Papageientaucher in Island
Inhaltsverzeichnis
- 1 Warum Island das Land der Papageientaucher ist
- 2 Steckbrief und Lebensweise
- 3 Látrabjarg: Die größte Klippe Europas
- 4 Westmännerinseln: Heimstrand der Lundis
- 5 Weitere Beobachtungsorte
- 6 Papageientaucher fotografieren
- 7 Papageientaucher und isländische Kultur
- 8 Schutz und Bestandsentwicklung
- 9 Praktische Tipps für die Beobachtung
- 10 Häufige Fragen
Es gibt Momente auf einer Islandreise, die sich ins Gedächtnis einbrennen. Einer davon ist der Augenblick, in dem man zum ersten Mal einem Papageientaucher in die Augen schaut. Der kleine Vogel sitzt auf der Klippenkante, dreht seinen bunt gestreiften Schnabel zur Seite und mustert den Besucher mit einer Mischung aus Neugier und vollkommener Gelassenheit.
Der Papageientaucher, auf Isländisch Lundi genannt, ist mehr als nur ein Vogel in Island. Er ist Nationalsymbol, Souvenirliebling, Teil der kulinarischen Tradition und vor allem ein Tier, das Millionen Reisende aus aller Welt auf die Insel lockt. Rund 60 Prozent des weltweiten Bestands brüten an den Küsten Islands, was das Land zum mit Abstand wichtigsten Lebensraum dieser Art macht.
In diesem Artikel erfährst du alles, was du für eine Papageientaucher-Beobachtung in Island wissen musst: die besten Orte, die richtige Jahreszeit, wie du dich an den Klippen verhalten solltest und warum dieser Vogel für die Isländer weit mehr bedeutet als ein hübsches Fotomotiv.
Warum Island das Land der Papageientaucher ist
Island bietet Papageientauchern genau das, was sie zum Überleben brauchen: steile Grasklippen, in die sie ihre Bruthöhlen graben können, fischreiche Gewässer in Küstennähe und eine weitgehende Abwesenheit von Landraubtieren. Auf der Insel gibt es weder Füchse in nennenswerten Zahlen an den Brutkolonien noch Ratten oder Marder, die anderswo Eier und Küken fressen. Einzig der Polarfuchs stellt gelegentlich eine Gefahr dar, kommt aber nicht an alle Klippen heran.
Die kalten, nährstoffreichen Gewässer rund um Island sind außerdem ein Paradies für Sandaale und kleine Heringe, die Hauptnahrung der Papageientaucher während der Brutzeit. Der Nordatlantikstrom und der Irmingerstrom treffen vor der isländischen Küste aufeinander und erzeugen ein besonders produktives Meeresökosystem mit enormen Mengen an Plankton und Kleinfischen.
Schätzungen zufolge brüten zwischen acht und zehn Millionen Papageientaucher auf Island. Die größten Kolonien befinden sich auf den Westmännerinseln (Vestmannaeyjar), an den Klippen von Látrabjarg in den Westfjorden, auf der Halbinsel Dyrhólaey im Süden und auf der Insel Grímsey im Norden. Zusammen beherbergen diese Standorte den Großteil des europäischen Bestands.
Steckbrief und Lebensweise
Der Atlantische Papageientaucher (Fratercula arctica) gehört zur Familie der Alkenvögel und ist damit verwandt mit Lummen und Tordalken. Er wird etwa 30 Zentimeter groß, wiegt zwischen 300 und 500 Gramm und erreicht eine Flügelspannweite von knapp 60 Zentimetern. Sein auffälligstes Merkmal ist der dreieckige, leuchtend orangerot und blaugrau gestreifte Schnabel, der ihm den englischen Spitznamen "Clown of the Sea" eingebracht hat.
Was viele nicht wissen: Der bunte Schnabel ist nur während der Brutzeit so farbenprächtig. Im Winter, wenn die Papageientaucher auf dem offenen Meer leben, verblasst er zu einem unauffälligen Grau. Auch die orangeroten Füße verlieren dann ihre Leuchtkraft. Der Grund dafür liegt in der hormonellen Steuerung: Die intensive Färbung dient der Partnerwahl und signalisiert Gesundheit und Fortpflanzungsbereitschaft.
Papageientaucher sind sehr gute Taucher und Schwimmer. Sie können bis zu 60 Meter tief tauchen und dabei mit ihren kurzen, kräftigen Flügeln unter Wasser regelrecht fliegen. Mit ihrem speziell geformten Schnabel können sie bis zu 60 kleine Fische gleichzeitig transportieren, quer im Schnabel aufgereiht, ohne die bereits gefangenen Fische dabei zu verlieren. Diese Fähigkeit verdanken sie kleinen Widerhaken am Oberschnabel und einer rauen Zunge, die den Fang festhalten.
An Land sind Papageientaucher weniger elegant. Ihr kurzer, gedrungener Körper und die kleinen Flügel machen den Start in die Luft zu einer anstrengenden Angelegenheit. Sie müssen mit den Flügeln bis zu 400 Mal pro Minute schlagen, um in der Luft zu bleiben, und beim Landen strecken sie die Füße weit nach vorne, was regelmäßig zu Bruchlandungen führt. Dieses tollpatschige Verhalten an Land trägt viel zu ihrer Beliebtheit bei Besuchern bei.
Papageientaucher leben in festen Paarbeziehungen. Ein Paar bleibt oft über viele Jahre zusammen und kehrt jedes Frühjahr zur selben Bruthöhle zurück. Das Weibchen legt ein einzelnes Ei, das beide Partner abwechselnd etwa 40 Tage lang bebrüten. Nach dem Schlüpfen füttern die Eltern das Küken sechs bis sieben Wochen lang, bevor es die Höhle verlässt und sich allein auf den Weg zum Meer macht, meistens nachts, um Raubmöwen zu entkommen.
Látrabjarg: Die größte Klippe Europas
Látrabjarg an der Westspitze der Westfjorde ist der mit Abstand bekannteste Ort für Papageientaucher-Beobachtungen in Island. Die Klippe erstreckt sich über 14 Kilometer entlang der Küste und ragt bis zu 441 Meter aus dem Meer empor. Sie ist gleichzeitig Europas westlichster Punkt, noch westlicher als die Azoren, und beherbergt eine der größten Seevogelkolonien der Welt.
Was Látrabjarg von anderen Beobachtungsorten unterscheidet, ist die Zutraulichkeit der Vögel. Die Papageientaucher an dieser Klippe sind so an Menschen gewöhnt, dass sie oft in weniger als einem Meter Entfernung sitzen bleiben. Man kann sich langsam an sie heransetzen, auf Augenhöhe, und sie in aller Ruhe beobachten und fotografieren. An kaum einem anderen Ort der Welt kommt man diesen scheuen Seevögeln so nahe.
Die Anfahrt nach Látrabjarg ist allerdings nicht ohne Aufwand. Die letzten 60 Kilometer führen über eine unbefestigte Schotterstraße, die sich durch eine menschenleere Landschaft windet. Ein Allradwagen ist empfehlenswert, wenn auch nicht zwingend notwendig. Von Ísafjörður aus sollte man für die einfache Fahrt drei bis vier Stunden einplanen. Es gibt keinen öffentlichen Nahverkehr in dieser Region, ein Mietwagen ist die einzige realistische Option.
Vor Ort gibt es weder ein Besucherzentrum noch Absperrungen. Die Klippenkante ist nicht gesichert, Geländer fehlen vollständig. Man sollte sich immer mindestens zwei Meter vom Rand fernhalten, denn der Boden ist von Papageientaucher-Höhlen durchlöchert und kann unter dem eigenen Gewicht nachgeben. Bei starkem Wind ist besondere Vorsicht geboten. Hunde sind an den Klippen nicht erlaubt.
Westmännerinseln: Heimstrand der Lundis
Die Westmännerinseln (Vestmannaeyjar) vor der Südküste Islands sind das weltweit wichtigste Brutgebiet für Papageientaucher. Auf dem kleinen Archipel, insbesondere auf der Hauptinsel Heimaey und den unbewohnten Nebeninseln, brüten schätzungsweise eine bis zwei Millionen Paare. Die Inseln liegen nur 30 Minuten per Fähre von Landeyjahöfn oder etwa drei Stunden von Þorlákshöfn entfernt und sind damit deutlich leichter erreichbar als die Westfjorde.
Auf Heimaey findet man Papageientaucher vor allem an der Südseite der Insel, rund um die Stórhöfði-Landzunge. Dort gibt es eine kleine Beobachtungshütte, von der aus man die Vögel beobachten kann, ohne sie zu stören. Auch an den Klippen oberhalb des Hafens und am Eldfell, dem Vulkan, der 1973 ausbrach und die Stadt fast verschüttete, lassen sich regelmäßig Papageientaucher blicken.
Eine Besonderheit der Westmännerinseln ist das alljährliche "Puffling Patrol" im August und September. Wenn die jungen Papageientaucher (Pufflings) zum ersten Mal ihre Höhlen verlassen und nachts den Weg zum Meer suchen, werden sie von den Lichtern der Stadt angezogen und verirren sich in den Straßen von Heimaey. Die Kinder des Ortes sammeln die verwirrten Jungvögel behutsam ein und bringen sie am nächsten Morgen an die Küste, wo sie in Richtung Meer geworfen werden. Dieser Brauch ist seit Generationen Teil der lokalen Tradition und ein berührendes Beispiel für das Zusammenleben von Mensch und Tier auf den Inseln.
Die Westmännerinseln bieten darüber hinaus geführte Bootstouren rund um die Inseln an, bei denen man die Papageientaucher vom Wasser aus beobachten kann. Man sieht sie dann beim Starten und Landen auf den Wellen, beim Tauchen nach Fischen und in großen Schwärmen über dem Meer. Diese Touren kosten etwa 8.000 bis 12.000 ISK (rund 50 bis 75 EUR) pro Person und dauern zwei bis drei Stunden.
Weitere Beobachtungsorte
Dyrhólaey: Die markante Felsnadel an der Südküste zwischen Vík und Skógafoss ist einer der am leichtesten zugänglichen Papageientaucher-Standorte. Von der Ringstraße aus erreicht man den Leuchtturm auf der Landzunge in etwa 15 Minuten. Papageientaucher brüten an den Klippen unterhalb des Leuchtturms. Der Standort wird während der Brutzeit (Mai bis Juni) teilweise gesperrt, um die Vögel zu schützen. Wenn er geöffnet ist, kann man die Tiere aus einigen Metern Entfernung sehen.
Grímsey: Die kleine Insel am Polarkreis, etwa 40 Kilometer nördlich der isländischen Küste, ist ein sehr guter Ort für Papageientaucher-Beobachtungen. Grímsey erreicht man per Fähre von Dalvík (drei Stunden) oder per Flugzeug von Akureyri (25 Minuten). Die Insel hat nur etwa 60 Einwohner, und die Papageientaucher sind allgegenwärtig. Man läuft buchstäblich zwischen ihren Höhlen hindurch, wenn man über die Grasklippen am Rand der Insel wandert.
Borgarfjörður Eystri: Dieses abgelegene Fischerdorf in Ostisland hat eine überraschend große Papageientaucher-Kolonie direkt am Hafen. Eine hölzerne Beobachtungsplattform ermöglicht es, die Vögel aus nächster Nähe zu sehen, ohne ihre Nistplätze zu betreten. Der Vorteil gegenüber anderen Orten: Hier sind meist nur wenige Besucher, und die Atmosphäre ist entsprechend ruhig. Die Anfahrt über die Schotterstraße 94 dauert ab Egilsstaðir etwa eineinhalb Stunden.
Ingólfshöfði: Diese isolierte Landzunge an der Südostküste ist nur bei Ebbe zugänglich und wird im Rahmen geführter Traktortouren von Kvísker aus angeboten. Die Tour führt über den schwarzen Sand der Gletscherschwemmebene Skeiðarársandur bis zur Klippe, wo Papageientaucher, Skuas und andere Seevögel brüten. Es ist ein ganz eigenes Erlebnis, das sich deutlich von den anderen Standorten unterscheidet.
Papageientaucher fotografieren
Papageientaucher gehören zu den dankbarsten Fotomotiven der Tierwelt. Sie sitzen still, haben ausdrucksstarke Gesichter und sind an vielen Standorten so zutraulich, dass auch Fotografen ohne teure Telebrennweiten zu sehr guten Ergebnissen kommen. An Látrabjarg und Borgarfjörður Eystri reichen 70 bis 200 Millimeter völlig aus, oft sogar ein Standardzoom.
Die besten Fotos gelingen am späten Nachmittag und Abend, wenn die Sonne tief steht und warmes Licht auf die Klippen wirft. Zu dieser Tageszeit kehren die Papageientaucher außerdem von ihren Fischfängen zurück und bieten die klassische Aufnahme: den Vogel mit einem Schnabel voller quer aufgereihter Sandaale. Für Flugaufnahmen empfiehlt sich eine schnelle Verschlusszeit von mindestens 1/2000 Sekunde, da die Vögel trotz ihrer geringen Größe enorm schnell fliegen.
Ein paar Regeln sollte man beim Fotografieren beachten: Niemals zwischen einem Papageientaucher und seiner Höhle positionieren, denn dann traut sich der Vogel nicht zurück. Keine plötzlichen Bewegungen machen. Nicht auf dem Bauch über den Klippenrand robben, auch wenn die Perspektive verlockend erscheint. Drohnen sind an allen Brutkolonien verboten und können die Vögel nachhaltig vertreiben. Wer sich ruhig verhält und Geduld mitbringt, wird mit Aufnahmen belohnt, die jeden Kalender schmücken könnten.
Papageientaucher und isländische Kultur
Das Verhältnis der Isländer zu ihrem Lundi ist vielschichtig. Einerseits ist der Papageientaucher ein geliebtes Nationalsymbol, das auf Briefmarken, Souvenirs, Kinderbüchern und Werbeplakaten zu sehen ist. Andererseits hat er in Island eine jahrhundertealte Tradition als Nahrungsquelle. Der Fang von Papageientauchern mit dem Hakastangir, einem traditionellen Netz an einer langen Stange, wird auf den Westmännerinseln seit dem Mittelalter praktiziert.
In den Restaurants von Reykjavík findet man gelegentlich noch Papageientaucher auf der Speisekarte, meist als geräucherte Brust. Die Zubereitung gilt als traditionelles Gericht, vergleichbar mit Wildgerichten in Mitteleuropa. Für viele ausländische Besucher ist der Gedanke, diesen liebenswerten Vogel zu essen, befremdlich. Die Isländer sehen es pragmatischer: Wo ein Tier in großer Zahl vorkommt und nachhaltig bejagt werden kann, gehört es zur lokalen Esskultur. Allerdings haben die sinkenden Bestände dazu geführt, dass der Fang in vielen Regionen eingeschränkt oder ausgesetzt wurde.
Der Papageientaucher hat auch Einzug in die isländische Sprache gehalten. "Lundi" wird als Kosename verwendet, ähnlich wie im Deutschen "Spatz" oder "Mäuschen". Und auf den Westmännerinseln sagt man "Lundaveiðar" nicht nur für die Jagd auf Papageientaucher, sondern verwendet den Begriff auch umgangssprachlich für jede Art von Abenteuer oder Unternehmung.
Schutz und Bestandsentwicklung
Der Papageientaucher steht seit 2015 auf der Roten Liste der IUCN als "gefährdet" (vulnerable). Der weltweite Bestand ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen, und Island als wichtigstes Brutgebiet steht dabei besonders im Fokus der Wissenschaft. Auf den Westmännerinseln, wo einst die größte Kolonie der Welt brütete, ist die Zahl der Brutpaare seit den 2000er Jahren um mehr als die Hälfte eingebrochen.
Die Hauptursache für den Rückgang ist nicht die Jagd, sondern der Klimawandel. Die Erwärmung des Nordatlantiks hat dazu geführt, dass sich die Verbreitungsgebiete von Sandaalen und anderen kleinen Fischen nach Norden verschoben haben. Die Papageientaucher finden in Küstennähe nicht mehr genug Nahrung für ihre Küken, was zu niedrigen Bruterfolgsraten führt. In manchen Jahren verhungern bis zu 70 Prozent der Küken in den Höhlen, weil die Eltern nicht genug Fisch heranschaffen können.
Isländische Wissenschaftler der Universität von Island und des Naturhistorischen Museums beobachten die Bestände seit Jahrzehnten systematisch. Die Ergebnisse sind gemischt: Während einige Kolonien im Süden stark geschrumpft sind, scheinen Brutplätze im Norden und Nordwesten vorläufig stabil zu sein, vermutlich weil die Wassertemperaturen dort noch kühler sind und das Nahrungsangebot intakt bleibt.
Die isländische Regierung hat auf den Bestandsrückgang reagiert und die Jagdquoten in den betroffenen Gebieten drastisch gesenkt oder ganz ausgesetzt. Auf den Westmännerinseln ist die Papageientaucher-Jagd seit einigen Jahren praktisch eingestellt. Gleichzeitig gibt es Forschungsprojekte, die untersuchen, wie sich die Vögel an veränderte Nahrungsbedingungen anpassen und ob sie ihre Brutgebiete langfristig nach Norden verlagern werden.
Praktische Tipps für die Beobachtung
Beste Reisezeit: Die Papageientaucher kommen etwa Mitte April bis Anfang Mai an die isländischen Klippen und bleiben bis Mitte August. Die optimale Beobachtungszeit liegt zwischen Anfang Juni und Mitte Juli, wenn die Vögel regelmäßig zwischen Meer und Bruthöhle pendeln und besonders aktiv sind. Ende August sind die meisten bereits wieder auf dem offenen Meer verschwunden.
Tageszeit: Die frühen Morgenstunden und der späte Nachmittag (ab 17 Uhr) sind die besten Beobachtungszeiten. In der Mittagszeit sind viele Vögel auf dem Meer zum Fischen und die Klippen wirken leerer. Im isländischen Sommer mit seiner Mitternachtssonne kann man allerdings auch um 22 Uhr noch sehr gute Bedingungen vorfinden.
Kleidung und Ausrüstung: An den Klippen ist es fast immer windig und oft kühler als im Landesinneren. Wetterfeste Kleidung in mehreren Schichten ist Pflicht. Festes Schuhwerk mit gutem Profil ist wichtig, da der Grasuntergrund an den Klippen oft feucht und rutschig ist. Ein Fernglas (8x42 oder 10x42) verbessert das Erlebnis erheblich, ist aber an Standorten wie Látrabjarg nicht zwingend nötig.
Kosten: Die Beobachtung an den Klippen selbst ist kostenlos. Bootstouren zu Papageientaucher-Kolonien kosten je nach Anbieter und Dauer zwischen 6.000 und 15.000 ISK (rund 40 bis 95 EUR). Die Fähre zu den Westmännerinseln kostet als Fußpassagier etwa 2.500 ISK (rund 16 EUR) pro Strecke. Für die Anfahrt nach Látrabjarg in den Westfjorden sollte man die Mietwagenkosten und Benzin einkalkulieren, was je nach Ausgangspunkt 25.000 bis 50.000 ISK (rund 160 bis 320 EUR) zusätzlich bedeuten kann.
Verhalten an den Klippen: Mindestens zwei Meter Abstand zur Klippenkante halten, da der Boden von Bruthöhlen unterhöhlt sein kann. Nicht auf die Erdhügel treten, in denen sich Höhlen befinden. Keine lauten Geräusche, kein Rennen, keine Drohnen. Müll mitnehmen. Kinder beaufsichtigen. Die Regeln klingen streng, aber die Vögel und die eigene Sicherheit erfordern Rücksichtnahme.
Häufige Fragen
Wann kann man Papageientaucher in Island sehen?
Die Papageientaucher sind von Mitte April bis Mitte August an den isländischen Küsten. Die besten Beobachtungsmonate sind Juni und Juli, wenn die Vögel ihre Küken füttern und besonders häufig zwischen Meer und Bruthöhle pendeln.
Wo ist der beste Ort für Papageientaucher in Island?
Látrabjarg in den Westfjorden bietet die nächsten Begegnungen, da die Vögel dort extrem zutraulich sind. Die Westmännerinseln haben die größte Kolonie. Borgarfjörður Eystri ist am wenigsten überlaufen. Dyrhólaey ist am leichtesten erreichbar.
Braucht man ein Teleobjektiv?
An Standorten wie Látrabjarg oder Borgarfjörður Eystri nicht unbedingt. Die Vögel kommen dort so nah, dass ein 70-200mm Zoom ausreicht. Für Flugaufnahmen oder an Standorten mit mehr Abstand (Dyrhólaey, Grímsey) ist eine längere Brennweite von Vorteil.
Sind Papageientaucher in Island gefährdet?
Ja, der Atlantische Papageientaucher steht seit 2015 als "gefährdet" auf der Roten Liste der IUCN. Der Hauptgrund ist der Rückgang der Nahrungsfische durch die Erwärmung des Nordatlantiks. Einige Kolonien im Süden Islands sind stark geschrumpft, während nördliche Standorte bisher stabiler erscheinen.
Kann man Papageientaucher von Reykjavík aus sehen?
Nicht direkt in Reykjavík. Die nächsten Beobachtungsmöglichkeiten ab Reykjavík sind Bootstouren zu den vorgelagerten Inseln (Lundey oder Akurey) im Faxaflói-Golf, die direkt vom alten Hafen in Reykjavík ablegen und etwa eine Stunde dauern. Alternativ ist Dyrhólaey mit dem Auto in gut zwei Stunden erreichbar.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026