Aktivitätshaus in Dänemark
Regen prasselt gegen die Scheiben, die Kinder haben alle Kartenspiele durch und der nächste Strand ist bei 12 Grad Außentemperatur keine Option. Wer jemals im Herbst oder Frühling ein normales Ferienhaus in Dänemark gebucht hat, kennt dieses Szenario. Die Lösung dafür trägt einen Namen, der in den Katalogen der großen Anbieter mittlerweile eine eigene Kategorie bildet: das Aktivitätshaus.
Ein Aktivitätshaus ist mehr als ein Ferienhaus mit ein paar Extras. Es ist ein durchdachtes Konzept, das den Urlaub wetterunabhängig macht. Poollandschaft im Keller, Billardtisch im Spielzimmer, Trampolin im Garten, Tischtennis in der Garage und ein Heimkino für die Abendstunden. Die Idee dahinter stammt aus Dänemark selbst, wo Ferienhausurlaub seit Jahrzehnten zur Kultur gehört und die Vermieter genau wissen, was Familien brauchen.
Die Nachfrage nach Aktivitätshäusern ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Besonders Familien mit Kindern zwischen 5 und 15 Jahren buchen diese Häuser, weil sie das Versprechen einlösen, dass niemand sich langweilt. Aber auch Gruppen von befreundeten Paaren oder Mehrgenerationenfamilien schätzen die Möglichkeit, abends gemeinsam am Billardtisch zu stehen oder im Whirlpool den Tag ausklingen zu lassen.
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Was ist ein Aktivitätshaus?
Der Begriff Aktivitätshaus hat sich in der dänischen Ferienhausbranche als Bezeichnung für Häuser mit umfangreicher Freizeitausstattung durchgesetzt. Anders als bei einem normalen Ferienhaus, das vielleicht über einen Kaminofen und eine Terrasse verfügt, bietet ein Aktivitätshaus mindestens drei bis vier verschiedene Spiel und Sportmöglichkeiten. Die meisten dieser Häuser sind für acht bis zwölf Personen ausgelegt, manche fassen sogar bis zu zwanzig Gäste.
Das Konzept entstand in den 1990er Jahren, als dänische Ferienhausvermieter erkannten, dass Familien auch in der Nebensaison buchen würden, wenn das Haus selbst genug Unterhaltung bietet. Seitdem haben sich die Aktivitätshäuser von einfachen Häusern mit Tischtennisplatte zu regelrechten Freizeitzentren entwickelt. Die neuesten Modelle verfügen über eigene Schwimmbäder, Bowlingbahnen und sogar Kletterwände.
Die typische Größe eines Aktivitätshauses liegt zwischen 200 und 400 Quadratmetern. Viele Häuser sind zweistöckig gebaut, wobei das Erdgeschoss den Wohn und Kochbereich beherbergt und das Untergeschoss oder der Anbau den Aktivitätsbereich. Diese Aufteilung hat den Vorteil, dass die Kinder spielen können, während die Erwachsenen im Wohnzimmer Ruhe haben. Eine Geräuschdämmung zwischen den Bereichen gehört bei gut geplanten Häusern zum Standard.
Ausstattung und Spielmöglichkeiten
Die Ausstattung eines Aktivitätshauses folgt einem bewährten Muster, das sich an den Wünschen verschiedener Altersgruppen orientiert. Der Billardtisch ist dabei fast immer das Kern des Spielbereichs. Ein guter Billardtisch kostet den Vermieter mehrere tausend Euro, weshalb er auch pfleglich behandelt werden sollte. In vielen Häusern hängen die Spielregeln an der Wand, denn nicht jeder Gast kennt die Unterschiede zwischen 8 Ball und 9 Ball.
Neben dem Billardtisch gehört Tischfußball zur Grundausstattung. Der Kicker bringt Generationen zusammen wie kaum ein anderes Spiel und erzeugt regelmäßig die lautesten Jubelschreie im ganzen Haus. Tischtennis ist ebenfalls weit verbreitet, benötigt allerdings mehr Platz und findet sich daher häufig in der Garage oder einem separaten Raum. Manche Häuser bieten zusätzlich Darts, Air Hockey oder einen Spielautomaten.
Für die jüngeren Kinder gibt es oft einen separaten Spielbereich mit Bauklötzen, Brettspielsammlung und einer kleinen Rutsche oder einem Bällebad. Dieser Bereich ist von den Hauptaktivitäten getrennt, damit die Kleinen nicht von fliegenden Billardkugeln oder Tischtennisbällen getroffen werden. Einige Häuser verfügen über ein Spielhaus im Inneren, komplett mit Leiter, Rutsche und Verstecken.
Das Heimkino hat sich in den vergangenen Jahren zur beliebtesten Abendunterhaltung in Aktivitätshäusern entwickelt. Ein großer Fernseher oder Beamer mit Surround Sound System verwandelt den Filmabend in ein Erlebnis. Die meisten Häuser stellen kein Streaming Abo bereit, du solltest also dein eigenes Netflix oder Disney Plus Konto mitbringen. Ein HDMI Kabel zum Anschließen des Laptops ist hilfreich.
Pool, Whirlpool und Sauna
Der eigene Pool ist für viele Familien das entscheidende Argument bei der Buchung eines Aktivitätshauses. Die Poolhäuser in Dänemark haben sich über die Jahre einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Die Becken sind in der Regel zwischen 6 und 10 Metern lang und werden auf angenehme 28 bis 30 Grad beheizt. Das Wasser wird durch Chlor oder Salzwasseranlagen saüber gehalten, wobei Salzwasserpools als hautfreundlicher gelten.
Neben dem Pool gehört der Whirlpool zur Standardausstattung vieler Aktivitätshäuser. Er fasst meist vier bis sechs Personen und hat eine Wassertemperatur von 37 bis 39 Grad. Nach einem Tag am Strand oder einer langen Radtour gibt es kaum etwas Entspannenderes, als sich in die sprudelnden Düsen sinken zu lassen. Für Kinder unter sechs Jahren ist der Whirlpool wegen der hohen Temperatur allerdings nicht geeignet.
Die Sauna komplettiert den Wellnessbereich. Die meisten Aktivitätshäuser bieten eine finnische Sauna für vier bis sechs Personen, manche zusätzlich ein Dampfbad. Die Temperatur lässt sich individuell einstellen, üblicherweise zwischen 60 und 90 Grad. Ein Aufgusseimer mit Holzkelle und ein paar Saunahandtücher sind in der Regel vorhanden. Einen eigenen Bademantel solltest du trotzdem mitbringen.
Bei der Nutzung des Poolbereichs gelten in den meisten Häusern feste Regeln. Duschen vor dem Baden ist Pflicht, Straßenschuhe sind im Poolbereich verboten, und Kinder unter einem bestimmten Alter dürfen nur unter Aufsicht ins Wasser. Diese Regeln dienen dem Schutz der Anlage und der Sicherheit aller Gäste. Die Endreinigung des Poolbereichs ist in der Regel im Mietpreis enthalten.
Outdoor-Bereiche und Garten
Ein gutes Aktivitätshaus bietet auch draußen genug Beschäftigung. Das Trampolin steht dabei ganz oben auf der Wunschliste der Kinder. Die meisten Häuser haben ein großes Gartentrampolin mit Sicherheitsnetz, auf dem bis zu zwei Kinder gleichzeitig springen können. Die Tragfähigkeit liegt in der Regel bei 100 bis 150 Kilogramm, sodass auch Jugendliche und leichtere Erwachsene ihre Freude daran haben.
Weitere Outdoor-Ausstattungen sind Schaukeln, Sandkästen und Fußballtore. Manche Häuser haben zusätzlich ein Badmintonfeld oder einen Basketballkorb. Die Grundstücke der Aktivitätshäuser sind in der Regel großzügig bemessen, sodass genug Platz zum Toben bleibt. Ein Grillplatz mit Holzkohle oder Gasgrill gehört fast immer dazu.
Die Terrasse eines Aktivitätshauses ist meist überdacht oder zumindest teilweise vor Wind geschützt. In den küstennahen Regionen Westjütlands kann der Wind ordentlich blasen, weshalb ein windgeschützter Außenbereich Gold wert ist. Gartenmöbel, Sonnenschirm und Liegestühle sind Standard. Einige Häuser bieten zusätzlich einen Außenwhirlpool oder eine Feuerstelle für gemütliche Abende unter freiem Himmel.
Die Fahrradausleihe ist bei manchen Aktivitätshäusern im Preis enthalten oder kann gegen Aufpreis dazugebucht werden. Da Dänemark ein ausgezeichnetes Land zum Radfahren ist, lohnt sich das besonders für Familien, die nicht eigene Räder im Auto transportieren wollen. Kinderräder und Anhänger sind teilweise ebenfalls verfügbar.
Die besten Regionen für Aktivitätshäuser
Die höchste Dichte an Aktivitätshäusern findet sich an der dänischen Westküste, besonders zwischen Blåvand und Hvide Sande. Diese Region bietet endlose Strände, eine raue Nordseekulisse und die notwendige Infrastruktur für Familien. Die Ferienhausgebiete sind gut erschlossen, Supermärkte in Reichweite und Ausflugsziele wie das Legoland in Billund nur eine kurze Autofahrt entfernt.
Nordjütland rund um Blokhus und Løkken ist ebenfalls eine Hochburg der Aktivitätshäuser. Die Strände hier sind breit und flach, das Meer eignet sich gut zum Baden mit Kindern. Die Stadt Aalborg bietet mit dem Zoo und dem Vergnügungspark Karolinelund Abwechslung für Regentage. Von hier aus lassen sich auch Ausflüge nach Råbjerg Mile oder nach Skagen unternehmen.
An der Ostseeküste, besonders auf den Inseln Lolland und Falster, stehen zahlreiche Aktivitätshäuser in ruhiger Lage. Die Ostsee ist wärmer und ruhiger als die Nordsee, was sie für Familien mit kleinen Kindern attraktiv macht. Der Freizeitpark Lalandia in Rødby kombiniert Badelandschaft und Ferienhäuser und spricht eine ähnliche Zielgruppe an. Die Anreise aus Norddeutschland ist über die Fähre Puttgarden Rødby oder die Fehmarnbeltquerung besonders kurz.
Die Gegend um Marielyst auf Falster hat sich zu einem beliebten Ziel für Familien entwickelt. Der Strand von Marielyst gehört zu den schönsten Stränden Dänemarks, und die Ferienhausgebiete bieten eine gute Mischung aus Aktivitätshäusern und traditionellen Häusern. Die Preise sind hier tendenziell günstiger als an der Westküste.
Buchung und Kosten
Aktivitätshäuser gehören zur gehobenen Preisklasse der dänischen Ferienhäuser. Eine Woche in der Hauptsaison (Juli und August) kostet je nach Ausstattung und Lage zwischen 1.500 und 4.000 Euro. In der Nebensaison sinken die Preise auf 800 bis 2.000 Euro pro Woche. Ein verlängertes Wochenende von Freitag bis Montag ist bei vielen Anbietern ab 500 Euro buchbar. Alle Preise verstehen sich als Hauspreis, nicht pro Person, was Aktivitätshäuser bei großen Gruppen besonders wirtschaftlich macht.
Die Nebenkosten variieren je nach Haus und Anbieter. Strom wird in Dänemark nach Verbrauch abgerechnet und kostet umgerechnet etwa 0,35 Euro pro Kilowattstunde. Bei einem Haus mit Pool und Sauna können sich die Stromkosten auf 100 bis 250 Euro pro Woche summieren. Wasser ist in der Regel im Mietpreis enthalten. Die Endreinigung kostet zwischen 150 und 300 Euro, alternativ kannst du selbst reinigen.
Die großen Anbieter wie Novasol, DanCenter und Feline Holidays haben alle Aktivitätshäuser im Programm. Bei der Suche auf den Portalen kannst du gezielt nach Ausstattungsmerkmalen filtern: Pool, Billard, Trampolin, Sauna oder Heimkino. Ein Vergleich lohnt sich, denn dasselbe Haus wird manchmal über verschiedene Portale zu unterschiedlichen Preisen angeboten.
Die Buchung sollte für die Hauptsaison mindestens drei bis sechs Monate im Voraus erfolgen. Die beliebtesten Aktivitätshäuser sind oft schon im Januar für den Sommer ausgebucht. In der Nebensaison ist auch eine kurzfristige Buchung möglich, und viele Anbieter senken die Preise für Last Minute Buchungen nochmals um 10 bis 20 Prozent.
Tipps für den Aufenthalt
Die Ankunft im Aktivitätshaus erfolgt üblicherweise am Samstag ab 16 Uhr, die Abreise am folgenden Samstag bis 10 Uhr. Diese Zeiten sind verbindlich und werden streng eingehalten, weil zwischen den Gästen die Reinigung stattfindet. Bei der Ankunft findest du einen Schlüsselkasten oder ein Zahlenschloss, den Code erhältst du per E-Mail oder SMS kurz vor der Anreise.
Bringe eigene Bettwäsche und Handtücher mit oder bestelle sie bei der Buchung dazu. In dänischen Ferienhäusern ist Bettwäsche nicht automatisch enthalten. Ein Set aus Bettdecke, Kissen, Laken und Bezug kostet bei den meisten Anbietern zwischen 50 und 80 DKK (ca. 7 bis 11 Euro) pro Person und Aufenthalt. Handtücher für den Poolbereich solltest du in jedem Fall selbst mitbringen.
Der erste Gang im Aktivitätshaus sollte zur Gebrauchsanweisung der Pool und Saunaanlage führen. Dort steht, wann die Anlage eingeschaltet werden darf, wie die Temperatur reguliert wird und welche Hygieneregeln gelten. Bei Problemen mit der Technik gibt es eine Notfallnummer des Vermieters, die rund um die Uhr erreichbar ist.
Für den Einkauf empfiehlt es sich, einige Grundnahrungsmittel aus Deutschland mitzubringen. Die Lebensmittelpreise in Dänemark liegen etwa 20 bis 30 Prozent über dem deutschen Niveau. Supermärkte wie Netto, Rema 1000 und Aldi sind in den meisten Ferienregionen vorhanden. In dänischen Kronen (DKK) bezahlt man zwar offiziell, doch die meisten Geschäfte akzeptieren auch Kartenzahlung in Euro zu einem akzeptablen Wechselkurs.
Die Mülltrennung in Dänemark unterscheidet sich von der deutschen. Im Ferienhaus findest du in der Regel Behälter für Restmüll, Glas und Papier. Die genauen Regeln stehen im Informationsordner des Hauses. Pfandflaschen bringst du in den Supermarkt zurück, das System funktioniert ähnlich wie in Deutschland.
Wenn du mit Hund reist, solltest du bei der Buchung darauf achten, dass das Haus als hundefreundlich gekennzeichnet ist. Nicht alle Aktivitätshäuser erlauben Haustiere, und bei manchen ist der Poolbereich für Hunde tabu. Die Gebühr für einen Hund liegt bei den meisten Anbietern zwischen 200 und 500 DKK (ca. 27 bis 67 Euro) pro Aufenthalt.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Aktivitätshaus in Dänemark pro Woche?
In der Hauptsaison (Juli/August) liegen die Preise zwischen 1.500 und 4.000 Euro pro Woche, je nach Ausstattung und Lage. In der Nebensaison zahlst du 800 bis 2.000 Euro. Dazu kommen Nebenkosten für Strom (ca. 100 bis 250 Euro bei Pool und Sauna), optionale Bettwäsche und die Endreinigung (150 bis 300 Euro).
Für wie viele Personen sind Aktivitätshäuser ausgelegt?
Die meisten Aktivitätshäuser bieten Platz für 8 bis 12 Personen, größere Häuser fassen bis zu 20 Gäste. Für zwei Familien mit Kindern ist ein Haus für 10 bis 12 Personen die richtige Wahl, da dann genug Schlafzimmer und Badezimmer vorhanden sind.
Muss man Bettwäsche und Handtücher mitbringen?
Ja, in dänischen Ferienhäusern ist Bettwäsche nicht automatisch enthalten. Du kannst sie bei der Buchung dazubestellen (50 bis 80 DKK pro Person) oder eigene Bettwäsche mitbringen. Handtücher für Pool und Sauna solltest du in jedem Fall selbst einpacken.
Wie warm ist der Pool im Aktivitätshaus?
Die Pools werden auf 28 bis 30 Grad Celsius beheizt und sind ganzjährig nutzbar. Der Whirlpool hat eine Temperatur von 37 bis 39 Grad. Die Poolheizung läuft über Strom, was sich in den Nebenkosten niederschlägt. Viele Vermieter bitten darum, den Pool abzudecken, wenn er nicht benutzt wird.
Welche Region ist für Familien mit Kindern am besten geeignet?
Die Westküste zwischen Blåvand und Hvide Sande bietet die größte Auswahl an Aktivitätshäusern, breite Strände und Nähe zum Legoland. An der Ostsee sind Marielyst und Lolland Falster ideal für Familien mit kleinen Kindern, weil das Meer ruhiger und die Anreise aus Norddeutschland kürzer ist.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026