Feste und Feiertage in Norwegen
Norweger gelten als zurückhaltend, ruhig, manchmal etwas verschlossen. Bis man sie an einem Feiertag erlebt. Dann verwandelt sich das ganze Land. Am 17. Mai laufen Hunderttausende in Trachten durch die Straßen. An Sankthans brennen riesige Feuer an den Fjorden. An Heiligabend sitzen Familien zusammen, singen und essen, als gäbe es kein Morgen. Norwegische Feste haben eine Intensität und eine Herzlichkeit, die man diesem stillen Volk im Alltag nicht zutrauen würde.
Mein erstes norwegisches Fest war ein 17. Mai in Bergen. Ich war zufällig in der Stadt und hatte keine Ahnung, was mich erwartete. Plötzlich waren alle Straßen voller Menschen in bunten Trachten, Kindern mit Flaggen und Musikkapellen. Wildfremde Menschen redeten mich an, drückten mir ein Eis in die Hand und sagten "Gratulerer med dagen!" (Herzlichen Glückwunsch zum Tag!). Ich war verwirrt, gerührt und begeistert gleichzeitig. Seitdem versuche ich, mindestens einen norwegischen Feiertag pro Jahr mitzuerleben.
Ein Land, das gerne feiert
Norwegen hat weniger gesetzliche Feiertage als die meisten europäischen Länder: nur zehn. Aber die Feiertage, die es gibt, werden dafür umso intensiver begangen. Das liegt vielleicht daran, dass die langen, dunklen Winter den Norwegern ein besonderes Bewusstsein für die hellen, fröhlichen Momente geben. Wenn gefeiert wird, wird richtig gefeiert.
Die meisten norwegischen Feste haben ihren Ursprung entweder in der christlichen Tradition oder in vorchristlichen, heidnischen Bräuchen. Manche Feste sind eine Mischung aus beidem. Sankthans zum Beispiel ist offiziell das Fest Johannes des Täufers, aber die Bräuche (Feuer, Tanz, Trinken) sind eindeutig heidnisch. Die Norweger haben über die Jahrhunderte geschickt beides miteinander verbunden.
Eine Besonderheit norwegischer Feste ist ihre Bodenständigkeit. Es gibt wenig Pomp und wenig Kommerz, verglichen etwa mit amerikanischen Feiertagen. Norwegische Feste sind familiär, gemeinschaftlich und oft draußen. Man trifft sich mit der Familie, man isst zusammen, man geht spazieren, man singt. Die besten norwegischen Feste brauchen nicht mehr als gutes Essen, gute Gesellschaft und die richtige Jahreszeit.
17. Mai: Der Nationalfeiertag
Der 17. Mai ist der wichtigste Feiertag Norwegens, der Tag, an dem 1814 die norwegische Verfassung in Eidsvoll unterzeichnet wurde. Anders als die Nationalfeiertage vieler anderer Länder, die mit Militärparaden begangen werden, ist der 17. Mai in Norwegen ein Fest der Kinder und der Bürger. Es gibt keine Panzer und keine Soldatenaufmärsche. Stattdessen gibt es Kinderumzüge, Musikkapellen, Eis, Hotdogs, Kuchen und sehr viel Norwegisches-Fähnchen-Schwenken.
Der Tag beginnt früh, meistens mit einem festlichen Frühstück im Familienkreis oder mit Freunden. Champagner zum Frühstück ist an diesem Tag nicht nur akzeptiert, sondern erwartet. Dazu gibt es Lachs, Rührei, Erdbeeren mit Sahne und Kaffee. Viele Familien haben eine 17.-Mai-Tradition, die seit Generationen gepflegt wird: ein bestimmtes Restaurant, ein bestimmter Park, ein bestimmter Platz auf der Route des Kinderumzugs.
Der Kinderumzug (Barnetog) ist das Kern des Tages. Jede Schule hat ihren eigenen Abschnitt im Zug. Die Kinder tragen Bunad oder festliche Kleidung, schwenken Flaggen und spielen in der Schulkapelle. In Oslo zieht der Zug die Karl Johans gate hinauf zum Königlichen Schloss, wo die Königsfamilie auf dem Balkon steht und winkt. Der Anblick Tausender Kinder, die durch die Hauptstraße marschieren, begleitet von Musik und dem Jubel der Zuschauer, ist etwas, das man nicht vergisst.
Am Nachmittag wird in den Parks gefeiert. Es gibt Spiele für Kinder (Sackhüpfen, Eierlaufen, Seilziehen), Musik, Tanzvorführungen und natürlich Essen. Die wichtigsten Speisen des 17. Mai sind Eis (die Norweger essen an diesem Tag mehr Eis als an jedem anderen), Hotdogs (pølser) und Erdbeeren mit Sahne. Dazu trinken die Erwachsenen Bier, Champagner oder Aquavit.
Für Touristen ist der 17. Mai ein besonderes Erlebnis, aber man sollte wissen: Ganz Norwegen ist an diesem Tag auf den Beinen. Hotels sind ausgebucht, Restaurants voll, Züge und Busse überfüllt. Wer den 17. Mai in Oslo erleben will, sollte mindestens zwei Monate vorher buchen. Und man sollte keine Hemmungen haben, mitzufeiern. Die Norweger sind an diesem Tag ausnahmsweise extrovertiert und laden Fremde gerne ein.
Sankthans: Mittsommernacht
Am 23. Juni, dem Vorabend des Johannistags (Sankthans), feiert Norwegen Mittsommer. Es ist das älteste Fest des Landes, älter als das Christentum, älter als die Wikinger, wahrscheinlich so alt wie die Besiedlung Skandinaviens selbst. Die Kernelemente sind einfach: Feuer, Wasser und die hellste Nacht des Jahres.
Überall an der norwegischen Küste und an den Fjorden werden riesige Holzstapel aufgebaut, die bei Einbruch der "Nacht" (die im Norden keine richtige Nacht ist) angezündet werden. In Ålesund wird der Rekord gehalten: Dort wurde 2016 ein Sankthans-Feuer von über 47 Metern Höhe entzündet, das als das höchste Freudenfeuer der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde einging.
Die Tradition des Mittsommerfeuers reicht in vorchristliche Zeit zurück. Die Germanen und die Sami feierten die Sommersonnenwende als den Höhepunkt der Kraft der Sonne. Das Feuer sollte böse Geister vertreiben und die Ernte schützen. Als das Christentum kam, wurde das Fest auf den Johannistag gelegt, aber die heidnischen Bräuche blieben weitgehend erhalten.
Sankthans wird am Wasser gefeiert. Am Meer, am Fjord, am See. Familien und Freunde versammeln sich am Ufer, grillen, trinken, singen und schauen dem Feuer zu. In vielen Gemeinden gibt es organisierte Feiern mit Musik und Tanzvorführungen. Aber die schönsten Sankthans-Feiern sind die privaten: ein kleines Feuer am Strand, eine Gruppe von Freunden, Gitarrenmusik und die nicht enden wollende Helligkeit einer skandinavischen Sommernacht.
Zum Sankthans-Essen gehören Grillwurst, gegrillter Lachs, neue Kartoffeln mit Dill und Erdbeeren. Dazu wird Bier oder Aquavit getrunken. In Westnorwegen, besonders in der Gegend um Bergen, gibt es die Tradition der "Pinnekjøtt i sankthansbål", bei der Lammrippchen über dem offenen Feuer geräuchert werden. Es riecht fantastisch, und es schmeckt noch besser.
Jul: Norwegische Weihnachten
Weihnachten, auf Norwegisch "Jul", ist das privateste und familiärste aller norwegischen Feste. Während der 17. Mai auf den Straßen gefeiert wird, findet Jul im engsten Familienkreis statt. Es ist eine Zeit der Ruhe, der Wärme und des Zusammenseins, und für viele Norweger ist es die schönste Zeit des Jahres.
Die Weihnachtszeit beginnt in Norwegen am ersten Adventssonntag und dauert offiziell bis zum 13. Januar (Trettendagen, Dreikönigstag). Vier Wochen lang brennen in den Fenstern Kerzen und Adventssterne, und die Norweger zählen die Tage mit Adventskalendern (Julekalender), die oft mit kleinen Geschenken gefüllt sind. Das norwegische Fernsehen (NRK) strahlt jeden Dezember einen eigenen Adventskalender aus, eine Serie mit 24 Folgen, die seit den 1960er Jahren Tradition ist.
Der Heilige Abend (Julaften, 24. Dezember) ist der Höhepunkt. Die meisten Familien feiern zu Hause und folgen einem festen Ablauf, der sich von Familie zu Familie unterscheidet, aber immer bestimmte Elemente enthält: den geschmückten Tannenbaum (Juletre), ein festliches Abendessen, das Singen von Weihnachtsliedern, das Lesen der Weihnachtsgeschichte und die Bescherung.
Das Weihnachtsessen variiert stark je nach Region. In Westnorwegen (Bergen, Stavanger) ist Pinnekjøtt (geräucherte und gedämpfte Lammrippchen) das Standardgericht. In Ostnorwegen dominiert Svineribbe (knuspriger Schweinebauch). In Nordnorwegen gibt es oft Lutefisk (getrockneten und in Lauge eingelegten Stockfisch). Und in manchen Familien wird Fisk (frischer Fisch, oft Kabeljau) serviert. Welches Gericht "das richtige" ist, kann zu endlosen Diskussionen führen.
Nach dem Essen wird um den Weihnachtsbaum getanzt und gesungen, Hand in Hand, im Kreis. Das klingt altmodisch, und das ist es auch. Aber es funktioniert. Selbst Teenager, die den Rest des Jahres cool und distanziert sind, halten sich an den Händen und singen "Her kommer dine arme små" oder "Deilig er jorden". Es ist einer dieser Momente, in denen die norwegische Reserve schmilzt und die Emotionen sichtbar werden.
Die Bescherung folgt nach dem Singen. Die Geschenke liegen unter dem Baum und werden einzeln geöffnet, nicht alle auf einmal. Jedes Geschenk bekommt seinen Moment. Das dauert lange, aber die Norweger haben an Jul keine Eile. Der Julenisse (Weihnachtsmann) bringt in manchen Familien die Geschenke persönlich, in Gestalt eines verkleideten Familienmitglieds oder Nachbarn. Er fragt die Kinder: "Er det noen snille barn her?" (Gibt es hier brave Kinder?) und verteilt dann die Pakete.
Samischer Nationalfeiertag
Am 6. Februar feiert die samische Bevölkerung ihren Nationalfeiertag (Sámi álbmotbeaivi). Das Datum erinnert an den ersten samischen Kongress, der 1917 in Trondheim stattfand. Es war das erste Mal, dass sich Sami aus Norwegen und Schweden zu einer gemeinsamen politischen Versammlung trafen.
Der samische Nationalfeiertag ist kein gesetzlicher Feiertag in Norwegen, wird aber offiziell anerkannt und in weiten Teilen des Landes gefeiert. Am 6. Februar werden die samische Flagge und die norwegische Flagge gemeinsam gehisst, auch vor dem Stortinget (dem norwegischen Parlament) in Oslo. Seit 2004 ist das per Gesetz vorgeschrieben.
In den samischen Gebieten Nordnorwegens, besonders in Kautokeino, Karasjok und Tromsø, wird der Tag mit Gottesdiensten, Joik-Konzerten, Rentierrennen und traditionellem Essen gefeiert. Der Joik, der traditionelle samische Gesang, spielt dabei eine zentrale Rolle. Jeder Mensch hat seinen eigenen Joik, eine persönliche Melodie, die ihm von einem anderen Menschen gewidmet wird. Am Nationalfeiertag werden Joiks vorgetragen, alte und neue, und sie erzählen Geschichten von Menschen, Tieren und Landschaften.
Das traditionelle Essen umfasst Bidos (Rentiereintopf), getrocknetes Rentierfleisch und Gahkku (samisches Brot, ähnlich einem Fladenbrot). Dazu gibt es Kaffee, viel Kaffee. Die samische Kaffeekultur ist legendär. Man trinkt Kaffee zu jeder Gelegenheit und aus speziellen Holzbechern (Guksi), die aus Birkenmaserknolle geschnitzt werden.
In den letzten Jahren hat der samische Nationalfeiertag auch in den norwegischen Großstädten an Bedeutung gewonnen. In Oslo und Bergen gibt es Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte, die die samische Kultur feiern. Es ist ein Zeichen dafür, dass Norwegen zunehmend anerkennt, dass die samische Kultur ein Teil der norwegischen Identität ist, auch wenn dieser Prozess lange gedauert hat und noch nicht abgeschlossen ist.
Olsok: Der Olafstag
Am 29. Juli wird Olsok gefeiert, der Tag des Heiligen Olav. Olav II. Haraldsson, Norwegens ewiger König, fiel am 29. Juli 1030 in der Schlacht von Stiklestad bei Trondheim. Sein Tod gilt als der Moment, in dem Norwegen endgültig christlich wurde. Olav wurde bald nach seinem Tod heiliggesprochen, und Stiklestad wurde zur Pilgerstätte.
Olsok ist kein gesetzlicher Feiertag, wird aber in vielen Teilen Norwegens gefeiert, besonders in Trondheim und Stiklestad. In Stiklestad findet jedes Jahr Ende Juli ein Freilichtspiel statt (Spelet om Heilag Olav), das die Geschichte der Schlacht und die Christianisierung Norwegens dramatisiert. Es ist das größte Freilichttheater Skandinaviens, mit über 300 Mitwirkenden, und wird seit 1954 aufgeführt.
In Trondheim, wo Olavs Grabstätte im Nidarosdom liegt, werden an Olsok Gottesdienste und Konzerte abgehalten. Der Nidarosdom war im Mittelalter eines der wichtigsten Pilgerziele Nordeuropas, vergleichbar mit Santiago de Compostela. In den letzten Jahren hat die Pilgertradition eine Renaissance erlebt: Der St. Olavsweg, ein Netz aus Wanderrouten, das von Oslo nach Trondheim führt, zieht jedes Jahr mehr Wanderer an.
Für Reisende ist Olsok ein guter Anlass, Trondheim und die Region rund um den Trondheimfjord zu besuchen. Die Stadt ist im Sommer besonders schön, und das Stiklestad-Freilichtspiel ist ein eindrucksvolles Erlebnis, auch wenn man die norwegische Sprache nicht vollständig versteht. Die Kulisse, die Kostüme, die Musik und die schiere Größe der Aufführung sprechen für sich.
Weitere Feiertage und Feste
Ostern (Påske)
Ostern ist in Norwegen weniger ein religiöses als ein sportliches und kulinarisches Fest. Die meisten Norweger verbringen Påske auf der Hytte (dem Ferienhaus), fahren Ski, gehen Langlaufen und lesen Kriminalromane. Ja, Kriminalromane. Die norwegische Tradition der Påskekrim (Osterkrimis) ist anders als alles andere: Verlage bringen extra zu Ostern neue Krimis heraus, und selbst auf Milchkartons werden Krimikurzgeschichten gedruckt. Dazu gibt es Kvikk Lunsj (eine Schokoladenwaffel, das norwegische Pendant zum KitKat) und Orangen.
Fastelavn (Karneval)
Fastelavn wird am Sonntag vor Aschermittwoch gefeiert und ist vor allem ein Kinderfest. Die Kinder verkleiden sich, gehen von Tür zu Tür und sammeln Süßigkeiten (ähnlich wie Halloween). Das typische Gebäck sind Fastelavnsboller, mit Sahne gefüllte Hefeteilchen. In manchen Gemeinden gibt es Fastelavnsris, geschmückte Birkenzweige, mit denen die Kinder die Erwachsenen "schlagen" und dafür Süßigkeiten bekommen.
Nyttårsaften (Silvester)
Silvester wird in Norwegen ähnlich wie in Deutschland gefeiert: mit Feuerwerk, Champagner und Gesellschaft. Eine norwegische Besonderheit ist das gemeinsame Ansehen von "Dinner for One" im Fernsehen, ein britischer Sketch, der in ganz Skandinavien Kultstatus hat. Um Mitternacht wird überall im Land Feuerwerk gezündet, und die Norweger feuern erhebliche Mengen ab. Der Blick über Oslo, Bergen oder Tromsø um Mitternacht ist wild.
Russefeiring (Russ)
Streng genommen kein Feiertag, aber ein Phänomen, das jeder Norwegen-Reisende im Mai bemerkt: die Russ. Norwegische Abiturienten (Russ) feiern ihren Schulabschluss mit wochenlangen Festivitäten, die Anfang Mai beginnen und am 17. Mai enden. Sie tragen rote, blaue oder schwarze Overalls (je nach Fachrichtung), fahren in umgebauten Bussen durch die Gegend, hören laute Musik und absolvieren "Challenges" (Russeknuter). Es ist laut, wild und für Außenstehende manchmal schwer nachvollziehbar, aber es gehört zu Norwegen wie der Fjord.
Feste als Reiseanlass
Norwegische Feste sind ein sehr guter Anlass für eine Reise. Hier eine Übersicht, wann sich was lohnt:
17. Mai: Am besten in Oslo (größter Umzug), Bergen (lebhafteste Atmosphäre) oder einem kleinen Ort auf dem Land (authentischste Erfahrung). Mindestens zwei Monate vorher buchen.
Sankthans (23. Juni): An der Küste, idealerweise in Westnorwegen (Bergen, Ålesund) oder in Nordnorwegen (Tromsø, Bodø). Die Feuer am Fjord sind so, dass man es nicht vergisst. In Nordnorwegen erlebt man dazu die Mitternachtssonne.
Jul (Dezember): In Bergen (Julemarked, Weihnachtsmarkt am Bryggen), in Røros (mittelalterliche Bergbaustadt mit stimmungsvollem Weihnachtsmarkt) oder in Tromsø (Polarnacht plus Nordlichter).
Olsok (Ende Juli): In Stiklestad und Trondheim. Das Freilichtspiel in Stiklestad ist das Highlight. Trondheim bietet dazu den Nidarosdom, gute Restaurants und ein lebhaftes Stadtleben.
Samischer Nationalfeiertag (6. Februar): In Kautokeino, Karasjok oder Tromsø. Im Februar herrscht in der Finnmark noch Polarnacht, aber die ersten Lichttage kommen zurück. Die Kombination aus samischer Kultur, Nordlichtern und arktischer Landschaft ist anders als alles andere.
Häufige Fragen zu Festen in Norwegen
Haben Geschäfte an norwegischen Feiertagen geöffnet?
An gesetzlichen Feiertagen (17. Mai, Ostern, Weihnachten etc.) sind die meisten Geschäfte geschlossen. Einige Supermärkte und Kioske (Narvesen, 7-Eleven) haben geöffnet, aber mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Restaurants und Cafes sind oft geöffnet, besonders in touristischen Gebieten. Am 17. Mai sind allerdings auch viele Restaurants voll, weil alle feiern.
Kann ich als Tourist am 17. Mai mitfeiern?
Auf jeden Fall. Touristen sind am 17. Mai willkommen und werden oft von Einheimischen zum Mitfeiern eingeladen. Man braucht keinen Bunad, festliche Kleidung reicht aus. Das Wichtigste: eine norwegische Flagge kaufen (gibt es an jedem Kiosk) und "Gratulerer med dagen!" sagen (Herzlichen Glückwunsch zum Tag!). Mehr braucht es nicht.
Wann ist Sankthans, und wo feiert man am besten?
Sankthans ist am 23. Juni (Vorabend des Johannistags am 24. Juni). Die größten Feuer gibt es in Westnorwegen, besonders in Ålesund und Bergen. In Nordnorwegen (Tromsø, Hammerfest) feiert man unter der Mitternachtssonne. Auch auf den Schäreninseln vor der Südküste gibt es schöne, eher private Sankthans-Feiern.
Was ist der Unterschied zwischen Jul und deutschem Weihnachten?
Die Grundidee ist ähnlich, aber es gibt Unterschiede. In Norwegen wird am 24. Dezember (Julaften) gefeiert und beschert, genau wie in Deutschland. Das Essen ist anders (Pinnekjøtt, Svineribbe oder Lutefisk statt Gans oder Kartoffelsalat). Man tanzt um den Weihnachtsbaum und singt gemeinsam, was in Deutschland seltener vorkommt. Der Julenisse (Weihnachtsmann) kommt in Norwegen oft persönlich vorbei, während in Deutschland meist das Christkind oder der Weihnachtsmann die Geschenke heimlich unter den Baum legt.
Gibt es in Norwegen Karneval?
Fastelavn wird vor allem als Kinderfest gefeiert, mit Verkleidungen und Süßigkeiten, aber nicht in der ausgelassenen Form wie der rheinische Karneval. Große Karnevalsumzüge gibt es in Norwegen nicht. Die nächste Entsprechung wäre die Russefeiring im Mai, aber das ist ein reines Schülerphänomen und hat mit Karneval im traditionellen Sinn wenig zu tun.
Ähnliche Artikel
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026