Ribe – Die älteste Stadt Dänemarks

Als älteste Stadt Dänemarks war Ribe einst Dreh- und Angelpunkt der wikingischen Seefahrt. Im Laufe der Geschichte wandelte sich die Stadt vom Königssitz zum gemütlichen Provinznest. Dabei gilt Ribe nach wie vor als ein attraktives Ziel für Touristen in Dänemark.

Ribes Geschichte

Die ersten Spuren aus Ribes Geschichte beginnen im frühen 8. Jahrhundert. Aufgrund ihrer günstigen Lage entwickelte sich die Stadt schnell zu einem bedeutenden Handelshafen. Neben dem Handel wurde das Stadtbild zu jener Zeit stark vom Handwerk geprägt. Die rasch wachsende ökonomische Bedeutung der Stadt sowie die ansässigen Metallgießereien führten dazu, dass in Ribe die ersten Münzen Nordeuropas geprägt wurden.

Nachdem der Mönch Ansgar vom dänischen König Horik II. die Erlaubnis erhalten hatte, eine Kirche in Ribe zu gründen, wurde die Stadt ein wichtiger Angelpunkt für das sich nach Nordeuropa ausbreitende Christentum.

In der Folgezeit wurde Ribe zum Bischofssitz des gleichnamigen Bistums erhoben und vier verschiedene Klöster siedelten sich rund um die Stadt an. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde zudem mit dem Bau des heutigen Doms von Ribe begonnen. Aufgrund dessen herausragender Bedeutung für den Handel und das nordeuropäische Christentum verweilte auch der dänische König des Öfteren in Ribe. Als Sitz diente ihm dabei das Schloss Riberhus.

Dom in Ribe
Quelle: Elenarts / bigstock.com

Der große Brand von 1580 sowie eine Reihe von Pestepidemien und Sturmfluten setzen Ribe in der frühen Neuzeit erheblich zu. In Verbindung mit dem politischen und wirtschaftlichen Aufstieg Kopenhagens verlor die Stadt im Laufe der Zeit stetig an Bedeutung. Spätestens seit dem 18. Jahrhundert hatte die Stadt auch den letzten Rest ihrer Bedeutung für den Seehandel eingebüßt. Von dieser Zeit an war Ribe nur noch eine unbedeutende Provinzstadt.

Die historischen Bauwerke Ribes

Auch wenn Ribe heutzutage lediglich rund 8.000 Einwohner besitzt, erzählt das Stadtbild nach wie vor die Geschichte eines einstmals bedeutenden Knotenpunktes des Mittelalters. Die berühmteste Sehenswürdigkeit und zugleich das Wahrzeichen der Stadt ist der Dom von Ribe.

Die älteste Domkirche Dänemarks ist mit ihrem 52 Meter hohen Turm im flachen Umland bereits vom Weiten her zu sehen. Die bewegte Geschichte des Doms, welcher Verfall, Einstürze und Restaurierung miterlebte, spiegelt sich im Innern des Kirchengebäudes wieder. Dort vereinen sich eine modern anmutende Bausubstanz mit zahlreichen Prunkstücken des Barock.

Ribe, die älteste Stadt Dänemarks
Ribe, die älteste Stadt Dänemarks

Weitere bedeutende Bauwerke der Stadt sind das Dominikanerkloster aus dem 13. Jahrhundert sowie das spätgotische Rathaus. Letzteres beherbergt heutzutage ein Museum, welches sich der Geschichte von Recht und Gesetz in Ribe widmet. Vom einstigen Schloss Riberhus sind dieser Tage nur noch Wallanlagen und Schlossgraben übrig geblieben.

Museen und Wikingerausstellungen

Neben dem Rathaus gibt es in und um Ribe noch eine Vielzahl weiterer interessanter Museen und Ausstellungen. Besonders die beiden Wikingermuseen erfreuen sich großer Beliebtheit.

In der Stadt selbst befindet sich das Museum Ribes Wikinger. Die dortige Dauerausstellung zeigt die Geschichte Ribes von der Wikingerzeit bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Kern der Ausstellung sind dabei zahlreiche historische Gegenstände und archäologische Funde.

Zwei Kilometer südlich des Ortskerns befindet sich indes das Freilichtmuseum Ribe VikingeCenter. Auf rund zehn Quadratkilometern erstrecken sich zahlreiche authentisch nachgebildete Gebäude aus der Wikingerzeit. Das Freilichtmuseum erlaubt es Besuchern, das tägliche Leben der alten Wikinger hautnah mitzuerleben.

Über die Sommermonate hinweg beherbergt das VikingeCenter zudem über Tausend Freiwillige aus der ganzen Welt. Diese lassen mit traditionellem Kunsthandwerk, Bootsbau, Bogenschießvorführungen, Falknern und vielem mehr die alte Wikingerzeit wieder lebendig werden.

  • Das Museum des Doms zu Ribe erzählt von der Baugeschichte des Kirchengebäudes sowie dem religiösen Leben in Dänemark.
  • Das Kunstmuseum beherbergt sowohl klassische Kunstwerke wie auch Werke des Modernismus und der zeitgenössischen Kunst.
  • Im Wattenmeerzentrum können sich Besucher in einer rund 1.000 m² großen Ausstellung über die Landschaft des Wattenmeeres sowie das Leben der zahlreichen Zugvögel der Region informieren. Zudem grenzt Ribe unmittelbar an den Nationalpark Wattenmeer, sodass ein Besuch der Ausstellung leicht mit einer Tour durch das eigentliche Wattenmeer ergänzt werden kann.
Ribe

Ein Bummel durch den alten Stadtkern

Obwohl Ribe im Laufe seiner Geschichte eine Reihe von Feuersbrünsten überstehen musste, verfügt die Stadt heute immer noch über einen gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern. Unter den mehr als 100 denkmalgeschützten Gebäuden befinden sich zahlreiche mittelalterliche Fachwerkhäuser, welche mit ihren knallbunten Fassaden und verzierten Türen die Blicke auf sich zu ziehen wissen. Vielerorts zeugen Tafeln und Verzierungen von der langen und bewegten Geschichte der Stadt.

Der Stadtkern ist zudem mit zahlreichen kleinen Geschäften und Straßencafés gespickt. Letztere laden Besucher dazu ein, die entschleunigte Kleinstadtidylle in sich aufzusaugen. Die Mischung aus provinzieller Ruhe und dem historischen Charme der kunstvollen Fachwerkhäuser verleihen Ribe ein Gefühl der Gemütlichkeit, welches in dieser Form nur an den wenigsten Urlaubsorten anzutreffen ist.

Der Rundgang mit einem Nachtwächter – Ein Abenteuer für sich

Eine Möglichkeit, die Stadt von einer ganz besonderen Seite kennenzulernen, bietet eine der geführten Nachtwächtertouren. Die berühmten Nachtwächterrundgänge von Ribe finden jedes Jahr zwischen Mai und Oktober statt.

Der mit schwarzem Mantel und einem archaisch anmutenden Morgenstern ausgestattete Nachtwächter führt Touristen in dieser Zeit jeden Abend im Rahmen einer kostenlosen Tour durch die Stadt. Dabei bringt er den Besuchern die Geschichte Ribes näher und erzählt zudem das ein oder andere Schauermärchen von Bränden und Hexen. Zusätzlich haben Reisegruppen außerhalb der Saison die Möglichkeit, einen Nachtwächter einzuladen, damit dieser Geschichten über die Stadt zum Besten gibt.

Die Tradition des Nachtwächters in Ribe geht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Damals fungierten die Nachtwächter nicht nur als Wachen. Sie sorgten auch für die Aufrechterhaltung der Straßenbeleuchtung, schlugen bei Feuer oder Sturmfluten Alarm und markierten mit einem gesungenen Wächtervers den Stundenschlag.

Wegen Letzterem gehörte eine gute Gesangsstimme zu den Grundvoraussetzungen. Nachdem die Nachtwache zu Beginn des 20. Jahrhunderts obsolet geworden war, wurde die alte Tradition ab 1935 durch den örtlichen Tourismusverein wieder zum Leben erweckt.

Nachtwächter in Ribe
Nachtwächter in Ribe

Veranstaltungen

Die wohl bekannteste jährliche Veranstaltung in Ribe ist der internationale Wikingermarkt, welcher jeden Sommer über im Ribe VikingeCenter abgehalten wird. Neben den zahlreichen Reenactments des traditionellen Wikingerlebens bietet der Markt Besuchern die Möglichkeit, eine Vielzahl an handgefertigten Keramik- und Lederwaren, handgeschmiedeten Messern, althergebrachten Kleidungsstücken und vieles mehr zu erwerben.

Den Höhepunkt bilden Musik- und Reitvorführungen, mittelalterliche Gauklervorstellungen sowie spektakuläre Schaukämpfe.

Ebenfalls über den Sommer hinweg findet in Ribe jeden Mittwoch ein traditioneller Markttag statt. Einheimische Händler und Krämer nutzen diese Gelegenheit, um ihre Buden auf dem Domplatz aufzuschlagen und zahlreiche handgefertigte Waren anzubieten. Weiterhin findet in Ribe jedes Jahr im Mai ein großes Tulpenfest statt. Dazu gehören traditionell auch ein Floh- und Jahrmarkt sowie ein Umzug mit Musik.

Tulpenfest in Ribe, Dänemark

Liebhaber von Oldtimern kommen hingegen von April bis September jeden Dienstag beim Ribe Classic auf ihre Kosten. Bei gutem Wetter versammeln sich dabei bis zu 200 Oldtimer und Motorräder auf der Wiese Hovedengen vor den Toren der Stadt. Abgesehen davon beinhaltet der Veranstaltungskalender von Ribe eine Reihe von Volks- und Kulturfesten. Dazu zählen beispielsweise Mittsommer, das Volksmusikfest in Ribe, der Kunst- und Herbstmarkt oder das Ribe Weinfestival.

Anfahrt

Ribe befindet sich an der dänischen Nordseeküste und ist knapp 90 km von der deutsch-dänischen Grenze entfernt. Die Anreise mit dem Auto ab Hamburg ist sehr unkompliziert. Die A7 führt direkt bis zur dänischen Grenze. Von dort fährt man geradeaus weiter, bis man zur Route 8 gelangt. Die Route 179 führt dann direkt nach Ribe.

Wer mit der Bahn anreisen möchte, sollte die Marschbahn von Hamburg bis nach Niebüll nehmen. Vor dort fährt ein Zug der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft bis nach Tønder, wo ein abermaliger Umstieg in einen Zug bis nach Ribe notwendig ist. Die nächst gelegenen Flughäfen zu Ribe sind Esbjerg und Billund.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die beste Zeit für eine Reise nach Ribe?

Um das gute Wetter genießen zu können, empfehlen sich die Monate von Juni bis September für eine Reise nach Ribe. Zu dieser Zeit liegt die Durchschnittstemperatur bei ca. 20 Grad Celsius.

Was muss man in Ribe unbedingt gesehen haben?

1. Das „Ribe VikingeCenter“ ist ein Freilichtmuseum, welches das Leben der Wikinger mithilfe von Gebäuden und Höfen repräsentiert. Es eignet sich besonders für Familien mit kleinen Kindern.
2. Im „Nationalpark Wattenmeer“ kann man auf wunderschönen Spaziergängen und Wanderungen die fantastische Natur betrachten.
3. Kunstbegeisterte dürfen keineswegs das „Ribe Kunstmuseum“ verpassen, welches dienstags bis sonntags zwischen 11:00 Uhr und 16:00 Uhr geöffnet hat.

Wie viel kostet der Eintritt in das „Ribe VikingeCenter“?

Bis zu einem Alter von 3 Jahren ist der Eintritt kostenlos. Kinder zwischen 3 und 13 Jahren zahlen 65 DKK, was ca. 9 Euro sind. Erwachsene ab 14 Jahren zahlen 130 DKK, was ca. 18 Euro sind.

Welche Restaurants in Ribe sind zu empfehlen?

1. Das beliebteste Restaurant in Ribe ist definitiv das „Sälhunden“ Restaurant, welches hauptsächlich Gerichte mit Meeresfrüchten anbietet.
2. Das „Vester Vedsted Vingård“ bietet nachhaltiges Essen und Trinken aus der Region an und ist auch für eine vegetarische oder glutenfreie Ernährung gut geeignet.
3. Das „Quedens Gaard Cafe og Krambod“ Restaurant ist zugleich ein Café und Restaurant. Hier werden neben typisch skandinavischen Gerichte auch jede Menge anderer Gerichte angeboten, sodass für jeden etwas zu finden ist.

Was ist das Besondere an der dänischen Stadt Ribe?

Der Grund weshalb sehr viel Touristen nach Ribe reisen liegt darin, dass es die älteste Stadt in Dänemark ist. Sie fasziniert mit ihrer mittelalterlichen Altstadt und Gebäuden.

Welcher Campingplatz in Ribe ist zu empfehlen?

Definitiv empfehlenswert ist der „Ribe Camping“ Campingplatz, welcher nicht ohne Grund zum schönsten Campingplatz Dänemarks 2020 ernannt wurde. Es gibt sowohl Camping- und Glampingmöglichkeiten, als auch Ferienhütten und Penthouseapartments.