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Schloss Frederiksborg
Dänemarks größtes Renaissanceschloss in Hillerød

Schloss Frederiksborg

11 Min. Lesezeit

Auf drei kleinen Inseln im Schlosssee von Hillerød erhebt sich ein Bauwerk, das in Nordeuropa seinesgleichen sucht. Schloss Frederiksborg ist das größte Renaissanceschloss Dänemarks und eines der bedeutendsten Europas. Mit seinen roten Backsteinfassaden, kupfergrünen Türmen und dem weiten Barockgarten verbindet es königliche Pracht mit einer Geschichte, die über 400 Jahre zurückreicht.

Heute beherbergt das Schloss das Nationalhistorische Museum und erzählt die Geschichte des dänischen Königreichs von der Reformationszeit bis in die Gegenwart. Für Besucher, die einen Tagesausflug von Kopenhagen aus planen, ist Frederiksborg eines der lohnendsten Ziele auf Seeland.

Geschichte des Schlosses

Die Geschichte von Frederiksborg beginnt im frühen 16. Jahrhundert. König Frederik II. erwarb 1560 ein Herrenhaus auf der Seeinsel und baute es zu einem Jagdschloss aus. Seinen Namen erhielt das Anwesen nach ihm. Doch erst sein Sohn, König Christian IV. machte aus dem bescheidenen Herrensitz das prachtvolle Schloss, das heute zu sehen ist.

Christian IV. ließ zwischen 1602 und 1620 den gesamten Vorgängerbau abreißen und durch einen Neubau im Stil der niederländischen Renaissance ersetzen. Der König war ein leidenschaftlicher Bauherr, der persönlich in die Planungen eingriff. Er wollte ein Schloss, das mit den großen Palästen Europas mithalten konnte, und er schaffte es.

Über Jahrhunderte diente Frederiksborg als königliche Residenz und Krönungsschloss. Hier wurden die absolutistischen Könige Dänemarks gesalbt und die prunkvollen Krönungszeremonien abgehalten. Das Schloss war das politische und zeremonielle Zentrum des dänischen Königreichs.

Schloss Frederiksborg Außenansicht mit Schlosstor und Türmen
Die imposante Außenansicht von Schloss Frederiksborg mit seinen markanten Türmen (KI-generiert)

Am 17. Dezember 1859 brach eine Katastrophe über Frederiksborg herein. Ein Feuer, das im Heizungssystem des Rittersaals entstand, breitete sich rasend schnell aus und zerstörte große Teile des Schlosses. Die Schlosskirche und der Audienzsaal im Südflügel blieben verschont, aber der Haupttrakt mit dem berühmten Rittersaal brannte aus.

Der Wiederaufbau wurde zu einem nationalen Projekt. Der Brauereimagnat J.C. Jacobsen, Gründer von Carlsberg, übernahm die Finanzierung unter der Bedingung, dass das Schloss künftig als Museum für dänische Geschichte dienen sollte. Die Restaurierung dauerte bis 1884 und hielt sich weitgehend an das historische Vorbild. Seit der Wiedereröffnung ist Frederiksborg Heimat des Nationalhistorischen Museums.

Architektur und Außenanlage

Schloss Frederiksborg am Schlosssee in Hillerød
Die Lage auf drei Inseln im Schlosssee macht Frederiksborg besonders schön (KI-generiert)

Frederiksborg erstreckt sich über drei Inseln im Schlosssee. Du betrittst die Anlage über eine Brücke, die zur ersten Insel mit dem Torhaus führt. Von dort geht es weiter über den äußeren Schlosshof zur zweiten Insel mit dem Hauptgebäude. Die dritte Insel trägt einen Teil der Gartenanlagen.

Der Baustil ist typisch niederländische Renaissance: rote Backsteinmauern, verziert mit Bändern aus hellem Sandstein. Die Türme tragen charakteristische Kupferdächer, die im Laufe der Jahrhunderte ihre grüne Patina angenommen haben. Die Symmetrie der Fassaden, die Giebel mit ihren Schnörkeln und die schlanken Turmspitzen geben dem Schloss seine unverwechselbare Silhouette.

Der innere Schlosshof ist ein geschlossener Raum von starker Wirkung. In seiner Mitte steht ein Neptunbrunnen, eine Rekonstruktion des Originals, das 1659 von schwedischen Truppen als Kriegsbeute verschleppt wurde. Der heutige Brunnen wurde 1888 nach alten Zeichnungen nachgebaut und zeigt Neptun, umgeben von Meeresgottheiten und Fabelwesen.

Von der Seeseite aus betrachtet bietet das Schloss den schönsten Anblick. Die gesamte Anlage spiegelt sich bei ruhigem Wasser im See, und das Bild von Frederiksborg mit der Spiegelung ist eines der bekanntesten Fotomotive Dänemarks. Der Rundweg um den See dauert etwa 30 Minuten und lohnt sich zu jeder Jahreszeit.

Das Nationalhistorische Museum

Prunksaal im Schloss Frederiksborg mit Gemälden und Wandteppichen
Der Rittersaal gehört zu den prächtigsten Räumen des Schlosses (KI-generiert)

Das Museum im Schloss erzählt die dänische Geschichte in chronologischer Reihenfolge, verteilt über rund 80 Räume auf drei Etagen. Du beginnst im Erdgeschoss mit dem Mittelalter und der Reformation und arbeitest dich durch die Jahrhunderte nach oben. Die oberste Etage behandelt das 20. und 21. Jahrhundert.

Die Sammlung umfasst Gemälde, Porträts, Möbel, Wandteppiche und historische Gegenstände. Besonders eindrucksvoll sind die großformatigen Historiengemälde, die wichtige Momente der dänischen Geschichte darstellen: Schlachten, Krönungen, Vertragsunterzeichnungen. Die Porträtsammlung zeigt Könige, Adlige und bedeutende Persönlichkeiten vom 16. Jahrhundert bis heute.

Der Rittersaal im ersten Obergeschoss ist der Höhepunkt jedes Besuchs. Er wurde nach dem Brand von 1859 originalgetreu wiederhergestellt und beeindruckt durch seine schiere Größe, die geschnitzte Holzdecke und die Wandteppiche. Hier fanden die Krönungsfestlichkeiten statt, hier wurden Ritterorden verliehen und diplomatische Empfänge gegeben.

Die Schlosskirche überstand den Brand unbeschadet und ist im Originalzustand von Christian IV. erhalten. Sie gilt als einer der besterhaltenen Renaissanceräume Skandinaviens. Das Altarbild, die Orgel aus dem 17. Jahrhundert und die Kanzel aus Ebenholz und Silber sind Meisterwerke der Handwerkskunst. In der Kirche wurden bis 1840 die Ritter des Elefantenordens und des Dannebrogordens eingesetzt.

Für den Museumsbesuch solltest du mindestens zwei bis drei Stunden einplanen. Wer sich für Geschichte interessiert, kann leicht einen halben Tag hier verbringen. Audioguides in Deutsch sind an der Kasse erhältlich und helfen dabei, die wichtigsten Exponate zu verstehen.

Der Barockgarten

Barockgarten von Schloss Frederiksborg mit geometrischen Hecken
Der Barockgarten wurde im 18. Jahrhundert angelegt und später rekonstruiert (KI-generiert)

Hinter dem Schloss, auf der gegenüberliegenden Seite des Sees, erstreckt sich der Barockgarten. Er wurde in den 1720er Jahren unter König Frederik IV. angelegt und folgt dem französischen Vorbild mit strengen geometrischen Formen, beschnittenen Hecken und Kaskaden.

Im 19. Jahrhundert verfiel der Garten und wurde im englischen Landschaftsstil umgestaltet. Erst in den 1990er Jahren entschied man sich, den barocken Originalzustand wiederherzustellen. Die Rekonstruktion dauerte bis 2013 und das Ergebnis ist stark. Von der Terrasse am oberen Ende des Gartens hast du einen weiten Blick über die symmetrischen Beete hinab zum See und zum Schloss.

Der Garten ist kostenlos zugänglich und ganzjährig geöffnet. Im Frühling blühen Tausende Tulpen in den Beeten, im Sommer duften Rosen und Lavendel, im Herbst leuchtet das Laub der alten Bäume und im Winter liegt manchmal Schnee auf den Hecken. Jede Jahreszeit hat ihren Reiz.

Neben dem Barockgarten gibt es einen weitläufigen Schlosspark mit altem Baumbestand und verschlungenen Wegen. Hier kannst du spazieren gehen, picknicken oder einfach auf einer Bank sitzen und den Blick über den See genießen. Enten, Schwäne und Graureiher bevölkern das Ufer und sorgen für eine friedliche Atmosphäre.

Eintritt und Öffnungszeiten

Museumsbesucher in einer Galerie von Schloss Frederiksborg
Das Nationalhistorische Museum erzählt über 500 Jahre dänische Geschichte (KI-generiert)

Das Museum ist ganzjährig geöffnet. Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison:

  • April bis Oktober: täglich 10 bis 17 Uhr
  • November bis März: täglich 11 bis 15 Uhr

Die Eintrittspreise (Stand 2026):

Kategorie Preis (DKK) ca. EUR
Erwachsene 90 DKK 12 EUR
Studenten (mit Ausweis) 70 DKK 9 EUR
Kinder (6 bis 15 Jahre) 30 DKK 4 EUR
Kinder unter 6 Jahren gratis gratis

Der Barockgarten und der Schlosspark sind kostenfrei zugänglich. Parkplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe des Schlosses und kosten eine geringe Parkgebühr. Am Wochenende und in den Sommermonaten kann der Parkplatz voll werden; dann weiche auf den größeren Parkplatz am Badesøvej aus.

Anfahrt und praktische Tipps

Schloss Frederiksborg liegt in Hillerød, etwa 35 Kilometer nördlich von Kopenhagen. Die einfachste Anfahrt von Kopenhagen aus ist mit dem Zug. Vom Hauptbahnhof (København H) fährt die S-Bahn-Linie A bis zur Endstation Hillerød. Die Fahrt dauert rund 40 Minuten. Vom Bahnhof Hillerød sind es dann 15 Minuten zu Fuß durch die Fußgängerzone bis zum Schloss.

Mit dem Auto erreichst du Hillerød über die E47 (Helsingørmotorvejen) oder die E55. Aus Richtung Deutschland kommend fährst du über die E47 Richtung Helsingør und biegst bei Hillerød ab. Die Fahrt von Kopenhagen dauert je nach Verkehr 30 bis 50 Minuten.

Ein paar praktische Hinweise für den Besuch: Im Schloss selbst gibt es ein Café, das Getränke und leichte Mahlzeiten anbietet. In Hillerøds Fußgängerzone findest du weitere Restaurants und Cafés. Fotografieren ohne Blitz ist in den meisten Museumsräumen erlaubt. Das Schloss ist teilweise barrierefrei, allerdings gibt es in den historischen Gebäudeteilen Treppen ohne Aufzug.

Ein Tagesausflug lässt sich gut mit einem Besuch im nahen Schloss Fredensborg verbinden, der Sommerresidenz der dänischen Königsfamilie. Es liegt nur 10 Kilometer östlich von Hillerød am Esrum-See. Die Gärten sind öffentlich zugänglich, das Schloss selbst nur zu bestimmten Zeiten im Juli.

Weitere Schlösser in der Nähe

Nordseeland ist eine Region voller königlicher Bauwerke. Neben Frederiksborg und Fredensborg lohnt sich ein Abstecher zum Schloss Kronborg in Helsingør, das als Hamlets Schloss aus Shakespeares Tragödie weltberühmt wurde. Kronborg ist UNESCO-Welterbe und liegt direkt am Øresund mit Blick auf das schwedische Helsingborg.

Eine Schlössertour durch Nordseeland lässt sich an einem langen Tag bewältigen: morgens Frederiksborg, nachmittags Kronborg, abends zurück nach Kopenhagen. Wer mehr Zeit hat, übernachtet in Hillerød oder Helsingør und erkundet die Region in Ruhe. Die Landschaft zwischen den Schlössern ist hügelig und bewaldet, ganz anders als das flache Westdänemark.

Für Familien mit Kindern ist Frederiksborg gut geeignet. Die Museumsräume sind abwechslungsreich gestaltet und es gibt immer wieder Rüstungen, Waffen und Schiffsmodelle, die auch jüngere Besucher ansprechen. Der Schlosspark mit dem See bietet Platz zum Toben und die Enten am Ufer lassen sich füttern.

Häufig gestellte Fragen zu Schloss Frederiksborg

Wie lange dauert ein Besuch in Schloss Frederiksborg?

Für das Museum solltest du mindestens zwei bis drei Stunden einplanen. Mit Barockgarten, Schlosspark und einer Pause im Café wird daraus leicht ein halber Tag. Für einen umfassenden Besuch inklusive Rundweg um den See rechne mit vier bis fünf Stunden.

Gibt es einen Audioguide auf Deutsch?

Ja. An der Kasse kannst du einen Audioguide in mehreren Sprachen ausleihen, darunter Deutsch. Es gibt auch eine App, die du vor dem Besuch auf dein Smartphone herunterladen kannst. Die Texte in den Ausstellungsräumen sind auf Dänisch und Englisch.

Ist Schloss Frederiksborg für Kinder geeignet?

Ja. Die prunkvolle Ausstattung, die Ritterrüstungen und die Geschichte der Könige sprechen auch Kinder an. Im Schlosspark können sie herumrennen und der See mit den Schwänen ist ein Anziehungspunkt. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt.

Wie komme ich von Kopenhagen nach Frederiksborg?

Am einfachsten mit der S-Bahn Linie A bis Hillerød (ca. 40 Minuten). Vom Bahnhof sind es 15 Minuten zu Fuß. Mit dem Auto dauert die Fahrt 30 bis 50 Minuten über die E47. Parkplätze sind in Schlossnähe vorhanden.

Ist der Barockgarten kostenlos?

Ja. Der Barockgarten und der gesamte Schlosspark sind ganzjährig kostenfrei zugänglich. Nur für das Museum im Schloss wird Eintritt verlangt. Der Garten allein ist schon einen Besuch wert, besonders im Frühling und Sommer.

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Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026