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Rondane Nationalpark
Norwegens ältester Nationalpark und sein wildes Hochgebirge

Rondane Nationalpark

15 Min. Lesezeit

Im Rondane gibt es keinen Superlativ, der sofort ins Auge springt. Kein höchster Berg Norwegens, kein größter Gletscher, kein tiefster Fjord. Dafür gibt es etwas anderes: Stille. Eine Stille, die so vollständig ist, dass man das eigene Blut in den Ohren rauschen hört. Runde, karge Gipfel, die aus einer endlosen Hochebene aufsteigen. Licht, das sich im Herbst golden über die Flechten legt. Und die Gewissheit, dass man allein ist. Wirklich allein. Auf Stunden in jede Richtung.

Der Rondane Nationalpark im Osten Norwegens war der erste Nationalpark des Landes, gegründet 1962. Seitdem hat sich nicht viel verändert. Das Gebirge liegt so, wie es seit Jahrtausenden liegt: still, karg, unberührt. Es gibt keine Straßen im Park, keine Lifte, keine Gondeln. Wer hierher will, geht zu Fuß. Und wer hier bleibt, tut es wegen der Berge, der Rentiere und der Einsamkeit.

Ein Park mit Geschichte

Am 21. Dezember 1962 beschloss das norwegische Parlament die Gründung des Rondane Nationalparks. Es war das erste Mal, dass Norwegen ein Gebiet unter Naturschutz stellte, und die Entscheidung war nicht selbstverständlich. In den 1950er Jahren gab es Pläne, durch das Rondane-Gebiet eine Straße zu bauen und die Hochebene für die Wasserkraft zu nutzen. Naturschützer um den Biologen Hjalmar Broch kämpften dagegen, und am Ende gewann die Natur.

Der ursprüngliche Park umfasste 580 Quadratkilometer. 2003 wurde er auf 963 Quadratkilometer erweitert, um das gesamte Rondane-Massiv und die umliegenden Hochflächen einzuschließen. Gleichzeitig wurde der benachbarte Dovre Nationalpark eingerichtet (dazu gibt es einen eigenen Artikel), sodass heute ein zusammenhängendes Schutzgebiet von fast 2.000 Quadratkilometern existiert.

Blick auf die runden Gipfel des Rondane-Massivs bei klarem Wetter mit Schneeresten
Die Gipfel des Rondane sind rund und abgeschliffen, geformt von Millionen Jahren Erosion und den Gletschern der Eiszeiten. (KI-generiert)

Was den Rondane-Nationalpark von anderen norwegischen Parks unterscheidet: Er wurde nicht zum touristischen Showpiece gemacht. Es gibt hier kein Besucherzentrum mit Multimediashow, keinen Architekturaward-Aussichtspunkt, keinen Instagramable Viewpoint. Es gibt ein paar DNT-Hütten, einige markierte Wanderwege und die Natur. Punkt. Und genau das ist es, was diesen Park besonders macht.

Die Landschaft: Karg und gewaltig

Das Rondane-Massiv ist ein Hochgebirge, aber es sieht nicht so aus, wie sich die meisten Menschen ein Hochgebirge vorstellen. Es gibt keine scharfen Grate, keine steilen Felswände, keine Gletscher. Stattdessen: runde, abgeschliffene Gipfel, die aus einer kargen Hochebene aufsteigen wie sanfte Buckel. Das Gestein ist über eine Milliarde Jahre alt und gehört zu den ältesten Formationen Europas. Die Gletscher der Eiszeiten haben die Berge abgerundet und das Tal U-förmig ausgehöhlt.

Die Hochfläche liegt auf 1.200 bis 1.500 Metern. Darüber erheben sich die Gipfel, der höchste ist der Rondslottet mit 2.178 Metern. Die Vegetation ist arktisch-alpin: Zwergsträucher, Flechten und Moose, im Sommer vereinzelt Wildblumen. Bäume gibt es nur in den Tälern unterhalb von 1.000 Metern, vor allem Birken und vereinzelt Kiefern.

Was mich am Rondane am meisten berührt hat, ist das Licht. In kaum einem anderen Gebirge habe ich so klares, reines Licht erlebt. Am Morgen ist die Hochebene in ein silbriges Grau getaucht. Mittags ist die Luft so klar, dass man meint, die einzelnen Steine auf den Gipfeln zählen zu können. Am Abend legt sich ein goldener Schimmer über die Flechten und das Geröll, der die gesamte Landschaft zum Leuchten bringt. Im Herbst, wenn die Zwergsträucher rot und orange werden, ist der Rondane einer der schönsten Orte Skandinaviens.

Die Geologie hier ist anders als im Westen Norwegens, wo Gneise und Granite dominieren. Im Rondane besteht das Gestein aus Sparagmit, einem grobkörnigen Sandstein, der hell und warm aussieht. Deshalb haben die Berge hier eine andere Farbe als die grauen Felsmassive der Westküste: Rondane schimmert golden, beige, manchmal fast orange.

Die zehn Gipfel über 2.000 Meter

Im Rondane-Massiv gibt es zehn Gipfel, die die 2.000-Meter-Grenze überschreiten. Für norwegische Verhältnisse ist das beachtlich: Nur der Jotunheimen hat mehr solcher Gipfel. Hier die Liste, vom höchsten zum niedrigsten:

Rondslottet (2.178 m): Der höchste Berg des Rondane, wörtlich "das Rondane-Schloss". Der Aufstieg von der Rondvassbu-Hütte dauert etwa vier bis fünf Stunden. Der Weg ist lang, aber technisch einfach. Vom Gipfel sieht man bei klarem Wetter bis zum Jotunheimen im Westen und zur schwedischen Grenze im Osten.

Storronden (2.138 m): Der "Große Ronden", direkt neben dem Rondslottet. Wird oft in Kombination bestiegen. Der Weg führt über ein breites Geröllfeld, und oben hat man einen Panoramablick, der einem die Tränen in die Augen treibt. Nicht vor Rührung. Vor Wind.

Smiubelgen (2.016 m), Veslesmeden (2.015 m), Storsmeden (2.014 m): Drei Gipfel, die so dicht beieinander liegen, dass man sie in einer Tour mitnehmen kann. Die Smiubelgen-Runde ist eine klassische Tagestour ab Rondvassbu, die etwa sieben bis acht Stunden dauert und über drei Zweitausender führt.

Alle zehn Gipfel über 2.000 Meter sind ohne Kletterausrüstung erreichbar. Es gibt keine technischen Stellen, nur steile Geröllfelder und stellenweise exponierten Grat. Das unterscheidet den Rondane vom Jotunheimen, wo einige Gipfel Klettern erfordern. Hier geht man. Stundenlang, über Steine, gegen Wind, aber man geht. Und das ist gut so.

Wildes Rentier: Die letzten großen Herden

Herde von wilden Rentieren auf der Hochebene des Rondane-Nationalparks
Wildes Rentier im Rondane. Europas letzte wilde Rentierherden leben in den norwegischen Hochgebirgen. (KI-generiert)

Der Rondane ist einer der letzten Rückzugsorte des wilden europäischen Rentiers. Nicht der domestizierten samischen Herden, die man in Nordnorwegen sieht, sondern wirklich wilder Tiere, die seit dem Ende der Eiszeit hier leben. Es gibt rund 2.000 bis 3.000 wilde Rentiere im Rondane-Massiv, verteilt auf die Gebiete Rondane Nord und Rondane Sør.

Die wilden Rentiere Norwegens gelten als genetisch anders als alles andere. Sie stammen direkt von den Rentieren ab, die nach der letzten Eiszeit Skandinavien besiedelten, und haben sich nie mit domestizierten Herden vermischt. Norwegen trägt deshalb eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Populationen, und der Rondane Nationalpark ist eines der wichtigsten Schutzgebiete.

Ich habe die Rentiere im September gesehen, als ich auf dem Weg zum Rondslottet war. Plötzlich standen sie da: eine Herde von vielleicht fünfzig Tieren auf der Hochebene, grasendes Geweih im Morgennebel. Sie hoben kurz die Köpfe, schauten in meine Richtung, entschieden, dass ich harmlos war, und fraßen weiter. Ich setzte mich auf einen Stein und beobachtete sie zwanzig Minuten lang. Das war der Moment, in dem der Rondane aufhörte, nur ein Wandergebiet zu sein, und etwas anderes wurde.

Wer die Rentiere sehen will, muss im Spätsommer oder Herbst kommen. Im Juli und August ziehen sie sich auf die Schneefelder in den höchsten Lagen zurück, um den Insekten zu entkommen. Im September und Oktober kommen sie in die tieferen Lagen, und dann hat man gute Chancen. Fernglas mitbringen. Und leise sein. Die Tiere sind scheu.

Wandern im Rondane

Das Rondane-Massiv ist ein Wanderparadies, aber eines von der unprätentiösen Sorte. Keine Seilbahnen, keine Bergrestaurants, keine ausgebauten Kieswege. Hier gibt es markierte Routen (mit dem roten T des DNT gekennzeichnet), Steinmänner als Wegweiser und gelegentlich Stangen im Schnee. Der Rest ist Wildnis.

Die Rondslottet-Tour: Der Klassiker. Start an der Rondvassbu-Hütte (1.172 m), Aufstieg über den Südrücken zum Gipfel (2.178 m). Hin und zurück 18 Kilometer, 1.000 Höhenmeter, sechs bis acht Stunden. Der Weg ist gut markiert und technisch einfach, aber lang. Oben weht fast immer Wind, also Windjacke und Mütze einpacken, auch im Sommer. Die Aussicht ist jeden Schritt wert: Man sieht das gesamte Rondane-Massiv, das Gudbrandsdal und bei klarem Wetter das Jotunheimen am Horizont.

Die Rondane-Dreieck-Tour: Eine mehrtägige Hüttenwanderung zwischen Rondvassbu, Bjørnhollia und Dørålseter. Drei Tagesetappen, jeweils fünf bis sieben Stunden, über Hochebenen, durch Täler und entlang von Flüssen. Diese Tour gibt einen kompletten Überblick über die Landschaftsvielfalt des Parks: vom kargen Hochfjell über Birkenwälder bis zu Flusslandschaften.

Die Peer-Gynt-Wanderung: Eine Route, die sich an Henrik Ibsens Drama orientiert und durch die Landschaft führt, die Ibsen bei seinem Besuch 1862 inspirierte. Start in Gålå, über die Peer-Gynt-Hytta nach Sødorp. Die Route ist als Kulturwanderung konzipiert, mit Informationstafeln über Ibsens Werk und die Landschaft, die er beschrieb.

Winterwanderungen: Der Rondane eignet sich auch sehr gut für Wintertouren, sowohl auf Ski als auch zu Fuß mit Schneeschuhen. Die DNT-Hütten Rondvassbu und Bjørnhollia sind im Winter bewirtet und dienen als Ausgangspunkt für Skitouren. Die Hochebenen sind im Winter schneesicher, und die Stille ist noch vollständiger als im Sommer. Wichtig: Im Winter braucht man Orientierungserfahrung, da die Markierungen unter Schnee verschwinden können.

DNT-Hütten: Übernachten im Gebirge

Eine DNT-Berghütte im Rondane-Nationalpark mit Gipfeln im Hintergrund
Die DNT-Hütten im Rondane bieten einfache, aber gemütliche Übernachtungsmöglichkeiten mitten im Gebirge. (KI-generiert)

Der Norwegische Bergwanderverein (DNT) betreibt im Rondane-Gebiet mehrere Hütten, die als Stützpunkte für Wanderungen dienen. Die wichtigsten:

Rondvassbu (1.172 m): Die zentrale Hütte im Rondane, am Ufer des Rondvatnet gelegen. Bewirtet von Ende Juni bis Mitte September und in den Osterferien. 120 Betten, warmes Essen, Duschen. Von hier starten die meisten Gipfeltouren. Die Anfahrt ist über eine Mautstraße von Otta aus möglich (letzte 6 km unbefestigt). Man kann auch von Mysusæter aus wandern, etwa drei Stunden über einen schönen Weg entlang des Sees.

Bjørnhollia (1.250 m): Kleiner und ruhiger als Rondvassbu, auf der Ostseite des Massivs. Bewirtet im Sommer und an Ostern. 50 Betten. Von hier erreicht man die östlichen Gipfel und die Hochebenen, auf denen die Rentiere weiden. Bjørnhollia liegt abseits der Hauptrouten und hat dadurch eine besonders friedliche Atmosphäre.

Dørålseter (950 m): Im Dørådal, am Eingang zum Park von Norden. Bewirtet im Sommer und Winter. Guter Ausgangspunkt für Touren ins Rondane Nord und in die angrenzenden Gebiete.

Die DNT-Hütten funktionieren nach dem Prinzip: Platz ist immer. Niemand wird abgewiesen. Wenn alle Betten belegt sind, werden Matratzen auf den Boden gelegt. Die Atmosphäre in den Hütten ist besonders: Man sitzt abends zusammen am langen Tisch, isst gemeinsam, tauscht Tourentipps aus und geht früh ins Bett. Kein WLAN, kein Handyempfang, kein Fernseher. Nur Berge und Menschen.

Die Kosten: DNT-Mitglieder zahlen rund 500 NOK pro Nacht in bewirteten Hütten (inklusive Abendessen und Frühstück). Nichtmitglieder zahlen etwa 750 NOK. Die Mitgliedschaft kostet 790 NOK pro Jahr und lohnt sich ab zwei Hüttenübernachtungen.

Peer Gynt: Der Nationalpark und die Literatur

Dramatischer Blick über das Rondane-Massiv bei Sonnenuntergang mit goldenem Licht
Das Rondane-Massiv war die Kulisse für Henrik Ibsens "Peer Gynt". Die Landschaft hat sich seit 1862 kaum verändert. (KI-generiert)

Henrik Ibsen besuchte das Rondane im Sommer 1862, zusammen mit den Dichtern Bjørnstjerne Bjørnson und Aasmund Olavsson Vinje. Die Reise ging über das Gudbrandsdal nach Jotunheimen und ins Rondane. Was Ibsen dort sah, floss in sein dramatisches Gedicht "Peer Gynt" ein, das 1867 erschien und eines der berühmtesten Werke der norwegischen Literatur wurde.

Im vierten Akt des Stücks reitet Peer Gynt auf einem Rentierbock über den Besseggen-Grat (der heute im Jotunheimen liegt). Aber die Grundstimmung des Dramas, die Weite, die Einsamkeit, stammt aus dem Rondane. Ibsen beschrieb die Hochebenen als einen Ort, an dem die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Trolle, Huldern und der Bergkönig: All diese Figuren aus der norwegischen Folklore leben in Ibsens Rondane.

Edvard Griegs Musik zu "Peer Gynt", die er 1876 komponierte, ist weltweit bekannt. "Morgenstimmung" und "In der Halle des Bergkönigs" kennt jeder. Und wer am Morgen auf der Hochebene des Rondane steht, wenn die Sonne über die Berge steigt und die Flechten golden leuchten, versteht sofort, was Grieg mit "Morgenstimmung" meinte. Es ist genau diese Stimmung. Genau dieses Licht. Genau diese Stille.

Jedes Jahr im August finden die Peer-Gynt-Festspiele in Gålå am Rand des Rondane statt. Das Stück wird unter freiem Himmel aufgeführt, vor der Kulisse des Gebirges. Die Zuschauer sitzen auf einer Naturtribüne und blicken über den See Gålåvatnet auf die Berge, während Peer Gynt seine Geschichte erzählt. Es ist eine der eindrucksvollsten Theateraufführungen in ganz Skandinavien.

Herbst im Rondane

Herbstliche Farben im Rondane-Nationalpark mit orangefarbenen Zwergsträuchern und klarem Bergsee
Im September explodiert der Rondane in Farben. Zwergsträucher, Flechten und Gräser verwandeln die Hochebene in ein Farbenmeer. (KI-generiert)

Ich sage es direkt: Der Herbst ist die beste Jahreszeit für den Rondane. September, Anfang Oktober. Die Touristen sind weg, die Hütten noch offen (bis Mitte September), die Mücken verschwunden, die Luft klar und kalt. Und die Farben. Meine Güte, die Farben.

Die Hochebene des Rondane verwandelt sich im September in ein Meer aus Rot, Orange, Gelb und Gold. Die Zwergbirken werden feuerrot, die Blaubeersträucher dunkelviolett, die Flechten leuchten gelb, und das Gras dazwischen wird golden. Das alles vor dem Hintergrund der hellgrauen Gipfel und eines wolkenlosen blauen Himmels. Es sieht aus, als hätte jemand die Sättigung am Bildschirm hochgedreht, aber es ist real.

Die Norweger nennen diese Zeit "høstvandring" (Herbstwandern), und viele betrachten sie als die schönste Wanderzeit des Jahres. Der Boden ist trocken, die Temperaturen liegen zwischen null und zehn Grad (warm genug zum Wandern, kalt genug, dass es keine Insekten gibt), und die Tage sind noch lang genug für ausgiebige Touren.

Im Herbst hat man auch die besten Chancen, die Rentiere zu sehen. Die Brunftzeit beginnt Ende September, und die Böcke sind dann besonders aktiv. Man hört sie röhren, sieht sie kämpfen und kann, wenn man Glück hat, eine ganze Herde beobachten, die über die Hochebene zieht. Abstand halten: mindestens 200 Meter. Während der Brunft sind die Böcke unberechenbar.

Anreise und praktische Infos

Anreise: Der Rondane liegt im Gudbrandsdal, rund drei Stunden nördlich von Oslo. Von Oslo fährt man über die E6 nach Otta (ca. 310 km). Von Otta führt eine Mautstraße (60 NOK pro Auto) nach Mysusæter und weiter zur Spranget-Brücke, von wo man in etwa einer Stunde nach Rondvassbu wandert. Alternativ kann man mit dem Zug von Oslo nach Otta fahren (Dovrebanen, ca. 3,5 Stunden) und von dort ein Taxi nach Mysusæter nehmen.

Ausrüstung: Feste Bergschuhe, wetterfeste Kleidung, Mütze und Handschuhe auch im Sommer. Die Temperaturen auf den Gipfeln können selbst im Juli unter null fallen, und der Wind verstärkt die Kälte erheblich. Für Gipfeltouren: Karte und Kompass (oder GPS), da die Sicht auf den Hochebenen schnell auf null sinken kann.

Mobilfunk: Kein Empfang im Kerngebiet des Parks. An den Hütten teilweise eingeschränkter Empfang (Telenor). Wer allein unterwegs ist, sollte einen GPS-Notrufsender (PLB) mitführen.

Beste Reisezeit: Ende Juni bis Mitte September für Sommerwanderungen. September für Herbstfarben und Rentierbeobachtung. März/April für Skitouren (Osterferien). Der Winter (November bis Februar) ist nur für erfahrene Winterbergsteiger empfehlenswert, da die Tage kurz und die Temperaturen niedrig sind (bis minus 30 Grad).

Häufige Fragen zum Rondane Nationalpark

Ist der Rondane Nationalpark für Anfänger geeignet?

Ja, mit Einschränkungen. Die Wanderwege sind gut markiert, und die Hüttenwanderung im Dreieck Rondvassbu-Bjørnhollia-Dørålseter ist auch für Einsteiger machbar. Gipfeltouren auf Rondslottet oder Storronden erfordern aber Kondition (6 bis 8 Stunden Gehzeit) und wetterfeste Ausrüstung. Anfänger sollten mit einer Hüttenwanderung starten und sich langsam an die Höhe gewöhnen.

Kann man wild campen im Rondane?

Ja, dank des Jedermannsrechts darf man überall im Nationalpark zelten, solange man mindestens 150 Meter Abstand zu bewohnten Hütten hält. Im Kerngebiet des Rondane wird gebeten, auf den ausgewiesenen Zeltplätzen zu campen, um die empfindliche Vegetation zu schonen und die Rentiere nicht zu stören.

Wann ist die beste Zeit, um Rentiere zu sehen?

September und Oktober sind die besten Monate. Die Rentiere kommen in die tieferen Lagen, und die Brunftzeit sorgt für erhöhte Aktivität. Im Sommer sind die Tiere auf den Schneefeldern in den Hochlagen und schwerer zu finden. Ein gutes Fernglas und Geduld erhöhen die Chancen erheblich.

Muss man DNT-Mitglied sein, um in den Hütten zu übernachten?

Nein, auch Nichtmitglieder können in den DNT-Hütten übernachten. Mitglieder zahlen aber deutlich weniger (ca. 500 statt 750 NOK pro Nacht inklusive Halbpension). Die DNT-Mitgliedschaft kostet 790 NOK pro Jahr und lohnt sich schon ab zwei Übernachtungen.

Wie komme ich ohne Auto zum Rondane?

Mit dem Zug von Oslo nach Otta (Dovrebanen, ca. 3,5 Stunden, Tickets ab 300 NOK). Von Otta gibt es im Sommer einen Bus nach Mysusæter (Rondane-Bussen, ca. 1 Stunde). Von Mysusæter wandert man in etwa einer Stunde zur Rondvassbu. Außerhalb der Saison muss man ein Taxi nehmen (ca. 500 NOK von Otta).

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026