Golfen in Dänemark
Dänemark taucht in den Ranglisten der großen Golfmagazine selten auf. Kein Augusta National, kein St. Andrews, kein Valderrama. Und genau das ist der Reiz. Wer hier Golf spielt, teilt den Platz nicht mit Hunderten von Touristen, zahlt einen Bruchteil der Greenfees bekannter Golfnationen und spielt auf Plätzen, die landschaftlich mit den besten Europas mithalten können. Über 180 Golfplätze verteilen sich über das kleine Land, viele davon an der Küste, mit Blick auf Nordsee, Ostsee oder einen der zahlreichen Fjorde.
Ich habe an einem Juniabend auf dem Ebeltoft Golfklub gespielt, als die Sonne um halb zehn noch über dem Kattegat stand und der Ball im goldenen Abendlicht flog. An Loch 7, einem Par-3 direkt an der Küste, konnte ich Schweinswale in der Bucht beobachten, während ich den Schläger wählte. Solche Momente gibt es in Dänemark häufiger, als man denkt. Die langen Sommertage erlauben Runden bis spät in den Abend, und die entspannte dänische Mentalität macht das Golfen hier zu einem vergnüglichen Erlebnis ohne den Druck, den manche Golfkulturen mit sich bringen.
Die dänische Golfszene hat in den letzten zwanzig Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung genommen. Etwa 150.000 Dänen spielen Golf, das sind knapp drei Prozent der Bevölkerung. Die Plätze sind gepflegt, die Infrastruktur modern, und die Atmosphäre ist einladend. Gastspieler sind willkommen, und ein Handicap-Ausweis ist zwar erwünscht, aber auf vielen Plätzen keine zwingende Voraussetzung.
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Warum Dänemark ein Golfland ist
Das dänische Terrain ist wie geschaffen für Golf. Die sanft gewellte Landschaft, die Dünen an den Küsten, die Heideflächen in Mitteljütland und die parkartigen Wälder auf den Inseln bieten eine Vielfalt an Spielbedingungen, die man in so einem kleinen Land nicht erwarten würde. Die Böden sind überwiegend sandig und entwässern gut, sodass die Plätze selbst nach Regen schnell wieder bespielbar sind.
Der Wind ist der ständige Begleiter des dänischen Golfers. An der Westküste Jütlands kann er kräftig wehen und das Spiel erheblich beeinflussen. Wer seine Links-Golf-Fähigkeiten testen will, findet hier ideale Bedingungen. An der Ostküste und auf den Inseln ist der Wind moderater, und die geschützteren Plätze ermöglichen ein entspannteres Spiel.
Die Saison in Dänemark reicht von April bis Oktober, wobei Mai bis September die besten Monate sind. Im Hochsommer bieten die langen nordischen Tage die Möglichkeit, bis 21 oder sogar 22 Uhr zu spielen. Ein Twilight-Golf an einem dänischen Juniabend, wenn die Sonne erst kurz vor Mitternacht untergeht, gehört zu den besonderen Erlebnissen des nordischen Golfs.
Die Zugänglichkeit ist ein weiterer Pluspunkt. Anders als in manchen anderen Ländern, in denen Golf einen elitären Ruf hat, sind dänische Golfklubs offen und gastfreundlich. Die meisten Plätze heißen Gastspieler willkommen und bieten Leihausrüstung an. Auf einigen Plätzen gibt es Pay-and-Play-Angebote, bei denen man ohne Clubmitgliedschaft und ohne Handicap spielen kann.
Die schönsten Golfplätze
The Scandinavian bei Farum nördlich von Kopenhagen ist der bekannteste Golfplatz Dänemarks. Hier wird die Made in HimmerLand (ehemals Made in Denmark) ausgetragen, das einzige dänische Turnier auf der European Tour. Der Platz wurde von Robert Trent Jones Jr. entworfen und bietet zwei 18-Loch-Kurse: den „Old Course" und den „New Course". Die Greenfees liegen bei 600 bis 900 DKK (81 bis 121 Euro) je nach Kurs und Tageszeit.
Himmerland Golf & Spa Resort in Nordjütland hat drei Plätze und gehört zu den größten Golfresorts Skandinaviens. Der Backtee-Kurs ist lang und anspruchsvoll, während der Küstenkurs landschaftlich reizvoller ist. Das Resort bietet auch Spa, Restaurants und Unterkünfte, was es zu einem idealen Ziel für einen mehrtägigen Golfurlaub macht. Greenfees: 400 bis 700 DKK (54 bis 94 Euro).
Holstebro Golfklub in Mitteljütland liegt in einer hügeligen Heidelandschaft und wurde vom schwedischen Architekten Peter Nordwall entworfen. Der Platz ist technisch anspruchsvoll, mit engen Fairways, die durch Heide und Wald führen. Die Atmosphäre ist ruhig, und man spielt oft weitgehend ungestört. Greenfee: 350 bis 500 DKK (47 bis 67 Euro).
Esbjerg Golfklub an der Westküste bietet einen echten Links-Kurs auf Dünengelände. Der Wind von der Nordsee ist hier ein ständiger Faktor. Die Fairways schlängeln sich zwischen den Dünen hindurch, und die Grüns sind schnell und wellig. Ein Platz, der an die schottischen Links erinnert, zu einem Bruchteil des Preises. Greenfee: 300 bis 450 DKK (40 bis 60 Euro).
Vejle Golfklub liegt in einem der schönsten Täler Jütlands und bietet einen abwechslungsreichen Waldkurs mit Höhenunterschieden, die für dänische Verhältnisse stark sind. Der Platz hat 27 Löcher und eine sehr gute Gastronomie im Klubhaus. Greenfee: 400 bis 550 DKK (54 bis 74 Euro).
Links-Golf an der Küste
Die Küstengolfplätze Dänemarks sind das bestgehütete Geheimnis der nordischen Golfszene. Links-Golf, also Golf auf den natürlichen Sanddünen entlang der Küste, hat in Dänemark eine wachsende Anhängerschaft. Die Plätze sind nicht so berühmt wie ihre schottischen oder irischen Pendants, aber die Spielbedingungen sind vergleichbar, und die Preise sind deutlich niedriger.
Fanø Golf Links auf der Nordseeinsel Fanø ist der vielleicht authentischste Links-Kurs Dänemarks. Die neun Löcher liegen direkt hinter den Dünen, ohne einen einzigen Baum, dafür mit ständigem Wind und Blick auf die Nordsee. Der Platz ist einfach und unkompliziert, ohne Schnickschnack, genau wie die Insel selbst. Greenfee: 250 DKK (34 Euro) für 18 Löcher (zwei Runden à 9).
Nordvestjysk Golfklub bei Thisted liegt oberhalb der Klippen am Limfjord und bietet von mehreren Abschlägen Panoramablicke über den Fjord. Die vorderen neun Löcher spielen sich auf offener Heide, die hinteren neun führen durch ein bewaldetes Tal. Der Kontrast ist reizvoll und verlangt unterschiedliche Spielstrategien. Greenfee: 300 DKK (40 Euro).
Hirtshals Golfklub am nördlichsten Punkt Jütlands ist ein Platz für Naturalisten. Die Fairways liegen in einer Dünenlandschaft mit Heidekraut und Strandhafer, und der Wind von der Nordsee macht jede Runde anders. Der Platz ist kurz, aber trickreich. Wer hier mit einem guten Score nach Hause kommt, hat ehrlich gespielt. Greenfee: 250 bis 350 DKK (34 bis 47 Euro).
Golf auf den Inseln
Bornholm hat drei Golfplätze, von denen der Bornholms Golfklub in Rønne der bekannteste ist. Der 18-Loch-Kurs liegt in einer parkartigen Landschaft mit alten Bäumen und Blick auf die Ostsee. Die Inselatmosphäre macht das Golfen hier besonders entspannt. Nach der Runde kann man den Nachmittag an einem der Sandstrände verbringen oder die Rundkirchen der Insel besichtigen. Greenfee: 350 bis 450 DKK (47 bis 60 Euro).
Auf Seeland gibt es die größte Dichte an Golfplätzen, mit über 40 Anlagen auf der Insel. Neben dem bereits erwähnten The Scandinavian sind der Københavns Golf Klub und der Rungsted Golf Klub empfehlenswert. Beide liegen im grünen Gürtel nördlich von Kopenhagen und verbinden anspruchsvolle Kurse mit einer eleganten Clubatmosphäre. Greenfees: 500 bis 800 DKK (67 bis 108 Euro).
Auf Fünen bietet der Odense Golfklub einen anspruchsvollen 18-Loch-Kurs im hügeligen Gelände südlich der Stadt. Der Langelands Golfklub auf der kleinen Insel Langeland ist für sein entspanntes Ambiente und die familienfreundliche Atmosphäre bekannt. Hier spielt man zwischen Obstwiesen und Feldern, mit gelegentlichem Blick auf den Großen Belt. Greenfee: 250 bis 350 DKK (34 bis 47 Euro).
Greenfees und Mitgliedschaften
Die Greenfees in Dänemark sind im europäischen Vergleich moderat. Für eine 18-Loch-Runde zahlt man je nach Platz und Saison zwischen 250 und 900 DKK (34 bis 121 Euro). Die günstigsten Plätze sind die kleineren Klubanlagen in ländlichen Gebieten, die teuersten die Resortplätze und die Turnierplätze nahe Kopenhagen.
Viele Plätze bieten Twilight-Tarife an, bei denen man ab 15 oder 16 Uhr zu reduzierten Preisen spielen kann. Im dänischen Sommer ist das attraktiv, weil man problemlos noch eine volle Runde schafft. Auch Wochentags-Tarife sind üblich und liegen 20 bis 30 Prozent unter den Wochenendpreisen.
Gastspielvereinbarungen zwischen dänischen Klubs ermöglichen es Mitgliedern, auf Partnerplätzen zu vergünstigten Greenfees zu spielen. Einige Klubs bieten Wochenpässe oder Mehrrundenpakete an, die sich bei einem Golfurlaub lohnen. Ein Fünf-Runden-Pass kostet je nach Platz 1.200 bis 2.500 DKK (161 bis 336 Euro).
Leihausrüstung ist auf den meisten Plätzen verfügbar. Ein Satz Leihschläger kostet 150 bis 300 DKK (20 bis 40 Euro) pro Runde. Elektro-Carts gibt es auf vielen Plätzen für 200 bis 350 DKK (27 bis 47 Euro). Handwagen (Trolleys) sind oft im Greenfee enthalten oder kosten einen symbolischen Betrag von 30 bis 50 DKK (4 bis 7 Euro).
Golfurlaub planen
Ein Golfurlaub in Dänemark lässt sich sehr gut mit anderen Aktivitäten verbinden. Die kurzen Entfernungen im Land bedeuten, dass man jeden Tag auf einem anderen Platz spielen und zwischendurch die Umgebung erkunden kann. Eine Woche an der jütischen Westküste mit drei bis vier Golfrunden und den übrigen Tagen am Strand oder auf dem Fahrrad ist eine bewährte Kombination.
Die Anreise ist unkompliziert. Von Hamburg sind es etwa drei Stunden bis nach Mitteljütland, von Flensburg nur eine Stunde bis zu den ersten Plätzen in Südjütland. Wer fliegt, landet in Billund (Zentraljütland), Aalborg (Nordjütland) oder Kopenhagen (Seeland). Leihwagen sind an allen Flughäfen verfügbar und kosten ab 300 DKK (40 Euro) pro Tag.
Mehrere Reiseveranstalter bieten Golfpakete an, die Unterkunft, Greenfees und teilweise auch Transfer beinhalten. Ein typisches Paket für eine Woche mit Ferienhaus und vier Greenfees kostet ab etwa 4.000 DKK (538 Euro) pro Person. Resortpakete in Himmerland oder Vejle beginnen bei 6.000 DKK (807 Euro) für vier Nächte mit Halbpension und drei Greenfees.
Golf und Ferienhaus kombinieren
Die Kombination aus Golf und Ferienhaus ist die beliebteste Art, einen Golfurlaub in Dänemark zu verbringen. Die meisten Ferienhausgebiete liegen in der Nähe von Golfplätzen, sodass man morgens eine Runde spielen und nachmittags am Pool oder am Strand entspannen kann. Im Ferienhausverzeichnis lassen sich Häuser nach der Entfernung zum nächsten Golfplatz filtern.
Besonders die Gebiete um Blåvand, Hvide Sande und Løkken an der Westküste bieten eine gute Kombination aus Ferienhausqualität und Golfplätzen in Reichweite. In Blåvand liegt der Golfplatz nur wenige Minuten von den Ferienhäusern entfernt. In Løkken kann man nach der Runde auf dem Løkken Golfklub zum Sonnenuntergang an den Strand fahren.
Einige Ferienhausanbieter haben Kooperationen mit lokalen Golfklubs und bieten vergünstigte Greenfees oder Pakete an. Es lohnt sich, bei der Buchung danach zu fragen. Auch der dänische Golfverband (Dansk Golf Union) veröffentlicht auf seiner Website eine Karte aller Plätze mit Gastspieloptionen, die bei der Urlaubsplanung hilft.
Dänemark ist kein Land, in das man wegen des Golfs reist. Man reist hin und stellt fest, dass es dort Golf gibt, der besser ist, als man erwartet hat. Und dann kommt man wieder, weil die Mischung aus Küste, Wind, Heide und entspannter Atmosphäre etwas hat, das man anderswo nicht findet.
Häufig gestellte Fragen
Braucht man ein Handicap, um in Dänemark Golf zu spielen?
Auf den meisten dänischen Plätzen wird ein gültiger Handicap-Ausweis erwartet, ist aber nicht zwingend erforderlich. Einige Plätze bieten Pay-and-Play-Optionen ohne Handicap-Nachweis an. Es empfiehlt sich, vorher beim Klub anzufragen. Anfänger können auf den meisten Driving Ranges und Par-3-Plätzen ohne Handicap spielen.
Was kostet eine Golfrunde in Dänemark durchschnittlich?
Ein durchschnittliches Greenfee für 18 Löcher liegt bei 350 bis 500 DKK (47 bis 67 Euro). Günstigere Plätze gibt es ab 250 DKK (34 Euro), die teuersten Resortplätze kosten bis zu 900 DKK (121 Euro). Twilight-Tarife und Wochentagstarife sind 20 bis 30 Prozent günstiger.
Kann man in Dänemark Golfschläger ausleihen?
Ja, die meisten größeren Golfklubs bieten Leihschläger an. Ein kompletter Satz kostet 150 bis 300 DKK (20 bis 40 Euro) pro Runde. Die Qualität variiert, liegt aber in der Regel auf einem brauchbaren Niveau. Wer regelmäßig spielt, sollte besser eigene Schläger mitbringen.
Welche Jahreszeit ist am besten zum Golfen in Dänemark?
Die Hauptsaison läuft von Mai bis September. Juni und Juli bieten die längsten Tage und die besten Wetterbedingungen. Der Frühling (April/Mai) kann noch kühl sein, bietet aber günstigere Greenfees und leere Plätze. Im Herbst (September/Oktober) sind die Plätze in bestem Zustand, und die Farben der Natur sind wild.
Gibt es Golfplätze in der Nähe von Kopenhagen?
Ja, im Großraum Kopenhagen und auf Nordseeland gibt es über 20 Golfplätze. The Scandinavian bei Farum, Københavns Golf Klub und Rungsted Golf Klub sind die bekanntesten. Alle sind in 20 bis 40 Minuten vom Stadtzentrum erreichbar. Auch der Simon's Golf Klub auf Amager liegt nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026