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Erlebnisbauernhöfe in Dänemark
Tiere füttern und Landleben

Erlebnisbauernhöfe in Dänemark

11 Min. Lesezeit

Das Lamm stupst seine feuchte Nase gegen die Handfläche des vierjährigen Mädchens, und das Kind lacht so laut, dass die Hühner auf dem Hof erschreckt davonflattern. Auf einem dänischen Erlebnisbauernhof passieren solche Momente ständig. Hier geht es nicht um Zuschauen hinter Zäunen, sondern um Anfassen, Mitmachen und Staunen. Dänemark hat eine vielfältige Landschaft an Erlebnishöfen, die Familien mit Kindern einen Tag oder ein ganzes Wochenende lang unterhalten.

Anders als reine Tierparks verbinden Erlebnisbauernhöfe den Kontakt mit Tieren mit dem Kennenlernen landwirtschaftlicher Arbeit. Kinder sammeln Eier aus den Nestern, sie füttern Ziegen und Schafe mit der Flasche, sie sitzen auf einem Traktor und sie sehen zu, wie aus Milch Butter wird. Es sind Erfahrungen, die Stadtkindern zunehmend fehlen und die auf einem Erlebnishof ganz selbstverständlich dazugehören.

Die dänischen Erlebnisbauernhöfe sind keine durchgestylten Freizeitparks. Sie sind echte Höfe, auf denen echte Landwirte arbeiten, die sich entschieden haben, ihre Arbeit mit Besuchern zu teilen. Das macht den Charme aus. Die Tiere stehen nicht in Showgehegen, sondern auf Weiden und in Ställen. Der Hofladen verkauft Produkte, die vor Ort hergestellt werden. Und der Bauer, der einem Kind zeigt, wie man eine Kuh streichelt, macht das, weil er seine Arbeit liebt und nicht, weil es im Drehbuch steht.

Kinder mit Tieren auf einem dänischen Erlebnisbauernhof
Auf Erlebnisbauernhöfen kommen Kinder den Tieren ganz nah: Streicheln, Füttern und Staunen (KI-generiert)

Was Erlebnisbauernhöfe ausmacht

Ein Erlebnisbauernhof unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Bauernhof durch sein pädagogisches Konzept. Die Betreiber haben sich bewusst darauf eingestellt, Besucher willkommen zu heißen und ihnen Einblicke in die Landwirtschaft zu geben. Es gibt feste Zeiten für Tierfütterungen, angeleitete Aktivitäten und oft auch Personal, das sich speziell um die Gäste kümmert.

Die meisten dänischen Erlebnishöfe sind als Besuchsbauernhöfe konzipiert, die man für einige Stunden oder einen ganzen Tag besucht. Man zahlt einen Eintrittspreis und hat dann Zugang zu allen Bereichen und Aktivitäten. Einige Höfe bieten zusätzlich Übernachtungsmöglichkeiten, aber der Schwerpunkt liegt auf dem Tagesbesuch.

Was alle Erlebnishöfe gemeinsam haben, ist der direkte Tierkontakt. Die Tiere sind an Menschen gewöhnt und lassen sich streicheln und füttern. Es gibt keine Glasscheiben und keine Absperrungen zwischen Besuchern und Tieren. Natürlich gelten Regeln: Man darf die Tiere nicht hochheben, nicht jagen und nicht mit falschem Futter füttern. Aber innerhalb dieser Regeln ist der Kontakt so direkt wie möglich.

Viele Höfe haben sich auf bestimmte Schwerpunkte spezialisiert. Manche legen den Fokus auf alte Nutztierrassen und Naturschutz, andere auf Handwerk und Lebensmittelproduktion, wieder andere auf Spiel und Abenteuer. Es lohnt sich, vor dem Besuch die Website des jeweiligen Hofes zu studieren, um den passenden Hof für die eigenen Interessen zu finden.

Die besten Höfe in Jütland

Blåbjerg Bondegård bei Nymindegab an der Westküste Jütlands ist einer der bekanntesten Erlebnisbauernhöfe des Landes. Der Hof liegt nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt und kombiniert Landleben mit Meeresnähe. Auf dem Hof leben Kühe, Schweine, Schafe, Ziegen, Kaninchen, Hühner und Pferde. Kinder können bei der täglichen Fütterung helfen, auf Ponys reiten und im hofeigenen Spielplatz toben. Der Eintritt kostet 85 DKK (11 Euro) für Erwachsene und 65 DKK (9 Euro) für Kinder.

Kinder bei Aktivitäten auf einem Erlebnisbauernhof
Eier sammeln, Ponys striegeln und auf dem Traktor sitzen: Für Kinder ist jeder Moment ein Abenteuer (KI-generiert)

Kiddowrap Farm bei Ribe ist ein kleinerer Hof, der sich auf seltene Nutztierrassen spezialisiert hat. Hier leben Mangalitza-Schweine mit ihrem lockigen Fell, Gotlandschafe, Edelziegen und bunte Hühnerarten, die man in keinem Supermarkt-Stall findet. Der Hof betreibt auch eine kleine Käserei, in der Besucher zusehen können, wie aus Ziegenmilch Käse entsteht. Der Besuch ist kostenlos, eine Spende wird erbeten.

Hjortlund Landbrugsskole in der Nähe von Bramming ist eine landwirtschaftliche Schule, die an Wochenenden und in den Schulferien als Erlebnishof öffnet. Das Besondere hier: Die Besucher werden von Schülern geführt, die ihre Begeisterung für Landwirtschaft teilen. Die Führungen sind informativ und auf Kinder zugeschnitten. Man lernt, wie ein Schweinestall funktioniert, was Kühe fressen und warum der Boden unter den Feldern lebendig ist.

In Nordjütland rund um Aalborg gibt es mehrere Erlebnishöfe, die vor allem in den Sommerferien gut besucht sind. Der Hof Birkelse Hovedgaard bei Aabybro hat neben den üblichen Nutztieren auch Alpakas und Esel und bietet Traktorfahrten über die Felder an. Der Eintritt liegt bei 75 DKK (10 Euro) für Erwachsene.

Höfe auf den Inseln

Auf Fünen gibt es eine besonders hohe Dichte an Erlebnisbauernhöfen. Der Hof Lundegaard bei Kerteminde verbindet ökologische Landwirtschaft mit Naturerlebnissen. Neben den Nutztieren gibt es hier einen Naturpfad durch Wiesen und Wald, einen Barfußpfad und einen Kräutergarten. Die Produkte des Hofes werden im eigenen Laden verkauft, darunter Marmelade, Saft und Honig.

Kinder im Stall eines dänischen Erlebnishofs
Im Stall lernen Kinder, wie Kühe gemolken werden und woher die Milch wirklich kommt (KI-generiert)

Auf Bornholm hat der Hof Langedebygaard einen sehr guten Ruf als Erlebnisbauernhof. Die Besitzer haben den Hof vor Jahren von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft umgestellt und laden seitdem Besucher ein, diesen Weg mitzuerleben. Es gibt Kühe, Schafe, freilaufende Hühner und einen Gemüsegarten, in dem Besucher selbst ernten dürfen. Im Hofladen gibt es frische Milch, Eier und Gemüse der Saison.

Auf Seeland, nicht weit von Kopenhagen, liegt der Hof Grantoftegaard bei Ballerup. Er ist einer der größten Erlebnisbauernhöfe in der Hauptstadtregion und wird von einer Stiftung betrieben, die sich auf die Arbeit mit Kindern und Menschen mit Behinderungen spezialisiert hat. Der Hof hat einen therapeutischen Ansatz und ist besonders gut für jüngere Kinder geeignet. Die Tiere sind außergewöhnlich ruhig und an den Umgang mit Kindern gewöhnt.

Auf der Insel Lolland befindet sich der Knuthenborg Safaripark, der neben seinen exotischen Tieren auch einen Erlebnisbauernhof betreibt. Der Bauernhof innerhalb des Parks hat dänische Nutztiere und bietet geführte Aktivitäten an. Die Kombination aus Safari und Bauernhof macht den Besuch zu einem ganztägigen Erlebnis für Familien.

Tiererlebnisse für Kinder

Das Füttern der Tiere ist für die meisten Kinder das Highlight. Auf den Erlebnishöfen gibt es feste Fütterungszeiten, zu denen sich alle Besucher versammeln. Die Tiere wissen genau, wann es Futter gibt, und die Aufregung unter den Ziegen und Schafen steckt auch die Kinder an. Das Futter wird vom Hof gestellt, oft in kleinen Bechern oder Eimern, die die Kinder selbst verteilen.

Auf einigen Höfen dürfen Kinder bei der Pflege der Tiere mithelfen. Das Striegeln der Pferde, das Ausmisten der Ställe und das Tränken der Tiere sind Aufgaben, die Kinder ab etwa fünf Jahren unter Anleitung übernehmen können. Die Arbeit ist echt, nicht inszeniert. Die Ställe riechen nach Stall, die Hände werden schmutzig, und am Ende des Tages weiß man, warum Bauern früh aufstehen.

Besonders beliebt bei Kindern sind die Streichelgehege mit Kaninchen, Meerschweinchen und Zwergziegen. Die kleinen Tiere sind zahm und lassen sich auf den Arm nehmen. Für Kleinkinder ab zwei Jahren sind diese Bereiche ideal, weil die Tiere keine Angst einflößen und die Kinder in ihrem eigenen Tempo Kontakt aufnehmen können.

Im Frühjahr gibt es auf vielen Höfen die Möglichkeit, neugeborene Lämmer und Küken zu sehen. Einige Höfe haben Brutapparate mit Glasfront, durch die man beobachten kann, wie Küken aus dem Ei schlüpfen. Für Kinder, die nur das fertige Hähnchen aus der Packung kennen, ist das ein Moment, der nachhaltig wirkt.

Spielplatz auf einem dänischen Erlebnisbauernhof
Zwischen den Tiererlebnissen sorgen Naturspielplätze mit Heuballen und Klettergerüsten für Abwechslung (KI-generiert)

Hofläden und Selbstgemachtes

Fast jeder Erlebnisbauernhof in Dänemark hat einen Hofladen, in dem die Produkte des Hofes verkauft werden. Frische Eier, Milch, Käse, Fleisch, Gemüse, Obst, Honig, Marmelade und Brot gehören zum Standardsortiment. Die Qualität ist hoch, die Preise fair, und man weiß genau, woher das Produkt kommt, weil man die Kuh gesehen hat, deren Milch man kauft.

Viele Höfe bieten Workshops an, bei denen Besucher selbst etwas herstellen. Butter machen ist der Klassiker: Man schüttelt Sahne in einem Glas, bis daraus Butter wird. Kinder finden das packend, und das Ergebnis schmeckt auf frischem Brot besser als jede Supermarktbutter. Andere Workshops umfassen Käse herstellen, Brot backen, Saft pressen und Marmelade kochen. Die Kosten liegen bei 50 bis 150 DKK (7 bis 20 Euro) pro Person.

Auf ökologischen Höfen gibt es oft auch Gemüsegärten, in denen Besucher selbst ernten dürfen. Man bekommt einen Korb und pflückt Erdbeeren, Erbsen, Bohnen oder Tomaten direkt von der Pflanze. Das geerntete Gemüse wird gewogen und zum Kilopreis abgerechnet, der unter dem Supermarktpreis liegt, weil die Pflückarbeit ja vom Kunden erledigt wird.

Saisonale Veranstaltungen

Dänische Erlebnisbauernhöfe gestalten ihr Programm nach den Jahreszeiten. Im Frühling gibt es Lämmertage und Kükenausbrüten. Im Sommer stehen Heuernte, Ponyreiten und Picknick auf der Wiese im Mittelpunkt. Der Herbst bringt Apfelernte, Kartoffelgraben und Kürbisschnitzen. Und im Winter gibt es Weihnachtsmärkte auf dem Hof, Glühwein für die Eltern und Lebkuchenbacken für die Kinder.

Besonders beliebt ist das Fastelavn, die dänische Fastnacht, die Ende Februar oder Anfang März gefeiert wird. Auf vielen Höfen wird an diesem Tag ein geschmücktes Fass aufgehängt, in das die Kinder mit Stöcken schlagen. Wer das Fass zum Bersten bringt, wird zur Kattekonge (Katzenkönig) gekrönt. Dazu gibt es Fastelavnsboller, die traditionellen Fastnachtskrapfen, und die Kinder kommen verkleidet auf den Hof.

Die Åbent Landbrug Veranstaltung (Offener Bauernhof) findet jedes Jahr im September statt und ist ein landesweiter Aktionstag, an dem Hunderte von Bauernhöfen ihre Türen öffnen. Auch viele Erlebnishöfe nehmen teil und bieten an diesem Tag kostenlosen Eintritt und zusätzliche Aktivitäten an. Es ist eine gute Gelegenheit, verschiedene Höfe kennenzulernen und sich für einen längeren Besuch zu entscheiden.

Im Sommer veranstalten einige Höfe Übernachtungsaktionen, bei denen Familien auf dem Hof campieren und am nächsten Morgen bei der Stallarbeit helfen. Man schläft im Heu, frühstückt mit frischer Hofmilch und geht abends mit einer Taschenlampe auf Nachtwanderung, um Fledermäuse und Eulen zu beobachten.

Preise und Öffnungszeiten

Die meisten Erlebnisbauernhöfe in Dänemark sind von April bis Oktober geöffnet, einige ganzjährig. Die Hauptsaison läuft von Juni bis August, wenn die dänischen Schulferien sind und die meisten Touristen im Land sind. In der Nebensaison haben einige Höfe nur an Wochenenden oder nach Voranmeldung geöffnet.

Die Eintrittspreise liegen zwischen 50 und 120 DKK (7 bis 16 Euro) für Erwachsene und 30 bis 85 DKK (4 bis 11 Euro) für Kinder. Kinder unter drei Jahren haben in der Regel freien Eintritt. Familienkarten, die zwei Erwachsene und zwei bis drei Kinder einschließen, kosten zwischen 200 und 350 DKK (27 bis 47 Euro). Im Preis enthalten sind in der Regel alle Aktivitäten und der Zugang zu allen Bereichen. Ponyreiten und Workshops kosten manchmal extra.

Hofcafé auf einem dänischen Erlebnisbauernhof
Im Hofcafé gibt es Kuchen aus eigener Herstellung und frische Limonade nach dem Bauernhoftag (KI-generiert)

Viele Höfe haben ein Hofcafé, in dem man Kuchen, Sandwiches, Eis und Getränke bekommt. Die Preise sind moderat: Ein Stück Kuchen kostet etwa 35 bis 50 DKK (5 bis 7 Euro), ein Kaffee 25 bis 35 DKK (3 bis 5 Euro). Auf einigen Höfen kann man auch Picknick-Körbe vorbestellen, die mit hofeigenen Produkten gefüllt sind und auf der Wiese neben den Tieren verspeist werden.

Für Familien, die mehrere Erlebnishöfe besuchen möchten, gibt es keine landesweite Kombikarte. Aber manche Höfe kooperieren mit lokalen Ferienhausanbietern und bieten Rabatte für Gäste bestimmter Ferienhausprojekte an. Es lohnt sich, beim Check-in im Ferienhaus nach solchen Angeboten zu fragen.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter sind Erlebnisbauernhöfe geeignet?

Schon ab etwa zwei Jahren können Kinder die Streichelgehege mit kleinen Tieren genießen. Die meisten Aktivitäten wie Füttern und Eiersammeln sind für Kinder ab vier Jahren geeignet. Ältere Kinder profitieren von Workshops und Reitkursen.

Sind die Höfe bei Regen geöffnet?

Ja, die meisten Höfe sind bei jedem Wetter geöffnet. Einige Aktivitäten verlagern sich bei Regen in die Ställe und Scheunen. Gummistiefel und Regenjacken sind empfehlenswert, auf manchen Höfen kann man sie auch ausleihen.

Kann man eigenes Essen mitbringen?

Auf den meisten Höfen ist Picknicken erlaubt, und es gibt dafür vorgesehene Plätze mit Tischen und Bänken. Viele Höfe haben aber auch Hofcafés mit frischen, hofeigenen Produkten, die einen Besuch wert sind.

Wie lang sollte man für einen Besuch einplanen?

Drei bis vier Stunden sind ein guter Richtwert. Wer an Workshops teilnehmen und in Ruhe alle Tiere besuchen möchte, sollte einen halben bis ganzen Tag einplanen. Für Kleinkinder reichen oft zwei bis drei Stunden.

Gibt es Erlebnisbauernhöfe auch im Winter?

Einige Höfe haben ganzjährig geöffnet und bieten im Winter besondere Programme an, etwa Weihnachtsmärkte, Lebkuchenbacken und Stallführungen. Die meisten Höfe schließen jedoch von November bis März oder öffnen nur an Wochenenden.

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Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026