Hillerød
Hillerød liegt im Herzen Nordseelands und wird von Schloss Frederiksborg geprägt, dem grössten Renaissanceschloss in ganz Skandinavien. Die Stadt mit ihren rund 33.000 Einwohnern ist ein beliebtes Tagesausflugsziel von Kopenhagen aus und verbindet Geschichte, Natur und dänische Alltagskultur auf engem Raum.
Wer Nordseeland besucht, sollte Hillerød einplanen. Die Stadt bietet weit mehr als nur das Schloss. Ein gemütlicher Stadtkern, weitläufige Parks und die Nähe zu Wäldern und Seen machen sie zu einem lohnenden Ziel für einen ganzen Tag oder auch ein verlängertes Wochenende.
Schloss Frederiksborg
Schloss Frederiksborg erhebt sich auf drei kleinen Inseln im Slotssø, dem Schlosssee mitten in Hillerød. König Christian IV. liess das Schloss zwischen 1600 und 1620 im Stil der niederländischen Renaissance errichten. Es ersetzte einen älteren Bau seines Vaters Friedrich II. nach dem es benannt ist.
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Das Schloss besteht aus mehreren Flügeln, die um einen großen Innenhof angeordnet sind. Die Fassaden aus rotem Backstein mit Sandsteinverzierungen, die hohen Kupfertürme und die geschwungenen Giebel ergeben ein Gesamtbild, das in Nordeuropa seinesgleichen sucht. Der Neptunbrunnen im Vorhof, der in den 1880er Jahren nach historischem Vorbild rekonstruiert wurde, ist allein schon einen Besuch wert.
Im Jahr 1859 zerstörte ein verheerender Brand große Teile des Innenbereichs. Die Restaurierung dauerte Jahrzehnte und wurde massgeblich vom Brauereigründer J.C. Jacobsen finanziert. Er stellte die Bedingung, dass das Schloss nach der Fertigstellung als Museum für dänische Geschichte genutzt werden sollte. So entstand das Nationalhistorische Museum.
Die Schlosskirche blieb vom Brand weitgehend verschont und zeigt noch die originale Ausstattung aus dem 17. Jahrhundert. Das Wappenzimmer mit seinen geschnitzten Eichenholzwappen ist ein Höhepunkt. Hier wurden über 400 Jahre lang die Ritter des Elefantenordens und des Dannebrogordens aufgenommen.
Das Nationalhistorische Museum
Seit 1878 beherbergt Schloss Frederiksborg das Museum für Nationalgeschichte, kurz Det Nationalhistoriske Museum. Die Sammlung umfasst Gemälde, Möbel, Porträts und Kunstgegenstände aus 500 Jahren dänischer Geschichte.
Der Rundgang durch das Museum folgt einem chronologischen Aufbau. Im Erdgeschoss beginnt die Reise im Mittelalter und in der Renaissance. Portraits dänischer Könige hängen neben Schlachtendarstellungen und Landkarten. In den oberen Stockwerken geht es weiter durch Barock, Aufklärung, das 19. Jahrhundert und die Moderne.
Besonders sehenswert ist der Größe Saal (Riddersalen), der nach dem Brand originalgetreu rekonstruiert wurde. Die Decke ist mit allegorischen Malereien geschmückt, die Wände mit Wandteppichen behängt. Hier fanden einst Krönungsfeste und Staatsempfänge statt. Der Raum gibt einen guten Eindruck davon, wie prächtig das höfische Leben im 17. Jahrhundert gewesen sein muss.
Die moderne Abteilung zeigt Kunst und Portraits aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Hier hängen Bilder dänischer Premierminister und Industrieller neben zeitgenössischen Werken. Die Sammlung wird laufend erweitert.
Eintrittspreise: Erwachsene zahlen 90 DKK (ca. 12 EUR), Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Das Museum ist täglich geöffnet, im Sommer von 10 bis 17 Uhr, im Winter von 11 bis 15 Uhr.
Der Schlossgarten
Auf der Nordseite des Schlosses erstreckt sich der Barokke Have, ein geometrisch angelegter Barockgarten. Er wurde in den 1720er Jahren nach französischem Vorbild gestaltet und im 19. Jahrhundert restauriert. Symmetrische Hecken, Kieswege und Wasserspiele bilden ein strenges Muster, das am besten von der Terrasse oberhalb des Gartens zu überblicken ist.
Im Frühling blühen hier Tulpen und Narzissen in den Beeten, im Sommer duften Rosen und Lavendel. Der Garten ist frei zugänglich und ein beliebter Ort für Spaziergänge. Bänke laden zum Verweilen ein, und das Zusammenspiel von Schloss, Garten und See ergibt eines der schönsten Panoramen Dänemarks.
Östlich des Barockgartens schliesst sich ein englischer Landschaftspark an. Hier ist die Anlage weniger streng, mit gewundenen Wegen, alten Bäumen und einer natürlicheren Gestaltung. Am Rand des Parks liegt ein kleiner Teich, an dem Enten und Schwäne ihre Runden drehen.
Im Sommer können Besucher auf dem Slotssø Ruderboote mieten. Eine halbe Stunde auf dem Wasser bietet ungewohnte Perspektiven auf das Schloss. Die Spiegelung der Türme und Giebel auf der ruhigen Wasseroberfläche ist am Morgen besonders eindrucksvoll, wenn die Sonne tief steht und das rote Mauerwerk zum Leuchten bringt.
Die Altstadt von Hillerød
Hillerøds Stadtkern liegt nur wenige Gehminuten vom Schloss entfernt. Die Fussgängerzone Slotsgade verbindet den Bahnhof mit dem Schlosspark. Entlang der Strasse finden sich Geschäfte, Cafés und Restaurants in historischen Gebäuden.
Das Stadtbild wird von niedrigen Häusern geprägt, viele davon aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Gelbe Fassaden, rote Ziegeldächer und grüne Fensterläden geben der Strasse einen gemütlichen Charakter. Hier herrscht ein langsamerer Rhythmus als in Kopenhagen, und man kann in Ruhe Schaufenster betrachten oder auf einer Terrasse Kaffee trinken.
Jeden Mittwoch und Samstag findet auf dem Marktplatz Torvet ein Wochenmarkt statt. Bauern aus der Region verkaufen Gemüse, Obst, Käse und Fleisch. Daneben gibt es Stände mit Blumen, Brot und selbst gemachten Spezialitäten. Der Samstagsmarkt ist grösser und zieht auch Besucher aus den umliegenden Gemeinden an.
Das SlotsArkaderne Einkaufszentrum am Bahnhof bietet Geschäfte und einen Supermarkt. Wer Antiquitäten oder Trödel sucht, wird in den kleinen Läden in den Seitenstrassen fündig.
Natur und Umgebung
Hillerød ist von Wäldern umgeben. Der Gribskov, einer der grössten Wälder Dänemarks, beginnt nur wenige Kilometer östlich der Stadt. Hier wachsen Buchen, Eichen und Fichten auf einer Fläche von über 5.500 Hektar. Markierte Wanderwege durchziehen den Wald, und an mehreren Stellen gibt es Rastplätze mit Bänken und Tischen.
Im Gribskov leben Rothirsche, Damhirsche und Rehe. Im Herbst, während der Brunftzeit, sind die Rufe der Hirsche im ganzen Wald zu hören. Geführte Wanderungen zu den Brunftplätzen werden von der Naturverwaltung angeboten und sind ein besonderes Erlebnis.
Der Esrum Sø, der zweitgrösste See Dänemarks, liegt etwa zehn Kilometer nordöstlich von Hillerød. Ein Radweg führt vom Stadtzentrum bis ans Ufer. Am See kann man wandern, angeln oder in einem der Cafés am Ufer einkehren. Im Sommer ist das Baden an ausgewiesenen Stellen möglich.
Schloss Fredensborg, die Sommerresidenz der dänischen Königin, liegt 15 Kilometer östlich von Hillerød. Der Schlossgarten ist in den Sommermonaten für die Öffentlichkeit zugänglich und gehört zu den schönsten Gartenanlagen Dänemarks.
Essen, Einkaufen, Übernachten
In der Fussgängerzone und rund um den Marktplatz gibt es eine Auswahl an Restaurants. Das Slotskroen liegt direkt gegenüber dem Schlosseingang und serviert klassische dänische Küche. Die Mittagskarte mit Smørrebrød (offene Brote) ist bei Einheimischen und Touristen gleichermassen beliebt.
Für einen schnellen Imbiss eignet sich das Café am Torvet, das Sandwiches, Suppen und Kuchen anbietet. Im Restaurant Spisestedet Frederik gibt es gehobene Küche mit saisonalen Zutaten aus der Region. Die Preise liegen bei etwa 200 bis 350 DKK (27 bis 47 EUR) für ein Hauptgericht.
Hillerød ist eine Pendlerstadt, und die meisten Hotels richten sich an Geschäftsreisende. Das Hillerød Hotel am Bahnhof bietet einfache, saubere Zimmer ab etwa 700 DKK (ca. 94 EUR) pro Nacht. Ferienwohnungen über Airbnb oder Booking sind eine Alternative, besonders für Familien.
Wer ein Ferienhaus bevorzugt, findet in der Umgebung von Hillerød Angebote, die Wald und See mit der Nähe zur Stadt verbinden. Diese Häuser eignen sich gut als Basis für Ausflüge nach Kopenhagen, Helsingør und an die Nordküste Seelands.
Anreise und praktische Tipps
Hillerød ist sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Die S-Bahn (Linie A und E) fährt vom Kopenhagener Hauptbahnhof in etwa 40 Minuten direkt nach Hillerød. Die Züge verkehren alle 10 bis 20 Minuten. Ein Ticket kostet etwa 50 DKK (ca. 7 EUR) für eine einfache Fahrt.
Mit dem Auto erreicht man Hillerød über die Autobahn E47 von Kopenhagen aus in etwa 35 Minuten. Parkplätze gibt es am Schloss und im Stadtzentrum, die meisten davon zeitlich begrenzt auf zwei bis drei Stunden.
- Vom Bahnhof zum Schloss: 10 Minuten Fussweg durch die Fussgängerzone
- Beste Besuchszeit: Unter der Woche und am Vormittag ist es im Museum ruhiger
- Kombinationsticket: Ein Kombiticket für Museum und Bootsfahrt spart Geld
- Hunde: Im Schlosspark sind Hunde an der Leine erlaubt, im Museum nicht
Hillerød lässt sich gut mit einem Besuch in Helsingør verbinden. Die Lokalbahn Lille Nord fährt in 30 Minuten von Hillerød nach Helsingør, wo Schloss Kronborg, das Vorbild für Shakespeares Hamlet, wartet.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange braucht man für Schloss Frederiksborg?
Für das Museum sollte man zwei bis drei Stunden einplanen. Wer danach noch den Barockgarten besichtigen und eine Bootsfahrt auf dem See machen möchte, braucht insgesamt einen halben Tag. Mit einem Spaziergang durch die Altstadt wird daraus ein voller Tag.
Ist Schloss Frederiksborg für Kinder geeignet?
Ja. Das Museum bietet spezielle Kinderführungen und interaktive Stationen. Die Bootsfahrt auf dem See und der Spielplatz im Park sind bei Familien beliebt. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.
Wie kommt man von Kopenhagen nach Hillerød?
Am einfachsten mit der S-Bahn (Linie A oder E). Die Fahrt vom Kopenhagener Hauptbahnhof dauert etwa 40 Minuten. Züge fahren alle 10 bis 20 Minuten. Ein Ticket kostet ca. 50 DKK (7 EUR). Alternativ mit dem Auto über die E47 in 35 Minuten.
Kann man den Schlossgarten kostenlos besuchen?
Ja, der Barockgarten und der Landschaftspark sind frei zugänglich. Nur für das Museum im Schloss wird Eintritt erhoben. Der Garten ist täglich von morgens bis zum Einbruch der Dämmerung geöffnet.
Welche anderen Schlösser gibt es in der Nähe?
Schloss Fredensborg, die Sommerresidenz der Königsfamilie, liegt 15 Kilometer entfernt. Schloss Kronborg in Helsingør ist in 30 Minuten mit der Bahn erreichbar. Beide lassen sich gut mit einem Besuch in Hillerød zu einer Schlössertour durch Nordseeland verbinden.
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Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026
Lokale Tipps
Gut zu wissen
Dagens Ret: Fast jedes Restaurant bietet werktags ein Tagesgericht (Dagens Ret) für 80-130 DKK an, oft mit Salat und Kaffee. Das ist die günstigste Art, in Dänemark warm zu essen.
Lokale Bäckereien: Vergiss die Ketten und geh in die Bageri um die Ecke. Ein frisches Rugbrød (Roggenbrot) und Wienerbrød (Plundergebäck) kosten einen Bruchteil der Touristencafés.
Spartipp: Die Too Good To Go App ist in Dänemark riesig. Überraschungstüten von Bäckereien und Restaurants ab 29 DKK. Und: Leitungswasser im Restaurant ist immer kostenlos.