Polarexpedition auf Svalbard
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Der Zodiac-Schlauchboot rumpelt über die Wellen, Gischt sprüht ins Gesicht, und vor mir schiebt sich eine Wand aus blauem Eis dreißig Meter in den Himmel. Der Nordenskioegletscher kalbt. Ein Stück Eis, gross wie ein Kleinwagen, bricht ab und stürzt mit einem Donnergrollen ins Wasser. Die Welle erreicht unser Boot Sekunden später, und alle halten sich fest.
Das war im Juni 2023, auf einer dreitaegigen Expedition von Longyearbyen in den Tempelfjorden. Ich hatte vorher viel über Svalbard gelesen, Dokumentationen gesehen, Reiseberichte verschlungen. Aber nichts bereitet einen wirklich darauf vor, wie sich diese Landschaft anfuehlt. Die Stille zwischen den Gletschern, unterbrochen nur vom Knirschen des Eises. Die Luft, so klar, dass man die Berge am anderen Ende des Fjords greifen zu können glaubt. Und die Gewissheit, dass irgendwo hinter dem nächsten Huegel ein Eisbär wartet.
Svalbard liegt auf 78 Grad Nord, rund 1.300 Kilometer vom Nordpol entfernt. Der Archipel gehört zu Norwegen und ist einer der nördlichsten dauerhaft bewohnten Orte der Erde. Etwa 2.500 Menschen leben hier, die meisten davon in Longyearbyen. Außerhalb der kleinen Siedlung gibt es nichts. Keine Straßen, keine Dörfer, keine Bäume. Nur Gletscher, Permafrost und eine Tierwelt, die sich über Jahrtausende an die extremsten Bedingungen angepasst hat.
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Was ist eine Polarexpedition auf Svalbard?
Eine Polarexpedition auf Svalbard ist kein normaler Urlaub. Es gibt keine Strandliegen, keine Poolbar und keinen Zimmerservice. Stattdessen gibt es Zodiac-Fahrten durch Treibeis, Wanderungen über Moraenenlandschaften, Nächte in Zeltcamps bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und einen bewaffneten Guide, der staendig den Horizont nach Eisbären absucht.
Der Begriff Expedition ist dabei nicht übertrieben. Wer Longyearbyen verlässt, betritt eine Zone, in der es keine Rettungshubschraüber gibt, die in zehn Minuten da sein können. Die nächste Klinik ist Stunden entfernt, Handyempfang existiert nur im Umkreis weniger Kilometer um die Siedlungen, und das Wetter kann innerhalb einer Stunde von Sonnenschein zu einem Schneesturm umschlagen, der jeden Transport unmöglich macht.
Genau das macht den Reiz aus. Svalbard ist einer der letzten Orte in Europa, wo man echte Wildnis erleben kann. Nicht die gezaehmte Version, die man in Nationalparks auf dem Festland findet. Sondern Wildnis, in der der Mensch Gast ist und die Natur die Regeln bestimmt.
Geschichte der Arktisexpeditionen
Svalbard wurde offiziell 1596 vom niederlaendischen Seefahrer Willem Barents entdeckt, obwohl Wikinger und russische Pomoren vermutlich schon Jahrhunderte vorher dort waren. Im 17. und 18. Jahrhundert kamen Walfaenger, die Smeerenburg an der Nordwestküste zum größten Walfanghafen der Welt machten. Tausende Wale wurden hier getoetet und zu Tran verarbeitet. Heute erinnern nur noch Ruinen und Walknochen an diese Zeit.
Im 19. Jahrhundert begann das Zeitalter der großen Arktisexpeditionen. Fridtjof Nansen liess sein Schiff Fram im Packeis einfrieren, um sich zur Nordpolregion treiben zu lassen. Roald Amundsen startete 1926 von Ny-Aalesund auf Svalbard seinen Flug über den Nordpol im Luftschiff Norge. Der Italiener Umberto Nobile versuchte es zwei Jahre später erneut und stuertzte ab. Die Rettungsaktion dauerte Wochen und kostete mehrere Menschenleben, darunter das von Roald Amundsen selbst.
Diese Geschichte ist auf Svalbard allgegenwärtig. In Ny-Aalesund steht noch der Ankermast, an dem Amundsens Luftschiff befestigt war. In Longyearbyen zeigt das Svalbard Museum Artefakte aus der Walfang- und Bergbauzeit. Und wenn man mit dem Boot an den verlassenen Stationen vorbeifaehrt, an Gipshuka, Virgohamna oder Camp Mansfield, dann spürt man die Geister derer, die hier vor hundert Jahren in einer der unwirtlichsten Gegenden der Erde überlebten. Oder eben nicht.
Die Gletscher von Svalbard
Rund 60 Prozent der Landflaeche Svalbards sind von Gletschern bedeckt. Das sind über 36.000 Quadratkilometer Eis. Die größten Gletscher reichen bis ans Meer und bilden dort Steilwaende, die dutzende Meter hoch sind. Austfonna im Nordosten ist mit 8.120 Quadratkilometern der größte Gletscher Europas (nach dem Vatnajoekulll auf Island, je nach Definition).
Was viele Besucher überrascht: Die Gletscher sind nicht weiss, sondern blau. Das verdichtete Eis absorbiert die roten Anteile des Lichts und reflektiert die blauen. Je älter und dichter das Eis, desto intensiver das Blau. An der Abbruchkante sieht man Schichten, die hunderte oder sogar tausende Jahre alt sind, komprimiert zu einer Masse, die hart wie Beton ist.
Die Gletscher schrumpfen. Das ist keine politische Aussage, sondern eine messbare Tatsache. Seit den 1960er Jahren hat Svalbard rund 80 Kubikkilometer Eis verloren. Der Blomstrandbreen, der noch vor dreißig Jahren bis zur Insel Blomstrandhalvoeya reichte, hat sich um mehrere hundert Meter zurückgezogen. Wo früher Eis war, liegen jetzt blanke Felsen und Moraenenschutt.
Für Expeditionsteilnehmer bedeutet das: Was man heute sieht, wird in zwanzig Jahren anders aussehen. Die Gletschertouren auf Svalbard haben deshalb einen touristischen, und auch einen dokumentarischen Wert. Viele Guides zeigen Vergleichsfotos aus früheren Jahrzehnten, und die Veraenderung ist mit blossem Auge sichtbar.
Wichtig: Den Gletschern nie naeher als 200 Meter kommen. Kalbende Gletscher können Eisstücke von mehreren Tonnen ins Wasser schleudern. Die entstehenden Wellen können Boote kentern lassen, selbst in scheinbar sicherer Entfernung. Alle serioeosen Anbieter halten diesen Abstand ein.
Eisbären: Könige der Arktis
Auf Svalbard leben mehr Eisbären als Menschen. Die letzte Zaehlung ergab rund 3.000 Tiere im gesamten Archipel, verteilt auf die verschiedenen Inseln und das Meereis. Die Wahrscheinlichkeit, auf einer mehrtaegigen Expedition mindestens einen Eisbären zu sehen, liegt bei über 90 Prozent. Garantien gibt es nicht, aber die Chancen stehen gut.
Die meisten Sichtungen passieren vom Boot aus. Die Bären halten sich im Sommer haeufig an der Küste auf, wo sie nach Robben jagen oder auf Treibeis warten. Manchmal sieht man sie auf Eisschollen treiben, manchmal schwimmen sie zwischen den Eisbergen. Aus der sicheren Entfernung von hundert Metern wirken sie friedlich, fast gemuetlich. Aber dieser Eindruck taeuscht.
Eisbären sind die größten Landraubtiere der Erde. Ein ausgewachsenes Männchen wiegt bis zu 700 Kilogramm und kann kurzzeitig über 40 Stundenkilometer schnell werden. Sie haben keine natürliche Scheu vor Menschen. Im Gegenteil, sie sind neugierig und naehern sich Camps und Zelten, wenn sie Nahrung wittern. Zwischen 1971 und 2023 gab es auf Svalbard sechs toedliche Angriffe auf Menschen.
Deshalb gilt: Außerhalb der Siedlungen muss man auf Svalbard ein Gewehr bei sich tragen oder von jemandem begleitet werden, der eines hat. Alle Expeditionsguides sind im Umgang mit Waffen ausgebildet und tragen Signalpatronen, Leuchtraketen und ein Gewehr. Das Gewehr ist das letzte Mittel. In den allermeisten Faellen genügen Laerm, Leuchtraketen oder ein Schuss in die Luft, um einen Bären auf Abstand zu halten.
Touren und Anbieter
Tagestouren ab Longyearbyen
Für einen ersten Eindruck reichen die Tagestouren, die von Longyearbyen aus angeboten werden. Eine Bootstour in den Isfjorden dauert sechs bis acht Stunden und fuehrt an Gletscherfronten vorbei, zu Vogelkolonien und mit etwas Glück zu Eisbärensichtungen. Die Preise liegen bei 1.800 bis 3.500 NOK pro Person, je nach Boot und Routenlänge.
Im Winter (Maerz bis Mai) stehen Schneemobiltouren im Vordergrund. Von Longyearbyen aus geht es in die umgebenden Taeler, nach Pyramiden (der verlassenen russischen Bergbausiedlung) oder über die Gletscher ins Landesinnere. Halbtagestouren kosten ab 2.500 NOK, Ganztagestouren ab 4.500 NOK. Wer zum ersten Mal auf einem Schneemobil sitzt, bekommt eine gründliche Einweisung.
Mehrtaegige Expeditionen
Die eigentliche Expedition beginnt, wenn man Longyearbyen für mehrere Tage verlässt. Mehrtaegige Touren fuehren in Gebiete, die für Tagesgaeste unerreichbar sind: an die Nordwestküste zu den historischen Walfangstationen, in die oestlichen Fjorde mit ihren gewaltigen Gletscherfronten oder auf die Nordseite des Archipels, wo das Packeis beginnt.
Die Übernachtung erfolgt je nach Tour in Zeltcamps, Trapperhuetten oder auf einem Expeditionsschiff. Die Zeltcamps sind spartanisch: Zweimannzelte, Schlafsaecke für minus 30 Grad, ein Kocher und Dosenessen. Toiletten gibt es nicht, duschen auch nicht. Man schlaeft in seiner Thermounterwaesche und hofft, dass der Eisbärenwachposten draußen wach bleibt.
Die komfortablere Variante sind Expeditionsschiffe. Mehrere Anbieter fahren mit kleinen Schiffen (12 bis 80 Passagiere) rund um den Archipel. Man schlaeft in einer Kabine, isst im Bordrestaurant und geht für Wanderungen und Zodiac-Touren an Land. Die Klassiker sind die Umrundung Spitzbergens (7 bis 10 Tage) und die Fahrt zur Nordostecke bei Kvitoeya, wo das Wrack von Andrees Ballonexpedition gefunden wurde.
Die besten Anbieter
Auf Svalbard gibt es eine Handvoll Anbieter, die sich auf Expeditionen spezialisiert haben. Hurtigruten Svalbard (früher Spitsbergen Travel) ist der größte und bietet das breiteste Programm, von Tagestouren bis zur einwoechigen Schiffsexpedition. Die Qualität ist solide, die Guides erfahren, die Preise im oberen Segment.
Svalbard Adventures ist kleiner und persoenlicher. Ihre Schneemobiltouren und Hundeschlittentouren gehören zu den besten auf der Insel. Green Dog Svalbard betreibt einen eigenen Hundeschlittenhof und bietet Touren von einer Stunde bis zu fünf Tagen. Better Moments organisiert Fotoreisen mit professionellen Fotografen als Guides.
Meiner Erfahrung nach lohnt es sich, die kleineren Anbieter zu waehlen. Die Gruppen sind kleiner (oft nur 4 bis 8 Personen), die Guides haben mehr Zeit, und die Routen sind flexibler. Wer zum ersten Mal auf Svalbard ist, faehrt mit Hurtigruten Svalbard aber sicher nicht falsch.
Kosten einer Svalbard-Expedition
Svalbard ist teuer. Das muss man vorher wissen und einplanen. Longyearbyen gehört zu den teuersten Orten der Welt, und Expeditionen haben ihren Preis. Hier eine realistische Aufstellung:
Fluege: Oslo nach Longyearbyen und zurück kosten mit SAS oder Norwegian zwischen 3.000 und 6.000 NOK, je nach Buchungszeitpunkt. Direktfluege gibt es taeglich, die Flugzeit betraegt rund drei Stunden.
Unterkunft: Ein Zimmer im Radisson Blu oder im Funken Lodge kostet 1.500 bis 3.000 NOK pro Nacht. Guenstiger geht es in der Coal Miners Cabin (ab 900 NOK) oder im Gjestehuset 102 (ab 700 NOK). Hostelbetten gibt es im Longyearbyen Camping ab 400 NOK.
Touren: Eine Tagestour kostet 1.800 bis 5.000 NOK. Eine dreitaegige Expedition mit Zeltübernachtung liegt bei 12.000 bis 18.000 NOK. Eine Woche auf einem Expeditionsschiff kostet 25.000 bis 80.000 NOK, je nach Kabinenkategorie und Anbieter. Bei Hurtigruten Svalbard beginnen die Preise für eine 5-taegige Schiffsexpedition bei etwa 35.000 NOK pro Person in der guenstigsten Kabine.
Verpflegung: Ein Mittagessen in Longyearbyen kostet 200 bis 350 NOK, ein Abendessen im Restaurant 400 bis 700 NOK. Alkohol ist allerdings deutlich guenstiger als auf dem norwegischen Festland, weil Svalbard eine zollfreie Zone ist. Eine Flasche Wein im Laden kostet 100 bis 200 NOK.
Ausrüstung und Vorbereitung
Die Ausrüstung entscheidet auf Svalbard über Komfort und Sicherheit. Im Sommer liegen die Temperaturen zwischen 0 und 8 Grad, im Winter zwischen minus 10 und minus 30 Grad. Der Wind verstaerkt die Kälte erheblich. Was in der Stadt noch ertraeglich ist, wird auf einem Boot oder Schneemobil schnell unangenehm.
Das Prinzip ist Schichtung. Drei Lagen sind das Minimum: Eine Funktionslage aus Merinowolle oder Synthetik direkt auf der Haut, eine Isolierlage aus Fleece oder Daunen und eine wasser- und winddichte Außenlage. Baumwolle hat auf Svalbard nichts verloren. Sie speichert Feuchtigkeit und kühlt den Koerper aus.
Für die Fuesse empfehle ich isolierte Winterstiefel mit einer Waermeleistung bis minus 40 Grad. Sorel, Baffin oder Norrona stellen solche Stiefel her, sie kosten 1.500 bis 3.000 NOK. Normale Wanderstiefel reichen im Winter nicht aus. Für die Hände braucht man dicke Faeustlinge (keine Fingerhandschuhe), für den Kopf eine Sturmhaube oder Balaclava und eine gute Skibrille.
Die meisten Touranbieter stellen Thermooveralls, Stiefel und Handschuhe für ihre Touren. Wer eigene Ausrüstung mitbringt, ist aber flexibler und komfortabler unterwegs. Vor allem bei mehrtaegigen Touren, auf denen man in der eigenen Kleidung schlaeft.
Beste Reisezeit
Spätfrühjahr (Maerz bis Mai)
Die beste Zeit für Schneemobiltouren und Hundeschlittenexpeditionen. Die Sonne kommt Mitte Februar zurück, und ab Maerz hat man stundenlang Tageslicht. Das Meereis ist noch fest genug für Touren auf den Fjorden, der Schnee pulvrig und reichlich. Im April beginnt die Mitternachtssonne, und man kann rund um die Uhr unterwegs sein. Temperaturen: minus 5 bis minus 25 Grad.
Sommer (Juni bis August)
Die Saison für Boots- und Wanderexpeditionen. Die Fjorde sind eisfrei, die Vogelkolonien bevoelkert, und die Eisbären halten sich an der Küste auf. Die Mitternachtssonne scheint 24 Stunden am Tag, was eine surreale Stimmung erzeugt: Man wandert um drei Uhr nachts durch goldenes Licht und verliert jedes Zeitgefuehl. Temperaturen: 2 bis 8 Grad.
Herbst und Winter (Oktober bis Februar)
Nichts für Anfänger. Die Polarnacht umhuellt den Archipel in Dunkelheit, die Temperaturen fallen auf minus 25 bis minus 35 Grad, und Sturmtiefs fegen woechentlich über die Inseln. Trotzdem kommen manche Besucher bewusst in dieser Zeit, vor allem wegen der Nordlichter, die in der vollstaendigen Dunkelheit besonders intensiv zu sehen sind. Touren werden angeboten, aber das Programm ist eingeschraenkt und wetterabhaengig.
Nachhaltigkeit in der Arktis
Svalbard ist ein Paradoxon. Einerseits kommen die Touristen, um die unberuehrte Natur zu sehen. Andererseits hinterlassen sie Spuren in einem Oekosystem, das Jahrzehnte braucht, um sich zu erholen. Ein Fussabdruck im arktischen Moos bleibt bis zu dreißig Jahre sichtbar. Ein oelfleck im Wasser kann in der Kälte Jahrzehnte überdauern.
Der Sysselmann (der norwegische Gouverneur auf Svalbard) hat strenge Regeln erlassen. Pflanzliche Reste duerfen nicht zurückgelassen werden, Abfaelle müssen komplett mitgenommen werden, und in bestimmten Schutzgebieten ist der Zutritt nur mit Genehmigung erlaubt. Die Suedostseite Spitzbergens und große Teile der Nebeninseln sind Naturreservate, in denen nur Expeditionsschiffe mit Genehmigung anlegen duerfen.
Ich bin ehrlich: Schon die Anreise per Flugzeug hat einen CO2-Fussabdruck, der den Jahresverbrauch eines durchschnittlichen Haushalts übersteigt. Wer nach Svalbard fliegt, sollte sich dieser Tatsache bewusst sein. Der beste Kompromiss ist vielleicht, einmal hinzufliegen, dafür mehrere Tage oder Wochen zu bleiben und mit der Erfahrung ein tieferes Verstaendnis für die Arktis und ihren Schutz mitzunehmen.
Gute Anbieter wirtschaften so nachhaltig wie möglich. Sie verwenden umweltfreundliche Treibstoffe, recyceln Abfall, beschraenken Gruppengrößen und bilden ihre Guides in Umweltschutz aus. Das kostet mehr, aber es lohnt sich. Wer billig bucht, bucht oft bei Anbietern, die es mit den Regeln nicht so genau nehmen.
Haeufige Fragen
Braucht man ein Visum für Svalbard?
Nein. Svalbard hat einen Sonderstatus nach dem Spitzbergenvertrag von 1920. Buerger aller Unterzeichnerstaaten (darunter Deutschland, Oesterreich und die Schweiz) duerfen ohne Visum einreisen und sich dort aufhalten. Allerdings fliegt man normalerweise über Oslo, und für die Einreise nach Norwegen gelten die normalen Schengen-Regeln.
Wie gefaehrlich sind Eisbären wirklich?
Die Gefahr ist real, aber beherrschbar. In über 50 Jahren gab es sechs toedliche Angriffe. Alle geschahen, weil Menschen unvorbereitet oder ohne Waffe unterwegs waren. Wer sich an die Regeln hält, einen erfahrenen Guide hat und die Umgebung im Auge behält, ist sicher. Statistisch gesehen ist die Autofahrt zum Flughafen gefaehrlicher als eine Eisbärenbegegnung auf Svalbard.
Kann man Svalbard auf eigene Faust erkunden?
Innerhalb von Longyearbyen ja. Sobald man die Siedlungsgrenze verlässt, braucht man entweder ein eigenes Gewehr (mit Waffenschein und Registrierung beim Sysselmann) oder einen bewaffneten Guide. Ohne Gewehr darf man außerhalb von Longyearbyen nicht unterwegs sein. Für Touristen ist eine gefuehrte Tour deshalb die einzig sinnvolle Option.
Wie lange sollte man auf Svalbard bleiben?
Mindestens vier Tage, besser eine Woche. Mit vier Tagen hat man Zeit für eine oder zwei Tagestouren und kann Longyearbyen erkunden. Mit einer Woche kann man eine mehrtaegige Expedition machen, die wirklich in die Wildnis fuehrt. Zwei Wochen sind ideal, wenn man verschiedene Jahreszeiten abdecken oder eine Schiffsumrundung machen will.
Gibt es Internet und Handyempfang auf Svalbard?
In Longyearbyen gibt es schnelles Internet und guten Handyempfang (Telenor). Sobald man die Stadt verlässt, bricht die Verbindung ab. Außerhalb der Siedlungen gibt es keinen Mobilfunkempfang. Expeditionsschiffe haben oft Satelliteninternet, aber die Bandbreite ist gering und teuer. Für eine mehrtaegige Landexpedition sollte man ein Satellitentelefon oder einen Spot-Tracker mitnehmen.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026