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Bezahlen in Dänemark
Krone, MobilePay und praktische Tipps für Reisende

Bezahlen in Dänemark

10 Min. Lesezeit

Dänemark gehört zur Europäischen Union, hat sich aber bewusst gegen die Einführung des Euro entschieden. Bezahlt wird mit der Dänischen Krone, abgekürzt DKK. Für deutsche Urlaüber bedeutet das einen zusätzlichen Schritt in der Reisevorbereitung, denn irgendjemand muss sich um den Geldwechsel kümmern. Die gute Nachricht: In der Praxis brauchst du kaum Bargeld. Dänemark ist eines der am stärksten digitalisierten Länder Europas und Kartenzahlung funktioniert selbst am Hotdog-Stand.

Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die du vor deiner Reise wissen solltest. Welche Karten werden akzeptiert? Lohnt sich MobilePay für Touristen? Und wie teuer ist Dänemark eigentlich im Vergleich zu Deutschland? Dieser Ratgeber beantwortet alle Fragen rund ums Bezahlen im nördlichen Nachbarland.

Die dänische Krone

Dänische Kronen Münzen und Scheine
Die dänische Krone ist seit 1875 die offizielle Währung Dänemarks (KI-generiert)

Die Dänische Krone (Dansk krone) ist seit 1875 die Landeswährung. Eine Krone unterteilt sich in 100 Øre, wobei die kleinste im Umlauf befindliche Münze inzwischen die 50-Øre-Münze ist. Kleinere Øre-Münzen wurden bereits vor Jahren abgeschafft. An der Kasse wird deshalb auf die nächsten 50 Øre gerundet.

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Der Wechselkurs ist bemerkenswert stabil. Dänemark hat seine Krone an den Euro gekoppelt und die Nationalbank sorgt dafür, dass der Kurs nur minimal schwankt. 1 Euro entspricht etwa 7,46 DKK. Umgekehrt ausgedrückt: 1 DKK sind rund 0,13 EUR. Für eine schnelle Umrechnung im Kopf teilst du den DKK-Betrag einfach durch 7,5, das kommt dem tatsächlichen Kurs sehr nahe.

Im Umlauf sind Münzen zu 50 Øre sowie 1, 2, 5, 10 und 20 Kronen. Die Banknoten gibt es in den Stückelungen 50, 100, 200, 500 und 1000 Kronen. Die Scheine zeigen auf der Vorderseite dänische Brücken und auf der Rückseite archäologische Funde aus der Vorzeit. Besonders hübsch ist der 50-Kronen-Schein mit der Sallingsundbrücke.

Ein Volksabstimmung im Jahr 2000 entschied mit knapper Mehrheit gegen den Euro. Seitdem hat sich an dieser Haltung wenig geändert. Die Dänen mögen ihre Krone, auch wenn im Alltag immer weniger Bargeld benutzt wird.

Kartenzahlung überall

Kontaktloses Bezahlen mit Karte in einem dänischen Geschäft
Kontaktloses Bezahlen mit Karte funktioniert in Dänemark fast überall (KI-generiert)

Dänemark ist ein Paradies für alle, die ungern Bargeld mit sich herumtragen. Ob im Supermarkt, im Restaurant, am Kiosk, an der Tankstelle oder sogar am Straßenstand mit frischen Erdbeeren: Fast überall kannst du mit Karte bezahlen. Viele Geschäfte akzeptieren ausschließlich Kartenzahlung und haben kein Wechselgeld mehr im Haus.

Die wichtigste Karte in Dänemark ist das Dankort, die dänische Debitkarte. Als Tourist hast du die natürlich nicht, aber das ist kein Problem. Visa und Mastercard werden praktisch überall akzeptiert. Die meisten modernen Terminals unterstützen kontaktloses Bezahlen per NFC, also das einfache Dranhalten der Karte oder des Smartphones.

Deutsche EC-Karten mit Maestro-Funktion werden an vielen Terminals ebenfalls akzeptiert. Allerdings hat Mastercard die Maestro-Funktion für neue Karten eingestellt. Wenn deine Bank dir eine Debitkarte mit Mastercard- oder Visa-Symbol ausgestellt hat, funktioniert diese wie eine normale Kreditkarte.

Ein wichtiger Hinweis zur Währungsumrechnung: Wenn das Kartenterminal dich fragt, ob du in EUR oder DKK zahlen möchtest, wähle immer DKK. Die sogenannte Dynamic Currency Conversion (DCC) rechnet zwar sofort in Euro um, nutzt dafür aber einen schlechteren Wechselkurs. Deine Hausbank rechnet den DKK-Betrag in der Regel günstiger um.

Manche deutsche Banken verlangen für Kartenzahlungen im Ausland eine Fremdwährungsgebühr von 1 bis 2 Prozent. Es lohnt sich, vor der Reise die Konditionen deiner Bank zu prüfen. Einige Direktbanken und Reisekreditkarten verzichten auf diese Gebühr.

MobilePay: Dänemarks digitale Geldbörse

MobilePay App auf einem Smartphone in Dänemark
MobilePay wird von der großen Mehrheit der Dänen im Alltag genutzt (KI-generiert)

MobilePay ist in Dänemark so verbreitet wie WhatsApp in Deutschland. Die App wurde 2013 von der Danske Bank entwickelt und hat sich seitdem zur beliebtesten Bezahl-App des Landes entwickelt. Über vier Millionen Dänen nutzen MobilePay regelmäßig, das sind mehr als 70 Prozent der Bevölkerung.

Mit MobilePay bezahlst du per Smartphone: im Laden, im Restaurant, am Marktstand, bei der Straßenmusikantin oder wenn du deinem dänischen Vermieter die Ferienhauskaution überweisen möchtest. Du scannst einen QR-Code oder gibst eine Telefonnummer ein, bestätigst den Betrag und fertig.

Für Touristen ist MobilePay allerdings nur eingeschränkt nutzbar. Du benötigst eine dänische, finnische oder norwegische Telefonnummer sowie ein Bankkonto in einem dieser Länder. Als deutscher Urlaüber kannst du die App also nicht einfach herunterladen und loslegen. Apple Pay und Google Pay funktionieren dagegen mit deutschen Karten an den meisten kontaktlosen Terminals.

Im Jahr 2022 fusionierte MobilePay mit dem norwegischen Pendant Vipps. Langfristig soll daraus eine skandinavienweite Bezahllösung entstehen. Bis dahin bleibt MobilePay aber vor allem ein dänisches Phänomen, das den Alltag der Einheimischen durchdringt.

Bargeld in Dänemark

Die Frage, ob du überhaupt Bargeld brauchst, lässt sich mit einem vorsichtigen „fast nie" beantworten. Dänemark bewegt sich mit großen Schritten in Richtung einer bargeldlosen Gesellschaft. Bereits seit 2016 dürfen bestimmte Geschäfte wie Tankstellen nach Ladenschluss die Annahme von Bargeld verweigern. Viele kleine Läden, Cafés und Restaurants haben seitdem komplett auf bargeldlosen Betrieb umgestellt.

Bargeldloses Bezahlen an einem dänischen Straßenstand
Selbst an kleinen Straßenständen wird oft nur noch Kartenzahlung akzeptiert (KI-generiert)

Trotzdem empfehle ich, einen kleinen Betrag in DKK als Reserve dabei zu haben. Es gibt Situationen, in denen Bargeld nützlich ist: auf dem Flohmarkt, beim Eintritt zu manchen Naturattraktionen, bei technischen Problemen mit dem Kartenterminal oder wenn die Internetverbindung ausfällt. Ein Betrag von 200 bis 500 DKK (ca. 27 bis 67 EUR) sollte für Notfälle ausreichen.

Euro werden in Dänemark nur selten akzeptiert. An einigen touristischen Orten in Kopenhagen oder in grenznahen Regionen nehmen manche Geschäfte Euro an, aber der Wechselkurs ist dann deutlich schlechter als der offizielle. Du verlierst dabei unnötig Geld. Es lohnt sich also, vor der Reise einen kleinen Betrag in DKK zu besorgen oder vor Ort am Automaten abzuheben.

Geld wechseln und abheben

Wenn du doch Bargeld benötigst, hast du mehrere Möglichkeiten. Die günstigste ist in der Regel das Abheben am Geldautomaten vor Ort. Dänische Geldautomaten heißen „Hæveautomat" und sind in allen Städten und größeren Orten zu finden. Sie akzeptieren Visa, Mastercard und Maestro-Karten.

Achte beim Abheben wieder auf die Währungsumrechnung: Der Automat bietet dir möglicherweise an, den Betrag direkt in Euro umzurechnen. Lehne das ab und wähle die Auszahlung in DKK. Deine Hausbank gibt dir den besseren Kurs.

Die Gebühren für Auslandsabhebungen variieren je nach Bank. Manche Banken berechnen 5 bis 10 EUR pro Abhebung, andere bieten weltweit kostenlose Abhebungen an. Reisekreditkarten von DKB, Barclays oder ähnlichen Anbietern sind für Skandinavienreisende eine Überlegung wert. Auch manche Sparkassen und Volksbanken haben inzwischen Kontomodelle mit günstigen Auslandsbedingungen.

Wechselstuben findest du in Kopenhagen vor allem rund um den Hauptbahnhof und die Fußgängerzone Strøget. Die Kurse dort sind in Ordnung, aber die Gebühren fressen einen Teil des Vorteils auf. In kleineren Städten gibt es kaum Wechselstuben. Wer in Deutschland vor der Reise Kronen besorgen möchte, kann das bei seiner Hausbank tun. Die Bestellung dauert meist zwei bis drei Werktage.

Preisniveau und typische Kosten

Preise in einem dänischen Supermarkt
Dänemark ist teurer als Deutschland, besonders bei Lebensmitteln und Restaurants (KI-generiert)

Dänemark ist teurer als Deutschland, das steht fest. Aber wie viel teurer? Die Antwort hängt davon ab, was du kaufst. Hier ein paar typische Preise, damit du ein Gefühl bekommst:

  • Cappuccino im Café: 40 bis 55 DKK (ca. 5,50 bis 7,50 EUR)
  • Mittagessen (Smørrebrød im Bistro): 80 bis 130 DKK (ca. 11 bis 17 EUR)
  • Abendessen im Restaurant (Hauptgang): 150 bis 250 DKK (ca. 20 bis 34 EUR)
  • Bier vom Fass (0,5 l): 50 bis 80 DKK (ca. 7 bis 11 EUR)
  • Liter Milch im Supermarkt: 12 bis 15 DKK (ca. 1,60 bis 2 EUR)
  • Packung Butter: 25 bis 35 DKK (ca. 3,50 bis 4,70 EUR)
  • Pølser (Hotdog) am Stand: 35 bis 45 DKK (ca. 4,70 bis 6 EUR)
  • Liter Benzin: 12 bis 14 DKK (ca. 1,60 bis 1,90 EUR)

Alkohol ist in Dänemark günstiger als in Norwegen oder Schweden, aber immer noch teurer als in Deutschland. Die dänische Mehrwertsteuer (moms) beträgt einheitlich 25 Prozent auf alle Waren und Dienstleistungen. Es gibt keinen ermäßigten Satz wie die 7 Prozent in Deutschland für Lebensmittel.

Am besten sparst du beim Einkauf in den großen Supermarktketten wie Netto, Rema 1000, Lidl oder Aldi. Alle vier sind in Dänemark vertreten und bieten vernünftige Preise. Wer ein Ferienhaus in Dänemark mietet und selbst kocht, kann die Urlaubskasse erheblich schonen.

Auf Märkten und in touristischen Gebieten wird nicht gefeilscht. Festpreise sind die Regel. In Secondhand-Läden und auf Flohmärkten kannst du gelegentlich handeln, aber die Bereitschaft dazu ist geringer als etwa in südeuropäischen Ländern.

Trinkgeld in Dänemark

In Dänemark ist Trinkgeld weder üblich noch erwartet. Anders als in Deutschland, wo 5 bis 10 Prozent Trinkgeld zum guten Ton gehören, ist das Servicegeld in Dänemark bereits im Preis enthalten. Kellner, Taxifahrer und Hotelpersonal werden angemessen bezahlt und rechnen nicht mit einem Zuschlag.

Wenn du mit dem Service besonders zufrieden bist, kannst du natürlich gerne aufrunden oder ein kleines Trinkgeld von 5 bis 10 Prozent geben. Es wird dankbar angenommen, aber niemand wird beleidigt sein, wenn du es nicht tust. Manche Restaurants haben inzwischen eine Trinkgeldoption am Kartenterminal. Dort kannst du per Knopfdruck einen Betrag hinzufügen. Das ist vollkommen freiwillig.

In Taxis rundet man gelegentlich auf den nächsten vollen Betrag auf. Bei einem Fahrpreis von 187 DKK gibst du 200 DKK und sagst „det er fint" (das passt so). Pflicht ist das aber keineswegs.

Häufig gestellte Fragen zum Bezahlen in Dänemark

Kann ich in Dänemark mit Euro bezahlen?

Nur in Ausnahmefällen an touristischen Orten. Die offizielle Währung ist die Dänische Krone (DKK). Am besten zahlst du mit Karte oder hebst am Automaten DKK ab. Den Euro als Zahlungsmittel solltest du nicht einplanen.

Brauche ich in Dänemark Bargeld?

Für den normalen Urlaub kaum. Kartenzahlung funktioniert nahezu überall, selbst bei kleinen Beträgen. Eine kleine Bargeldreserve von 200 bis 500 DKK ist trotzdem sinnvoll für Flohmärkte oder technische Ausfälle.

Funktioniert Apple Pay in Dänemark?

Ja. Apple Pay und Google Pay werden an allen Terminals akzeptiert, die kontaktloses Bezahlen per NFC unterstützen. Das sind in Dänemark die allermeisten Geschäfte, Restaurants und Tankstellen.

Was ist der beste Weg, um in Dänemark zu bezahlen?

Am günstigsten ist die kontaktlose Kartenzahlung in DKK mit einer Karte, die keine Fremdwährungsgebühr erhebt. Lehne an Terminals immer die automatische Euro-Umrechnung (DCC) ab und wähle stattdessen DKK.

Wie viel Trinkgeld gibt man in Dänemark?

Trinkgeld ist in Dänemark nicht üblich. Das Servicegeld ist im Preis enthalten. Wenn du möchtest, kannst du bei gutem Service aufrunden oder 5 bis 10 Prozent geben. Erwartet wird es allerdings nicht.

Kann ich MobilePay als Tourist nutzen?

Leider nur eingeschränkt. Für MobilePay benötigst du eine dänische oder skandinavische Telefonnummer und ein passendes Bankkonto. Als Alternative nutzt du Apple Pay oder Google Pay mit deiner deutschen Karte.

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Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026