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Auswandern nach Island
Leben und Arbeiten auf der Vulkaninsel im Nordatlantik

Auswandern nach Island

13 Min. Lesezeit

Island ist anders als jedes andere Land in Europa. Die Insel im Nordatlantik mit ihren gerade einmal 376.000 Einwohnern zieht Menschen an, die das Besondere suchen. Vulkane, Gletscher, heiße Quellen und eine Gesellschaft, in der praktisch jeder jeden kennt. Wer nach Island auswandern will, sollte sich gut vorbereiten. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt fuer Schritt, was dich erwartet.

Island belegt in internationalen Rankings regelmässig Spitzenplätze: niedrigste Kriminalitätsrate der Welt, höchste Gleichberechtigung, bester Friedensindex. Das Land hat keine Armee, dafuer aber eine der bestausgebauten Infrastrukturen fuer erneuerbare Energien weltweit. Rund 85 Prozent der Primärenergie stammen aus Geothermie und Wasserkraft.

Trotzdem ist ein Umzug nach Island kein Selbstläufer. Die hohen Lebenshaltungskosten, die extreme Dunkelheit im Winter und die schwierige Wohnungssuche in Reykjavik stellen Auswanderer vor echte Herausforderungen. Hier erfährst du, wie du diese meisterst.

Warum nach Island auswandern?

Island ist eines der sichersten Länder der Welt. Die Polizei trägt keine Schusswaffen, schwere Kriminalität ist praktisch unbekannt. In einem Land mit der Bevölkerung einer mittelgroßen deutschen Stadt kennt man sich. Diese enge Gemeinschaft sorgt fuer ein starkes soziales Netz. Nachbarn helfen einander, und wer in Not gerät, wird aufgefangen.

Die Natur ist der Hauptgrund, warum viele Menschen nach Island ziehen. Wer morgens aus dem Fenster schaut und einen Gletscher sieht, wer abends in einer heissen Quelle unter dem Sternenhimmel sitzt, der versteht, warum Isländer ihr Land nicht gegen jedes andere tauschen wuerden. Die Landschaft ist roh und unberührt. Wasserfälle stuerzen über Basaltklippen, Geysire brechen aus dem Boden, und im Winter tanzen Nordlichter ueber dem Himmel.

Leben in Reykjavik mit bunten Häusern und Blick auf die Hallgrimskirkja
Reykjavik verbindet nordische Gemütlichkeit mit urbanem Lebensgefühl (KI-generiert)

Dazu kommt ein Arbeitsmarkt, der Fachkräfte dringend sucht. Die Arbeitslosenquote lag 2025 bei unter 4 Prozent. In vielen Branchen gibt es mehr offene Stellen als Bewerber. Wer eine gefragte Qualifikation mitbringt, findet in der Regel schnell eine Anstellung.

Die Work-Life-Balance ist in Island ausgezeichnet. Das Land war 2021 Vorreiter bei der Einführung der Vier-Tage-Woche in großen Teilen des öffentlichen Sektors. Die Ergebnisse waren so positiv, dass immer mehr private Unternehmen nachziehen. Ueberstunden sind verpönt, und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird grossgeschrieben.

Aufenthaltsrecht und Visum

Gute Nachrichten fuer EU-Buerger: Island gehört zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Das bedeutet, dass die Freizügigkeit der Arbeitnehmer gilt. Du brauchst kein Visum und keine Arbeitserlaubnis. Du kannst mit deinem Personalausweis oder Reisepass einreisen und sofort anfangen zu arbeiten.

Sobald du eine Arbeitsstelle gefunden hast oder dich länger als drei Monate in Island aufhalten willst, musst du dich beim Einwohnermeldeamt (Thjodskra) registrieren. Dafuer brauchst du einen gültigen Arbeitsvertrag oder den Nachweis, dass du dich selbst finanzieren kannst.

Der wichtigste Schritt ist die Beantragung der Kennitala. Diese zehnstellige Identifikationsnummer ist dein Schlüssel zu allem in Island. Ohne Kennitala kannst du kein Bankkonto eröffnen, keinen Mietvertrag unterschreiben, keinen Handyvertrag abschliessen und dich nicht beim Gesundheitssystem anmelden. Die Kennitala beantragst du bei der Einwanderungsbehörde (Utlendingastofnun) oder beim Standesamt (Thjodskra). Du brauchst dafuer deinen Pass, ein Passfoto und eine Meldeadresse in Island.

Buerger aus der Schweiz haben durch das bilaterale Abkommen mit der EFTA ebenfalls freien Zugang zum isländischen Arbeitsmarkt. Fuer Nicht-EU-Buerger gelten strengere Regeln. Sie brauchen in der Regel ein Arbeitsvisum, das an einen konkreten Arbeitgeber gebunden ist.

Arbeitsmarkt und Jobchancen

Der isländische Arbeitsmarkt ist vielfältiger, als man es von einem so kleinen Land erwarten wuerde. Die Wirtschaft stuetzt sich auf mehrere Säulen, und in fast allen Bereichen werden qualifizierte Arbeitskräfte gesucht.

Tourismus: Mit ueber 2 Millionen Besuchern pro Jahr (bei nur 376.000 Einwohnern) ist der Tourismus eine der tragenden Säulen der Wirtschaft. Hotels, Reiseveranstalter, Autovermietungen und Restaurants suchen ständig Personal. Deutsch- und Englischkenntnisse sind hier ein größer Vorteil, da viele Touristen aus dem deutschsprachigen Raum kommen. Saisonarbeit im Sommer ist ein guter Einstieg.

Isländische Naturlandschaft mit Wasserfall und grünen Hügeln
Die Natur Islands zieht jedes Jahr Millionen Besucher an (KI-generiert)

Fischerei und Fischverarbeitung: Die Fischerei ist traditionell einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Islands. Moderne Fischfabriken im Norden und Osten des Landes bieten Arbeitsplätze, die oft gut bezahlt sind. Isländische Fischprodukte werden in die ganze Welt exportiert. Wer körperlich belastbar ist und keine Scheu vor harter Arbeit hat, findet hier Möglichkeiten, auch ohne spezielle Vorkenntnisse.

IT und Technologie: Reykjavik hat sich in den letzten Jahren zu einem kleinen, aber feinen Tech-Hub entwickelt. Startups in den Bereichen Gaming, Fintech und Softwareentwicklung suchen Entwickler und Designer. Die Arbeitssprache ist häufig Englisch, was den Einstieg fuer internationale Fachkräfte erleichtert. Unternehmen wie CCP Games (Entwickler von EVE Online) haben Island auf die Tech-Landkarte gesetzt.

Geothermie und erneuerbare Energien: Island ist Weltmarktfuehrer in der Nutzung von Geothermie. Die Expertise des Landes wird global nachgefragt. Ingenieure, Geologen und Techniker finden hier spannende Arbeitsplätze in einem Zukunftsfeld. Auch die Aluminiumindustrie, die die guenstige Energie nutzt, bietet qualifizierte Stellen.

Gesundheitswesen: Aerzte, Krankenpfleger und Therapeuten werden in Island dringend gesucht. Das Landspitali, das grösste Krankenhaus des Landes in Reykjavik, hat regelmässig offene Stellen fuer internationales Fachpersonal. Die Anerkennung europäischer Abschluesse ist in der Regel unkompliziert.

Jobbörsen fuer Island sind unter anderem alfred.is, mbl.is (Rubrik Atvinna) und die europäische Plattform EURES. Auch LinkedIn funktioniert gut, da viele isländische Unternehmen dort rekrutieren.

Wohnung finden in Reykjavik

Die Wohnungssuche in Reykjavik ist die grösste Herausforderung fuer Auswanderer. Der Wohnungsmarkt in der Hauptstadtregion ist seit Jahren angespannt. Rund zwei Drittel der Bevölkerung leben im Grossraum Reykjavik, und die Nachfrage uebersteigt das Angebot bei weitem. Der Tourismus-Boom hat die Situation verschärft, weil viele Wohnungen als Ferienwohnungen vermietet werden.

Geothermiekraftwerk in Island mit dampfenden Quellen
Island nutzt die Kraft der Erde: Geothermie versorgt das Land mit Strom und Wärme (KI-generiert)

Eine Einzimmerwohnung in Reykjavik kostet zwischen 1.200 und 1.800 Euro Miete pro Monat. Wer eine Zwei- oder Dreizimmerwohnung sucht, muss mit 1.800 bis 2.500 Euro rechnen. In den Vororten Kopavogur, Hafnarfjördur oder Gardabaer sind die Preise etwas niedriger.

Die wichtigste Plattform fuer die Wohnungssuche ist leiti.is (ehemals bland.is). Dort findest du sowohl Mietwohnungen als auch Kaufobjekte. Ergänzend lohnt sich ein Blick in Facebook-Gruppen wie „Leiga i Reykjavik" oder „Rooms/Apartments for rent in Reykjavik". Gerade fuer den Anfang kann eine WG (deilt ibud) eine gute Lösung sein. Hier teilt man sich Wohnung und Kosten, und der Einstieg ist einfacher als bei einer eigenen Wohnung.

Ausserhalb von Reykjavik, etwa in Akureyri im Norden oder in Selfoss im Sueden, sind die Mieten deutlich guenstiger. Dort findet man eine Zweizimmerwohnung schon ab 800 bis 1.200 Euro. Allerdings ist das Jobangebot ausserhalb der Hauptstadt eingeschränkter.

Ein Tipp: Viele Arbeitgeber helfen bei der Wohnungssuche oder stellen fuer die ersten Wochen eine Unterkunft. Frage direkt beim Vorstellungsgespräch danach.

Lebenshaltungskosten

Reykjavik gehört zu den teuersten Städten der Welt. Das muss man wissen und akzeptieren. Die hohen Kosten werden jedoch durch hohe Löhne teilweise ausgeglichen. Das durchschnittliche Bruttogehalt lag 2025 bei umgerechnet rund 5.500 Euro pro Monat. Fachkräfte in gefragten Bereichen verdienen deutlich mehr.

Ein paar Beispiele fuer die Preise: Ein Liter Milch kostet etwa 1,80 Euro, ein Kilo Hähnchenbrust rund 15 Euro, ein Laib Brot um die 4 Euro. Ein Hauptgericht im Restaurant liegt bei 25 bis 50 Euro, ein Bier in der Bar bei 9 bis 12 Euro. Der Wocheneinkauf fuer eine Person beläuft sich schnell auf 100 bis 150 Euro.

Gute Nachrichten gibt es bei den Nebenkosten: Dank der Geothermie ist die Heizung in Island extrem guenstig. Warmwasser und Heizung kosten fuer eine durchschnittliche Wohnung nur 50 bis 80 Euro im Monat. Auch Strom ist mit etwa 0,10 Euro pro kWh deutlich guenstiger als in Deutschland.

Ein Auto ist in Island fast unverzichtbar, besonders ausserhalb von Reykjavik. Benzin kostet rund 2,00 Euro pro Liter. Allerdings sind die Entfernungen überschaubar. Der öffentliche Nahverkehr in Reykjavik (Strätó-Busse) deckt die Hauptstadt und Umgebung ab, hat aber eingeschränkte Taktzeiten.

Spartipp: Die Supermarktkette Bónus (erkennbar am Schwein auf gelbem Grund) hat die niedrigsten Preise. Auch Krónan und Nettó sind guenstiger als die Convenience-Stores 10-11 und Hagkaup.

Isländisch lernen

Isländisch gilt als eine der schwierigsten Sprachen Europas. Die Grammatik mit ihren vier Fällen, drei Geschlechtern und zahllosen unregelmässigen Verben ist komplex. Die Aussprache mit ihren Sonderzeichen (th, dh, ae) braucht Zeit. Und die Isländer haben die Angewohnheit, fuer neue Begriffe keine Fremdwörter zu uebernehmen, sondern eigene isländische Wörter zu erfinden. Ein Computer heisst „tölva" (zusammengesetzt aus „töl" fuer Zahl und „völva" fuer Seherin).

Fischerboote im isländischen Hafen
Die Fischerei gehört zu den ältesten und wichtigsten Wirtschaftszweigen Islands (KI-generiert)

Die gute Nachricht: Im Alltag kommst du mit Englisch fast ueberall zurecht. Nahezu alle Isländer unter 60 sprechen fliessend Englisch. In vielen Unternehmen, besonders in der Tech-Branche und im Tourismus, ist Englisch die Arbeitssprache.

Trotzdem lohnt sich das Lernen. Wer Isländisch spricht, wird von den Einheimischen anders wahrgenommen und aufgenommen. Die isländische Gesellschaft schätzt es sehr, wenn Zugezogene sich die Mühe machen, die Landessprache zu lernen. Außerdem gibt es Behördenbriefe und Verträge, die nur auf Isländisch vorliegen.

Fuer den Einstieg eignet sich „Icelandic Online", ein kostenloser Kurs der Universität Island. Er deckt die Grundlagen ab und ist gut strukturiert. In Reykjavik bieten das Tin Can und das Mimir-Simenntun Isländischkurse fuer Ausländer an. Die Gemeinde übernimmt in vielen Fällen einen Teil der Kosten. Viele Auswanderer kombinieren einen Sprachkurs mit Tandem-Partnerschaften: Du hilfst einem Isländer mit Deutsch oder Englisch, er hilft dir mit Isländisch.

Gesundheitssystem

Das isländische Gesundheitssystem ist staatlich organisiert und wird ueber Steuern finanziert. Die zuständige Behörde ist die Tryggingastofnun (isländische Sozialversicherung). Sobald du eine Kennitala hast und in Island gemeldet bist, hast du Anspruch auf die gesetzliche Krankenversicherung. Die Wartezeit beträgt sechs Monate. In dieser Uebergangszeit solltest du eine private Reisekrankenversicherung oder deine europäische Gesundheitskarte (EHIC) nutzen.

Die Versorgungsqualität ist hoch, vor allem in Reykjavik. Das Landspitali-Universitätskrankenhaus bietet eine Versorgung auf europäischem Spitzenniveau. Ausserhalb der Hauptstadt gibt es regionale Gesundheitszentren (heilsugaeslustödvar), die als erste Anlaufstelle dienen. Fachärzte befinden sich allerdings fast ausschliesslich in Reykjavik.

Arztbesuche kosten eine Selbstbeteiligung von etwa 15 bis 40 Euro. Zahnbehandlungen sind teuer und werden nicht von der Versicherung abgedeckt. Medikamente sind teilweise subventioniert, aber die Zuzahlungen können hoch sein. Apotheken (apotek) sind in allen grösseren Orten vorhanden.

Kultur und Gesellschaft

Die isländische Gesellschaft hat einige Besonderheiten, die Auswanderer kennen sollten. Island ist seit Jahren Weltspitze bei der Gleichberechtigung. Frauen und Männer verdienen nahezu gleich, Elternzeit wird partnerschaftlich aufgeteilt (sechs Monate fuer jeden Elternteil plus sechs Monate zur freien Aufteilung), und die Mehrheit der Studierenden sind Frauen. Einige der wichtigsten Unternehmen und Institutionen werden von Frauen gefuehrt.

In Island gibt es keine Nachnamen im europäischen Sinn. Stattdessen verwenden die Isländer Patronyme: Der Sohn von Jón heisst Jónsson, die Tochter heisst Jónsdóttir. Deshalb stehen im Telefonbuch die Vornamen an erster Stelle. Du wirst feststellen, dass sich alle duzen, vom Premierminister bis zur Kassiererin. Förmlichkeit spielt im isländischen Alltag keine Rolle.

Die kleine Grösse der Gesellschaft hat Vor- und Nachteile. Einerseits ist Networking einfach. Zwei bis drei Ecken, und du kennst die richtige Person fuer dein Anliegen. Andererseits bleibt wenig verborgen. Gerüchte verbreiten sich schnell, und dein Ruf ist wichtig.

Isländer sind anfangs eher reserviert gegenüber Fremden, aber sobald der erste Kontakt hergestellt ist, extrem herzlich und hilfsbereit. Ein guter Einstieg in die Gesellschaft sind die zahlreichen Schwimmbäder (sundlaugar). Diese geothermisch beheizten Freibäder sind der soziale Treffpunkt in Island. Hier tauscht man sich aus, knüpft Kontakte und geniesst die heissen Töpfe (heitir pottar) bei jedem Wetter.

Kulturell hat Reykjavik fuer seine Grösse erstaunlich viel zu bieten: Literatur hat einen hohen Stellenwert (Island hat pro Kopf die meisten Buchveröffentlichungen der Welt), die Musikszene ist lebendig (Björk, Sigur Rós, Of Monsters and Men), und im November verwandelt sich die Stadt beim Iceland Airwaves Festival in einen einzigen Konzertsaal.

Winter und Dunkelheit

Ueber den isländischen Winter muss man ehrlich sprechen, denn er ist die grösste psychische Herausforderung fuer Auswanderer. Im Dezember hat Reykjavik nur etwa vier Stunden Tageslicht. Die Sonne geht gegen 11:30 Uhr auf und gegen 15:30 Uhr wieder unter. Und selbst in diesen Stunden steht sie so tief am Horizont, dass das Licht eher einer langen Dämmerung gleicht.

Nordlichter über einer verschneiten isländischen Landschaft
Nordlichter im Winter: Die Dunkelheit hat auch ihre magischen Seiten (KI-generiert)

Dazu kommt der Wind. Island ist eines der windigsten Länder Europas. Sturmwarnungen im Winter sind normal, und es gibt Tage, an denen man sich buchstäblich gegen den Wind stemmen muss. Die Temperaturen sind dank des Golfstroms milder als erwartet (selten unter minus 10 Grad), aber der Windchill-Faktor macht die gefuehlte Temperatur deutlich kälter.

Die Dunkelheit kann zu saisonaler Depression fuehren. Vitamin-D-Mangel ist weit verbreitet, und viele Isländer nehmen im Winter Vitamin-D-Präparate ein. Lichttherapielampen (ljósalampar) sind in vielen Haushalten zu finden. Sport und Bewegung helfen ebenfalls. Die Schwimmbäder sind im Winter besonders wertvoll: Eine halbe Stunde im heissen Wasser unter dem Sternenhimmel wirkt Wunder gegen den Winterblues.

Auf der anderen Seite steht der Sommer mit seinen endlosen Tagen. Von Mitte Juni bis Anfang Juli geht die Sonne praktisch nicht unter. Die Mitternachtssonne taucht die Landschaft in ein unwirkliches, goldenes Licht. Diese Monate entschädigen fuer den dunklen Winter und sind der Grund, warum die Isländer den Sommer mit einer fast euphorischen Energie geniessen.

Wer mit der Dunkelheit umgehen kann (oder lernt, damit umzugehen), wird mit einem Winter belohnt, der seine eigene Schönheit hat: Nordlichter, verschneite Lavafelder, dampfende heisse Quellen im Frost und eine Ruhe, die man anderswo kaum findet.

Checkliste fuer die Auswanderung nach Island

Damit du den Ueberblick behältst, haben wir die wichtigsten Schritte in einer Checkliste zusammengefasst. Plane mindestens drei bis sechs Monate Vorlaufzeit ein.

  • Job finden: Bewirb dich ueber alfred.is, EURES oder direkt bei Unternehmen. Ein Arbeitsvertrag erleichtert alles Weitere.
  • Kennitala beantragen: Deine isländische ID-Nummer. Ohne sie geht fast nichts.
  • Bankkonto eröffnen: Landsbankinn, Islandsbanki oder Arion Bank. Du brauchst die Kennitala dafuer.
  • Wohnung suchen: Starte frueh ueber leiti.is und Facebook-Gruppen. Frage deinen Arbeitgeber nach Hilfe.
  • Krankenversicherung klären: EHIC fuer die ersten sechs Monate mitbringen. Danach greift die isländische Sozialversicherung.
  • Isländischkurs buchen: Icelandic Online als Einstieg, dann Präsenzkurse in Reykjavik.
  • Fuehrerschein: Dein EU-Fuehrerschein gilt in Island. Nach sechs Monaten Wohnsitz solltest du ihn in einen isländischen umtauschen.
  • Winterausruestung besorgen: Winddichte Jacke, warme Schichten, Spikes fuer die Schuhe (Eis auf den Gehwegen ist im Winter allgegenwärtig).
  • Umzug planen: Fuer grosse Sendungen bietet sich der Seeweg an. Kleine Mengen per Luftfracht oder mit dem Flieger als Uebergepäck.
  • Abmeldung in Deutschland: Abmeldung beim Einwohnermeldeamt nicht vergessen, um steuerliche Doppelbelastungen zu vermeiden.

Island ist kein Land fuer jeden. Die Abgeschiedenheit, die Dunkelheit und die hohen Kosten schrecken viele ab. Aber wer sich auf das Abenteuer einlässt, findet eine Lebensqualität, die schwer zu ueberbieten ist: eine Natur, die sprachlos macht, eine Gesellschaft, die zusammenhält, und einen Alltag, der sich grundlegend von dem unterscheidet, was man aus Mitteleuropa kennt.

Hast du Fragen zum Auswandern nach Island? Schreib uns gerne! Und wenn du Island erst einmal kennenlernen willst, findest du alle Tipps fuer deinen Island-Urlaub hier auf skandinavien.eu.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026