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Stand-Up Paddling in Schweden
Die besten Spots auf Seen, Flüssen und an der Küste

Stand-Up Paddling in Schweden

12 Min. Lesezeit

97.500 Seen, 3.200 Kilometer Küstenlinie, unzählige Flüsse und Kanäle. Schweden hat mehr paddelbare Gewässer als die meisten Menschen in einem Leben besuchen können. Und die allermeisten davon sind menschenleer. Stand-Up Paddling ist hier nicht das Gedränge auf einem überlaufenen Stadtsee, sondern stille Morgenstunden auf spiegelglattem Wasser, umgeben von Wald.

Ich bin vor vier Jahren das erste Mal in Schweden auf ein SUP-Board gestiegen. Der Ort war ein namenloser See irgendwo in Småland. Kein Mensch weit und breit, nur Birken, Wasser und ein Fischreiher, der mich skeptisch beäugte. Ich war vorher in Kroatien und Portugal gepaddelt, an Orten, die als SUP-Hotspots gelten. Aber dieses Gefühl von absoluter Stille, von einem Gewässer ganz für mich allein, hatte ich dort nie. Schweden hat mich als SUP-Ziel überzeugt, weil es das bietet, was anderswo längst verloren gegangen ist: Platz.

Dieser Artikel ist für alle, die ihr Board (oder ein gemietetes) in Schweden aufs Wasser bringen wollen. Die besten Spots, Verleihmöglichkeiten, Touren und was man wissen muss, bevor man lospaddelt.

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Warum Schweden ein SUP-Paradies ist

Die Zahlen sprechen für sich. Schweden hat etwa 97.500 Seen, die größer als zwei Hektar sind. Dazu kommen Tausende kleinere Gewässer, Flüsse wie der Klarälven oder der Torneälv und eine Küstenlinie, die sich von den sandigen Stränden Skånes bis zu den Felsformationen der Schären erstreckt. Fast überall darf man dank des Jedermannsrechts (Allemansrätten) ans Ufer, sein Board zu Wasser lassen und lospaddeln. Keine Genehmigung, keine Gebühr, kein Verbotsschild.

Was Schweden von anderen SUP-Zielen unterscheidet, ist die Wasserqualität. Die meisten schwedischen Seen haben Trinkwasserqualität. Das Wasser ist klar, oft leicht bernsteinfarben durch natürliche Huminsäure, und so sauber, dass man beim Paddeln den Grund in mehreren Metern Tiefe sehen kann. In den Schären mischt sich Süßwasser mit der leicht salzigen Ostsee, und selbst dort ist die Qualität sehr gut.

Die Saison für SUP in Schweden läuft von Mai bis September. Im Süden (Skåne, Blekinge) kann man manchmal schon Ende April aufs Wasser, im Norden (Lappland) startet die Saison erst im Juni. Im Hochsommer, besonders im Juli, sind die Wassertemperaturen in vielen Seen überraschend angenehm: 18 bis 22 Grad in Südschweden, 14 bis 18 Grad in Mittelschweden. Wer empfindlich ist, trägt einen dünnen Neopren-Shorty.

Ein weiterer Vorteil: die langen Tage. Im Juni und Juli geht die Sonne in Mittelschweden erst gegen 22 Uhr unter und steigt bereits um 3 Uhr wieder auf. Nördlich des Polarkreises geht sie gar nicht unter. Das bedeutet: Man kann abends um 20 Uhr noch eine Runde paddeln, bei goldenem Licht, ohne Zeitdruck. Diese Abendtouren gehören zu den schönsten SUP-Erlebnissen, die ich kenne.

Stand-Up Paddling in den Stockholmer Schären mit Felseninseln und klarem Wasser
Die Stockholmer Schären bieten geschützte Buchten und klares Wasser. Ein SUP-Spot, der sich direkt vor der schwedischen Hauptstadt versteckt. (KI-generiert)

Die besten SUP-Spots

Schweden hat so viele gute Paddelgewässer, dass eine vollständige Liste den Rahmen jedes Artikels sprengen würde. Ich konzentriere mich auf die Spots, die ich selbst getestet habe oder die mir von anderen Paddlern immer wieder empfohlen wurden. Die Auswahl reicht von urbanen Kanälen bis zu abgelegenen Wildnisseen.

Mälaren (Stockholm)

Der Mälarsee ist Schwedens drittgrößter See und liegt direkt vor den Toren Stockholms. Von Kungsholmen oder Södermalm aus kann man innerhalb von Minuten auf dem Wasser sein. Die Nordseite des Sees, Richtung Drottningholm (dem Schloss der schwedischen Königsfamilie), bietet ruhige Buchten und historische Kulisse. Auf dem Mälaren paddelt man an Schlössern vorbei, durch Schilfgürtel und an bewaldeten Inseln entlang. Für einen urbanen See ist die Wasserqualität erstaunlich gut.

Der Mälaren ist bei Südwind manchmal wellig, besonders auf den offenen Flächen. Anfänger sollten in den geschützten Buchten bleiben. Fortgeschrittene können die Route von Kungsholmen nach Drottningholm paddeln (ca. 8 Kilometer einfach). Einstiege gibt es an mehreren Stellen entlang der Uferpromenaden.

Siljan (Dalarna)

Der Siljan ist ein Kratersee in Dalarna, entstanden durch einen Meteoriteneinschlag vor 377 Millionen Jahren. Die Ufer sind sanft geschwungen, das Wasser glasklar, und die Dörfer rund um den See (Mora, Rättvik, Leksand) gehören zu den hübschesten in ganz Schweden. Vom Board aus sieht man die typischen roten Holzhäuser, Birkenalleen und im Hintergrund bewaldete Hügel.

Am besten paddelt man morgens, wenn der See spiegelglatt ist. Die Uferlinie zwischen Rättvik und Tällberg ist besonders schön, mit Felsformationen und kleinen Sandstränden. Im Juli hat der Siljan Wassertemperaturen um 20 Grad. Verleih gibt es in Mora und Rättvik.

Vättern

Schwedens zweitgrößter See ist berühmt für sein kristallklares Wasser. Die Sichttiefe beträgt oft über 10 Meter. Beim Paddeln in Ufernähe sieht man Steine und Pflanzen auf dem Grund wie in einem Aquarium. Allerdings ist der Vättern auch bekannt für schnelle Wetterumschwünge. Der See kann innerhalb von Minuten von spiegelglatt zu wellig wechseln. Erfahrene Paddler lieben ihn, Anfänger sollten nah am Ufer bleiben und die Wettervorhersage prüfen.

Die besten Einstiege sind bei Jönköping (Südufer), Vadstena (Ostufer) und Motala (Nordufer). Die Bucht bei Vadstena, mit dem Renaissance-Schloss im Hintergrund, ist einer der fotogensten SUP-Spots in Schweden.

Åsnen (Småland)

Der Åsnen-Nationalpark wurde 2018 eröffnet und schützt einen der artenreichsten Seen Südschwedens. Der See ist relativ flach (durchschnittlich 3 Meter), hat über 1.000 Inseln und unzählige Buchten. Perfektes SUP-Terrain: geschütztes Wasser, wenig Bootsverkehr und eine Landschaft, die an die kanadische Seenplatte erinnert. Seeadler kreisen über dem See, und mit etwas Glück sieht man Fischadler beim Beutefang.

SUP auf einem ruhigen See in Dalarna mit roten Holzhäusern am Ufer
Die Seen in Dalarna bieten spiegelglattes Wasser, rote Holzhäuser und eine Stille, die man in Mitteleuropa kaum noch findet. (KI-generiert)

SUP in den Stockholmer Schären

Die Stockholmer Schären bestehen aus etwa 30.000 Inseln, Schären und Felsen, die sich vom Stadtzentrum bis weit in die Ostsee erstrecken. Für SUP sind vor allem die inneren Schären interessant: geschützte Gewässer zwischen bewaldeten Inseln, mit kurzen Überquerungen und vielen Anlegemöglichkeiten.

Von Vaxholm, Gustavsberg oder Saltsjöbaden aus kann man in die Schären paddeln, ohne ein Boot oder eine Fähre zu brauchen. Die Distanzen zwischen den Inseln betragen oft nur 50 bis 200 Meter. Man paddelt von Insel zu Insel, macht Pausen auf Felsen in der Sonne und erkundet einsame Buchten, die für Motorboote zu flach sind. Das Jedermannsrecht erlaubt das Anlegen und sogar das Zelten auf den meisten Inseln (Naturschutzgebiete ausgenommen).

Zwei Routen, die ich empfehle: Die Strecke von Vaxholm Richtung Rindö und Värmdö (ca. 10 Kilometer, für Fortgeschrittene). Und die kürzere Runde ab Saltsjöbaden durch die inneren Schären (ca. 5 Kilometer, auch für geübte Anfänger machbar). In beiden Fällen sollte man die Fährzeiten kennen, denn die Wellen der Fähren können auf dem Board überraschend kräftig sein.

Wer es organisiert mag: In Stockholm bieten mehrere Anbieter geführte SUP-Touren durch die Schären an. Die Touren dauern 3 bis 5 Stunden, kosten 800 bis 1.500 SEK pro Person und beinhalten Board, Paddel und Schwimmweste. Manche Touren enden mit einem Picknick auf einer einsamen Insel. Es gibt auch Mehrtagestouren mit Übernachtung im Zelt. Die Gruppen sind klein, meist 4 bis 8 Personen.

Wichtig: In den äußeren Schären (Ytterskärgården) ist das Wasser offener und die Strömungen stärker. Hier sollte man nur mit Erfahrung und lokaler Kenntnis paddeln. Die inneren Schären sind sicherer und für die meisten Paddler die bessere Wahl.

Seen in Dalarna und Mittelschweden

Dalarna ist das Herz Schwedens, eine Region mit sanften Hügeln, Wäldern und Seen, die wie aus einem Bilderbuch wirken. Für SUP ist die Region perfekt, weil die Seen hier eine ideale Größe haben: groß genug für interessante Touren, aber nicht so riesig, dass der Wind zum Problem wird.

Neben dem schon erwähnten Siljan gibt es in Dalarna Dutzende weiterer paddelgeeigneter Seen. Der Orsasjön, nördlich des Siljan, ist wilder und weniger touristisch. Der Runn, bei Falun, liegt nahe dem Weltkulturerbe Faluns Kupfermine und verbindet Natur mit Geschichte auf spannende Weise. Der Amungen, weiter nördlich, ist ein stiller Waldsee, den man oft ganz für sich allein hat.

In Mittelschweden (Svealand) gibt es neben den großen Seen Mälaren und Hjälmaren Hunderte kleinerer Gewässer, die sich sehr gut für Tagestouren eignen. Besonders die Seen in Bergslagen, der alten Bergbauregion zwischen Stockholm und Dalarna, sind empfehlenswert. Hier paddelt man an verlassenen Hüttenwerken und historischen Dörfern vorbei, umgeben von dichten Nadelwäldern.

Ein Geheimtipp: der Klarälven in Värmland. Dieser Fluss ist breit, langsam fließend und erstaunlich ruhig. SUP auf dem Fluss hat einen eigenen Reiz. Man paddelt mit der Strömung, lässt sich treiben und sieht die Landschaft an sich vorbeiziehen. Die Strecke zwischen Branäs und Stöllet (ca. 15 Kilometer) ist auch für Anfänger geeignet. Man kann das Auto am Endpunkt parken und sich mit dem Bus zum Startpunkt bringen lassen.

Göteborg und die Westküste

Göteborg ist eine Wasserstadt. Kanäle durchziehen das Zentrum, der Göta Älv mündet in den Schärengarten, und die vorgelagerten Inseln (Södra Skärgården) sind ein Paradies für Paddler. Anders als die Stockholmer Schären, die in der Ostsee liegen, sind Göteborgs Schären dem offenen Kattegat ausgesetzt. Das Wasser ist salziger, die Wellen können höher sein, und die Gezeiten spielen eine Rolle. Dafür sind die Inseln dramatischer: glatt geschliffene Granitfelsen, Leuchttürme und eine raue Schönheit, die an die norwegische Küste erinnert.

SUP auf einem Kanal in Göteborg mit Stadthäusern und Brücken
In Göteborg kann man die Stadt vom Wasser aus erleben. Die Kanäle sind ruhig, die Einstiege zahlreich und die Perspektive einzigartig. (KI-generiert)

Für SUP im Stadtgebiet eignen sich die Kanäle sehr gut. Man startet am Rosenlundskanalen oder am Vallgrav und paddelt durch die Stadt. Die Perspektive vom Wasser ist eine völlig andere als von der Straße. Man gleitet unter historischen Brücken hindurch, vorbei an der Fischkirche (Feskekörka) und den Haga-Häusern. Bootsverkehr gibt es wenig, die Kanäle sind flach und geschützt. Eine Tour durch alle Kanäle dauert etwa 90 Minuten.

Wer an die Küste will: Die Inseln Styrsö, Donsö und Vrångö sind mit der Fähre von Saltholmen erreichbar (30 Minuten) und bieten geschützte Buchten zum Paddeln. Das Board nimmt man als Gepäck auf die Fähre mit, was problemlos möglich ist. An windstillen Tagen kann man zwischen den Inseln paddeln und auf den Granitfelsen picknicken. Bei Wind sollte man auf der windgeschützten Seite der Inseln bleiben.

Weiter nördlich, in Bohuslän, liegen die Küstenorte Lysekil, Fjällbacka und Smögen. Die Felsküste hier ist wild. Paddeln in Fjällbacka, wo die Granithügel steil ins Meer fallen und die Häuser dicht an dicht am Ufer stehen, gehört zu den eindrucksvollsten SUP-Erlebnissen an der schwedischen Küste. Aber Vorsicht: Das Kattegat ist kein Binnensee. Gezeiten, Strömungen und Windverhältnisse muss man ernst nehmen.

SUP unter der Mitternachtssonne

Nördlich des Polarkreises geht die Sonne im Sommer nicht unter. Was das für SUP bedeutet, muss man erlebt haben. Man paddelt um Mitternacht auf einem stillen See, das Licht ist golden, die Welt ist still, und die einzigen Geräusche kommen von Vögeln und dem leisen Plätschern des Paddels. Es gibt keine Dunkelheit, keinen Sonnenuntergang, nur endloses, warmes Licht.

Stand-Up Paddling unter der Mitternachtssonne in Nordschweden
SUP um Mitternacht. In Nordschweden ist das im Juni und Juli normal. Die Sonne steht tief, das Licht ist golden, und man hat den See ganz für sich. (KI-generiert)

Die besten Spots für Mitternachts-SUP liegen in Schwedisch-Lappland. Der Torneträsk bei Abisko, einer der klarsten Seen Europas, ist wild. Der See ist umgeben von Bergen, und das Licht der Mitternachtssonne reflektiert auf der Wasseroberfläche in Farben, die kein Filter nachahmen kann. Der Torneträsk ist allerdings ein Gebirgssee: kalt (selten über 10 Grad) und bei Wind rau. Neoprenanzug und Erfahrung sind Pflicht.

Einfacher zugänglich sind die Seen bei Jokkmokk und Gällivare. Hier gibt es windgeschützte Waldseen, die im Juli warme 16 bis 18 Grad erreichen und perfekt für Mitternachtspaddeln sind. Die Mücken sind allerdings von Ende Juni bis Mitte August eine Plage. Mückenmittel (schwedisch: myggmedel, in jedem Supermarkt erhältlich) und ein Kopfnetz helfen. Auf dem Wasser ist es besser, weil die Mücken Windstille brauchen, aber am Ufer können sie massiv sein.

In Kiruna und Jokkmokk bieten einzelne Anbieter geführte Mitternachts-SUP-Touren an. Diese dauern meist von 22 bis 2 Uhr und kosten 900 bis 1.200 SEK. Die Boards und Ausrüstung werden gestellt. Wer sein eigenes Board mitbringt, kann natürlich jederzeit auf eigene Faust paddeln. Die Seen sind frei zugänglich.

Verleih, Kurse und Ausrüstung

Wer kein eigenes Board hat, findet in Schweden an den meisten touristischen Orten Verleihstationen. Die Preise variieren je nach Region und Anbieter.

  • Stundenvermietung: 150 bis 300 SEK pro Stunde (ca. 13 bis 26 Euro). Inklusive Board, Paddel und Schwimmweste
  • Tagesvermietung: 400 bis 700 SEK pro Tag. Bei mehrtägiger Miete gibt es oft Rabatte
  • Geführte Touren: 600 bis 1.500 SEK pro Person, je nach Dauer und Ort. Inklusive gesamter Ausrüstung
  • Anfängerkurse: 500 bis 800 SEK für 2 bis 3 Stunden. Grundtechniken, Sicherheit, erste Tour auf dem Wasser
SUP-Verleihstation an einem schwedischen Strand mit aufgereihten Boards
An den meisten schwedischen Badeplätzen und Campingplätzen gibt es inzwischen SUP-Verleih. Die Boards sind in der Regel aufblasbar und anfängerfreundlich. (KI-generiert)

In Stockholm bieten mehrere Anbieter Verleih und Touren an. Surfbukten in Åkeshov hat Boards am Mälaren, Stockholm Adventures bietet SUP-Touren durch die Stadt und die Schären, und Kayak & SUP Stockholm vermietet an verschiedenen Standorten. In Göteborg sind Paddla Kanot och Kajak und SUP Göteborg die bekanntesten Anlaufstellen.

Viele schwedische Campingplätze haben inzwischen SUP-Boards zur Vermietung. Das ist praktisch, wenn man mit dem Auto unterwegs ist und an verschiedenen Orten paddeln will, ohne ein eigenes Board zu transportieren. Die Boards auf Campingplätzen sind meist aufblasbare Allround-Boards, solide, aber nicht auf Leistung getrimmt. Für entspanntes Paddeln auf Seen sind sie völlig ausreichend.

Wer sein eigenes Board mitbringt: Aufblasbare SUP-Boards (iSUP) passen in einen großen Rucksack und lassen sich problemlos im Flugzeug mitnehmen. Die meisten Airlines behandeln sie als Sportgepäck. Die Gebühr liegt bei 30 bis 80 Euro pro Strecke. Feste Boards sind schwieriger zu transportieren und lohnen sich nur, wenn man mit dem Auto anreist.

Praktische Tipps

Wetter und Wind: Den Wind im Blick behalten. Auf großen Seen (Vättern, Vänern, Mälaren) kann der Wind innerhalb von 30 Minuten von Null auf 15 Knoten drehen. Die schwedische Wetter-App SMHI (kostenlos) zeigt Windvorhersagen auf Stundenebene. Als Faustregel: Bei mehr als 10 Knoten Wind sollte man auf großen offenen Gewässern nicht paddeln, bei mehr als 15 Knoten auch nicht auf kleineren Seen.

Sicherheit: Schwimmweste tragen. In Schweden gibt es keine gesetzliche Pflicht für SUP-Paddler, eine Schwimmweste zu tragen, aber die Küstenwache empfiehlt es dringend. Eine aufblasbare Weste (Typ PFD) stört beim Paddeln kaum und kann im Notfall das Leben retten. Außerdem: Leash am Fußgelenk befestigen, damit das Board bei einem Sturz nicht davontreibt.

Jedermannsrecht: Das Jedermannsrecht erlaubt den Zugang zu allen Gewässern, auch über Privatgrund, solange man Abstand zu Wohnhäusern hält (als Faustregel: mindestens 70 Meter). Man darf an unbewohnten Ufern anlegen, rasten und sogar eine Nacht zelten. Was man nicht darf: Lärm machen, Müll hinterlassen, Gärten betreten oder Schäden verursachen. Respekt gegenüber Natur und Anwohnern ist die Grundlage des Allemansrätten.

Wassertemperaturen: Auch im Hochsommer kann das Wasser kalt sein, besonders in tiefen oder nördlichen Seen. Kaltwasserschock ist eine reale Gefahr. Wer auf kalten Gewässern paddelt (unter 15 Grad), sollte einen Neoprenanzug tragen. In Südschweden im Juli ist das Wasser warm genug für Badekleidung, aber selbst dort kann ein unerwarteter Sturz in kaltes Tiefenwasser unangenehm werden.

Mücken: Von Mitte Juni bis Mitte August sind Mücken in ganz Schweden aktiv, in Nordschweden besonders aggressiv. Auf dem Wasser ist es besser als am Ufer, aber beim Ein- und Aussteigen und bei Pausen braucht man Schutz. Schwedisches Mückenmittel (Djungelolja oder Mygga) funktioniert gut. Helle Kleidung und leichter Wind helfen ebenfalls.

Häufig gestellte Fragen

Braucht man eine Genehmigung für SUP in Schweden?

Nein. Dank des Jedermannsrechts (Allemansrätten) kann man in Schweden auf allen öffentlichen Gewässern frei paddeln. Man darf auch an unbewohnten Ufern anlegen. Einzige Ausnahme: Naturschutzgebiete mit Betretungsverbot (markiert mit Schildern). In der Nähe von Militärgebieten (Sperrgebiete) ist das Paddeln ebenfalls verboten.

Wann ist die beste Zeit für SUP in Schweden?

Juni bis August. Im Juni hat man die längsten Tage und die Mitternachtssonne im Norden. Im Juli sind die Wassertemperaturen am höchsten. Im August werden die Tage kürzer, aber das Wetter ist oft stabiler und die Mücken lassen nach. Mai und September sind möglich, aber kühler. Für Nordschweden ist die Saison kürzer: Mitte Juni bis Mitte August.

Kann man SUP-Boards in Schweden mieten?

Ja, an vielen Orten. In Stockholm, Göteborg, Malmö und den meisten touristischen Regionen gibt es Verleihstationen. Viele Campingplätze bieten ebenfalls SUP-Boards zur Miete an. Preise: 150 bis 300 SEK pro Stunde, 400 bis 700 SEK pro Tag. Board, Paddel und Schwimmweste sind im Preis enthalten.

Ist SUP auf schwedischen Seen sicher?

Grundsätzlich ja. Die meisten schwedischen Seen sind ruhig und wellenarm. Gefahren entstehen durch plötzlichen Wind auf großen Seen, kaltes Wasser und Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Schwimmweste und Leash tragen, Wettervorhersage prüfen, in Ufernähe bleiben und die eigenen Grenzen kennen. Auf der Ostsee und dem Kattegat sind die Bedingungen anspruchsvoller als auf Binnenseen.

Kann man ein aufblasbares SUP im Flugzeug nach Schweden mitnehmen?

Ja. Aufblasbare SUP-Boards (iSUP) passen in einen Rucksack und werden von den meisten Airlines als Sportgepäck akzeptiert. Die Gebühr liegt bei 30 bis 80 Euro pro Strecke. Das Board muss komplett entleert sein. Paddel kann man oft zerlegen und im selben Rucksack transportieren. Vorher bei der Airline die Regelungen für Sportgepäck prüfen.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026