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Schneemobil auf Islands Gletschern
Mit Vollgas über ewiges Eis: Adrenalin und Panorama auf dem Gletscher

Schneemobil auf Islands Gletschern

13 Min. Lesezeit

Das Schneemobil springt über eine Kuppe, und für einen Moment sieht man nichts als weiß. Dann öffnet sich der Blick, und vor einem liegt der Gletscher bis zum Horizont: eine endlose weiße Fläche, durchzogen von blauen Spalten und gesäumt von Gipfeln, die aus dem Eis ragen wie Inseln aus einem gefrorenen Meer. Das Motorengeräusch wird vom Wind verschluckt, und für einen Augenblick hat man das Gefühl, an einem Ort zu sein, an dem noch nie ein Mensch war.

Schneemobiltouren auf isländischen Gletschern gehören zu den aufregendsten Erlebnissen, die man auf der Insel buchen kann. Die Kombination aus Geschwindigkeit, Weite und einer Landschaft, die auf diesem Planeten selten zu finden ist, macht jede Tour zu etwas Besonderem. Und das Beste: Man braucht keinerlei Vorerfahrung. Die Schneemobile sind einfach zu bedienen, die Guides erfahren, und die Gletscher bieten genug Platz, um sich an das Gerät zu gewöhnen, bevor es richtig losgeht.

Warum Schneemobil auf einem Gletscher?

Schneemobil fährt über die weite Fläche eines isländischen Gletschers
Endlose Weite: mit dem Schneemobil über die Gletscherfläche Islands (KI-generiert)

Island hat elf Prozent seiner Landfläche unter Gletschern liegen. Das sind rund 11.000 Quadratkilometer, eine Fläche größer als alle Alpengletscher zusammen. Diese Eismassen sind nicht nur stark anzusehen, sie sind auch die perfekte Spielwiese für Schneemobile. Die Oberfläche der Gletscher ist im oberen Bereich meist gleichmäßig mit Schnee bedeckt, die Steigungen sind moderat, und die Sichtverhältnisse bei gutem Wetter grandios.

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Im Gegensatz zu Schneemobiltouren in anderen Ländern fährt man hier nicht durch Wälder oder über zugefrorene Seen, sondern über Gletscher in über 1.000 Metern Höhe. Das Gefühl ist ein völlig anderes. Die Stille, wenn man den Motor abstellt, ist absolut. Der Wind pfeift über das Eis, und außer Weiß und Blau gibt es keine Farben. An klaren Tagen reicht die Sicht bis zu den Westfjorden oder den Ostfjorden, je nachdem, auf welchem Gletscher man unterwegs ist.

Für viele Besucher ist die Schneemobiltour der erste direkte Kontakt mit einem Gletscher. Gletscherwanderungen bieten zwar tiefere Einblicke in die Eisstrukturen, aber mit dem Schneemobil kommt man in Gebiete, die zu Fuß unerreichbar wären. Man dringt ins Herz des Gletschers vor, weit weg von den Rändern, an denen sich die Touristengruppen sammeln. Das ist ein Erlebnis, das man weder mit Fotos noch mit Videos einfangen kann.

Die besten Gletscher für Schneemobiltouren

Schneemobile auf dem Langjökull-Gletscher mit Blick über das isländische Hochland
Der Langjökull: Islands zweitgrößter Gletscher und beliebtestes Schneemobilrevier (KI-generiert)

Der Langjökull ist der beliebteste Gletscher für Schneemobiltouren und aus gutem Grund. Er liegt relativ nah an Reykjavík (etwa zwei Stunden Fahrt), ist mit Superjeeps gut erreichbar und bietet eine weite, relativ flache Oberfläche, die sich sehr gut zum Fahren eignet. Der Langjökull ist mit 953 Quadratkilometern Islands zweitgrößter Gletscher. Die Schneemobiltouren starten in der Regel am Basiscamp auf der Westseite des Gletschers in etwa 1.200 Metern Höhe.

Der Mýrdalsjökull im Süden bietet eine Alternative für Reisende, die ohnehin an der Südküste unterwegs sind. Touren starten von Vík aus und führen auf den Gletscher, unter dem der Vulkan Katla schläft. Die Vorstellung, auf einem Schneemobil über einem aktiven Vulkan zu fahren, verleiht der Tour eine zusätzliche Dimension. Der Mýrdalsjökull ist weniger besucht als der Langjökull, und die Touren sind entsprechend ruhiger.

Der Vatnajökull, Europas mächtigster Gletscher, bietet die wildesten Schneemobiltouren, ist aber auch am schwierigsten zu erreichen. Die Touren starten von Höfn oder von der Gletscherlagune Jökulsárlón aus und führen tief ins Eis hinein. Hier oben, auf über 1.500 Metern Höhe, fühlt man sich wie auf einem anderen Planeten. Die Touren auf dem Vatnajökull sind teurer und zeitaufwändiger als auf den anderen Gletschern, bieten aber ein Erlebnis, das man so nirgendwo sonst auf der Welt bekommt.

Neben diesen drei Hauptgletschern werden gelegentlich auch Touren auf dem Snæfellsjökull und dem Hofsjökull angeboten. Der Snæfellsjökull an der Westspitze der Snæfellsnes-Halbinsel ist zwar deutlich kleiner, bietet dafür aber den Blick über den Atlantik und die Küste, was bei den anderen Gletschern fehlt.

Was eine Tour beinhaltet

Gruppe von Schneemobilfahrern bei einer Einweisung auf dem Gletscher
Vor der Fahrt: Einweisung und Sicherheitsunterweisung am Fuß des Gletschers (KI-generiert)

Eine typische Schneemobiltour auf dem Langjökull beginnt mit der Abholung in Reykjavík oder am vereinbarten Treffpunkt. Große Superjeeps, meist umgebaute Ford Excursion oder Toyota Land Cruiser mit riesigen Ballonreifen, bringen die Gruppe zum Basiscamp am Gletscherrand. Die Fahrt im Superjeep ist bereits ein Erlebnis, denn die Fahrzeuge bewältigen Flussdurchquerungen und Schotterstraßen mit einer Gelassenheit, die dem normalen Mietwagen fehlt.

Am Basiscamp wird die Schutzkleidung ausgegeben: Overalls, Helme mit Visier und Handschuhe. Alles ist im Tourpreis enthalten. Dann folgt eine Sicherheitsunterweisung, in der die Bedienung des Schneemobils erklärt wird: Gas, Bremse, Lenkung. Die Maschinen sind Zweisitzer, man kann also allein oder zu zweit fahren. Wer allein fährt, zahlt in der Regel einen Zuschlag.

Die eigentliche Fahrt auf dem Gletscher dauert je nach gebuchter Tour zwischen einer und zwei Stunden. Der Guide fährt voraus und gibt das Tempo vor. Am Anfang geht es langsam, damit sich alle an das Fahrgefühl gewöhnen. Dann wird das Tempo gesteigert, und die Gruppe fährt über die weiten Schneeflächen des Gletschers. Zwischenstopps werden für Fotos und Erklärungen eingelegt. Die Guides kennen den Gletscher in- und auswendig und wissen, wo die besten Aussichtspunkte liegen.

Manche Touren beinhalten zusätzliche Aktivitäten. Auf dem Langjökull kann man die Into the Glacier Eistunnel besuchen, ein System von menschgemachten Tunneln, die tief ins Gletschereis hineinführen. Die Kombination aus Schneemobiltour und Eistunnelbesuch dauert einen ganzen Tag und kostet ab 45.000 ISK (290 Euro). Auf dem Mýrdalsjökull werden gelegentlich Touren angeboten, die eine Gletscherwanderung und eine Schneemobilfahrt kombinieren.

Ausrüstung und Vorbereitung

Schneemobil-Ausrüstung mit Helm, Overall und Handschuhen auf dem Gletscher
Helm, Overall, Handschuhe: die Ausrüstung wird vom Anbieter gestellt (KI-generiert)

Die wichtigste Ausrüstung wird vom Touranbieter gestellt: Schneeanzug, Helm mit Visier und wasserdichte Handschuhe. Trotzdem gibt es einige Dinge, die man selbst mitbringen sollte. Warme Unterwäsche ist Pflicht, auch im Sommer. Auf dem Gletscher weht immer Wind, und die Temperaturen liegen oft bei minus fünf bis null Grad, selbst wenn es im Tal 15 Grad warm ist. Mehrere Schichten nach dem Zwiebelprinzip funktionieren am besten.

Gute Wanderschuhe oder feste, wasserdichte Stiefel sind nötig. Turnschuhe oder Sandalen taugen nicht für den Gletscher. Wer eine eigene Skibrille hat, sollte sie mitbringen, die Helme der Anbieter haben zwar Visiere, aber eine gute Skibrille schützt besser gegen Blendung und Wind. Sonnencreme ist ebenfalls wichtig, denn auf dem weißen Gletschereis reflektiert die Sonne enorm stark.

Einen Führerschein braucht man nicht unbedingt. Die meisten Anbieter verlangen lediglich ein Mindestalter von 17 oder 18 Jahren für den Fahrer. Beifahrer können jünger sein. Schwangere und Personen mit schweren Rückenproblemen sollten auf die Tour verzichten, da die Schneemobile durchaus kräftig schütteln können. Vorherige Erfahrung mit Motorrädern oder Quads ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.

Eine Kamera mit Handschlaufe ist die beste Wahl für Fotos auf dem Gletscher. Handys funktionieren ebenfalls, aber bei Kälte entlädt sich der Akku schnell. Die Kamera in der Innentasche des Anzugs warm halten und nur für Fotos herausnehmen. Während der Fahrt sollte man nicht fotografieren, sondern sich aufs Steuern konzentrieren.

Kosten und Anbieter

Die Preise für Schneemobiltouren variieren je nach Gletscher, Dauer und ob der Transfer ab Reykjavík enthalten ist. Hier eine Übersicht der gängigen Touren und ihrer Kosten:

Auf dem Langjökull kostet eine einstündige Schneemobiltour ab Basiscamp etwa 22.000 ISK (143 Euro) pro Person auf einem Doppelsitzer (zwei Personen teilen sich ein Schneemobil). Wer allein fahren möchte, zahlt den doppelten Preis. Mit Transfer ab Reykjavík und Superjeep-Fahrt liegen die Kosten bei 32.000 bis 38.000 ISK (208 bis 247 Euro). Ganztagestouren mit Eistunnel und längerer Fahrzeit kosten ab 45.000 ISK (290 Euro).

Auf dem Mýrdalsjökull sind die Preise ähnlich, allerdings gibt es hier weniger Anbieter und die Touren finden seltener statt. Ab Vík zahlt man für eine Schneemobiltour rund 28.000 ISK (182 Euro) pro Person. Der Vatnajökull ist am teuersten, hier beginnen die Preise bei etwa 35.000 ISK (228 Euro) und können für Ganztagestouren bis 55.000 ISK (358 Euro) steigen.

Die wichtigsten Anbieter sind Mountaineers of Iceland (spezialisiert auf Langjökull), Glacier Guides (Vatnajökull und Mýrdalsjökull) und Arctic Adventures (verschiedene Gletscher). Alle Anbieter haben Websites mit Online-Buchung und akzeptieren Kreditkarten. Vorab buchen ist im Sommer Pflicht, im Winter gibt es oft kurzfristig Plätze.

Bei den Kosten ist zu beachten, dass alle Preise pro Person gelten und die Ausrüstung enthalten ist. Mahlzeiten und Getränke sind in der Regel nicht inbegriffen. Manche Anbieter bieten Kombi-Touren an, die neben der Schneemobilfahrt auch eine Gletscherwanderung, einen Eishöhlenbesuch oder eine Walbeobachtung beinhalten.

Sicherheit auf dem Gletscher

Panoramablick vom Gletscher während einer Schneemobiltour in Island
Weite und Stille: der Blick vom Gletscher reicht bei klarer Sicht bis zum Horizont (KI-generiert)

Schneemobiltouren auf isländischen Gletschern haben ein gutes Sicherheitsrecord. Die Anbieter sind lizenziert, die Guides ausgebildet und die Routen sorgfältig gewählt, um Gletscherspalten und andere Gefahrenstellen zu umfahren. Trotzdem bewegt man sich in einer Umgebung, die Respekt verdient. Der Gletscher ist kein Freizeitpark, und die Wetterbedingungen können sich schnell ändern.

Die wichtigsten Sicherheitsregeln: Immer dem Guide folgen und nie die markierte Route verlassen. Den Sicherheitsabstand zum Vordermann einhalten, um bei plötzlichem Bremsen nicht aufzufahren. Das Tempo an die eigenen Fähigkeiten anpassen. Lieber etwas langsamer fahren und die Kontrolle behalten, als zu schnell unterwegs sein und ins Schleudern geraten.

Bei schlechtem Wetter, starkem Wind oder Nebel werden Touren abgesagt oder verkürzt. Die Entscheidung liegt beim Guide, und sie ist nicht verhandelbar. Ein Whiteout auf dem Gletscher, bei dem man weder Himmel noch Boden unterscheiden kann, ist eine ernsthafte Gefahr, und kein Erlebnis ist das Risiko wert. Bei Absage aufgrund von Wetter gibt es in der Regel eine vollständige Rückerstattung oder einen Ersatztermin.

Die Schneemobile selbst sind robust und zuverlässig. Die meisten Anbieter verwenden Maschinen von Ski-Doo oder Polaris mit 600 bis 800 ccm Hubraum. Die Höchstgeschwindigkeit wird auf etwa 60 km/h begrenzt, in der Praxis fährt man selten schneller als 40 km/h. Die Maschinen haben einen Totmannschalter am Lenker: Lässt man los, geht der Motor aus.

Beste Jahreszeit

Schneemobiltouren werden auf den größeren Gletschern das ganze Jahr über angeboten. Die Schneedecke auf dem Langjökull, dem Mýrdalsjökull und dem Vatnajökull ist ganzjährig dick genug, und die Schneemobile kommen auch im Sommer problemlos voran. Es gibt allerdings saisonale Unterschiede, die man bei der Planung berücksichtigen sollte.

Im Sommer (Juni bis August) sind die Tage lang, die Sicht ist oft gut, und die Temperaturen auf dem Gletscher erträglicher. Die Schneemobile fahren auf festem Firn, und die Bedingungen sind in der Regel stabil. Der Nachteil: Im Hochsommer ist die Nachfrage am größten, und die Touren sind oft ausgebucht. Frühzeitig buchen.

Im Winter (Oktober bis März) sind die Bedingungen rauer, aber auch dramatischer. Die Tage sind kurz, und wer Glück hat, erlebt Nordlichter über dem Gletscher, ein Anblick, den man sein Leben lang nicht vergisst. Der frische Schnee macht die Fahrt weicher, und die Gletscherlandschaft wirkt im Winterlicht noch unwirklicher als im Sommer. Allerdings werden Touren im Winter häufiger wegen schlechten Wetters abgesagt.

Die Übergangszeiten (April/Mai und September) bieten oft die besten Bedingungen: gutes Licht, moderate Temperaturen, weniger Touristen und stabile Schneeverhältnisse. Wer die Wahl hat, sollte diese Monate in Betracht ziehen.

Häufige Fragen

Brauche ich Erfahrung mit Schneemobilen?

Nein. Die Schneemobile sind einfach zu bedienen (Gas, Bremse, Lenker), und der Guide gibt vor der Fahrt eine ausführliche Einweisung. Wer ein Fahrrad fahren kann, kommt auch mit dem Schneemobil klar. Die meisten Teilnehmer sind absolute Anfänger.

Wie kalt wird es auf dem Gletscher?

Die Temperaturen liegen meist zwischen minus 5 und plus 5 Grad Celsius, auch im Sommer. Der Fahrtwind verstärkt das Kälteempfinden erheblich. Warme Unterwäsche, Mütze unter dem Helm und gute Handschuhe sind Pflicht. Der Schneeanzug vom Anbieter schützt vor Wind und Nässe.

Kann man die Tour auch als Tagesausflug ab Reykjavík machen?

Ja, die Langjökull-Touren mit Transfer ab Reykjavík sind als Tagesausflug konzipiert. Abfahrt ist meistens gegen 8:30 Uhr, Rückkehr gegen 17:00 Uhr. Kosten inklusive Transfer, Superjeep-Fahrt und Schneemobiltour: ab 32.000 ISK (208 Euro).

Was passiert bei schlechtem Wetter?

Bei starkem Wind, Nebel oder Schneesturm werden Touren abgesagt. Der Guide entscheidet, und seine Entscheidung ist endgültig. Bei wetterbedingter Absage gibt es eine vollständige Rückerstattung oder einen kostenlosen Ersatztermin. Im Winter kommen Absagen häufiger vor als im Sommer.

Ab welchem Alter darf man mitfahren?

Fahrer müssen mindestens 17 oder 18 Jahre alt sein (je nach Anbieter). Beifahrer können ab etwa 6 Jahren mitfahren, müssen aber groß genug sein, um sich am Sitz festzuhalten. Kinder unter 6 Jahren sind bei den meisten Anbietern nicht zugelassen.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026