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Schwedische Könige
Von den Wikingern bis Carl XVI. Gustaf

Schwedische Könige

15 Min. Lesezeit

Schweden hat eine der ältesten Monarchien Europas. Die Königsliste reicht über tausend Jahre zurück. Von halblegendären Wikingerhäuptlingen über Reformatoren und Kriegsherren bis zum heutigen Carl XVI. Gustaf, der seit 1973 auf dem Thron sitzt. Die schwedischen Könige haben Kriege geführt, Imperien aufgebaut, die Reformation durchgesetzt und am Ende ihre eigene Macht abgegeben.

Wer durch Schweden reist, begegnet den Königen überall. Gustav Vasas Statue steht im Nordiska Museet. Karl XII. reitet in Bronze am Kungsträdgården. Schloss Drottningholm, die Residenz der Königsfamilie, liegt 15 Minuten mit dem Boot von Stockholm entfernt. Die Monarchie ist im Alltag präsent, auch wenn der König heute keine politische Macht mehr hat.

Ich habe über die Jahre die meisten königlichen Schlösser besucht. Die Schatzkammer im Stockholmer Schloss gesehen. In Mora das Denkmal für Gustav Vasa gefunden, der dort 1520 seinen legendären Ski-Lauf begann. In diesem Artikel erzähle ich die Geschichte der schwedischen Könige, von den Anfängen bis heute, mit den Orten, an denen man ihre Spuren findet.

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Über tausend Jahre Monarchie

Schweden zählt seine Könige ab Erik dem Siegreichen (Erik Segersäll), der um 970 regierte. Die Nummerierung ist allerdings verwirrend. Karl XVI. Gustaf heißt so, weil im 16. Jahrhundert ein Historiker namens Johannes Magnus eine Königsliste erfand, die bis in die Antike zurückreichte. Viele der frühen Könige in dieser Liste haben nie existiert. Trotzdem wurde die Nummerierung beibehalten. Der aktuelle König wäre eigentlich etwa der neunte Karl. Aber er heißt offiziell der sechzehnte.

Die schwedische Monarchie hat sich über die Jahrhunderte grundlegend verändert. Im Mittelalter wurden die Könige von den Adelsfamilien gewählt. Manchmal auch per Schwert bestimmt. Ab Gustav Vasa (1523) wurde die Krone erblich. Im 18. Jahrhundert schränkte der Reichstag die königliche Macht drastisch ein. Und seit der Verfassungsreform von 1975 ist der schwedische König ein reines Staatsoberhaupt ohne jede politische Funktion. Er unterschreibt keine Gesetze. Ernennt keinen Premierminister. Hat kein Vetorecht. Repräsentation, Staatsbesuche, Ordensverleihungen: das ist sein Job.

Trotzdem ist die Monarchie populär. Umfragen zeigen regelmäßig, dass über 60 Prozent der Schweden die Monarchie beibehalten wollen. Die Königsfamilie ist nahbar, unkompliziert und für eine Königsfamilie erstaunlich normal. Carl XVI. Gustaf sammelt Autos. Kronprinzessin Victoria wandert gerne. Prinz Daniel betreibt ein Fitnessprogramm für Schulkinder.

Das Königliche Schloss in Stockholm mit Barockfassade und Wachablösung
Das Stockholmer Schloss: 608 Zimmer, Barockfassade von Nicodemus Tessin dem Jüngeren. Die Wachablösung ist täglich um 12:15 Uhr zu sehen. (KI-generiert)

Die Wikingerzeit: Die ersten schwedischen Herrscher

Die schwedischen Wikinger waren anders als ihre norwegischen und dänischen Nachbarn. Während die Norweger nach Westen segelten (Island, Grönland, Nordamerika) und die Dänen England eroberten, zogen die schwedischen Wikinger nach Osten. Entlang der russischen Flüsse erreichten sie Konstantinopel und Bagdad. Sie gründeten Handelsposten, wurden Söldner bei den Byzantinern (die berühmte Warägergarde) und hinterließen Runensteine in ganz Mälardalen.

Die ersten historisch belegten schwedischen Könige, Erik Segersäll (um 970) und sein Sohn Olof Skötkonung (um 995 bis 1022), residierten in Alt-Uppsala, nördlich des heutigen Uppsala. Olof Skötkonung war der erste christliche König Schwedens, getauft um das Jahr 1000 in der Quelle von Husaby in Västergötland. Der Übergang vom Heidentum zum Christentum war in Schweden ein langsamer Prozess. In Alt-Uppsala stand noch bis mindestens 1087 ein heidnischer Tempel, in dem nach den Quellen Menschen geopfert wurden.

Die folgenden Jahrhunderte waren geprägt von Machtkämpfen zwischen rivalisierenden Adelsgeschlechtern. Die Sverker und die Erik-Dynastien wechselten sich auf dem Thron ab, oft gewaltsam. Drei Könige wurden ermordet, zwei starben in der Schlacht. Es war eine unruhige Zeit. Erst mit Birger Jarl (um 1210 bis 1266), dem Gründer von Stockholm, stabilisierte sich die Herrschaft. Sein Sohn Magnus Ladulås führte das Adelsrecht ein und schuf die Grundlagen des mittelalterlichen schwedischen Staates.

Wer die Wikingerzeit erleben will, sollte Gamla Uppsala (Alt-Uppsala) besuchen. Die drei großen Grabhügel aus dem 5. und 6. Jahrhundert sind frei zugänglich. Das Gamla Uppsala Museum zeigt Funde aus den Gräbern. Birka auf der Insel Björkö im Mälarsee war die wichtigste Wikingerhandelsstadt und gehört zum UNESCO-Welterbe.

Gustav Vasa: Gründer des modernen Schweden

Gustav Eriksson Vasa ist der wichtigste König in der schwedischen Geschichte. Punkt. Ohne ihn gäbe es Schweden als unabhängigen Staat vielleicht nicht. Die Geschichte ist legendär. 1520 ließ der dänische König Christian II. über 80 schwedische Adlige in Stockholm hinrichten. Das „Stockholmer Blutbad". Gustavs Vater war unter den Ermordeten. Gustav selbst entkam und floh nach Dalarna, wo er die Bauern zum Aufstand gegen die dänische Herrschaft überredete.

Statue von Gustav Vasa, dem Gründer des modernen schwedischen Staates
Gustav Vasa regierte von 1523 bis 1560. Er führte die Reformation ein, machte die Krone erblich und schuf die Grundlagen des schwedischen Nationalstaats. (KI-generiert)

Der Vasaloppet, das berühmteste Skirennen der Welt, erinnert an seine Flucht. Gustav lief angeblich 90 Kilometer auf Skiern von Mora nach Sälen. Zwei Bauern aus Mora holten ihn ein und überzeugten ihn, den Aufstand anzuführen. 1523 wurde er zum König gewählt.

Gustav I. zentralisierte die Macht, führte die Reformation ein (und konfiszierte dabei das Kirchenvermögen, eine praktische Nebenfolge), baute eine Flotte, modernisierte die Verwaltung und machte Schweden zu einem Nationalstaat. Er war kein angenehmer Mensch. Jähzornig, misstrauisch, geizig. Aber effektiv. Seine Briefe, die erhalten sind, zeigen einen Mann, der alles kontrollieren wollte, von der Außenpolitik bis zur Ernte auf den königlichen Gütern.

Gustavs Erbe ist in Schweden allgegenwärtig. Das Schloss Gripsholm in Mariefred, sein Lieblingsschloss, ist heute ein Museum mit Schwedens Nationalporträtsammlung. Das Vasa-Museum in Stockholm ist nach dem Schiff benannt, das sein Enkel Gustav II. Adolf in Auftrag gab. Und in Mora steht ein Denkmal am Ufer des Siljan-Sees, genau dort, wo die Bauern ihn einholten. Jedes Jahr am ersten Sonntag im März starten tausende Skiläufer den Vasaloppet an genau dieser Stelle.

Karl XII. und die schwedische Großmachtzeit

Zwischen 1611 und 1718 war Schweden eine europäische Großmacht. Gustav II. Adolf (regierte 1611 bis 1632) griff in den Dreißigjährigen Krieg ein und machte die schwedische Armee zur gefürchtetsten in Europa. Er fiel 1632 in der Schlacht bei Lützen. Aber Schweden kontrollierte danach weite Teile des Baltikums, Finnland und Teile Norddeutschlands (Vorpommern, Bremen-Verden).

Karl XII. (1682 bis 1718) ist die schillerndste und tragischste Figur dieser Epoche. Er bestieg den Thron mit 15 Jahren, als Dänemark, Sachsen-Polen und Russland gleichzeitig Schweden angriffen. Karl schlug alle drei Feinde in rascher Folge. Die Schlacht bei Narva 1700 gegen die Russen ist bis heute ein Lehrstück militärischer Taktik: 8.000 Schweden besiegten 40.000 Russen im Schneesturm.

Dann marschierte er nach Russland. Der entscheidende Fehler. 1709 wurde er bei Poltawa vernichtend geschlagen und floh ins Osmanische Reich, wo er fünf Jahre im Exil lebte. Karl XII. kehrte 1714 nach Schweden zurück und fiel 1718 bei der Belagerung der norwegischen Festung Fredriksten. Ob er von einer feindlichen Kugel oder von einem eigenen Soldaten getötet wurde, ist bis heute ungeklärt. Mit seinem Tod endete Schwedens Großmachtzeit. Das Land verlor seine Besitzungen im Baltikum an Russland und musste sich auf die skandinavische Halbinsel zurückziehen.

Karl XII. ist in der Riddarholmskyrkan in Stockholm begraben, zusammen mit den meisten anderen schwedischen Königen. Die Kirche auf Riddarholmen ist frei zugänglich und allein schon wegen der Grabkapellen einen Besuch wert. Man steht vor den Sarkophagen und spürt die Wucht der Geschichte.

Die Bernadotte-Dynastie

Die heutige schwedische Königsfamilie heißt Bernadotte und stammt, das überrascht viele, aus Frankreich. Jean-Baptiste Bernadotte war ein französischer Marschall unter Napoleon. 1810 wählte der schwedische Reichstag ihn zum Thronfolger, weil der kinderlose König Karl XIII. einen Nachfolger brauchte und Schweden einen starken Militärführer suchte.

Die Wahl eines französischen Generals zum schwedischen König klingt absurd. War aber typisch für die Zeit. Bernadotte sprach kein Schwedisch, und er hat es auch nie wirklich gelernt. Aber er war ein fähiger Herrscher, der Schweden in den Napoleonischen Kriegen geschickt navigierte und 1814 die Union mit Norwegen durchsetzte (die bis 1905 bestand). Er nahm den Namen Karl XIV. Johan an und regierte ab 1818. Seine Nachkommen sitzen bis heute auf dem Thron.

Schloss Drottningholm am Mälarsee mit Barockgarten und Wasserfront
Schloss Drottningholm: UNESCO-Welterbe und Wohnsitz der Königsfamilie. Das Schlosstheater aus dem 18. Jahrhundert funktioniert noch mit der Originalmechanik. (KI-generiert)

Oscar II. (regierte 1872 bis 1907) war der letzte König, der echte politische Macht ausübte. Gustav V. (1907 bis 1950) regierte durch zwei Weltkriege, in denen Schweden neutral blieb. Gustav VI. Adolf (1950 bis 1973) war ein gebildeter Archäologe, der Ausgrabungen in Griechenland und Italien leitete. Unter seiner Regierung wurde die neue Verfassung vorbereitet, die dem König die letzte politische Macht entzog.

Die Bernadotte-Geschichte ist voller Wendungen. Ein französischer Soldat, der zum schwedischen König wurde. Eine Dynastie, die sich über 200 Jahre gehalten hat, obwohl sie keinerlei schwedische Wurzeln hatte. Die Familiengräber in der Riddarholmskyrkan erzählen diese Geschichte stiller, als jedes Buch es könnte. Man steht vor dem Sarkophag von Karl XIV. Johan, geboren in Pau in Südfrankreich, und denkt: Was für eine Geschichte.

Carl XVI. Gustaf: Der heutige König

Carl XVI. Gustaf bestieg am 19. September 1973 den Thron, im Alter von 27 Jahren. Sein Vater, Prinz Gustaf Adolf, war 1947 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen, als Carl erst neun Monate alt war. Er wuchs bei seiner Mutter, Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg und Gotha, in Haga auf und wurde von seinem Großvater Gustav VI. Adolf auf die Rolle als König vorbereitet.

1976 heiratete Carl XVI. Gustaf die Deutsche Silvia Sommerlath, die er bei den Olympischen Spielen 1972 in München kennengelernt hatte. Silvia arbeitete damals als Hostess für das Olympische Organisationskomitee. Die Hochzeit am 19. Juni 1976 in der Storkyrkan in Stockholm war ein Medienereignis. Das Paar hat drei Kinder: Victoria (geboren 1977), Carl Philip (1979) und Madeleine (1982).

Der König ist bekannt für sein Engagement im Umweltschutz, seine Liebe zu schnellen Autos und gelegentliche Ausrutscher in der Öffentlichkeit, die ihn bei den Schweden eher beliebter als unbeliebter machen. Er hat keine politische Macht, aber er vertritt Schweden bei Staatsbesuchen, verleiht den Nobelpreis (zusammen mit der Nobel-Stiftung) und eröffnet den Reichstag. Sein Wahlspruch: „För Sverige, i tiden" (Für Schweden, in der Zeit).

Was viele nicht wissen: Carl XVI. Gustaf ist Legastheniker und hat offen darüber gesprochen. In den 1960er Jahren war das noch ein Tabu, besonders für einen zukünftigen König. Dass er heute darüber redet, hat ihm Respekt eingebracht. Es macht ihn menschlich. Er ist kein strahlender Held auf einem weißen Pferd. Er ist ein älterer Herr, der seinen Job seit über 50 Jahren macht, Fehler eingesteht und mit seiner Frau im Garten von Drottningholm spazieren geht.

Königliche Schlösser besichtigen

Schweden hat elf königliche Schlösser, von denen sieben für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Sie werden von der Ståthållarämbetet verwaltet und sind sehr gut gepflegt. Hier die wichtigsten.

Stockholmer Schloss (Kungliga Slottet): Das offizielle Schloss des Königs, obwohl die Familie in Drottningholm wohnt. 608 Zimmer, Barockarchitektur von Nicodemus Tessin dem Jüngeren, erbaut nach einem Brand 1697. Die Schatzkammer (Skattkammaren) mit den Kronjuwelen, das Museum Tre Kronor (Geschichte des Vorgängerschlosses) und die Repräsentationsräume sind zugänglich. Eintritt: 180 SEK. Die Wachablösung findet täglich um 12:15 Uhr statt (sonntags 13:15 Uhr) und ist kostenlos.

Schloss Drottningholm: UNESCO-Welterbe seit 1991. Liegt auf der Insel Lovön im Mälarsee, erreichbar per Boot von Stockholm (45 Minuten) oder Bus. Die Königsfamilie bewohnt den südlichen Flügel, der Rest ist Museum. Der Barockgarten, das Kina Slott (chinesisches Pavillon) und das Schlosstheater von 1766 mit originaler Bühnenmaschinerie sind die Highlights. Eintritt: 150 SEK.

Schloss Gripsholm (Mariefred): Renaissanceschloss am Mälarsee, gegründet von Gustav Vasa 1537. Beherbergt die Schwedische Nationalporträtsammlung mit über 4.000 Gemälden. Erreichbar mit dem historischen Dampfschiff S/S Mariefred ab Stockholm (3,5 Stunden, eine wunderschöne Fahrt). Eintritt: 150 SEK.

Weitere Schlösser: Tullgarn (Sommerresidenz südlich von Stockholm), Rosersberg (bei Arlanda), Strömsholm (in Västmanland) und Ulriksdal (im Nationalstadsparken bei Stockholm) sind ebenfalls zugänglich. Alle kosten zwischen 100 und 150 SEK Eintritt und haben saisonal eingeschränkte Öffnungszeiten.

Kronjuwelen und Schatzkammer

Schwedische Kronjuwelen und königliche Insignien in beleuchteter Vitrine
Die Schatzkammer im Stockholmer Schloss: Kronen, Schwerter und Reichsäpfel. Die ältesten Stücke stammen aus dem 16. Jahrhundert. (KI-generiert)

Die schwedischen Kronjuwelen (Riksregalierna) werden in der Schatzkammer (Skattkammaren) im Kellergewölbe des Stockholmer Schlosses aufbewahrt. Die Sammlung umfasst Kronen, Szepter, Reichsäpfel, Schwerter und Salbungsgefäße. Das älteste Stück ist das Schwert von Gustav Vasa aus dem 16. Jahrhundert.

Die Krone von Erik XIV. (1561) ist das prächtigste Stück. Gold, Edelsteine, filigrane Arbeit. Sie wurde bei der Krönung von Erik XIV. benutzt und danach bei jeder Krönung bis 1907, als Gustav V. auf die Krönung verzichtete. Carl XVI. Gustaf wurde 1973 nicht gekrönt, die Tradition war bereits abgeschafft. Die Kronjuwelen werden heute nur noch bei Taufen und Hochzeiten der Königsfamilie ausgestellt.

2018 machte ein dreister Diebstahl Schlagzeilen: Zwei Kronen und ein Reichsapfel aus dem 17. Jahrhundert wurden aus dem Dom zu Strängnäs gestohlen. Sie gehörten zu den Grabinsignien von König Karl IX. und Königin Christina. Die Diebe entkamen mit einem Motorboot über den Mälarsee. Die Stücke wurden 18 Monate später in einer Mülltonne gefunden, beschädigt, aber restaurierbar. Die Täter wurden gefasst. Die Geschichte zeigt, dass schwedische Kronjuwelen auch im 21. Jahrhundert noch abenteuerliche Geschichten schreiben.

Die Schatzkammer ist Teil des Schlosstickets (180 SEK). Ich empfehle, mindestens 30 Minuten für die Schatzkammer einzuplanen. Die Beleuchtung ist gedämpft, die Stücke sind in Vitrinen ausgestellt, und die Erklärungstexte (auf Schwedisch und Englisch) sind informativ. Fotografieren ist erlaubt, aber ohne Blitz.

Die Thronfolge: Kronprinzessin Victoria

Als Victoria 1977 geboren wurde, stand nicht sie, sondern ihr jüngerer Bruder Carl Philip an erster Stelle der Thronfolge. Schweden hatte, wie die meisten Monarchien, die männliche Erstgeburt als Regel. 1980 änderte der Reichstag das Thronfolgegesetz. Schweden führte als erstes europäisches Land die geschlechtsneutrale Primogenitur ein. Seitdem erbt das älteste Kind die Krone, unabhängig vom Geschlecht. Victoria wurde Kronprinzessin, Carl Philip fiel auf Platz zwei zurück.

Offizielles Porträt des schwedischen Königs Carl XVI. Gustaf
Carl XVI. Gustaf regiert seit 1973 und ist damit einer der am längsten amtierenden Monarchen der Welt. Seine Tochter Victoria wird ihm auf den Thron folgen. (KI-generiert)

Victoria heiratete 2010 Daniel Westling, ihren ehemaligen Fitnesstrainer. Die Hochzeit in der Storkyrkan war das größte gesellschaftliche Ereignis seit der Hochzeit ihrer Eltern. Daniel, aus einer Arbeiterfamilie in Ockelbo in Gävleborg, wurde Prinz Daniel, Herzog von Västergötland. Das Paar hat zwei Kinder: Estelle (geboren 2012) und Oscar (2016). Prinzessin Estelle ist nach Victoria die nächste in der Thronfolge.

Victoria ist in Schweden populärer als ihr Vater. Sie engagiert sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit, wandert regelmäßig durch schwedische Landschaften (ihre „Landskapsvandring" durch alle 25 schwedischen Provinzen ist ein Medienereignis) und gilt als bodenständig. Wenn sie den Thron besteigt, wird sie die erste Königin Schwedens seit Ulrika Eleonora (1718 bis 1720). Die Schweden freuen sich darauf.

Häufig gestellte Fragen

Hat der schwedische König politische Macht?

Nein. Seit der Verfassungsreform von 1975 hat der schwedische König keine politische Funktion. Er unterschreibt keine Gesetze, ernennt keinen Premierminister und hat kein Vetorecht. Seine Rolle ist rein repräsentativ: Staatsbesuche, die Eröffnung des Reichstags und die Verleihung des Nobelpreises.

Kann man das Stockholmer Schloss besichtigen?

Ja. Das Schloss hat mehrere Museen: die Repräsentationsräume, die Schatzkammer mit den Kronjuwelen, das Museum Tre Kronor und die Rüstkammer. Der Eintritt kostet 180 SEK für Erwachsene. Die Wachablösung ist täglich um 12:15 Uhr kostenlos zu sehen.

Warum heißt die schwedische Königsfamilie Bernadotte?

Jean-Baptiste Bernadotte, ein französischer Marschall unter Napoleon, wurde 1810 vom schwedischen Reichstag zum Thronfolger gewählt. Er wurde 1818 als Karl XIV. Johan König und begründete die Bernadotte-Dynastie. Er wurde gewählt, weil Schweden einen militärisch erfahrenen Thronfolger suchte. Seine Nachkommen regieren bis heute.

Wer wird nach Carl XVI. Gustaf König oder Königin?

Kronprinzessin Victoria, geboren 1977, ist die nächste in der Thronfolge. Nach ihr folgt ihre Tochter Prinzessin Estelle (geboren 2012). Schweden hat seit 1980 die geschlechtsneutrale Thronfolge: Das älteste Kind erbt die Krone, unabhängig vom Geschlecht.

Was war das Stockholmer Blutbad?

Am 8. und 9. November 1520 ließ der dänische König Christian II. über 80 schwedische Adlige, Bürger und Geistliche in Stockholm hinrichten. Das Massaker löste den Aufstand von Gustav Vasa aus, der 1523 die dänische Herrschaft beendete. Der Stortorget in Gamla Stan, wo die Hinrichtungen stattfanden, ist heute einer der bekanntesten Plätze Stockholms.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026