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Luleå Schärengarten
1.300 Inseln am Bottnischen Meerbusen: Der nördlichste Schärengarten der Welt

Luleå Schärengarten

15 Min. Lesezeit

Als wir mit dem Boot von Luleå nach Sandön übergesetzt haben, war ich nicht vorbereitet auf das, was kam. Die Insel hat einen Sandstrand, der genauso gut in der Karibik liegen könnte. Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, flach und warm genug zum Baden. Nur dass hier keine Palmen stehen, sondern Kiefern, und dass wir im nördlichsten Schärengarten der Welt waren, auf dem 65. Breitengrad, näher am Polarkreis als an Stockholm. An diesem Strand lagen vielleicht zwanzig Menschen. In der Hochsaison. Im Juli.

Der Schärengarten von Luleå (Luleå skärgård) ist einer der am wenigsten bekannten Naturschätze Schwedens. 1.312 Inseln erstrecken sich vor der Küste Norrbottens im Bottnischen Meerbusen, und die allermeisten davon sind unbewohnt. Keine Hotels, keine Restaurants, keine Souvenirshops. Nur Felsen, Kiefern, Sand und Stille. Wer die Stockholmer Schären kennt und dort die Menschenmassen erlebt hat, wird in Luleå eine völlig andere Welt vorfinden.

Dieser Artikel beschreibt, was den Luleå Schärengarten ausmacht, welche Inseln man besuchen sollte, wie man hinkommt und was man im Sommer und Winter erleben kann. Denn ja, der Schärengarten ist auch im Winter ein Erlebnis, wenn das Meer zufriert und man mit dem Schneemobil oder auf Schlittschuhen über das Eis fahren kann.

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Luftaufnahme des Luleå Schärengartens mit Dutzenden bewaldeter Inseln im blauen Bottnischen Meerbusen
Über 1.300 Inseln verteilen sich vor der Küste Luleås, die meisten davon sind völlig unbewohnt. (KI-generiert)

Was den Luleå Schärengarten besonders macht

Drei Dinge unterscheiden den Luleå Schärengarten von allen anderen Schärengebieten in Schweden. Erstens: die Landhebung. Seit dem Ende der Eiszeit hebt sich das Land hier um etwa 9 Millimeter pro Jahr. Das klingt wenig, bedeutet aber, dass ständig neue Inseln und Landflächen entstehen. Untiefen werden zu Riffen, Riffe werden zu Inseln, Inseln wachsen zusammen. Die Küstenlinie verändert sich buchstäblich von Generation zu Generation. Einige Inseln, die vor hundert Jahren noch unter Wasser lagen, sind heute bewachsene Landmassen.

Zweitens: das Brackwasser. Der Bottnische Meerbusen hat einen Salzgehalt von nur 3 bis 5 Promille (die Nordsee hat 35 Promille). Das Wasser ist fast süß, was für Schwimmer angenehm ist (kein Salzgeschmack, keine brennenden Augen) und für eine besondere Flora und Fauna sorgt. Im Wasser leben sowohl Süßwasserfische (Hecht, Barsch, Zander) als auch Salzwasserarten (Hering, Dorsch). An den Ufern wachsen Süßwasserpflanzen neben Meeresalgen.

Drittens: die Einsamkeit. Die Stockholmer Schären haben 50.000 Sommerhäuser und Millionen von Besuchern pro Jahr. Der Luleå Schärengarten hat ein paar Hundert Sommerhäuser und ein paar Tausend Besucher. Die meisten Inseln sind nur per Privatboot erreichbar, und selbst auf den belebteren Inseln wie Sandön ist der Platz nie knapp. Wer eine Insel für sich alleine haben möchte, kann mit einem Boot zehn Minuten fahren und auf einer felsigen Schäre anlegen, auf der noch nie ein Tourist war.

Der Schärengarten gliedert sich in drei Zonen: Die inneren Schären (innerskärgården) sind geschützt und bewaldet, mit ruhigem Wasser und sanften Ufern. Die mittleren Schären (mellanskärgården) sind eine Übergangszone mit größeren Inseln und offeneren Wasserflächen. Die äußeren Schären (ytterskärgården) sind dem offenen Meer ausgesetzt, karg, windgepeitscht und wild. Jede Zone hat ihren eigenen Charakter und ihre eigenen Reize.

Sandön: Die beliebteste Insel

Weißer Sandstrand auf der Insel Sandön im Luleå Schärengarten mit Kiefern im Hintergrund
Sandön: Weißer Sand und türkises Wasser, man glaubt kaum, dass man am Polarkreis ist. (KI-generiert)

Sandön (die "Sandinsel") ist die mit Abstand beliebteste Insel des Schärengartens, und trotzdem fühlt sie sich nie überfüllt an. Die Insel liegt etwa 15 Kilometer vor der Küste und ist in 30 Minuten mit dem Linienboot von Luleå erreichbar. Was Sandön berühmt macht: ein kilometerlanger Sandstrand an der Südseite, der in seiner Schönheit an tropische Strände erinnert. Der Sand ist fein und weiß, das Wasser klar und im Hochsommer erstaunlich warm (18 bis 22 Grad).

Auf Sandön gibt es ein kleines Fischerdorf mit etwa 20 Häusern, eine Kapelle, einen Laden (im Sommer geöffnet) und einen Campingplatz. Das Dorf hat eine über 500 Jahre alte Geschichte als Fischersiedlung, und einige der Holzhäuser stammen aus dem 18. Jahrhundert. Heute werden die meisten als Sommerhäuser genutzt, ein paar sind als Unterkünfte für Besucher buchbar.

Wanderwege führen quer über die Insel (etwa 4 Kilometer lang, 1 Kilometer breit). Auf der Nordseite gibt es felsige Ufer mit Aussicht auf die äußeren Schären, auf der Ostseite Kiefernwälder mit Heidel- und Preiselbeeren. Ein Rundgang über die gesamte Insel dauert etwa 2 Stunden und bietet überraschend viel Abwechslung: Strand, Felsen, Wald, Wiesen, das alte Fischerdorf.

Im Sommer fährt das Linienboot M/S Laponia mehrmals täglich von Luleå (Södra Hamnen) nach Sandön. Die Fahrt kostet ca. 150 SEK pro Strecke, Kinder die Hälfte. Fahrräder können mitgenommen werden. Die letzte Fähre zurück fährt gegen 18 Uhr, wer länger bleiben will, kann auf dem Campingplatz übernachten oder eines der Ferienhäuser mieten.

Weitere Inseln und Ausflugsziele

Brändöskär: Eine Insel in den äußeren Schären, die früher als Lotsstation und Zollposten diente. Heute stehen dort noch die historischen Gebäude (rote Holzhäuser, eine Kapelle), und die Insel ist ein beliebtes Ziel für Bootsausflügler. Die Landschaft ist karg und offen, mit glatten Felsen und niedrigen Sträuchern. Von Brändöskär hat man einen weiten Blick über das offene Meer. Im Sommer gibt es geführte Touren ab Luleå.

Kluntarna: Die größte Insel im inneren Schärengarten und nur 20 Minuten mit dem Boot von Luleå entfernt. Kluntarna hat Wanderwege, einen Grillplatz, ein altes Fischerdorf und eine geschützte Bucht zum Baden. Die Insel eignet sich gut für einen Halbtagesausflug, besonders für Familien mit kleineren Kindern, weil die Bootsfahrt kurz ist und die Wege einfach.

Hindersön: Die einzige ganzjährig bewohnte Insel im Schärengarten (etwa 100 Einwohner). Hier gibt es eine Schule, einen Laden, eine Kirche und ein Gasthaus. Hindersön liegt im inneren Schärengarten und ist über eine Fährverbindung erreichbar (ganzjährig, kostenlos, Fahrtzeit 10 Minuten). Die Insel hat sanfte Hügel, Äcker und Weideflächen, ein ganz anderer Charakter als die wilden Außenschären.

Småskär: Eine Gruppe kleiner Inseln in den äußeren Schären, die seit 2004 als Naturreservat geschützt sind. Die Inseln sind wichtige Brutplätze für Seevögel (Küstenseeschwalben, Eiderenten, Gryllteisten) und haben eine besondere Vegetation mit seltenen Strandpflanzen. Besucher dürfen die Inseln betreten, sollten aber während der Brutzeit (Mai bis Juli) die markierten Wege nicht verlassen.

Bootstouren und Anreise zu den Inseln

Kleines Motorboot fährt durch den Luleå Schärengarten zwischen bewaldeten Inseln
Mit dem eigenen oder gemieteten Boot lassen sich die verstecktesten Ecken des Schärengartens erkunden. (KI-generiert)

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Schärengarten zu erkunden. Die einfachste ist das Linienboot nach Sandön, das im Sommer (Juni bis August) mehrmals täglich von Luleås Südhafen (Södra Hamnen) abfährt. Die Fahrt dauert 30 Minuten und bietet bereits einen guten Eindruck von der Inselwelt. Tickets kauft man an Bord oder online bei Luleå kommun.

Geführte Schärentouren werden von mehreren Anbietern in Luleå angeboten. Die Touren dauern 2 bis 6 Stunden und führen zu verschiedenen Inseln, oft mit Zwischenstopps zum Schwimmen, Angeln oder Grillen. Manche Touren beinhalten eine Mahlzeit aus lokalen Zutaten (geräucherter Fisch, Rentierfleisch, Moltebeeren). Preise: 500 bis 1.500 SEK pro Person, je nach Dauer und Programm.

Wer flexibel sein möchte, mietet ein eigenes Boot. In Luleå gibt es Bootsvermietungen, die Motorboote ab ca. 1.200 SEK pro Tag vermieten (Führerschein erforderlich, das deutsche Sportbootführerschein Binnen/See wird anerkannt). Für den Schärengarten braucht man keinen Hochseeschein, das Gewässer ist geschützt und die Entfernungen kurz. Seekarten und Navigationsapps (Eniro Sjökort) zeigen Untiefen und Fahrrinnen an.

Kajak ist die stillste und naturnahste Art, den Schärengarten zu erleben. Zwischen den inneren Schären kann man tagelang paddeln, auf unbewohnten Inseln zelten und die Natur ohne Motorengeräusch genießen. Kajakverleih gibt es in Luleå (ab 400 SEK pro Tag), geführte Kajaktouren ab 800 SEK pro Person (Halbtag). Die Gewässer sind meist ruhig, aber in den äußeren Schären kann der Wind stärker werden, deshalb nur mit Erfahrung und geeignetem Kajak dorthin paddeln.

Robben und Tierwelt

Ringelrobben sonnen sich auf Felsen in den äußeren Luleå Schären
Ringelrobben auf den Felsen der äußeren Schären: Im Luleå Schärengarten kann man sie mit etwas Glück beobachten. (KI-generiert)

Der Luleå Schärengarten beherbergt eine beachtliche Population von Ringelrobben (vikare) und Kegelrobben (gråsäl). Die Ringelrobbe ist die einzige Robbenart, die im Bottnischen Meerbusen ganzjährig lebt. Im Winter gebären die Weibchen ihre Jungen in Schneehöhlen auf dem Eis, im Sommer sieht man die Tiere auf Felsen in den äußeren Schären sonnenbaden. Die besten Chancen auf Robbensichtungen hat man bei geführten Bootstouren zu den äußeren Inseln, wo die Tiere auf bestimmten Felsgruppen regelmäßig rasten.

Die Vogelwelt ist reichhaltig. In den Schären brüten über 150 Vogelarten, darunter Seeadler (Schwedens Wappenvogel), Küstenseeschwalben, Eiderenten, Gryllteisten und Samtenten. Der Seeadler hat sich in den letzten Jahrzehnten stark erholt und ist mittlerweile ein regelmäßiger Anblick. Wer mit dem Boot unterwegs ist, sieht fast immer einen Seeadler über den Inseln kreisen, die Spannweite von über zwei Metern macht ihn unverwechselbar.

Im Wasser leben Hechte, Barsche, Zander und Lachsforellen. Angeln im Schärengarten ist ohne Angelschein erlaubt (nur mit Handangel, keine Netze). Die Hechte in den flachen Buchten der inneren Schären sind berühmt für ihre Größe, Exemplare über einen Meter sind keine Seltenheit. Wer vom Boot aus angeln will, braucht nur eine Rute und ein paar Kunstköder.

An Land sieht man gelegentlich Elche, die auf die inneren Schäreninseln schwimmen (Elche sind exzellente Schwimmer und können mehrere Kilometer durchs Wasser zurücklegen). Auf den äußeren Inseln sind Hasen und Füchse die häufigsten Säugetiere. Die Unterwasserwelt des Brackwassers beherbergt eine ungewöhnliche Mischung: Süßwasserkrebse neben Ostseegarnelen, Süßwassermuscheln neben Blasentang.

Der Schärengarten im Winter

Von Januar bis April friert der Bottnische Meerbusen vor Luleå zu. Die Eisschicht wird bis zu einem Meter dick, und der gesamte Schärengarten verwandelt sich in eine weiße, gefrorene Landschaft. Was im Sommer Wasser ist, wird zu einer riesigen Eisfläche, die man zu Fuß, auf Schlittschuhen, mit dem Schneemobil oder sogar mit dem Auto befahren kann (auf markierten Eisstraßen).

Zugefrorener Bottnischer Meerbusen vor Luleå mit Schneemobil und verschneiten Schäreninseln
Winter im Schärengarten: Wenn das Meer zufriert, werden die Inseln über das Eis erreichbar. (KI-generiert)

Die markierten Eisstraßen (isvägar) verbinden Luleå mit mehreren Schäreninseln. Die bekannteste führt von Luleå nach Hindersön (10 Kilometer) und ist in manchen Jahren sogar für Lastwagen freigegeben. Das Fahren auf dem Eis ist ein surreales Erlebnis: Man steuert sein Auto über eine weiße Fläche, links und rechts nichts als Eis und Schnee, und in der Ferne sieht man die bewaldeten Inseln. Die Eisdicke wird regelmäßig gemessen und veröffentlicht, die Straßen werden nur freigegeben, wenn das Eis sicher ist.

Aktivitäten auf dem Eis: Schlittschuhlaufen auf natürlichem Eis ist wild. Wenn der Wind den Schnee von der Eisfläche gefegt hat, kann man kilometerweit gleiten, auf spiegelglattem, schwarzem Eis mit Blick auf die Schäreninseln. Luleå organisiert jedes Jahr eine Schlittschuh-Route (skridskoled) auf dem gefrorenen Meer, die mehrere Kilometer lang ist. Schlittschuhe kann man in Luleå mieten (ca. 150 SEK pro Tag).

Schneemobil-Touren über das gefrorene Meer sind ein weiteres Winter-Highlight. Geführte Touren starten von Luleå und führen zu den äußeren Schäreninseln, wo man bei klarem Himmel die Nordlichter über dem Eis sehen kann. Die Kombination aus Nordlicht und verschneiter Eislandschaft ist schwer zu übertreffen. Touren kosten ca. 1.500 bis 2.500 SEK pro Person (2 bis 3 Stunden, inklusive Ausrüstung).

Eisangeln (isfiske) ist unter Einheimischen populär. Man bohrt ein Loch ins Eis (mit einem Eisbohrer, den man im Sportgeschäft kaufen oder mieten kann), lässt eine kleine Angel hinunter und wartet. Die häufigsten Fänge sind Barsch und Hering. Das klingt langweilig, ist aber überraschend meditativ: Man sitzt auf dem Eis, die Sonne scheint tief am Horizont, es ist völlig still, und ab und zu zappelt etwas an der Angel. Thermokleidung und ein warmes Getränk sind Pflicht.

UNESCO-Welterbe Gammelstad

Wer den Luleå Schärengarten besucht, sollte unbedingt einen Abstecher nach Gammelstad machen. Die Kirchenstadt (Kyrkstad) liegt 10 Kilometer nordwestlich von Luleå und gehört seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Es ist die besterhaltene Kirchenstadt Schwedens und die größte der Welt: 408 Holzhäuser (kyrkstugor) umgeben die mittelalterliche Steinkirche aus dem 15. Jahrhundert.

Die Kirchenstädte sind ein typisch nordschwedisches Phänomen. Weil die Wege zur Kirche in Lappland so lang waren (oft mehrere Tagesmärsche), bauten die Gemeinden kleine Häuser um die Kirche herum, in denen die Familien an Wochenenden und Feiertagen übernachten konnten. Die Häuser von Gammelstad sind winzig (ein Raum, etwa 20 Quadratmeter) und stehen dicht an dicht, manche seit über 400 Jahren. Heute werden sie noch für kirchliche Feste genutzt und im Sommer als Ferienwohnungen vermietet.

Im Gammelstad Visitor Centre (Hägnan) gibt es eine Ausstellung zur Geschichte der Kirchenstadt und ein Freilichtmuseum mit historischen Gebäuden und Handwerksvorführungen. Der Eintritt zur Kirchenstadt selbst ist kostenlos, das Besucherzentrum kostet ca. 80 SEK. Im Sommer finden Führungen statt (auch auf Englisch), im Dezember gibt es einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt.

Übernachten im Schärengarten

Auf Sandön gibt es einen Campingplatz (Sandöns Camping) mit einfachen Stellplätzen und Zugang zu Sanitäranlagen. Im Fischerdorf werden einige der historischen Holzhäuser als Ferienwohnungen vermietet (ab ca. 800 SEK pro Nacht für 2 Personen). Buchung über Luleå Kommun oder lokale Vermieter. Die Nachfrage ist im Juli hoch, frühzeitig buchen.

Auf Brändöskär kann man in einem der restaurierten Lotsenhäuser übernachten (im Sommer, Buchung über Luleå kommun). Die Häuser sind einfach ausgestattet (Betten, Küche, kein fließendes Wasser), aber die Lage mitten in den äußeren Schären ist einmalig. Abends ist man alleine auf der Insel, nur das Meer und die Vögel.

Wildcampen ist auf den unbewohnten Inseln dank des Jedermannsrechts erlaubt. Ein Zelt, einen Kocher und genügend Wasser mitnehmen (auf den meisten Inseln gibt es kein Süßwasser). Die flachen Felsen an der Südseite der Inseln sind gute Zeltplätze, geschützt vor dem Nordwind und mit Blick aufs Meer. Zwei Nächte am selben Ort sind erlaubt, danach weiterziehen.

In Luleå selbst gibt es mehrere Hotels und Hostels: Das Elite Stadshotellet im Zentrum, das Clarion Hotel Sense am Hafen und das Luleå Vandrarhem (Jugendherberge) am Stadtrand. Wer im Winter kommt, findet auch das Tree Hotel bei Harads (70 Kilometer westlich) und verschiedene Wildnis-Lodges in der Umgebung.

Praktische Tipps

Anreise nach Luleå: Luleå hat einen Flughafen (LLA) mit täglichen Verbindungen nach Stockholm (SAS und Norwegian, Flugzeit 1,5 Stunden). Der Nachtzug von Stockholm nach Luleå (SJ) fährt abends ab und kommt morgens an (ca. 13 Stunden, ab 395 SEK im Sitzwagen, ab 995 SEK in der Schlafkabine). Mit dem Auto ist Luleå von Stockholm 920 Kilometer entfernt (ca. 10 Stunden Fahrt über die E4).

Mücken: Im Hochsommer (Ende Juni bis Mitte Juli) können die Mücken in den inneren Schären lästig sein, besonders an windstillen Abenden. Auf den äußeren Schären ist der Wind stärker und die Mücken weniger. Mückenschutz mitnehmen und in der Dämmerung lange Kleidung tragen.

Wetter: Die Sommer sind kurz, aber intensiv. Im Juni und Juli scheint die Sonne 24 Stunden (Mitternachtssonne), die Temperaturen liegen bei 15 bis 25 Grad. Im August wird es abends schon dunkel, aber die Temperaturen sind noch angenehm. Von Oktober bis Februar ist es kalt (minus 10 bis minus 25 Grad) und dunkel (im Dezember geht die Sonne nur für 4 Stunden auf). Die beste Reisezeit für den Sommer ist Mitte Juni bis Ende August, für den Winter Januar bis März.

Sonnenschutz: Die Mitternachtssonne ist trügerisch. Man verbrennt leichter, als man denkt, weil die UV-Strahlung durch die langen Sonnenstunden hoch ist. Sonnencreme mit LSF 30 oder höher, Sonnenbrille und Hut sind auch in Nordschweden wichtig.

Einkaufen: Auf den Schäreninseln gibt es kaum Einkaufsmöglichkeiten (nur auf Sandön im Sommer). Alles, was man braucht, in Luleå kaufen. ICA Maxi am Stadtrand hat das größte Sortiment. Trinkwasser auf die Inseln mitnehmen, da die meisten kein Süßwasser haben.

Häufige Fragen

Kann man im Luleå Schärengarten baden?

Ja, und das Wasser ist im Juli und August überraschend warm (18 bis 22 Grad in den flachen Buchten). Der Sandstrand auf Sandön ist der beliebteste Badeort. Das Wasser ist Brackwasser mit sehr geringem Salzgehalt, also fast wie ein See.

Braucht man einen Bootsführerschein?

Für Motorboote über 7 Meter Länge oder mit mehr als 10 PS: Ja (der deutsche Sportbootführerschein wird anerkannt). Für kleinere Boote und Kajaks: Nein. Viele Bootsvermietungen verleihen Boote, die ohne Führerschein gefahren werden dürfen.

Ist der Schärengarten für Kinder geeignet?

Ja, besonders die inneren Schären mit ihren ruhigen Gewässern und flachen Stränden. Die Bootsfahrt nach Sandön dauert nur 30 Minuten, und der Strand dort ist ideal für Familien. Im Winter sind die Eisstraßen ein Erlebnis für Kinder (mit dem Auto übers Meer fahren!).

Wie unterscheidet sich der Luleå Schärengarten von den Stockholmer Schären?

Luleå hat weniger Infrastruktur, weniger Touristen, wildere Natur und das besondere Erlebnis des zugefrorenen Meeres im Winter. Stockholm hat mehr Inseln mit Restaurants, Hotels und regelmäßigen Fährverbindungen. Wer Einsamkeit und Wildnis sucht: Luleå. Wer Komfort und Vielfalt will: Stockholm.

Kann man die Nordlichter vom Schärengarten aus sehen?

Ja, von September bis März. Die flache Eisfläche des gefrorenen Meeres bietet freie Sicht in alle Richtungen, was für Nordlichtbeobachtung ideal ist. Die Lichtverschmutzung ist gering, sobald man die Stadt hinter sich lässt.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026