Die Nordlandsbahn
Es gibt einen Moment auf der Nordlandsbahn, der sich in den Kopf brennt. Der Zug fährt durch eine endlose Birkenlandschaft, die Bäume werden kleiner und krummer, die Felsen kahler. Dann taucht ein einfaches Denkmal am Bahndamm auf: eine Steinsäule mit einer Kugel darauf. Kein Bahnhof, keine Durchsage. Nur dieses Zeichen. Man hat gerade den Polarkreis überquert. 66°33' nördlicher Breite. Ab hier gelten andere Regeln. Im Sommer geht die Sonne nicht unter. Im Winter nicht auf.
Die Nordlandsbahn (Nordlandsbanen) verbindet Trondheim mit Bodø und ist die längste Bahnstrecke Norwegens: 729 Kilometer, knapp zehn Stunden Fahrt, durch einige der wildesten Landschaften Europas. Die Strecke ist weniger bekannt als die Bergensbahn, und das ist ein Fehler, den viele Reisende machen. Die Bergensbahn ist kompakter und dramatischer. Die Nordlandsbahn ist weiter, rauer und in manchen Abschnitten so einsam, dass man sich fragt, ob der Zug die einzige Verbindung zur Außenwelt ist.
Ich bin die Strecke zweimal gefahren. Einmal im Juli bei Mitternachtssonne, einmal im Februar in der Polarnacht. Beide Fahrten waren so unterschiedlich, als hätte ich zwei verschiedene Länder bereist. Im Sommer war alles grün, die Seen leuchteten, und die Sonne schien 24 Stunden. Im Winter war es dunkel, der Schnee lag meterhoch, und das einzige Licht kam von den Sternen und, mit etwas Glück, von den Nordlichtern über dem Zug.
Die Nordlandsbahn und ihr Reiz
Die Nordlandsbahn ist die einzige Eisenbahnstrecke der Welt, die den Polarkreis überquert und dabei ausschließlich auf dem europäischen Kontinent verläuft. Es gibt Bahnstrecken in Sibirien und Alaska, die ähnlich weit nördlich fahren, aber keine davon führt durch eine Landschaft, die sich so dramatisch verändert wie hier.
Die Strecke wurde in mehreren Etappen zwischen 1893 und 1962 gebaut. Während der deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg trieben die Nazis den Bau voran, weil sie eine Verbindung zu den Häfen Nordnorwegens brauchten. Tausende Kriegsgefangene mussten unter erbärmlichen Bedingungen am Bahndamm arbeiten. Viele starben. An einigen Stellen entlang der Strecke erinnern Gedenkstätten an dieses dunkle Kapitel. Die letzte Etappe, der Abschnitt von Fauske nach Bodø, wurde erst 1962 fertiggestellt.
Heute ist die Nordlandsbahn ein Stück norwegischer Infrastruktur, das gleichzeitig als touristisches Erlebnis funktioniert. Der Zug ist für viele Orte entlang der Strecke die einzige Anbindung an den Rest des Landes. Für Reisende ist er eine Möglichkeit, Norwegen in seiner ganzen Länge und Weite zu erleben, ohne selbst fahren zu müssen. Man sitzt am Fenster, die Landschaft zieht vorbei, und es gibt nichts zu tun außer hinzuschauen. Zehn Stunden lang.
Die Strecke: Von Trondheim nach Bodø
Trondheim bis Steinkjer: Das sanfte Trøndelag
Die Fahrt beginnt am Bahnhof Trondheim S, einem nüchternen Zweckbau im Stadtzentrum. Der Zug rollt los, durchquert die Vororte und erreicht bald den Trondheimfjord. Auf der linken Seite (in Fahrtrichtung Bodø) öffnet sich der Blick über das Wasser, auf der rechten Seite liegen sanfte Hügel mit Bauernhöfen und Weideland. Das Trøndelag ist Norwegens Kornkammer, und im Sommer leuchten die Felder goldgelb.
Steinkjer, nach etwa einer Stunde erreicht, ist die letzte größere Stadt im Trøndelag. Hier kann man umsteigen in den Trønderbanen, einen Regionalzug, der zurück nach Trondheim fährt. Die meisten Passagiere auf der Nordlandsbahn bleiben aber sitzen, denn das Interessante beginnt erst jetzt.
Steinkjer bis Mosjøen: In die Wildnis
Hinter Steinkjer verändert sich die Landschaft. Die Felder verschwinden, die Wälder werden dichter, die Berge höher. Der Zug folgt dem Snåsavatnet, einem der größten Seen Norwegens, und fährt dann in das Namdal, ein langes Tal, das sich nach Norden zieht. Bei Grong kreuzt die Strecke den Namsen, einen der besten Lachsflüsse Europas. Im Sommer sieht man manchmal Angler am Ufer stehen, hüfttief im Wasser, die Rute ausgeworfen.
Bei Majavatn passiert der Zug die Grenze zwischen Trøndelag und Nordland. Hier wird es spürbar einsamer. Die Abstände zwischen den Dörfern werden größer, die Häuser weniger. Mosjøen ist die nächste Stadt und ein guter Ort für einen Zwischenstopp. Die Altstadt mit ihren Holzhäusern aus dem 19. Jahrhundert steht unter Denkmalschutz und ist einen Spaziergang wert.
Mosjøen bis Mo i Rana: Zum Polarkreis
Der Abschnitt zwischen Mosjøen und Mo i Rana führt entlang des Ranfjords und durch mehrere Tunnel. Die Landschaft wird immer karger. Birken ersetzen Fichten, und die Berge zeigen ihre nackten Felsen. Mo i Rana ist eine Industriestadt am Ende des Ranfjords und der letzte größere Ort vor dem Polarkreis. Von hier aus sind es noch etwa 80 Kilometer bis zu dieser unsichtbaren Grenze.
Mo i Rana selbst hat wenig touristischen Glanz, aber die Umgebung bietet Zugang zum Svartisen-Gletscher, dem zweitgrößten Gletscher Norwegens. Wer die Zugfahrt unterbrechen will, kann hier einen Tag einplanen und zum Gletscher wandern. Die Rückkehr ist einfach: Am nächsten Tag den nächsten Zug nehmen.
Den Polarkreis überqueren
Der Polarkreis liegt auf 66°33'47" nördlicher Breite und markiert die Grenze, ab der es im Sommer mindestens einen Tag mit 24 Stunden Sonnenlicht gibt und im Winter mindestens einen Tag mit 24 Stunden Dunkelheit. Je weiter man nach Norden fährt, desto länger werden diese Perioden. In Bodø, dem Endpunkt der Nordlandsbahn, dauert die Mitternachtssonne von Anfang Juni bis Mitte Juli.
Die Überquerung selbst ist schlicht im besten Sinn. Es gibt keine Schranke, keine Zeremonie, keinen Souvenirshop (der steht an der Straße, ein paar Kilometer entfernt). Nur dieses steinerne Denkmal am Bahndamm, das für einige Sekunden im Fenster auftaucht. Manche Zugführer machen eine Durchsage, andere nicht. Der Moment hat trotzdem etwas. Man weiß, dass ab hier die Erde sich anders verhält, dass die Sonne andere Bahnen zieht, dass die Natur nach anderen Regeln funktioniert.
Nach der Polarkreis-Überquerung fährt der Zug durch eine Hochebene, die im Winter unter einer dicken Schneedecke liegt und im Sommer eine karge, aber lebendige Tundra zeigt. Seen, Bäche, Flechten und niedrige Sträucher bestimmen das Bild. Rentiere tauchen am Horizont auf. Manchmal stehen sie direkt am Gleis und schauen dem Zug nach, als wüssten sie nicht so recht, was sie von diesem lauten Ding halten sollen.
Die Highlights der Fahrt
Saltdal und der Saltstraumen
Hinter dem Polarkreis durchquert der Zug das Saltdal, ein breites Tal mit dem Fluss Saltdalselva. Hier gibt es einen der wenigen Abschnitte, in denen die Landschaft wieder grüner wird. Der Saltstraumen, einer der stärksten Gezeitenströme der Welt, liegt in der Nähe, ist aber vom Zug aus nicht sichtbar. Wer ihn sehen will, muss in Bodø einen Ausflug machen. Die Wassermassen, die sich durch die 150 Meter breite Meerenge pressen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h und erzeugen Strudel mit bis zu 10 Metern Durchmesser.
Fauske: Der nördlichste Bahnhof der nordischen Länder
Fauske ist der letzte Halt vor Bodø und hat einen traurigen Ruf als "Sackgasse". Hier endet die Hauptstrecke, und der Zug biegt nach Westen ab, Richtung Küste. Fauske war lange der nördlichste Punkt, den man in den nordischen Ländern mit dem Zug erreichen konnte. Das ist technisch immer noch so, denn die Strecke nach Bodø ist nur eine kurze Verlängerung. Für Eisenbahnfans ist Fauske trotzdem ein markanter Punkt.
Der Ort selbst bietet wenig Sehenswertes, ist aber ein wichtiger Knotenpunkt. Von hier aus fahren Busse zu den Lofoten, nach Narvik und in die umliegenden Regionen. Wer die Nordlandsbahn mit einer Lofoten-Reise verbinden will, kann in Fauske auf den Bus umsteigen.
Die Ankunft in Bodø
Bodø ist der Endpunkt der Nordlandsbahn und liegt direkt am Meer. Der Bahnhof steht nur wenige Meter vom Hafen entfernt, von dem aus die Fähren zu den Lofoten ablegen. Wenn man nach zehn Stunden im Zug in Bodø aussteigt und die salzige Seeluft riecht, hat die Reise etwas von einer Ankunft am Ende der Welt. Nördlich von hier gibt es keine Eisenbahn mehr in Europa (von der Erzbahn in Schweden/Norwegen abgesehen, die aber weiter östlich liegt).
Bodø war 2024 Europäische Kulturhauptstadt und hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Neue Kulturgebäude, Restaurants und ein lebendiges Nachtleben haben die Stadt aufgewertet. Der Stadtkern ist kompakt und zu Fuß erkundbar. Das Norwegische Luftfahrtmuseum ist sehenswert, und der Saltstraumen (30 Minuten mit dem Bus) gehört zu den Naturwundern Nordnorwegens.
Vom Hafen in Bodø fahren Fähren nach Moskenes auf den Lofoten (3,5 Stunden) und nach Røst und Værøy, zwei abgelegenen Inseln weiter draußen im Meer. Die Kombination Nordlandsbahn plus Lofoten-Fähre ist eine der besten Reiserouten, die Norwegen zu bieten hat. Man fährt von der drittgrößten Stadt des Landes (Trondheim) über den Polarkreis ans Meer und setzt dann auf eine der wildesten Inselgruppen Europas über.
Im Winter auf der Nordlandsbahn
Meine Winterfahrt im Februar war eine der intensivsten Reiseerfahrungen, die ich je hatte. Der Zug verließ Trondheim am Morgen bei Dunkelheit. Es war kurz vor neun, und draußen war es so dunkel wie um Mitternacht. Erst gegen zehn Uhr wurde es langsam hell, aber "hell" ist relativ. Es war ein graues Dämmerlicht, das die verschneite Landschaft in ein unwirkliches Blau tauchte.
Je weiter der Zug nach Norden fuhr, desto kürzer wurde das Tageslicht. Nördlich des Polarkreises gab es im Februar zwar schon wieder Sonne, aber nur für wenige Stunden, und sie stand so tief am Horizont, dass sie die Schneelandschaft in Rosa und Gold färbte. Diese kurzen Stunden Licht waren so intensiv, dass ich verstand, warum Norweger den Winter nicht als dunkel empfinden, sondern als eine Zeit mit besonderem Licht.
Der Schnee lag meterhoch. In den Tälern türmte er sich an den Gleisen zu weißen Wänden. Auf den Hochebenen war alles flach und weiß, ohne Bäume, ohne Häuser, ohne Horizont. Der Zug pflügte sich durch, und manchmal spritzte der Schnee so hoch, dass die Fenster für Sekunden weiß wurden. In den Tunneln wurde es stockdunkel, und dann kam wieder diese weiße Weite.
Um 15 Uhr war es wieder dunkel. Die letzten drei Stunden bis Bodø fuhr der Zug durch die Nacht. Draußen war nichts zu sehen außer gelegentlichen Lichtern von Häusern und dem schwachen Schimmer des Schnees im Mondlicht. Und dann, irgendwo nördlich von Fauske, leuchtete plötzlich der Himmel grün. Nordlichter. Direkt über dem Zug. Ein schmales Band, das sich über den ganzen Himmel zog und pulsierte. Der Zugführer machte eine Durchsage: "Til venstre kan dere se nordlys." Links sehen Sie Nordlichter. Im Wagen wurde es still. Alle schauten raus.
Im Sommer: Mitternachtssonne
Die Sommerfahrt war das genaue Gegenteil. Endloses Licht, warme Temperaturen (15 bis 20 Grad, was in Nordnorwegen als heiß gilt), grüne Wiesen und spiegelglatte Seen. Der Zug verließ Trondheim um 7 Uhr morgens und kam um 17 Uhr in Bodø an. In diesen zehn Stunden veränderte sich das Licht kein einziges Mal merklich. Es war einfach hell. Gleichmäßig, konstant, fast monoton in seiner Helligkeit.
Im Sommer sieht man mehr. Die Details der Landschaft, die im Winter unter Schnee verschwinden, werden sichtbar: Wildblumen auf den Almen, Wasserfälle, die von den Bergen stürzen, Rentiere auf den Hochebenen. Die Farben sind intensiver, das Grün der Birkenwälder fast schmerzhaft leuchtend. Am Polarkreis blühte Schafgarbe am Bahndamm, und in den Seen schwammen Enten mit ihren Küken.
Der Nachteil des Sommers: Der Zug ist voller. Touristen, Wandergruppen und Familien füllen die Wagen. Die Stimmung ist fröhlich, aber man hat weniger Platz und weniger Ruhe. Im Winter war ich in meinem Abteil fast allein. Im Sommer saß neben mir ein älteres Paar aus England, das die gesamte Fahrt über laut begeistert war. Was durchaus ansteckend wirkte.
Wer im Sommer fährt und die Mitternachtssonne erleben will, sollte den späten Nachmittagszug nehmen. Dieser fährt die letzten Stunden in Richtung Bodø bei Mitternachtssonne, und man kann vom Zugfenster aus beobachten, wie die Sonne sich dem Horizont nähert, ihn fast berührt und dann wieder aufsteigt. Ein Phänomen, das man rational kennt, aber emotional trotzdem nicht fassen kann.
Tickets und Buchung
Die Nordlandsbahn wird von SJ Nord (ehemals SJ, jetzt Betreiber der Nordlandsbahn) gefahren. Tickets kauft man über die Website sj.no oder die SJ-App. Die Preise variieren stark je nach Buchungszeitpunkt und Tarifklasse.
Frühbucher-Tickets (Lavpris) kosten ab 399 NOK für die gesamte Strecke Trondheim-Bodø. Normalpreis-Tickets liegen bei 800 bis 1.100 NOK. Die Komfortklasse (Komfort) bietet breitere Sitze, mehr Beinfreiheit und kostenlose Getränke für einen Aufpreis von 200 bis 400 NOK. Für eine Zehn-Stunden-Fahrt ist die Komfortklasse eine Überlegung wert.
Es gibt täglich zwei Züge in jede Richtung. Der Morgenzug ab Trondheim fährt gegen 7:50 Uhr und kommt um 17:47 Uhr in Bodø an. Der Nachmittagszug startet um 13:05 Uhr und erreicht Bodø um 23:05 Uhr. In die Gegenrichtung gibt es entsprechende Verbindungen. Die genauen Zeiten können saisonal variieren, ein Blick auf sj.no vor der Reise ist ratsam.
Sitzplatzreservierung ist im Preis enthalten. Man bekommt automatisch einen Platz zugewiesen, kann aber bei der Buchung Wünsche äußern (Fenster, Gang, Ruheabteil). Wer auf der linken Seite sitzen will (bessere Aussicht auf die Küste im nördlichen Abschnitt), sollte früh buchen.
InterRail- und Eurail-Pässe gelten auf der Nordlandsbahn. Eine Sitzplatzreservierung ist trotzdem nötig und kostet 50 NOK extra. Für Reisende, die mehrere Züge in Skandinavien nutzen wollen, kann ein InterRail-Pass die günstigere Option sein als Einzeltickets.
Praktische Tipps
Die beste Sitzseite
In Fahrtrichtung Trondheim-Bodø: Die linke Seite bietet im nördlichen Teil (ab Mo i Rana) den besseren Blick auf die Küste und den Ranfjord. Die rechte Seite zeigt im mittleren Teil (Namdal) schönere Talblicke. Wenn man nur eine Seite wählen kann, würde ich die linke nehmen. Aber wie bei der Bergensbahn gilt: Es gibt keine schlechte Seite.
Verpflegung
Der Zug hat einen Bistrowagen, in dem Kaffee, Sandwiches, Suppen und warme Snacks verkauft werden. Die Auswahl ist kleiner als in der Bergensbahn, aber ausreichend. Preise: Kaffee 40 NOK, Sandwich 80 bis 110 NOK, Suppe 90 NOK. Wer sparen will, kauft sich in Trondheim am Bahnhof Proviant ein. Es gibt mehrere Geschäfte und Bäckereien direkt am Bahnhof.
Bei zehn Stunden Fahrt wird man mindestens einmal richtig Hunger bekommen. Ich empfehle, genug mitzunehmen. Brot, Käse, Obst, Nüsse und eine Flasche Wasser reichen für den Tag. Im Bistrowagen kann man sich dann noch einen Kaffee oder eine Suppe dazukaufen.
Strom und Internet
Steckdosen gibt es an jedem Sitzplatz. Das WLAN funktioniert in den bewohnten Gebieten akzeptabel, fällt aber auf den einsamen Abschnitten (die einen großen Teil der Strecke ausmachen) regelmäßig aus. Wer für zehn Stunden etwas zum Lesen oder Hören braucht, sollte Bücher, Podcasts oder Filme vorher herunterladen.
Zwischenstopps einlegen
Die Fahrt in einem Stück ist lang, aber machbar. Wer lieber teilen will, bieten sich Mosjøen und Mo i Rana als Übernachtungsorte an. Mosjøen hat die hübschere Altstadt, Mo i Rana den besseren Zugang zum Svartisen-Gletscher. In beiden Städten gibt es Hotels und Gästehäuser. Am nächsten Tag steigt man einfach in den nächsten Zug und fährt weiter.
Eine beliebte Kombination: Nordlandsbahn von Trondheim nach Bodø (mit oder ohne Zwischenstopp), dann Fähre Bodø-Moskenes auf die Lofoten, dort einige Tage verbringen, und von Svolvær oder Harstad-Narvik zurückfliegen. Diese Route zeigt ein Norwegen, das die meisten Touristen nie sehen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Fahrt mit der Nordlandsbahn?
Die gesamte Strecke von Trondheim nach Bodø dauert knapp 10 Stunden (ca. 9 Stunden 50 Minuten). Die Fahrt vergeht erstaunlich schnell, weil die Landschaft sich ständig ändert. Wer die Fahrt aufteilen will, kann in Mosjøen oder Mo i Rana übernachten.
Was kostet ein Ticket für die Nordlandsbahn?
Frühbucher-Tickets (Lavpris) starten bei 399 NOK (ca. 35 Euro) für die gesamte Strecke. Normalpreis-Tickets kosten 800 bis 1.100 NOK. Die Komfortklasse kostet 200 bis 400 NOK Aufpreis. InterRail-Pässe werden akzeptiert (Reservierung 50 NOK extra).
Wann ist die beste Jahreszeit für die Nordlandsbahn?
Beide Extremsaisonen haben ihren Reiz. Im Sommer (Juni bis August) sieht man die Landschaft im Detail, die Mitternachtssonne leuchtet, und die Tage sind endlos. Im Winter (November bis Februar) liegt Schnee, das Licht ist besonders, und es besteht die Chance auf Nordlichter. Für die beste Balance aus Licht und Landschaft eignen sich Mai und September.
Fährt die Nordlandsbahn auch im Winter?
Ja, die Nordlandsbahn fährt das ganze Jahr über. Im Winter kann es bei starkem Schneefall zu Verspätungen kommen, aber die Strecke wird regelmäßig geräumt. Komplette Ausfälle sind selten. Der Zug hat eine Heizung, die auch bei extremer Kälte funktioniert.
Kann man die Nordlandsbahn mit den Lofoten kombinieren?
Ja, das ist eine der besten Reisekombinationen in Norwegen. In Bodø legen Fähren nach Moskenes auf den Lofoten ab (3,5 Stunden Überfahrt). Die Fähre fährt täglich, im Sommer häufiger als im Winter. Tickets für die Fähre bucht man bei Torghatten Nord (torghatten-nord.no). Die Kombination Zug plus Fähre plus Lofoten ist eine Route, die man so nur in Norwegen erleben kann.
Gibt es einen Schlafwagen auf der Nordlandsbahn?
Es gibt keinen klassischen Schlafwagen mit Betten. Der Nachmittagszug fährt teilweise in der Nacht und hat komfortable Sitze, die sich zurücklehnen lassen. Wer richtig schlafen will, sollte einen Zwischenstopp einlegen. Es gab Diskussionen über die Einführung eines Nachtzugs mit Schlafwagen, aber aktuell (2026) gibt es dieses Angebot nicht.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026