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Reisekosten Schweden
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Reisekosten Schweden

14 Min. Lesezeit

Nach einer Woche Stockholm im August 2024 habe ich meine Ausgaben zusammengerechnet. 1.247 Euro. Für eine Person. Inklusive Flug, Hotel und alles, was dazugehört. Teuer? Ja. Aber weniger als erwartet. Schweden hat den Ruf, unbezahlbar zu sein. Die Realität ist differenzierter.

Was Schweden kostet, hängt davon ab, wie man reist. Wer im Zelt campt und im Supermarkt einkauft, kommt mit 50 Euro pro Tag aus. Wer Hotels bucht und in Restaurants isst, landet bei 100 bis 150 Euro. Und wer sich nichts versagen will, gibt 200 Euro und mehr aus. Alles möglich, alles planbar.

In diesem Budget-Guide habe ich alle Preise aufgeschlüsselt, die mir in über zwölf Jahren Schweden-Reisen begegnet sind. Stand 2026, in Schwedischen Kronen und Euro. Keine Schätzungen, sondern echte Preise aus echten Rechnungen.

Tipp: Berechne dein persönliches Reisebudget mit unserem Schweden-Reisekostenrechner.

Überblick: Was kostet Schweden?

Schweden ist teurer als Deutschland. Das ist Fakt. Im Eurostat-Vergleich liegen die Verbraucherpreise etwa 25 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Deutschland liegt bei 6 Prozent über dem Durchschnitt. Das bedeutet: Grob gerechnet zahlst du in Schweden 15 bis 20 Prozent mehr als zu Hause.

Aber die schwedische Krone hat in den letzten Jahren an Wert verloren. Stand März 2026 bekommst du für einen Euro etwa 11,5 SEK. Vor fünf Jahren waren es nur 10,3 SEK. Das macht Schweden für Euro-Touristen spürbar günstiger als noch 2020. Ein Abendessen, das 2020 umgerechnet 36 Euro kostete, liegt heute bei 33 Euro -- bei gleichem SEK-Preis.

Die teuersten Posten sind Unterkunft und Restaurantbesuche. Günstig sind dagegen öffentlicher Nahverkehr, Eintritte in die Natur (alles kostenlos dank Jedermannsrecht) und Supermärkte auf dem Land. Wer clever plant, kann in Schweden einen guten Urlaub machen, ohne pleite zu gehen.

Unterkunft: Budget, Mittel und Komfort

Hotelzimmer in einem schwedischen Mittelklassehotel mit hellem Design
Ein typisches Mittelklasse-Hotelzimmer in Schweden: hell, funktional, sauber. Preis: ab 800 SEK pro Nacht. (KI-generiert)

Die Unterkunft frisst den größten Teil des Budgets. In Stockholm kostet ein Doppelzimmer in einem Mittelklassehotel 1.200 bis 2.000 SEK (105 bis 175 Euro) pro Nacht. Außerhalb der Hauptstadt wird es deutlich günstiger: 800 bis 1.200 SEK (70 bis 105 Euro). Die Scandic-Kette liegt im Mittelfeld, oft bei 1.000 bis 1.400 SEK. Nordic Choice (Comfort, Quality, Clarion) ist ähnlich.

Hostels sind die Budget-Option. In Stockholm gibt es STF-Jugendherbergen ab 300 SEK (26 Euro) pro Nacht im Mehrbettzimmer. City Backpackers und Generator Stockholm liegen bei 350 bis 450 SEK. Privatzimmer in Hostels kosten 700 bis 900 SEK -- also nicht viel weniger als ein einfaches Hotel. In kleineren Städten sind STF-Hostels oft die günstigste Option: 250 bis 350 SEK im Dorm.

Ferienhäuser lohnen sich für Familien und Gruppen. Eine Stuga für vier Personen kostet in der Nebensaison ab 3.500 SEK (305 Euro) pro Woche. In der Hauptsaison (Ende Juni bis Mitte August) steigen die Preise auf 6.000 bis 12.000 SEK pro Woche. Auf Novasol und Blocket Bostad findet man die größte Auswahl. Pro Person gerechnet ist das Ferienhaus oft die günstigste Unterkunft.

Campingplätze kosten 200 bis 350 SEK pro Nacht für eine Stellfläche mit Strom. Ohne Strom ab 150 SEK. Wildcampen ist dank Jedermannsrecht kostenlos -- solange man die Regeln beachtet. Ein komplettes Camping-Setup (Zelt, Schlafsack, Kocher) drückt die Übernachtungskosten auf null.

Essen und Restaurants

Schwedisches Dagens Lunch Tagesmenü auf einem Teller in einem Restaurant
Dagens Lunch -- das schwedische Tagesmenü mit Hauptgericht, Salat, Brot und Kaffee für 130 bis 170 SEK. (KI-generiert)

Restaurantpreise in Schweden liegen deutlich über dem deutschen Niveau. Eine Hauptspeise kostet abends 200 bis 350 SEK (17 bis 30 Euro). In gehobenen Restaurants ab 400 SEK. Dazu Getränke, oft kein Leitungswasser automatisch auf dem Tisch -- man muss danach fragen (dann ist es kostenlos).

Der wichtigste Spartipp für Essen: Dagens Lunch. Zwischen 11 und 14 Uhr bieten fast alle Restaurants ein Tagesmenü an. Hauptgericht, Salat vom Buffet, Brot, Butter und Kaffee -- alles inklusive für 130 bis 170 SEK (11 bis 15 Euro). Das ist billiger als ein vergleichbares Mittagessen in München. Abends kostet das gleiche Gericht dann 250 SEK und mehr. Ich esse in Schweden fast immer mittags warm und abends nur einen Snack.

Fast Food ist eine Option, aber auch nicht billig. Ein Big Mac kostet in Schweden 72 SEK (6,30 Euro). Eine große Pizza bei einer Pizzeria um die Ecke 110 bis 140 SEK. Kebab oder Falafel auf die Hand 80 bis 110 SEK. Max Hamburgers, die schwedische Burgerkette, liegt preislich bei McDonald's, schmeckt aber deutlich besser. Mein Tipp.

Kaffee kostet 45 bis 65 SEK (4 bis 5,70 Euro) -- ähnlich wie in deutschen Großstädten. Kanelbullar (Zimtschnecken) dazu: 35 bis 50 SEK. Die Fika kann sich summieren, wenn man sie dreimal täglich macht. Aber das gehört zu Schweden dazu.

Transport: Zug, Bus und Mietwagen

SJ Schnellzug am Bahnsteig in Schweden
SJ-Züge verbinden Schwedens Städte. Frühbucher-Tickets ab 195 SEK für Stockholm--Göteborg. (KI-generiert)

Der Zug ist in Schweden komfortabel, aber nicht billig. Die Strecke Stockholm--Göteborg (3 Stunden, SJ Snabbtåg) kostet regulär 400 bis 700 SEK (35 bis 61 Euro). Frühbucher zahlen ab 195 SEK. Stockholm--Malmö (4,5 Stunden) kostet 500 bis 900 SEK. Die SJ-App zeigt die günstigsten Verbindungen -- früh buchen spart bis zu 70 Prozent.

Fernbusse (FlixBus, Vy Bus) sind die günstigere Alternative. Stockholm--Göteborg ab 149 SEK, Stockholm--Malmö ab 199 SEK. Die Fahrt dauert eine bis zwei Stunden länger als mit dem Zug. Dafür hat man WLAN, Steckdosen und meistens einen freien Sitzplatz.

Mietwagen kosten in der Hauptsaison ab 500 SEK (44 Euro) pro Tag für einen Kleinwagen bei Sixt, Europcar oder Hertz. Inklusive Vollkasko ab 650 SEK. Benzin liegt bei 20 bis 22 SEK pro Liter (1,75 bis 1,90 Euro). Ein Mietwagen lohnt sich für Rundreisen auf dem Land, wo Busse selten fahren. In Stockholm ist er unnötig -- Parkgebühren von 60 SEK pro Stunde in der Innenstadt machen das Auto zum Luxus.

Stockholms Nahverkehr (SL) kostet 42 SEK pro Einzelfahrt. Die 24-Stunden-Karte für 175 SEK rechnet sich ab vier Fahrten. Die 72-Stunden-Karte kostet 350 SEK. In Göteborg (Västtrafik) kosten Einzelfahrten 38 SEK, Tageskarten 115 SEK. Beide Systeme haben gute Apps.

Eintrittspreise und Aktivitäten

Die gute Nachricht: Viele schwedische Museen sind kostenlos. Das Moderna Museet, das Historiska Museet, das Naturhistoriska Riksmuseet und das Nationalmuseum in Stockholm kosten keinen Eintritt. Wer Kultur will, muss in Schweden nicht viel zahlen.

Kostenpflichtig sind: das Vasa-Museum (190 SEK Erwachsene, Kinder frei), ABBA The Museum (280 SEK), Skansen (220 SEK im Sommer), Junibacken (209 SEK) und das Fotografiska (195 SEK). In Göteborg kostet Liseberg 120 SEK Eintritt plus 30 bis 80 SEK pro Fahrgeschäft (oder Wristband für 430 SEK). Das Universeum liegt bei 295 SEK.

Outdoor-Aktivitäten sind oft günstiger als in den Alpenländern. Kajakverleih: ab 400 SEK pro Tag. Geführte Elchsafari: ab 500 SEK. Hundeschlittenfahrt in Lappland: ab 1.500 SEK. Nordlicht-Tour: ab 900 SEK. Wandern ist immer kostenlos. Das Jedermannsrecht erlaubt freien Zugang zu allen Wäldern, Bergen und Seen.

Lebensmittel im Supermarkt

Regal in einem schwedischen ICA-Supermarkt mit Preisschildern
ICA, Coop und Lidl: Die Supermarktpreise in Schweden liegen nur leicht über dem deutschen Niveau. (KI-generiert)

Wer im Ferienhaus oder auf dem Campingplatz kocht, spart erheblich. Die Supermarktpreise in Schweden sind höher als in Deutschland, aber der Unterschied ist kleiner als viele denken. Ein Liter Milch kostet 15 SEK (1,30 Euro), Brot ab 25 SEK, 500 Gramm Nudeln 12 SEK, ein Kilo Hühnerbrust 90 SEK (7,80 Euro). Gemüse und Obst sind saisonabhängig, im Sommer günstiger.

ICA ist die größte Supermarktkette mit der besten Auswahl. Coop ist etwas teurer, hat aber mehr Bio-Produkte. Lidl gibt es in Süd- und Mittelschweden -- die Preise dort sind fast identisch mit deutschen Lidl-Filialen. Willys ist der schwedische Discounter und oft die günstigste Option. Hemköp liegt preislich zwischen ICA und Coop.

Ein konkretes Rechenbeispiel: Ein Abendessen für zwei Personen aus dem Supermarkt -- Lachs, Kartoffeln, Salat, eine Flasche Wasser -- kostet etwa 180 SEK (16 Euro). Das gleiche Essen im Restaurant: 700 SEK (61 Euro). Die Differenz ist gewaltig. Wer jeden zweiten Abend selbst kocht, halbiert die Essenskosten.

Alkohol und Ausgehen

Hier wird Schweden wirklich teuer. Alkohol wird über das staatliche Monopol Systembolaget verkauft und hoch besteuert. Eine Flasche Wein kostet im Systembolaget ab 69 SEK (6 Euro) -- das klingt noch okay. Ein Sixpack Bier (3,5 Prozent) im Supermarkt gibt es ab 60 SEK. Aber stärkeres Bier (über 3,5 Prozent) gibt es nur im Systembolaget, ab 18 SEK pro Dose.

In Bars und Restaurants wird es dann richtig teuer. Ein Bier vom Fass (0,4l) kostet 75 bis 95 SEK (6,50 bis 8,30 Euro). Ein Glas Wein 95 bis 130 SEK. Ein Cocktail 140 bis 180 SEK. Wer einen Abend in Stockholms Bars verbringt, gibt schnell 500 SEK (44 Euro) nur für Getränke aus. Ohne Essen.

Spartipp: Wer Alkohol mitbringen will, kann die EU-Freimenge nutzen. Pro Person darf man 10 Liter Spirituosen, 20 Liter Wein und 110 Liter Bier einführen. Auf der Fähre von Deutschland gibt es Bordshops mit günstigen Preisen. Viele Schweden fahren zum Einkaufen nach Deutschland oder Dänemark -- das sagt alles über das Preisniveau.

Tagesbudgets: 50, 100 und 200 Euro

Zelt an einem schwedischen See mit Campingkocher bei Sonnenuntergang
Budget-Reisen in Schweden: Wildcampen am See, selbst kochen, die Natur genießen. Kosten: fast null. (KI-generiert)

Budget: 50-70 EUR pro Tag (575-805 SEK)

Camping oder Hostel-Dorm (0-300 SEK). Selbst kochen, Dagens Lunch im Restaurant (130 SEK). Öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrrad. Kostenlose Museen und Natur. Kein Alkohol in Bars. Realistisch für Backpacker, Radreisende und Camper.

Mittelklasse: 100-150 EUR pro Tag (1.150-1.725 SEK)

Mittelklassehotel oder Ferienhaus (800-1.200 SEK). Dagens Lunch und ein Restaurantbesuch abends (400-500 SEK). SL-Tageskarte oder Mietwagen (175-500 SEK). Ein bis zwei kostenpflichtige Attraktionen (200-400 SEK). Ein Bier am Abend. Das ist die Kategorie, in die die meisten Urlaüber fallen.

Komfort: 200+ EUR pro Tag (2.300+ SEK)

Vier-Sterne-Hotel oder Boutique-Unterkunft (1.500-2.500 SEK). Frühstück im Hotel, Lunch im Restaurant, Dinner mit Wein (800-1.200 SEK). Taxi oder Mietwagen. Geführte Touren und Premium-Attraktionen. Drinks in Cocktailbars. Wer sich nichts versagen will, landet schnell bei 250 Euro und mehr.

Mein persönliches Budget liegt meistens bei 100 bis 120 Euro pro Tag. Ich übernachte in Mittelklassehotels, esse mittags Dagens Lunch, kaufe abends im Supermarkt ein und gönne mir ein oder zwei kostenpflichtige Aktivitäten. Alkohol trinke ich selten in Bars -- bei den Preisen lohnt sich das Systembolaget.

Ein letzter Spartipp: Stockholm ist am teuersten. Wer sein Budget schonen will, verbringt weniger Zeit in der Hauptstadt und mehr auf dem Land. In Småland, Dalarna oder Norrbotten sind Unterkünfte und Essen deutlich günstiger. Und die Natur gibt es überall kostenlos.

Häufig gestellte Fragen

Ist Schweden teurer als Norwegen?

Nein. Norwegen ist im Durchschnitt 15 bis 20 Prozent teurer als Schweden, besonders bei Unterkunft und Essen. Schweden liegt preislich zwischen Norwegen und Deutschland.

Wann ist Schweden am günstigsten?

In der Nebensaison: September bis November und März bis Mai. Hotels sind dann 30 bis 50 Prozent günstiger als im Sommer. Auch Flüge und Fähren kosten weniger. Im Winter (Dezember bis Februar) steigen die Preise in Lappland wegen der Nordlicht-Saison wieder an.

Wie viel Geld soll ich für zwei Wochen einplanen?

Bei mittlerem Budget: 1.400 bis 2.100 Euro pro Person (100-150 EUR/Tag). Dazu kommen Anreisekosten (Flug ab 80 EUR, Fähre ab 150 EUR). Für ein Paar im Ferienhaus mit Selbstverpflegung reichen auch 1.800 Euro für zwei Wochen zu zweit.

Gibt es Trinkgeld in Schweden?

Trinkgeld ist freiwillig. 5 bis 10 Prozent bei gutem Service im Restaurant sind üblich, aber nicht erwartet. In Cafés und Bars gibt man kein Trinkgeld. Details findest du im Artikel Bezahlen in Schweden.

Sind Lebensmittel in Schweden viel teurer?

Etwa 10 bis 20 Prozent über dem deutschen Niveau. Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch und Nudeln sind ähnlich. Fleisch, Käse und frisches Obst kosten mehr. Wer bei Lidl oder Willys einkauft, merkt kaum einen Unterschied zu deutschen Discountern.

Weitere praktische Infos findest du in unseren Guides zum Bezahlen in Schweden und den Routenvorschlägen.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026