Hardangervidda
Grenzenlose Weite, raue Natur und starke Kontraste machen die Hardangervidda zu einem Ziel in Norwegen, das dich so schnell nicht wieder loslässt.
Im Norden Telemarks präsentiert sich mit der Hardangervidda das größte Hochplateau Europas.
Mit einer Fläche von 9000 km² bildet die Ebene zum einen den größten Nationalpark in Norwegen und ist zum anderen rund dreimal größer wie das Saarland.
Seit Jahren ist die Hardangervidda ein Eldorado für hartgesottene Skiläufer und naturverliebte Trekker.
Die fast baum- und strauchlose Ebene erreicht Höhen von 1200 bis 1400 m und wird durch zahlreiche Seen und Moore zum Leben erweckt.
Nur wenige, jedoch markante Gipfel überragen die weite Ebene und zeichnen eine Kulisse, die einen nicht mehr loslässt.
Einer der höchsten Gipfel der Hardangervidda ist der Hårteigen. Er ragt mit beeindruckenden 1691 m gen Himmel. Aber auch der Hallingskarvet mit 1933 m und der Hardangerjokulen mit 1876 m zeichnen eine Kulisse, die man so schnell nicht vergisst.
Richtung Osten flacht die Vidda langsam ab und folgt einem vergleichsweise seichten Verlauf. Gen Westen fällt sie gebirgig-steil in das norwegische Fjordland ab.
Immer wieder stößt man in der Hardangervidda auf mächtige Wasserfälle, die das Landschaftsbild bestimmen. Der bekannteste und zugleich spektakulärste ist der Voringsfossen, der überregional bekannt ist.
Die Wolken der atlantischen Tiefausläufer sammeln sich an den Abhängen des Hochplateaus und bescheren dem Westen fast stetigen Regen.
Während des Winters punktet die Region mit einem gigantischen Schneereichtum, der die Herzen begnadeter Skiläufer höher schlagen lässt. In diesen Bereichen der Hardangervidda ist eine Schneehöhe von bis zu 5 m keine Seltenheit.
Selbst während des Sommers klettert das Thermometer in diesen Höhen nur selten über die Marke von 10° Celsius.
Durch den häufig heftigen Wind hinterlässt das Wetter der Region einen wesentlich garstigeren Eindruck und schickt auch erfahrene Trekker an ihre Grenzen.
Hardangervidda, Wo Vielfalt grenzenlos erscheint
Obwohl die unwirtliche Witterung der Hardangervidda die Natur in ihre Schranken weist, findet man auf dem Hochplateau rund 450 Pflanzenarten. 100 davon sind endemisch.
Rund 28 Säugetierarten haben sich über die Jahrzehnte hinweg in diesen Gefilden niedergelassen. Immer wieder trifft man in der Hardangervidda auf eines der rund 10.000 Rentiere.
Die flinken Tiere trifft man vor allem im Gebiet von Sandhaug und Haukeli, wo sie sich mit viel Glück fotografieren lassen. Besonders selten sieht man die beeindruckenden Tiere vom 20. August bis zum 30. September.
In dieser Zeit wird die Hardangervidda von der Jagdsaison bestimmt und die Tiere sind noch vorsichtiger als sonst.
Vor rund 12.000 Jahren war die heutige Hardangervidda eine beeindruckende und zugleich sagenhafte Eislandschaft. Obwohl sich das Hochplateau bis heute all seine Ursprünge und die damit verbundene Brillanz bewahren konnte, gehört es zu den beliebtesten Gebieten für Wanderer und Skiläufer.
Die Hardangervidda verfügt über eine vortreffliche Verkehrsanbindung. Die E 134 verläuft entlang der südlichen Grenze. Im Norden trifft man auf die RV 7, die für eine leichte Erreichbarkeit sorgt.
Zugleich lässt die Bahnlinie Oslo-Bergen die Hardangervidda nicht unbeachtet. Trotz der guten Verkehrsanbindung ist das Hochplateau in seinem Kerngebiet noch immer ein straßenloses und zugleich unberührtes Naturreservat.
Die Norwegische Landschaftsroute Hardangervidda verläuft zwischen Eidfjord und Haugastøl und hat eine Länge von 67 km (Straße 7). Die Norwegische Landschaftsroute Hardangervidda ist für den Straßenverkehr ganzjährig geöffnet.
Im Winter kann die Straße aber durchaus über das Gebirge bei schlechter Witterung kurzzeitig komplett gesperrt sein.
Hardangervidda Naturzentrum Eidfjord
Das Hardangervidda Naturzentrum Eidfjord ist ein sehr modernes Natur- und kulturhistorisches Erlebniszentrum.
Hier findest du auf drei Etagen spannende Ausstellungen, Dioramen, interaktive Stationen, außergewöhnliche Aquarien, Themenvideos und illustrative Plakattexte.
Auf drei Etagen geht es um Tierwelt, Natur und Klima. Das Zusammenspiel von Kultur und Milieu wird durch Sehen, Fühlen, Hören und Lernen greifbar.
Das Hardangervidda Naturzentrum Eidfjord ist ein autorisiertes Nationalparkzentrum für die Hardangervidda. Dort vermittelt man Wissen und Einblicke in Geologie, Botanik, Glaziologie, Zoologie, Archäologie und Ornithologie.
Ein Erlebnis für die ganze Familie. Ziel ist es, dass der Besuch im Zentrum und ein Rundgang durch die Ausstellungen spannend, unterhaltsam und lehrreich sein sollen.
Hardangervidda, das Tal Måbødalen
Das spektakuläre Tal Måbødalen überrascht mit seltener und wunderschöner Flora. Hier donnert der Wasserfall Vøringsfossen mit einer freien Fallhöhe von 145 m in die Tiefe.
Der Vøringsfossen ist in Norwegen neben dem touristischen Wahrzeichen des Landes, dem Trollstigen, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten.
Wanderungen in der Hardangervidda
Mit 1.200 km markierten Wanderwegen und über 30 Hütten ist die Hardangervidda eines der beliebtesten Wandergebiete in Südnorwegen.
Unzählige Wasserläufe, nasse Wiesen, Moore, Wollgras, flache Bergrücken machen das weitläufige Wanderdorado aus. Die ständig wechselnden Wolken und Lichtspiele sind ein Traum für Fotografen und Wanderer.
Hier geht es zu unserem Special: Wanderungen in der Hardangervidda
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Häufig gestellte Fragen
Wie groß ist die Hardangervidda?
Die Hardangervidda erstreckt sich über rund 9.000 km² und ist damit Europas größtes Hochplateau. Der darin liegende Nationalpark umfasst 3.422 km². Zum Vergleich: Das gesamte Gebiet ist etwa dreimal so groß wie das Saarland.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern auf der Hardangervidda?
Die Wandersaison läuft von Mitte Juni bis Mitte September. Im Juli und August sind die Bedingungen am stabilsten, auch wenn das Wetter jederzeit umschlagen kann. Warme und wasserdichte Kleidung gehört immer in den Rucksack. Für Skitouren eignen sich Februar bis April.
Kann man auf der Hardangervidda Rentiere sehen?
Ja, auf der Hardangervidda lebt Europas größte Wildrentier-Herde mit rund 10.000 Tieren. Am häufigsten triffst du sie im Gebiet um Sandhaug und Haukeli. Zwischen dem 20. August und dem 30. September ist Jagdsaison, dann sind die Tiere scheuer.
Wie komme ich zur Hardangervidda?
Die E 134 führt an der Südgrenze entlang, die RV 7 an der Nordseite. Auch die Bahnlinie Oslo-Bergen hält in der Nähe. Von Eidfjord aus erreichst du das Hardangervidda Naturzentrum direkt. Ein Auto vor Ort ist empfehlenswert, da der öffentliche Nahverkehr in der Region dünn getaktet ist.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.