aus dem Bilderbuch aus. Das Angebot ist gross: Auf Plattformen wie Novasol, Dancenter und Stugknuten finden sich Tausende von Ferienhäusern am Wasser, von der einfachen Holzhütte ohne Strom bis zum komfortablen Haus mit Seeblick und eigenem Badstrand.

Die Preise variieren stark je nach Lage, Ausstattung und Saison. Einfache Stugor in Småland kosten in der Nebensaison (Mai, September) ab 3.000 SEK pro Woche, in der Hochsaison (Mitte Juni bis Mitte August) ab 6.000 SEK. Komfortablere Häuser mit Seeblick, eigenem Steg und Sauna liegen bei 8.000-15.000 SEK pro Woche. In beliebten Lagen am Siljan oder in den Schären des Vänern können die Preise in der Hochsaison 20.000 SEK und mehr erreichen. Ich empfehle, möglichst früh zu buchen, die besten Häuser sind ab Januar vergriffen.

Zu den besten Regionen für Ferienhäuser am See zählen Småland (grösste Auswahl, moderate Preise), Dalarna (sanfte Landschaft, kulturelles Angebot), Värmland (ruhig, waldreich, gutes Kanugebiet) und Dalsland (weniger bekannt, daher günstiger). In Nordschweden gibt es ebenfalls Ferienhäuser am See, allerdings ist die Badesaison kürzer und die Anreise weiter. Für einen typischen Seeurlaub mit Baden, Angeln und Kanufahren empfehle ich eine Mindestdauer von zwei Wochen, um wirklich in den schwedischen Rhythmus zu kommen.

Kanu auf einem stillen schwedischen Waldsee bei Sonnenaufgang mit Nebel über dem Wasser
Eine Kanutour auf einem stillen Waldsee am frühen Morgen gehört zu den schönsten Naturerlebnissen in Schweden (KI-generiert)

Häufig gestellte Fragen

Welcher ist der grösste See Schwedens?

Der Vänern mit 5.655 Quadratkilometern ist der grösste See Schwedens und der gesamten EU. Er liegt in den Provinzen Västergötland und Värmland und ist so gross, dass man vom einen Ufer das andere nicht sehen kann. Der zweitgrösste See ist der Vättern mit 1.893 Quadratkilometern.

Darf man in allen schwedischen Seen baden?

Das Jedermannsrecht erlaubt das Baden in praktisch allen natürlichen Gewässern, solange man sich von bewohnten Häusern fernhält und keine Schäden anrichtet. An einigen Gewässern gibt es lokale Einschränkungen, etwa in Naturschutzgebieten oder Trinkwasserschutzzonen, die durch Schilder gekennzeichnet sind. Die Wasserqualität ist in den allermeisten Seen ausgezeichnet.

Wann ist die beste Badezeit an schwedischen Seen?

Die wärmsten Wassertemperaturen werden zwischen Mitte Juli und Mitte August erreicht. In Südschweden kann man dann mit 20-24 Grad rechnen, in Mittelschweden mit 18-22 Grad. Flache Seen erwärmen sich schneller als tiefe. Der Vättern bleibt beispielsweise deutlich kühler als der flachere Hjälmaren.

Brauche ich eine Angelkarte für schwedische Seen?

An den fünf grössten Seen (Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren, Storsjön) darf man mit Handgerät (Angel, nicht Netz) ohne Angelkarte fischen. An allen anderen Gewässern braucht man ein Fiskekort, das zwischen 50 und 300 SEK pro Tag kostet. Angelkarten gibt es in Touristenbüros, Tankstellen oder online bei iFiske.se.

Welcher See in Schweden ist am besten für Familien?

Der Siljan in Dalarna ist wegen seiner warmen Wassertemperaturen, flachen Sandstrände und des kulturellen Angebots (Mittsommerfeiern, Dalapferd-Werkstätten) besonders familienfreundlich. In Småland bieten die kleineren Seen wie der Åsnen ruhige Bademöglichkeiten mit wenig Bootsverkehr. Der Hjälmaren bei Örebro ist flach und wärmt sich schnell auf.

Wie viele Seen hat Schweden?

Schweden hat rund 100.000 Seen mit einer Fläche von mehr als 1 Hektar. Zählt man kleinere Gewässer mit, kommt man auf über 200.000. Die Seen bedecken zusammen etwa 40.000 Quadratkilometer, das entspricht rund neun Prozent der Landesfläche. Die meisten Seen entstanden nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026