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Klettern in Norwegen
Lofoten, Romsdal und Stetind

Klettern in Norwegen

14 Min. Lesezeit

Wer in Norwegen klettert, haengt nicht an irgendeinem Fels. Man haengt an Granitwanden, die direkt aus dem Nordatlantik aufsteigen, an 1.000-Meter-Pfeilern in Taelern, die Gletscher vor 10.000 Jahren aus dem Gestein gehobelt haben, und an einem Berg, den die Norweger selbst zu ihrem Nationalberg gewaehlt haben. Es gibt keinen anderen Ort in Europa, an dem Klettern und Wildnis so eng zusammengehören.

Mein erstes Mal an norwegischem Granit war auf den Lofoten. Ich stand in Henningsvaer, einem Fischerdorf auf Stelzen über dem Wasser, und schaute auf die Presten-Wand. 400 Meter kompakter Granit, senkrecht, mit Rissen, die wie mit dem Lineal gezogen aussahen. Drei Tage später sass ich oben. Die Hände aufgeschuerft, die Beine muede, aber mit einem Blick auf das offene Meer, den man nicht mehr vergisst. Seitdem zieht es mich jedes Jahr zurück.

Norwegens Granit: Warum Kletterer das Land lieben

Norwegischer Granit ist rau. Richtig rau. Die Kristalle in dem Gestein bilden eine Oberflaeche, die fast wie Schmirgelpapier wirkt. Die Reibung ist so gut, dass man Stellen halten kann, die an jedem anderen Felstyp unmöglich waeren. Gleichzeitig ist der Granit hart und kompakt. Er broeckelt nicht, er bricht nicht aus. Was man greift, hält.

Die Risse in norwegischem Granit sind legendaer. Perfekte Handrisse, Fingerrisse, Faustrisse, manchmal Koerperrisse, in denen man sich durch enge Spalten nach oben arbeitet. Für Risskletterer ist Norwegen ein Paradies. Für Plattenkletterer auch: Die glatten, leicht geneigten Granitplatten erfordern Vertrauen in die Fuesse und Nerven aus Stahl, weil die Sicherungspunkte manchmal weit auseinanderliegen.

Ein Punkt, den viele unterschätzen: Die Dimensionen. Norwegische Kletterrouten sind lang. Richtig lang. Mehrseillangen von 15 bis 25 Seillangen sind keine Seltenheit. Das bedeutet Stunden in der Wand, oft einen ganzen Tag. Wer aus der Kletterhalle kommt oder nur Einseillangen gewohnt ist, sollte sich langsam herantasten.

Kletterer an einer Granitwand auf den Lofoten mit Blick aufs Meer
Klettern auf den Lofoten: Granit trifft Nordatlantik (KI-generiert)

Lofoten: Klettern über dem Meer

Die Lofoten sind wahrscheinlich das bekannteste Klettergebiet Norwegens. Die Inselkette nördlich des Polarkreises ragt steil aus dem Meer auf. Berge, die bis zu 1.100 Meter hoch sind, beginnen praktisch am Strand. Das bedeutet: Man steigt aus dem Auto, laeuft zehn Minuten zum Fuss der Wand und klettert los. Oben angekommen, sieht man das Meer auf allen Seiten.

Henningsvaer und Umgebung

Henningsvaer ist das inoffizielle Kletterzentrum der Lofoten. Das Dorf liegt auf mehreren kleinen Inseln, die durch Bruecken verbunden sind. Die Klettergebiete beginnen direkt hinter den Haeusern. Der bekannteste Spot ist Kalle, ein Granitmassiv mit Dutzenden von Mehrseillangen zwischen dem 4. und 7. Grad (norwegische Skala). Die klassische Route "Vestpillaren" fuehrt in sechs Seillangen auf den Gipfel des Presten. Schwierigkeit: Norwegisch 5+, was ungefähr UIAA V+ entspricht. Technisch machbar für Fortgeschrittene, aber die Ausgesetztheit fordert Respekt.

Wer Sportklettern bevorzugt, findet in den Waenden rund um Henningsvaer auch kuerzere, gut abgesicherte Routen. Am Felsen "Gandalf" gibt es Einseillangen vom 5. bis zum 8. Grad. Die Absicherung mit Bohrhaken ist hier solide. Die Zahl der Sportkletterrouten waechst jedes Jahr, weil lokale Kletterer und Erschliesser aktiv neue Linien einrichten.

Blick auf Henningsvaer mit Granitwand im Hintergrund
Henningsvaer auf den Lofoten: Fischerdorf und Kletterparadies (KI-generiert)

Svolvaergeita (die Svolvaer-Ziege)

Die Svolvaergeita ist das Wahrzeichen von Svolvaer und einer der beruehmtesten Gipfel Norwegens. Zwei Felszacken ragen wie Hoerner in den Himmel. Die Kletterroute zum Gipfel ist kurz (drei Seillangen, Grad 4), aber der letzte Schritt hat es in sich: Man springt vom einen Horn zum anderen, ein Abstand von etwa 1,50 Metern, mit 150 Metern Luft unter den Fuessen. Es ist technisch nicht schwer, aber psychologisch eine Sache für sich.

Gefuehrte Touren zur Svolvaergeita kosten ab 2.500 NOK pro Person. Die Guides kennen die Route im Schlaf und helfen beim beruechtigten Sprung. Ich rate jedem, der zum ersten Mal dort hochgeht, einen Guide mitzunehmen. Der Zustieg ist nicht markiert, und bei Nebel oder Regen wird der Fels zur Rutschbahn.

Flakstad und Ramberg

Am Suedende der Lofoten, rund um die Dörfer Flakstad und Ramberg, gibt es weitere Gebiete mit kompaktem Granit. Die Waende sind niedriger als bei Henningsvaer, dafür abwechslungsreicher. Platten, Risse und Überhange wechseln sich ab. Die Region ist weniger besucht. An vielen Tagen hat man die Wand für sich allein. Wer Ruhe sucht und auf den Trubel von Henningsvaer verzichten kann, ist hier richtig.

Ein praktischer Vorteil: Es gibt einen Campingplatz direkt in Ramberg, 500 Meter von den Waenden entfernt. Zelten kostet ab 250 NOK pro Nacht. Im Klettergebiet selbst kann man dank Jedermannsrecht biwakieren, solange man Abstand zu den Haeusern hält.

Romsdal: Europas laengste Granitwand

Romsdal liegt im westlichen Norwegen, suedlich von Alesund. Das Tal ist eng, steil und gewaltig. Die Berge hier sind hoeher als auf den Lofoten, die Waende laenger, die Touren ernster. Romsdal ist kein Anfängergebiet. Wer hierher kommt, weiss, was er tut.

Trollveggen (Trollwand)

Die Trollwand ist die höchste senkrechte Felswand Europas. 1.100 Meter, fast durchgehend vertikal, teilweise überhangend. Die Erstbegehung 1965 durch ein norwegisch-britisches Team dauerte elf Tage. Heute brauchen schnelle Seilschaften immer noch zwei bis drei Tage. Die Standardroute "Rimmon" hat 35 Seillangen und Schwierigkeiten bis zum norwegischen 6+ (UIAA VII). Es gibt schwierigere Varianten bis zum 8. Grad.

Trollwand im Romsdal, höchste senkrechte Felswand Europas
Romsdal: Die Trollwand mit über 1.100 Metern senkrechtem Granit (KI-generiert)

An der Trollwand zu klettern ist ein ernstes Unternehmen. Man braucht Bigwall-Erfahrung, eine komplette Hakenleitern-Ausrüstung und die Bereitschaft, in einer Portaledge an der Wand zu schlafen. Das Wetter wechselt schnell. Regen, Schnee und Sturm können auch im Sommer überraschend einsetzen. Wer die Trollwand unterschätzt, bringt sich in Gefahr.

Es gibt aber auch zugaenglichere Routen im Romsdal. Die umgebenden Berge Romsdalshorn (1.550 m) und Store Vengetind (1.852 m) bieten Mehrseillangen im mittleren Schwierigkeitsbereich. Das Romsdalshorn ist ein Klassiker: Die Normalroute hat fuenf Seillangen im 3. bis 4. Grad, und vom Gipfel aus blickt man direkt auf die Trollwand.

Mardalsfossen und die Seitentaeler

In den Seitentaelern des Romsdal gibt es weitere Kletterfelsen, die weniger bekannt sind. Die Waende bei Mardalsfossen (Norwegens höchster frei fallender Wasserfall) bieten soliden Granit mit gut entwickelten Risssystemen. Die Erschliessung ist nicht abgeschlossen. Wer gerne neue Routen sucht, findet hier jungfraeulichen Fels. Das ist der große Reiz von Norwegen: Es gibt noch Waende, an denen nie jemand geklettert ist.

Stetind: Norwegens Nationalberg

Im Jahr 2002 waehlten die Norweger den Stetind zu ihrem Nationalberg. Er steht in Nordland, suedlich der Lofoten, und sieht aus wie ein gewaltiger Amboss. Die Form ist so geometrisch, so unwirklich, dass man beim ersten Anblick zweifelt, ob der Berg natürlich entstanden ist. 1.392 Meter hoch, mit senkrechten Waenden auf allen Seiten und einem flachen Gipfelplateau.

Der Stetind, Norwegens Nationalberg, mit seiner markanten Form
Stetind in Nordland: Norwegens Nationalberg und Kletterziel (KI-generiert)

Die Normalroute

Die Normalroute (norwegisch 4, UIAA III+) fuehrt von Sueden auf den Gipfel. Der Zustieg dauert etwa zwei Stunden. Dann folgen fuenf bis sieben Seillangen über Platten, Baender und Risse. Die Kletterei ist nicht extrem schwer, aber die Wand ist ausgesetzt. Unter einem faellt der Fels hunderte Meter ab. Bei gutem Wetter braucht man sechs bis acht Stunden für die komplette Tour (Auf- und Abstieg).

Für den Abstieg gibt es zwei Optionen: Zurueck über die Aufstiegsroute (Abseilen) oder über den Nordgrat. Der Nordgrat ist leichter (Grad 2 bis 3), aber laenger und erfordert gute Orientierung. Bei Nebel wird es dort oben schnell unübersichtlich.

Die Pillar Route und Sydpilaren

Wer es anspruchsvoller will, nimmt die "Pillar Route" oder die "Sydpilaren" (Suedpfeiler). Beide fuehren über die steile Suedwand in 15 bis 20 Seillangen auf den Gipfel. Schwierigkeiten bis zum norwegischen 6 (UIAA VI). Diese Routen erfordern Alpine Erfahrung, solide Mehrseillangentechnik und einen langen Tag. Im Sommer hat man den Vorteil des Dauerlichts: Noerdlich des Polarkreises geht die Sonne im Juni und Juli nicht unter, was Zeitdruck reduziert.

Der Stetind hat eine besondere Atmosphaere. Er steht einsam, weit weg von den großen Touristenrouten. Am Gipfel trifft man selten andere Kletterer. Dafür hat man einen Blick über den Tysfjord und die umliegenden Berge, der einen für den langen Tag entschaedigt.

Weitere Klettergebiete

Jotunheimen und Hurrungane

Im Jotunheimen-Nationalpark stehen Norwegens höchste Berge. Die Hurrungane-Gruppe im Westen des Parks bietet alpine Gratkletterereien auf Gabbro-Gestein. Gabbro ist rauer als Granit und bietet sehr gute Reibung. Die klassische Tour über den Store Skagastolstind (2.405 m) erfordert Kletterei im 3. bis 4. Grad und ist eine der beliebtesten alpinen Routen des Landes.

In den Hurrungane hat man echtes Hochgebirge: Schneefelder, Gletscher, bruechige Grate und schnell wechselndes Wetter. Eine gute Grundkondition ist Pflicht. Die norwegische DNT-Huette Skagastolsbu liegt am Fuss der Berge und dient als Basislager.

Rogaland und Lysefjord

Der Lysefjord bei Stavanger ist vor allem für den Preikestolen bekannt. Aber die Waende rund um den Fjord bieten auch Klettermöglichkeiten. Der bekannteste Spot ist Kjerag, wo ein eingeklemmter Felsblock 984 Meter über dem Fjord haengt. Die Kletterrouten an der Kjeragwand sind ernst und lang: bis zu 500 Hoehenmeter im senkrechten Granit. Nur für erfahrene Alpinkletterer.

Einfacher und naeher an Stavanger liegt das Klettergebiet Bryne. Hier findet man gut abgesicherte Sportkletterrouten im 5. bis 7. Grad. Perfekt zum Aufwaermen vor einer großen Tour oder für einen Klettertag, wenn das Wetter in den Bergen nicht mitspielt.

Narvik und Ofoten

Die Region um Narvik wird als Klettergebiet noch unterschätzt. Die Berge rund um den Ofotfjord bieten kompakten Granit mit kurzen Zustiegen. Der Storsteinsfjellet direkt über der Stadt hat Sportkletter- und Mehrseillangen-Routen. Im Winter ist Narvik vor allem für Skitouren bekannt, aber im Sommer gehört der Fels den Kletterern. Die Mitternachtssonne macht Klettern bis Mitternacht möglich. Ein seltsames Gefuehl: Um 23 Uhr in einer Wand haengen, während die Sonne flach über den Horizont streicht.

Ausrüstung und Vorbereitung

Kletterausruestung für Mehrseillangen in Norwegen
Typische Ausrüstung für eine Mehrseillangen-Tour in norwegischem Granit (KI-generiert)

Die Ausrüstung haengt von der Tour ab. Für Sportklettern reicht die Standard-Ausstattung: Gurt, Seil (60 oder 70 Meter), Expressen, Karabiner, Helm. Für Mehrseillangen braucht man zusaetzlich Schlingen, Abseilgeraet, Prusikschlingen und genug Karabiner für lange Standplaetze.

Für traditionelles Klettern (Trad) in norwegischen Rissen ist ein vollstaendiges Klemmgeraete-Set Pflicht. Friends und Keile in allen Größen, dazu eine Auswahl Hexentrics für die breiten Risse. Wer an den großen Waenden (Trollwand, Stetind Suedwand) unterwegs ist, braucht außerdem Portaledge, Haulbag, Wasservorratsbehälter und Verpflegung für zwei bis drei Tage.

Packliste für Mehrseillangen in Norwegen

  • Einfachseil 60m oder Halbseile 2x 60m (für alpine Routen)
  • 12 bis 15 Expressen, 6 bis 8 lange Schlingen
  • Kompletter Satz Friends (0.3 bis 4), Keile, optional Hexentrics
  • Helm (zwingend, Steinschlaggefahr in den Bergen)
  • Warme Schicht und Regenjacke (auch im Sommer)
  • Biwaksack als Notfallausruestung
  • Stirnlampe (außerhalb der Mitternachtssonnen-Saison)
  • Sonnencreme und Sonnenbrille (der norwegische Granit reflektiert stark)

Ein Wort zu den Schuhen: Die raue Granitoberfaeche frisst Gummi. Kletterschuhe halten in Norwegen weniger lang als an Kalkstein. Wer zwei Wochen am Fels plant, sollte ein zweites Paar mitnehmen. Weiche Schuhe mit viel Reibung funktionieren auf den Platten am besten. Für die Risse sind steifere Schuhe angenehmer, weil man weniger Druck auf die Zehen hat.

Kletterfuehrer und Guiding

Für die Lofoten ist der Fuehrer "Lofoten Rock" von Chris Craggs und Thorbjorn Enevold die Standardreferenz. Er deckt die wichtigsten Gebiete ab und wird regelmaessig aktualisiert. Für Romsdal gibt es "Romsdal: Selected Climbs" von Iver Gjelstenli. Beide sind auf Englisch verfügbar und in den lokalen Sportgeschaeften erhältlich.

Guiding-Agenturen bieten gefuehrte Touren auf allen Niveaus an. Auf den Lofoten sind Northern Alpine Guides und Lofoten Active die bekanntesten Anbieter. Eine gefuehrte Mehrseillangen-Tour kostet ab 3.500 NOK pro Person bei zwei Teilnehmern. Für den Stetind oder die Trollwand-Region arbeiten die meisten Guides individuell. Privatfuehrung für eine Stetind-Besteigung: ab 8.000 NOK für eine Zweierseilschaft.

Mein Rat: Wer zum ersten Mal in Norwegen klettert und Mehrseillangen plant, sollte die erste Tour mit einem lokalen Guide machen. Die Norweger haben einen anderen Stil als Kletterer aus den Alpen. Die Absicherung ist spaerlicher, die Bewertungen manchmal eigenwillig, und die Routenfindung in den großen Waenden ist ohne Ortskenntnisse schwierig. Ein Tag mit einem Guide spart Nerven und gibt einem die Sicherheit, danach auf eigene Faust loszuziehen.

Beste Jahreszeit und Wetter

Die Klettersaison in Norwegen ist kurz. Von Mitte Juni bis Mitte September hat man die besten Chancen auf trockenen Fels und ertraegliche Temperaturen. Juli und August sind die waermsten Monate. Auf den Lofoten liegen die Tagestemperaturen dann bei 12 bis 18 Grad, in Romsdal bei 15 bis 22 Grad.

Das Wetter ist wechselhaft. Der Atlantik bringt Wolken und Regen, oft ohne Vorwarnung. Man kann morgens bei strahlendem Sonnenschein einsteigen und nachmittags im Nebel stecken. Die norwegische Wetter-App yr.no ist zuverlaessig und sollte taeglich gecheckt werden. Wenn yr.no Regen vorhersagt, kommt Regen.

Nasser Granit ist gefaehrlich. Die wunderbare Reibung des trockenen Fels verschwindet komplett, wenn der Stein nass wird. Routen, die trocken entspannt kletterbar sind, werden nass zu glatten Rutschbahnen. Nach Regen braucht der Fels je nach Exposition ein bis vier Stunden zum Trocknen. Suedseitige Waende trocknen schneller.

Ein Tipp für die Lofoten: Ende Juni und Anfang Juli hat man die laengsten Tage und die wenigsten Muecken. Ab Mitte Juli nimmt die Mueckenplage zu. Mueckenschutz gehört auf den Lofoten zur Kletterausruestung. Wer am Stand in einer Mueckenwolke haengt, hat wenig Spass.

Haeufige Fragen

Welches Kletterlevel braucht man für Norwegen?

Sportklettergebiete bieten Routen ab dem 4. Grad (UIAA III+). Für die klassischen Mehrseillangen auf den Lofoten oder am Stetind sollte man sicher im 5. Grad (UIAA V) klettern. Für die großen Waende im Romsdal braucht man mindestens den 6. Grad (UIAA VI) und Bigwall-Erfahrung.

Gibt es Kletterausruestung vor Ort zu kaufen?

In den großen Städten (Oslo, Bergen, Tromsoe, Bodo) gibt es Sportgeschaefte mit Kletterabteilungen. Auf den Lofoten hat Henningsvaer einen kleinen Kletterladen. Trotzdem: Spezialausruestung wie Friends und Keile sollte man mitbringen. Das Angebot vor Ort ist begrenzt.

Braucht man eine Genehmigung zum Klettern?

Nein. In Norwegen gilt das Jedermannsrecht (Allemannsretten). Klettern ist an allen natürlichen Felsen erlaubt. Es gibt keine Sperrungen wie in manchen Alpenlaendern. Die einzige Einschraenkung betrifft Vogelschutzgebiete während der Brutzeit (Mai bis Juli), wo bestimmte Klippen gesperrt sein können.

Wie kommt man zu den Klettergebieten?

Lofoten: Flug nach Bodo oder Harstad/Narvik, dann Faehre oder Mietwagen. Romsdal: Flug nach Molde oder Alesund, Mietwagen ins Tal. Stetind: Flug nach Narvik/Harstad, Mietwagen. Ein Auto ist fast immer nötig, oeffentlicher Nahverkehr in den Klettergebieten existiert kaum.

Kann man auf den Lofoten zelten?

Ja, dank Jedermannsrecht. Viele Kletterer zelten direkt am Fuss der Waende oder auf den Campingplaetzen in Henningsvaer und Ramberg. Rorbuer (umgebaute Fischerhaeuser) sind eine komfortable Alternative. Preis ab 800 NOK pro Nacht für eine einfache Rorbu auf den Lofoten.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026