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Schweden im Herbst
Goldene Wälder, Pilze sammeln und die ersten Nordlichter

Schweden im Herbst

12 Min. Lesezeit

Wenn ich Freunden erzähle, dass der Herbst meine liebste Jahreszeit für Schweden ist, ernte ich meistens fragende Blicke. Die meisten denken an Midsommar, an weiße Nächte und Badestege. Oder an verschneite Winterlandschaften. Dabei passiert zwischen September und November etwas, das man in keinem Reisekatalog findet: Das ganze Land leuchtet in Gelb, Orange und Rot, und man hat es praktisch für sich allein.

Ich war mittlerweile fünf Mal im schwedischen Herbst unterwegs, in verschiedenen Regionen und mit unterschiedlichen Plänen. Mal bin ich durch die Birkenwälder Lapplands gewandert, mal habe ich in Småland körbeweise Pfifferlinge gesammelt. Was mich jedes Mal wieder überrascht hat: wie wenig andere Touristen unterwegs sind. An Stellen, wo im Juli zwanzig Wohnmobile stehen, parkt im Oktober höchstens eines.

Dazu kommen die Preise. Ein Ferienhaus, das im Sommer 1.200 Euro pro Woche kostet, gibt es im Oktober oft für 500. Die Fähren sind halb leer, Mietwagen günstiger, und selbst in Stockholm bekommt man Restaurantplätze ohne Reservierung. Warum so wenige den schwedischen Herbst kennen, verstehe ich bis heute nicht. Hier steht alles, was man dafür wissen muss.

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Warum gerade der Herbst?

Der schwedische Herbst beginnt im Norden schon Ende August. Die ersten Zwergbirken auf den Fjällhochebenen färben sich gelb und rot, während in Stockholm noch Badewetter herrscht. Von dort wandert die Farbfront mit etwa 50 Kilometern pro Tag nach Süden. Mitte Oktober erreicht sie Skåne an der Südspitze. Das bedeutet: Egal wann man zwischen September und November anreist, irgendwo in Schweden ist gerade Hochsaison für Herbstfarben.

Die Farben allein wären schon Grund genug. Aber der Herbst bringt noch mehr mit. Die Luft ist klar und trocken, oft mit einer Fernsicht, die man im dunstigen Juli nicht hat. Die Seen dampfen morgens leicht, und das Licht hat ab Oktober eine goldene Qualität, weil die Sonne tief steht. Fotografen profitieren davon: Die sogenannte goldene Stunde dauert im Oktober fast doppelt so lang wie im Juni.

Praktisch betrachtet hat die Nebensaison weitere Vorteile. Die Mücken sind ab Mitte September kein Thema mehr. In Schwedisch-Lappland kann das im Sommer wirklich nervig sein, im Herbst ist man erlöst. Die Tage sind noch lang genug für ausgedehnte Wanderungen. Im September hat Stockholm 13 Stunden Tageslicht, selbst Anfang Oktober sind es 11 Stunden.

Und dann ist da die Ruhe. Schweden ist im Sommer ein beliebtes Reiseziel, besonders für Familien mit Kindern. Sobald die Schulferien enden, leert sich das Land spürbar. Campingplätze, Nationalparks und Sehenswürdigkeiten wirken auf einmal wie ausgetauscht. Man steht morgens am See und hört nichts außer Vogelrufen und dem Wind in den Birken.

Die besten Regionen für Herbstfarben

In Schweden nennt man die Laubfärbung "höstfärger", und sie ist regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. Im Norden dominieren Zwergbirken und Weiden, die sich in intensive Gelb- und Rottöne verfärben. Im Süden sind es Eichen, Buchen und Ahornbäume, die für ein klassisches europäisches Herbstbild sorgen. Dazwischen liegt ein Band aus Mischwald, in dem Nadelbäume den Kontrast zu den Laubbäumen liefern.

Norrbotten und Lappland starten die Herbstsaison. Ab Ende August verfärben sich die Zwergbirken auf den Hochebenen rund um Abisko und Kebnekaise. Die Tundra verwandelt sich in einen Flickenteppich aus Gelb, Orange und Dunkelrot. Wer jemals die Fjälllandschaft bei Riksgränsen im September gesehen hat, vergisst das nicht. Grüne Flechten, rote Birken, grauer Fels -- die Kontraste sind stark. Mitte September sind die Farben auf ihrem Höhepunkt, und die ersten Nachtfröste machen die Luft glasklar.

Herbstlich gefärbte Zwergbirken und Weidenbüsche in der Fjälllandschaft Lapplands mit Blick auf verschneite Berggipfel
Herbstfarben in der Fjälllandschaft Lapplands, Anfang September (KI-generiert)

Dalarna ist die klassische Herbstregion in Mittelschweden. Rund um den Siljan-See stehen Birken und Eichen zwischen den Kiefernwäldern. Ab Mitte September beginnt die Verfärbung, der Höhepunkt liegt in der ersten Oktoberwoche. Die Straße zwischen Mora und Rättvik bietet einen der schönsten Roadtrips des Landes. Ich empfehle, früh morgens loszufahren, wenn Nebelschwaden über dem See liegen und die ersten Sonnenstrahlen die bunten Baumkronen erreichen.

Småland bekommt seine Herbstfarben erst im Oktober, dafür halten sie bis Anfang November an. Die Region ist dicht bewaldet, mit Tausenden kleinen Seen, die das Laub spiegeln. Wer mit dem Kanu unterwegs ist, erlebt den Herbst hier von seiner besten Seite. Die Stille auf den Seen, nur das Platschen der Paddel und ab und zu der Ruf eines Seetauchers -- solche Momente brennen sich ein.

Skåne im äußersten Süden bietet eine andere Art Herbst. Buchenwälder mit goldgelbem Laub, Apfelplantagen mit schwer beladenen Bäumen und die letzte Wärme des Jahres. Im Stenshuvud-Nationalpark an der Ostküste trifft Laubwald auf Meer. Und in Söderåsen zeigen die alten Buchenwälder im Oktober Farben, die an Neuengland erinnern.

Pilze und Beeren sammeln

Das Jedermannsrecht (Allemansrätten) öffnet die schwedischen Wälder für jeden Sammler. Jeder darf in den Wäldern frei Pilze und Beeren pflücken, ohne Genehmigung und ohne Gebühr. Und im Herbst gibt es davon reichlich. Alles zum Pilze und Beeren sammeln in Schweden.

Geflochtener Korb voller frischer Pfifferlinge auf einem moosbedeckten Waldboden zwischen Heidelbeersträuchern
Pfifferlinge im Sammelkorb auf typischem schwedischem Waldboden (KI-generiert)

Bei den Pilzen steht der Pfifferling (kantarell) an erster Stelle. Die Schweden sind verrückt nach Kantareller. Ab Juli bis in den Oktober hinein wachsen sie in fast allen Wäldern mit Birken- und Fichtenbestand. Auf schwedischen Märkten kosten frische Pfifferlinge 250 bis 400 SEK pro Kilo. Selbst sammeln lohnt sich also nicht nur kulinarisch. Daneben findet man Steinpilze (Karl-Johan-svamp), die ihren schwedischen Namen von König Karl XIV. Johann haben, der ein begeisterter Pilzsammler war. Trompetenpfifferlinge (trattkantareller) wachsen oft in großen Gruppen und lassen sich sehr gut trocknen.

Bei den Beeren sind Preiselbeeren (lingon) die große Herbstfrucht. Sie reifen ab August und halten sich am Strauch bis zum ersten harten Frost. In guten Jahren bedecken rote Preiselbeer-Teppiche ganze Waldabschnitte. Man braucht nur einen Eimer und Geduld. Aus einem Nachmittag Sammeln wird genug Marmelade für ein halbes Jahr. Blaubeeren (blåbär) sind im Herbst ebenfalls noch zu finden, besonders in höheren Lagen. Und wer in den Mooren Nordschwedens sucht, findet die seltenen Moltebeeren (hjortron), die auf Märkten wie Gold gehandelt werden.

Mein Tipp: Wer zum ersten Mal Pilze in Schweden sammeln will, sollte sich die App "Svampguiden" des schwedischen Naturkundemuseums herunterladen. Sie ist auf Schwedisch, aber die Bilder sprechen für sich. Und die goldene Regel gilt hier wie überall: Nur mitnehmen, was man sicher erkennt. Im Zweifelsfall stehen lassen.

Die besten Sammelgebiete liegen abseits der markierten Wege. Birken-Fichten-Mischwälder mit moosigem Boden sind ideal. Feuchte Stellen am Rand von Mooren bringen oft die größten Funde. Und man sollte früh losgehen. Viele Schweden sammeln vor der Arbeit, und beliebte Waldstücke in Stadtnähe sind gegen Mittag schon durchkämmt.

Nordlichter ab September

Ein Grund, der viele überrascht: Die Nordlichtsaison beginnt deutlich früher, als die meisten annehmen. Sobald die Nächte dunkel genug werden, und das ist in Nordschweden ab Mitte September der Fall, kann die Aurora borealis am Himmel tanzen. Man braucht keinen eisigen Winter dafür. Mehr über Nordlichter in Schweden.

September und Oktober bieten sogar Vorteile gegenüber dem Winter. Die Temperaturen liegen nachts noch bei 0 bis 5 Grad plus, nicht bei minus 20. Man kann bequem draußen stehen, ohne nach fünf Minuten die Finger nicht mehr zu spüren. Die Tagundnachtgleiche im September bringt erfahrungsgemäß erhöhte geomagnetische Aktivität, was die Chancen auf starke Nordlichtdisplays steigert.

Die besten Orte sind dieselben wie im Winter: Abisko mit seinem berühmten "Blauen Loch", Kiruna, Jokkmokk und Gällivare. Die Aurora Sky Station in Abisko öffnet bereits Anfang September. Aber auch weiter südlich, etwa in Jämtland, hat man bei starker Sonnenaktivität (Kp-Index 5 oder höher) durchaus Chancen. Ich habe einmal in der Nähe von Östersund Nordlichter gesehen, das ist auf dem 63. Breitengrad.

Für die Planung nutze ich die App "My Aurora Forecast" und die Website des schwedischen Instituts für Weltraumphysik (IRF). Der Kp-Index gibt die Stärke der geomagnetischen Aktivität an. Ab Kp 3 lohnt sich ein Blick nach Norden. Ab Kp 5 wird es richtig interessant. Und wichtig: Es muss dunkel und wolkenfrei sein. Die schönste Sonnenaktivität nützt nichts, wenn der Himmel bedeckt ist.

Kräftskiva und Herbsttraditionen

Festlich gedeckter Tisch im Freien mit roten Flusskrebsen, Dillkronen, Brot und bunten Papierlaternen bei einer schwedischen Kräftskiva
Kräftskiva: Flusskrebse, Dill und Papierlaternen gehören zum schwedischen Krebsfest (KI-generiert)

Schwedens bekannteste Herbsttradition ist die Kräftskiva, das Krebsfest. Offiziell startet die Krebssaison am ersten Mittwoch im August, aber gefeiert wird bis weit in den September hinein. Das Prinzip ist einfach: Man kocht Flusskrebse in einem Sud aus Wasser, Salz und reichlich Dill. Dazu gibt es Brot, Västerbotten-Käse, Aquavit und Trinklieder (Snapsvisor). Papierhüte und bunte Lampions gehören zur Dekoration.

Meine erste Kräftskiva hat mich verblüfft: Die Schweden legen dabei jede Zurückhaltung ab. Das Klischee vom stillen Nordeuropäer gilt hier definitiv nicht. Es wird gesungen, gelacht und ordentlich getrunken. Auf vielen Campingplätzen und in Restaurants kann man als Tourist an einer Kräftskiva teilnehmen. Einige Ferienhausanbieter organisieren sogar eigene Feste für ihre Gäste.

Neben der Kräftskiva gibt es im Herbst den Äppeldag (Apfeltag). In den Obstregionen Südschwedens, besonders in Kivik in Skåne, werden im Oktober Apfelmärkte veranstaltet. Der Kiviks Musteri-Markt zieht jedes Jahr rund 20.000 Besucher an. Es gibt Hunderte Apfelsorten zu probieren, frisch gepressten Saft und Apfelkuchen in allen Varianten.

Ab dem zweiten Montag im Oktober beginnt die Elchjagd (älgjakten). Für die ländliche Bevölkerung ist das ein gesellschaftliches Großereignis. Als Tourist jagt man nicht, aber man bemerkt die Saison: In Dorfläden hängen Jagdkalender aus, auf Landstraßen stehen mehr Warnschilder, und in den Restaurants taucht Elchfleisch auf der Speisekarte auf. Wer Elche beobachten will, hat im Oktober gute Chancen, denn die Brunftzeit macht die Tiere aktiver und weniger scheu als sonst.

Ende Oktober feiert Schweden Alla helgons dag (Allerheiligen). Auf den Friedhöfen werden Tausende Kerzen entzündet. Besonders in den kleineren Orten ist das ein stimmungsvoller Anblick. Mehr über schwedische Traditionen.

Wandern und Outdoor-Aktivitäten

Erfahrene Wanderer schwören auf den September im schwedischen Fjäll. Der Grund liegt auf der Hand: keine Mücken. Wer jemals im Juli in Lappland gewandert ist und dabei eine Wolke aus Stechmücken und Kriebelmücken um den Kopf hatte, weiß diesen Vorteil zu schätzen. Ab Mitte September ist das vorbei, und man kann in Frieden rasten.

Wanderer auf einem schmalen Pfad durch einen herbstlich gefärbten Birkenwald in Mittelschweden
Herbstwanderung durch einen Birkenwald in Mittelschweden (KI-generiert)

Der Kungsleden ist auch im Herbst begehbar, allerdings schließen die STF-Hütten je nach Abschnitt ab Mitte September. Wer ein Zelt mitbringt, ist flexibler. Der Abschnitt von Abisko nach Nikkaluokta ist am längsten bewirtschaftet und bietet im September die Kombination aus Herbstfarben, klarer Luft und leeren Wegen, die man sich für eine Fjällwanderung wünscht.

Auch in Mittelschweden gibt es sehr gute Herbstwanderungen. Der Sörmlandsleden südlich von Stockholm ist mit 1.000 Kilometern einer der längsten Wanderwege des Landes, aufgeteilt in Etappen von 10 bis 20 Kilometern. Perfekt für Tageswanderungen. Die Wälder rund um den Mälarsee leuchten im Oktober in warmen Farben, und man kann abends wieder im Hotel oder Ferienhaus sein.

Wer lieber paddelt: Kanufahren ist im Herbst möglich und hat den Vorteil, dass die Seen ruhiger sind als im Sommer. In Dalsland und Värmland gibt es ausgebaute Kanurouten mit Rastplätzen und Windschutzhütten. Die Wassertemperatur ist allerdings nur noch für Hartgesottene zum Schwimmen geeignet, ein Trockensack für die Ausrüstung ist Pflicht.

Fahrradtouren funktionieren im September ebenfalls gut. Die Temperaturen sind angenehm, Gegenwind eher moderat, und die Radwege durch Skåne oder entlang der Ostküste führen durch bunte Landschaften. Wer den Kattegattleden an der Westküste fährt, hat im Oktober die Strecke praktisch für sich allein.

Packliste und praktische Tipps

Blick über das herbstliche Stockholm mit buntem Laub an den Uferbäumen und Altstadt-Silhouette im Hintergrund
Stockholm im Herbst: Auch die Hauptstadt zeigt sich in warmen Farben (KI-generiert)

Kleidung: Das Zwiebelprinzip ist im schwedischen Herbst alternativlos. Die Temperaturen schwanken zwischen den Regionen und Tageszeiten stark. Im September kann es in Skåne noch 18 Grad haben, während es in Lappland nachts schon friert. Ich packe immer eine wasser- und winddichte Jacke ein, dazu Fleece oder Merino-Pullover als Mittelschicht. Für Oktober im Norden gehören Mütze und Handschuhe ins Gepäck. Feste, wasserabweisende Wanderschuhe sind Pflicht, denn der Boden ist feucht.

Wetter nach Region: Südschweden (Skåne, Småland) hat im September 12 bis 17 Grad, im Oktober 8 bis 13 Grad. Mittelschweden (Stockholm, Dalarna) liegt bei 10 bis 15 Grad im September und 5 bis 10 Grad im Oktober. Nordschweden (Lappland) startet den September mit 5 bis 12 Grad und fällt im Oktober auf 0 bis 6 Grad. Nachtfrost ist ab Ende September im Norden üblich, im Süden ab Mitte Oktober.

Anreise: Direktflüge von Deutschland nach Stockholm, Göteborg und Malmö gibt es ganzjährig. Für Nordschweden fliegt man über Stockholm weiter nach Kiruna oder Luleå. Die Fähren von Kiel nach Göteborg (Stena Line, 14 Stunden) und von Travemünde nach Trelleborg (TT-Line, 8 Stunden) fahren auch in der Nebensaison täglich und sind im Herbst deutlich günstiger als im Sommer.

Unterkunft: Ferienhäuser sind die beste Option, weil man abends kochen und die gesammelten Pilze zubereiten kann. Die Preise fallen ab September um 30 bis 50 Prozent gegenüber dem Sommer. Über Novasol, Stugknuten oder Airbnb findet man Stugas ab 40 Euro pro Nacht. Viele Campingplätze schließen Ende September, aber Wildcampen ist dank Allemansrätt erlaubt.

Was man nicht vergessen sollte: Eine gute Stirnlampe (es wird früher dunkel als gewohnt), ein Pilzmesser mit Bürste, Stoffbeutel oder Körbe zum Sammeln, eine Kamera mit lichtstarkem Objektiv für Nordlichter und die goldene Stunde, und Gummistiefel oder wasserdichte Wanderschuhe für feuchte Waldwege. Wer im Ferienhaus kocht, profitiert von einem einfachen Pilzführer auf Deutsch oder Englisch.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist die beste Zeit für Herbstfarben in Schweden?
Die Laubfärbung beginnt in Nordschweden Ende August und wandert nach Süden. In Lappland ist der Höhepunkt Anfang bis Mitte September. In Mittelschweden (Dalarna, Jämtland) liegt er in der ersten Oktoberwoche. Südschweden (Småland, Skåne) erreicht seine Farben Mitte bis Ende Oktober. Die Färbung hält an jeder Stelle etwa zwei bis drei Wochen an.
Ist es im Herbst noch warm genug für Outdoor-Aktivitäten?
In Süd- und Mittelschweden hat man im September oft noch 12 bis 17 Grad, das reicht für ganztägige Wanderungen und Radtouren. Im Oktober wird es kühler, aber mit der richtigen Kleidung sind Outdoor-Aktivitäten bis Ende Oktober gut möglich. In Nordschweden sollte man ab Oktober mit Frost rechnen und entsprechend ausgerüstet sein.
Welche Pilze findet man im schwedischen Herbst?
Die häufigsten essbaren Pilze sind Pfifferlinge (kantareller), Steinpilze (Karl-Johan), Trompetenpfifferlinge (trattkantareller), Semmelstoppelpilze und Birkenpilze. Die Saison läuft von August bis Oktober. Man sollte nur Pilze sammeln, die man sicher bestimmen kann. Die App "Svampguiden" des schwedischen Naturkundemuseums hilft bei der Identifizierung.
Kann man im September schon Nordlichter in Schweden sehen?
Ja, ab Mitte September sind die Nächte in Nordschweden dunkel genug für Nordlichtbeobachtungen. Abisko, Kiruna und Gällivare sind die besten Standorte. Die Aurora Sky Station in Abisko öffnet Anfang September. Die Temperaturen sind dabei deutlich angenehmer als im Winter, typischerweise zwischen 0 und 5 Grad plus.
Was kostet ein Herbsturlaub in Schweden?
Im Herbst sind Ferienhäuser 30 bis 50 Prozent günstiger als im Sommer. Eine Stuga für vier Personen kostet ab 40 bis 60 Euro pro Nacht. Fähren und Mietwagen sind ebenfalls in der Nebensaison preiswerter. Wer im Ferienhaus kocht und selbst Pilze und Beeren sammelt, kann mit einem Tagesbudget von 50 bis 80 Euro pro Person gut auskommen.
Haben Campingplätze im Herbst noch geöffnet?
Die meisten schwedischen Campingplätze schließen Ende September oder Anfang Oktober. Einige größere Plätze bleiben bis Ende Oktober geöffnet, besonders in touristisch stärkeren Regionen. Wildcampen ist das ganze Jahr dank Allemansrätt erlaubt. Man braucht dafür einen Schlafsack mit Komforttemperatur um 0 Grad und eine gut isolierende Isomatte.
Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026