Gudbrandsdal
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Das Gudbrandsdal beginnt am Mjøsa-See bei Lillehammer und zieht sich 200 Kilometer nordwestwärts bis Dombås, wo es auf die E6 und die Bahnlinie nach Trondheim trifft. Es ist das bekannteste Tal Norwegens, und das aus gutem Grund. Henrik Ibsen hat hier Peer Gynt verortet, den größenwahnsinnigen Bauernsohn, der um die ganze Welt reist und am Ende doch in sein Tal zurückkehrt. Die Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer haben das Tal weltberühmt gemacht. Und der Gudbrandsdalost, der braune Ziegenkäse, der in keinem norwegischen Kühlschrank fehlt, stammt von hier.
Ich war im Februar dort. Minus 18 Grad, klarer Himmel, die Berge ringsum weiß bis hinunter ins Tal. Die Lågen, der Fluss, der das gesamte Gudbrandsdal durchzieht, war stellenweise zugefroren. Auf den Langlaufloipen rund um Lillehammer war erstaunlich viel los: Familien mit Kindern, Rentner in perfekter Technik, Jugendliche im Skatingstil. Norweger und Langlauf, das gehört zusammen wie Deutsche und Autofahren. Im Gudbrandsdal versteht man, warum.
Das Tal, das Ibsen inspirierte
Henrik Ibsen schrieb Peer Gynt 1867, inspiriert von den Volkssagen des Gudbrandsdals. Die Geschichte des Bauernsohns, der Trolle trifft, die Trollkönigin heiratet und nach einer Weltreise als alter Mann zurückkehrt, ist tief verwurzelt in der Landschaft dieses Tals. Die steilen Bergflanken, die dunklen Wälder, die nebelverhangenen Almen: Das ist die Kulisse, in der Peer Gynt spielt.
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Ibsen selbst war kein Gudbrandsdøl, er stammte aus Skien in der Telemark. Aber er kannte die Geschichten, die Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Moe gesammelt hatten, jene norwegischen Volksmärchen, die das Fundament der norwegischen Nationalliteratur bilden. Im Gudbrandsdal erzählte man sich Geschichten von Trollen, die unter den Bergen leben. Von Huldra, der schönen Waldfrau mit dem Kuhschwanz. Von Nøkken, dem Wassergeist in den Flüssen. Diese Geschichten waren für Ibsen der Rohstoff, aus dem er sein Meisterwerk formte.
Jeden Sommer im August wird Peer Gynt am Gålåvatnet aufgeführt, einem kleinen See oberhalb des Tals. Die Freilichtbühne liegt auf 1.000 Metern Höhe. Die Berge bilden die Kulisse, der See spiegelt das Licht der tiefstehenden Sonne. Es ist eine der besonderen Theatererfahrungen Skandinaviens. Karten kosten zwischen 450 und 890 NOK. Warme Kleidung ist selbst im August dringend empfohlen, denn auf dieser Höhe kann es abends schnell kalt werden.
Lillehammer: Olympiastadt mit Geschichte
Lillehammer liegt am Nordende des Mjøsa-Sees und ist mit 28.000 Einwohnern die größte Stadt des Gudbrandsdals. Die Olympischen Winterspiele 1994 haben den Ort international bekannt gemacht, aber Lillehammer war schon vorher eine wichtige Stadt. Hier liegt das Maihaugen, eines der größten Freilichtmuseen Europas, mit über 200 historischen Gebäuden aus dem gesamten Gudbrandsdal.
Das Maihaugen wurde 1887 von dem Zahnarzt Anders Sandvig gegründet. Das klingt absurd, ein Zahnarzt als Museumsgründer, aber Sandvig war besessen von der Idee, die bäuerliche Kultur des Gudbrandsdals vor dem Verschwinden zu retten. Er kaufte alte Bauernhöfe auf, zerlegte sie Balken für Balken und baute sie auf dem Museumsgelände wieder zusammen. Das Ergebnis ist begehbar gemachte Geschichte: Rauchstuben aus dem 16. Jahrhundert, Schmieden, Mühlen, eine Stabkirche, Wohnhäuser aus verschiedenen Epochen. Im Sommer arbeiten Handwerker in historischen Kostümen auf dem Gelände. Eintritt: 200 NOK für Erwachsene.
Die Storgata, Lillehammers Hauptstraße, ist eine hübsche Fußgängerzone mit Holzhäusern aus dem 19. Jahrhundert, Cafes und kleinen Geschäften. Im Dezember verwandelt sie sich in einen Weihnachtsmarkt mit Lichterketten, Glühwein und Lebkuchen. Im Februar ist sie Schauplatz des Birkebeinerrennet, eines der ältesten Skilanglauf-Wettkämpfe der Welt. 54 Kilometer von Rena nach Lillehammer, mit 3,5 Kilogramm Rucksackgewicht als Erinnerung an die mittelalterlichen Birkebeiner, die den kleinen Königssohn Håkon Håkonsson im Jahr 1206 über die Berge in Sicherheit brachten.
Lillehammer hat auch ein Kunstmuseum, das Lillehammer Kunstmuseum, mit einer guten Sammlung norwegischer Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Werke von Edvard Munch, Erik Werenskiold und Adolph Tidemand hängen hier. Eintritt: 130 NOK. Direkt daneben liegt das Norwegische Olympische Museum, das die Geschichte der Spiele von 1994 und 2016 (Jugend-Winterspiele) dokumentiert. Eintritt: 150 NOK.
Die Stabkirchen des Gudbrandsdals
Im Gudbrandsdal und seiner unmittelbaren Umgebung stehen drei Stabkirchen, die zu den besterhaltenen in Norwegen gehören. Die berühmteste ist die Ringebu Stavkirke, die auf einem Hügel über dem Ort Ringebu thront. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert um ein Kirchenschiff erweitert. Der rote Turm ist von weitem sichtbar.
Die Ringebu Stavkirke ist besonders, weil sie noch als Gemeindekirche genutzt wird. Hier finden Taufen, Hochzeiten und Gottesdienste statt, seit 800 Jahren ohne Unterbrechung. Der Innenraum wurde im 17. Jahrhundert barock ausgemalt, mit einem farbenfrohen Altarbild und geschnitzten Engeln an der Decke. Der Kontrast zwischen der schlichten Stabkirchenkonstruktion und der üppigen Barockmalerei ist überraschend und lohnt den Besuch allein. Eintritt: 90 NOK von Juni bis August.
Weiter nördlich, in Lom, steht die Lom Stavkirke, eine der größten Stabkirchen Norwegens. Auch sie wird noch als Kirche genutzt. Die Lom Stavkirke hat im Laufe der Jahrhunderte mehrere Umbauten erfahren, der älteste Teil stammt aus dem 12. Jahrhundert. Besonders sehenswert sind die geschnitzten Drachenköpfe am Giebel, ein Überbleibsel der Wikingerzeit, als heidnische Symbole und christlicher Glaube nebeneinander existierten.
Die dritte Stabkirche, die Garmo Stavkirke, steht heute im Maihaugen-Museum in Lillehammer. Sie wurde 1882 aus Lom hierher versetzt und ist ein gutes Beispiel für die Rettungsaktionen des 19. Jahrhunderts, als viele Stabkirchen vor dem Abriss bewahrt wurden. Im Museum kann man sie von innen besichtigen und die Konstruktion studieren: senkrechte Stäbe (daher der Name), Schwebegiebel, Laufgänge.
Bergbauernhöfe und Seter-Kultur
Die Seter sind Almen, die im Sommer bewirtschaftet werden. Im Gudbrandsdal hat diese Tradition überlebt, wenn auch nur noch an wenigen Orten. Im Juni treiben die Bauern ihre Kühe und Ziegen auf die Sommerweiden in den Bergen. Dort oben, auf 800 bis 1.000 Metern, stehen die Seter-Hütten: einfache Holzgebäude mit Grasdach, Stall und Käserei.
Auf den Setern wird der Gudbrandsdalost hergestellt, jener braune Käse, den Norweger in dünnen Scheiben auf ihr Knekkebrød legen. Der Käse wird aus einer Mischung von Kuh- und Ziegenmilch gekocht, bis der Milchzucker karamellisiert und die typische braune Farbe entsteht. Der Geschmack ist süßlich, leicht karamellig, mit einer salzigen Note. Ausländer finden ihn oft gewöhnungsbedürftig. Norweger essen ihn zu allem: zum Frühstück, auf Waffeln, sogar auf Pfannkuchen.
Einige Seter im Gudbrandsdal sind für Besucher geöffnet. Die Sygard Grytting bei Hundorp ist ein historischer Bauernhof aus dem 14. Jahrhundert, der heute als Bed and Breakfast betreibt und Käseverkostungen anbietet. Übernachtung ab 1.400 NOK inklusive Frühstück mit hausgemachtem Käse. Die Atmosphäre ist karg und echt: dicke Steinwände, niedrige Decken, der Geruch von altem Holz.
Die Landwirtschaft im Gudbrandsdal ist kleinstrukturiert. Die Höfe liegen an den Hängen, oft auf schmalen Terrassen über dem Tal. Vielen Bauern fällt es schwer, wirtschaftlich zu überleben. Die norwegische Regierung subventioniert die Berglandwirtschaft großzügig, weil man den Kulturlandschaftswert erkannt hat. Ohne Beweidung würden die Almen innerhalb weniger Jahrzehnte verbuschen und die Landschaft, die Touristen anzieht, verschwinden.
Der Peer Gynt Vegen
Der Peer Gynt Vegen ist eine 60 Kilometer lange mautpflichtige Panoramastraße, die über die Berge zwischen Espedalen und Gålå führt. Sie liegt auf 1.000 bis 1.100 Metern Höhe und bietet weite Ausblicke über das Gudbrandsdal, das Espedalen und die Rondane-Berge im Osten. Die Maut beträgt 90 NOK pro Pkw.
Die Straße ist von Juni bis Oktober geöffnet, je nach Schneelage. Unterwegs gibt es mehrere Aussichtspunkte und Wanderparkplätze. Die Route führt durch eine offene Berglandschaft mit Birkenwäldern, Mooren und kleinen Seen. Im Herbst, wenn die Birken gelb leuchten und die Heidelbeersträucher rot werden, ist die Fahrt besonders lohnend.
Am Gålåvatnet, dem kleinen See am Ende der Strecke, liegt die Freilichtbühne für die Peer Gynt-Aufführungen. Hier gibt es auch die Seter-Siedlung Peer Gynts Stue, die auf die Figur Bezug nimmt und Kaffee, Waffeln und lokale Spezialitäten anbietet. Die Waffeln mit Brunost (braunem Käse) und Sauerrahm kosten 95 NOK und sind jeden Øre wert.
Wintersport und die Olympia-Anlagen
Die Olympischen Winterspiele 1994 haben Lillehammer und das Gudbrandsdal als Wintersportregion etabliert. Die Anlagen werden bis heute genutzt. Die Sprungschanzen am Lysgårdsbakken überragen die Stadt und sind ganzjährig geöffnet. Mit dem Sessellift fährt man hinauf zum Startbereich und hat von dort einen weiten Blick über den Mjøsa-See. Eintritt: 160 NOK.
In Hafjell, 15 Kilometer nördlich von Lillehammer, liegt das größte Alpinskigebiet der Region. 33 Abfahrten, 7 Lifte, Höhenlage bis 1.030 Meter. Die Pisten sind breit und gut präpariert, ideal für Familien. Der Tagespass kostet 550 NOK für Erwachsene, 390 NOK für Kinder. In Kvitfjell, wo 1994 die alpinen Abfahrtsrennen stattfanden, gibt es steilere Pisten für erfahrene Fahrer. Tagespass: 520 NOK.
Langlauf ist im Gudbrandsdal allgegenwärtig. Das Loipennetz rund um Lillehammer umfasst über 300 Kilometer gespurte Loipen, die von November bis April nutzbar sind. Die Sjusjøen-Hochebene östlich von Lillehammer gilt als eines der besten Langlaufreviere Norwegens. Schneesicherheit bis in den April, weitläufige Hochebenen, präparierte Loipen in allen Schwierigkeitsgraden. Dort oben gibt es Hütten, die Kaffee und Vafler (Waffeln) anbieten. Man fährt eine Stunde, kehrt ein, fährt weiter. So geht Wintersport in Norwegen.
Die Bob- und Rodelbahn am Hunderfossen ist die einzige olympische Bobbahn Skandinaviens. Wer den Adrenalinstoß sucht, kann im Winter eine Fahrt im Viererbob buchen: 95 km/h, 16 Kurven, 1.365 Meter lang. Kosten: 650 NOK. Im Sommer wird die Bahn für Radfahrer umfunktioniert. Direkt daneben liegt der Hunderfossen Familienpark, ein Vergnügungspark mit Troll-Thematik, der bei norwegischen Familien sehr beliebt ist.
Kulinarisches Gudbrandsdal
Das Gudbrandsdal ist eine der kulinarisch interessantesten Regionen Norwegens. Der Gudbrandsdalost ist nur der Anfang. In den letzten Jahren haben sich mehrere kleine Produzenten etabliert, die lokale Rohstoffe zu hochwertigen Produkten verarbeiten.
Die Avdem Gardsysteri in Vågå stellt Ziegenkäse nach traditionellen Methoden her. Der Geitost von hier schmeckt anders als das Industrieprodukt aus dem Supermarkt: würziger, komplexer, mit einer leicht nussigen Note. Eine 500-Gramm-Packung kostet 129 NOK direkt ab Hof. Man kann den Bauernhof besuchen und bei der Käseherstellung zusehen. Anmeldung nötig.
Das Heidrun Gardsbrygghus in Fåvang braut Bier aus lokalem Getreide und Bergwasser. Die Brauerei bietet Führungen an (200 NOK inklusive Verkostung von 5 Bieren). Das Pale Ale mit Wacholderbeeren ist mein persönlicher Favorit. Herb, trocken, mit einem Hauch von Wald.
In Lillehammer selbst hat sich die Restaurantszene in den letzten Jahren weiterentwickelt. Das Nikkers ist eine Institution: rustikale Kneipe mit guten Burgern (ab 219 NOK) und lokalem Bier vom Fass. Wer gehobener essen möchte, geht ins Brasserie Sansen, das norwegische Küche mit französischer Technik kombiniert. Hauptgerichte ab 295 NOK. Rentier-Filet mit Waldpilzen und Preiselbeerreduktion steht oft auf der Karte.
Anreise und praktische Tipps
Das Gudbrandsdal ist gut erreichbar. Die E6 führt von Oslo über Lillehammer bis Dombås durch das gesamte Tal. Die Fahrt von Oslo nach Lillehammer dauert etwa 2,5 Stunden (180 Kilometer). Die Dovrebane, Norwegens wichtigste Eisenbahnlinie, folgt dem Tal von Oslo bis Trondheim. Züge fahren mehrmals täglich, die Fahrt nach Lillehammer dauert 2 Stunden und 15 Minuten. Tickets ab 299 NOK bei frühzeitiger Buchung über vy.no.
Unterkünfte reichen von Campingplätzen (ab 250 NOK) über Hütten und Pensionen bis zu Hotels. Das Bræ Hotel in Vinstra bietet moderne Zimmer mit Talblick ab 1.100 NOK. Das Scandic Lillehammer Hotel liegt zentral und kostet ab 1.300 NOK. Für historische Atmosphäre empfehle ich die Sygard Grytting, den mittelalterlichen Bauernhof in Hundorp.
Die beste Reisezeit hängt davon ab, was man vorhat. Für Wandern und Kultur ist Juni bis September ideal. Für Wintersport November bis April. Das Peer Gynt-Festival findet Anfang August statt, die Herbstfärbung erreicht ihren Höhepunkt Mitte September. Das Gudbrandsdal ist ganzjährig eine Reise wert, aber ich persönlich bevorzuge den Herbst. Weniger Menschen, intensive Farben, klare Luft.
Häufige Fragen zum Gudbrandsdal
Wo genau liegt das Gudbrandsdal?
Das Gudbrandsdal erstreckt sich von Lillehammer am Mjøsa-See bis Dombås in der Provinz Innlandet. Es ist etwa 200 Kilometer lang und wird von der E6 und der Dovrebane durchzogen. Oslo liegt 180 Kilometer südöstlich von Lillehammer.
Lohnt sich die Peer Gynt Aufführung am Gålåvatnet?
Unbedingt. Die Freilichtaufführung vor der Bergkulisse ist ein Erlebnis, auch wenn man Ibsens Text nicht im Original versteht. Es gibt Übertitel auf Englisch. Warme Kleidung mitbringen, denn auf 1.000 Metern Höhe wird es abends kalt. Karten frühzeitig buchen, die Vorstellungen sind oft ausverkauft.
Kann man die Olympia-Anlagen in Lillehammer noch besichtigen?
Ja, alle Anlagen sind zugänglich. Die Sprungschanzen am Lysgårdsbakken bieten eine Aussichtsplattform (160 NOK). Die Bobbahn am Hunderfossen bietet im Winter Mitfahrten im Viererbob (650 NOK). Das Olympische Museum dokumentiert die Spiele (150 NOK). Im Sommer gibt es Zipline-Fahrten von der Sprungschanze.
Was ist der Unterschied zwischen Brunost und Gudbrandsdalost?
Gudbrandsdalost ist eine Sorte Brunost (brauner Käse). Er wird aus einer Mischung von Kuh- und Ziegenmilch hergestellt. Reiner Geitost besteht nur aus Ziegenmilch und schmeckt kräftiger. Fløtemysost wird nur aus Kuhmilch gemacht und ist milder. Alle drei gehören zur Familie der Brunost.
Ist das Gudbrandsdal für eine Durchreise oder einen längeren Aufenthalt geeignet?
Beides. Wer auf dem Weg nach Trondheim oder zum Jotunheimen ist, kann problemlos ein oder zwei Tage in Lillehammer und Umgebung einplanen. Für die Stabkirchen, den Peer Gynt Vegen, die Seter-Höfe und die Museen sollte man mindestens vier bis fünf Tage rechnen. Im Winter lohnen sich ein bis zwei Wochen für Wintersport.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026