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Henrik Ibsen: Norwegens großer Dramatiker
Auf den Spuren des Mannes, der das Theater neu erfand

Henrik Ibsen: Norwegens großer Dramatiker

16 Min. Lesezeit

Es gibt Schriftsteller, die ihr Land verlassen und es dadurch erst richtig sehen. Henrik Ibsen war so einer. Er lebte 27 Jahre im Ausland, in Italien und Deutschland, und schrieb dort die Stücke, die Norwegen berühmt machten und das Welttheater für immer veränderten. Nora, Hedda Gabler, Peer Gynt, Ein Volksfeind: Das sind keine verstaubten Klassiker. Das sind Texte, die heute so aktuell sind wie vor 150 Jahren. Und wer nach Norwegen reist, kann den Orten begegnen, die diesen Mann geformt haben.

Ich bin kein Theaterwissenschaftler. Aber ich habe Ibsens Wohnung in Oslo besucht, bin durch die Gassen von Grimstad gegangen, wo er als junger Apothekerlehrling seine ersten Verse schrieb, und habe in Skien vor dem Haus gestanden, in dem er geboren wurde. Diese Orte erzählen eine Geschichte, die man in keinem Lehrbuch findet: die Geschichte eines Mannes, der aus beengten Verhältnissen kam, der sich gegen alles auflehnte, was er kannte, und der am Ende zum meistgespielten Dramatiker nach Shakespeare wurde.

Wer war Henrik Ibsen?

Henrik Johan Ibsen wurde am 20. März 1828 in Skien geboren, einer Kleinstadt im Süden Norwegens, etwa 130 Kilometer südwestlich von Oslo. Er starb am 23. Mai 1906 in Christiania, wie Oslo damals hieß. In den 78 Jahren dazwischen schrieb er 26 Theaterstücke, von denen mindestens ein Dutzend zum Kanon der Weltliteratur gehört.

Man nennt ihn den "Vater des modernen Dramas", und das ist nicht übertrieben. Vor Ibsen war Theater Unterhaltung: Melodramen, historische Schauspiele, Komödien. Ibsen machte daraus etwas anderes. Er stellte die Gesellschaft auf die Bühne. Nicht die großen historischen Ereignisse, sondern den Alltag: Ehen, die zerbrechen. Frauen, die sich befreien. Männer, die lügen. Familien, die unter ihren Geheimnissen zusammenbrechen. Das war revolutionär. Das hatte vor ihm niemand so gemacht.

Ibsen war zu Lebzeiten der berühmteste Norweger der Welt. Und der umstrittenste. Seine Stücke lösten Skandale aus. "Nora oder Ein Puppenheim" (1879), in dem eine Frau ihren Mann und ihre Kinder verlässt, wurde als Angriff auf die Familie verurteilt. "Gespenster" (1881), das Syphilis und Inzest thematisiert, wurde in mehreren Ländern verboten. "Ein Volksfeind" (1882), in dem ein Arzt die Vergiftung eines Thermalbads aufdeckt und dafür von der Gesellschaft geächtet wird, traf einen Nerv, der bis heute schmerzt.

Kindheit in Skien: Aufstieg und Fall

Die Stadt Skien in Norwegen, Geburtsort von Henrik Ibsen
Skien: Die Industriestadt im Telemark, in der Ibsen aufwuchs und aus der er floh (KI-generiert)

Ibsens Vater Knud war ein wohlhabender Kaufmann, und die Familie gehörte zur Oberschicht von Skien. Sie besaßen ein großes Haus, hatten Bedienstete und lebten komfortabel. Das änderte sich 1835, als Henrik sieben Jahre alt war. Knud Ibsen ging bankrott. Die Familie verlor alles: das Haus, den Status, die gesellschaftliche Stellung. Sie mussten auf einen kleinen Hof namens Venstøp außerhalb der Stadt ziehen.

Der Absturz von Wohlstand in Armut, von Ansehen in Verachtung, hat Ibsen tief geprägt. Er hat später in vielen seiner Stücke Familien beschrieben, deren bürgerliche Fassade bröckelt. Familien, die nach außen den Schein wahren und nach innen zerfallen. Das kannte er aus eigener Erfahrung. Sein Vater verfiel dem Alkohol, seine Mutter zog sich in sich zurück. Henrik wurde ein verschlossenes Kind, das lieber las und zeichnete als spielte.

Heute kann man in Skien das Venstøp-Haus besuchen, das zu einem Museum umgestaltet wurde. Es ist ein einfaches Holzhaus auf einem Hügel, mit einem weiten Blick über die Landschaft des Telemark. Man sieht, wie beengt die Familie hier lebte, und versteht, warum Ibsen so früh wie möglich weg wollte. Im Ibsen-Museum in Skien, im Zentrum der Stadt, erfährt man mehr über seine Kindheit und die Spuren, die sie in seinem Werk hinterlassen hat.

Skien selbst ist keine schöne Stadt. Es ist eine Industriestadt, die von der Holzverarbeitung und der Wasserkraft lebt. Aber für Ibsen-Interessierte lohnt sich ein Besuch. Neben dem Museum und Venstøp gibt es einen Ibsen-Kulturweg durch die Stadt, der die wichtigsten Orte seiner Kindheit verbindet. Die Kirche, in der er getauft wurde, das Grundstück, auf dem das Geburtshaus stand (es brannte 1886 ab), und der Hafen, von dem er als 15-Jähriger nach Grimstad aufbrach, um nie zurückzukehren.

Die Jahre in Grimstad: Apotheker und Dichter

Die Küstenstadt Grimstad in Südnorwegen, wo Ibsen als Apothekerlehrling lebte
Grimstad: In dieser kleinen Küstenstadt schrieb Ibsen seine ersten Verse (KI-generiert)

Mit 15 Jahren verließ Ibsen Skien und ging als Apothekerlehrling nach Grimstad, eine kleine Küstenstadt im Sørlandet, dem Süden Norwegens. Es war 1844, und er war praktisch mittellos. In Grimstad arbeitete er in der Apotheke, mischte Salben und Pillen und träumte von etwas Größerem.

Die sechs Jahre in Grimstad waren hart, aber prägend. Ibsen war arm, einsam und voller Ehrgeiz. In seiner Freizeit schrieb er Gedichte und sein erstes Theaterstück, "Catilina" (1850), ein Drama über den römischen Verschwörer. Das Stück wurde von allen Theatern abgelehnt. Ibsen ließ es auf eigene Kosten drucken. Es verkaufte sich schlecht.

In Grimstad passierte auch etwas, das Ibsen sein ganzes Leben lang verschwieg: Er wurde mit 18 Vater. Die Mutter war ein Dienstmädchen namens Else Sofie Jensdatter, zehn Jahre älter als er. Ibsen erkannte den Sohn, Hans Jacob Henriksen, nicht an. Er zahlte 14 Jahre lang Unterhalt, aber er sah das Kind nie. Dieser Sohn lebte später als Schmied in Norwegen und starb 1916. Ibsen hat ihn in keinem Brief, in keinem Tagebuch, in keinem Gespräch je erwähnt. Es war sein dunkelster Fleck.

Grimstad ist heute eine hübsche kleine Stadt mit weißen Holzhäusern, einem Hafen voller Segelboote und einer gemütlichen Atmosphäre. Das Haus, in dem Ibsen als Apothekerlehrling lebte und arbeitete, ist ein Museum: Grimstad Bymuseum mit der Ibsen-Sammlung. Man sieht die winzige Kammer, in der er schlief, die Apotheke, in der er arbeitete, und Manuskripte seiner ersten Gedichte. Es ist ein intimer, stiller Ort.

Oslo und der Durchbruch

1850 zog Ibsen nach Christiania (Oslo), um Medizin zu studieren. Er bestand die Aufnahmeprüfung nicht. Stattdessen stürzte er sich in die Theaterszene, schrieb für Zeitungen und knüpfte Kontakte. 1851 wurde er als Bühnenregisseur und Hausautor an das Norske Theater in Bergen engagiert. Dort lernte er das Handwerk von der Pike auf: Er inszenierte Stücke, schrieb neue, studierte die Technik des Theaters.

1857 kehrte er nach Christiania zurück und übernahm die Leitung des Norske Theater, das jedoch 1862 pleiteging. Ibsen war verschuldet, frustriert und desillusioniert. Norwegen erschien ihm zu eng, zu provinziell, zu selbstgefällig. 1864 verließ er das Land. Er sollte erst 27 Jahre später zurückkehren.

Die Entscheidung, Norwegen zu verlassen, war für Ibsen befreiend. Er schrieb später: "Ich musste weg, um den nötigen Abstand zu gewinnen." Und den Abstand brauchte er tatsächlich. Erst aus der Ferne konnte er Norwegen so scharf beobachten und beschreiben, wie er es tat. Peer Gynt, Brand, Stützen der Gesellschaft: alle im Ausland geschrieben, alle über Norwegen.

27 Jahre im Ausland: Italien und Deutschland

Ibsen lebte von 1864 bis 1891 im Ausland, zunächst in Rom, dann in Dresden, München und wieder Rom. In Italien schrieb er "Brand" (1866) und "Peer Gynt" (1867), zwei Versedramen, die ihn berühmt machten. In Deutschland entstanden seine großen realistischen Stücke: "Stützen der Gesellschaft" (1877), "Nora" (1879), "Gespenster" (1881), "Ein Volksfeind" (1882), "Die Wildente" (1884), "Hedda Gabler" (1890).

Im Ausland wurde Ibsen zum Weltbürger, aber er blieb ein Norweger. Seine Stücke spielen fast alle in Norwegen, in kleinen Küstenstädten oder in bürgerlichen Wohnzimmern. Die Figuren sind Norweger: Kaufleute, Pastoren, Ärzte, Beamte, Hausfrauen. Die Themen sind norwegisch: die Enge der Provinz, die Heuchelei der Bürgerlichkeit, die Sehnsucht nach Freiheit. Aber die Universalität dieser Themen machte Ibsen zum internationalen Phänomen. Seine Stücke wurden in ganz Europa gespielt, in Amerika, in Japan. Er war der erste wirklich globale Dramatiker.

Ibsen im Ausland war ein eigenartiger Anblick. Ein kleiner, untersetzter Mann mit einem gewaltigen Backenbart, immer in dunklen Anzügen, immer korrekt. Er ging jeden Tag zur gleichen Zeit spazieren, aß zur gleichen Zeit zu Mittag und saß zur gleichen Zeit im Café. In München, wo er am längsten lebte, war er eine bekannte Figur. Die Münchner nannten ihn "den stummen Norweger", weil er in Gesellschaft kaum sprach. Aber wenn er schrieb, sprach er lauter als alle anderen.

Die großen Stücke: Was Ibsen so besonders macht

Peer Gynt (1867): Ein wildes, fantastisches Versdrama über einen Bauernsohn, der durchs Leben taumelt, auf der Suche nach sich selbst. Peer Gynt lügt, betrügt, reist um die Welt und kommt am Ende nach Norwegen zurück, wo seine treue Solveig auf ihn wartet. Das Stück ist lustig, traurig, philosophisch und so groß, dass es fast unspielbar ist. Edvard Griegs Bühnenmusik zu Peer Gynt, mit "Morgenstimmung" und "In der Halle des Bergkönigs", ist fast so berühmt wie das Stück selbst.

Nora (1879): Eine Frau, die in einer bürgerlichen Ehe lebt, entdeckt, dass ihr Mann sie nicht als gleichberechtigten Menschen, sondern als Puppe behandelt. Am Ende verlässt sie ihn. Das Zuschlagen der Tür am Schluss von "Nora" ist der berühmteste Türknall der Literaturgeschichte. Das Stück wurde 1879 als skandalös empfunden. Eine Frau, die ihre Kinder verlässt? Ungeheuerlich. Heute wirkt es wie eine Selbstverständlichkeit. Aber 1879 war es ein Erdbeben.

Ein Volksfeind (1882): Dr. Stockmann entdeckt, dass das Thermalwasser seiner Stadt vergiftet ist. Er will die Wahrheit veröffentlichen. Aber die Stadt lebt vom Tourismus, und niemand will die Wahrheit hören. Am Ende wird er zum "Volksfeind" erklärt. Das Stück ist eine Parabel über Whistleblower, Konformismus und den Preis der Wahrheit. Es wird heute häufiger gespielt als je zuvor.

Hedda Gabler (1890): Eine intelligente, gelangweilte Frau in einer Ehe, die sie verachtet, versucht, andere Menschen zu manipulieren, und scheitert daran. Hedda Gabler ist eine der komplexesten Frauenfiguren der Theaterliteratur: packend, abstoßend, tragisch. Schauspiellerinnen reißen sich um die Rolle. Cate Blanchett, Isabelle Huppert, Ruth Wilson: Alle haben Hedda gespielt.

Die Wildente (1884): Was passiert, wenn jemand die "Wahrheit" in eine Familie bringt, die auf Lügen gebaut ist? Ibsens vielleicht subtilstes Stück. Keine Helden, keine Schurken, nur Menschen, die versuchen, mit ihren Illusionen zu überleben. Die Wildente, ein verletzter Vogel auf dem Dachboden, ist ein Symbol, das einem lange nicht loslässt.

Das Ibsen Museum in Oslo

Das Ibsen Museum in Oslo, die letzte Wohnung des Dramatikers
Das Ibsen Museum in Oslo: Hier verbrachte der Dramatiker seine letzten Jahre (KI-generiert)

1891 kehrte Ibsen nach Norwegen zurück. Er war 63, weltberühmt und wohlhabend. Er bezog eine Wohnung in der Arbins gate 1, einer feinen Adresse im Zentrum von Christiania, und lebte dort bis zu seinem Tod 1906. Diese Wohnung ist heute das Ibsen Museum, und sie ist einer der eindringlichsten literarischen Orte in Europa.

Die Wohnung wurde originalgetreu restauriert. Man sieht Ibsens Arbeitszimmer, in dem er jeden Morgen von neun bis eins schrieb. Seinen Schreibtisch, an dem "Baumeister Solness", "Klein Eyolf" und "Wenn wir Toten erwachen" entstanden. Sein Bücherregal. Seinen Sessel. Die Gemälde an den Wänden. Es ist erstaunlich, wie bürgerlich und ordentlich alles ist. Kein Chaos, keine Bohème. Ibsen war ein Ordnungsmensch.

Das Museum zeigt auch eine Ausstellung über Ibsens Leben und Werk, mit Manuskripten, Briefen, Fotos und persönlichen Gegenständen. Man erfährt, wie er arbeitete (langsam, gründlich, mit vielen Überarbeitungen), wie er lebte (regelmäßig, fast zwanghaft) und wie er starb (nach mehreren Schlaganfällen, bettlägerig, am 23. Mai 1906).

Das Ibsen Museum liegt an der Karl Johans gate, Oslos Hauptstraße, gegenüber dem Königlichen Schloss. Der Eintritt kostet 150 NOK (Stand 2025). Führungen werden auf Norwegisch und Englisch angeboten und sind empfehlenswert, weil die Guides viele Anekdoten erzählen, die man allein nicht erfährt. Ibsen ging beispielsweise jeden Tag den gleichen Weg vom Grand Hotel zum Nationaltheater und zurück, und die Osloer stellten ihre Uhren nach ihm.

Das Nationaltheater und andere Ibsen-Orte in Oslo

Das Nationaltheater in Oslo mit Ibsen-Statue davor
Das Nationaltheater in Oslo: Ibsens Statue wacht vor dem Eingang (KI-generiert)

Vor dem Nationaltheater in Oslo stehen zwei Statuen: links Bjørnstjerne Bjørnson, rechts Henrik Ibsen. Die beiden waren die größten norwegischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts und lebenslange Rivalen. Bjørnson war der extrovertierte Patriot, Ibsen der introvertierte Grübler. Beide brauchten einander, und beide konnten einander nicht ausstehen.

Das Nationaltheater, 1899 eröffnet, war von Anfang an eine Ibsen-Bühne. Hier wurden viele seiner Stücke erstmals in Norwegen aufgeführt, und bis heute steht in jeder Spielzeit mindestens ein Ibsen-Stück auf dem Programm. Wer eine Vorstellung besuchen will, sollte vorab Karten kaufen. Das Repertoire umfasst auch internationale Dramatik, aber Ibsen bleibt das Herz des Hauses.

Die Ibsen-Statue vor dem Nationaltheater in Oslo
Henrik Ibsen in Bronze: Die Statue vor dem Nationaltheater ist ein beliebter Treffpunkt (KI-generiert)

Ein weiterer Ibsen-Ort in Oslo ist das Grand Hotel an der Karl Johans gate. Hier saß Ibsen jeden Tag im Grand Café, trank seinen Kaffee und beobachtete die Passanten. Sein Stammplatz am Fenster ist mit einer kleinen Tafel markiert. Das Grand Hotel ist immer noch eines der besten Hotels der Stadt, und das Grand Café serviert immer noch Kaffee. Man kann dort sitzen, wo Ibsen saß, und das gleiche Treiben auf der Straße beobachten.

Ibsens Grab befindet sich auf dem Vår Frelsers gravlund (Friedhof des Erlösers) im Zentrum von Oslo, nicht weit vom Königlichen Schloss. Das Grabmal ist schlicht: ein Obelisk aus schwarzem Granit mit der Aufschrift "Henrik Ibsen" und den Lebensdaten. Neben ihm liegt seine Frau Suzannah. Der Friedhof ist frei zugänglich und ein ruhiger Ort inmitten der Stadt.

Ibsen-Orte in Norwegen: Eine Reiseroute

Wer Ibsens Spuren in Norwegen folgen will, kann eine Route von Skien über Grimstad nach Oslo planen. Alle drei Orte liegen in Südnorwegen und sind mit dem Auto gut zu verbinden.

Tag 1: Skien. Das Ibsen-Museum im Zentrum und das Venstøp-Haus am Stadtrand. Beides zusammen dauert etwa drei Stunden. Skien ist auch der Ausgangspunkt des Telemarkkanals, einer historischen Wasserstraße, die durch die Landschaft des Telemark führt. Eine Kanalfahrt lässt sich gut mit dem Ibsen-Besuch verbinden.

Tag 2: Grimstad. Von Skien nach Grimstad fährt man etwa zwei Stunden. Das Grimstad Bymuseum mit der Ibsen-Sammlung liegt im Zentrum der Stadt. Danach ein Spaziergang durch die weißen Gassen, ein Kaffee am Hafen und vielleicht ein Bad an einem der Strände in der Umgebung. Grimstad ist besonders im Sommer reizvoll.

Tag 3 und 4: Oslo. Das Ibsen Museum in der Arbins gate, das Nationaltheater (eine Abendvorstellung, idealerweise ein Ibsen-Stück), das Grand Hotel mit dem Grand Café, das Nationalmuseum (das Gemälde von Ibsen zeigt) und sein Grab. Wer möchte, kann einen "Ibsen-Spaziergang" durch Oslo machen, der die wichtigsten Orte verbindet. Die Touristeninformation bietet manchmal geführte Ibsen-Touren an.

Ein Besuch in Bergen, wo Ibsen von 1851 bis 1857 als Theaterregisseur arbeitete, ergänzt die Route. Das Det Norske Teatret (Das Norwegische Theater) in Bergen war seine erste feste Anstellung. Das Gebäude existiert nicht mehr, aber die Stadt hat Ibsens Jahre dort nicht vergessen. Im Bergener Theatermuseum findet man Material zu seiner Zeit dort.

Jedes Jahr im September findet in Oslo das Ibsen-Festival statt. Internationale Theatergruppen zeigen ihre Interpretationen seiner Stücke. Es ist eines der wichtigsten Theaterfestivals in Europa und eine großartige Gelegenheit, Ibsen auf der Bühne zu erleben. Karten sind begehrt und sollten früh gebucht werden.

Häufige Fragen

Welches Ibsen-Stück sollte man zuerst lesen?

"Nora oder Ein Puppenheim" ist der beste Einstieg: kurz, packend, verständlich. Danach empfiehlt sich "Ein Volksfeind" oder "Hedda Gabler". Für Fortgeschrittene: "Die Wildente" und "Peer Gynt".

Wo kann man in Oslo ein Ibsen-Stück sehen?

Im Nationaltheater steht fast immer ein Ibsen-Stück auf dem Programm. Die Vorstellungen sind auf Norwegisch, aber die Handlung ist meist bekannt genug, um auch ohne Sprachkenntnisse zu folgen. Manchmal gibt es englische Übertitel.

Lohnt sich das Ibsen Museum in Oslo?

Ja, besonders mit Führung. Die restaurierte Wohnung vermittelt einen intensiven Eindruck davon, wie Ibsen gelebt und gearbeitet hat. Plan: etwa eine Stunde für Museum und Ausstellung.

Ist Skien eine Reise wert?

Für Ibsen-Fans ja. Das Ibsen-Museum und das Venstøp-Haus geben einen guten Einblick in seine Kindheit. Skien selbst ist keine Touristenstadt, aber die Landschaft des Telemark ringsum ist wunderschön.

Warum wird Ibsen als "Vater des modernen Dramas" bezeichnet?

Weil er als Erster realistisches, gesellschaftskritisches Theater schrieb. Vor Ibsen waren Theaterstücke historische Schauspiele oder Melodramen. Ibsen brachte den Alltag auf die Bühne: Ehen, Familien, Geld, Lügen. Darauf bauten alle späteren Dramatiker auf, von Tschechow bis Arthur Miller.

Wann findet das Ibsen-Festival in Oslo statt?

Das Internationale Ibsen-Festival findet jedes Jahr im September statt, am Nationaltheater in Oslo. Es dauert etwa zwei Wochen und zeigt Inszenierungen aus aller Welt. Karten und Programm auf nationaltheatret.no.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026