Feste und Feiertage in Dänemark
Inhaltsverzeichnis
- 1 Gesetzliche Feiertage im Überblick
- 2 Nytår: Silvester und Neujahr
- 3 Fastelavn: Der dänische Karneval
- 4 Påske: Ostern in Dänemark
- 5 Store Bededag: Der Große Bettag
- 6 Grundlovsdag: Der Verfassungstag
- 7 Sankt Hans: Mittsommer am Feuer
- 8 Jul: Weihnachten auf Dänisch
- 9 Flaggenkultur und Dannebrog
- 10 Regionale Feste und Festivals
- 11 Häufig gestellte Fragen
Wer Dänemark besucht, erlebt ein Land, in dem Traditionen und Gemeinschaft einen hohen Stellenwert haben. Die dänischen Feiertage erzählen viel über die Geschichte, den Glauben und das Selbstverständnis der Dänen. Manche Bräuche wirken auf den ersten Blick vertraut, andere überraschen mit einer Eigenständigkeit, die es so nur zwischen Nordsee und Ostsee gibt.
Das Feiertagskalenderjahr beginnt mit dem ausgelassenen Silvester in Kopenhagen, führt über den wilden Fastelavn im Februar bis zum besinnlichen Weihnachtsfest im Dezember. Dazwischen liegen Feste, die es in Deutschland gar nicht gibt, etwa der Store Bededag oder der Grundlovsdag. Dieser Ratgeber führt durch alle wichtigen Feiertage und verrät, was dahintersteckt.
Gesetzliche Feiertage im Überblick
Dänemark hat vergleichsweise wenige gesetzliche Feiertage. Im Gegensatz zu Deutschland, wo je nach Bundesland bis zu 13 Feiertage möglich sind, kommt Dänemark auf gerade einmal neun offizielle freie Tage. Seit 2024 ist der Store Bededag als gesetzlicher Feiertag weggefallen, was in der dänischen Bevölkerung für erheblichen Unmut gesorgt hat.
Die gesetzlichen Feiertage im Einzelnen:
- 1. Januar (Nytårsdag) Neujahr
- Skærtorsdag Gründonnerstag
- Langfredag Karfreitag
- Påskedag und 2. Påskedag Ostersonntag und Ostermontag
- Kristi Himmelfartsdag Christi Himmelfahrt
- Pinsedag und 2. Pinsedag Pfingstsonntag und Pfingstmontag
- Juledag und 2. Juledag 25. und 26. Dezember
Auffällig ist, dass der 24. Dezember (Juleaften) kein offizieller Feiertag ist, obwohl er für die Dänen der wichtigste Tag des Jahres darstellt. In der Praxis schließen die meisten Geschäfte am Nachmittag und das ganze Land kommt zum Stillstand. Ähnlich verhält es sich mit dem Grundlovsdag am 5. Juni, der zwar kein gesetzlicher Feiertag ist, aber von vielen Arbeitgebern als halber freier Tag gewährt wird.
Für Urlaüber bedeutet die überschaubare Zahl der Feiertage, dass Geschäfte und Sehenswürdigkeiten an den meisten Tagen geöffnet sind. Nur an den großen Feiertagen wie Ostern, Weihnachten und Neujahr sollte man mit Einschränkungen rechnen. Supermärkte haben oft verkürzte Öffnungszeiten oder bleiben ganz geschlossen.
Nytår: Silvester und Neujahr
Das dänische Silvester hat eine Tradition, die für deutsche Besucher zunächst befremdlich wirken mag. Um Punkt 18 Uhr am 31. Dezember schauen Millionen Dänen die Neujahrsansprache der Königin (seit 2024 des Königs) im Fernsehen. Die königliche Rede gehört zum Silvesterabend wie das Feuerwerk um Mitternacht. Familien versammeln sich dafür vor dem Fernseher und hören aufmerksam zu, bevor der gesellige Teil des Abends beginnt.
Nach der Ansprache wird gegessen. Das traditionelle Silvestermenü besteht aus Kabeljau (torsk), dazu gibt es Kartoffeln und Senfsoße. Als Dessert kommt Kransekage auf den Tisch, ein Gebäck aus Marzipanringen, das oft mit kleinen Fähnchen und Knallbonbons verziert wird. Dazu trinkt man Champagner oder den beliebten Akvavit.
Um Mitternacht wird es laut. Die Dänen lieben Feuerwerk und lassen sich das einiges kosten. In Kopenhagen versammeln sich Tausende am Rathausplatz, wo das offizielle Feuerwerk den Himmel erleuchtet. Eine besonders dänische Tradition zum Jahreswechsel: Man springt von einem Stuhl oder einer Treppe ins neue Jahr, buchstäblich. In den Sekunden vor Mitternacht steigt man auf einen Stuhl und hüpft beim Glockenschlag herunter.
Ein weiterer Brauch, der langsam ausstirbt, aber noch vereinzelt gepflegt wird: das Zerwerfen von altem Geschirr an der Haustür von Freunden. Wer am Neujahrsmorgen viele Scherben vor seiner Tür findet, hat viele Freunde. In der Praxis beschränkt sich das heute meist auf symbolische Gesten.
Fastelavn: Der dänische Karneval
Fastelavn fällt auf den Sonntag vor Aschermittwoch und ist das dänische Pendant zum Karneval. Die Wurzeln reichen bis ins Mittelalter zurück, als die Fastenzeit mit einem letzten großen Fest eingeläutet wurde. Heute hat der religiöse Hintergrund kaum noch Bedeutung, aber die Bräuche haben sich erhalten und werden vor allem von Kindern begeistert gefeiert.
Der wichtigste Brauch ist das „Slå katten af tønden" (die Katze aus der Tonne schlagen). Dabei hängt eine mit Süßigkeiten gefüllte Tonne an einem Seil, und die Kinder schlagen abwechselnd mit einem Schlagholz dagegen, bis der Boden herausfällt und die Bonbons herausfallen. Wer den Boden herausschlägt, wird Kattedronning (Katzenkönigin), wer den letzten Rest der Tonne zertrümmert, wird Kattekonge (Katzenkönig). Der Name stammt aus einer Zeit, in der tatsächlich eine schwarze Katze in der Tonne saß. Zum Glück ist diese Praxis seit Jahrhunderten abgeschafft.
Kinder verkleiden sich am Fastelavn und ziehen von Haus zu Haus, um Süßigkeiten zu sammeln. Sie singen dabei das Lied „Fastelavn er mit navn, boller vil jeg have" (Fastelavn ist mein Name, Brötchen will ich haben). Das Gebäck des Tages sind die Fastelavnsboller, runde Hefeteigbrötchen, die mit Sahne, Marmelade oder Remonce (einer Butter-Zucker-Masse) gefüllt werden. In den Wochen vor Fastelavn liegen sie in jeder Bäckerei aus.
Für Familien mit Kindern ist Fastelavn ein wunderbarer Zeitpunkt für einen Dänemark-Besuch. Viele Städte organisieren Umzüge und Veranstaltungen, besonders in Kindergärten und Schulen herrscht an diesem Tag ein buntes Treiben.
Påske: Ostern in Dänemark
Ostern ist in Dänemark ein viertägiges Fest, das von Gründonnerstag (Skærtorsdag) bis Ostermontag (2. Påskedag) dauert. Die Osterferien gehören zu den beliebtesten Reisezeiten der Dänen, und viele Familien verbringen die Tage in ihrem Ferienhaus an der Küste. Für deutsche Urlauber, die ein Ferienhaus in Dänemark buchen möchten, bedeutet das: rechtzeitig reservieren.
Die dänischen Osterbräuche ähneln den deutschen in vielen Punkten. Eier werden gefärbt und bemalt, Osterlämmer stehen auf dem Tisch, und die Kinder suchen versteckte Eier im Garten. Eine Besonderheit sind die „Gækkebreve", kunstvolle Scherenschnittbriefe, die man anonymen Freunden oder Familienmitgliedern schickt. Der Empfänger muss erraten, von wem der Brief stammt. Gelingt das nicht, schuldet er dem Absender ein Osterei.
Auf dem Tisch steht zu Ostern traditionell Lamm, häufig als Lammkeule mit Kartoffeln und den ersten Frühlingskräutern. Dazu gibt es Påskeøl (Osterbier), das die dänischen Brauereien speziell für die Saison brauen. Das Tuborg Påskeøl gilt als inoffizieller Frühlingsbote. Wenn die ersten Flaschen mit dem blauen Etikett in den Regalen stehen, weiß ganz Dänemark: Der Frühling kommt.
Die Farbe Gelb dominiert die Osterdekoration. Narzissen, gelbe Kerzen und gelbe Tischdecken verwandeln dänische Wohnzimmer in leuchtende Frühlingslandschaften. In den Geschäften und auf Märkten findet man Osterschmuck in allen Variationen, von handbemalten Eiern bis zu kunstvollen Gestecken.
Store Bededag: Der Große Bettag
Der Store Bededag war über 300 Jahre lang ein ganz eigener dänischer Feiertag. Eingeführt 1686 von König Christian V. fasste er mehrere kleinere Feiertage zu einem einzigen Buß- und Bettag zusammen. Der Feiertag fiel auf den vierten Freitag nach Ostern und galt als Tag der Besinnung und des Gebets.
Die wichtigste Tradition am Store Bededag war das Essen von „Varme hveder", warmen Weizenbrötchen mit Butter. Am Abend vor dem Feiertag, dem sogenannten „Aften før Store Bededag", strömten die Menschen in die Bäckereien, um frische Hveder zu kaufen. Der Brauch geht auf eine Zeit zurück, als am Feiertag selbst nicht gebacken werden durfte. Also kaufte man am Vorabend ein und wärmte die Brötchen am nächsten Morgen auf.
2023 beschloss die dänische Regierung unter Statsminister Mette Frederiksen, den Store Bededag als gesetzlichen Feiertag abzuschaffen. Ab 2024 ist er ein normaler Arbeitstag. Die Begründung: Das zusätzliche Steueraufkommen durch den zusätzlichen Arbeitstag soll den Verteidigungshaushalt stärken. Die Entscheidung löste heftige Proteste aus. Zehntausende gingen auf die Straße, und die Umfragewerte der Regierung sanken deutlich. Der Store Bededag bleibt ein emotionales Thema.
Trotz der Abschaffung als Feiertag halten viele Dänen an der Tradition fest. Bäckereien verkaufen weiterhin Varme hveder am gewohnten Datum, und einige Arbeitgeber gewähren den Tag freiwillig als freien Tag. Der Store Bededag ist ein Beispiel dafür, wie stark Traditionen im dänischen Bewusstsein verankert sind.
Grundlovsdag: Der Verfassungstag
Am 5. Juni feiert Dänemark den Grundlovsdag, den Jahrestag der Unterzeichnung der dänischen Verfassung von 1849. An diesem Tag erhielt Dänemark seine erste demokratische Verfassung und beendete damit die absolute Monarchie. Es ist ein Tag, an dem die Demokratie gefeiert wird, und das merkt man im ganzen Land.
Der Grundlovsdag ist kein offizieller gesetzlicher Feiertag, wird aber in der Praxis wie ein halber Feiertag behandelt. Die meisten Geschäfte schließen am Nachmittag, Banken und Behörden haben geschlossen, und viele Arbeitnehmer haben den Nachmittag frei. In den Parks und auf öffentlichen Plätzen finden Kundgebungen und Reden statt, bei denen Politiker aller Parteien sprechen.
Die Tradition der Grundlovsdag-Versammlungen reicht weit zurück. Schon im 19. Jahrhundert trafen sich die Bürger an diesem Tag unter freiem Himmel, um über Politik und Demokratie zu diskutieren. Heute mischen sich die Reden mit Musik, Essen und einem allgemeinen Volksfestcharakter. Die Stimmung ist feierlich, aber entspannt. Viele Familien nutzen den freien Nachmittag für Picknicks im Park.
Für Touristen bietet der Grundlovsdag einen Einblick in die dänische Demokratietradition, den man so in wenigen anderen Ländern erlebt. Die Versammlungen sind öffentlich zugänglich und vermitteln ein Gefühl dafür, wie selbstverständlich die Dänen mit ihrer politischen Kultur umgehen.
Sankt Hans: Mittsommer am Feuer
Der Sankt Hans Aften am Abend des 23. Juni ist einer der stimmungsvollsten Abende im dänischen Kalender. An diesem Tag wird die Sommersonnenwende gefeiert, und überall im Land lodern gewaltige Feuer. An der Küste, auf den Hügeln, in den Gärten, am Strand. Es gibt kaum einen Ort in Dänemark, an dem an diesem Abend kein Feuer brennt.
Die Tradition geht auf vorchristliche Mittsommerfeste zurück, die später mit dem Johannistag (Sankt Hans) verschmolzen. Im Mittelalter glaubte man, dass die Feuer böse Geister und Hexen vertreiben. Noch heute wird auf vielen Scheiterhaufen eine Strohpuppe verbrannt, die eine Hexe darstellt. Die Hexenpuppe soll symbolisch nach Blocksberg (Brocken) fliegen, wo sich nach altem Volksglauben die Hexen versammelten.
Zum Sankt Hans gehört das gemeinsame Singen. Das Lied „Vi elsker vort land" (Wir lieben unser Land) oder „Midsommervisen" von Holger Drachmann erklingt an jedem Feuer. Die Texte handeln von der Liebe zur Heimat und zur Natur, von langen Sommerabenden und dem Licht, das in diesen Nächten kaum vergeht. Die Stimmung ist melancholisch und fröhlich zugleich.
Für Urlaüber ist der Sankt Hans Aften ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte. Die Feuer sind öffentlich und jeder ist willkommen. Viele Gemeinden organisieren Veranstaltungen mit Musik, Essen und Getränken. Besonders eindrucksvoll ist das Erlebnis an der Küste, wo die Feuer vor dem Hintergrund des Sonnenuntergangs über dem Meer brennen.
Jul: Weihnachten auf Dänisch
Wenn es ein Fest gibt, das die Dänen über alles lieben, dann ist es Jul. Die Weihnachtszeit in Dänemark beginnt schon Anfang November und steigert sich bis zum Höhepunkt am Juleaften, dem Heiligabend am 24. Dezember. Die Dänen nehmen Weihnachten ernster als die meisten anderen Nationen, und die Vorbereitungen sind entsprechend aufwendig.
Der Adventskalender heißt in Dänemark „Julekalender" und hat eine besondere Form: Seit 1962 strahlt das dänische Fernsehen (DR) jeden Dezember eine eigene Weihnachtsserie für Kinder aus, mit 24 Folgen, eine pro Tag. Diese Serien sind Kult und werden von der gesamten Bevölkerung verfolgt, nicht nur von Kindern. Die Adventskerze (Kalenderlys) ist eine weitere Besonderheit. Es handelt sich um eine hohe, dünne Kerze, auf der die Zahlen 1 bis 24 markiert sind. Jeden Tag wird sie ein Stück weiter abgebrannt.
Das Julefrokost (Weihnachtsmittagessen) ist eine dänische Institution. Im November und Dezember treffen sich Kollegen, Vereine und Freundeskreise zum ausgiebigen Essen und Trinken. Es gibt Hering, Leberpastete, Frikadellen, Rotkohl und Schweinebraten, dazu Snaps (Akvavit) und Bier. Ein Julefrokost kann sich über viele Stunden erstrecken und gilt als einer der geselligsten Anlässe im dänischen Kalender.
Am Juleaften selbst wird festlich gegessen. Das klassische Menü besteht aus Ente oder Schweinebraten (Flæskesteg) mit braunen Kartoffeln (brunede kartofler) und Rotkohl. Als Dessert gibt es Ris à l'amande, ein Milchreis-Dessert mit gehackten Mandeln und Kirschsoße. In der Schüssel versteckt sich eine ganze Mandel. Wer sie findet, bekommt die „Mandelgave", ein kleines Geschenk. Um den Gewinner herauszufinden, muss allerdings die gesamte Schüssel leer sein, denn wer die Mandel findet, verrät es erst am Ende.
Nach dem Essen tanzt die Familie singend um den geschmückten Weihnachtsbaum. Ja, tatsächlich: Man fasst sich an den Händen, geht im Kreis um den Baum und singt Weihnachtslieder. Erst danach werden die Geschenke ausgepackt. Der Brauch wirkt auf Außenstehende vielleicht ein wenig altmodisch, gehört aber zu den unverrückbaren Traditionen des dänischen Weihnachtsfests.
Die Nisser, kleine Weihnachtswichtel mit roten Zipfelmützen, begleiten die gesamte Adventszeit. Kinder stellen ihnen abends einen Teller Grød (Grütze) vor die Tür, damit der Nisse das Haus beschützt. In Geschäften und auf Weihnachtsmärkten sind die Nisser allgegenwärtig, als Dekoration, als Spielzeug, als Schokoladenfiguren.
Flaggenkultur und Dannebrog
Kein Land in Skandinavien pflegt eine so intensive Beziehung zu seiner Flagge wie Dänemark. Die Dannebrog, das rote Tuch mit dem weißen Kreuz, gilt als älteste Nationalflagge der Welt und ist aus dem dänischen Alltag nicht wegzudenken. Sie weht an Feiertagen vor öffentlichen Gebäuden, und auch bei Geburtstagen, Hochzeiten, Schulabschlüssen und sogar am Flughafen, wenn Familien ihre Angehörigen empfangen.
Es gibt offizielle Flaggentage, an denen die Dannebrog gehisst wird. Dazu gehören die Geburtstage der königlichen Familie, der Grundlovsdag, der Befreiungstag am 5. Mai und verschiedene kirchliche Feiertage. An diesen Tagen weht die Flagge an öffentlichen Gebäuden von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Wer die Flagge nach Sonnenuntergang oben lässt, begeht nach dänischem Empfinden einen schweren Fehler.
Bei Geburtstagen gehört die Dannebrog zum festen Inventar. Der Geburtstagstisch wird mit kleinen Papierfähnchen geschmückt, und oft steht ein Fahnenmast mit der Dannebrog im Garten. Auch auf Geburtstagskuchen stecken kleine Fähnchen. Diese Praxis hat nichts mit Nationalismus zu tun, sondern drückt Zugehörigkeit und Freude aus. Die Dänen sehen ihre Flagge als Symbol der Gemeinschaft, nicht als politisches Statement.
Regionale Feste und Festivals
Neben den landesweiten Feiertagen gibt es in Dänemark zahlreiche regionale Feste und Festivals, die den Kalender bereichern. Die dänische Festivalszene gehört zu den lebendigsten in Nordeuropa, und die Vielfalt reicht von Musik über Kulinarik bis zu historischen Nachstellungen.
Das Roskilde Festival Anfang Juli ist das größte Musikfestival Nordeuropas. Seit 1971 zieht es jedes Jahr über 100.000 Besucher an und bietet auf mehreren Bühnen ein Programm von Rock über Pop bis Elektronik. Das Festival wird von Freiwilligen organisiert, und die Erlöse gehen an gemeinnützige Zwecke. Die Atmosphäre ist anders als alles andere, eine Mischung aus Woodstock und dänischer Gemütlichkeit.
Das Aarhus Festuge im August verwandelt Dänemarks zweitgrößte Stadt für zehn Tage in eine einzige Bühne. Theater, Konzerte, Kunstinstallationen und Straßenkunst prägen das Stadtbild. Das Festival ist breit aufgestellt und spricht alle Altersgruppen an. Viele Veranstaltungen sind kostenlos.
Auf Bornholm findet im Sommer die Folkemøde (Volksversammlung) statt, eine politische Veranstaltung, die an ein Festival erinnert. Politiker, Bürger und Organisationen treffen sich in Allinge zu offenen Diskussionen und Debatten. Daneben gibt es Musik, Essen und eine entspannte Sommeratmosphäre.
Kulinarische Feste haben in Dänemark eine lange Tradition. Das Østersfestival (Austernfestival) am Limfjord feiert die Limfjordaustern mit Verkostungen, Kochkursen und geführten Austernwanderungen. Auf den kleinen Inseln finden im Sommer Hafen- und Fischerfeste statt, bei denen frisch gefangener Fisch gegrillt und lokales Bier ausgeschenkt wird.
Im Winter locken die Weihnachtsmärkte. Besonders stimmungsvoll sind die Märkte im Tivoli in Kopenhagen, auf Schloss Egeskov auf Fünen und im Freilichtmuseum Den Gamle By in Aarhus. Anders als in Deutschland dauern die dänischen Weihnachtsmärkte oft bis kurz vor Weihnachten und bieten neben Glögg (Glühwein) und Æbleskiver (Apfelküchlein) ein umfangreiches Rahmenprogramm.
Häufig gestellte Fragen zu Festen und Feiertagen in Dänemark
Wie viele gesetzliche Feiertage hat Dänemark?
Seit 2024 hat Dänemark neun gesetzliche Feiertage im Jahr. Der Store Bededag wurde 2024 als Feiertag abgeschafft. Der Grundlovsdag am 5. Juni ist kein offizieller Feiertag, wird aber häufig als halber freier Tag gewährt.
Was ist Fastelavn?
Fastelavn ist der dänische Karneval am Sonntag vor Aschermittwoch. Kinder verkleiden sich, sammeln Süßigkeiten und schlagen eine mit Bonbons gefüllte Tonne auf. Das traditionelle Gebäck sind Fastelavnsboller, gefüllte Hefeteigbrötchen.
Sind Geschäfte an dänischen Feiertagen geöffnet?
An den großen Feiertagen wie Weihnachten, Ostern und Neujahr bleiben die meisten Geschäfte geschlossen oder haben stark verkürzte Öffnungszeiten. An normalen Feiertagen wie Himmelfahrt oder Pfingsten haben einige Supermärkte geöffnet, aber nicht alle.
Was passiert am Sankt Hans Aften?
Am Abend des 23. Juni werden überall in Dänemark große Feuer entzündet, um die Sommersonnenwende zu feiern. Man singt gemeinsam, verbrennt eine symbolische Hexenpuppe und genießt den längsten Abend des Jahres. Die Veranstaltungen sind öffentlich und jeder ist willkommen.
Was ist Ris à l'amande?
Ris à l'amande ist das traditionelle Weihnachtsdessert in Dänemark. Es besteht aus kaltem Milchreis mit Schlagsahne, gehackten Mandeln und Vanille, serviert mit warmer Kirschsoße. In der Schüssel versteckt sich eine ganze Mandel. Wer sie findet, gewinnt ein kleines Geschenk.
Wann ist die beste Zeit für einen Festivalbesuch in Dänemark?
Die Festivalsaison liegt zwischen Juni und August. Das Roskilde Festival Anfang Juli und das Aarhus Festuge im August sind die größten Veranstaltungen. Für Weihnachtsmärkte ist der Dezember die beste Zeit, insbesondere die ersten beiden Wochen.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026