Maut in Dänemark
Inhaltsverzeichnis
Wer mit dem Auto nach Dänemark fährt, stellt sich irgendwann die Frage nach der Maut. Die gute Nachricht vorweg: Auf dänischen Straßen, Autobahnen und Landstraßen gibt es keine Mautgebühren. Keine Vignette, keine Streckenmaut, kein Toll Collect. Du kannst vom deutschen Grenzübergang bei Flensburg bis hinauf nach Skagen fahren, ohne einen einzigen Cent an Straßengebühren zu zahlen.
Die Ausnahme bilden zwei große Brückenbauwerke, die den Großen Belt und den Øresund überspannen. Beide Brücken verbinden Landesteile miteinander, die vorher nur per Fähre erreichbar waren, und beide verlangen eine Mautgebühr. Für die Reiseplanung ist es deshalb wichtig zu wissen, ob deine Route über eine dieser Brücken führt und was dich die Überquerung kosten wird.
Mautpflicht in Dänemark
Dänemark gehört zu den wenigen europäischen Ländern, die auf eine flächendeckende Straßenmaut verzichten. Es gibt weder eine Vignettenpflicht wie in Österreich oder der Schweiz noch eine streckenabhängige Maut wie in Frankreich oder Italien. Das gesamte Straßennetz steht dir kostenfrei zur Verfügung.
Tipp: Berechne dein persönliches Reisebudget mit unserem Dänemark-Reisekostenrechner.
Die beiden mautpflichtigen Bauwerke sind die Storebæltbrücke zwischen Fünen und Seeland sowie die Øresundbrücke zwischen Seeland und dem schwedischen Malmö. Beide Brücken wurden in den 1990er Jahren geplant und gebaut. Die Storebæltverbindung eröffnete 1998, die Øresundbrücke folgte im Jahr 2000. Seitdem finanzieren sich beide Bauwerke über die Mauteinnahmen.
Ob du über eine der Brücken fahren musst, hängt von deinem Reiseziel ab. Wenn du von Deutschland kommend nach Jütland oder Fünen möchtest, brauchst du keine Brückenmaut einzuplanen. Erst wenn es weiter nach Kopenhagen, nach Seeland oder gar weiter nach Schweden geht, wird die Storebæltbrücke relevant. Die Øresundbrücke betrifft vor allem Reisende, die von Dänemark nach Südschweden weiterfahren möchten.
Storebæltbrücke: Preise und Bezahlung
Die Storebæltbrücke ist mit einer Gesamtlänge von knapp 18 Kilometern eine der längsten Hängebrücken Europas. Sie besteht eigentlich aus zwei Teilen: der Ostbrücke, die als Hängebrücke den tiefsten Teil des Großen Belts überspannt, und der Westbrücke, einem niedrigeren Bauwerk zwischen Fünen und der kleinen Insel Sprogø in der Mitte des Belts.
Die Überfahrt dauert je nach Verkehrslage zwischen 10 und 15 Minuten. In dieser kurzen Zeit überquerst du ein Gewässer, das die dänische Geschichte über Jahrhunderte geprägt hat. Vor dem Brückenbau mussten Reisende die Fähre nehmen, was gut eine Stunde dauerte und bei schlechtem Wetter oft ausfiel.
Die aktuellen Preise für die einfache Überfahrt über den Storebælt (Stand 2026):
| Fahrzeugtyp | Preis (DKK) | ca. EUR |
|---|---|---|
| PKW bis 6 m | 285 DKK | 38 EUR |
| PKW 6 bis 10 m (mit Anhänger/Wohnwagen) | 570 DKK | 76 EUR |
| Wohnmobil bis 6 m | 285 DKK | 38 EUR |
| Wohnmobil 6 bis 10 m | 570 DKK | 76 EUR |
| Motorrad | 155 DKK | 21 EUR |
Die Bezahlung erfolgt an der Mautstation auf der Seelander Seite. Du fährst durch eine Schrankenanlage, die etwas an eine Autobahnmautstelle in Südeuropa erinnert. Es gibt verschiedene Spuren: für Barzahlung (nur DKK), Kartenzahlung und BroBizz. Kreditkarten und Debitkarten werden problemlos akzeptiert. Viele deutsche Reisende nutzen ihre EC-Karte oder Visa-Karte, beides funktioniert.
Die Maut wird nur in eine Richtung erhoben, nämlich bei der Fahrt von West nach Ost, also von Fünen nach Seeland. Fährst du in die Gegenrichtung, von Seeland zurück nach Fünen, passierst du die Mautstation ohne anzuhalten. Das bedeutet: Für eine Hin- und Rückfahrt zahlst du die Gebühr nur einmal.
Øresundbrücke: Verbindung nach Schweden
Die Øresundbrücke verbindet die Hauptstadtregion Kopenhagen mit dem schwedischen Malmö. Das Bauwerk ist eigentlich eine Kombination aus Brücke, künstlicher Insel und Tunnel. Von der dänischen Seite aus fährst du zunächst durch den Drogden-Tunnel unter dem Meer hindurch, tauchst auf der künstlichen Insel Peberholm wieder auf und überquerst dann die eigentliche Brücke Richtung Schweden.
Die gesamte Strecke von Küste zu Küste misst rund 16 Kilometer. Die Fahrt dauert etwa 10 Minuten und bietet bei klarem Wetter einen großartigen Blick über den Øresund. Bekannt wurde die Brücke auch durch die dänisch-schwedische Krimiserie „Die Brücke", die hier spielt.
Aktuelle Preise für die Øresundbrücke (Stand 2026, einfache Fahrt):
| Fahrzeugtyp | Preis (DKK) | ca. EUR |
|---|---|---|
| PKW bis 6 m | 395 DKK | 53 EUR |
| PKW mit Anhänger / Wohnwagen (bis 15 m) | 790 DKK | 106 EUR |
| Wohnmobil über 6 m | 790 DKK | 106 EUR |
| Motorrad | 245 DKK | 33 EUR |
Anders als bei der Storebæltbrücke wird die Maut bei der Øresundbrücke in beide Richtungen erhoben. Egal ob du von Dänemark nach Schweden fährst oder umgekehrt, du zahlst jedes Mal. Die Mautstation befindet sich auf der schwedischen Seite. Bezahlt werden kann mit Kreditkarte, Debitkarte oder BroBizz. Bargeld wird an der Øresundbrücke nicht mehr akzeptiert.
Wer regelmäßig pendelt, kann ein sogenanntes ØresundGO-Abo abschließen. Damit sinkt der Preis pro Überfahrt erheblich. Für gelegentliche Urlaubsreisende lohnt sich dieses Abo allerdings nicht.
BroBizz: Der elektronische Transponder
An beiden Brücken gibt es neben der klassischen Kartenzahlung die Möglichkeit, mit dem BroBizz zu bezahlen. Dabei handelt es sich um einen kleinen elektronischen Transponder, der an der Windschutzscheibe befestigt wird. Bei der Durchfahrt durch die Mautstation wird der BroBizz automatisch erkannt und der Betrag vom hinterlegten Konto abgebucht.
Der Vorteil liegt nicht nur in der schnelleren Abfertigung. BroBizz-Nutzer erhalten an der Storebæltbrücke einen spürbaren Rabatt. Der PKW-Preis sinkt mit BroBizz von 285 DKK auf rund 218 DKK, also etwa 29 EUR statt 38 EUR. Bei der Øresundbrücke fällt der Rabatt geringer aus, aber auch dort zahlst du etwas weniger.
Den BroBizz kannst du online bestellen oder an den Servicestationen vor den Brücken erwerben. Es fällt eine jährliche Grundgebühr von etwa 50 DKK an. Für Vielfahrer rechnet sich der Transponder schnell. Wer nur einmal im Jahr nach Kopenhagen fährt, fährt mit der normalen Kartenzahlung günstiger.
Der BroBizz funktioniert übrigens nicht nur an den beiden dänischen Brücken. Er wird auch an der norwegischen Mautstation auf dem Weg nach Norwegen akzeptiert, ebenso an einigen schwedischen Mautstellen. Wer häufig in Skandinavien unterwegs ist, profitiert also mehrfach.
Alternative Fährverbindungen
Nicht jeder möchte die Brücken benutzen, sei es wegen der Kosten oder weil die Fahrt über Wasser einfach zum Urlaubsgefühl dazugehört. Tatsächlich gibt es mehrere Fährverbindungen, die als Alternative zur Storebæltbrücke dienen können.
Die wichtigste Alternative ist die Fähre von Spodsbjerg auf Langeland nach Tårs auf Lolland. Diese Route umgeht den Storebælt komplett, führt allerdings über die Inseln Langeland und Lolland, was einen Umweg bedeutet. Für Reisende, die auf die Seelander Inseln oder in den Süden Seelands möchten, kann diese Route trotzdem interessant sein.
Eine weitere Möglichkeit bietet die Fähre von Bøjden auf Fünen nach Fynshav auf Als. Diese Route eignet sich allerdings eher für Ausflüge nach Als und in die südjütische Inselwelt als für die Weiterreise nach Seeland.
Wer von Deutschland direkt nach Seeland oder Kopenhagen möchte, kann auch die Fähre von Rostock nach Gedser oder von Puttgarden nach Rødby nehmen. Beide Fähren bringen dich auf Lolland und Falster, von wo aus du über die mautfreie Storstrømsbrücke nach Seeland weiterfahren kannst. So umgehst du den Storebælt vollständig.
Bei der Øresundbrücke gibt es als Alternative die Fähre von Helsingør nach Helsingborg. Die Überfahrt dauert nur 20 Minuten und die Fähren verkehren im Viertelstundentakt. Je nach Buchungszeitpunkt und Fahrzeuggröße kann die Fähre günstiger sein als die Brückenmaut.
Kosten für Wohnmobile und Gespanne
Für Camper und Wohnmobilreisende wird die Brückenmaut besonders teuer. Die Einstufung richtet sich nach der Gesamtlänge des Fahrzeugs beziehungsweise des Gespanns. Alles unter sechs Metern wird wie ein normaler PKW berechnet. Zwischen sechs und zehn Metern verdoppelt sich der Preis nahezu.
Ein typisches Gespann aus Mittelklassewagen und Wohnwagen misst zusammen zwischen sieben und neun Metern. Damit fällt es in die teurere Kategorie. Für die Storebæltbrücke zahlst du dann 570 DKK (ca. 76 EUR), an der Øresundbrücke werden 790 DKK (ca. 106 EUR) fällig.
Kompakte Wohnmobile unter sechs Metern, wie der VW California oder ähnliche Campingbusse, profitieren von der günstigen PKW-Einstufung. Wer also vor der Anschaffung eines Wohnmobils steht und regelmäßig nach Skandinavien reist, sollte die Fahrzeuglänge als Kostenfaktor im Hinterkopf behalten.
Bei der Fähre von Puttgarden nach Rødby sieht die Rechnung für große Fahrzeuge übrigens oft günstiger aus. Die Scandlines-Fähren berechnen ebenfalls nach Fahrzeuglänge, aber die Preisdifferenz zwischen kurzen und langen Fahrzeugen fällt dort moderater aus.
Spartipps für die Brückenüberquerung
Mit ein paar Kniffen lässt sich bei der Brückenmaut Geld sparen. Der offensichtlichste Weg ist der bereits erwähnte BroBizz, der an der Storebæltbrücke einen Rabatt von gut 20 Prozent bringt. Wer mindestens zwei Mal im Jahr über den Storebælt fährt, spart mit dem Transponder mehr als die jährliche Grundgebühr kostet.
Daneben gibt es gelegentlich saisonale Angebote. In der Vergangenheit bot die Storebælt-Gesellschaft Kombitickets mit Rabatt für Hin- und Rückfahrt an. Es lohnt sich, vor der Reise auf der offiziellen Webseite storebält.dk nachzuschauen, ob gerade eine Aktion läuft.
Für die Øresundbrücke gibt es ebenfalls Sparpotenzial. Wer sich frühzeitig registriert und online bucht, zahlt weniger als spontan an der Mautstelle. Das sogenannte BroPass-Angebot richtet sich an Gelegenheitsfahrer und bietet einen festen Rabatt pro Überfahrt gegen eine geringe Jahresgebühr.
Der grundlegendste Spartipp betrifft die Routenplanung. Wer von Norddeutschland nach Kopenhagen möchte, kann über die Vogelfluglinie (Puttgarden, Rødby) fahren und umgeht den Storebælt komplett. Die Fährüberfahrt kostet je nach Buchung zwischen 35 und 60 EUR pro PKW, ist also vergleichbar mit der Brückenmaut, spart aber unter Umständen Sprit und Zeit.
Umgekehrt gilt: Wer von Hamburg Richtung Nordjütland fährt, muss weder Brücke noch Fähre bezahlen. Die Strecke über die A7, die deutsch-dänische Grenze und dann die E45 durch Jütland ist komplett mautfrei.
Häufig gestellte Fragen zur Maut in Dänemark
Gibt es eine Autobahnmaut in Dänemark?
Nein. Das gesamte dänische Straßennetz inklusive aller Autobahnen ist mautfrei. Gebühren fallen nur an der Storebæltbrücke und der Øresundbrücke an.
Kann ich an der Storebæltbrücke mit Euro bezahlen?
Bargeld wird am Storebælt nur in DKK akzeptiert. Die einfachste Zahlungsmethode für deutsche Reisende ist die Kredit- oder Debitkarte. Visa, Mastercard und die meisten EC-Karten (Maestro/V-Pay) werden akzeptiert.
Lohnt sich der BroBizz für Urlauber?
Für die einmalige Hin- und Rückfahrt im Jahresurlaub eher nicht. Die Jahresgebühr und der einmalige Anschaffungspreis übersteigen die Ersparnis. Ab zwei bis drei Überfahrten pro Jahr rechnet sich der Transponder.
Wie vermeide ich die Storebæltmaut komplett?
Über die Vogelfluglinie (Puttgarden, Rødby) erreichst du Seeland und Kopenhagen, ohne den Storebælt zu überqueren. Alternativ fährst du mit der Fähre von Rostock nach Gedser. Beide Routen führen über Lolland/Falster und dann über die mautfreie Storstrømsbrücke nach Seeland.
Was kostet die Øresundbrücke für einen PKW mit Wohnwagen?
Ein PKW-Gespann mit Wohnwagen (Gesamtlänge bis 15 m) kostet auf der Øresundbrücke 790 DKK pro einfache Fahrt, umgerechnet rund 106 EUR. Die günstigere Alternative ist die Fähre Helsingør, Helsingborg.
Ähnliche Artikel
Weiterführende Informationen
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026