Norwegische Musik: Von Grieg bis A-ha und Black Metal
Inhaltsverzeichnis
- 1 Musik aus der Wildnis
- 2 Edvard Grieg: Der Nationalkomponist
- 3 Troldhaugen: Griegs Heim bei Bergen
- 4 Volksmusik und Hardingfele
- 5 A-ha: Take On Me und danach
- 6 Black Metal: Norwegens dunkle Seite
- 7 Die moderne Szene
- 8 Festivals und Konzerterlebnisse
- 9 Musikalische Orte in Norwegen
- 10 Häufige Fragen
Ein Land mit 5,5 Millionen Einwohnern, das die Morgenstimmung, Take On Me und Black Metal hervorgebracht hat. Das klingt unwahrscheinlich, ist aber Norwegen. Dieses Land hat, gemessen an seiner Bevölkerung, einen völlig überproportionalen Einfluss auf die Musikwelt. Von Edvard Grieg, der die nordische Landschaft in Klaviertöne übersetzte, über A-ha, die in den 1980ern die Charts weltweit eroberten, bis zu den Black-Metal-Bands, die aus Osloer Kellern heraus ein ganzes Genre schufen: Norwegens musikalische Bandbreite ist erstaunlich.
Ich bin kein Musikwissenschaftler. Aber ich habe in Griegs Haus bei Bergen gestanden und seine Noten auf dem Klavier gesehen. Ich war in Clubs in Oslo, wo junge Bands spielten, von denen man in zwei Jahren überall reden wird. Und ich habe auf einem Festival in Bergen im Regen gestanden und Musik gehört, die mich nicht mehr losgelassen hat. Norwegen macht etwas mit der Musik, und die Musik macht etwas mit Norwegen. Darüber will ich erzählen.
Musik aus der Wildnis
Man kann die norwegische Musik nicht verstehen, ohne die norwegische Landschaft zu verstehen. Dieses Land besteht aus Bergen, Fjorden, Wäldern und endlosen Weiten. Jahrhundertelang lebten die Menschen verstreut in kleinen Höfen und Dörfern, getrennt durch Berge und Wasser. Es gab keine großen Städte, keine Opernhäuser, keine Konzertsäle. Aber es gab Musik. Überall.
Die Bauern spielten Fidel und Hardingfele bei Hochzeiten und Festen. Die Fischer sangen Arbeitslieder auf ihren Booten. Die Sennhirtinnen riefen ihre Kühe mit Melodien, die man "kulokk" nennt: langgezogene, melancholische Rufe, die über Almwiesen und Berghänge hallen. Diese Tradition ist Tausende von Jahren alt und klingt, als käme sie aus einer anderen Welt.
Was diese Volksmusik auszeichnet, ist ihre Nähe zur Natur. Die Melodien ahmen das Echo in den Bergen nach, das Rauschen der Wasserfälle, den Wind in den Birken. Die Tonleitern sind oft ungewöhnlich, mit Vierteltönen und Intervallen, die in der mitteleuropäischen Musiktradition nicht vorkommen. Wer zum ersten Mal einen "slått" (einen traditionellen Tanz) auf der Hardingfele hört, ist oft verwirrt: Das klingt fremd, wild, fast archaisch. Und dann zieht es einen rein.
Edvard Grieg: Der Mann, der Norwegen vertonte
Edvard Hagerup Grieg wurde am 15. Juni 1843 in Bergen geboren und starb am 4. September 1907 ebenfalls in Bergen. Dazwischen schrieb er Musik, die Norwegen eine musikalische Identität gab und die bis heute zu den meistgespielten Werken der klassischen Musik gehört.
Die Morgenstimmung. In der Halle des Bergkönigs. Das Klavierkonzert in a-Moll. Die Peer-Gynt-Suiten. Solveigs Lied. Wer diese Melodien hört, denkt an Norwegen, an Fjorde, Berge, Trolle und Nebel. Grieg hat es geschafft, die Landschaft seines Landes in Töne zu übersetzen. Nicht durch plumpe Nachahmung, sondern durch eine Tonsprache, die die Stimmung einfängt: die Weite, die Einsamkeit, die Schönheit und die Melancholie.
Grieg studierte am Konservatorium in Leipzig und lernte die deutsche Romantik kennen. Aber statt ein zweiter Schumann oder Mendelssohn zu werden, ging er einen eigenen Weg. Er sammelte norwegische Volksmelodien, studierte die Harmonien der Hardingfele und baute diese Elemente in seine Kompositionen ein. Das war mutig. In einer Zeit, in der die deutsche und die französische Musik als Maßstab galten, setzte Grieg auf das Norwegische. Und er gewann.
Sein Klavierkonzert in a-Moll (1868) machte ihn mit 25 Jahren berühmt. Franz Liszt spielte es vom Blatt und rief begeistert: "So muss es sein!" Die Peer-Gynt-Suiten (1875/76), die Bühnenmusik zu Ibsens Versdrama, wurden zu Ohrwürmern, die jeder kennt, auch wenn viele nicht wissen, dass sie von Grieg sind. Und die Lyrischen Stücke, kleine Klavierminiaturen, gehören zum Standardrepertoire jedes Klavierschülers.
Grieg war Komponist, und auch Pianist und Dirigent. Er tourte durch Europa und wurde überall gefeiert. In England, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden war er ein Star. Aber er kehrte immer nach Bergen zurück. "Bergen ist meine Stadt", sagte er. "Hier bin ich zu Hause." Das meinte er wörtlich.
Troldhaugen: Griegs Heim bei Bergen
1885 bauten Edvard und Nina Grieg sich ein Haus am Nordåsvannet, einem See südlich von Bergen. Sie nannten es Troldhaugen, "Trollhügel". Es ist ein viktorianisches Holzhaus mit einer Veranda, von der man über den See blickt, umgeben von alten Bäumen und Rhododendren. Hier lebte und arbeitete Grieg bis zu seinem Tod.
Heute ist Troldhaugen ein Museum und eines der beliebtesten Ausflugsziele bei Bergen. Man kann das Haus besichtigen, Griegs Steinway-Flügel sehen, seine Bibliothek, sein Arbeitszimmer. Im Garten steht die kleine Komponistenhütte, ein winziges Holzhaus direkt am Seeufer, in dem Grieg morgens komponierte. Er brauchte die Stille und die Nähe zum Wasser. In dieser Hütte entstanden viele seiner späten Werke.
Neben dem Museum gibt es den Troldsalen, einen modernen Konzertsaal mit 200 Plätzen, der halb in den Felsen gebaut ist. Im Sommer finden hier fast täglich Konzerte statt, meist Griegs Werke, gespielt von jungen norwegischen Musikern. Die Akustik ist ausgezeichnet, und die Atmosphäre ist besonders: Man sitzt in einem kleinen Saal, hört Griegs Musik und schaut durch das Panoramafenster auf den See, den er jeden Tag sah.
Grieg und seine Frau Nina sind in einer Felsgrotte am Seeufer bestattet. Ihre Urnen stehen hinter einer Steinplatte in der Felswand, direkt am Wasser. Es ist ein stiller, würdiger Ort, der zu Griegs Charakter passt: bescheiden, naturverbunden, unprätentiös.
Troldhaugen liegt etwa 20 Minuten mit dem Auto oder der Straßenbahn vom Zentrum Bergens entfernt. Der Eintritt beträgt 150 NOK (Stand 2025), Konzerte kosten extra (350 NOK). Ich empfehle, ein Konzert einzuplanen. Griegs Musik in Griegs Umgebung zu hören, ist ein Erlebnis, das man so nirgendwo sonst haben kann.
Volksmusik und Hardingfele: Der alte Klang
Die Hardingfele (Hardangergeige) ist das norwegische Nationalinstrument. Sie sieht aus wie eine gewöhnliche Geige, hat aber vier oder fünf zusätzliche Resonanzsaiten, die unter dem Griffbrett verlaufen und beim Spielen mitschwingen. Das erzeugt einen Klang, der voller, hallender und mysteriöser ist als der einer normalen Geige. Manche sagen, die Hardingfele klingt, als würde man in einer Bergschlucht spielen: jeder Ton hat ein Echo.
Die Hardingfele stammt aus dem 17. Jahrhundert und hat ihren Ursprung in der Region Hardanger am gleichnamigen Fjord. Die älteste erhaltene Hardingfele wurde 1651 von Isak Nielsen Botnen gebaut. Seit damals hat sich das Instrument kaum verändert. Es wird noch heute von Geigenbauern in Westnorwegen hergestellt, oft geschmückt mit kunstvollen Rosmalerei-Verzierungen und Perlmutteinlagen.
Die Musik, die auf der Hardingfele gespielt wird, heißt "slått" (Tanz) oder "lydarslått" (Hörstück). Es sind traditionelle Melodien, die über Generationen mündlich weitergegeben wurden. Jeder Spielmann (die heißen in Norwegen "spelemenn") hat seine eigene Version, seine eigenen Verzierungen, seinen eigenen Stil. Es gibt Hunderte von Melodien, und die Tradition ist lebendig: Junge Norweger lernen Hardingfele, es gibt Wettbewerbe (die "kappleik") und Festivals.
Das wichtigste Festival für norwegische Volksmusik ist das Førde International Folk Music Festival, das jedes Jahr im Juli in der kleinen Stadt Førde in Vestland stattfindet. Dort hört man Hardingfele-Spieler aus ganz Norwegen, aber auch Volksmusiker aus aller Welt. Ein anderes wichtiges Ereignis ist die Landskappleiken, der nationale Volksmusik-Wettbewerb, der jedes Jahr an einem anderen Ort in Norwegen stattfindet.
Für Reisende ist der Hardanger-Fjord der beste Ort, um die Hardingfele-Tradition zu erleben. In Utne gibt es das Hardanger Folkemuseum, das Instrumente, Trachten und Aufnahmen zeigt. Und im Sommer finden in der Region regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen statt, bei denen man die Hardingfele live hören kann.
A-ha: Take On Me und was danach kam
1985 passierte etwas, das die Welt nicht erwartet hatte: Drei junge Norweger aus Oslo eroberten mit einem Song die internationalen Charts. "Take On Me" von A-ha wurde zum globalen Hit, unterstützt von einem Musikvideo, das Realfilm und Bleistiftanimation mischte und zu einem der ikonischsten Videos der MTV-Ära wurde. Morten Harket, Magne Furuholmen und Pål Waaktaar-Savoy waren plötzlich Superstars.
Was viele nicht wissen: A-ha war weit mehr als "Take On Me". Die Band veröffentlichte zehn Studioalben und hatte Dutzende von Hits, die in Europa, Südamerika und Asien große Erfolge waren, in den USA aber nach der ersten Platte weniger Beachtung fanden. Songs wie "The Sun Always Shines on T.V.", "Hunting High and Low", "Crying in the Rain" und "Summer Moved On" sind in Norwegen und weiten Teilen Europas Klassiker.
A-ha hat das Bild Norwegens in der Popwelt geprägt. Vor A-ha war Norwegen musikalisch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Danach war klar: Aus diesem kleinen Land im Norden kann Weltklasse-Pop kommen. A-ha öffnete die Tür, durch die später Bands und Künstler wie Röyksopp, Kygo, Sigrid, Aurora und viele andere gingen.
Morten Harkets Stimme ist dabei das Geheimnis. Ein Tenor mit einer Reichweite, die Opernkritiker neidisch macht, und einer emotionalen Intensität, die den Songs etwas Besonderes gibt. Man kann seine Stimme sofort erkennen, nach zwei Noten. Das schaffen nur die Besten.
In Oslo gibt es keine offiziellen A-ha-Gedenkstätten, aber die Band ist allgegenwärtig. In den Plattenläden der Stadt findet man ihre Alben, in den Bars hört man ihre Songs, und wenn man einen Osloer nach A-ha fragt, bekommt man meistens ein stolzes Lächeln. 2022 gab die Band eine Serie von Abschiedskonzerten, die innerhalb von Minuten ausverkauft waren. 35.000 Menschen in der Telenor Arena. Für eine Band aus einem Land mit 5,5 Millionen Einwohnern ist das bemerkenswert.
Black Metal: Norwegens dunkle musikalische Seite
Anfang der 1990er Jahre geschah in Oslo etwas, das die Musikwelt schockierte. Eine Handvoll junger Musiker, kaum älter als Teenager, gründete Bands, die einen neuen, extremen Stil von Heavy Metal spielten. Sie nannten ihn Black Metal. Die Musik war roh, schnell, dissonant, mit Kreischgesang und einer Produktion, die absichtlich schlecht klang. Die Texte handelten von Dunkelheit, Tod, Heidentum und Ablehnung des Christentums.
Bands wie Mayhem, Burzum, Darkthrone, Immortal und Emperor schufen innerhalb weniger Jahre ein Genre, das bis heute weltweit Millionen von Fans hat. Der norwegische Black Metal wurde zum einflussreichsten Zweig des Extreme Metal und hat Bands in Dutzenden Ländern inspiriert.
Aber die Geschichte des norwegischen Black Metal hat auch eine dunkle Seite, die weit über Musik hinausgeht. In den Jahren 1992 und 1993 wurden mehrere historische Kirchen in Norwegen niedergebrannt, darunter die Fantoft-Stabkirche bei Bergen. Mitglieder der Black-Metal-Szene wurden für die Brandstiftungen verurteilt. Es gab außerdem einen Mordfall innerhalb der Szene, der weltweit Schlagzeilen machte. Diese Ereignisse überschatteten die Musik und führten dazu, dass der norwegische Black Metal jahrelang mehr mit Kriminalität als mit Kunst assoziiert wurde.
Heute, über 30 Jahre später, hat sich die Szene professionalisiert und normalisiert. Bands wie Satyricon und Dimmu Borgir spielen in ausverkauften Hallen weltweit. Enslaved verbinden Black Metal mit progressivem Rock. Wardruna, gegründet von einem ehemaligen Gorgoroth-Mitglied, spielt nordische Ritualmusik, die in der TV-Serie "Vikings" zu hören ist. Die extreme Gewalt der frühen Jahre ist Vergangenheit, die Musik lebt weiter.
In Oslo kann man die Orte der Black-Metal-Geschichte besuchen. Das Plattengeschäft Helvete (Hölle) in der Schweigaards gate, wo sich die Szene in den frühen 1990ern traf, existiert nicht mehr, aber die Adresse ist unter Fans bekannt. Das Inferno Metal Festival, das jedes Jahr zu Ostern in Oslo stattfindet, ist eines der wichtigsten Metal-Festivals Europas. Und im Rockefeller Music Hall, einem Konzertsaal im Zentrum von Oslo, treten regelmäßig norwegische und internationale Metal-Bands auf.
Die moderne Szene: Electronic, Pop und Jazz
Norwegen hat in den letzten 20 Jahren eine erstaunliche Vielfalt an Musikern hervorgebracht, die international Erfolg haben. Kygo, der DJ aus Bergen, hat Tropical House zu einem globalen Phänomen gemacht. Sein Remix von Ed Sheerans "I See Fire" hat auf Spotify über eine Milliarde Streams. Sigrid, ebenfalls aus Bergen (oder genauer: von der Insel Ålesund), hat mit "Strangers" und "Don't Kill My Vibe" den europäischen Pop erobert. Aurora aus Os bei Bergen singt etherealen Pop, der Disney-Soundtracks ("Into the Unknown" aus Frozen 2) ebenso umfasst wie experimentelle Alben.
Röyksopp aus Tromsø sind seit den frühen 2000ern die wichtigsten Electronic-Musiker Norwegens. Ihr Debütalbum "Melody A.M." (2001) gilt als Meilenstein der elektronischen Musik. Die Zusammenarbeit mit Robyn brachte Hits wie "Monument" und "Do It Again". Röyksopp klingen, als würde man nachts durch eine verschneite Landschaft fahren: kühl, weit, melancholisch, schön.
Die norwegische Jazzszene ist eine der lebendigsten in Europa. Oslo hat mehrere Jazzclubs, darunter das Blå am Akerselva und das Victoria Nasjonal Jazzscene im Zentrum. Norwegische Jazzmusiker wie Jan Garbarek, Nils Petter Molvær, Bugge Wesseltoft und Sidsel Endresen haben den skandinavischen Jazz geprägt: atmosphärisch, experimentell, oft mit Elementen aus Elektronik und Volksmusik. Das Label ECM Records, obwohl in München beheimatet, hat viele norwegische Jazzmusiker veröffentlicht und ihre Karrieren geprägt.
Was alle diese unterschiedlichen Musikrichtungen verbindet, ist ein gewisser norwegischer Charakter: eine Vorliebe für Weite und Raum, für Melancholie und Schönheit, für das Experimentelle und Unerwartete. Norwegische Musik klingt selten nach dem Mainstream. Sie klingt nach sich selbst.
Festivals und Konzerterlebnisse
Norwegen hat eine erstaunliche Dichte an Musikfestivals, besonders im Sommer. Hier eine Auswahl der wichtigsten.
Bergen International Festival (Festspillene): Das älteste und größte Musikfestival Nordeuropas, seit 1953. Zwei Wochen im Mai/Juni mit Konzerten, Theater, Tanz und Oper in Bergen und Umgebung. Klassische Musik steht im Zentrum, aber es gibt auch Jazz, Volksmusik und zeitgenössische Performances. Die Eröffnung ist ein Stadtfest, bei dem halb Bergen auf den Beinen ist.
Øya-Festival, Oslo: Das größte Rock- und Pop-Festival Norwegens, im August im Tøyenparken. Internationale und norwegische Acts, umweltbewusst organisiert (Bio-Essen, Mehrwegbecher). Das Øya hat den Ruf, eines der besten Festivals Europas zu sein: gutes Line-up, schöner Ort, entspannte Atmosphäre.
Moldejazz: Eines der ältesten Jazzfestivals Europas, seit 1961, in der kleinen Stadt Molde an der Westküste. Eine Woche im Juli mit internationalen Jazzgrößen. Molde nennt sich "Jazzby Nr. 1" (Jazzstadt Nummer 1), und das nicht zu Unrecht.
Inferno Metal Festival, Oslo: Jedes Jahr zu Ostern. Das wichtigste Metal-Festival Norwegens und eines der angesehensten in Europa. Vier Tage Black Metal, Death Metal und Extreme Metal im Rockefeller Music Hall und im John Dee.
Førde International Folk Music Festival: Im Juli in Førde, Vestland. Norwegische Volksmusik und Folk aus aller Welt. Klein, fein, atmosphärisch. Wer Hardingfele live hören will, ist hier richtig.
Riddu Riđđu: Ein samisches Festival in Kåfjord, Nordnorwegen, im Juli. Samische Musik (Joik), kombiniert mit indigener Musik aus aller Welt. Ein ganz eigenes Festival an einem ganz eigenen Ort, unter der Mitternachtssonne.
Bergenfest: Rock, Pop und Indie im Juni, auf der Festung Bergenhus, mit Blick auf den Hafen. Internationale Headliner, norwegische Entdeckungen, Sommerabende am Fjord. Eine perfekte Kombination.
Musikalische Orte in Norwegen
Oslo: Die Hauptstadt ist das Zentrum der norwegischen Musikszene. Das Munch Museum hat eine Konzertreihe, die Oper spielt Weltklasse-Produktionen, das Cosmopolite ist der beste Club für Weltmusik, und im Blå am Akerselva hört man Jazz, Electronic und alles dazwischen. Die Plattenläden Big Dipper und Råkk & Ransen sind Fundgruben für norwegische Musik.
Bergen: Die zweitgrößte Stadt ist Norwegens musikalische Hauptstadt, zumindest gefühlt. Grieg, Kygo, Sigrid, Aurora, Kings of Convenience: alle aus Bergen oder der Umgebung. Troldhaugen für Grieg, die Grieghalle für klassische Konzerte, das Garage für Rock und Indie, das Sardinen für Jazz.
Tromsø: Die arktische Stadt hat eine überraschend lebendige Musikszene. Röyksopp kommen von hier, ebenso die Black-Metal-Band Enslaved. Das Kultar-Kulturhaus und der Blårock Café sind gute Adressen für Live-Musik.
Hardanger: Die Wiege der Hardingfele. Im Hardanger Folkemuseum in Utne und bei lokalen Veranstaltungen kann man die Tradition des Hardingfele-Spiels hautnah erleben.
Molde: Die Jazzstadt. Auch außerhalb des Festivals gibt es Jazzkonzerte und eine lebendige Szene. Die Lage an der Westküste, mit Blick auf die Romsdalenalpen, ist wild.
Häufige Fragen
Kann man Troldhaugen das ganze Jahr über besuchen?
Ja, das Museum ist ganzjährig geöffnet. Konzerte im Troldsalen finden hauptsächlich im Sommer statt (Mai bis September). Im Winter gibt es gelegentlich Sonderkonzerte. Der Eintritt beträgt 150 NOK, Konzerte kosten 350 NOK (Stand 2025).
Wo kann man in Norwegen live Hardingfele hören?
Beim Førde International Folk Music Festival im Juli, bei der Landskappleiken (wechselnde Orte) und bei lokalen Veranstaltungen in der Hardanger-Region. In Bergen und Oslo gibt es gelegentlich Volksmusik-Konzerte in Kulturhäusern.
Gibt es in Oslo Black-Metal-Touren?
Ja, es gibt private Anbieter, die "Black Metal Walking Tours" durch Oslo anbieten. Diese besuchen Orte, die mit der Szene der frühen 1990er verbunden sind. Eine Alternative ist das Inferno Metal Festival zu Ostern.
Welche norwegischen Musiker sollte man heute kennen?
Kygo (Tropical House), Sigrid (Pop), Aurora (Ethereal Pop), Röyksopp (Electronic), Wardruna (nordische Ritualmusik), Highasakite (Indie-Pop), Boy Pablo (Bedroom Pop), Astrid S (Pop). Die norwegische Musikszene ist unglaublich vielfältig.
Wann finden die großen Musikfestivals statt?
Die meisten Festivals sind im Sommer: Bergen International Festival (Mai/Juni), Førde Folk (Juli), Moldejazz (Juli), Øya Oslo (August), Bergenfest (Juni). Das Inferno Metal Festival findet zu Ostern statt. Im Winter gibt es das Tromsø International Film Festival mit Musik-Events.
Warum kommt so viel gute Musik aus Norwegen?
Mehrere Gründe: Gute Musikausbildung an Schulen und Hochschulen, staatliche Kulturförderung, eine offene Gesellschaft, die Experimentierfreude belohnt, und vielleicht die Landschaft selbst, die zu einer bestimmten Art von Kreativität inspiriert. Außerdem: lange, dunkle Winter, in denen man viel Zeit zum Üben hat.
Weiterführende Informationen
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026