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Lolland: Safaripark, Badeparadies und Fährtor nach Dänemark
Dänemarks viertgrößte Insel zwischen Ostsee und Fehmarnbelt

Lolland: Safaripark, Badeparadies und Fährtor nach Dänemark

11 Min. Lesezeit

Lolland ist für viele deutsche Urlaüber der erste Berührungspunkt mit Dänemark. Wer mit der Fähre von Puttgarden auf Fehmarn nach Rødby übersetzt, steht innerhalb von 45 Minuten auf dänischem Boden. Und dieser Boden ist flach. Sehr flach. Lolland ist die flachste Insel Dänemarks, an manchen Stellen liegt das Terrain sogar unter dem Meeresspiegel. Deiche schützen die Felder vor der Ostsee, Entwässerungsgräben durchziehen das Land, und der Horizont ist so weit, dass man an klaren Tagen das Gefühl hat, bis ans Ende der Welt blicken zu können.

Die Insel hat rund 60.000 Einwohner und ist mit 1.243 Quadratkilometern die viertgrößte des Landes. Nakskov im Westen, Maribo in der Mitte und Rødby im Süden sind die wichtigsten Städte, aber keine davon hat mehr als 15.000 Einwohner. Lolland lebt von der Landwirtschaft, vom Tourismus und zunehmend von der Windenergie. Die großen Windräder, die sich über den Feldern drehen, gehören heute genauso zum Bild der Insel wie die Reetdachhäuser und die Alleen aus Kastanienbäumen.

Für Familien mit Kindern ist Lolland seit Jahren ein beliebtes Reiseziel. Das liegt vor allem an zwei Attraktionen, die es in dieser Form nirgendwo sonst in Dänemark gibt: dem Erlebnisbad Lalandia in Rødby und dem Knuthenborg Safaripark bei Maribo. Beide ziehen jedes Jahr Hunderttausende Besucher an. Doch auch abseits dieser Highlights hat Lolland Qualitäten, die man erst entdeckt, wenn man sich die Zeit nimmt, über die Insel zu fahren und in den kleinen Orten anzuhalten.

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Was Lolland besonders macht

Die Besonderheit von Lolland liegt in der Gegensätzlichkeit. Auf der einen Seite stehen die beiden großen Besuchermagneten, auf der anderen Seite eine Stille, die man in Dänemark selten findet. Wer abseits der Hauptstraßen fährt, passiert Dörfer, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Kleine Kirchen aus dem Mittelalter stehen auf Hügeln, umgeben von Friedhöfen mit schmiedeeisernen Zäunen. Gutshöfe mit weißgetünchten Mauern ducken sich hinter Lindenalleen. An den Küsten liegen Fischerhäfen, in denen morgens die Boote ausfahren und abends der Fang direkt verkauft wird.

Die Zuckerrübe hat Lolland geprägt wie kaum ein anderes Produkt. Seit dem 19. Jahrhundert wird auf der Insel Zucker produziert, und die Zuckerfabrik in Nakskov war lange einer der größten Arbeitgeber der Region. Die schweren, fruchtbaren Böden der Insel eignen sich sehr gut für den Rübenanbau, und im Herbst, wenn die Ernte eingefahren wird, rollen schwere Traktoren über die Landstraßen. In Nakskov erinnert das Zucker-Museum an diese Tradition.

Flache Agrarlandschaft auf Lolland mit weitem Himmel und Windrädern
Lollands flache Landschaft erstreckt sich unter einem weiten Himmel bis zum Horizont (KI-generiert)

Lolland hat auch eine überraschend reiche Gutshaus-Kultur. Die fruchtbaren Böden lockten über Jahrhunderte den dänischen Adel an, und zahlreiche Herrenhäuser zeugen von diesem Wohlstand. Einige davon, wie Aalholm Slot bei Nysted oder Krenkerup bei Sakskøbing, sind von außen zu besichtigen. Andere wurden zu Hotels oder Veranstaltungsorten umgebaut. Die Parks rund um diese Anwesen sind oft öffentlich zugänglich und laden zu Spaziergängen ein.

Lalandia: Europas größtes Badeparadies

Lalandia in Rødby ist ein Ferienresort der besonderen Art. Das Kern ist der Aquadome, ein tropisches Badeparadies unter einer riesigen Glaskuppel, in dem die Wassertemperatur das ganze Jahr über bei 28 Grad liegt. Rutschen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, ein Wellenbecken, Whirlpools, ein Strömungskanal und ein separater Kleinkinderbereich machen den Aquadome zum Paradies für Familien. Draußen mag es regnen und stürmen, drinnen herrscht tropische Wärme.

Zum Resort gehören mehrere hundert Ferienhäuser, die in verschiedenen Größen und Ausstattungsstufen buchbar sind. Die größten Häuser bieten Platz für bis zu zwölf Personen, mit eigenem Whirlpool und Sauna. Neben dem Aquadome gibt es einen Indoor-Spielplatz, Bowling, Minigolf, ein Kino, eine Kletterwand und diverse Restaurants. Lalandia ist so konzipiert, dass man das Gelände während des gesamten Aufenthalts nicht verlassen muss. Trotzdem lohnt sich der Ausflug auf die Insel, denn Lolland hat mehr zu bieten als das Resort.

Die Anlage liegt direkt an der Südküste Lollands, nur wenige Kilometer vom Fährhafen Rødby entfernt. Wer von Deutschland anreist, kann innerhalb einer Stunde nach dem Anlegen der Fähre im warmen Wasser des Aquadome schwimmen. Das macht Lalandia besonders für Kurzurlaube attraktiv. Ein verlängertes Wochenende reicht aus, um sowohl das Resort als auch die Umgebung zu erkunden.

Knuthenborg Safaripark: Tiere hautnah

Nördlich von Maribo erstreckt sich der Knuthenborg Safaripark auf dem Gelände eines ehemaligen Gutshofs. Der Park ist der größte Safaripark Nordeuropas und beherbergt rund 1.000 Tiere aus über 80 Arten. Giraffen, Zebras und Nashörner bewegen sich frei in weitläufigen Gehegen, durch die man mit dem eigenen Auto fahren kann. Die Tiere kommen oft bis auf wenige Meter an die Fahrzeuge heran, was besonders für Kinder ein bleibendes Erlebnis ist.

Giraffen im Knuthenborg Safaripark auf Lolland
Im Knuthenborg Safaripark kommen die Tiere bis an die Autoscheibe heran (KI-generiert)

Neben der Autosafari gibt es einen Bereich, den man zu Fuß erkunden kann. Hier leben Lemuren und Kängurus in begehbaren Gehegen. Ein Dinosaurierwald mit lebensgroßen Modellen begeistert jüngere Besucher, und der Abenteuerspielplatz gehört zu den größten in Dänemark. Im Sommer finden regelmäßig Fütterungen statt, bei denen die Tierpfleger Wissenswertes über die Tiere erzählen.

Der Park liegt eingebettet in die Parklandschaft des Gutes Knuthenborg, die im 19. Jahrhundert als englischer Landschaftsgarten angelegt wurde. Alte Bäume und geschwungene Wege umrahmen die Tiergehege, und das Herrenhaus im Hintergrund gibt der Anlage einen herrschaftlichen Rahmen. Für einen Besuch sollte man mindestens einen halben Tag einplanen, Familien verbringen hier problemlos einen ganzen Tag.

Maribo und der Maribo-See

Maribo ist die heimliche Hauptstadt Lollands. Die Stadt liegt am Ufer des Maribo Søndersø, eines der schönsten Seen der Insel. Der Domkirche am Seeufer, ein Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert, der einst zu einem Birgittenkloster gehörte, gibt dem Ort seine unverwechselbare Silhouette. Von der Seepromenade aus blickt man über das Wasser auf Schilfgürtel und bewaldete Ufer, in denen Schwäne brüten und Reiher stehen.

Blick über den Maribo-See mit der Domkirche im Hintergrund
Die Domkirche von Maribo spiegelt sich im ruhigen Wasser des Søndersø (KI-generiert)

Das Frilandsmuseet am Stadtrand von Maribo ist ein Freilichtmuseum, das das ländliche Leben auf Lolland in vergangenen Jahrhunderten zeigt. Bauernhöfe, Werkstätten, eine Schmiede und eine Windmühle wurden hierher versetzt und originalgetreu eingerichtet. Im Sommer finden Vorführungen statt, bei denen altes Handwerk gezeigt wird: Schmieden, Weben, Butterherstellung. Kinder können auf dem Gelände spielen, Tiere streicheln und beim Brotbacken im historischen Ofen zuschauen.

Am Maribo-See lassen sich Kanus und Tretboote mieten, und ein Wanderweg führt rund um den See durch Wald und Feuchtgebiete. Die Strecke ist etwa 12 Kilometer lang und eignet sich auch für Radfahrer. Vogelbeobachter kommen hier auf ihre Kosten, denn das Seeufer ist Lebensraum für zahlreiche Wasservögel, darunter Haubentaucher und Kormorane.

Nakskov, Nysted und die Küstenstädte

Nakskov im Westen Lollands ist mit rund 12.000 Einwohnern die größte Stadt der Insel. Der Hafen war einst ein bedeutender Handelsplatz, und die Altstadt mit ihren Kaufmannshäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert erinnert an diese Zeit. Das Nakskov Skibs- og Søfartsmuseum erzählt von der Schiffbautradition der Stadt, die bis ins 20. Jahrhundert hinein Werften betrieb. Am Hafenbecken kann man noch die alten Kräne und Docks sehen, zwischen denen heute Freizeitsegler ihre Boote vertäuen.

Der Hafen von Nakskov auf Lolland mit historischen Gebäuden
Nakskovs Hafen verbindet maritime Geschichte mit beschaulichem Kleinstadtleben (KI-generiert)

Nysted an der Südostküste ist einer der ältesten Orte auf Lolland. Die mittelalterliche Stadtanlage mit ihren engen Gassen ist weitgehend erhalten, und am Hafen stehen Fischerhäuser, die aus dem 17. Jahrhundert stammen. Vor der Küste von Nysted liegt einer der größten Offshore-Windparks Dänemarks, dessen Turbinen man vom Strand aus sehen kann. Das Städtchen Sakskøbing ist für seinen Wasserturm bekannt, der ein lachendes Gesicht trägt. Der Turm ist ein beliebtes Fotomotiv und grüßt Autofahrer, die auf der Hauptstraße durch den Ort fahren.

Zwischen den Städten liegen kleine Dörfer und einsame Küstenabschnitte, die man am besten mit dem Rad erkundet. Lollands Radwege sind flach, gut ausgebaut und selten überlaufen. Die kurzen Entfernungen auf der Insel machen es möglich, an einem Tag mehrere Orte anzusteuern, ohne sich zu verausgaben.

Strände, Natur und Vogelschutzgebiete

Die Strände auf Lolland sind familienfreundlich: flach und sandig, selten überfüllt. Der bekannteste Strand liegt bei Hyllekrog an der Südwestspitze der Insel, einer Landzunge, die in die Ostsee hinausragt. Hier ist das Wasser seicht, der Sand fein, und die Gegend so abgelegen, dass man mitunter den Strand für sich allein hat. Auch die Nordküste zwischen Bandholm und Kragenæs bietet ruhige Badestrände, an denen Kinder sicher planschen können.

Lollands flache Landschaft mit ihren Feuchtgebieten und Küstenabschnitten ist ein Paradies für Vogelbeobachter. Das Naturschutzgebiet Nakskov Fjord im Westen der Insel beherbergt Brutkolonien von Seeschwalben und Säbelschnäblern. Im Herbst rasten hier Tausende von Zugvögeln auf ihrem Weg in den Süden. Am Maribo-See und an der Küste bei Rødbyhavn lassen sich ebenfalls zahlreiche Vogelarten beobachten, darunter Seeadler, die in den Wäldern der Insel brüten.

Die Wälder auf Lolland sind klein, aber abwechslungsreich. Im Knuthenborg-Park stehen einige der ältesten Bäume der Insel, und der Wald bei Fuglsang am Ostufer bietet Wanderwege durch Buchen- und Eichenbestände. Das Fuglsang Kunstmuseum, ein moderner Bau inmitten der Parklandschaft, zeigt dänische Kunst vom 18. Jahrhundert bis heute und verbindet Natur mit Kultur auf gelungene Weise.

Anreise über Puttgarden und praktische Tipps

Die kürzeste Verbindung von Deutschland nach Lolland ist die Fähre von Puttgarden auf Fehmarn nach Rødby. Die Überfahrt dauert nur 45 Minuten, und die Fähren verkehren im 30-Minuten-Takt. Von Hamburg aus erreicht man Puttgarden in etwa zwei Stunden, sodass man am gleichen Tag noch auf Lolland ankommen kann. Wenn der geplante Fehmarnbelt-Tunnel fertiggestellt wird, soll die Verbindung noch schneller werden, doch bis dahin bleibt die Fähre das bewährte Transportmittel.

Alternativ kann man über die Storebæltsbro und Seeland anreisen und dann über die Brücke bei Vordingborg nach Falster und weiter nach Lolland fahren. Diese Route ist länger, führt aber durch die dänische Inselwelt und bietet unterwegs zahlreiche Stoppmöglichkeiten. Auf Lolland selbst ist ein Auto praktisch, da der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt ist. Fahrräder sind eine gute Alternative für kürzere Strecken.

Fähre im Hafen von Rødby auf Lolland
Die Fähre von Puttgarden nach Rødby bringt Urlaüber in 45 Minuten nach Lolland (KI-generiert)

Ferienhäuser gibt es auf Lolland in großer Auswahl, von einfachen Sommerhütten bis zu komfortablen Anlagen mit Pool und Sauna. Die meisten Ferienhäuser verteilen sich entlang der Küste und in der Nähe von Maribo. Hotels findet man in Maribo und bei Lalandia. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und September, wobei die Sommermonate Juli und August am wärmsten sind. Lolland eignet sich besonders für Familien, die Ruhe suchen, aber trotzdem Programm für die Kinder brauchen.

Häufige Fragen zu Lolland

Wie komme ich am schnellsten von Deutschland nach Lolland? +

Die schnellste Verbindung ist die Fähre von Puttgarden auf Fehmarn nach Rødby. Die Überfahrt dauert 45 Minuten, und die Fähren fahren alle 30 Minuten. Von Hamburg aus ist man in etwa drei Stunden auf Lolland. Eine Reservierung ist in der Hochsaison empfehlenswert, aber auch spontane Fahrten sind meist problemlos möglich.

Lohnt sich Lalandia auch bei schlechtem Wetter? +

Gerade bei schlechtem Wetter spielt Lalandia seine Stärken aus. Der Aquadome ist komplett überdacht und ganzjährig auf 28 Grad beheizt. Dazu kommen Indoor-Spielplätze und Bowling. Viele Familien buchen Lalandia bewusst in der Nebensaison, wenn die Preise niedriger sind und die Anlage weniger voll ist.

Für welches Alter eignet sich der Knuthenborg Safaripark? +

Der Safaripark ist für alle Altersgruppen geeignet. Kleinkinder staunen über die Tiere, die bis an die Autoscheibe kommen. Ältere Kinder begeistern sich für den Dinosaurierwald und den Abenteuerspielplatz. Auch Erwachsene kommen auf ihre Kosten, denn die Parklandschaft mit ihren alten Bäumen lädt zum Spazieren ein. Ein Besuch dauert mindestens drei bis vier Stunden.

Gibt es gute Strände auf Lolland? +

Lolland hat mehrere ruhige Sandstrände mit flachem Wasser, die sich besonders für Familien mit kleinen Kindern eignen. Hyllekrog an der Südwestspitze ist der bekannteste, aber auch die Nordküste bei Bandholm und Kragenæs bietet schöne Badeabschnitte. Die Strände sind selten überfüllt, selbst im Hochsommer findet man ruhige Plätze.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026