LGBT-freundlicher Norden: Queer reisen in Norwegen

Norwegen zählt zu den tolerantesten Ländern der Welt und die Einheimischen sind queeren Menschen gegenüber positiv eingestellt, weshalb es in Norwegen neben den typischen Touristenattraktionen auch gewisse Aktivitäten speziell für Queere gibt.

Homosexualität in Norwegen

Mit der Einführung eines Antidiskriminierungsgesetzes im Jahre 1981 ebnete Norwegen als erstes Land der Welt den Weg für eine offene und tolerante Gesellschaft. Die Landsleute sind der queeren Community freundlich gegenüber gestimmt und seit dem 1. Januar 2009 können homosexuelle Paare heiraten. 

Für homosexuelle Reisende ist Norwegen eines der sichersten Länder in Europa und belegte 2020 Platz vier im ILGA Europe Rating. Besonders Oslo ist ein attraktives Ziel, denn mit seiner Vielzahl an Bars und einer regen Nachtszene, sowie mit regelmäßigen Events bietet die Stadt eine einladende Atmosphäre für jeden. 

Norwegen LGBT
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Die Top 7 Aktivitäten für Queere in Norwegen 

Ein buntes Filmfestival – Oslo/Fusion

Das Oslo/Fusion International Film Festival ist ein jährlich stattfindendes Event, welches sich auf lesbische, schwule, transsexuelle und bisexuelle Themen fokussiert.

Angeboten wird eine bunte Palette von Spielfilmen und Dokumentationen, aber auch Seminare, Vorträge und Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen. Zusammengearbeitet wird unter anderem mit verschiedenen Organisationen wie dem Norwegischen Filminstitut, aber auch mit Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International. 

Mehr Informationen (auf Englisch) unter: www.oslofusion.no

Oslo fagottkor – Der beste Schwulenchor der Welt

Der Oslo fagottkor besteht aus 30 homosexuellen Sängern und Entertainern und wurde im Jahr 2004 gegründet. Der Name des Chors bezieht sich sowohl auf das Instrument Fagott als auch auf den englischen Vulgärausdruck „faggot“. 2009 wurde das Ensemble bei den World Outgames in Kopenhagen zu dem weltbesten Schwulenchor der Welt ernannt.

Sie bestechen vor allem durch ihr musikalisches Talent, als auch durch die humoristische Gestaltung ihrer Auftritte. Diese werden in der Regel zwei Mal im Jahr gehalten. Im Sommer in dem Chat Noir Theater in Oslo und zur Weihnachtszeit in der Lilleborg Kirche.

Darüber hinaus kooperieren sie mit anderen Künstlern während den Konzerten im Sommer. Im Internet lassen sich einige Auftritte des Chors finden, unter anderem eine Zusammenarbeit mit der Sängerin Aurora und der Band Wardruna.

Mehr Informationen (auf Englisch) unter: www.oslofagottkor.no/in-english

Queer reisen in Norwegen
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Queere Bar in Oslo – Perfekt für einen bunten Abend

Das London Pub & Club gibt es seit den Siebzigern und ist eine von Oslos bekanntesten Schwulenbars. Der seit vielen Jahren dienstags stattfindende Karaokeabend bietet eine Bühne für professionelle Sänger, aber auch für Leute, die gerne unter der Dusche singen. Im London Pub & Club ist jeder willkommen und kann hier ganz er selbst sein. Geöffnet hat die Bar regelmäßig von 15-3:30 Uhr.

Mehr Informationen (auf Englisch) unter www.londonpub.no

Weltoffen schmökern im Tronsmo Bokhandel

Der unabhängige Buchladen Tronsmo liegt im Universitetsgata 12 in Oslo und führt eine breite Auswahl an Themen wie Feminismus, Schwule und Lesben, Politik, Filme und Belletristik. Hier finden Besucher auch englischsprachige Bücher und eine eigene Comicabteilung im Keller.

Mehr Informationen (auf Norwegisch) unter: www.tronsmo.no

Hemsedals Pride auf Skiern 

In einem von Norwegens größten Skigebieten findet jährlich das Skeive ski oder Scandinavian Ski Pride statt. Die Sportveranstaltung  in Hemsedal richtet sich an queere Menschen aus ganz Europa und geht über drei Tage. Die Veranstaltung ist für Anfänger und erfahrene Wintersportler geeignet.

Neben Skifahren erwarten die Besucher Aprés-Ski-Parties, gute Musik und spezielle Angebote in Restaurants. Übernachtet werden kann in den nahen gelegenen Hotels wie dem Hemsedal Cafe Skier Lodge.

Bergens einzige queere Bar

Am 17. Mai 1992 öffnete das Fincken seine Türen. Später sollte das Datum der Internationale Tag gegen Homophobie, Biphobie und Transphobie werden. Seitdem ist die Bar Bergens einziger offizieller und ältester Treffpunkt für Menschen jeglichen Geschlechts, Sexualität oder Hautfarbe.

Jeder, der die Werte einer offenen und bunten Gesellschaft teilt, ist hier herzlich willkommen. Das Fincken hält regelmäßige Events wie Drag Karaoke, 80er Partys oder Musik Bingo. 

Mehr Informationen (auf Englisch) unter: www.fincken.no

Stolz in Bergen – Das Pride Festival

Bergen Pride ist das zweitgrößte Pride Festival in Norwegen. Im Zentrum steht hierbei das Feiern von Liebe und Diversität. Rund 50000 Teilnehmer feiern gemeinsam in der ersten Juniwoche mit 80 verschiedenen Events. 

Bergen liegt an der Westküste Norwegens und ist umgeben von Fjorden und Bergen. Seit 2008 verfügt die Stadt über einen Plan gegen Homophobie und ist Mitglied der Rainbow Cities Network. Diese arbeiten daran, die Rechte von queeren Personen durchzusetzen und diese gemeinsam mit den Mitgliedsstädten zu etablieren. 

Fazit

Insbesondere Bergen und Oslo verfügen über ein breit gefächertes Angebot, welches an die queere Community gerichtet ist. Norwegen ist ein weltoffenes und tolerantes Land, das niemanden aufgrund seines Geschlechts oder seiner Identität ausgrenzt.

Im Gegenteil: Queere finden hier einheimische Gleichgesinnte und die Städte warten nur darauf, aus einem bunten Blickwinkel entdeckt zu werden. 

Die häufigsten Fragen von Reisenden

Wie steht Norwegen zu LGBT?

Norwegen ist eines der ersten Länder gewesen, die ein Antidiskriminierungsgesetz für schwule und lesbische Menschen verabschiedet haben. 

Was bedeutet LGBT?

LGBT beinhaltet die Begriffe lesbisch, schwul, bisexuell und transsexuell. Jedoch werden auch Intersexuelle oder Asexuelle mit einbezogen. Weitere Identitäten werden mit einem + mit inbegriffen.

Ist Norwegen gayfriendly?

Gayfriendly beschreibt eine allgemeine Aufgeschlossenheit in Bezug auf Orte und Personen gegenüber queeren Personen wie Lesben, Schwulen, Transsexuellen oder Nicht Binären. Norwegen sind die Städte Oslo und Bergen besonders gayfriendly. Das zeigt sich durch die vielfältigen Angebote an Bars und Aktivitäten, aber auch an der toleranten Haltung der Einheimischen gegenüber queeren Menschen.