Dovrefjell Nationalpark
Inhaltsverzeichnis
- 1 Was ist das Dovrefjell?
- 2 Die Moschusochsen: Eiszeitriesen im Fjell
- 3 Der Snøhetta: Norwegens zweithöchster Berg
- 4 Der Viewpoint Snøhetta
- 5 Wandern im Dovrefjell
- 6 Flora und Fauna: Was hier lebt
- 7 Winter im Dovrefjell
- 8 Geschichte: Über Dovre soll das Reich bestehen
- 9 Anreise und praktische Infos
- 10 Häufige Fragen
Es war halb sechs am Morgen, der Nebel hing tief über der Hochebene, und ich konnte kaum dreißig Meter weit sehen. Dann riss der Nebel auf, nur für einen Moment, und da standen sie. Sechs Moschusochsen. Dreißig Meter entfernt. Das Fell zottig und lang, die gebogenen Hörner schwer über den Köpfen. Sie standen da, als hätten sie sich seit zehntausend Jahren nicht bewegt. Als gehörte ihnen diese Landschaft, was in gewisser Weise auch stimmt.
Das Dovrefjell in Zentralnorwegen ist das einzige Gebirge in Norwegen, in dem Moschusochsen leben. Es ist ein Ort, der so aussieht, wie man sich die Eiszeit vorstellt: karg, weit, windgepeitscht. Flechten auf den Felsen, ein Himmel, der nie endet. Der Nationalpark Dovrefjell-Sunndalsfjella schützt eine Fläche von 1.693 Quadratkilometern und bietet eine der letzten intakten Hochgebirgslandschaften Europas.
Was ist das Dovrefjell?
Das Dovrefjell ist ein Hochgebirgsplateau in der Mitte Norwegens, das sich von der Sunndalen-Schlucht im Westen bis zum Gudbrandsdal im Osten erstreckt. Es liegt auf halbem Weg zwischen Oslo und Trondheim, direkt an der Bahnstrecke (Dovrebanen) und der E6. Geographisch trennt es Südnorwegen von Mittelnorwegen und war historisch eine natürliche Barriere, die überquert werden musste, um von einer Landeshälfte in die andere zu gelangen.
Der Nationalpark wurde 2002 in seiner heutigen Form gegründet, nachdem mehrere kleinere Schutzgebiete zusammengelegt worden waren. Er umfasst den alten Dovrefjell Nationalpark (gegründet 1974), den Rondane Nationalpark im Süden (gegründet 1962, separat verwaltet) und mehrere Naturreservate. Die Gesamtfläche inklusive der angrenzenden Schutzgebiete beträgt über 4.300 Quadratkilometer, eine der größten zusammenhängenden Schutzflächen in Europa.
Die Landschaft variiert stark. Im Westen fallen die Berge steil in die Sunndalen-Schlucht ab, eine der tiefsten Schluchten Norwegens. Im Osten geht das Gebirge sanft in die Hochebenen des Rondane über. In der Mitte erhebt sich der Snøhetta (2.286 m), der höchste Berg des Dovrefjell und der zweithöchste Norwegens außerhalb des Jotunheimen. Die Hochebene um den Snøhetta liegt auf 1.200 bis 1.600 Metern und ist die Heimat der Moschusochsen.
Die Moschusochsen: Eiszeitriesen im Fjell
Die Moschusochsen (moskusfe auf Norwegisch) sind der Hauptgrund, warum die meisten Besucher ins Dovrefjell kommen. Und sie sind, das kann ich nach mehreren Begegnungen sagen, jede Anreise wert. Es gibt kein anderes Tier in Europa, das einen so direkt in die Eiszeit zurückversetzt. Diese Tiere sind lebende Fossilien. Sie haben sich seit der letzten Eiszeit kaum verändert. Dasselbe zottige Fell, dieselben gebogenen Hörner, dieselbe stoische Gelassenheit.
Die Geschichte der Moschusochsen im Dovrefjell ist voller Wendungen. Ursprünglich lebten sie in Skandinavien, starben aber nach der letzten Eiszeit aus. 1932 importierte Norwegen die ersten Tiere aus Grönland und setzte sie am Dovrefjell aus. Die Population wuchs, wurde durch den Zweiten Weltkrieg dezimiert (die Tiere wurden gejagt), und wurde in den 1950er Jahren durch neue Importe wieder aufgebaut. Heute leben rund 300 Moschusochsen im Dovrefjell-Gebiet, die einzige freilebende Population in Europa.
Die Tiere wiegen zwischen 200 und 400 Kilogramm, die Bullen können bis zu 500 Kilo erreichen. Ihr Fell ist eines der wärmsten in der Tierwelt: Die Unterwolle (Qiviut) isoliert bei Temperaturen bis minus fünfzig Grad. Im Winter sehen die Tiere aus wie wandelnde Wollberge. Im Sommer, wenn sie die Unterwolle verlieren, wirken sie zerzaust und etwas mitgenommen.
Moschusochsen beobachten: Die beste Chance hat man zwischen Mai und Oktober. Im Sommer stehen die Tiere oft auf den Schneefeldern, um sich von Insekten zu befreien. Im Herbst (September/Oktober) ist Brunftzeit, und die Bullen kämpfen um die Kühe: Sie rennen aufeinander zu und schlagen die Köpfe zusammen. Das Geräusch ist über Hunderte von Metern zu hören.
Sicherheitsregeln: Moschusochsen sind wild und können gefährlich sein. Mindestabstand: 200 Meter. Wenn ein Tier den Kopf senkt, die Hufe scharrt oder auf dich zukommt, rückwärts gehen und hinter einem großen Stein oder einer Erhebung Deckung suchen. Niemals rennen. Hunde sind in Moschusochsengebieten verboten. Die Tiere sehen Hunde als Wölfe an und werden aggressiv.
Geführte Safaris: Mehrere Anbieter in Oppdal und Hjerkinn bieten geführte Moschusochsen-Safaris an. Die Touren dauern drei bis sechs Stunden, kosten zwischen 700 und 1.500 NOK und haben eine Erfolgsquote von über 90 Prozent. Die Guides wissen, wo die Herden stehen, und kennen das Gelände. Wer auf eigene Faust sucht, kann Tage brauchen. Wer einen Guide hat, sieht sie in der Regel innerhalb von zwei Stunden.
Der Snøhetta: Norwegens berühmtester Berg (der nicht der höchste ist)
Der Snøhetta (2.286 m) ist ein Berg mit einer großen Geschichte. Bis ins 19. Jahrhundert galt er als höchster Berg Norwegens. Erst als Vermessungen zeigten, dass der Galdhøpiggen im Jotunheimen fast 200 Meter höher ist, musste der Snøhetta seinen Titel abgeben. Aber er behielt etwas anderes: seinen Ruf als einer der großartigsten Aussichtsberge des Landes.
Der Name bedeutet "Schneehaube" und beschreibt den Berg perfekt: Der Gipfel ist fast das gesamte Jahr schneebedeckt, und bei schlechtem Wetter verschwindet er in Wolken, die sich wie eine weiße Haube um den Gipfel legen. Das berühmte norwegische Architekturbüro Snøhetta (das die Oper in Oslo und die Bibliothek in Alexandria entworfen hat) hat seinen Namen von diesem Berg.
Die Besteigung: Der Snøhetta ist über den Normalweg von der Snøheim-Hütte (DNT) aus erreichbar. Die Tour dauert sechs bis acht Stunden (Hin- und Rückweg) und hat 1.100 Höhenmeter. Der Weg ist nicht technisch schwierig, aber lang und ausgesetzt. Im oberen Bereich liegt häufig Schnee, auch im Sommer, und die Orientierung kann bei Nebel schwierig sein. GPS oder Kompass mitbringen.
Der Aufstieg beginnt sanft über die Hochebene und wird ab 1.800 Metern steiler. Der letzte Abschnitt führt über ein Schneefeld zum Gipfel. Oben hat man bei klarem Wetter einen Rundumblick, der seinesgleichen sucht: Im Norden die Trondheimfjord-Region, im Westen die wilden Täler Richtung Atlantik, im Süden das Rondane-Massiv und im Osten das schwedische Grenzland. An guten Tagen sieht man über 300 Kilometer weit.
Wer den Snøhetta besteigen will, sollte die Snøheim-Hütte als Basis nutzen. Sie liegt auf 1.505 Metern und ist von der Straße bei Hjerkinn in etwa drei Stunden zu erreichen. Die Hütte ist im Sommer bewirtet und bietet warmes Essen und Betten. Von dort startet man morgens zum Gipfel und hat am Abend eine warme Suppe verdient.
Der Viewpoint Snøhetta
Der Viewpoint Snøhetta ist ein architektonisches Kleinod am Rand des Nationalparks, das seit seiner Eröffnung 2011 zu einem der bekanntesten Aussichtspunkte Norwegens geworden ist. Er wurde vom Architekturbüro Snøhetta entworfen (also den Namensvettern des Berges) und steht am Rand der Hochebene bei Hjerkinn, mit freiem Blick auf den Snøhetta-Gipfel.
Das Gebäude ist ein liegender Kern aus Stahl und Glas, umhüllt von einer Schale aus wilder norwegischer Eiche. Innen gibt es einen beheizten Raum mit großen Panoramafenstern, durch die man auf die Hochebene und den Snøhetta blickt. Außen umgibt eine offene Terrasse das Gebäude. Das Design ist zurückhaltend: kein Café, kein Souvenirshop, kein Lärm. Nur ein Raum, der auf die Landschaft schaut.
Der Weg zum Viewpoint ist ein 1,5 Kilometer langer Holzsteg, der vom Parkplatz an der Straße 29 (zwischen Hjerkinn und Dombås) durch die Hochebene führt. Der Steg wurde angelegt, um die empfindliche Vegetation zu schonen. Man geht etwa zwanzig Minuten. Am Viewpoint angekommen, hat man einen der besten Blicke auf den Snøhetta und die Hochebene, die man ohne stundenlange Wanderung bekommen kann.
Für mich persönlich ist der Viewpoint Snøhetta eines der gelungensten Beispiele dafür, wie Architektur und Natur zusammenwirken können. Das Gebäude ist klein genug, um die Landschaft nicht zu stören, und gut genug gestaltet, um den Besuch zu einem Erlebnis zu machen. Es macht genau das Richtige: Es lenkt den Blick auf den Berg und tritt selbst in den Hintergrund.
Wandern im Dovrefjell
Das Dovrefjell bietet Wanderungen für jeden Anspruch, vom leichten Spaziergang zum Viewpoint bis zur mehrtägigen Gebirgsdurchquerung. Hier die wichtigsten Routen:
Moschusochsen-Safari ab Kongsvold (leicht, 3 bis 5 Stunden): Start an der historischen Fjellstue Kongsvold an der E6. Der Weg führt über die Hochebene Richtung Snøheim. In diesem Gebiet stehen häufig Moschusochsen. Die Tour ist flach und ohne technische Schwierigkeiten. Fernglas unbedingt mitnehmen.
Snøhetta-Besteigung ab Snøheim (anspruchsvoll, 6 bis 8 Stunden): Wie oben beschrieben. 1.100 Höhenmeter, Schneefelder im Gipfelbereich. Nur bei gutem Wetter empfehlenswert, da die Orientierung bei Nebel schwierig ist.
Rundwanderung Hjerkinn-Viewpoint-Snøheim (mittel, 5 bis 6 Stunden): Start am Parkplatz bei Hjerkinn, über den Viewpoint Snøhetta zur Snøheim-Hütte und zurück über die Hochebene. Eine gute Tagestour, die den Viewpoint mit einer Wanderung durch die Moschusochsen-Gebiete verbindet.
Mehrtageswanderung Dovrefjell-Durchquerung (3 bis 5 Tage): Von Hjerkinn über Snøheim, Reinheim und Åmotdalshytta nach Sunndalsøra. Diese Route durchquert den gesamten Nationalpark von Ost nach West und führt durch die unterschiedlichsten Landschaftsformen: Hochebene, Gletschergebiet, Flusstal, Schlucht. Die Hütten liegen in Tagesetappen und sind teilweise unbewirtet (Schlüssel über DNT).
Åmotsdal-Rundwanderung (mittel, 4 bis 5 Stunden): Für alle, die das Dovrefjell abseits der Hauptrouten erleben wollen. Das Åmotsdal ist ein abgelegenes Tal auf der Westseite des Parks, mit steilen Felswänden, Wasserfällen und einer üppigen Vegetation, die im Kontrast zur kargen Hochebene steht. Man meint, in einem anderen Land zu sein.
Flora und Fauna: Was hier lebt
Das Dovrefjell beherbergt neben den Moschusochsen eine Reihe weiterer Tierarten, die in Norwegen selten geworden sind. Wilde Rentiere leben hier in einer eigenen Population, getrennt von den Rondane-Herden. Die Population ist mit rund 2.500 Tieren stabil und wird durch kontrollierte Jagd reguliert.
Polarfüchse (fjellrev) wurden im Dovrefjell durch ein Zuchtprogramm wiederangesiedelt. Die Art war in Norwegen fast ausgestorben, mit weniger als fünfzig Tieren im gesamten Land. Seit 2007 werden junge Polarfüchse im Dovrefjell ausgesetzt, und die Population wächst langsam. Die Chance, einen zu sehen, ist gering, aber sie sind da.
Steinadler und Wanderfalken brüten im Park. Auch Schneeeulen nisten hier. Der Steinadler ist häufig und lässt sich oft beim Kreisen über der Hochebene beobachten. Schneeeulen brüten nur in Jahren mit guter Lemmingpopulation, was nicht jedes Jahr der Fall ist.
Die Flora ist arktisch-alpin und überraschend artenreich. Auf der Hochebene dominieren Flechten, Moose und Zwergsträucher. In geschützten Lagen wachsen seltene Gebirgspflanzen wie das Gelbe Katzenpfötchen (fjellkattefot) und verschiedene Steinbrecharten. Das Dovrefjell ist einer der botanisch reichsten Hochgebirgsstandorte Skandinaviens, was am kalkhaltigen Gestein liegt, das mehr Nährstoffe bietet als die sauren Granite anderer norwegischer Gebirge.
Winter im Dovrefjell
Das Dovrefjell im Winter ist ein Ort für Abenteurer. Die Temperaturen fallen regelmäßig auf minus zwanzig bis minus dreißig Grad. Der Wind auf der Hochebene kann orkanartig werden. Die Tage sind kurz: Im Dezember und Januar gibt es nur wenige Stunden Dämmerungslicht. Und trotzdem: Wer sich vorbereitet und die richtigen Bedingungen abwartet, erlebt hier etwas, das es sonst nur in der Arktis gibt.
Die Moschusochsen sind im Winter am leichtesten zu finden, weil sie in die tieferen Lagen kommen und sich weniger bewegen. Ihr dichtes Fell macht ihnen die Kälte nichts aus. Man sieht sie manchmal direkt neben der Straße stehen, eingehüllt in Raureif, mit Dampfwolken vor der Nase. Ein surrealer Anblick.
Skitouren sind die klassische Winteraktivität im Dovrefjell. Die Hochebene bietet weite, offene Flächen für Langlauf und Skitourengehen. Die Snøheim-Hütte ist an Ostern bewirtet und dient als Stützpunkt. Die Kongsvold Fjeldstue an der E6 hat das ganze Jahr über geöffnet und bietet Übernachtungen und warme Mahlzeiten. Von dort starten Wintertouren auf die Hochebene.
Nordlichter sind im Dovrefjell von September bis März zu sehen. Die Hochebene bietet weite Horizonte ohne Lichtverschmutzung, was die Bedingungen gut macht. Das Dovrefjell liegt allerdings etwas südlicher als die optimale Nordlicht-Zone (die bei Tromsø liegt), sodass man nicht jede Nacht Nordlichter sieht. An klaren, aktiven Nächten können sie aber hell und eindrucksvoll sein.
Geschichte: "Über Dovre soll das Reich bestehen"
Das Dovrefjell hat in der norwegischen Geschichte eine symbolische Bedeutung, die weit über seine geographische Lage hinausgeht. Der Satz "Enig og tro til Dovre faller" (Einig und treu, bis Dovre fällt) wurde 1814 bei der Gründung der norwegischen Verfassung auf der Versammlung in Eidsvoll geprägt. Er bedeutet: Wir halten zusammen, bis die Berge einstürzen. Dovre steht in Norwegen für Beständigkeit, Stärke und nationale Einheit.
Historisch war das Dovrefjell eine wichtige Verbindung zwischen dem Trøndelag im Norden und dem Østlandet im Süden. Die alte Pilgerroute nach Trondheim (zur Grabstätte des Heiligen Olav im Nidarosdom) führte über das Dovrefjell. Entlang des Weges entstanden Fjeldstuen (Berggasthäuser), die Reisende mit Essen und Unterkunft versorgten. Die Kongsvold Fjeldstue, direkt am Park gelegen, existiert seit dem 12. Jahrhundert und ist bis heute in Betrieb. Man übernachtet dort in Zimmern, die seit Jahrhunderten Reisende beherbergen. Die Dielen knarzen, die Wände sind schief, und das Abendessen wird auf weißem Leinen serviert.
Im Zweiten Weltkrieg war das Dovrefjell Schauplatz der Kämpfe zwischen deutschen Invasoren und norwegischen Verteidigern. 1940 fanden an mehreren Stellen im Gudbrandsdal und am Dovre erbitterte Gefechte statt. An der E6 bei Dombås erinnern Gedenkstätten an die gefallenen Soldaten. Auch der ehemalige Militärflugplatz bei Hjerkinn, der 2006 stillgelegt wurde, gehört zur Kriegsgeschichte der Region. Das Gelände wird seitdem renaturiert und in den Nationalpark integriert, ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist.
Anreise und praktische Infos
Anreise mit dem Auto: Das Dovrefjell liegt direkt an der E6 zwischen Oslo und Trondheim. Von Oslo sind es rund 350 Kilometer (ca. 4,5 Stunden). Von Trondheim 160 Kilometer (ca. 2 Stunden). Die wichtigsten Ausgangspunkte sind Hjerkinn, Kongsvold und Oppdal, alle direkt an der E6.
Anreise mit dem Zug: Die Dovrebanen (Oslo-Trondheim) hält in Hjerkinn und Oppdal. Die Fahrt von Oslo nach Hjerkinn dauert etwa 4 Stunden, von Trondheim nach Oppdal etwa 1,5 Stunden. Die Bahnstrecke selbst ist bereits ein Erlebnis: Sie führt direkt durch das Gebirge und bietet Aussichten auf die Hochebene.
Übernachtung: Kongsvold Fjeldstue (historisches Berggasthaus, ganzjährig geöffnet, ab ca. 1.200 NOK pro Nacht). Snøheim DNT-Hütte (bewirtet im Sommer und an Ostern, ab 500 NOK für Mitglieder). Oppdal hat Hotels, Pensionen und Campingplätze. Hjerkinn Fjellstue bietet einfache Übernachtungen.
Beste Reisezeit: Juni bis Oktober für Wanderungen und Moschusochsen-Beobachtung. September für Herbstfarben und Brunftzeit der Moschusochsen. März/April für Skitouren. Der Winter (November bis Februar) ist nur für erfahrene Winterwanderer empfehlenswert.
Ausrüstung: Wetterfeste Kleidung ist Pflicht, auch im Sommer. Die Hochebene ist Wind und Regen ausgesetzt, und die Temperaturen können schnell fallen. Feste Wanderschuhe, Windjacke, Mütze, Handschuhe, Fernglas (für Moschusochsen). Keine Hunde in Moschusochsengebieten.
Häufige Fragen zum Dovrefjell Nationalpark
Wie wahrscheinlich ist es, Moschusochsen zu sehen?
Bei einer geführten Safari liegt die Erfolgsquote bei über 90 Prozent. Auf eigene Faust ist es schwieriger, aber zwischen Mai und Oktober hat man gute Chancen, wenn man die Hochebene zwischen Kongsvold und Snøheim abwandert. Im Winter stehen die Tiere häufig in tieferen Lagen, manchmal direkt neben der Straße.
Sind Moschusochsen gefährlich?
Ja, wenn man ihnen zu nahe kommt. Moschusochsen können bis zu 60 km/h schnell werden und greifen an, wenn sie sich bedroht fühlen. Mindestabstand: 200 Meter. Niemals zwischen eine Kuh und ihr Kalb gehen. Bei Annäherung: langsam zurückweichen, nicht rennen. Keine Hunde mitbringen, da Moschusochsen auf Hunde aggressiv reagieren.
Kann man den Snøhetta ohne Bergsteigerfahrung besteigen?
Ja, der Normalweg ist technisch nicht schwierig. Man braucht keine Kletterausrüstung. Was man braucht: gute Kondition (1.100 Höhenmeter, 6 bis 8 Stunden), wetterfeste Kleidung und Orientierungsmittel (Karte/Kompass/GPS). Im oberen Bereich liegt oft Schnee. Bei schlechter Sicht besser nicht aufsteigen, da die Orientierung auf dem Gipfelplateau schwierig wird.
Gibt es im Dovrefjell Mobilfunkempfang?
Entlang der E6 und in den Ortschaften ja. Auf der Hochebene und im Kerngebiet des Nationalparks in der Regel nicht. An den DNT-Hütten teilweise eingeschränkter Empfang. Für Notfälle einen GPS-Sender (PLB) mitführen.
Lohnt sich der Viewpoint Snøhetta auch bei schlechtem Wetter?
Der Weg zum Viewpoint (1,5 km Holzsteg) ist bei jedem Wetter begehbar. Der Aussichtspunkt selbst bietet einen beheizten Innenraum mit Panoramafenstern. Bei Nebel oder Regen sieht man allerdings den Snøhetta-Gipfel nicht, was den Hauptzweck des Besuchs etwas schmälert. Bei klarem Wetter ist der Besuch am eindrucksvollsten.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026