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Hurtigruten Norwegen
Die legendäre Postschiffroute von Bergen bis Kirkenes

Hurtigruten Norwegen

16 Min. Lesezeit

Es gibt Reisen, die vergisst man sofort. Und dann gibt es die Hurtigruten. Wer einmal auf dem Deck eines Hurtigruten-Schiffes gestanden hat, während es langsam durch einen Fjord gleitet, die Berge links und rechts wie Wände aufragen und das Licht sich auf dem Wasser bricht, der versteht, warum diese Route seit über 130 Jahren Menschen aus aller Welt anzieht. Die Hurtigruten sind keine Kreuzfahrt im klassischen Sinn. Es ist eine Reise, die Norwegen von seiner intensivsten Seite zeigt.

Ich bin die Strecke von Bergen bis Kirkenes gefahren, im Oktober, als der Herbst die Birken gelb färbte und die ersten Nordlichter über den Himmel zogen. Was mich am meisten überrascht hat: Das Schiff ist kein schwimmendes Resort, sondern ein Transportmittel. Es legt an 34 Häfen an, lädt Fracht und Passagiere, fährt weiter. In den kleinen Orten kommen die Leute zum Anleger, um Post und Pakete abzuholen. Diese Mischung aus Tourismus und Alltag macht die Hurtigruten so besonders.

Geschichte der Hurtigruten: Vom Postschiff zum Reiseerlebnis

Alles begann 1893 mit einem Problem. Die norwegische Küste nördlich von Trondheim war im Winter praktisch unerreichbar. Es gab keine Straßen, keine Eisenbahn, nur das Meer. Die Regierung suchte einen Reeder, der bereit war, eine regelmäßige Schiffsverbindung entlang der Küste einzurichten. Richard With, ein Kapitän aus Stokmarknes auf den Vesterålen, nahm die Herausforderung an.

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Am 2. Juli 1893 stach die DS Vesterålen von Trondheim aus in See, mit Kurs auf Hammerfest. Die Fahrt dauerte 67 Stunden. Was damals eine Sensation war: Das Schiff fuhr auch nachts, durch Gewässer, die andere Kapitäne bei Tageslicht mieden. Der Name "Hurtigruten" bedeutet wörtlich "die schnelle Route", und tatsächlich war diese Verbindung die schnellste Art, Nordnorwegen zu erreichen.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Route ausgebaut. 1898 reichte sie bis Bergen im Süden und bis Kirkenes an der russischen Grenze im Norden. Neue Häfen kamen hinzu, neue Schiffe wurden gebaut. Die Hurtigruten wurden zur Lebensader der norwegischen Küste. Post und Lebensmittel, Maschinen und Menschen: Alles wurde über die Postschiffe transportiert.

Hurtigruten-Schiff im norwegischen Hafen bei Sonnenuntergang
Ein Hurtigruten-Schiff legt in einem der 34 Häfen entlang der norwegischen Küste an (KI-generiert)

Während des Zweiten Weltkriegs wurden viele Hurtigruten-Schiffe von der deutschen Besatzung beschlagnahmt oder versenkt. Nach dem Krieg baute man die Flotte neu auf. In den 1950er und 1960er Jahren kamen moderne Schiffe hinzu, und die Route entwickelte sich langsam vom reinen Transportmittel zum touristischen Erlebnis. Die Kabinen wurden komfortabler, es gab Restaurants an Bord, und internationale Reisende entdeckten die Strecke für sich.

Heute betreibt Hurtigruten sieben Schiffe auf der klassischen Route. Daneben gibt es seit 2021 einen Konkurrenten: Havila Voyages fährt mit vier Schiffen dieselbe Strecke und teilt sich den staatlichen Vertrag mit Hurtigruten. Die Schiffe sind moderner, teilweise mit Hybrid-Antrieb, aber die Route ist identisch.

Die Route: Bergen bis Kirkenes und zurück

Die klassische Hurtigruten-Route führt von Bergen an der Westküste bis Kirkenes an der russischen Grenze und zurück. Die einfache Fahrt nordwärts dauert sechs Tage und zwölf Stunden. Südwärts geht es etwas schneller, weil die Aufenthaltszeiten in den Häfen kürzer sind: fünf Tage und fünf Stunden. Die Rundreise dauert elf Tage.

Auf dem Weg nach Norden passiert das Schiff 34 Häfen. Manche sind große Städte wie Trondheim oder Tromsø, andere winzige Orte mit ein paar hundert Einwohnern, die nur über das Meer erreichbar sind. Die Liegezeiten variieren zwischen 15 Minuten und mehreren Stunden. In Trondheim liegt das Schiff zum Beispiel mehrere Stunden, sodass man die Stadt besichtigen kann. In anderen Häfen reicht es gerade, um kurz an Land zu gehen und frische Luft zu schnappen.

Die Strecke lässt sich grob in vier Abschnitte einteilen. Von Bergen nach Ålesund fährt man durch die Fjordlandschaft Westnorwegens. Von Ålesund nach Trondheim passiert man die berühmte Küste von Møre og Romsdal. Von Trondheim nach Tromsø überquert man den Polarkreis und erreicht Nordnorwegen. Und von Tromsø nach Kirkenes fährt man durch die karge, wilde Landschaft der Finnmark.

Übersichtskarte der Hurtigruten-Route von Bergen bis Kirkenes
Die Hurtigruten-Route erstreckt sich über die gesamte norwegische Küste (KI-generiert)

Einer der Höhepunkte auf dem Weg nach Norden ist die Überquerung des Polarkreises, die bei 66 Grad 33 Minuten nördlicher Breite stattfindet. An Bord wird das mit einer kleinen Zeremonie gefeiert. Im Sommer passiert man den Polarkreis bei Tageslicht, im Winter oft in der Dunkelheit, was den Moment noch eindrucksvoller macht.

Die wichtigsten Häfen entlang der Route

Bergen: Der Startpunkt

Bergen ist der südlichste Hafen der Hurtigruten und der traditionelle Startpunkt für die Reise nach Norden. Das Hurtigruten-Terminal liegt am Nøstekaien, nur wenige Gehminuten von der berühmten Bryggen entfernt. Ich empfehle, mindestens einen Tag vor der Abfahrt in Bergen anzukommen. Die Stadt hat genug zu bieten: den Fischmarkt und das Hanseviertel Bryggen. Auch die Fahrt mit der Fløibahn auf den Hausberg lohnt sich. Das Schiff legt abends um 20:30 Uhr ab, man kann also den Tag für Sightseeing nutzen.

Ålesund: Die Jugendstilstadt

Ålesund erreicht das Schiff am frühen Morgen des zweiten Tages. Die Stadt ist berühmt für ihre Jugendstilarchitektur, die nach einem Großbrand 1904 entstand. Die gesamte Innenstadt wurde in nur drei Jahren im Jugendstil wiederaufgebaut. Bei gutem Wetter lohnt sich der Aufstieg auf den Aksla, den Hausberg, von dem man weit über die Stadt und die vorgelagerten Inseln sieht. Die Liegezeit reicht für einen kurzen Spaziergang.

Trondheim: Die historische Hauptstadt

In Trondheim hat man mehrere Stunden Zeit. Die drittgrößte Stadt Norwegens war einst die Hauptstadt des Landes und Krönungsort der norwegischen Könige. Der Nidarosdom, eine gotische Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert, ist das Wahrzeichen der Stadt. Sehr sehenswert sind auch die farbenfrohen Speicherhäuser am Fluss Nidelva und das Viertel Bakklandet mit seinen Holzhäusern und Cafés.

Tromsø: Das Tor zur Arktis

Tromsø ist die größte Stadt in Nordnorwegen und nennt sich selbst "das Tor zur Arktis". Hier lag das Schiff bei meiner Reise mehrere Stunden, und ich habe die Zeit genutzt, um die Eismeerkathedrale zu besichtigen und ein Bier in der Ølhallen zu trinken, der ältesten Kneipe der Stadt. Im Winter ist Tromsø einer der besten Orte, um Nordlichter zu sehen. Im Sommer scheint hier die Mitternachtssonne.

Honningsvåg und das Nordkap

Honningsvåg ist der Hafen für das Nordkap, den nördlichsten Punkt des europäischen Festlands (oder zumindest den nördlichsten, der mit dem Auto erreichbar ist, der wirklich nördlichste ist der Knivskjellodden). Hurtigruten bietet einen optionalen Ausflug zum Nordkap an. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten pro Strecke. Oben auf der Klippe steht der berühmte Globus, und bei gutem Wetter sieht man das Eismeer bis zum Horizont.

Blick vom Nordkap über das Eismeer
Das Nordkap: Einer der Höhepunkte der Hurtigruten-Reise (KI-generiert)

Kirkenes: Der Wendepunkt

Kirkenes liegt ganz im Nordosten Norwegens, nur wenige Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Hier endet die Reise nach Norden, und das Schiff dreht um. Wer die volle Rundreise macht, hat in Kirkenes ein paar Stunden Aufenthalt. Im Winter kann man Hundeschlittentouren oder Schneemobilausflüge buchen. Im Sommer lohnt sich ein Besuch des Grenzlandmuseums.

Kabinen und Ausstattung an Bord

Die Hurtigruten-Schiffe haben verschiedene Kabinenkategorien, von der einfachen Innenkabine bis zur großzügigen Suite mit Balkon. Die Unterschiede sind erheblich, sowohl beim Platz als auch beim Preis.

Komfortable Kabine auf einem Hurtigruten-Schiff
Eine Außenkabine mit Meerblick auf der Hurtigruten (KI-generiert)

Die Innenkabinen sind klein, aber funktional. Zwei Betten (oft als Stockbett), ein winziges Bad mit Dusche und WC, ein Schrank. Kein Fenster. Für jemanden, der die meiste Zeit an Deck oder in den Gemeinschaftsbereichen verbringt und die Kabine nur zum Schlafen nutzt, ist das völlig ausreichend. Wer sich aber klaustrophobisch fühlt, sollte mindestens eine Außenkabine mit Fenster buchen.

Die Außenkabinen haben ein Fenster oder Bullauge und sind etwas geräumiger. Die Arctic Superior Kabinen bieten zusätzlich einen Sitzbereich und ein größeres Badezimmer. Die Suiten haben einen separaten Wohnbereich, manchmal sogar einen kleinen Balkon. Der Preisunterschied zwischen einer Innenkabine und einer Suite kann das Dreifache betragen.

Die Gemeinschaftsbereiche an Bord sind auf allen Schiffen ähnlich: ein Restaurant und eine Bar oder Lounge. Dazu ein Panorama-Salon mit bodentiefen Fenstern, ein Außendeck (teilweise beheizbar) und eine Sauna. Manche Schiffe haben zusätzlich einen Fitnessraum, eine Bibliothek oder einen Whirlpool an Deck. Die Ausstattung ist schlicht, aber komfortabel. Man sollte kein schwimmendes Luxushotel erwarten, aber alles Wesentliche ist da.

Beste Reisezeit für die Hurtigruten

Die Hurtigruten fahren das ganze Jahr über, und jede Jahreszeit hat ihren Reiz. Die Wahl hängt davon ab, was man erleben will.

Der Sommer (Juni bis August) bietet Mitternachtssonne, lange Tage und grüne Landschaften. Nördlich des Polarkreises geht die Sonne wochenlang nicht unter. Das ist perfekt für Fotografen und alle, die möglichst viel sehen wollen. Der Nachteil: Es ist Hochsaison, die Preise sind am höchsten, und die Schiffe sind am vollsten. Nordlichter gibt es im Sommer nicht.

Der Herbst (September bis Oktober) ist meine persönliche Empfehlung. Die Landschaft leuchtet in Gelb, Orange und Rot. Es ist weniger voll als im Sommer, die Preise sind niedriger, und ab Ende September beginnt die Nordlichtsaison. Das Wetter kann rau sein, besonders auf dem offenen Meer zwischen Trondheim und den Lofoten, aber genau das gehört zum Erlebnis dazu.

Der Winter (November bis Februar) ist die Zeit der Nordlichter und der Polarnacht. Nördlich des Polarkreises bleibt die Sonne unter dem Horizont, aber das bedeutet nicht völlige Dunkelheit. Die Daemmerung taucht den Himmel für ein paar Stunden in blau-rosa Licht, das man so nur hier sieht. Und wenn die Nordlichter kommen, tanzen sie direkt über dem Schiff. Der Nachteil: Man sieht weniger von der Landschaft, weil es so kurz hell ist.

Das Frühjahr (März bis Mai) verbindet das Beste aus beiden Welten. Die Tage werden schnell länger, die Berge sind noch schneebedeckt, und die Nordlichter sind bis April sichtbar. Im Mai blühen die Obstbäume in den Fjorden, während auf den Bergen noch Schnee liegt. Die Kontraste sind kaum zu glauben.

An Bord: Essen und Aktivitäten

Passagiere auf dem Deck eines Hurtigruten-Schiffes mit Fjordblick
Auf dem Deck der Hurtigruten: Fjordpanoramen in Echtzeit (KI-generiert)

Das Essen an Bord der Hurtigruten hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Es gibt verschiedene Verpflegungspakete, die man vorab buchen kann. Das Vollpensionspaket umfasst Frühstück, Mittag- und Abendessen. Das Frühstück ist ein skandinavisches Buffet mit Lachs, Käse, Brot, Aufschnitt, Eiern und Müsli. Das Mittagessen ist ebenfalls ein Buffet. Das Abendessen wird am Tisch serviert und besteht aus drei Gängen.

Was mir besonders gefallen hat: Das Essen ist regional. In den verschiedenen Küstenabschnitten kommen lokale Zutaten an Bord. In Bergen gibt es frischen Fisch vom Markt, in Trondheim Klippfisch, in Nordnorwegen Stockfisch und Königskrabbe. Die Küche arbeitet mit lokalen Produzenten zusammen, was man schmeckt. Es ist keine Sterneküche, aber ehrliches, gutes Essen mit erkennbarer norwegischer Handschrift.

An Aktivitäten bietet Hurtigruten Vorträge über die Region und geführte Ausflüge in den Häfen. Gelegentlich Live-Musik in der Bar und im Winter Nordlicht-Weckrufe. Ja, wirklich: Man kann sich anmelden und wird nachts geweckt, wenn Nordlichter am Himmel erscheinen. Ich habe das einmal mitgemacht, bin um 2 Uhr morgens an Deck gerannt und stand dort in Thermounterwäsche und Daunenjacke, während grüne Bänder über den Sternenhimmel zogen. So etwas vergisst man nicht.

Die optionalen Ausflüge kosten extra und werden vorab oder an Bord gebucht. Beliebt sind der Ausflug zum Nordkap, die Hundeschlittenfahrt in Kirkenes, die Zodiac-Fahrt im Trollfjord und der Besuch des Wikinger-Museums auf den Lofoten. Die Preise liegen zwischen 500 und 3.000 NOK pro Person, je nach Ausflug.

Preise und Buchung

Die Preise für die Hurtigruten variieren stark je nach Jahreszeit, Kabinenkategorie und Buchungszeitpunkt. Eine Rundreise (Bergen, Kirkenes, Bergen, elf Tage) kostet in der günstigsten Innenkabine ab etwa 15.000 NOK pro Person in der Nebensaison. In der Hochsaison und in einer besseren Kabine können es schnell 40.000 bis 60.000 NOK werden. Suiten kosten noch mehr.

Die einfache Fahrt (Bergen nach Kirkenes oder umgekehrt, sechs bis sieben Tage) ist entsprechend günstiger, ab etwa 8.000 NOK in der Nebensaison. Wer flexibel ist, findet gelegentlich Last-Minute-Angebote oder Frühbucherrabatte. Die besten Preise bekommt man in der Regel, wenn man sechs bis zwölf Monate im Voraus bucht.

Im Preis enthalten sind die Kabine und die Nutzung der Gemeinschaftsbereiche an Bord. Essen ist nicht automatisch inklusive. Das Vollpensionspaket kostet etwa 4.000 bis 6.000 NOK zusätzlich für die Rundreise. Man kann auch ohne Verpflegung buchen und in den Häfen an Land essen, aber das ist auf Dauer unpraktisch, weil die Liegezeiten oft kurz sind.

Gebucht wird entweder direkt auf hurtigruten.de, über ein Reisebüro oder über Veranstalter, die Hurtigruten-Pakete mit Flügen und Hotels kombinieren. Für Einzelabschnitte (z.B. Bodø nach Tromsø, eine Nacht) gibt es günstige Tarife ab etwa 1.000 NOK. Das ist eine gute Option für Leute, die nur einen Abschnitt fahren wollen, um die Hurtigruten auszuprobieren.

Tipps für die Reise

Bucht eine Kabine auf der Steuerbordseite (rechts), wenn ihr nordwärts fahrt. Dann habt ihr die Küste im Blick. Südwärts ist die Backbordseite (links) die richtige Wahl. Das Schiff fährt nämlich immer nah an der Küste entlang, und die landschaftlich interessante Seite wechselt je nach Fahrtrichtung.

Packt warme Kleidung ein, auch im Sommer. Auf dem offenen Meer kann es empfindlich kalt werden, besonders an Deck. Eine wind- und wasserdichte Jacke, Mütze und Handschuhe sind Pflicht. Im Winter braucht man zusätzlich Thermounterwäsche, dicke Socken und eine gute Daunenjacke. Für die Nordlicht-Beobachtung an Deck ist ein Stirnband praktisch, weil eine Mütze die Sicht nach oben einschränkt.

Nehmt ein Fernglas mit. Entlang der Küste gibt es Seeadler, Papageitaucher, Robben und mit etwas Glück Wale. Ohne Fernglas verpasst man vieles. Ein Stativ für die Kamera ist ebenfalls empfehlenswert, besonders für Nordlichtfotos. Die Schiffe haben zwar Stabilisatoren, bewegen sich aber trotzdem leicht, was bei langen Belichtungszeiten zu verwackelten Bildern führt.

Nutzt die Landausflüge in den größeren Häfen. In Trondheim, Tromsø und Bergen lohnt es sich, auf eigene Faust loszuziehen. In den kleineren Häfen wie Rørvik, Stamsund oder Berlevåg reicht die Zeit oft nur für einen kurzen Spaziergang, aber selbst das kann wunderbar sein. Die kleinen Orte haben ihren eigenen Charme, und die Luft riecht nach Meer und Fisch.

Wer seekrank wird, sollte ein paar Dinge beachten. Die Strecke zwischen Bergen und Ålesund und die offene See vor den Lofoten können bei Sturm unruhig werden. Reisetabletten helfen, am besten nimmt man sie vorbeugend ein. Eine Kabine mittschiffs und auf einem niedrigen Deck schwankt am wenigsten. Und: An Deck in die Ferne schauen ist besser als in der Kabine zu liegen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Hurtigruten-Rundreise?

Die volle Rundreise Bergen, Kirkenes, Bergen dauert elf Tage. Die einfache Fahrt nordwärts dauert etwa sechseinhalb Tage, südwärts etwa fünf Tage. Man kann auch kürzere Abschnitte buchen, zum Beispiel Bergen nach Trondheim (zwei Tage) oder Tromsø nach Kirkenes (zwei Tage).

Ist die Hurtigruten eine Kreuzfahrt?

Nein, nicht im klassischen Sinn. Die Hurtigruten sind ein Liniendienst, der Passagiere und Fracht entlang der norwegischen Küste transportiert. Es gibt kein Animationsprogramm, keine Poollandschaft und keine Shows. Der Fokus liegt auf der Landschaft, den Häfen und dem norwegischen Küstenleben.

Wann sieht man Nordlichter auf der Hurtigruten?

Die Nordlichtsaison läuft von Oktober bis März. Die besten Chancen hat man zwischen November und Februar, wenn es am dunkelsten ist. Nördlich des Polarkreises sind die Bedingungen am besten. Hurtigruten bietet einen Nordlicht-Weckservice an, der die Passagiere nachts informiert, wenn Nordlichter sichtbar sind.

Kann man auf der Hurtigruten seekrank werden?

Ja, auf bestimmten Abschnitten. Besonders die offene See zwischen Bergen und Ålesund und die Strecke bei den Lofoten können bei schlechtem Wetter unruhig sein. In den Fjorden und geschützten Gewässern ist das Meer ruhig. Reisetabletten helfen, und eine Kabine mittschiffs schwankt am wenigsten.

Was kostet ein Einzelabschnitt?

Kurze Abschnitte (eine bis zwei Nächte) gibt es ab etwa 1.000 NOK pro Person in einer Innenkabine. Das ist eine gute Möglichkeit, die Hurtigruten auszuprobieren, ohne die volle Rundreise zu buchen. Beliebte Kurzstrecken sind Bodø nach Tromsø oder Tromsø nach Kirkenes.

Gibt es WLAN an Bord?

Ja, aber es ist langsam und unzuverlässig, besonders in Nordnorwegen. In den Fjorden und an der Küste ist die Mobilfunkverbindung oft schwach, und das Schiffs-WLAN nutzt Satellit. Für E-Mails und Nachrichten reicht es, für Streaming oder Videoanrufe nicht. Am besten betrachtet man die Reise als Gelegenheit, offline zu sein.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026