Budget Kopenhagen
Inhaltsverzeichnis
- 1 Kopenhagen muss nicht teuer sein
- 2 Günstig übernachten: Hostels und Alternativen
- 3 Kostenlose Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
- 4 Günstig essen und trinken
- 5 Fortbewegung zum kleinen Preis
- 6 Copenhagen Card: Wann sie sich lohnt
- 7 Beispiel-Budget für drei Tage
- 8 Häufige Fragen zu Budget-Reisen nach Kopenhagen
Kopenhagen taucht in Ranglisten der teuersten Städte Europas regelmäßig weit oben auf, und daran ist auch etwas Wahres. Ein Bier in einer Bar kostet leicht 70 DKK (etwa 9 EUR), ein Mittagessen im Restaurant selten unter 150 DKK (etwa 20 EUR). Wer allerdings glaubt, dass die dänische Hauptstadt nur für den dicken Geldbeutel taugt, liegt falsch. Kopenhagen hat eine erstaunliche Menge an kostenlosen Angeboten, günstigem Essen und cleveren Spartricks, die einen Besuch auch mit begrenzten Mitteln möglich machen.
Der Schlüssel liegt darin, wie ein Kopenhagener zu leben statt wie ein Tourist. Die Einheimischen geben ihr Geld nicht in den Touristenfallen am Nyhavn aus. Sie sitzen mit einem Kaffee am Hafen, fahren mit dem Rad durch die Stadt und genießen die Parks und Strände, die nichts kosten. Wer bereit ist, seinen Reisestil anzupassen, kann in Kopenhagen eine großartige Zeit verbringen, ohne am Ende einen Schock beim Blick aufs Konto zu erleben.
Kopenhagen muss nicht teuer sein
Die hohen Lebenshaltungskosten in Dänemark haben einen Grund: hohe Löhne, ein ausgebauter Sozialstaat und strenge Lebensmittelstandards. Was für Einheimische durch das Gehalt aufgefangen wird, trifft Besucher aus Ländern mit niedrigerem Preisniveau naturgemäß härter. Aber die Gleichung stimmt nur, wenn man in Kopenhagen genauso konsumiert wie zu Hause und dabei die höheren Preise akzeptiert.
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Die Wahrheit ist: Viele der schönsten Erlebnisse in Kopenhagen kosten nichts. Die bunten Häuser am Nyhavn anschauen, durch die Gassen von Christiania schlendern, im Kongens Have unter alten Bäumen sitzen, den Wachwechsel vor Amalienborg beobachten. Das alles ist gratis, und es sind genau diese Momente, die eine Reise nach Kopenhagen so, dass man es nicht vergisst machen. Die Stadt selbst ist das Museum, und der Eintritt ist frei.
Auch bei den dänischen Preisen sollte man die Relationen beachten. Ein Hotdog vom Pølsevogn kostet 35 DKK (rund 5 EUR), eine Portion Street Food auf Reffen 90 DKK (rund 12 EUR), ein Tageskarte für den Nahverkehr 80 DKK (rund 11 EUR). Das ist teurer als in Berlin oder Prag, aber weit entfernt von unbezahlbar. Mit Planung und den richtigen Tipps kommt man in Kopenhagen gut durch den Tag, ohne mehr als 500 DKK (etwa 67 EUR) auszugeben.
Günstig übernachten: Hostels und Alternativen
Die Unterkunft ist in Kopenhagen der größte Kostenfaktor. Ein Hotelzimmer im Zentrum unter 1.000 DKK (etwa 134 EUR) pro Nacht zu finden, ist schwierig. Deshalb greifen Budgetreisende in der Regel auf Hostels zurück, und davon hat Kopenhagen einige der besten in ganz Skandinavien.
Das Danhostel Copenhagen City ist mit über 1.000 Betten eines der größten Hostels Europas und liegt direkt am Hafen, nur zehn Minuten zu Fuß vom Tivoli entfernt. Ein Bett im Mehrbettzimmer kostet ab etwa 250 DKK (rund 34 EUR) pro Nacht, Einzelzimmer sind ab 600 DKK (rund 80 EUR) erhältlich. Die Lage ist kaum zu schlagen, und vom Frühstücksraum im 15. Stock hat man einen Panoramablick über die Stadt. Das Generator Hostel in der Adelgade, nahe dem Kongens Nytorv, bietet stylishe Räume und eine lebhafte Bar im Erdgeschoss. Betten ab 220 DKK (rund 30 EUR).
Für Reisende, die etwas mehr Privatsphäre wollen, ohne Hotelpreise zu zahlen, gibt es Gästezimmer und kleine Pensionen in den Wohnvierteln Nørrebro und Vesterbro. Dort kostet ein Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad etwa 500 bis 700 DKK (rund 67 bis 94 EUR). Wer im Sommer reist und ein Zelt hat, kann auf dem Campingplatz Bellahøj Camping übernachten, nur vier Kilometer vom Zentrum entfernt. Ein Stellplatz kostet ab 100 DKK (rund 13 EUR) pro Person.
Ein oft übersehener Tipp: Die Danhostel-Kette betreibt auch Hostels in den Vororten, etwa in Amager und Hvidovre, die per S-Bahn in 15 Minuten erreichbar sind. Die Preise dort liegen um 30 bis 40 Prozent unter denen im Zentrum. Wer ohnehin eine Tageskarte für den Nahverkehr kauft, spart mit einer Unterkunft außerhalb erheblich.
Kostenlose Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
Die Liste der kostenlosen Aktivitäten in Kopenhagen ist erstaunlich lang. Das Nationalmuseum, das größte kulturhistorische Museum Dänemarks, verlangt keinen Eintritt für seine Dauerausstellung. Die Davids Samling, eine der besten Sammlungen islamischer Kunst in Europa, ist komplett kostenlos. Die Dauerausstellung des SMK (Statens Museum for Kunst) ist ebenfalls gratis, und die Ny Carlsberg Glyptotek bietet dienstags freien Eintritt.
Parks und Gärten sind in Kopenhagen überall und kosten nichts. Der Kongens Have (Königsgarten) hinter Schloss Rosenborg ist eine grüne Oase mitten in der Stadt. Der Botanische Garten daneben zeigt eine starke Pflanzensammlung in historischen Gewächshäusern, und auch hier ist der Eintritt frei. Der Assistens Kirkegård in Nørrebro, auf dem Hans Christian Andersen und Søren Kierkegaard begraben liegen, wird von den Kopenhagenern als Park genutzt und ist ein erstaunlich fröhlicher Ort.
Die Freistadt Christiania ist kostenlos zugänglich und ein Erlebnis für sich. Am Wochenende bieten die Bewohner Führungen für 40 DKK (rund 5 EUR) an, die den Ort lebendig machen. Der Wachwechsel vor Schloss Amalienborg findet täglich um 12 Uhr statt und ist ein kleines Spektakel. Und wer die Kopenhagener Bibliothek besucht, den Schwarzen Diamanten am Hafen, findet dort Bücher, und auch wechselnde Ausstellungen und eine Aussichtsterrasse mit Haferblick.
Im Sommer kommen kostenlose Strandbäder dazu. Das Hafenbad Islands Brygge ist ein architektonisch spannendes Freibad mitten im Hafen, das an warmen Tagen von Hunderten Kopenhagenern genutzt wird. Eintritt: null. Auch die Strände Amager Strandpark und Svanemøllen Strand sind kostenlos erreichbar und bieten Sandstrand, Badestege und Grillplätze.
Günstig essen und trinken
Essen gehen ist in Kopenhagen teuer, selbst kochen ist es nicht. Wer in einem Hostel mit Gemeinschaftsküche wohnt, kann im Supermarkt einkaufen und spart enormviel. Netto, Rema 1000 und Lidl sind die günstigsten Ketten. Ein Laib Brot kostet etwa 15 DKK (rund 2 EUR), ein Kilo Nudeln 10 DKK (rund 1,30 EUR), eine Packung Aufschnitt 20 DKK (rund 3 EUR). Ein Frühstück und Abendessen aus dem Supermarkt kosten zusammen unter 50 DKK (rund 7 EUR), das ist machbar.
Für die Mahlzeit unterwegs ist Street Food die beste Wahl. Auf Reffen, dem größten Street Food Markt der Stadt, bekommt man eine vollwertige Portion ab 75 DKK (rund 10 EUR). Broens Gadekøkken am Hafen und die Torvehallerne bieten ähnliche Preise. Der günstigste Snack bleibt der dänische Hotdog vom Pølsevogn: ab 35 DKK (rund 5 EUR) für ein Stück, das überraschend satt macht.
Einige Restaurants bieten günstige Mittagsmenüs an, die sogenannten frokosttilbud. Zwischen 11 und 14 Uhr bekommt man in vielen Lokalen ein Hauptgericht für 89 bis 129 DKK (rund 12 bis 17 EUR), was für Kopenhagener Verhältnisse ein Schnäppchen ist. Die Kebab-Läden in Nørrebro servieren große Portionen für 50 bis 70 DKK (rund 7 bis 9 EUR), und die asiatischen Imbisse in der Istedgade in Vesterbro bieten Reis- und Nudelgerichte ab 60 DKK (rund 8 EUR).
Beim Trinken lässt sich ebenfalls sparen. Kaffee in einem Café kostet 35 bis 50 DKK (rund 5 bis 7 EUR), aber in vielen Bäckereien gibt es einen Kaffee zum Mitnehmen schon ab 20 DKK (rund 3 EUR). Wer abends ausgehen will, ohne die Barpreise zu bezahlen, kauft Getränke im Supermarkt und trifft sich mit anderen am Hafen oder in einem Park. Das tun die Kopenhagener selbst an lauen Sommerabenden, und es ist eine der schönsten Arten, den Abend zu verbringen.
Leitungswasser in Kopenhagen hat sehr gute Qualität und ist überall kostenlos trinkbar. Eine wiederverwendbare Flasche mitzunehmen spart die 25 DKK, die eine Flasche Wasser im Laden kostet. Viele Cafés und Restaurants füllen die Flasche auch gern kostenlos auf.
Fortbewegung zum kleinen Preis
Kopenhagen ist eine der fahrradfreundlichsten Städte der Welt, und das Rad ist auch das günstigste Verkehrsmittel. Viele Hostels verleihen Fahrräder kostenlos oder für eine geringe Gebühr von 50 bis 80 DKK (rund 7 bis 11 EUR) pro Tag. Gewerbliche Fahrradverleiher verlangen etwa 100 bis 150 DKK (rund 13 bis 20 EUR) pro Tag. Das Radwegenetz in Kopenhagen ist so gut ausgebaut, dass man sicher und schnell jeden Punkt der Stadt erreicht.
Wer kein Rad nutzen möchte, kommt mit dem öffentlichen Nahverkehr gut durch die Stadt. Eine Einzelfahrt kostet 24 DKK (rund 3 EUR) für zwei Zonen, was für das gesamte Zentrum ausreicht. Die 24-Stunden-Karte für alle Zonen kostet 80 DKK (rund 11 EUR) und lohnt sich ab vier Fahrten. Metro, S-Bahn und Bus decken das gesamte Stadtgebiet ab. Ein Geheimtipp sind die Hafenfähren der Linien 991 und 992, die als regulärer Nahverkehr gelten und mit dem normalen Fahrschein nutzbar sind.
Zu Fuß lässt sich Kopenhagen ebenfalls gut erkunden. Das Zentrum ist kompakt, und die meisten Sehenswürdigkeiten liegen in einem Radius von zwei Kilometern um den Rådhuspladsen (Rathausplatz). Vom Tivoli zum Nyhavn sind es 15 Minuten zu Fuß, von dort zur Kleinen Meerjungfrau weitere 25 Minuten. Ein Tag zu Fuß durch Kopenhagen ist angenehm, solange man bequeme Schuhe trägt und die Kopfsteinpflaster-Abschnitte in der Altstadt einkalkuliert.
Copenhagen Card: Wann sie sich lohnt
Die Copenhagen Card gewährt freien Eintritt in über 80 Attraktionen und unbegrenzte Nutzung des Nahverkehrs. Die 72-Stunden-Variante kostet 799 DKK (etwa 107 EUR) für Erwachsene. Das klingt nach viel, aber die Rechnung geht schnell auf, wenn man mehrere kostenpflichtige Attraktionen besucht. Allein der Tivoli (165 DKK), die Glyptotek (125 DKK), die Rundturmbesteigung (40 DKK), Schloss Rosenborg (130 DKK) und eine Kanalrundfahrt (99 DKK) summieren sich auf 559 DKK. Dazu kommen die Nahverkehrskosten von etwa 80 DKK pro Tag.
Die Karte lohnt sich allerdings nur, wenn man tatsächlich viele kostenpflichtige Attraktionen besucht. Wer sich auf die kostenlosen Museen, Parks und Stadtspaziergänge konzentriert, gibt das Geld besser einzeln aus. Für einen dreitägigen Budgettrip, bei dem man vielleicht nur ein oder zwei kostenpflichtige Museen besucht und sonst auf Gratis-Angebote setzt, ist die Karte zu teuer. Wer hingegen möglichst viel sehen will und den Nahverkehr intensiv nutzt, spart mit der Karte deutlich.
Beispiel-Budget für drei Tage
Ein realistisches Budget für drei Tage in Kopenhagen, sparsam aber nicht spartanisch:
- Hostel (3 Nächte im Mehrbettzimmer): 750 DKK (ca. 100 EUR)
- Frühstück aus dem Supermarkt (3x): 90 DKK (ca. 12 EUR)
- Street Food Mittagessen (3x): 270 DKK (ca. 36 EUR)
- Abendessen selbst zubereitet (3x): 150 DKK (ca. 20 EUR)
- Fahrradmiete (3 Tage): 250 DKK (ca. 34 EUR)
- Eine kostenpflichtige Attraktion: 130 DKK (ca. 17 EUR)
- Snacks und Kaffee: 150 DKK (ca. 20 EUR)
Gesamtkosten: etwa 1.790 DKK (rund 240 EUR) für drei Tage, also knapp 600 DKK (rund 80 EUR) pro Tag. Das ist für Kopenhagen ein moderater Wert, mit dem man die Stadt wirklich erleben kann. Wer noch sparsamer reist, etwa im Zelt schläft und komplett selbst kocht, kommt mit 400 DKK (rund 54 EUR) pro Tag aus. Nach oben ist die Skala natürlich offen.
Das Budget lässt sich weiter senken, wenn man außerhalb der Hochsaison (Juli und August) reist. Im Mai, Juni und September sind die Hostelpreise um 20 bis 30 Prozent niedriger, die Stadt ist weniger voll und das Wetter meistens noch gut genug für Outdoor-Aktivitäten. Oktober bis März ist die günstigste Zeit für Unterkünfte, aber die kurzen Tage und das kalte Wetter schränken die kostenlosen Freiluft-Aktivitäten ein. Der Winter in Kopenhagen hat seinen eigenen Reiz, erfordert aber mehr Ausgaben für Indoor-Aktivitäten.
Häufige Fragen zu Budget-Reisen nach Kopenhagen
Wie viel Geld braucht man pro Tag in Kopenhagen?
Mit einem sparsamen Reisestil kommt man mit etwa 500 bis 600 DKK (rund 67 bis 80 EUR) pro Tag aus, inklusive Hostel, Essen und Aktivitäten. Wer im Hotel übernachtet und Restaurants besucht, sollte mit 1.200 bis 1.500 DKK (rund 160 bis 200 EUR) rechnen.
Welche Museen in Kopenhagen sind kostenlos?
Das Nationalmuseum, die Davids Samling und die Dauerausstellung des SMK sind immer kostenlos. Die Glyptotek bietet dienstags freien Eintritt. Auch der Botanische Garten, der Assistens Friedhof und viele Kirchen kosten keinen Eintritt.
Was ist das günstigste Essen in Kopenhagen?
Hotdogs vom Pølsevogn ab 35 DKK (rund 5 EUR) und selbst zubereitete Mahlzeiten aus dem Supermarkt. Street Food auf Reffen oder Broens Gadekøkken kostet ab 75 DKK (rund 10 EUR) pro Portion. Kebab-Läden in Nørrebro bieten Mahlzeiten ab 50 DKK (rund 7 EUR).
Lohnt sich die Copenhagen Card für Budgetreisende?
Nur wenn man viele kostenpflichtige Attraktionen besuchen möchte. Wer sich auf kostenlose Museen, Parks und Stadtspaziergänge konzentriert, gibt das Geld der Karte besser einzeln aus. Bei drei oder mehr kostenpflichtigen Attraktionen pro Tag rechnet sich die Karte.
Kann man in Kopenhagen mit Euro bezahlen?
In einigen touristischen Geschäften ja, aber der Wechselkurs ist dann schlecht. Die offizielle Währung ist die Dänische Krone (DKK). Am günstigsten bezahlt man mit Karte (Visa oder Mastercard), die überall akzeptiert wird. 1 EUR entspricht etwa 7,45 DKK.
Weiterführende Informationen
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026