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Sámi-Kultur in Schweden
Das indigene Volk des Nordens und seine lebendigen Traditionen

Sámi-Kultur in Schweden

15 Min. Lesezeit

An einem Februarmorgen in Jokkmokk, minus 28 Grad, stand ich auf dem zugefrorenen Talvatis-See und hörte zum ersten Mal einen Joik live. Eine ältere Frau in Gákti sang -- oder besser: sie rief etwas herauf, das irgendwo zwischen Stimme und Landschaft lag. Kein Publikum, kein Mikrofon. Der Klang trug über das Eis, und für einen Moment war die Kälte egal.

Die Sámi gelten als das einzige anerkannte indigene Volk Europas. Seit mindestens 10.000 Jahren leben sie im Norden Skandinaviens, lange bevor es Nationalstaaten, Grenzen oder das Wort „Schweden" gab. Ihre Kultur -- Rentierzucht, Joik-Gesang, Duodji-Handwerk, eng verwoben mit der arktischen Natur -- steckt nicht hinter Museumsglas. Sie verändert sich, lebt weiter und stellt Fragen an die Gesellschaft, in der sie existiert.

Wer Schwedisch-Lappland besucht, kommt mit der samischen Kultur in Berührung. Wie man das respektvoll und mit echtem Verständnis tut -- darum geht es in diesem Artikel.

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Wer sind die Sámi?

Die Sámi (auch Samen genannt) leben über vier Länder verteilt: Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Ihr traditionelles Siedlungsgebiet heißt Sápmi und erstreckt sich über den gesamten Norden der skandinavischen Halbinsel bis zur russischen Kola-Halbinsel. Insgesamt gibt es schätzungsweise 80.000 bis 100.000 Sámi, davon 20.000 bis 40.000 in Schweden. Die genaue Zahl ist schwer zu bestimmen, weil es keine ethnische Registrierung gibt.

Die Sámi sind keine homogene Gruppe. In Schweden unterscheidet man zwischen Nordsámi, Lule-Sámi, Pite-Sámi, Ume-Sámi und Südsámi -- jede Gruppe mit eigener Sprache, eigenen Trachten und regionalen Traditionen. Die samischen Sprachen gehören zur finno-ugrischen Sprachfamilie, sind also mit Finnisch und Estnisch verwandt, nicht mit Schwedisch.

Ein häufiges Missverständnis: Die meisten Sámi leben heute nicht mehr von der Rentierzucht. Viele arbeiten in gewöhnlichen Berufen, leben in Städten und führen ein modernes Leben. Aber sie bewahren ihre kulturelle Identität, ihre Sprache und ihre Traditionen. Die Sámi-Kultur lebt -- im Alltag, nicht im Rückblick.

Geschichte: Von Kolonisierung bis Anerkennung

Die Geschichte der Sámi in Schweden ist auch eine Geschichte der Unterdrückung. Ab dem 17. Jahrhundert begann die schwedische Krone, das samische Gebiet systematisch zu kolonisieren. Siedler wurden mit Steuererleichterungen nach Norden gelockt, Bodenschätze abgebaut, Wälder gerodet. Die Sámi wurden in ihren traditionellen Rechten Schritt für Schritt eingeschränkt.

Besonders schmerzhaft war die Politik des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sámi-Kinder wurden in Nomadenschulen gezwungen, fernab ihrer Familien. Sie durften ihre eigene Sprache nicht sprechen. In den 1920er und 1930er Jahren führte das rassebiologische Institut in Uppsala Schädelvermessungen an Sámi durch -- ein dunkles Kapitel, das bis heute nachwirkt. Die schwedische Regierung hat sich 2021 offiziell für die historische Behandlung der Sámi entschuldigt.

Erst ab den 1970er Jahren begann ein Umdenken. 1977 erkannte der schwedische Reichstag die Sámi als indigenes Volk an. 1993 wurde das Sámeting (Sámi-Parlament) mit Sitz in Kiruna gegründet. Es besteht aus 31 gewählten Mitgliedern und vertritt die Interessen der Sámi, hat aber nur begrenzte Befugnisse. Seit dem Jahr 2000 hat Samisch in fünf Gemeinden -- Kiruna, Gällivare, Jokkmokk, Arjeplog und Arvidsjaur -- den Status einer offiziellen Verwaltungssprache.

Dennoch bleiben viele Konflikte offen. Landrechte, Schutz der Weidegründe vor Bergbau und Windkraft, die Bedrohung der Rentierzucht durch den Klimawandel -- das sind keine abstrakten politischen Themen. Es sind Fragen, die das tägliche Leben samischer Familien betreffen. 2020 entschied der Oberste Gerichtshof Schwedens in einem Landmark-Urteil, dass die Sámi der Girjas-Sameby das exklusive Jagd- und Fischereirecht in ihrem Gebiet haben. Ein Sieg, der Jahrzehnte des Kampfes widerspiegelt.

Rentierzucht: Leben mit den Herden

Die Rentierzucht trägt die samische Kultur seit Jahrhunderten. In Schweden gibt es rund 250.000 bis 280.000 Rentiere, organisiert in 51 Samebys (samischen Dorfgemeinschaften), die sich von Karesuando an der finnischen Grenze bis nach Idre in Dalarna erstrecken. Die Rentierzucht ist gesetzlich als exklusives Recht der Sámi verankert -- nur registrierte Mitglieder eines Sameby dürfen Rentiere halten.

Samischer Rentierzüchter bei der Arbeit mit einer Herde in der verschneiten Landschaft Lapplands
Rentierzucht in Lappland: Die Tiere leben halbwild und folgen ihren natürlichen Wanderrouten zwischen Winter- und Sommerweiden. (KI-generiert)

Die Tiere leben halbwild. Sie werden nicht in Ställen gehalten, sondern folgen ihren natürlichen Wanderrouten zwischen den Winterweiden in den tiefer gelegenen Waldgebieten und den Sommerweiden in den Fjällregionen. Diese saisonale Wanderung kann Strecken von über 500 Kilometern umfassen. Im Frühjahr werden die Kälber geboren, im Sommer die Herden zusammengetrieben, um die Kälber zu markieren -- ein Gemeinschaftsereignis, an dem die ganze Familie teilnimmt. Im Herbst folgt die Schlachtzeit.

Moderne Rentierzüchter nutzen Schneemobile, Helikopter und GPS-Sender. Aber die Arbeit bleibt hart und abhängig von den Launen der Natur. Der Klimawandel stellt eine wachsende Bedrohung dar: Warme Winter verursachen Regen auf gefrorenem Boden, der eine Eisschicht bildet, unter der die Rentiere die Flechten nicht erreichen können. Im Winter 2019/2020 starben tausende Rentiere in Nordschweden an Futtermangel. Bergbau, Windkraft und Forstwirtschaft schrumpfen die Weidegründe weiter.

Trotz allem bleibt die Rentierzucht weit mehr als ein Broterwerb. Sie stiftet Identität, schafft Gemeinschaft und gibt das Wissen der Vorfahren weiter. Wer einen samischen Rentierzüchter nach seiner Arbeit fragt, bekommt selten eine Antwort, die sich auf Ökonomie beschränkt. Es geht um Zugehörigkeit.

Joik: Die älteste Musiktradition Europas

Der Joik reicht Tausende Jahre zurück und funktioniert grundlegend anders als ein westliches Lied. Ein Joik wird nicht über jemanden gesungen -- die Person, das Tier oder die Landschaft wird durch den Joik zum Leben erweckt. Man sagt: „Ich joike den Berg", nicht „Ich singe über den Berg." Der Joik fängt das Wesen des Besungenen ein und macht es hörbar.

Samischer Joik-Sänger in traditioneller Gákti bei einer Aufführung im Freien
Joik-Aufführung: Der Gesang nutzt keine festen Texte, sondern Laute und Melodien, die das Wesen einer Person oder Landschaft einfangen. (KI-generiert)

Traditionell hat jeder Sámi seinen eigenen Joik, der ihm in der Kindheit gewidmet wird. Dieser persönliche Joik begleitet den Menschen sein ganzes Leben und wird auch nach seinem Tod weitergesungen. Er hat keine festen Texte, sondern besteht aus Melodien, Lauten und manchmal kurzen Worten. Der Joik geht über Musik hinaus -- er drückt Zugehörigkeit und spirituelle Verbindung aus.

Während der Christianisierung wurde der Joik von Missionaren als „Teufelsmusik" verboten. Kinder, die in Nomadenschulen joikten, wurden bestraft. Erst in den letzten Jahrzehnten erlebte der Joik eine Renaissance. Samische Künstler wie Sofia Jannok, Jon Henrik Fjällgren (bekannt aus der schwedischen Talentshow Idol) und Maxida Märak verbinden traditionellen Joik mit Pop, Elektronik und Hip-Hop. Die Band Adjágas mischt Joik mit Jazz. Diese Verbindung von Tradition und Moderne erreicht ein Publikum weit über Sápmi hinaus.

Wer den Joik live erleben will, hat mehrere Möglichkeiten: auf dem Jokkmokk-Wintermarkt, bei kulturellen Veranstaltungen in Kiruna oder Gällivare, oder bei geführten Touren mit samischen Anbietern. Aber Vorsicht: Den Joik einer bestimmten Person zu joiken, ohne deren Erlaubnis zu haben, gilt als respektlos. Es ist, als würde man den Namen einer Person ohne deren Einverständnis verwenden.

Duodji: Kunsthandwerk aus Rentierhorn und Birke

Duodji nennen die Sámi ihr traditionelles Kunsthandwerk. Jedes Stück erfüllt einen Zweck und sieht gut aus -- rein dekorative Arbeiten gibt es nicht. Die verwendeten Materialien stammen aus der Natur: Rentierhorn, Rentierknochen, Rentierleder, Birkenholz, Zinnfaden, Wurzeln der Fichte oder Kiefer.

Samische Duodji-Handwerksarbeiten: Guksi-Trinkbecher aus Birkenholz und Zinnfaden-Armband
Duodji-Handwerk: Ein Guksi (Trinkbecher aus Birkenmaserholz) und ein mit Zinnfaden besticktes Armband. Die Herstellung dauert Wochen. (KI-generiert)

Die bekanntesten Duodji-Erzeugnisse: Guksi, kunstvoll geschnitzte Trinkbecher aus Birkenmaserholz, die über dem Feuer geformt und poliert werden. Mit Zinnfaden bestickte Lederarmbänder, deren Muster regionalen Traditionen folgen. Gámagat, traditionelle Rentierfellschuhe mit nach oben gebogener Spitze (damit man in die Skibindung kommt). Und die reich verzierten Messerscheiden aus Rentierhorn mit gravierten Mustern, die Geschichten erzählen.

Die Herstellung eines einzigen Stücks kann Wochen oder Monate dauern. Ein Guksi wird aus einem Birkenmaser geschnitten, der am Baum gewachsen ist -- man kann ihn nicht künstlich erzeugen. Das Horn wird geschliffen, die Lederbänder von Hand geschnitten und bestickt. Diese Fähigkeiten werden über Generationen weitergegeben. Einen Kurs darin machen kann man nicht -- man wächst damit auf.

Beim Kauf von Souvenirs: Das Sámi Duodji-Siegel kennzeichnet Produkte, die von samischen Handwerkern nach traditionellen Methoden hergestellt wurden. Das Siegel ist wichtig, denn es gibt massenhaft billige Imitationen auf dem Markt -- in Touristenläden in Kiruna oder Abisko stehen Plastikrentiere und Kunstlederarmbänder neben echtem Duodji. Wer authentisches Handwerk kauft, unterstützt samische Handwerker direkt. Ein echter Guksi kostet 500 bis 2.000 SEK, ein Zinnfaden-Armband 300 bis 800 SEK.

Samische Küche und Alltagskultur

Die samische Küche hat sich aus dem geformt, was der arktische Norden hergibt. Da die landwirtschaftlichen Möglichkeiten im hohen Norden begrenzt sind, basiert die Ernährung auf dem, was die Natur bietet: Rentierfleisch, Fisch, Beeren und Kräuter. Was schlicht klingt, hat über Jahrhunderte eine eigenständige kulinarische Tradition hervorgebracht.

Vom Rentier wird nahezu alles verwertet. Suovas -- über offenem Birkenholzfeuer geräuchertes und gesalzenes Rentierfleisch -- ist das bekannteste samische Gericht. Der leicht süßliche Rauchgeschmack ist unverwechselbar. Gurpi ist getrocknetes Rentierfleisch, das als Reiseproviant diente und monatelang haltbar bleibt. Auch Rentierblut wird verwendet: für Blutpfannkuchen (eine deftige Mahlzeit) oder die traditionelle Blutsuppe. Neben Rentier spielen Süßwasserfische wie Saibling, Forelle und Felchen eine wichtige Rolle -- geräuchert, getrocknet oder als Guolle (Fischeintopf).

Im Sommer und Herbst werden die Beeren der Tundra und der Wälder gesammelt: Moltebeeren (Hjortron), Blaubeeren und Preiselbeeren. Der Kokkaffe -- im Kessel über offenem Feuer gekocht, oft mit einer Prise Salz -- ist ein zentrales Ritual. Zu jeder Zusammenkunft, jeder Arbeitspause gehört eine Tasse, begleitet von Gáhkku, einem ungesäuerten Fladenbrot vom Feuer.

In der modernen schwedischen Spitzengastronomie hat die samische Küche in den letzten Jahren Anerkennung gefunden. Das Restaurant Fäviken (bis 2019) von Magnus Nilsson arbeitete mit samischen Zutaten und Techniken. In Jokkmokk und Kiruna gibt es Restaurants, die traditionelle samische Gerichte servieren -- Camp Ripan in Kiruna und das Ájtte-Restaurant in Jokkmokk sind gute Anlaufstellen.

Wo man Sámi-Kultur erleben kann

Es gibt mehrere Orte und Veranstaltungen, an denen man die samische Kultur auf authentische Weise kennenlernen kann. Wichtig dabei: bei samischen Anbietern buchen, die selbst Teil der Kultur sind.

Stände auf dem historischen Jokkmokk-Wintermarkt mit samischem Kunsthandwerk und Besuchern im Schnee
Der Jokkmokk-Wintermarkt: Seit 1605 Treffpunkt für samische Kultur. Anfang Februar kommen über 40.000 Besucher in die Kleinstadt. (KI-generiert)

Der Jokkmokk-Wintermarkt (erste Februarwoche) ist das bedeutendste kulturelle Ereignis der Sámi in Schweden. Seit 1605 findet er jährlich statt -- einer der ältesten Märkte der Welt. Über 40.000 Besucher kommen in die Kleinstadt mit 3.000 Einwohnern, um samisches Kunsthandwerk zu kaufen, Suovas zu probieren und Joik zu hören. Der Markt beginnt mit einem Fackelzug und einer Eröffnungszeremonie. Drei Tage lang kann man durch die Stände schlendern, auf dem zugefrorenen See Hundeschlittenfahrten machen und Joik-Konzerte besuchen. Hotels sind Monate im Voraus ausgebucht.

Ausstellungsraum im Ájtte Museum in Jokkmokk mit samischen Trachten und historischen Gegenständen
Das Ájtte Museum in Jokkmokk: Das wichtigste Museum für samische Kultur in Schweden zeigt Trachten, Handwerk und Geschichte. (KI-generiert)

Das Ájtte Museum in Jokkmokk ist das wichtigste Museum für samische Kultur in Schweden. Der Name bedeutet auf Lule-Sámi „Vorratshaus". Es zeigt permanente und wechselnde Ausstellungen zu Geschichte, Kultur und Lebensweise der Sámi. Besonders stark: die Ausstellung über die regionalen Varianten der Gákti. Der Museumsshop bietet authentisches Duodji mit Siegel. Eintritt: 100 SEK.

Nutti Sámi Siida bei Jukkasjärvi (nahe Kiruna) bietet Rentierausflüge, Übernachtungen im Lavvu (samisches Zelt) und Einblicke in den Alltag der Rentierzüchter. Man schläft auf Rentierfellen am Feuer, hört Geschichten, bekommt morgens Kokkaffe. Im Winter besteht die Chance auf Nordlichter über dem Lavvu. Halbtägige Touren ab 1.200 SEK, Übernachtung ab 2.500 SEK.

Weitere Anlaufstellen: Das Silvermuseet in Arjeplog dokumentiert die Geschichte der Pite-Sámi. Das Sámeting in Kiruna ist öffentlich zugänglich und bietet Einblick in die politische Selbstbestimmung. Fatmomakke Kyrkstad bei Vilhelmina ist eine historische Kirchstadt, in der sich die Sámi seit Jahrhunderten zu Feiertagen versammelten. Der 6. Februar (samischer Nationalfeiertag) wird in vielen Orten Nordschwedens mit Konzerten, Feierlichkeiten und Vorträgen begangen.

Respektvoll besuchen: Regeln und Empfehlungen

Dass das Interesse an der Sámi-Kultur wächst, begrüssen viele Sámi. Gleichzeitig bringt es Verantwortung mit sich. Denn die Sámi sind kein Freilichtmuseum. Sie sind ein Volk, das jahrhundertelang unter Diskriminierung gelitten hat und heute darum kämpft, seine Rechte und seine Kultur zu bewahren. Respektvoller Tourismus bedeutet, das zu berücksichtigen.

Bei samischen Anbietern buchen. Touren und Erlebnisse, die von Sámi selbst betrieben werden, stellen sicher, dass das Geld in die samische Gemeinschaft fließt und die Kultur authentisch vermittelt wird. Nicht jeder Anbieter, der „Sámi-Erlebnisse" verkauft, ist auch samisch. Fragen hilft.

Vor dem Fotografieren fragen. Fotografiere niemals Sámi oder ihre Rentierherden ohne Erlaubnis. Besonders bei kulturellen Veranstaltungen und Zeremonien gilt: erst fragen, dann die Kamera auspacken. Manche Momente sind nicht für die Kamera gedacht.

Abstand zu Rentierherden halten. Besonders während der Kalbungszeit im Frühjahr (April/Mai) sind die Tiere empfindlich. Hunde müssen in Rentiergebieten immer angeleint sein. Ein freilaufender Hund kann eine ganze Herde in Panik versetzen.

Keine Gákti tragen. Die samische Tracht ist kein Kostüm. Sie zeigt regionale Zugehörigkeit und Familienstand an. Das Tragen durch Nicht-Sámi wird als respektlos empfunden.

Sprache beachten. Der Begriff „Lapp" oder „Lappe" ist veraltet und wird von vielen Sámi als abwertend empfunden. Die korrekte Bezeichnung ist Sámi oder Samen. „Lappland" als geografischer Begriff ist akzeptiert.

Authentisches Handwerk erkennen

Das Sámi-Duodji-Siegel garantiert, dass ein Produkt von einem samischen Handwerker nach traditionellen Methoden hergestellt wurde. Gute Kaufmöglichkeiten: der Jokkmokk-Wintermarkt, der Museumsshop des Ájtte, und online über sameslojd.org. Ein echter Guksi kostet 500 bis 2.000 SEK. Wenn ein „samisches" Souvenir 50 SEK kostet, ist es keines.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Sámi leben in Schweden?

Schätzungsweise 20.000 bis 40.000. Die genaue Zahl ist unklar, weil es keine ethnische Registrierung gibt. Wahlberechtigt für das Sámeting sind Personen, die sich als Sámi identifizieren und Samisch als Muttersprache haben oder hatten -- oder deren Eltern oder Großeltern Samisch sprachen.

Wann ist die beste Zeit, um Sámi-Kultur zu erleben?

Der Winter ist ideal, besonders Anfang Februar rund um den Jokkmokk-Wintermarkt und den samischen Nationalfeiertag am 6. Februar. Im Sommer bieten Anbieter Erlebnisse unter der Mitternachtssonne an. Der Herbstmarkt in Jokkmokk im August ist eine ruhigere Alternative.

Kann man bei einer Rentierwanderung mitmachen?

Ja, mehrere samische Anbieter in Schwedisch-Lappland bieten geführte Rentiererlebnisse an. Nutti Sámi Siida bei Kiruna ist der bekannteste. Man kann Rentiere füttern, bei einer kurzen Wanderung begleiten und über die Rentierzucht lernen. Halbtagestouren ab 1.200 SEK. Immer bei samischen Anbietern buchen.

Darf man als Tourist eine Gákti tragen?

Nein. Die Gákti ist ein Identitätsmerkmal, kein Kostüm. Sie zeigt regionale Zugehörigkeit und Familienstand an. Das Tragen durch Nicht-Sámi wird als kulturelle Aneignung empfunden. Bewundern ja, anziehen nein.

Ist der Begriff „Lappland" respektlos?

„Lappland" als geografischer Begriff ist allgemein akzeptiert. Die Bezeichnung „Lapp" oder „Lappe" für die Menschen ist dagegen veraltet und wird von vielen Sámi als abwertend empfunden. Die korrekte Bezeichnung ist Sámi oder Samen.

Wo kaufe ich authentisches samisches Handwerk?

Auf das Sámi-Duodji-Siegel achten. Gute Anlaufstellen: Jokkmokk-Wintermarkt, Museumsshop des Ájtte, lokale Handwerker in Sápmi, und online über sameslojd.org. Billige Imitationen gibt es in jedem Touristenladen -- echtes Duodji kostet mehr, unterstützt aber die Handwerker direkt.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026