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Museen Kopenhagen
Die besten Museen und Galerien der dänischen Hauptstadt

Museen Kopenhagen

15 Min. Lesezeit

Kopenhagen ist eine Stadt, die ihre Geschichte nicht in Archiven verstauben lässt, sondern in lebendigen Museen erzählt. Von der Wikingerzeit bis zum zeitgenössischen dänischen Design, von ägyptischen Mumien bis zu Hammershøis stiller Malerei. Die Museumslandschaft der dänischen Hauptstadt ist so vielschichtig wie die Stadt selbst. Auf engem Raum finden sich Weltklasse-Sammlungen, die in ihrer Qualität mit London, Paris oder Amsterdam mithalten können, dabei aber deutlich weniger überlaufen sind.

Was Kopenhagens Museen besonders auszeichnet, ist ihr Verhältnis zum Raum. Viele der Häuser sind architektonische Meisterwerke, bei denen das Gebäude selbst zum Ausstellungsstück wird. Die Ny Carlsberg Glyptotek etwa vereint einen Wintergarten aus dem 19. Jahrhundert mit einem modernen Erweiterungsbau von Henning Larsen. Das Designmuseum residiert in einem Rokoko-Krankenhaus aus dem 18. Jahrhundert. In Kopenhagen besucht man nicht einfach ein Museum, man betritt einen Ort, an dem Architektur und Kunst verschmelzen.

Kopenhagen als Museumsstadt

Die Museumskultur in Dänemark hat eine lange Tradition. Bereits im 18. Jahrhundert öffneten die ersten königlichen Sammlungen ihre Türen für die Öffentlichkeit. Dieser demokratische Gedanke prägt die Kopenhagener Museen bis heute. Viele Häuser bieten an bestimmten Tagen freien Eintritt, und die permanenten Sammlungen einiger der wichtigsten Museen sind grundsätzlich kostenlos zugänglich. Das Nationalmuseum beispielsweise verlangt keinen Eintritt für seine Dauerausstellung, was weltweit die Ausnahme ist.

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Kopenhagen hat über 70 Museen und Galerien, von großen Institutionen bis zu winzigen Spezialsammlungen. Das Medizinische Museum, versteckt in den alten Chirurgie-Gebäuden des Rigshospitalet, zeigt medizinische Instrumente aus fünf Jahrhunderten. Das Arbejdermuseet (Arbeitermuseum) erzählt die Geschichte der dänischen Arbeiterbewegung. Und im Thorvaldsens Museum, dem ältesten Kunstmuseum Kopenhagens, stehen die Skulpturen des berühmten dänischen Bildhauers in Räumen, die selbst wie Kunstwerke gestaltet sind.

Wer sich für Museen interessiert, sollte mindestens drei volle Tage einplanen. Ein einziger Besuch in der Glyptotek oder im SMK kann leicht einen halben Tag füllen, und wer sich wirklich auf die Ausstellungen einlässt, braucht noch länger. Die gute Nachricht: Die meisten großen Museen liegen im Zentrum, viele davon fußläufig voneinander. Ein Museumstag lässt sich also gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad organisieren.

Nationalmuseet: Dänische Geschichte erleben

Das dänische Nationalmuseum liegt in einem Rokokopalais direkt am Frederiksholms Kanal, nur wenige Gehminuten vom Tivoli entfernt. Es ist das größte kulturhistorische Museum Dänemarks und erzählt die Geschichte des Landes von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Die Sammlung umfasst über zehn Millionen Objekte, von denen natürlich nur ein Bruchteil gleichzeitig ausgestellt werden kann.

Dänisches Nationalmuseum in Kopenhagen von außen
Das Nationalmuseum im Prinzenpalais: Dänische Geschichte von der Steinzeit bis heute (KI-generiert)

Besonders stark ist die Wikingerabteilung, die mit Originalobjekten aus Gräbern und Siedlungen die Lebensweise der Nordmänner greifbar macht. Runensteine, Schmuck, Waffen und Alltagsgegenstände zeichnen ein Bild, das weit über das Klischee des plündernden Kriegers hinausgeht. Hier wird deutlich, dass die Wikinger vor allem Händler, Handwerker und Bauern waren, die ein komplexes Gesellschaftssystem aufgebaut hatten.

Die ethnographische Sammlung des Museums gehört zu den besten in Europa. Objekte aus Grönland, Asien und dem Nahen Osten zeigen, wie weit die dänischen Handels- und Kolonialnetzwerke einst reichten. Eine eigene Kinderabteilung mit interaktiven Stationen macht das Nationalmuseum auch für Familien interessant. Der Eintritt in die Dauerausstellung ist frei, für Sonderausstellungen werden Gebühren von etwa 95 DKK (rund 13 EUR) erhoben. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Ny Carlsberg Glyptotek: Kunst und Antike

Die Ny Carlsberg Glyptotek, von den Kopenhagenern schlicht Glyptotek genannt, ist vielleicht das schönste Museum der Stadt. Gegründet 1882 vom Bierbrauer Carl Jacobsen, dem Sohn des Carlsberg-Gründers, vereint das Haus eine herausragende Sammlung antiker Skulpturen mit Werken des französischen Impressionismus und der dänischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude selbst ist eine Mischung aus viktorianischer Opulenz und moderner Architektur.

Wintergarten in der Ny Carlsberg Glyptotek Kopenhagen
Der berühmte Wintergarten der Glyptotek: Palmen, Skulpturen und eine Kuppel aus Glas und Stahl (KI-generiert)

Das Herzstück des Museums ist der Wintergarten. Unter einer gewaltigen Glaskuppel wachsen Palmen und tropische Pflanzen zwischen antiken Skulpturen. In der Mitte plätschert ein Brunnen. An einem regnerischen Kopenhagener Nachmittag gibt es kaum einen schöneren Ort. Viele Besucher kommen allein wegen dieses Raumes und entdecken dann erst die Kunstsammlung, die sich über zwei Stockwerke erstreckt.

Die antike Abteilung umfasst ägyptische Mumien, griechische Vasen, römische Porträtbüsten und etruskische Bronzen. Die französische Sammlung zeigt Werke von Monet, Renoir, Cézanne, Degas und Gauguin in einer Dichte, die außerhalb von Paris selten ist. Besonders die Degas-Sammlung mit über 30 Skulpturen und zahlreichen Gemälden gilt als eine der bedeutendsten weltweit. In den dänischen Sälen hängen Bilder von Vilhelm Hammershøi, dessen stille Interieurs zu den eindringlichsten Werken der skandinavischen Kunst gehören.

Der Eintritt kostet 125 DKK (etwa 17 EUR), dienstags ist der Eintritt frei. Das Museum liegt direkt gegenüber dem Tivoli und ist vom Hauptbahnhof in drei Minuten zu Fuß erreichbar. Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr. Der Museumsshop bietet sehr gute Kunstbücher und Reproduktionen.

SMK: Statens Museum for Kunst

Das SMK, Dänemarks Nationalgalerie, ist das größte Kunstmuseum des Landes. Es liegt im Østre Anlæg Park, einem der grünsten Flecken im Zentrum Kopenhagens. Die Sammlung reicht vom 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart und umfasst über 260.000 Werke. Von Lucas Cranach dem Älteren über Rubens und Rembrandt bis zu Matisse und zeitgenössischen dänischen Künstlern bietet das SMK einen Querschnitt durch 700 Jahre europäische Kunstgeschichte.

SMK Statens Museum for Kunst in Kopenhagen
Das SMK im Østre Anlæg: Dänemarks größtes Kunstmuseum mit Werken aus sieben Jahrhunderten (KI-generiert)

Der historische Gebäudeteil aus dem 19. Jahrhundert wurde in den 1990er Jahren durch einen markanten weißen Anbau ergänzt, der sich wie eine Skulptur in den Park einfügt. Im Inneren sorgen große Fensterflächen und offene Räume dafür, dass das natürliche Licht die Kunstwerke optimal zur Geltung bringt. Die Atmosphäre im SMK ist ruhig und konzentriert, weit entfernt vom Trubel, der in vergleichbaren Museen anderer Hauptstädte herrscht.

Besonders empfehlenswert sind die Säle mit dänischer und skandinavischer Kunst. Hier hängen Werke der Skagen-Maler, die im ausgehenden 19. Jahrhundert das Licht der Nordseeküste auf die Leinwand brachten. Anna und Michael Ancher, P.S. Krøyer, Vilhelm Hammershøi. Diese Künstler haben das Selbstbild Skandinaviens geprägt, und im SMK kann man ihre Werke im Original studieren.

Die Dauerausstellung des SMK ist kostenlos. Für Sonderausstellungen werden Eintrittspreise von etwa 130 DKK (rund 17 EUR) erhoben. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr. Das Museumscafé im Erdgeschoss bietet guten Kaffee und leichte Gerichte mit Blick auf den Park.

Designmuseum Danmark

Das Designmuseum Danmark ist ein Pflichtbesuch für alle, die verstehen wollen, warum dänisches Design weltweit so geschätzt wird. Das Museum ist in einem ehemaligen Krankenhaus aus dem 18. Jahrhundert untergebracht, einem eleganten Rokoko-Bau in der Bredgade, wenige Schritte vom Schloss Amalienborg entfernt. Nach einer umfassenden Renovierung 2022 präsentiert sich das Haus in neuem Glanz.

Designmuseum Danmark in Kopenhagen mit Stuhlausstellung
Das Designmuseum Danmark in der Bredgade: Dänische Designgeschichte in einem Rokoko-Gebäude (KI-generiert)

Die Dauerausstellung erzählt die Geschichte des dänischen Designs vom Handwerk des 18. Jahrhunderts über die goldene Ära der 1950er und 60er Jahre bis zu den digitalen Lösungen der Gegenwart. Hier stehen Arne Jacobsens Egg Chair und Swan Chair neben Finn Juhls organischen Holzmöbeln und Poul Henningsens Lampen. Diese Stücke sind keine bloßen Ausstellungsobjekte. Sie sind Gebrauchsgegenstände, die so gut gestaltet sind, dass sie nach Jahrzehnten noch immer produziert werden.

Was das Museum von einer reinen Design-Schau unterscheidet, ist die Kontextualisierung. Die Ausstellungen erklären die Formen, und auch die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen sie entstanden. Das sozialdemokratische Dänemark der Nachkriegszeit wollte schöne, funktionale Dinge für alle schaffen, nicht nur für eine Elite. Dieses demokratische Designverständnis zieht sich als roter Faden durch die Sammlung und macht den Besuch auch für Menschen spannend, die sich nicht als Designexperten verstehen.

Der Eintritt kostet 125 DKK (rund 17 EUR), Kinder unter 18 Jahren sind frei. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs bis 20 Uhr. Der Innenhof mit dem Museumscafé Klint ist ein ruhiger Rückzugsort mitten in der Stadt. Der Museumsshop gehört zu den besten Kopenhagens und bietet sorgfältig ausgewählte Designobjekte, die man tatsächlich im Alltag benutzen kann.

Die Davids Samling und weitere Geheimtipps

Die Davids Samling ist eines der am meisten unterschätzten Museen Kopenhagens. In einem unscheinbaren Stadthaus in der Kronprinsessegade, direkt am Kongens Have (dem Schlosspark), verbirgt sich eine der bedeutendsten Sammlungen islamischer Kunst in Nordeuropa. Teppiche, Keramik, Kalligraphie und Metallarbeiten aus dem 7. bis 19. Jahrhundert zeigen die Vielfalt und Raffinesse der islamischen Kunsttraditionen.

Ausstellungsraum der Davids Samling in Kopenhagen
Die Davids Samling: Nordeuropas bedeutendste Sammlung islamischer Kunst in intimer Atmosphäre (KI-generiert)

Das Museum ist klein genug, um es in ein bis zwei Stunden zu erkunden, und groß genug, um tiefe Eindrücke zu hinterlassen. Neben der islamischen Sammlung gibt es europäische Kunst vom 18. bis 19. Jahrhundert und eine Abteilung mit dänischer Silberkunst. Der Eintritt ist frei, was die Davids Samling zu einem der besten kostenlosen Museen der Stadt macht. Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr.

Weitere Geheimtipps für Museumsliebhaber sind das Thorvaldsens Museum mit den neoklassischen Skulpturen des Bildhauers Bertel Thorvaldsen, das Hirschsprungsche Museum (Den Hirschsprungske Samling) mit seiner exquisiten Sammlung dänischer Malerei und das Experimentarium, ein interaktives Wissenschaftsmuseum nördlich der Stadt. Das Ordrupgaard Museum in Charlottenlund, einem Vorort von Kopenhagen, beherbergt eine sehr gute Sammlung französischer Impressionisten in einem Gebäude mit einem Anbau der Stararchitektin Zaha Hadid.

Für zeitgenössische Kunst lohnt sich der Besuch im Kunsthal Charlottenborg, direkt am Nyhavn gelegen. Die wechselnden Ausstellungen zeigen Positionen aus der internationalen Gegenwartskunst und sind oft überraschend und anregend. Wer noch einen Ausflug unternehmen möchte, sollte das Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk besuchen, das als eines der schönsten Museen der Welt gilt.

Viele kleinere Museen in Kopenhagen sind mittwochs oder donnerstags abends länger geöffnet. Diese Abendöffnungen sind meist weniger besucht und bieten eine besonders ruhige Atmosphäre. Ideal für alle, die Kunst ohne Gedränge genießen wollen.

Copenhagen Card und praktische Tipps

Die Copenhagen Card ist für Museumsbesucher das wichtigste Werkzeug. Sie gewährt freien Eintritt in über 80 Museen und Attraktionen sowie unbegrenzte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Die Karte gibt es für 24, 48, 72 und 120 Stunden. Die 72-Stunden-Variante kostet 799 DKK (etwa 107 EUR) für Erwachsene und 419 DKK (etwa 56 EUR) für Kinder. Wer drei oder mehr Museen pro Tag besucht, spart mit der Karte deutlich.

Einige der besten Museen Kopenhagens sind kostenlos. Das Nationalmuseum, die Davids Samling und die Dauerausstellung des SMK verlangen keinen Eintritt. Auch die Ny Carlsberg Glyptotek ist dienstags kostenlos. Wer geschickt plant, kann also einen Großteil der Museen ohne Eintrittskosten besichtigen und die Copenhagen Card nur dann kaufen, wenn der Zeitplan dicht gedrängt ist.

Die meisten Museen sind montags geschlossen, eine Ausnahme bilden das Nationalmuseum und die Torvehallerne, die montags teilweise geöffnet sind. Dienstag bis Donnerstag sind die ruhigsten Tage, am Wochenende und bei Regenwetter wird es in den populären Häusern voller. Für Fotografen ist der Hinweis wichtig, dass in den meisten Museen das Fotografieren ohne Blitz erlaubt ist, Stative hingegen nicht.

Garderoben sind in allen großen Museen vorhanden und meist kostenlos. Rucksäcke und Taschen, die größer als A4 sind, müssen in der Regel eingeschlossen werden. Audioguides sind in den meisten Häusern auf Deutsch verfügbar, kosten aber oft einen Aufpreis von 20 bis 40 DKK (etwa 3 bis 5 EUR). Alternativ bieten viele Museen kostenlose Apps mit ähnlichen Inhalten zum Download an.

Häufige Fragen zu Museen in Kopenhagen

Welche Museen in Kopenhagen sind kostenlos?

Das Nationalmuseum, die Davids Samling und die Dauerausstellung des SMK sind immer kostenlos. Die Glyptotek ist dienstags gratis. Mit der Copenhagen Card erhält man freien Eintritt in über 80 Museen und Attraktionen.

Wie viele Tage braucht man für die Museen?

Für die vier großen Museen (Nationalmuseum, Glyptotek, SMK und Designmuseum) sollte man mindestens zwei volle Tage einplanen. Wer auch die kleineren Häuser besuchen möchte, braucht drei bis vier Tage.

Lohnt sich die Copenhagen Card für Museumsbesucher?

Ja, wenn man drei oder mehr kostenpflichtige Museen pro Tag besucht. Die Karte deckt den Eintritt und den Nahverkehr ab. Bei zwei Museen pro Tag ist der Vorteil gering, da einige der besten Museen ohnehin kostenlos sind.

Gibt es deutschsprachige Führungen in Kopenhagener Museen?

Audioguides auf Deutsch sind in den meisten großen Museen verfügbar. Deutschsprachige Führungen werden seltener angeboten und meist nur für Gruppen auf Anfrage. Viele Begleitexte in den Ausstellungen sind auf Dänisch und Englisch.

Welches Museum eignet sich am besten für Kinder?

Das Nationalmuseum hat eine eigene Kinderabteilung mit interaktiven Stationen. Das Experimentarium nördlich der Stadt ist ein reines Mitmachmuseum für junge Besucher. Auch im SMK gibt es regelmäßig Workshops für Kinder und Familien.

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Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026