Beste Restaurants in Reykjavík
Inhaltsverzeichnis
- 1 Reykjavíks Restaurantszene
- 2 Fine Dining: Die besten gehobenen Restaurants
- 3 Fisch und Meeresfrüchte
- 4 Streetfood und Schnellgerichte
- 5 Cafés und Bäckereien
- 6 Budget-Tipps: Gut essen ohne Pleite zu gehen
- 7 Praktisches: Reservieren, Trinkgeld und Öffnungszeiten
- 8 Häufige Fragen zu Restaurants in Reykjavík
Reykjavíks Gastronomieszene hat sich in den letzten 15 Jahren so stark verändert wie kaum ein anderer Aspekt der Stadt. Noch in den 1990er Jahren gab es hier hauptsächlich Hotdogs, Fischsuppe und ein paar solide Grillrestaurants. Heute findet man in der kleinen Hauptstadt (knapp 140.000 Einwohner im Großraum) eine Restaurantdichte, die manche europäische Großstädte in den Schatten stellt. Vom Michelin-ausgezeichneten Tasting-Menü bis zum besten Hotdog der Welt liegt in Reykjavík alles innerhalb von zehn Gehminuten.
Das Preisniveau ist dabei, wie alles auf Island, hoch. Ein Hauptgericht in einem mittleren Restaurant kostet 4.000 bis 6.000 ISK (26 bis 40 EUR), ein Drei-Gänge-Menü im gehobenen Segment leicht 15.000 bis 25.000 ISK (99 bis 165 EUR) pro Person ohne Getränke. Aber es gibt Strategien, um gut zu essen, ohne das Reisebudget zu sprengen. Dazu gleich mehr.
Reykjavíks Restaurantszene
Die meisten Restaurants konzentrieren sich auf einen kleinen Bereich: die Laugavegur (Einkaufsstraße), die Hverfisgata (Parallelstraße), den alten Hafen (Grandi) und die Straßen rund um den Hallgrímskirkja-Platz. In diesem Radius von wenigen hundert Metern liegen über 100 Restaurants, Cafés und Bars. Man kann einen ganzen Abend damit verbringen, die Straßen entlangzuschlendern und Speisekarten zu vergleichen.
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Die isländische Küche basiert auf wenigen, aber sehr guten Grundzutaten: Fisch (Kabeljau, Schellfisch, Seeteufel, arktischer Saibling), Lamm (freilaufend auf den Weiden der Insel), Milchprodukte (Skyr) und in jüngerer Zeit auch Gemüse aus Gewächshäusern, die mit Geothermie beheizt werden. Die besten Restaurants heben diese Zutaten auf ein Niveau, das man ihnen auf den ersten Blick nicht zutrauen würde.
Reservierungen sind in den gehobenen Restaurants dringend empfohlen, besonders im Sommer (Juni bis August) und an Wochenenden. In einfacheren Lokalen und Cafés bekommt man fast immer einen Platz ohne Voranmeldung. Die meisten Restaurants haben ihre Speisekarten auch auf Englisch, in einigen gibt es deutsche Karten.
Fine Dining: Die besten gehobenen Restaurants
Dill - Das erste und bisher einzige Michelin-Stern-Restaurant Islands. Küchenchef Ragnar Eiríksson serviert ein Tasting-Menü aus sieben Gängen, das ausschließlich isländische Zutaten verwendet. Die Gerichte wechseln mit den Jahreszeiten: im Sommer wildes Grünzeug von den Wiesen, im Herbst Pilze aus dem Hochland, im Winter fermentiertes Gemüse und geräucherten Fisch. Das Menü kostet etwa 22.900 ISK (ca. 151 EUR) ohne Getränke, die Weinbegleitung nochmal 17.500 ISK (ca. 115 EUR). Reservierung mindestens zwei Wochen im Voraus, in der Hochsaison einen Monat. Adresse: Hverfisgata 12.
Grillið - Reykjavíks ältestes Fine-Dining-Restaurant, seit 1963 auf dem Dach des Saga Hotels gelegen. Der Blick über die Stadt und den Faxaflói-Fjord ist Teil des Erlebnisses. Die Küche verbindet klassische europäische Techniken mit isländischen Zutaten: Lamm von der Farm Krúnulaut, Langoustine aus dem Süden, Rentierfleisch aus den Ostfjorden. Drei Gänge ab 16.000 ISK (ca. 105 EUR), Tasting-Menü ab 21.000 ISK (ca. 138 EUR). Reservierung empfohlen.
Óx - Ein Restaurant mit nur 11 Sitzplätzen, versteckt hinter einer Geheimtür in einem anderen Restaurant (Sumac Grill). Das Konzept ist ein Tasting-Menü mit rund 15 Gängen, das direkt vor den Augen der Gäste zubereitet wird. Die Atmosphäre ist intim, die Gerichte durchdacht. Preis: etwa 29.900 ISK (ca. 197 EUR) pro Person. Reservierung: oft Wochen im Voraus ausgebucht.
Apotek - In einem historischen Apothekengebäude an der Austurstræti gelegen. Die Küche verbindet nordische Zutaten mit internationalen Einflüssen. Das Steak-Menü (isländisches Rindfleisch, das es so nur auf Island gibt, weil die Rinderrasse seit über 1.000 Jahren isoliert gezüchtet wird) ist hier besonders gut. Hauptgerichte ab 5.900 ISK (ca. 39 EUR).
Fisch und Meeresfrüchte
Fiskfélagið (Fish Company) - Eines der besten Fischrestaurants der Stadt, gelegen in einem Keller in der Vesturgata. Die Spezialität ist ein "Around Iceland"-Tasting-Menü (ab 13.900 ISK / ca. 92 EUR), das Gerichte aus verschiedenen Regionen Islands zusammenstellt. Der panasiatisch inspirierte Kabeljau mit Kokos und Ingwer ist eines der beliebtesten Gerichte. Reservierung empfohlen.
Messinn - Hier dreht sich alles um frischen Fisch, serviert in heißen Pfannen direkt aus dem Ofen. Die Langoustine-Pfanne und die Kabeljau-Pfanne sind Stammgäste auf Instagram, und das aus gutem Grund. Die Portionen sind groß, die Zubereitung unkompliziert und die Zutaten sehr gut. Hauptgerichte ab 3.900 ISK (ca. 26 EUR). In der Lækjargata am alten Hafen, zwei Standorte in Reykjavík.
Sægreifinn (Sea Baron) - Eine Legende am alten Hafen. Die Langoustine-Suppe (Humarsúpa) dieses kleinen Lokals gilt als die beste der Stadt und kostet nur 2.590 ISK (ca. 17 EUR). Daneben gibt es frischen Fisch auf Spießen, gegrillten Wal (umstritten, aber traditionell) und Haifisch. Das Lokal ist klein und einfach, aber der Fisch kommt direkt vom Hafen nebenan. Keine Reservierung nötig, aber es gibt oft eine Warteschlange.
Grillmarket - Das Schwesterrestaurant des Dill, geführt vom selben Küchenchef, aber zugänglicher im Preis und Stil. Gegrillter Fisch und Fleisch über offenem Feuer, mit Zutaten von lokalen Bauern und Fischern. Der arktische Saibling mit brauner Butter ist ein Klassiker. Hauptgerichte ab 5.500 ISK (ca. 36 EUR). In der Lækjargata.
Streetfood und Schnellgerichte
Bæjarins Beztu Pylsur - Der berühmteste Hotdog-Stand der Welt. Seit 1937 steht er am Tryggvagata-Platz und verkauft Hotdogs mit einer speziellen Mischung aus Lamm, Schwein und Rindfleisch. Bill Clinton hat hier gegessen, ebenso wie so ziemlich jeder Tourist, der Reykjavík besucht. Ein Hotdog "eina með öllu" (einen mit allem: rohe und gebratene Zwiebeln, Ketchup, Remoulade, süßer Senf) kostet 590 ISK (ca. 4 EUR). Es gibt immer eine Schlange, sie bewegt sich aber schnell.
Hlöllabátar - Islands eigene Subway-Alternative, seit den 1980er Jahren. Belegte Baguettes mit verschiedenen Füllungen, von Hühnchen bis Lamm. Ein großes Sub kostet ab 1.590 ISK (ca. 10 EUR). Mehrere Standorte in Reykjavík.
Grandi Mathöll - Die Markthalle am alten Hafen im Stadtteil Grandi ist der beste Ort für vielfältiges Streetfood unter einem Dach. Etwa zehn Stände bieten alles von Fish and Chips über vegane Bowls bis zu koreanischem Fried Chicken. Die Portionen kosten zwischen 1.800 und 3.500 ISK (12 bis 23 EUR). Es gibt Gemeinschaftstische, und die Atmosphäre ist entspannt. Geöffnet täglich von 11:30 bis 21 Uhr.
Noodle Station - Drei Suppen, das ist die ganze Karte. Hühnersuppe, Rindersuppe oder vegetarische Suppe, jeweils als asiatische Nudelsuppe mit frischen Kräutern. Ein großer Teller kostet 1.790 ISK (ca. 12 EUR) und macht richtig satt. In der Laugavegur und in der Skólavörðustígur.
Cafés und Bäckereien
Reykjavík Roasters - Die beste Kaffeerösterei der Stadt, mit drei Standorten (Brautarholt, Kárastígur, Ásmundarsalur). Der Kaffee wird vor Ort geröstet und als Filterkaffee, Espresso oder Cold Brew serviert. Ein Kaffee kostet ab 690 ISK (ca. 5 EUR). Dazu gibt es hausgemachte Kuchen und Gebäck. Die Filiale in der Brautarholt hat die beste Atmosphäre.
Sandholt Bakery - Seit 1920 eine Institution in Reykjavík. Die Bäckerei in der Laugavegur 36 verkauft Brot und Gebäck, die auf Island ihresgleichen suchen. Die Zimtschnecken (Kanelsnúður) sind ein Muss, ebenso wie das Roggenbrot (Rúgbrauð), das traditionell in heißen Quellen gebacken wird. Frühstück ab 2.900 ISK (ca. 19 EUR), eine Zimtschnecke ab 690 ISK (ca. 5 EUR).
Café Loki - Direkt gegenüber der Hallgrímskirkja gelegen, serviert dieses kleine Café ausschließlich traditionelle isländische Gerichte. Hier kann man Hákarl (fermentierten Hai), Harðfiskur (Trockenfisch), Rúgbrauð mit Butter und andere isländische Spezialitäten probieren, ohne ein teures Restaurantmenü bestellen zu müssen. Eine Probiertafel mit verschiedenen isländischen Gerichten kostet 3.490 ISK (ca. 23 EUR). Perfekt für neugierige Esser, die sich an die lokale Küche herantasten wollen.
Café Babalu - Ein winziges, gemütliches Café in der Skólavörðustígur, bekannt für seine Kuchen und die bunte Einrichtung. Der heiße Kakao und die Karottentorte sind Stammgäste auf den Empfehlungslisten. Ein ruhiger Ort, um nach einem Stadtrundgang aufzuwärmen.
Budget-Tipps: Gut essen ohne Pleite zu gehen
Essen gehen auf Island ist teuer, daran führt kein Weg vorbei. Aber es gibt Möglichkeiten, die Kosten im Griff zu behalten, ohne auf gutes Essen zu verzichten:
Mittagsangebote nutzen: Viele gehobene Restaurants bieten mittags günstigere Menüs an. Das Grillmarket hat ein Mittagsmenü ab 3.200 ISK (ca. 21 EUR), das abends das Doppelte kosten würde. Gleiches gilt für Apotek und andere Restaurants der gehobenen Kategorie. Wer mittags das teure Essen einplant und abends günstiger isst, spart erheblich.
Bonus-Supermärkte: Die Supermarktkette Bónus (mit dem Schwein im Logo) ist die günstigste Option für Selbstversorgung. Brot, Aufschnitt und Obst kosten hier deutlich weniger als in anderen Supermärkten. Für Frühstück und Abendessen im Gästehaus oder Campervan ideal.
Wasser aus dem Hahn: Islands Leitungswasser gehört zum besten der Welt. Niemals Wasser im Restaurant bestellen (800 bis 1.200 ISK / 5 bis 8 EUR pro Flasche), sondern nach Leitungswasser fragen. Das ist kostenlos und schmeckt besser als jedes Mineralwasser.
Alkohol vermeiden oder vorab kaufen: Ein Bier im Restaurant kostet 1.500 bis 2.200 ISK (10 bis 15 EUR), ein Glas Wein ähnlich. Wer Alkohol trinken möchte, kauft ihn besser im Duty-Free-Shop am Flughafen Keflavík bei der Ankunft oder im staatlichen Alkoholladen Vínbúðin. Dort kostet eine Flasche Wein ab 2.000 ISK (13 EUR) statt 8.000 ISK (53 EUR) im Restaurant.
Praktisches: Reservieren, Trinkgeld und Öffnungszeiten
Reservierung: Für Dill und Grillið unbedingt im Voraus reservieren, mindestens eine Woche, in der Hochsaison zwei bis vier Wochen. Für mittlere Restaurants reicht oft ein Anruf am selben Tag oder am Vortag. In Cafés, Streetfood-Lokalen und am Hotdog-Stand braucht man keine Reservierung.
Trinkgeld: Auf Island ist Trinkgeld nicht üblich und wird auch nicht erwartet. Die Bedienung ist im Preis enthalten. Wenn man besonderen Service erlebt hat, kann man aufrunden oder 5 bis 10 Prozent dazulegen, aber niemand wird es als unhöflich empfinden, wenn man es nicht tut.
Öffnungszeiten: Die meisten Restaurants in Reykjavík öffnen zum Mittagessen gegen 11:30 Uhr und schließen die Küche zwischen 21 und 22 Uhr. Cafés öffnen früher (ab 8 Uhr) und schließen gegen 18 Uhr. Am Wochenende haben manche Restaurants bis 23 Uhr geöffnet. Sonntags haben einige Restaurants geschlossen, besonders außerhalb der Hochsaison.
Bezahlung: Kreditkarten werden überall akzeptiert, auch am Hotdog-Stand. Bargeld braucht man in Reykjavík praktisch nie. Die gängigen Karten (Visa, Mastercard) funktionieren problemlos.
Häufige Fragen zu Restaurants in Reykjavík
Was kostet ein durchschnittliches Abendessen in Reykjavík?
Ein Hauptgericht in einem mittleren Restaurant kostet 4.000 bis 6.000 ISK (26 bis 40 EUR). Mit Vorspeise und Hauptgericht Getränk liegt man bei 8.000 bis 12.000 ISK (53 bis 79 EUR) pro Person. Fine Dining beginnt bei 15.000 ISK (99 EUR) aufwärts. Streetfood und einfache Gerichte gibt es ab 1.500 ISK (10 EUR).
Gibt es vegetarische und vegane Optionen?
Ja, Reykjavík hat eine wachsende vegetarische und vegane Szene. Das Kaffi Vínyl ist ein vollständig veganes Restaurant. In den meisten gehobenen Restaurants gibt es vegetarische Tasting-Menüs auf Anfrage. Die Grandi Mathöll hat mehrere vegetarische Stände. Selbst traditionelle Restaurants bieten mittlerweile vegetarische Alternativen an.
Sollte man Hákarl (fermentierten Hai) wirklich probieren?
Es gehört zur Island-Erfahrung, auch wenn der Geschmack (stark nach Ammoniak) nicht jedermanns Sache ist. Café Loki bietet kleine Probierteller mit Hákarl und anderen traditionellen Gerichten ab 3.490 ISK (23 EUR) an. So kann man es versuchen, ohne eine ganze Portion bestellen zu müssen. Dazu ein Brennivín (isländischer Kümmelschnaps) hilft beim Runterspülen.
Wie weit im Voraus muss man im Dill reservieren?
In der Hochsaison (Juni bis August) sollte man drei bis vier Wochen im Voraus reservieren. In der Nebensaison reicht oft eine Woche. Die Reservierung erfolgt online über die Website des Restaurants. Es gibt zwei Sitzungen pro Abend (18:00 und 20:30 Uhr). Absagen bis 24 Stunden vorher sind kostenlos.
Weiterführende Informationen
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026